05.
April '19

Schutz bei Krebserkrankungen – unkompliziert und schnell? Getsurance Krebsschutzbrief im Detail


Die Angst oder zumindest nicht unberechtigte Sorge an Krebs zu erkranken beschäftigt derzeit viele. Natürlich kann sich niemand wirklich schützen oder gar verhindern zu erkranken. Aber. Gegen die finanziellen Folgen vorsorgen geht natürlich. Eine solche Vorsorge bieten einige Unternehmen an und aufgrund steigender Rückfragen werde ich mich mit diesem Produktbereich in den nächsten Wochen und Monaten hier im Blog genauer befassen. Los geht es mit einem Produkt und einem Anbieter, der schon einmal hier seine Erwähnung gefunden hat, GETSURANCE. in dem damaligen Beitrag und bei dem dort besprochenen Produkt ging es um eine Berufsunfähigkeitsversicherung bei vorhandenen psychischen Erkrankungen. Hier lehnen viele Anbieter ab, Getsurance bietet hier einen Ausschluss an. (mehr dazu im Test der Getsurance BU in diesem Beitrag)

Zu den Risiken und Kosten bei Krebs habe ich in einem anderen Beitrag schon einiges erklärt.

zum besseren Verständnis habe ich mir das Produkt einmal genauer angeschaut und in den letzten Wochen einige Fragen aus dem LiveChat gesammelt. Diese fasse ich hier in einem Beitrag zusammen und wir schauen einmal, ob es denn wirklich so gut ist, wie die Werbung verspricht.

Warum noch eine Versicherung? Zahlt das nicht meine Krankenkasse/ PKV?

Klar, medizinisch notwenige Behandlungen und Medikamente zahlt die gesetzliche Krankenkasse oder der private Krankenversicherer. Dabei werden hier natürlich zurecht die Maßstäbe angesetzt, die auch für andere Behandlungen gelten. Eine Behandlung muss medizinisch notwendig sein und wissenschaftlichen Standards genügen.

Dennoch gibt es viele Angebote, Hilfen und unterstützende Maßnehmen, welche hier nicht bezahlt werden. Das kann eine weitere Meinung sein, die man sich privat einholen möchte oder bei einem Arzt, der keine Kassenzulassung hat. Ebenso lassen sich hiermit natürlich andere Kosten finanzieren. Es können alternative Behandlungsmethoden sein, aber auch ein Urlaub nach der Diagnose, eine Absicherung einer Haushaltshilfe oder auch eine Absicherung der Hinterbliebenen. Diese wird dann, anders als eine Lebensversicherung, eben nicht erst bei Tod gezahlt.

Weiterhin zahlt auch die gesetzliche oder private Krankenversicherung die dort versicherten Leistungen. Wer aber zum Beispiel als GKV Patient eine spezielle Behandlung bei einem Privatarzt versichern möchte, der kann dieses mit einem solchen Produkt tun.

Was ist der Unterschied zu einer Krankenzusatzversicherung?

Der wesentliche Unterschied liegt in dem Produkt selbst. Während eine Krankenversicherung als Zusatzabsicherung zur GKV oder auch die PKV eine Kostenerstattung vornimmt, wird bei der Krebsversicherung eine einmalige Summe ausgezahlt.

Es ist daher nicht notwendig Rechnungen einzureichen oder diese prüfen zu lassen, sondern die Leistung wird bei bestätigter Diagnose ausgezahlt und ist gerade NICHT an eine feste Verwendung gekoppelt. Ob Sie von dem Betrag nun in den Urlaub fahren, eine Haushaltshilfe bezahlen, letzte Wünsche erfüllen oder das Geld als Schutz für die Hinterbliebenen verwenden ist völlig Ihnen überlassen.

Das Einreichen einer Rechnung ist nicht nötig, eine bestätigte Diagnose ist für die Leistung Voraussetzung.

Was genau ist versichert?

Wie auch bei anderen Produkten bedarf es hier Versicherungsbedingungen. Diese habe ich am Ende der Seite verlinkt, so können Sie auch hier alle Details in Ruhe nachlesen.

Es wird die Diagnose und das Bestehen einer Krebserkrankung als Leistungsvoraussetzung genannt. Das bedeutet auch, Vorstufen von Krebs werden nicht geleistet, die Diagnose muss feststehen. Dazu heißt es in den Bedingungen:

„Wir zahlen die vereinbarte Versicherungssumme aus, wenn bei der Versicherten Person Krebs diagnostiziert wird. Der Versicherungsschutz gilt weltweit.“

Was Krebs ist, regeln auch hier die Versicherungsbedingungen genauer.

Es ist also zwingend erforderlich, einen Pathologiebericht eines FACHarztes zu haben, der genau die Diagnose Krebs bestätigt. Dabei ist es möglich, diesen einfach als Foto per Smartphone einzureichen. Mehr dazu unter der Frage „Wann wird ausgezahlt? Gibt es Wartezeiten?“

Neben der Diagnose ist der Nachweis der Krankenversicherung zu erbringen. Das bedeutet, Sie fordern bei der gesetzlichen Krankenkasse eine Patientenquittung der letzten 18 Monate an. Der Grund hier ist einfach. Mit Einsicht in diesen Auszug kann der Versicherer erkennen, ob schon davor Behandlungen bei Krebs durchgeführt wurden. Auch kann es passieren, dass der Pathologiebericht nicht aussagekräftig ist, dann behält sich der Versicherer Nachfragen/ Nachprüfungen vor.

Wann wird ausgezahlt? Gibt es Wartezeiten?

Ausgezahlt wird also dann, wenn die Diagnose feststeht und bestätigt wurde. Dabei muss unterschieden werden, ob die Wartezeit schon erfüllt ist. Es gilt eine Wartezeit von 6 Monaten. Erst nach Ablauf der 6 Monate Wartezeit ist eine Leistung möglich. Wer sich also jetzt zum 01.05. versichert, der hat einen Anspruch auf Leistungen bei festgestellter Krebsdiagnose ab dem 01. November. Wir vorher eine Erkrankung diagnostiziert, so endet die Versicherung und die bereits bezahlten Beiträge werden wieder ausgezahlt.

Wie kann ich den Schutz kündigen oder ändern?

Ein Vorteil des Produktes ist die Flexibilität. Die Getsurance Krebs Soforthilfe kann monatlich gekündigt werden. Wenn Sie also entscheiden, der Schutz ist nicht mehr nötig, so ist eine Kündigung jederzeit möglich. Diese Kündigung kann jederzeit zum Monatsende erfolgen.

Alternativ zur Kündigung ist die Reduzierung der Versicherungssumme möglich. Auf ein Minimum von 5.000 € Leistung kann Ihr Schutz heruntergefahren werden und reduziert somit auch die Beiträge.

Rückkehr auf die alte Summe

Innerhalb von 12 Monaten nach der Reduzierung kann der Schutz wieder auf die alte Summe angehoben werden. Hierfür fällt dann keine Gesundheitsprüfung an. Voraussetzung ist aber auch hier, dass noch keine Diagnose Krebs gestellt wurde.

Gefahren, Lücken, Tücken der Krebs Soforthilfe

ACHTUNG: Die Tarife unterscheiden sich nach Raucher und Nichtrauchertarifen. Wer in den letzten 12 Monaten vor Antragstellung nicht geraucht hat und auch nicht aktiv sonst Nikotin konsumiert hat, der ist Nichtraucher.

