19.
August '19

Nach PKV Wechsel folgt höhere Lohnsteuer – so beugen Sie bösen Überraschungen vor


Auch wenn ich in der Vergangenheit schon einmal etwas dazu geschrieben habe, auch die Welt der PKV und GKV dreht sich weiter. So ist es durchaus nach einigen Jahren an der Zeit, einiges zu aktualisieren und weitere Informationen zu ergänzen.

Leider scheint in vielen Beratungen so einiges unterzugehen, schließlich möchte der Berater nicht abschrecken. Warum Sie mit einer PKV bzw. einem Wechsel in eine solche kein Geld sparen, niemals nie, das habe ich bereits in vielen Beiträgen erklärt. Doch eine Anfrage im Live Chat heute morgen, erinnerte mich wieder an mein offenes ToDo. Woher kommt denn eine solche Erhöhung und warum wird aus einer vermeintlichen Ersparnis am Ende sogar ein höherer Beitrag bzw. ein geringeres Nettoeinkommen?

Das hat recht einfach zu erklärende Gründe, diese und die Grundlagen einer solchen „Verschiebung des Einkommens“ schauen wir uns hiermit einmal genauer an. Dabei klären wir einmal folgende Fragen:

  • – Wie kommt es zu einem geringeren Netto nach dem PKV Wechsel?

  • – Warum ist meine Lohnsteuer nun höher, obwohl ich den Top Tarif versichert habe?

  • – Ändert sich das wieder?

  • – Wie kann ich das „Steuerproblem“ verhindern?

Wie kommt es zu einem geringeren Netto nach dem PKV Wechsel?

Oft wird es zunächst gar nicht direkt bemerkt. Der Wechsel ist vollzogen, die private Krankenversicherung hat Bescheinigungen geschickt und Sie haben lustig Unterlagen versandt (wie hier beschrieben) und dann, dann kommt die erste Gehaltsabrechnung.

Um uns die Zahlen einmal etwas genauer anzusehen, nehmen wir einen Musterkunden als Beispiel. Konkret Zahlen und Fakten helfen uns hier, um das komplexe Thema zu verstehen und nicht nur in der Theorie „im Dunkeln“ zu tappen. Unser Kunde ist 35 Jahre alt, hat ein Bruttoeinkommen von 5.500 € (und zur Vereinfachung auch nur 12 Gehälter). Dabei ist er (noch) Kinderlos, in keiner Kirche und zahlt in der Steuerklasse 1 als lediger seine Steuern.

Zunächst ist es einmal wichtig eine Grundlage zu haben, diese bildet die bisherige Mitgliedschaft in der GKV (hier die DAK als bundesweite Kasse, mit 1,5% Zusatzbeitrag.) Von seinem Bruttogehalt bleiben nach Abzug aller Kosten 3.210,86 € übrig. Denn natürlich sind die Krankenversicherung und die Lohnsteuer nicht die einzigen, welche auch etwas vom „Kuchen“ abbekommen möchten.

Wichtige Eckdaten aus der Abrechnung sind für uns:

Lohnsteuer: 1.197,25 €

Solidaritätszuschlag: 65,84 €

und ein verbleibendes Netto nach Krankenversicherung von 3.210,86 €

Zu beachten hier aber, es sind keinerlei Zusatzversicherungen enthalten. Würde unsere Kunde aber solche zur Erhöhung der Leistungen abschließen (und damit ambulant, stationär, zahnärztlich und das Krankentagegeld -auf 120 €- aufstocken, so kämen hier gut 70-90 € dazu, bei Kostenerstattungstarifen noch mehr.

Diese Daten nehmen wir aber als Eckdaten, um von hieraus den Wechsel in die PKV zu betrachten und uns dann dort die Zahlen anzusehen. Dazu habe ich mir zwei Tarife herausgesucht und zwei Modelle. Einmal einen sehr leistungsfähigen Tarif mit einem höheren Beitrag, mit dem beginnen wir auch:

Der Tarif stellt einen „Premiumtarif“ dar. Auch wenn ich den Begriff nicht mag, er beschreibt Tarife mit sehr hohen Leistungsansprüchen. Als Beispiel und wirklich nur sehr vereinfacht sind daher im Tarif Leistungen enthalten, wie zum Beispiel:

