Artikel mit ‘Pauschalleistung’ getagged

16.
Januar '13

Neue Unisextarife der Hanse Merkur Krankenversicherung – oder: Wie kann man bisherige, „komische Regelungen“ noch toppen


Es gibt Gesellschaften welche die neuen Tarife in der Unisexwelt einfach mit einem Punkt, Strich oder weiterem Buchstaben versehen, dann die die wenig bis gar nichts an Ihren Bedingungen ändern und die Tarifbezeichnungen auch nahezu identisch lassen und dann, dann gibt es noch die Hanse Merkur. Die „grünen aus Hamburg“ werfen die kompletten Tarifbezeichnungen über den Haufen und benennen die Tarife um. Damit es überhaupt noch jemand versteht und klar wird, was da genau passiert, hier einmal die alten und neuen Tarife. Rechts finden Sie die neue Tarifbezeichnung, links den Referenztarif in der alten Bisexwelt.

Pauschalleistungstarif ProFit (ASZG) –> AZP
StartFit KVE3 –> KVS1
KV 2 –> KVT2
Stationärtarif PS1 –> PSV
ohne alten Tarif ist der SBE (SB Entlastung im Alter)

Die Leistungen der Tarife VKE, VKEH, KKE und KKEH sind nun in den neuen Tarifen enthalten, schreibt die Hanse in einer Mail an die Softwarhäuser, welche mir vorliegt. Daher werden diese Tarife zukünftig nicht mehr in der neuen Welt angeboten. Neu dagegen ist der SBE Tarif, mit dem kann sich der Kunde eine Minderung seiner Selbstbeteiligung ab dem 65. Lebensjahr erkaufen. Eine Idee die es bei anderen Unternehmen schon gibt, aber hier nicht tarifbezogen ist, sondern generell für alle Tarife mit SB abgeschlossen werden kann. Dabei wird man einmal rechnen müssen, ob und wann sich die Prämien dafür lohnen.

Aufgrund der, aus meiner Sicht weiterhin elementaren Leistungseinschränkungen in den „Start-/ Einstiegstarifen“ soll es hier nur um den „Hochleistungstrarif“ AZP gegen. Beiträge zu den alten Tarifen der Start Fit Serie oder des ASZG finden Sie im Blog)

Locktarif, aus Versehen undeutlich oder vielleicht Absicht? Die versteckten Gefahren im Pro Fit (ASZG) Tarif der Hanse Merkur

Hanse Merkur – Marketingaussagen und Unsinn nach dem Blogbeitrag zum Tarif ASZG (Pro Fit)

“Mir wurde der Wechsel in die Hanse Merkur empfohlen”

Hanse Merkur Start Fit (KVE) – der optimale Schutz wie behauptet?

In der Mail an die Softwaranbieter der Vergleichssoftware heisst es dann weiterhin zu den Tarifkombinationen AZP + PS3:

Selbstbeteiligung 500 EUR oder 1.000 EUR
Pauschalleistung 6 MB (auf den Tarifbeitrag AZP)
Grundlage KVE, Grundlage Maximum aus ProFit und KVFit
Leistungen aus PS3 (stationär) ohne Anrechnung auf Pauschalleistung
Leistungen erfüllen Mindestkatalog PKV Verband
Vorsorge ohne Anrechnung auf Pauschalleistung
Kombinierbar mit SEB und PSV

Interessant sind zu diesen Aussagen dann die Formulierungen in den Bedingungen der einzelnen Tarife.

Glücklicherweise haben die Hilfsmittelregelungen eine Verbesserung erfahren. In den Tarifen findet sich nun eine offenere Formulierung als bisher und es steht geschrieben:

„Hilfsmittel sind technische Mittel und K.rperersatzstücke, die Behinderungen, Krankheits- oder Unfallfolgen ausgleichen oder mildern,
sowie lebenserhaltende Hilfsmittel. Als solche gelten:“ (Tarifbedingungen Punkt 1.5.)