ABER AUCH wenn Sie WÄHREND DER LAUFZEIT das Rauchen anfangen, muss dieses angezeigt werden, eine solche Anzeige muss unverzüglich (also ohne schuldhaftes Verschulden) erfolgen. Diese kann per Mail oder über das Kundenportal erfolgen. Dabei verändert sich dann der Beitrag. Getsurance verzichtet ausdrücklich auf das Recht, dann wegen Gefahrenerhöhung zu kündigen. Aber: Rückwirkend zum Beginn des Rauchens erhöht sich dann der Beitrag auf den Normaltarif für Raucher.

Vergessen Sie eine solche Mitteilung, so wird im Leistungsfall die Leistung reduziert. Also statt einer Erhöhung des Beitrags bekommen Sie dann die Versicherungssumme ausgezahlt, welche Sie mit dem bezahlten Betrag im Rauchertarif versichert haben könnten.

Das ging schnell. Kaum beworben, schon hat man sich entschlossen die Vorsorge für (Neu-)Kunden nicht mehr anzubieten. Das war dann wohl am Ende doch zu teuer. 

Schade, ist ja nicht das erste, was nicht ganz so läuft

Zusatzleistung 50 € für die Krebsvorsorge

Anders als in dem Krebsschutz gelten hier keine Wartezeiten. EINMAL jährlich können Sie- bei Nachweis der Vorsorge- eine BONUS VON 50 € in Anspruch nehmen. Dabei ist es vollkommen egal, ob Sie damit eine Vorsorgeuntersuchung bezahlt haben oder bezahlen wollen. Selbst wenn die Krankenkasse oder der PKV Versicherer diese Untersuchung bezahlt (hat), bekommen Sie diese 50 € Bonus.

Es ist eine „Belohnung“ dafür, dass Sie die Vorsorge machen lassen und keine Erstattung der Untersuchungskosten.

Ersetzt diese Versicherung ein anderes Produkt? Meine Berufsunfähigkeits- oder meine Krankenversicherung?

Nein. Kein anderes Produkt in Ihrer Absicherung wird dadurch ersetzt. Die Leistungen aus der Getsurance Krebs Soforthilfe sind nur ergänzend zu sehen. Sie schaffen finanziellen Freiraum im Falle einer Krebserkrankung und bieten die Möglichkeit eine entsprechende Summe als Einmalbetrag zu bekommen.

Die Leistungen bei Berufsunfähigkeit (die eine Krebserkrankung auslösen kann aber nicht muss) bleiben hiervon völlig unberührt. Auch Leistungen aus der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung haben damit rein gar nichts zu tun.

Welche Gesundheitsfragen werden gestellt?

Der Versicherer fragt hier nur nach vier Gesundheitsfragen, dazu sind Angaben zu Größe und Gewicht nötig. Dabei geht es primär um die Frage nach dem Rauchen und nach der Bluterkrankheit. Dazu kommen die Frage nach Behandlungen wegen Tumoren UND die Frage nach ausstehenden Untersuchungsergebnissen.

Wie läuft der Abschluss ab?

Nach Beantwortung der Fragen erhaltet Ihr sofort online die Zusage und die Police per Mail. Dabei ist der komplette Prozess, also die Antragstellung, die Abfrage der Gesundheitsangaben und auch die Zusendung der Police elektronisch. Per Post werden hier keine Unterlagen verschickt. Auf den folgenden Link klicken und direkt rechnen. (oder auf das Bild)

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN

Welche Summen können versichert werden?

Der Versicherungsschutz ist zwischen der Einmalzahlung von 10.000 € und einer maximalen Summe von 100.000 € versicherbar. Dabei solltet Ihr beachten, für Antragsteller nach dem 45. Lebensjahr gilt ein Höchstbetrag von 50.000 €.

Im Falle von Zahlungsschwierigkeiten ist- wie bereits beschrieben- eine Reduzierung bis auf den Betrag von 5.000 € möglich.

Wie hoch sind die Beiträge?

Die Beiträge werden von drei Faktoren beeinflusst.

  • – 1. dem Eintrittsalter
  • – 2. der gewünschten Summe
  • – 3. dem Status Raucher oder Nichtraucher

Zur Orientierung hier einige Beiträge: (Hinweis: Der Gutschein für die beiden kostenfreien Monate gilt nur bis Mitte April)

Getsurance Krebs Soforthilfe – Fazit

Die Soforthilfe bei Krebs ist immer dann sinnvoll und hilfreich, wenn eine solche Diagnose zu einer finanziellen Belastung wird. Wer ausreichende Rücklagen hat und diese im Fall der Fälle auch direkt verfügen kann, der wird so einen Schutz nicht brauchen.

Wenn Sie aber bei einer solchen Diagnose andere Behandlungen nutzen wollen, welche sich ggf. nicht von der PKV oder GKV abdecken lassen oder Kosten bestreiten müssen um die Familie, Kinder und den Haushalt nach einer solchen Erkrankung weiter zu finanzieren, dann ist eine solche Absicherung durchaus angeraten.

Wichtig ist zu verstehen, es ist keine Erstattung von Kosten, sondern die Auszahlung einer vereinbarten und versicherten Summe. Auch die 50 € jährliche Rückzahlung bei Krebsvorsorge ist nicht an eine Rechnung gebunden, sondern wird als „Belohnung ausgezahlt“.

HIER RECHNEN, INFORMIEREN und ABSCHLIESSEN

Durch die flexible und monatlich mögliche Kündigung können Sie flexibel reagieren und den Vertrag anpassen oder wieder kündigen. Der Onlineabschluss ist mit wenigen Fragen möglich. Bitte beachten Sie noch, der Gutschein für die beiden kostenlosen Monate ist befristet.

Die vollständigen Versicherungsbedingungen finden Sie hier:

Getsurance, Krebs Soforthilfe, Bedingungen Stand 11/2018

04.
April '19

„Aber wir stellen doch nur mal einen Antrag, alles andere können Sie dann ja noch überlegen.“


Vorgestern hatte ich schon von einem anderen Fall berichtet, einem der sich erst nach dem Abschluss weiter informiert hat und dem dann viele Probleme auffielen. Gleich viermal war es „dumm gelaufen“ und alles führt zu einer Entscheidung, welche heute und jetzt nicht mehr rückgängig zu machen ist, da alle Fristen vorbei waren.

Den vollständigen Fall können Sie gern im Detail nachlesen, im Beitrag zu

Google, tausenden Informationsquellen, welche man aber auch nutzen muss

Der zweite Fall dieses Nachmittages, welcher mich auch im LiveChat erreichte und auch eher nach dem Motto „erst handeln, dann googleln“ verlaufen ist, betrifft meine Freunde vom Main, also die mit dem Kompass. Würde es nicht der x-te Fall bei mir und einigen Kollegen sein, so könnte man von einem Versehen oder einer schlechten Beraterin sprechen, scheint hier aber nicht so zu sein.

Die anderen Fälle, darunter durchaus schlimme, können Sie in den Beiträgen hier nachlesen. Mal war es ein Anruf eines Dachverbandes der PKV, mal wurde ein Kunde dazu überredet bequatscht einen Antrag zu stellen, der eigentlich eine Voranfrage war. So wurde aus dem Antrag ein Vertrag. Klar kann man den widerrufen, wenn man es denn weiß. Da die Police aber zum Berater ging und es eine Vollmacht gab, war die Frist dann auch wieder vorbei.

Mehr Hintergrund: Ein Antrag ist ein Antrag und keine Voranfrage

„Die Beraterin rief an, ich müsse wechseln.“

Die Dame, gemeinsam mit dem Ehemann selbstständig im Einzelhandel, sollte nun Besuch bekommen. Nicht, dass diese nun schon sechs Jahre bei der Axa versichert war und es daher nur bedingt Sinn ergibt da nun Hals über Kopf zu wechseln. In dem Gespräch kamen dann auch so allerlei eigenwillige Aussagen der Beraterin.