  • – Einbettzimmer

  • – Wahlleistung Chefarzt/ Privatarzt

  • – Weltgeltung- Zahnersatzleistungen >= 90%

  • – Honorare über der Gebührenordnung und deren Höchstsätzen

  • – 120 € pro Tag Krankengeld- Heilpraktiker, Naturheilkunde und viele mehr

Der Beitrag zur Krankenversicherung liegt hier bis auf wenige Cent bei dem Betrag, der auch für die gesetzliche Krankenkasse angefallen ist und ist somit recht gut vergleichbar. Dabei sind die Leistungen natürlich unterschiedlich, wie eben bereits geschrieben. Der Beitrag für die PFLEGEPFLICHT jedoch liegt bei unserem Musterkunden bei knapp einem Viertel des Beitrages der gesetzlichen Pflegepflicht, obwohl die Leistungen identisch sind.

Doch auch wenn diese Zahlen somit im KV Bereich fast identisch sind und für die Pflegepflichtversicherung sogar 113 € monatlich weniger abgezogen werden (vor AG Anteil), so sinkt das Nettoeinkommen von 3.210 € auf 3.140 € (also um 70 € monatlich).

Doch wie kommt der geringere Nettolohn nun zustande? Schauen Sie einmal genauer auf die Aufstellung der Abrechnung. Dort finden Sie zwei Positionen, welche deutlich angestiegen sind.

Lohnsteuer: 1.310,75 € (statt 1.197,25 €, also +113,50 €)

Solidaritätszuschlag: 72,09 € (statt 65,84 €, also +6,25 €)

und ein verbleibendes Netto nach Krankenversicherung von 3.140,24 € (statt 3.210,86 €, also minus 70,62 €)

Aus der Summe all dieser Beträge und der reduzierten Pflegepflichtversicherung verbleibt damit am Ende ein Minus von 70 € monatlich. Dabei sind Faktoren wie eine Beitragsrückerstattung, höhere Leistungen und dergleichen auch hier nicht berücksichtigt. Vorhin bei der GKV haben wie die Zusatzversicherungen ja auch nicht berücksichtigt.

Warum ist meine Lohnsteuer nun höher, obwohl ich den Top Tarif versichert habe?

Das ist die Frage aller Fragen, denn die Beiträge sind doch hier sogar fast auf den Cent genau gleich. Dennoch gibt es einen Unterschied. Wie sagte einmal einer der Professoren so schön. „Ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung.“ und in diesem Fall hilft und ein Blick in das Einkommensteuergesetz, genauer hier der Paragraph 10.

Einkommensteuergesetz (EStG)
§ 10
(1) Sonderausgaben sind die folgenden Aufwendungen, wenn sie weder Betriebsausgaben noch Werbungskosten sind oder wie Betriebsausgaben oder Werbungskosten behandelt werden:

Beiträge zu a)
(…) 2 Für Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung sind dies die nach dem Dritten Titel des Ersten Abschnitts des Achten Kapitels des Fünften Buches Sozialgesetzbuch oder die nach dem Sechsten Abschnitt des Zweiten Gesetzes über die Krankenversicherung der Landwirte festgesetzten Beiträge.

3 Für Beiträge zu einer privaten Krankenversicherung sind dies die Beitragsanteile, die auf Vertragsleistungen entfallen, die, mit Ausnahme der auf das Krankengeld entfallenden Beitragsanteile, in Art, Umfang und Höhe den Leistungen nach dem Dritten Kapitel des Fünften Buches Sozialgesetzbuch vergleichbar sind;

(…) 4 Wenn sich aus den Krankenversicherungsbeiträgen nach Satz 2 ein Anspruch auf Krankengeld oder ein Anspruch auf eine Leistung, die anstelle von Krankengeld gewährt wird, ergeben kann, ist der jeweilige Beitrag um 4 Prozent zu vermindern;

So, sind wir nun schlauer? Ja, sind wird. Denn:

Für einen Versicherten in der gesetzlichen Krankenkasse sind die Beiträge vollständig, bis auf die 4% für das Krankengeld, anrechenbar.