Leider kommt die Ernüchterung ziemlich schnell beim weiteren Lesen. Dort hat der Versicherer dann die folgende Einschränkung eingefügt:

„Anspruch auf Kostenerstattung der Hilfsmittel besteht im Rahmen einer einfachen Standardausführung. Für Krankenfahrstühle (mehr …)

03.
November '11

Central CVP 500 – was tun nach der Beitragsanpassung zum 01. 01. 2012


Einige Gesellschaften bekommen es einfach nicht „auf die Reihe“. So schrieb mir ein Kunde heute in seiner Mail und meinte damit die Beitragsanpassung seiner privaten Krankenversicherung. Es ist wie in allen Bereichen des Lebens, es gibt gute Beispiele und eben auch schlechte. In meinen letzten Blogbeiträgen hatte ich bereits Hinweise und Tipps für die Central Kunden zusammengestellt und möchte in diesem Beitrag speziell die Entwicklung der so genannten „Pauschalleistungstarife“ betrachten.

Was ist das „besondere“ an solchen Tarifen?

Bei der Pauschalleistung wird dem Kunden eine garantierte und vertraglich vereinbarte Rückerstattung versprochen. Anders als bei Modellen mit einer erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung kann diese nicht vom Unternehmen eingestellt oder gekürzt werden. Der Betrag ist vertraglich vereinbart und wird bei Leistungsfreiheit und Erfüllung der Voraussetzungen (i.d.R. im Folgejahr) ausgezahlt.

Für wen sind/ waren solche Tarife interessant?

Vor der steuerlichen Berücksichtigung der Krankenversicherungsbeiträge durch das Bürgerentlastungsgesetz nutzen vorwiegend Angestellte diese Tarife. Es war „doch toll“ fast 6 Monatsbeiträge zurück erstattet zu bekommen, wenn keine Leistungen beansprucht wurden. So wurden diese Tarife auch an den Mann und die Frau gebracht. Oftmals taten Vertreter einer großen Vermögensberatung dieses auch mal so „pauschal“, Tarif passt und gut. Selbst das Unternehmen warb einmal in einem Newsletter mit der Aussage „Unser Tarif CVP passt immer!“

Wie genau funktioniert der Tarif nun?
(mehr …)

12.
August '11

Continentale GS1 Plus – gerade mal „der beste“ Tarif? Warum?


Da sind Sie wieder, diese Anhäufungen von Anfragen nach einem bestimmten Tarif. In der letzten Woche hatte ich davon 4. Vier Interessenten die meine Meinung zum „derzeit besten Tarif am Markt“ hören wollten. Allen war von „ihrem Berater“ der Tarif GS1 plus der Continentalen Krankenversicherung verkauft worden oder sehr deutlich dazu geraten. Einer der Anfragenden erzählte „andere Tarife seien alle schlecht, hat der Berater gemeint und hier bekomme ich ja den Arbeitnehmeranteil komplett wieder zurück.“

Ein Grund sich diesen Tarif einmal genauer anzusehen. Was macht ihn nun zum „besten Tarif“ und wie ist das mit der Rückerstattung?

Die Pauschalleistung – wie bekomme ich was zurück?

Der Tarif GS1 plus der Continentalen ist ein Tarif mit einer garantierten Beitragsrückzahlung, der so genannten Pauschalleistung. Anders als bei einer „normalen“, erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung (eBRE) kann diese nicht verringert werden. Verspricht der Versicherer heute also die Rückzahlung von 6 Monatsbeiträgen, so muss er diese zukünftig auch leisten. Ungeachtet der Frage wie es dem Unternehmen wirtschaftlich geht.

Bei dem Tarif GS1 Plus beträgt diese 3 Monatsbeiträge nach einem leistungsfreien Jahr, vier nach 2 Jahren, 4 nach 3 Jahren und 6 Monatsbeiträgen Pauschalleistung nach 4 oder mehr leistungsfreien Jahren. Im dem Prospekt der Continentalen ist dieses sehr anschaulich erklärt.

(c) Continentale KV, Auszug aus Prospekt 5e.2625/03.10

Auch in den Bedingungen ist diese Aussage garantiert. Dort schriebt der Versicherer zu der Pauschalleistung unter Punkt B.)