  • 1.) „Wenn Sie auch in die Hanse Merkur wechseln (wo der Mann schon versichert ist), ist das besser, weil alle zusammen sind.“

  • 2.) „Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

  • 3.) „Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

und noch einige Aussagen mehr.

Nicht eine Aussage ist leider richtig und vollständig. Den Hintergrund, warum die Dame nun von der Axa weg sollte und jetzt bereits einen Antrag stellen soll, ist nicht klar. Es gab keinen konkreten Anlass, der Vertrag bei der Axa ist ungeachtet allem erst zum Jahresende kündbar. Wir haben April, das heißt auch, der neue Antrag kann 6 Monate in die Zukunft datiert werden.

Das Vordatieren kann auch sinnvoll sein, so hier dann der Gesundheitszustand kostenfrei eingefroren wird, will man keine Option oder Anwartschaft verwenden (die Geld kosten). Doch April + 6 Monate ist eben Oktober und nicht Januar oder Dezember.

Hier wurde aber solange geredet, bis die Dame dachte sie muss das so machen und unterschrieb einen Antrag. Den wohl gemerkt im ersten Gespräch, nach wenigen Minuten Beratung. Wie so schnell die Gesundheitshistorie aufgearbeitet, Arztunterlagen besorgt wurden, Tarife vergleichen und eine saubere Beratung stattgefunden haben soll, es muss Hexerei sein. Realistisch und normal zu machen ist das nicht.

Leider lassen sich immer wieder Kunden und Interessenten überreden. Das Ergebnis:Da wurde „mal schnell“ ein Antrag auf eine neue, private Krankenversicherung unterschrieben und am Wochenende sollte dann die Zeit sein, sich das zu überlegen und neu zu prüfen. Sonderbare Ansichten hatte die Beraterin, denn das ist ganz sicher der falsche Weg. Zumal es weder Zeitdruck noch sonst etwas brauchte.

Da wurde nun der Verkaufsdruck so hoch und die Dame war zu gutgläubig, also unterschrieb diese einen Antrag auf Krankenversicherung bei der Hanse Merkur, weil der Mann da ja auch versichert ist. Ach ja, zufrieden war er auch, ist ja gesund und hat nichts mit der Gesellschaft abzumachen.

„Ihr Mann kann ja dann auch wieder in die GKV wechseln.“

Das nächste und haarsträubende Argument war dann ein anderes. Der Mann könne ja dann irgendwie bei ihr angestellt werden und somit in die gesetzliche Kasse wechseln. Warum er das sollte, wo doch der Versicherer angeblich so gut und alle zufrieden sind, ist nicht klar. Aber das Argument ist genauso ein Unsinn, wie die Aussage „beide bei der gleichen Gesellschaft bringe Vorteile.“ Außer der Tatsache, dass vielleicht eine App zur Einreichung von Rechnungen auf dem Smartphone reicht (selbst das ist falsch, da diese immer mit dem Versichertenaccount verknüpft ist), gibt es keinen Unterschied.

Die Vertragsbedingungen und Prämien werden weder anders noch günstiger, wenn zwei, drei oder acht Versicherte einer Familie dort versichert sind. Die Private Krankenversicherung ist zudem auch viel zu individuell um die Auswahl von jemand anderem Abhängig zu machen. Ähnlich der Aussage

Meine Freunde, Bekannte, Kollegen sind bei Gesellschaft XYZ versichert.

„Den Antrag füllen wir erstmal aus, ich nehme den unterschrieben mit und dann schauen Sie am Wochenende weiter, dann können Sie es ja prüfen.“

Nein, nein und nochmals nein. Man füllt niemals einen Antrag nur mal „so“ schnell aus und gibt diesen unterschrieben dem Berater mit. Wenn Sie einen Antrag stellen wollen, dann bitte in vollem Bewusstsein was Sie da tun und auch mit dem Verstehen der Hintergründe und Folgen. Was aus so einer Geschichte werden kann und warum Sie da nie wieder raus kommen, das lesen Sie im Artikel:

„Ein Antrag ist ein Antrag und wird schnell ein Vertrag“

Komisch, war auch hier das gleiche Unternehmen mit der Beratung beschäftigt, ist aber sicher ein Versehen. Aber auch hier sollte nur mal geschaut werden, wie denn so ein Antrag gestellt werden „KÖNNTE“ und natürlich sei das alles nicht verbindlich. Sorry, aber wie armselig muss man als Beraterin sein, um hier wohl unter Vortäuschung falscher Tatsachen einen unterschriebenen Antrag zu bekommen. Klar, vielleicht hat die Kundin auch gesagt: „Hey, geht ja eh erst zum 1.1., aber wo Sie gerade einmal hier sind und bevor Sie das Haus verlassen, ich möchte Ihnen gern noch den Antrag unterschreiben. Ich habe zwar keine Idee warum und kann es erst am Wochenende prüfen, aber nehmen Sie den schon einmal unterzeichnet mit.“

Klingt doch plausibel, oder?

Nun haben wir auch hier die Situation einer bestehenden PKV, dazu eines neuen Antrags. Dieser ist ganz sicher auf dem Weg zur Hanse Merkur. Als Gesellschaft kann und muss diese den nun prüfen und wird bei Zustimmung den Antrag annehmen. Damit wird hier eine Police erstellt und dem Kunden der Beraterin zugesandt. Ja, der Beraterin, dazu hat es schließlich einen Maklerauftrag und eine Vollmacht gegeben.

Befrage ich meine Glaskugel, kann ich sagen was hier passiert. Der Antrag liegt heute dem Versicherer vor, wird angenommen. Die Police nebst Widerrufsbelehrung kommt bei der Maklerfirma an und wird doch erfasst. Dann könnte es nun sein, dass diese so viel zu tun haben und der Antrag erst nach Ablauf der Widerrufsfrist bei der Kundin ankommt. Sorry, ging einfach nicht schneller.

Nun stellt diese dann fest: „Hey, ich habe es geprüft und wollte doch nicht wechseln, ich habe eine zweite Meinung eingeholt und fühle mich nicht wohl mit der Entscheidung“. Jetzt könnte diese den Widerruf schreiben und aus dem Vertrag heraus wollen. Blöd nur, dass die Fristen bereits um sind.

Einen theoretischen Anspruch könnte diese Betrogene Kundin nun vielleicht gegen den Makler haben, nur blöderweise gibt es eine Vollmacht… DUMM GELAUFEN!

Den Ablauf und warum das so ist, habe ich ausführlich in einem anderen Beitrag beschrieben.

Die Gefahr der uneingeschränkten Maklervollmacht.

Mir ist es wichtig zu betonen, dass solche Maklervollmachten und Aufträge wichtig und richtig sind, wenn alle beteiligten vertrauensvoll damit umgehen. Die meisten Versicherungsmakler (die, den Namen wert sind, den Beruf mit Ehre und Anstand ausüben) tun das und würden niemals solche Wege beschreiten. Eine Vollmacht an einen Berater ist immer dann richtig sind wichtig, wenn abgesprochen ist was dieser tun soll. Klar, auch ein Anwalt kann einen Vergleich für Sie annehmen, einen den Sie gar nicht wollen. Wir er aber nicht tun.

So steht auch der Versicherungsmakler auf Ihrer Seite und vertritt Ihre Interessen. Das kann und soll er und auch ich verwende in meinen Kundenbeziehungen Makleraufträge und Vollmachten. Das erleichtert die tägliche Arbeit. Wenn, ja wenn sorgfältig damit umgegangen wird.