Für einen Versicherten in der Privaten Krankenversicherung müssen wir jedoch den Beitrag hier „zerpflücken“. Anhand (fiktiver, aber nicht unrealistischer) Zahlen machen wir das dann auch einmal. So zerlegen wir die 100% des Beitrages der privaten Krankenversicherung (ohne das Krankentaggeld) wie folgt:

Hier ist nun schnell zu erkennen, was noch zur Anrechnung übrig bleibt. Von den Beitragsanteilen sind nur die drei Elemente mit dem Basisschutz zu berücksichtigen, also 54,60% + 9,88% und 15,11%. In Summe ergibt dieses also 79,59% des gezahlten Beitrages. Nur dieser „Basisanteil“ ist für die Minderung der Steuer relevant.

Damit werden, wenn wir bei den Beiträgen aus unseren Beispielen bleiben, bei der GKV 730,54 € abzüglich 4% für das Krankentagegeld = 701,34 € anrechenbar und finden Berücksichtigung. Unser privat Versicherter Kunde jedoch, der hat folgende Rechnung:

Beitrag zur PKV von 730,03 € minus 61,20 € für das Krankentagegeld = 668,83 €

von diesem Betrag sind nun die oben ermittelten 79,59% anzurechnen, also 532,21 €

Und auch hier wäre noch der AG Zuschuss zu berücksichtigen.

Obwohl also der GKV und der PKV Versicherte fast gleiche Zahlbeiträge haben, sind einmal 701 € und einmal nur 532 € anrechenbar.

Der Hintergrund ist durchaus verständlich. Der Gesetzgeber möchte natürlich nur die Leistungen berücksichtigen und begünstigen, welche allen zustehen. Klar kann auch der GKV Versicherte Kunde weitere Leistungen im Rahmen von Zusatzversicherungen (ohne entsprechende Anrechnung bei der Lohnsteuer) berücksichtigen und damit ist es wieder ausgeglichen.

Hätte ein PKV Tarif nun keine Leistungen für Heilpraktiker, keine Ein- oder Zweibettzimmer oder keine besonderen Leistungen, so wäre dieser dann auch zu einem höheren Prozentsatz anrechenbar.

Ändert sich das wieder?

Im Rahmen der Einkommenssteuererklärung sind am Jahresende zudem alle anderen Beträge und auch Erstattungen anzugeben. Benommen Sie also zum Beispiel Leistungen zurück, so mindern diese nochmals den steuerlichen Aufwand. So kann zum Beispiel die

einen solchen negativen Effekt haben. Daher sind hier neben Gedankenspielen auch Gespräche mit dem Steuerberater sinnvoll. Gerade bei Versicherten mit hohem oder höheren Steuersätzen kann ein Einreichen selbst weniger Rechnungen sinnvoll sein. So verlieren Sie im Zweifel zwar die Beitragsrückerstattung, aber der steuerliche Effekt kann durchaus höher sein. Daher ist eine pauschale und einfache Aussage „Ab welchem Betrag soll ich meine Rechnungen einreichen“ nicht (mehr) möglich. Vor 2010 sah das anders aus.

Wie kann ich das „Steuerproblem“ verhindern?

Neben dem nun ausführlich erklärten steuerlichen Effekt, gibt es aber noch den Arbeitgeberzuschuss und die Tarifleistungen. Daher sollte keineswegs die Steuer oder eine gestiegene Lohnsteuer den Ausschlag für oder gegen einen Tarif geben. Aber: Es spielt eine Rolle!

Auch der Arbeitgeberzuschuss spielt hier eine Rolle. Nehmen wir zum Vergleich noch einen „besonderen Tarif“, den COMFORT der Continentalen. Dieser Tarif hat eine so genannte fallgebundene (und unkalkulierbare) Selbstbeteiligung, ist aber billig.

In unserem Beispiel liegt der Beitrag hier unter 400 €. Dadurch sinkt aber auch der Zuschuss des Arbeitgebers auf einen geringen Betrag von hier 187 €. Über die RISIKEN der fallbezogenen Selbstbeteiligung im Tarif COMFORT der Continentalen habe ich bereits in anderen Beiträgen geschrieben.

Doch für unseren Fall bedeutet dieses, ein höheres Nettoeinkommen. Dabei gut zu sehen, die Lohnsteuer ist sogar noch ein klein wenig höher im Vergleich zu dem TopTarif, aber durch den geringen Beitrag ergibt sich dennoch ein Nettoeinkommen, welches über dem der GKV liegt.