Der Versicherungsnehmer erhält für jede nach diesem Tarif versicherte Person, die in dem abzurechnenden Geschäftsjahr mindestens das 21. Lebensjahr vollendet hat und für die keine Versicherungsleistungen für das abzurechnende Geschäftsjahr beantragt wurden, im Folgejahr eine Pauschalleistung als Ausgleich für entstandene Aufwendungen ausgezahlt.

Die Pauschalleistung beträgt mindestens 3/12 der im Vorjahr für die versicherte Person entrichteten Beiträge. Beträgt der leistungsfreie Zeitraum mehr als ein Geschäftsjahr, so erhöht sich die Pauschalleistung für jedes weitere leistungsfreie Geschäftsjahr um 1/12 der im Vorjahr für die versicherte Person gezahlten Beiträge. Die maximale Pauschalleistung beträgt 6/12 der im Vorjahr für die versicherte Person gezahlten Beiträge.

Doch die Freude währt nur kurz. Von den gigantischen 6 Monatsbeiträgen Rückerstattung fallen auch noch Steuern an. Nicht die Rückerstattung selbst, die ist nicht steuerpflichtig. Aufgrund des Bürgerentlastungsgesetzes sind aber seit 2010 die Beiträge für die Private Krankenversicherung anteilig abzugsfähig. Dabei ist die sonst übliche Grenze von 2.400 Eur entfallen. Mehr Informationen wie und was genau abzugsfähig ist, finden Sie auf den speziellen Seiten des Bundesfinanzministeriums. Somit ist die Pauschalleistung auch etwas, was den steuerlichen Aufwand mindert. Wie weit das passiert, ist vom steuerlichen Umfeld und dem eigenen Steuersatz abhängig und ist pauschal nicht zu beantworten. Eines ist aber klar. 6 Monatsbeiträge sind es in jedem Fall nicht mehr.

Und Monatsbeitrag bedeutet hier auch nicht den gezahlten Beitrag. Es handelt sich um den Beitragsanteil des GS1 Plus. Gesetzlicher Zuschlag, Pflegeversicherung oder das Krankentagegeld werden hierbei aber nicht berücksichtigt. Das ist auch bei anderen Unternehmen so, sollte nur klar sein.

Der offene Hilfsmittelkatalog als weiteres Argument 

Interessant ist ein offener Hilfsmittelkatalog in jedem Fall. Bietet dieser doch, anders als in einem geschlossenen Katalog Leistungen für alle Hilfsmittel. Gerade bei Hilfsmitteln die wir heute noch nicht kennen, die es so in der Form noch gar nicht gibt, wird es als „ultimative Lösung“ verkauft. In dem Prospekt aus dem das oben abgebildete Bild stammt, heißt es dazu:

100% für Hilfsmittel

und in den Versicherungsbedingungen genauer:

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind technische Mittel oder Körperersatzstücke (kein Zahnersatz), die Behinderungen, Krankheits- oder Unfallfolgen unmittelbar mildern oder ausgleichen sollen, ausgenommen Heilapparate und sonstige sanitäre oder medizinisch-technische Bedarfsartikel.

Erstattet werden die Kosten für Hilfsmittel in einfacher Ausführung.

Jetzt stellt sich die spannende Frage- was ist besser? Ein geschlossener Katalog mit umfangreichen Aufzählungen, der Nennung von lebenserhaltenden Hilfsmitteln und Körperersatzstücken, oder der offene Hilfsmittelatalog hier. In diesem Zusammenhang g sei auf die beiden Verfahren verwiesen. In beiden ging es um die Frage „was ist eine einfache Ausführung„. Die Gerichte in Stuttgart und Dortmund mussten sich mit diesen Fragen intensiv befassen. Einfach ist eben nicht billig.