Doch in diesem Fall ist noch nicht alles zu spät. Unsere betroffene Kundin kann und muss nun schnell reagieren und das gleich an mehreren Stellen. Dazu müssen im Wesentlichen drei Briefe verfasst werden.

„Schnell handeln und retten was zu retten ist.“

  • 1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

  • 2.) Brief an den „Berater“

  • 3.) Brief an die alte Versicherung, die Axa

Was dort drin stehen muss und warum drei Briefe notwendig sind, erkläre ich Ihnen nun. Zuerst einmal muss die Hanse als vermeintlich neuer Versicherer informiert werden. Dazu ist es sinnvoll neben dem Widerruf auch gleich eine Auskunft der Daten anzufordern, dann sehen Sie ggf. auch Post und Emailverkehr mit dem oder von dem Berater.

1.) Brief an die Hanse Merkur (als neue Gesellschaft)

Ein unverbindliches Muster sehen Sie hier:

„Hanse Merkur Krankenversicherung auf Gegenseitigkeit
Siegfried-Wedells-Platz 1
20354 Hamburg

Fax: 040 4119-3257

Sehr geehrte Damen und Herren,

zu dem Antrag auf private Krankenversicherung vom ____________ liegt mir bisher der Versicherungsschein noch nicht vor. Rein vorsorglich mache ich von meinem Widerrufsrecht schon heute Gebrauch und erkläre, dass ich den gestellten Antrag zurücknehmen möchte und einem Versicherungsschein hiermit widerspreche.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen aber mit, dass ich sämtliche, gegenüber der Firma _____ erteilte Vollmachten hiermit widerrufe und bitte um schriftliche Bestätigung. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

  1. Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
  2. Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
  3. Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
  4. Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.

Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem Sie dieses per Fax an die oben genannte Nummer oder per E-Mail an [email protected] geschickt haben, senden Sie es in jedem Fall als Brief (ggf. mit Einschreiben und Rückschein) hinterher und passen auf, dass Sie hier auch eine Antwort erhalten.

Brief an den „Berater“

Auch dem „neuen Berater“ müssen Sie schreiben, denn schließlich haben Sie dort einen Maklerauftrag erteilt und eine Vollmacht ausgesprochen. Diese muss zurück genommen werden. Auch hier ist eine Auskunft nach den gespeicherten und verwendeten Daten sinnvoll. Ebenso ist ein Kontaktverbot ganz hilfreich, da Sie sonst wieder angerufen und erneut bequatscht werden. Name, Aktuelle Anschrift und Tel./ Fax finden Sie auf Ihrem Maklerauftrag oder einfach hier.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit kündige ich die bestehende Maklervollmacht und den geschlossenen Maklerauftrag ab sofort fristlos. Ich bitte um schriftliche Bestätigung binnen der kommenden 5 Tage nach Zugang dieses Schreibens/ Fax.

Sämtliche weitere Korrespondenz in meinem Namen mit Versicherern, Ärzten oder anderen Beteiligten untersage ich Ihnen. Eine telefonische Kontaktaufnehme untersage ich hiermit ebenfalls vollständig. Eine eventuell erteilte Einwilligung gilt hiermit als widerrufen!

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nun haben wie schon mal den größten Teil gerettet. Einen haben wir aber noch, die Axa als alten Versicherer. Da der Maklerauftrag auch zur Kündigung berechtigt und weitere Änderungen und Handlungen zulässt, ist auch hier eine Mitteilung wichtig.

Brief an die alte Versicherung, die Axa

„AXA Krankenversicherung AG
Colonia-Allee 10-20
51067 Köln

Fax: 0800 3557035
E-Mail: [email protected]

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich schreiben Ihnen in Bezug auf meine, bei Ihnen bestehende Krankenversicherung mit der Nummer ___________.

Rein vorsorglich teile ich Ihnen mit, dass ich weder eine Kündigung ausgesprochen habe, noch dieser zustimme. Sollte Ihnen ein Kündigungswunsch der Firma „________“ zugehen, so nehme ich den ausdrücklich zurück. Der bestehende Vertrag soll solange unverändert bleiben, bis ich Ihnen hierzu anderweitige Weisungen erteile.

Auch eine eventuell eingereichte Folgeversicherungsbestätigung der Hanse Merkur ist nichtig, da dort der Vertrag widerrufen wurde.

Eine weitere Korrespondenz mit dem Makler ____________ untersage ich und ziehe eventuell erteilte Vollmachten hiermit zurück. Ich untersage Ihnen hiermit jedwede Weitergabe von persönlichen Daten, vertragsrelevanten Informationen oder anderen Daten meine Person oder den Vertrag betreffend.

Bitte bestätigen Sie mir dieses umgehend, spätestens jedoch binnen 7 Tagen ab Zugang dieses Schreibens.

Ich möchte hiermit von meinem Auskunftsrecht gem. Art. 15 DSGVO Gebrauch machen und bitte Sie daher, mir innerhalb der einmonatigen Frist nach Art. 12 Abs. 3 S. 1 DSGVO, über folgende Punkte Auskunft zu erteilen:

Ist/Soll eine Verarbeitung meiner personenbezogenen Daten erfolgt/erfolgen oder nicht? Bitte senden Sie mir eine Kopie zu bzw. erstellen mir einen Zugang zu meinen personenbezogenen Daten, die Sie erhoben haben und/oder verarbeiten.
Bitte senden Sie mir einen Bericht darüber zu, inwiefern meine personenbezogenen Daten von Ihnen im Einzelnen verwendet wurden/in Zukunft verwendet werden. Bitte klären Sie mich auch über Ihre TOMs/weitere Schutzmaßnahmen sowie die geplante Speicherdauer auf.
Bitte senden Sie mir eine Liste aller Dritten bzw. Auftragsverarbeiter zu, die Zugriff auf meine personenbezogenen Daten haben (könnten) und die betreffenden Rechtsgrundlagen.
Sollten Sie aus anderen Quellen als von mir persönlich Daten mich betreffend erheben, teilen Sie mir bitte entsprechend Art. 14 DSGVO alle Informationen über diese Quelle mit.
Diese Anfrage steht unter der Bedingung, dass Ihre Antwort kostenfrei für mich ist.

Auskunftsersuchende:

(NAME, ANSCHRIFT, GEB.DATUM __________________________)

Zuletzt senden Sie mir bitte eine vollständige Kopie der bei Ihnen eingegangenen Antragsunterlagen und sonstiger Formulare mit meinen Daten und Unterschriften.

Mit freundlichen Grüßen“

Nachdem unsere Kundin alles das getan hat, abgeschickt und gefaxt, ist diese aus dem Schlimmsten raus und es kann wenig passieren. Natürlich kann diese, wenn denn doch gekündigt werden soll, den bestehenden Vertrag mit einer normalen Frist von 3 Monaten zum Jahresende beenden. Das aber nur dann, wenn diese es auch wirklich wünscht und ein entsprechender neuer Schutz sinnvoll ist und auch gewünscht.

Glück gehabt, aber viel Arbeit

In unserem Fall hat die Kundin zwar auch erst nach der Unterschrift die Tante Google bemüht, aber dann noch verstanden was sie da genau abgeschlossen hat. Daher nehmen Sie sich diesen Fall zu Herzen und unterschreiben Sie nicht erst und recherchieren und hinterfragen dann. Eine private Krankenversicherung schließt man nicht mal so nebenbei ab. Auch nicht im ersten Termin nach einer Stunde Beratung.