Die richtige Mischung macht es aus

Am Ende ist es wie überall. Es gibt gar kein richtig oder falsch, es gibt aber Beratungsbedarf und damit eine Aufklärung zu dem Thema PKV und Steuer. Dieses sollte in den ersten Analysen / Vorschlägen angesprochen werden. Daher finden meine Mandanten solche Informationen auch in der ersten E-Mail, welche sich mit Tarifen und Analysen beschäftigt und damit auch diesen Punkt zum Nachlesen.

Es ist niemals gut, wenn es im Nachhinein eine Überraschung gibt mit der nicht gerechnet wurde. Zurück zu unserem Fall aus dem Chat…

Können sie mir das erklären?

Ja, kann ich und habe ich mit diesem Beitrag dann auch detailliert getan. Obwohl hier also ein Wechsel in die PKV erfolgte und der Beitrag ca. 80 € unter der GKV liegt, dennoch ist das ausgezahlte Nettoeinkommen am Ende geringer.

Grund: Das Finanzamt, oder besser das Einkommensteuergesetz.

13.
August '19

Anforderung der Krankenakte und gespeicherter Informationen – so gehts kostenlos


Die Krankenakte ist oftmals nicht ganz einfach zu bekommen. Da meinen einige Ärzte dann doch ernsthaft: „Sie müssen vorbei kommen, schicken kann ich Ihnen diese nicht.“, andere kommen dann mit einigen kurzen Auszügen um die Ecke und der Dritte sagt „ich muss Ihnen die gar nicht geben.“ Mit einigen dieser Vorurteile räumen wir nun einmal auf und schauen uns an, wie Sie schnell und kostenfrei an Ihre Krankenakte kommen.

Zunächst sei einmal auf bereits erschienene Artikel verwiesen:

Während es also schon immer möglich war, die eigene Krankenakte gegen Erstattung der Kosten für gefertigte Kopien zu bekommen, haben wir seit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung im Jahr 2018 noch eine andere Möglichkeit. Diese verbesserte Situation gilt damit ab dem Jahr 2018 und ermöglicht dem Patienten noch schneller, sicherer und kostenfrei an die entsprechenden Informationen zu kommen.

Wozu bedarf es überhaupt einer Kopie der Krankenakte?

Es gibt ganz verschiedene Gründe, warum die Einsicht in die Krankenakte wichtig und erforderlich ist. Das kann

  • – Prüfung der Diagnosen

  • – Einsicht in die abgerechneten Diagnosen

  • – Antrag auf eine Lebens-/ Berufsunfähigkeits-/ Krankenversicherung

  • – eigenes Interesse

  • – Weitergabe an einen anderen Arzt

  • – eine Zweitmeinung

oder etwas ganz anderes sein. Dabei ist es auch nicht relevant warum Sie diese Kopie haben möchten, sondern nur das Sie es möchten. Ich persönlich fordere jedes Jahr zum Jahresanfang die Unterlagen des zurückliegenden Jahres an. Das hat den Vorteil, dass ich immer alle Unterlagen greifbar habe und mich im Fall der Fälle keine Gedanken machen muss.

Weiterhin ist es auch durchaus aufschlussreich zu wissen, was andere (hier Arzt oder Krankenhäuser) über einen selbst gespeichert haben und ggf. auch, an wen diese Daten weitergeben wurden.

Wer kann den Anspruch geltend machen?

Jeder Patient/ jede Patientin hat einen entsprechenden Anspruch an den Arzt und kann die eigene Krankenakte verlangen. Bei nicht volljährigen Kindern besteht der Anspruch natürlich auch und kann durch die sorgenberechtigten Eltern ausgeübt werden.

Wollen Sie diese Unterlagen hingegen für eine andere Person bekommen, so bedarf es einer ausführlichen Bevollmächtigung, schließlich handelt es sich hier um sehr private und sensible Gesundheitsdaten. Daher ist es am einfachsten, wenn diese durch den jeweilig Betroffenen selbst beantragt werden und auch diesem zugestellt werden sollen.

Darf der Arzt mich zum „Vorbeikommen“ zwingen?