Auch wegen solcher Punkte halte ich den Tarif eben nicht für den „besten Tarif“. Leider wird genau das von einigen Beratern erzählt und der Interessent so in eine trügerische Sicherheit gebracht. Bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung sind aber mehr als die Punkte wie Beitragsrückerstattung, Pauschalleistung oder Hilfsmittelkatalog wichtig. Wichtiger ist doch, dass der Schutz zum einen auf Sie persönlich passt und das Sie weiterhin nicht nur die Vorteile, sondern gerade die Nachteile kennen.

Wo bestehen Lücken im Tarif? Welche Einschränkungen sind vorhanden und wo drohen Eigenbeteiligungen?

Nur wenn Sie diese Fragen für sich beantworten, nicht nur Prospekten glauben und sich auf die Bedingungen verlassen, nur dann werden Sie den für sich passenden Tarif auch finden können.

Mehr Informationen finden Sie auch in den folgenden Beiträgen:

Höhere Lohnsteuer nach PKV Wechsel?

Hilfsmittel in einfacher Ausführung heißt eben nicht “billig” (Urteile LG Dortmund 2 S 39/10 und AG Stuttgart 14 C 6415/06)

Private Krankenversicherung – Beitragsrückerstattung als Kundenbindungsprogramm

Prospekthaftung in der Privaten Krankenversicherung und das Urteil des AG München

18.
Februar '11

Änderungen bei der Central Krankenversicherung


Die Central Krankenversicherung hat bekanntlich im Jahr 2009 neue Tarife der Tarifserie Vario auf den Markt gebracht. Einen ausführlichen Kommentar zum Tarifwerk Vario der Central Krankenversicherung steht Ihnen im Downloadbereich kostenfrei zur Verfügung.

Nun gab das Unternehmen einige Änderungen bekannt, welche ich hier ohne Wertung weitergeben möchte. Zu einigen Punkten werden Sie in der kommenden Woche noch genaueres in Extra Beiträgen lesen. Nach dem Erscheinen werde ich diese natürlich hier im Beitrag direkt verlinken.

Änderung der „Kombinierbarkeit“ mit central.unfall und central.akut

Ab sofort ändert die Central Krankenversicherung AG die Annahme-/ Versicherungsfähigkeit für einige Bausteine.

Bei den Bausteinen handelt es sich um ergänzenden Versicherungsschutz. central.unfall beinhaltet eine Leistungserweiterung für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung im Falle eines Unfalls, maximal für 24 Monate nach dem Unfall. Der Baustein central.akut erweitert ebenfalls den stationären Bereich der Krankenversicherung auf das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung. Leistungsvoraussetzung ist hier jedoch eine von elf definierten Krankheiten. Ist diese eingetreten, so erweitert sich der vorhandene Versicherungsschutz. Die vorhandenen Ausschlüsse und Einschränkungen dieser Tarife entnehmen Sie bitte den Versicherungs- und Tarifbedingungen.

Die Neuerung besteht nun darin, dass anders als bisher, auch der Vollversicherte Kunde der Central Krankenversicherung diese Tarife abschließen kann und somit seine Private Krankenversicherung (PKV) für Unfälle und schwere Erkrankungen aufwerten kann. Dieses gilt aber nur für Vollversicherte Kunden mit stationärem Bausteinen des VARIO ECO.

Ob ein solcher ergänzender Schutz überhaupt Sinn macht, welche Ausschlüsse oder Einschränkungen dort gelten (z. Bsp. Arzthonorare nur bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte, GOÄ) und was für Voraussetzungen erfüllt sein müssen, ist individuell zu prüfen. Hier ist zu entscheiden ob eine solche Ausschnittsdeckung nicht besser durch angemessenen Versicherungsschutz generell ersetzt werden kann und sollte.

Änderung bei den Beitragsrückerstattungen in den Tarifen CVP500 und Vario mit Pauschalleistung

Hier sind einige Änderungen bei der Beitragsrückerstattung zu beachten. So schreibt man mir als Makler folgendes:

Wir garantieren Ihnen in den Pauschalleistungsstufen des Tarifs vario (VxxxS2P) bereits jetzt unveränderte BRE-Konditionen nicht nur für das Anspruchsjahr 2011, sondern bereits für 2012. Somit sichern sich Ihre Kunden weiterhin 6 MB garantierte Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit.