Und immer wenn Ihnen gesagt wird, „Wir stellen erstmal einen Antrag und gucken ob Sie genommen werden“, sollten Sie hellhörig werden. Nicht nur weil es verbindlich ist, sondern auch, weil anonyme Voranfragen das Mittel der Wahl sind. Mehr Informationen warum eine Voranfrage sinnvoll und wichtig ist und warum diese anonym mit qualifizierten Beratern gestellt werden muss, das lesen Sie hier.

„Anonyme Voranfrage – darum braucht es einen qualifizierten Berater“

Haben Sie auch schon einmal solche Erfahrungen gemacht? Was ist Ihnen passiert? Schreiben Sie es gern in die Kommentare, vielleicht verhindern wir dann gemeinsam weitere Katastrophen bei Menschen, die darauf reinfallen zu drohen.

 

02.
April '19

Google, Facebook und tausende Informationsquellen – Bitte nutzen Sie diese auch BEVOR Sie etwas unterschreiben


Wir leben in einer Zeit von einem Überfluss an Information. Klar, einiges davon sind „Fake News“, einiges sicher auch gepuscht, beworben und oft sind auch Anzeigen von normalen redaktionellen Texten kaum zu unterscheiden. Klar, da ist mal ein Wort „Anzeige“ oder „Advertisement“ in der rechten oder linken Ecke, so richtig klar ist es aber nicht.

Aber gerade weil wir in einer Welt voller Informationen leben, gerade darum nutzen Sie diese doch bitte auch. Heute sind mir zwei Fälle begegnet, beide wären schnell und einfach vermeidbar gewesen und beide sollen zeigen, wie wichtig Informationen sind, BEVOR SIE einen Vertrag unterschreiben. Beide Fälle zeigen aber, warum eben nicht alles online und nebenbei zu erledigen geht.

Klar, ich könnte sagen: „Mir doch egal“ und „nicht mein Kunde“, was stört es mich. Mit beiden haben ich heute einige Zeit telefoniert, weil es im LiveChat (das Angebot auf meiner Website) zu langwierig wurde und es einfacher war kurz zu telefonieren. OK, aus kurz wurde lang, aber ich hoffe es hat beiden geholfen.

Fall 1, der Vater und der Pflegebedürftige Sohn

Ein gut verdienender Vater, angestellt, bisher in der gesetzlichen Krankenkasse, wie die Frau und der Sohn auch. Die Mutter ist selbst versichert, der Sohn in der Familienversicherung der beiden und somit alle in der GKV. Nun steigt das Einkommen, die Chance auf die Absicherung in der privaten Krankenversicherung wächst. Man bemüht das Internet, landet auf einem Vergleichsportal, rechnet (sich) die PKV und schließt diese ab. Soweit so unkompliziert. War ja ganz leicht und einfach. Oder?

Die Police kommt vor einigen Wochen, Beginn soll erst noch sein. Der Versicherer tut alles was er tun muss und das richtig. Es folgen Hinweise zur Folgeversicherungsbescheinigung und diese wird- so geheißen- an die alte gesetzliche Krankenkasse geschickt. Der neue Beitrag in der PKV ist noch- JUHU- gleich 200 € günstiger, verglichen mit dem GKV Höchstbeitrag – alles richtig gemacht!

Oder doch nicht? – Was passiert mit dem Sohn?

Irgendwann kommen Rückfragen, Zweifel, es scheint etwas nicht ganz zu stimmen. Die GKV hat zwischenzeitlich die Kündigung bestätigt, die Private Versicherung alle Unterlagen zugeschickt und in einigen Wochen soll er vollzogen werden, der Wechsel in die PKV. Blöd nur, da wurde der Sohn und dessen Schutz wohl vergessen. Klar, in eine private Krankenversicherung ist dieser mit einem Antrag und Gesundheitsfragen nicht zu bekommen. Nie. Laufende Pflegebedürftigkeit und Behinderung sprechen dagegen. Keine Chance.

Dann muss der Sohn in der GKV bleiben und Beitrag zahlen

Stimmt, das geht ja auch. Aus der Familienversicherung wird eine freiwillige Versicherung des Sohnes. Die Voraussetzungen sind erfüllt, dabei zahlt dieser dann einen Beitrag in der Kranken- und Pflegeversicherung (anders als in der PKV ist diese für Kinder nicht beitragsfrei). Die nächste Ernüchterung: 185 € soll es kosten, jeden Monat und das für die GKV Leistungen. (Anmerkung. Ein Kind mit Pflegegrad und Behinderung lässt man in der GKV, die Frage stellt sich nicht. Allein wegen bereits getätigter Leistungszulagen, Betreuungsleistungen und vielem mehr.)

Jeder halbwegs anständige Berater kann das und weiß das. Ein Onlinerechner eher nicht und dummerweise hat es sowohl das Portal, aber auch der Rechner selbst nicht hinterfragt. Da war eben kein Feld wo man es eingeben kann. Kein Feld wo die Fragen kommen: „Gibt es Kinder“ oder „Wo sind diese versichert?“ oder „Können die Kinder überhaupt mit in die PKV?“.

Blöd gelaufen, oder? „Dann bleibe ich auch in der GKV“

Ein Widerruf muss her, ist ja nicht so, als ob sowas nicht ginge. Der Gesetzgeber sieht im §8 VVG ein solches Recht vor. Sobald der Versicherte alle Unterlagen bekommen hat, also die Belehrung über die Möglichkeit des Widerrufes, die Police etc., so kann er sich das nochmals anders überlegen und eben diesen Vertrag widerrufen.

Ergebnis: Der Vertrag kommt nicht zu Stande. In der Krankenversicherung sollte man zudem auch der alten GKV diese Information nicht vorenthalten und dafür sorgen, dass eine bereits verschickte Bescheinigung der Folgeversicherung zurückgenommen wird.

Blöd gelaufen Teil II – Frist verpasst

Dumm nur, wenn die Frist für den Widerruf vorbei ist. Ja, der Versicherer muss den Zugang beweisen und auch darlegen, wie dieser Widerruf beim Kunden angekommen ist. Blöd hingegen, wenn es schon Telefonate mit dem Unternehmen gab, wenn die Bescheinigungen bereits der GKV vorlagen und somit klar war, diese waren im Brief mit der Police.

„DANN KÜNDIGE ICH EBEN WIEDER.“

Klar, auch das können Sie machen. Aber: 1.) gelten auch dort Mindestvertragslaufzeiten, zum anderen hat man hier auch gleich das Problem der GKV. Nur weil die PKV nun gekündigt ist, ist der GKV Schutz noch lange nicht wieder da. Warum? Weil dazu ein Tatbestand vorliegen muss, der unseren angestellten Kunden wieder Versicherungspflichtig macht. Das gerade ist aber hier nicht so, denn nur weil er eben nicht -pflichtig ist/ war, nur darum ist er ja in die PKV gegangen.

OK, also auch kein Ausweg. Naja, egal. Dann werfen wir zumindest noch einmal einen Blick auf die PKV. „Kann man denn Steuerfreibeträge eintragen“, fragt er. Nun, schauen wir uns das Thema Lohnsteuer und private Krankenversicherung nochmals an. OK, da steigt dann ab Wechseltermin in die PKV die Lohnsteuer noch etwas an. 30, 50, 80 € jeden Monat werden wohl weniger auf dem Konto zu sehen sein, denn der PKV Beitrag ist 1.) um einiges geringer und 2.) auch nicht 100% anrechenbar, denn dieser enthält mehr Leistungen im Vergleich zur PKV. (Informationen zum Thema Lohnsteuer und PKV gibt es hier)

Wie, das hat Ihnen er Onlinerechner auch nicht gesagt?