Nein. Auch wenn es einige Ärzte oder Praxismitarbeiter gibt, welche auch heute noch der Meinung sind, es ginge nur persönlich, so ist es schlichtweg falsch. Es gibt insbesondere in der DSGVO aber auch nicht in der Berufsordnung der Ärzte eine Regelung, wonach eine solche Auskunft vor Ort zu erfolgen hat. Gerade nach einem Umzug oder dem Wechsel zu einem anderen Arzt möchten Sie vielleicht gar keinen persönlichen Kontakt mehr, daher reicht es per Post vollkommen aus.

Aber: Sie müssen nachweisen können, dass Sie auch die anspruchsberechtigte Person sind. Das kann über geeignete Unterlagen wie einer Kopie des Ausweises, Reisepasses oder anderer passender Nachweise erfolgen. Eine solche Berechtigung lässt sich aber auch auf die Entfernung einreichen und prüfen.

Was Sie genau antworten können, wenn der Arzt sich dennoch weigert, das habe ich im Artikel hier beantwortet:

Wenn Arzt oder Krankenhaus die Zusendung der Krankenakte verweigern

Lassen Sie sich daher auf keine Diskussionen ein. Setzen Sie ggf. eine Frist, schreiben die Praxis erneut mit Fristsetzung an und haken Sie nach. Auch wenn es am Ende ein bisschen Arbeit macht, es sind Ihre Daten und Ihre Unterlagen.

Welche Rechtsgrundlagen gelten?

Die Regelungen zur Auskunft finden sich in der DSGVO, der Datenschutzgrundverordnung. Genauer im Artikel 15 Absatz 1, denn dort heißt es:

Die betroffene Person hat das Recht, von dem Verantwortlichen eine Bestätigung darüber zu verlangen, ob sie betreffende personenbezogene Daten verarbeitet werden; ist dies der Fall, so hat sie ein Recht auf Auskunft über diese personenbezogenen Daten und auf folgende Informationen:

a.) die Verarbeitungszwecke;
b.) die Kategorien personenbezogener Daten, die verarbeitet werden;
c.) die Empfänger oder Kategorien von Empfängern, gegenüber denen die personenbezogenen Daten offengelegt worden sind oder noch offengelegt werden, insbesondere bei Empfängern in Drittländern oder bei internationalen Organisationen;
d.) falls möglich die geplante Dauer, für die die personenbezogenen Daten gespeichert werden, oder, falls dies nicht möglich ist, die Kriterien für die Festlegung dieser Dauer;
e.) das Bestehen eines Rechts auf Berichtigung oder Löschung der sie betreffenden personenbezogenen Daten oder auf Einschränkung der Verarbeitung durch den Verantwortlichen oder eines Widerspruchsrechts gegen diese Verarbeitung;
f.) das Bestehen eines Beschwerderechts bei einer Aufsichtsbehörde;
g.) wenn die personenbezogenen Daten nicht bei der betroffenen Person erhoben werden, alle verfügbaren Informationen über die Herkunft der Daten;
h.) das Bestehen einer automatisierten Entscheidungsfindung einschließlich Profiling gemäß Artikel 22 Absätze 1 und 4 und – zumindest in diesen Fällen – aussagekräftige Informationen über die involvierte Logik sowie die Tragweite und die angestrebten Auswirkungen einer derartigen Verarbeitung für die betroffene Person.

Die Kostenerstattung oder besser die Kostenfreiheit der Information findet sich in Absatz 3:

Der Verantwortliche stellt eine Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind, zur Verfügung. Für alle weiteren Kopien, die die betroffene Person beantragt, kann der Verantwortliche ein angemessenes Entgelt auf der Grundlage der Verwaltungskosten verlangen. Stellt die betroffene Person den Antrag elektronisch, so sind die Informationen in einem gängigen elektronischen Format zur Verfügung zu stellen, sofern sie nichts anderes angibt.“

Vereinfacht bedeutet das: Fordern Sie eine Auskunft auf Grundlage des §10 der Berufsordnung für Ärzte an, so ist diese kostenpflichtig. Fordern Sie diese Informationen nach DSGVO an, ist diese kostenfrei.

Ab dem 25.05.2018 wird dieses Recht nunmehr auch durch die DSGVO gesondert geregelt. Denn zum einen gewährt Art. 15 Abs. 1 DSGVO ein Recht auf Auskunft über die verarbeiteten personenbezogenen Daten (s. o.), also über den Inhalt der Patientendaten. Zum anderen besteht nach Art. 15 Abs. 3 DSGVO das Recht auf Erhalt einer „Kopie der personenbezogenen Daten, die Gegenstand der Verarbeitung sind“, d. h. insbesondere auf eine Kopie der Patientenakte.