Das Problem bei solchen Pauschalleistungen oder hohen Beitragsrückerstattungen wird jedoch noch immer nicht ausreichend erklärt. Dabei geht es um die Anrechnung dieser Zahlungen bei der steuerlichen Berücksichtigung der Beiträge. Erfolgt eine Rückzahlung, so ist diese natürlich dem Finanzamt anzuzeigen, mindert nachträglich den Aufwand in der Krankenversicherung und zieht (bei Angestellten häufig, aber auch bei Selbstständigen) Nachzahlungen in der Lohn-/ Einkommensteuer nach sich. Grund hierfür ist die Minderung des tatsächlichen Aufwandes, welcher gemäß dem Bürgerentlastungsgesetz anrechenbar wäre.

Ob mir deshalb ein nicht unerheblicher Bonus bei der Vermittlung dieser Tarife angeboten worden ist, um diese dennoch „in den Markt zu bekommen“ weiss ich natürlich nicht, kann ja auch ein „Zufall“ sein.

In diesem Zusammenhang sei noch die Änderung der Beitragsrückerstattung in den CVP500 Tarifen erwähnt. Anders als in den Vario Tarifstufen, waren hier die 6 Monatsbeiträge Rückerstattung nicht garantiert, zumindest nicht vollständig. Der eine, nicht garantierte Teil war eine erfolgsabhängige Beitragsrückerstattung. So schrieb man mir:

Hinweis: Kunden im Tarif CVP500 erhalten für das Jahr 2011 (hier erfolgt KEINE Garantie auch für das Jahr 2012, wie oben im Vario) die tariflich garantierten 5 MB Rückerstattung. Der erfolgsabhängige Monatsbeitrag wird für 2011 nicht mehr erstattet. Um Ihre Kunden auch jetzt noch aktiv auf einen Wechsel in den Tarif V222S2P rückwirkend zum 01.01.2011 ansprechen zu können, bieten wir Ihnen die Möglichkeit, die Umstellungsanträge noch bis zum 31.03.2011 bei uns einzureichen. Sie können damit Ihren Kunden bei einem Wechsel auf Tarif V222S2P den zusätzlichen Monatsbeitrag BRE weiterhin sichern damit diese wie bisher bis zu 6 Monatsbeiträge erstattet bekommen.

Auch hier ist mir der Hintergrund des Versicherers noch nicht ganz deutlich geworden. Die Tatsache, das es nun eine geringere Beitragsrückerstattung (die zum Teil von der Steuer wieder „aufgefressen“ wird) gibt, sollte niemanden, wirklich niemanden zu einem Tarifwechsel bewegen. Die Tarife sind unterschiedlich in den Leistungen und sollten nur sehr überlegt gewechselt werden. Zu beachten sind hier in jedem Fall persönliche Auswahlkriterien bei der Tarifwahl in der Privaten Krankenversicherung (PKV).

Als letzte „Neuerung“ wird mir (und somit indirekt auch Ihnen) eine Versicherung im Zahntarif central.prodent unter bestimmten Voraussetzungen sogar ohne Gesundheitsprüfung angeboten. Voraussetzung ist jedoch, neben dem Abschluss des Central Zusatztarifes ein Wechsel Ihrer gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Nur wenn Sie über die Central an die Techniker Krankenkasse (TK) wechseln, gelten diese Sonderkonditionen. Dabei soll es neben der entfallenden Gesundheitsprüfung (für alle Personen ab Geburtsjahr 1977) auch noch einen Bonus von 30 EUR, extra für Central Versicherte, geben. Auch für den oben genannten Tarifbaustein central.unfall gilt dieser Entfall der Gesundheitsprüfung.

Hat man das System einer Privaten Kranken(zusatz)versicherung jedoch verstanden und weiss somit um eine risikogerechte Prämienkalkulation, so sind mir solche Angebote (welche ja auch andere Unternehmen ab und an anbieten) suspekt.

11.
September '09

Beitragsrückerstattung – oder – wozu will ich meine Krankenversicherung haben?