Blöd gelaufen Teil III – weniger Netto nach dem Wechsel

Also nicht nur der Mehrbeitrag für den Sohn in der GKV, auch die höhere Lohnsteuer nach dem Umstieg ist zu beachten. Auch ein Thema, welches sich in einem Onlinerechner einfach nicht abbilden lässt, oder wo man es nicht wollte.

Schade, aber sonst wäre diese Entscheidung wohl so nie zu Strande bekommen. Aber dann ist das so, es ist ja nun nicht mehr zu ändern. Also wird es wohl bei dem Wechsel bleiben. Eine Ersparnis wie erhofft gibt es nicht mehr, denn die 185 € für den Sohn waren ja außerhalb des Plans. Aber: „Hey, ich nutze meinen AG Zuschuss von über 350 € monatlich gar nicht aus, weil mein Beitrag ja weit unter 700 € liegt.“

Aktuelle Zahlen zum AG Zuschuss und dem Höchstbeitrag gibt es hier im Beitrag als Übersicht

„Dann bleiben mir ja noch Gelder übrig und die GKV für meinen Sohn ist dann doch günstiger. Puh, Glück gehabt.“ Oder doch nicht? Sie ahnen es vielleicht, aber leider stimmt auch das leider nicht.

Blöd gelaufen Teil IV – kein AG Zuschuss für GKV versichertes Kind

„Mist verdammter“, auch das klappt also nicht. Für ein Kind, welches nicht in der PKV versichert wird (weil es nicht soll, oder wie in unserem Fall nicht kann), wird kein Arbeitgeberzuschuss gezahlt. Ein Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse ist eben nicht zuschussfähig. Hat der Onlinerechner nicht gewusst? Ne, er hat ja nicht nach Kindern gefragt und daher kam diese Frage auch gar nicht. Ob er es sonst gesagt hätte? Nun, qualifizierte Berater können das, oder sollten es zumindest können.

Mehr Infos: Kein AG Zuschuss für in der GKV versicherte Kinder und/ oder Ehepartner

Also auch hier „nix mehr zu holen“.

Leider ist hier so alles schief gegangen, was nur schief gehen kann. Dabei geht es noch gar nicht um den Tarif und die Auswahl, dass die Leistungen von dem abweichen, was der Kunde so wünscht. Es geht aber um drei entscheidende Punkte.

  • – Kind „vergessen“ zu versichern

  • – vergessen die Lohnsteuer und deren Mehrbelastung anzusprechen

  • – kein AG Zuschuss für das Kind in der GKV

Was sagt und dieses Beispiel?

Wir können vieles online, wir brauchen für viele Dinge nicht zwingend ein „menschliches Gegenüber“. Aber bitte nehmen Sie sich für Themen wie die private Krankenversicherung und damit die Versorgung des wichtigsten Gutes, der Gesundheit, ausreichend Zeit. Setzen Sie sich mit Spezialisten zusammen, hören Sie zu, hinterfragen Sie und lesen Sie nach. Wenn Sie etwas nicht verstehen, ist es KEIN passender Zeitpunkt einen Vertrag zu unterschreiben. Klar hat die GKV eigene Interessen Sie zu (be)halten, die PKV Interesse Sie zu bekommen. Auch ein Berater, Makler, Vertreter hat durchaus Interessen. Die erste sollte sein, Sie gut und richtig zu beraten. Die private Krankenversicherung ist für viele Gruppen die richtige Wahl, aber eben nicht für alle.

Daher lassen Sie sich Zeit, nehmen Sie sich genau die Zeit, die Sie brauchen und entscheiden dann.

Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten wollen und können- eine langfristige Beziehung mit nötiger Planung

Und den zweiten Fall aus dem LiveChat von heute… den erzähle ich Ihnen ein anderes Mal. Bleiben Sie neugierig und skeptisch. Es schadet sicher nicht!

01.
April '19

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?


Allein in den letzten Tagen hatte ich unzählige Anfragen, welche sich alle mit einem Thema beschäftigen. Der rückwirkenden Aufnahme der Kinder, nachdem die gesetzliche Krankenkasse (GKV) das Ende der Familienversicherung erklärt hat. Manchmal passiert dieses nur einige Monate rückwirkend, manchmal aber für mehrere Jahre. Rechnet man dann die Beiträge zusammen, so kommen mit knapp 190 Euro pro Monat und manchmal zwei oder mehr Kindern leicht fünfstellige Beträge zusammen.

Ist das „Kind einmal in den Brunnen gefallen“, so ist der Ärger meist groß. Dann sind schnell Aussagen zu lesen wie:

  • – die private Krankenversicherung will mein Kind nicht rückwirkend aufnehmen
  • – maximal zwei Monate kann ich den Antrag in der PKV zurück datieren
  • – die GKV besteht auf eine rückwirkende Versicherung
  • – wenn ich nachweise, dass ich eine rückwirkende PKV finde, lässt mich die GKV auch raus

Klar, jetzt wird versucht die Nachzahlungen von einigen tausend Euro noch zu vermeiden. Das ist aber problematisch, denn selbst würde eine PKV noch für ein Jahr oder länger den Schutz erklären (und auch hierfür Beiträge verlangen), selbst dann wäre eine Leistung ausgeschlossen. Auch wenn Sie rückwirkend Beiträge zahlen, der Beginn der Versicherung heute führte dazu, dass Leistungen nicht übernommen werden.

Auch kann ein Arzt nicht damals als GKV (da dachten Sie ja noch es wäre die Familienversicherung) und nun plötzlich rückwirkend als private Leistung abrechnen. Also, lange Rede kurzer Sinn, es geht einfach nicht. Ich kann nicht heute einen Versicherungsschutz über Jahre abbilden, welcher damals versäumt wurde.

Familienversicherung – großes Problem bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

Problematisch und meist noch undurchsichtiger wird es, wenn das Einkommen schwankt. So ist es bei Selbstständigen und Freiberuflern. Hier kann es durchaus passieren, dass das Einkommen in einem Jahr über der JAEG liegt. Eine vereinfachte Übersicht wann und wie die Kinder zu versichern sind gibt es hier:

Ändert sich das Einkommen nun aber, so kann eine Familienversicherung auch rückwirkend entfallen. Steht zum Beispiel das Einkommen aus 2017 oder 2018 erst im Jahre 2019 fest, entfällt die Familienversicherung eben nicht erst zur Feststellung, sondern rückwirkend!

Für das Jahr Feststellung der entfällt die Familienversicherung rückwirkend für das jeweilige Jahr. Kommt also der Bescheid 2017 nun gerade im März 2019, so sind die Kinder ab dem Jahr 2017 nicht mehr gesetzlich in der Familienversicherung und müssen dort Beiträge zahlen, oder aber in die private Krankenversicherung. Das geht aber eben nicht rückwirkend.

Klar lassen sich bei einigen Unternehmen einmal zwei oder drei Monate überbrücken und Sie dürfen bis dahin nicht die freiwillige Versicherung beantragt haben, aber eine generelle Lösung kann das nicht sein.

Beamte und der rückwirkende Entfall bei Erhöhung der Besoldung

Ein ähnliches Problem haben Beamte, welche rückwirkend in eine höhere Besoldungsstufe eingruppiert werden oder wo Veränderungen der Besoldung erst Jahre später dokumentiert wurden. So kann auch hier aus einer recht kleinen Erhöhung der Bezüge ein größeres Problem werden. Auch hier ist es durchaus denkbar, dass die Familienversicherung rückwirkend entfällt und somit die gesetzliche Kasse nachträglich Beiträge nachfordert.