Welche Unterlagen stehen Ihnen zu?

Ganz vereinfacht. Alle. Die Ärztekammer Berlin hat hier in einem Rundschreiben an die Mitglieder sehr schön dargelegt, welche Unterlagen bzw. das alles was der Arzt hat weiterzugeben ist.

Das Recht auf Einsichtnahme in die Behandlungsunterlagen erfasst daher sämtliche selbst dokumentierten Aufzeichnungen sowie auch Fremdbefunde, Arztbriefe und andere Unterlagen. Auch Niederschriften über persönliche Eindrücke oder subjektive Wahrnehmungen der behandelnden Ärztin/des behandelnden Arztes sind bei einem Einsichtsbegehren grundsätzlich offenzulegen. Dies gilt auch für psychiatrische und psychotherapeutische Behandlungsunterlagen.

Insbesondere stehen Ihnen zu:

  • – die komplette Krankenakte

  • – Aufzeichnungen und subjektive Wahrnehmungen des Arztes

  • – alle Fremdbefunde die dem Arzt übermittelt wurden

  • – Arztbriefe

  • – Laborberichte und Befunde

  • – persönliche Notizen und Wahrnehmungen über den Patienten (auch eine Notiz wie „hat nix, jammert nur rum“ gehört also dazu

  • – gestellte Rechnungen (da auch diese pers. Daten, Diagnosen etc. enthalten)

Wie muss die Anforderung erfolgen? Kostenloses Musterformular

Eine Anforderung muss somit so erfolgen, dass es dem Empfänger möglich ist eine Berechtigung des Anfragenden zu prüfen. So ist sichergestellt, dass die Unterlagen nicht in falsche Hände gelangen und damit missbräuchlich verwendet werden können.

Sie fordern also die Unterlagen einfach auf dem Postweg an. Alternativ ist auch eine sichere, verschlüsselte E-Mail möglich oder aber eine Anforderung per Fax. In der Anforderung ist genau zu benennen, welcher Patient diese Unterlagen anfordert.

Anders als bei dem Anspruch aus der Berufsordnung für Ärzte, sind bei der Auskunft nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) keine Kosten zu befürchten. Mit dem nun verlinkten Musterformular können Sie Ihre Anforderung einfach absenden. Bitte vergessen Sie nicht, einen Identitätsnachweis beizulegen.

Sollten Sie die Anfrage elektronisch an die Arztpraxis senden, so haben Sie zwar keinen Zustellbeweis, aber können nachsehen wann diese versandt ist. Alternativ verwenden Sie ein Einschreiben (ggf. mit Rückschein) um sicher den Zugang nachweisen zu können. Bekommen Sie binnen der Frist keine Antwort, sollten Sie hier erneut tätig werden.

 

08.
August '19

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Umtauschaktion


In der Vergangenheit gab es bereits einige Aktionen zur Berufsunfähigkeit und solche, womit ein Abschluss einer notwenigen Berufsunfähigkeitsversicherung mit wenigen oder eingeschränkten Fragen möglich war. Eine solche Aktion, allerdings für bereits versicherte Kunden (wenn auch mit altem oder reduziertem Schutz) gibt es nun aktuell wieder. Alle Details zur Aktion und die genauen Vorgaben finden Sie hier im Beitrag.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Wer kann diese nutzen?

Um von dieser speziellen Aktion profitieren zu können, müssen Sie bereits eine BU-Absicherung haben, auch wenn diese vielleicht alt, nicht mehr passend oder mit falscher Rente oder anderen Eckdaten abgeschlossen wurde. Diese alte Berufsunfähigkeitsversicherung muss NACH dem 30.06.2015 beantragt worden sein.

Zudem müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein, damit der Altvertrag für die „Umtauschaktion“ berechtigt ist.