Hier hatte ich bereits über die Beitragsrückerstattung als (vermeintliches) Kundenbindungsprogramm geschrieben. Die Beitragsrückerstattung wird bei vielen Interessenten immer noch als entscheidendes Kriterium genutzt um sich für oder gegen einen Versicherer zu entscheiden.

Klar ist es schön wenn man am Jahresende einen Betrag X vom Unternehmen erstattet bekommt, schließlich war man das ganze Jahr leistungsfrei und hat somit auch kein „Geld gekostet“. Dieses ist zwar richtig, doch sollte sich der Interessent fragen: „Wozu kaufe ich einen guten Tarif und saubere Bedingungen?“

Nein, nicht weil ich eine hohe Rückerstattung will wenn ich eh gesund bin, sondern dafür, das die für mich wichtigen, und existenzbedrohenden Kosten aufgefangen werden und mir ein hohe Leistung ermöglichen. Wann bekomme ich die Rückerstattung? Wenn ich gesund bin, richtig!

Dabei muss zunächst unterschieden werden zwischen der erfolgsabhängigen Beitragsrückerstattung (eBR) und der garantierten Beitragsrückerstattung. Die erstgenannte ist vom Erfolg des Versicherers abhängig und eben nicht garantiert. Also kann eine Rückerstattung von heute bis zu 5 Monatsbeiträgen theoretisch morgen auch 1 MOB oder 0 sein, es besteht keine Garantie. Weiterhin sollten Sie darauf achten, was als Berechnungsgrundlage herangezogen wird. Von „nur ambulanter Tarif“ über „ambulant und stationär“ bis hin zu 75% des Zahlbeitrages sind verschiedene Modelle vorhanden. ZIEL des Versicherers ist, sich die „kleinen Rechnungen vom Hals zu halten“ und damit Kosten zu reduzieren, denn natürlich werden Sie bei einer möglichen Rückerstattung von 1000 EUR Rechnungen bis zu diesem Betrag nicht einreichen.

Bei der garantierten Beitragsrückerstattung oder auch Pauschalleistung genannt, sieht es anders aus. Hier garantiert der Versicherer eine bestimmte Höhe der Erstattung und hat diese fest kalkuliert. Natürlich auch vor dem Ziel seine Kosten zu reduzieren. Es gibt Unternehmen die einem 5 Monatebeiträge garantieren (Central) und einen weiteren als eBR ausweisen. Damit wird versprochen, dass Sie bei 6 Monatsbeiträgen Rückerstattung quasi als Angestellter eine PKV für 0 EUR hätten, denn die zweite Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Das ist natürlich zum eine sehr „vorteilhaft dargestellt“, zum anderen ist es meines Erachtens Unsinn- oder warum haben Sie sich für einen Krankenversicherungsschutz entschieden? Wegen der Rückzahlungen- dann machen Sie bitte einen Sparvertrag.

Ein anderes Unternehmen (Hanse Merkur) spricht von einer Pauschalleistung. Diese wird sogar schon vom Betrag der abgebucht wird gleich abgezogen und nicht erst, wie üblich, im Folgejahr erstattet. Hier ist nur rechnerisch der Beitrag höher um ihn dann wieder künstlich zu vermindern und in den Genuss eines höheren Arbeitgeberzuschusses zu kommen. Ist das fair? Das mag jeder für sich allein beurteilen.

Bevor Sie sich also entscheiden, prüfen Sie bitte die genauen Modalitäten. Es gibt eben Modelle wie das letztgenannte, wo sogar Rückzahlungen/Vertragsstrafen“ fällig werden wenn Sie den Vertrag kündigen oder dann eben doch Leistungen nutzen. Dann erfolgt eine entsprechende Beitragsveränderung.

Wenn dann solche Tarife noch im unteren Drittel des Leistungsspektrums des Marktes stehen- welche Gründe sprechen dafür? Entscheiden Sie selbst und glauben nicht das, was bunte Prospekte und schillernde Werbung ihnen Glauben machen will.

Weiterlesen: Auswahlkriterien zur PKV