Gerade einem Fall aus der letzten Woche passierte genau das. Die GKV erklärte nun zum 01. Januar 2018 den Entfall der Familienversicherung und forderte die Beiträge für beide Kinder ab diesem Termin. Somit standen Beträge von über 5.000 € im Raum. (2 Kinder, 185 € monatlich für GKV inkl. Pflege, rückwirkend ab 01.01. des Vorjahres). Der Versicherte hatte nun die Ideen, seine Kinder einfach bei der Debeka (wo er selbst versichert ist) nachzuversichern. Debeka bot an, zwei Monate maximal zurück zu datieren und damit den Beginn auf den 01.01.2019 festzusetzen. Das gefiel aber der GKV nun gar nicht. Entweder „Sie weisen einen lückenlosen Versicherungsschutz zum 01.01.2018 nach, oder es muss die freiwillige Versicherung erklärt werden.“, schrieb diese dem Familienvater. Eine solche freiwillige Versicherung muss aber auch regulär gekündigt werden. Bei dem Erhalt des Briefes im März 2019 hätte das also bedeutet:

Die rückwirkende und freiwillige Versicherung beider Kinder per 01.01.2018 erklären und diese sofort wieder kündigen. Damit wäre eine Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (also April 2019) möglich und endet dann (wenn eine PKV nachgewiesen wurde) per 01. Juni 2019. Für die rückwirkenden Monate (Januar 2018 bis Mai 2019) müssen dann die Beiträge für eine freiwillige Versicherung gezahlt werden, in unserem Fall also 6.290 €.

Dem wollte der Beamte entgehen, hat er doch 80% Beihilfeanspruch für die Kinder und eine private Versicherung würde ca. 35 € kosten. Also 35*2 Kinder * 17 Monate = 1.190 €.

Doch daraus wurde nichts. Neben der eigenen Versicherung (der Debeka) weigerte sich auch die private Krankenzusatzversicherung der Mutter, die HUK Coburg, eine solche Absicherung rückwirkend anzubieten. Diese bot noch nicht einmal einen Schutz ab 01. 01. 2019 an, sondern nur in die Zukunft gerichtet.

Die zu stellenden Gesundheitsfragen in beiden Fällen sich zudem noch ein weiteres Thema, gerade wenn die Kinder nicht ganz gesund sind oder aber laufenden Behandlungen (Kieferorthopädie zum Beispiel) anstehen oder bereits angeraten wurden.

In diesem Fall kam noch erschwerend dazu, dass es auch hier weitere Behandlungen in den letzten Monaten gab, wonach ein privater Schutz eher ausgeschlossen werden kann. Eine andere Wahl als nachzuzahlen und die Kinder nun privat zu versichern gab es da leider nicht. Da tun die 6.200 € schon weh, zumal es ab Beginn in der PKV viel einfacher gewesen wäre, dazu als Beamter deutlich günstiger.

Optionen als Lösung

Eine Lösung des Problems? Ein Optionstarif. Dabei ist unbedingt darauf zu achten, welche Kriterien nötig sind, um ein solche Option zu erfüllen, Die HALLESCHE Krankenversicherung hat vor einigen Wochen einen solchen Tarif aufgelegt und bietet einen Schutz für genau diese Fälle.

Mit dem Optionsbaustein OPTI FLEX bietet sich damit eine Möglichkeit, welche auch bei Entfall der Familienversicherung einen solcher Versicherungsschutz aktiviert werden kann. Wer also für seine Kinder vorsorgt und sich bei Geburt oder dem Wechsel in die PKV für einen solchen Baustein entscheidet, der kann hier durchaus vorsorgen und große Schwierigkeiten vermeiden. Mit einem Beitrag von knapp über 7 Euro pro Monat ist diese Option durchaus das Geld wert.

Denken Sie also bei Geburt eines Kindes, dem Wechsel eines Elternteile in den Beamtenstaus oder dem Wechsel in die PKV auch oder gerade an die Optionen für Ihr Kind.

12.
März '19

HALLESCHE OPTI.free – neue und umfangreiche Optionen für GKV Versicherte/ Heilfürsorge


Optionen und Anwartschaften sind eine gute Idee, gut deshalb, weil diese einen Weg in die PKV sichern und einen Wechsel auch bei später neu dazugekommenen Erkrankungen ermöglichen. Gerade wer heute noch nicht in die private Krankenversicherung (PKV) wechseln kann, das aber schon gern würde, der sichert sich damit einen Weg.

Eine Tür mehr bleibt somit auf. Die Hallesche geht nun noch deutlich weiter und stellte heute den neuen Optionstarif HALLESCHE Opti.free vor. Nicht nur der Weg in die Private Vollversicherung wird damit möglich, auch der Abschluss von Zusatzversicherungen, einer Pflegepflichtversicherung und auch der Neuabschluss eines Krankentagegeldes ist damit machbar, ganz ohne neue Gesundheitsfragen.

Warum solche Optionen wichtig sind? In meinem Artikel zu Anwartschaften und Optionen habe ich bereits beschrieben, welche Möglichkeiten sich dann bieten, gerade wenn heute der (berufliche oder private) Weg noch nicht ganz klar ist und ein Wechsel sonst erst später möglich wäre. Diesen Artikel habe ich am Ende nochmals verlinkt.

HALLESCHE OPTI.free – was ist das denn?

Es handelt sich um eine Optionsversicherung. Also einen Tarif, welcher den derzeitigen Gesundheitszustand bei Antragstellung einfriert und somit bei Erreichen bestimmter Termine oder dem Webfallen einer Versicherungspflicht einen Weg in die Private Versicherung ermöglicht. Neu und anders ist hier, dass es auch eine Option auf den Abschluss von Zusatzschutz ist. Damit lassen sich also auch Krankenzusatztarife für die Bereiche ambulant, stationär oder Zahn später abschließen.

Warum bieten Unternehmen sowas an, wenn doch schon heute die Zusatzversicherung abgeschlossen werden kann?

Nun, am Ende ist es ein Instrument der Kundenbindung. Auf der anderen Seite spricht es aber gerade all die Kunden an, welche heute den Schutz in der Zusatzversicherung zwar gern hätten, diesen aber vielleicht aus finanziellen Gründen noch nicht nutzen können. All jenen bietet die Hallesche hiermit ein Modell um sich später zu versichern und dennoch den heutigen Gesundheitszustand zu nutzen.

HALLESCHE OPTI.free – wer kann den Tarif nutzen?

Für den Abschluss des Versicherungsschutzes gelten nur wenige Vorgaben. Daher müssen die Interessenten BEI ABSCHLUSS

  • – in Deutschland leben (es reicht aus, wenn dieses zu Beginn der Fall ist)

  • – in einer deutschen Gesetzlichen Krankenkasse versichert sein

  • – ODER Anspruch auf freie Heilfürsorge haben (Soldaten z. Bsp.)

  • – maximal 44 Jahre alt sein (Als Alter gilt immer „aktuelles Jahr minus Geburtsjahr)

Für zwei Zielgruppen bietet sich damit so ein Schutz auch noch an. Soldaten oder sonstige Bedienstete mit einem Anspruch auf freie Heilfürsorge. Polizisten und Soldaten bekommen bisher die medizinische Versorgung durch den Dienstherren sichergestellt. Hier fließt kein Geld, sondern eine medizinische Leistung. Endet das Dienstverhältnis aber, so müssen sich diese weiter/ neu versichern, was gerade mit einem schlechten Gesundheitszustand ein Problem sein kann. Bisher war die Lösung eine Anwartschaft, nun schafft der OPTI.free eine weitere Möglichkeit. (ob die Anwartschaft oder eine Option besser passt, ist dabei sehr von der persönlichen Situation abhängig)

HALLESCHE OPTI.free – Option auf Zusatzversicherungen

Wer sich also für einen solchen Optionsbaustein entscheidet, der hat unzählige Optionen. Zum einen lassen sich damit Zusatzversicherungen sicherstellen. Dabei gelten unzählige Termine und Möglichkeiten, lediglich mit dem 49. Geburtstag muss eine Entscheidung final getroffen werden.

In welche Zusatzversicherungen kann gewechselt werden?

  • – Versicherungen für die ambulante Ergänzung (Brille, Heilpraktiker, etc.)

  • – Versicherungen für die stationäre Ergänzung (Einbett-, Zweibettzimmer, Privatärztliche Leistungen, Chefarztbehandlung)

  • – Versicherungen für Zahnschutz (Zahnbehandlung, Prophylaxe, Zahnersatz, Kieferorthopädie

  • – Schutz für Krankentagegeld (Selbstständige ab 22. Tag max. 100 EUR, Angestellte ab 43. Tag, max. 150 EUR)

  • – Schutz für Krankenhaustagegeld bis max. 50 EUR

Kein Optionsrecht besteht jedoch, wenn bereits ein Zusatztarif bestand und diese nach Abschluss des Optionstarifes gekündigt wurde. Ein gekündigter Zusatzschutz vor Beginn der Option ist unschädlich.

HALLESCHE OPTI.free – Option auf Vollversicherungen

Auch in der Vollversicherung enthält der Tarif OPTI.free natürlich Optionen. Dabei gelten auch hier unterschiedliche Termine und Fristen. Gut zu sehen, auch wer sich bei der Möglichkeit einer PKV zunächst für die Gesetzliche Krankenkasse und die dortige freiwillige Versicherung entscheidet, der kann später noch den Wechsel nachholen.

Genau hier liegt zum Beispiel das Problem vieler Anwartschaften und Optionen, denn hier ist oft ein Wechseln nur „gleich oder nie mehr“ nach Eintritt der Versicherungsfreiheit möglich. Das führt durchaus zu Problemen, wie hier im Artikel mit einer Aktivierung der Anwartschaft nachzulesen.

In welche Vollversicherungen kann gewechselt werden?

  • – Versicherungen welche für den Neuzugang geöffnet sind

  • – Schutz bei ambulanten, stationären und / oder Zahnleistungen bieten

  • – je nach Bedarf Vollschutz oder Beamte Restkostenabsicherung

  • – Schutz für Krankentagegeld (Selbstständige ab 22. Tag max. 100 EUR, Angestellte ab 43. Tag, max. 150 EUR)

  • – Schutz für Krankenhaustagegeld bis max. 50 EUR

  • – Pflegepflichtversicherung

Gerade die Option auf den Abschluss einer Pflegepflichtversicherung ist wichtig, denn was nützt eine Anwartschaft auf eine PKV, wenn dann für die Pflegepflichtversicherung 500% Zuschlag verlangt werden kann. Aus dem Grunde sicher dieses hier die vollständige Rückkehr.

HALLESCHE OPTI.free – Laufzeit, Eintrittsalter bei Nutzung

Der Tarif OPTI.free kann jederzeit abgeschlossen werden.

  • – FÜNF Jahre mit automatischer Verlängerung

  • – monatlich kündbar

  • – Mindestvertragslaufzeit 2 Jahre

Das erstmalige Versicherungsdauer läuft ab Abschluss bis zum 01. Juli des fünften Kalenderjahres. Danach wird wieder um weitere 5 Jahre verlängert, solange bis zum Ablauf des Monats, in welchem der Versicherte 49 Jahre alt wird.

Eine KÜNDIGUNG ist jederzeit zum Monatsendee kündbar, wenn diese Kündigung mindestens 15 Tage vorher vorliegt UND der Vertrag bereits mindestens 2 Jahre bestand.

Wichtig zu wissen!

Das Eintrittsalter wird erst bei Auslösen der Option berechnet. Also richten sich die Prämien der Voll- und/oder Zusatzversicherung auch nach dem dann erreichten Alter. Das kann und muss auch so sein, denn Altersrückstellungen werden (im Vergleich zu einer großen Anwartschaft) nicht gebildet.

Der alte und bisher bekannte OPTIONSTARIF JOKER FLEX bleibt auch weiterhin abschließbar. Alle Detaisl im Beitrag „Hallesche JOKER FLEX

HALLESCHE OPTI.free – Kann die Option mehrfach genutzt werden?

Ja. So kann ein Versicherter erst die Option für die stationäre Zusatzversicherung nutzen, später das Krankengeld (zum Beispiel als Selbstständiger der in der GKV bleibt) dazu versichern und wiederum später dann die Umwandlung in die Vollversicherung starten. Voraussetzung ist natürlich immer, die Optionstarife bestehen weiter und werden bezahlt.

HALLESCHE OPTI.free – Prämien, Bedingungen, Antrag

Doch was kostst der Tarif? Nun, es gibt altersabhänige Beiträge, der Kunde wird immer für 5 Jahre in die jeweilige Stufe eingruppiert. Wer zum Besipiel mit 34 den Abschluss tätigt, der bleibt auch die kommenden Jahre zu dem Beitrag (8,40 EUR) versichert. Es erfolgt dann eine Neueinstufung nach 5 Jahren in das DANN erreichte Alter. Beispiel: Eintritt mit 29: Beitrag in den ersten fünf Jahren 7,20 EUR, dann fünf Jahre 8,40 EUR, dann fünf Jahre 14,30 EUR und so weiter.

  • Alter 0 bis 30 Jahre = 7,20 EUR monatlich

  • Alter 31- 35 Jahre = 8,40 EUR monatlich

  • Alter 36- 40 Jahre = 14,30 EUR monatlich

  • Alter 41 bis 49 Jahre = 24,70 EUR monatlich

Die genauen Bedingungen für den neuen Tarif OPTI.free habe ich Ihnen im Downloadbereich zur Verfügung gestellt. Mit diesem Link lässt sich das pdf abrufen:

Hallesche, Tarifbedingungen OPTI.free, Stand 01/2019

Antragstellung

Um den OPTI.free Tarif zu beantragen, ist der normale Antrag erfordertlich, also die identischen Gesundheitsfragen zur Vollversicherung. Diesen können Sie HIER abrufen oder direkt im Downloadbereich.

DOWNLOAD: Antragsformular Hallesche OPTI free

HALLESCHE OPTI.free – Fazit

Der neue Optionstarif OPTI.free schafft, wie der Name schon suggeriert, viel Freiraum und viele neue Möglichkeiten. Gerade wer noch nicht weiß, wie das berufliche und private Leben so läuft und das Geld für eine umfassende Zusatzversicherung noch nicht hat, sichert sich hiermit viele Optionen und hält sich Türen offen.

ABER: Auch hier gilt in der Beratung- Zuerst ist zu prüfen, ob die Tarife, die dann nach heutigem Stand abschließbar sind, auch passen. Eine Option für einen Tarif, welchen man eh nie nutzen möchte, macht keinen Sinn. Wer aber noch nicht sicher ist, welche Voll- oder Zusatzversicherung passt und daher die Entscheidung vertagen will, der kann das hiermit gut tun.

Optionstarife, Anwartschaften und wie man sich sonst die Möglichkeit der PKV sichern kann