  • – es muss sich um einen Fremdvertrag handeln (außer Nürnberger)

  • – es sind auch Verträge mit Zuschlägen oder Ausschlüssen berechtigt

  • – es darf sich um keinen Optionsvertrag, einen Vertrag aus einer BU Aktion oder mit einer Dienstfähigkeitserklärung handeln

  • – es muss sich um einen laufenden Vertrag mit laufender Beitragszahlung handeln

  • – eine BU Leistung darf noch nicht aus dem Vertrag beantragt oder erhalten sein

Sind all diese Voraussetzungen erfüllt und möchten Sie eine neue BU abschließen, so kann diese Aktion durchaus interessant sein.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Rentenhöhe und Eckdaten

Natürlich gibt es bei der Aktion auch weitere Vorgaben für den Neuvertrag, denn nur mit einer solchen Begrenzung ist die Aktion überhaupt für den Versicherer machbar.

Versichert werden dürfen neben der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung auch die DU, Kombinationen im Rahmen von (fondsgebundenen) Produkten (z.Bsp. IBU), oder auch eine Einsteiger BU ist möglich.

Interessant in dem Zusammenhang ist auch der gleichzeitige Abschluss einer Krankentagegeldversicherung nach dem Tarif TG6.

Wir die bestehenden Rente aus dem alten Vertrag übernommen, so findet zudem keine finanzielle Risikoprüfung nötig. Dabei darf die Rente bis zu 5% über der alten Rente liegen. (Grenze ist hier aber die Rente bei Antragstellung, nicht die ggf. durch Dynamik erhöhte)

  • – in Ergänzung zu dieser Begrenzung darf die neue Rente max. 30.000 € betragen und somit auch (mit Prüfung der finanziellen Angemessenheit) über der alten Rente liegen

  • – Grenzen, welche aus speziellen Berufen resultieren, gelten ebenfalls

  • – Beginn muss spätestens der 01. Oktober 2019 sein

Interessant ist zudem der Umgang mit der Anzeigepflichtverletzung und den Fristen aus dem Altvertrag.

Fristen für die vorvertragliche Anzeigepflicht der Angaben aus dem Vorvertrag werden bereits ab dem Datum des Vertragsabschlusses beim Vorversicherer angerechnet. Haben sich seit Antragsstellung beim Vorversicherer keine risikorelevanten Änderungen ergeben, laufen somit die alten Fristen unverändert weiter

Zudem ist eine spezielle Gesundheitserklärung zu beantworten, statt der normalen Antragsfragen. Diese umfasst nur wenige Fragen, welche folgenden Wortlaut haben:

1.) Haben Sie im Antrag zu o. g. Vorvertrag die in Textform gestellten Fragen seinerzeit richtig und vollständig beantwortet?

(Erläuterung: Diese Fragen werden hier erneut im Namen der NÜRNBERGER gestellt. Bei Frage Ziffer 1. nicht anzugeben sind Umstände, die nach der Antragstellung bei o. g. Vorversicherer hinzugekommen sind, dazu nur Fragen Ziffer 2. und 3.).

2.) Erfolgten in der Zeit seit der Antragsstellung zu o. g. Vorvertrag Operationen, Rehabilitations-, Krankenhaus- oder Kuraufenthalte? Wurden in der Zeit ab der Antragsstellung zu o. g. Vorvertrag Behandlungen (z. B. verschreibungspflichtige Medikamente, Infusionen, Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie oder Psychotherapie) über einen Zeitraum von zusammenhängend mehr als 4 Wochen durch- geführt bzw. empfohlen?

Mit dieser Frage verbindet die Nürnberger Fragen nach ambulanten und stationären Behandlungen. Dabei müssen Fragen ab dem Antragsdatum der Vorversicherung beantwortet werden. Das jedoch nur, wenn diese mehr als 4 Wochen durchgeführt oder für einen solchen Zeitraum empfohlen wurden.

Mit den Gesundheitsfragen war es dann damit auch schon, nun folgen nur noch zwei Fragen.

Sind Sie im Beruf oder in der Freizeit Gefahren ausgesetzt (z. B. Umgang mit explosiven oder radioaktiven Stoffen, Motorsportaktivitäten, Fallschirmspringen, Flugsport einschließlich Gleitschirmfliegen oder Hängegleiten, Kampfsport, Tauchsport, Reitsport oder Bergsport ausgenommen Wandern)? Wenn ja, welchen?

Nachdem auch diese Frage beantwortet wurde, bleibt nur noch die Kündigung des Vorvertrages zu bestätigen. Nur wenn dieser (nach Annahme der Nürnberger) beendet wird, kann die Aktion genutzt werden.

Berufsunfähigkeitsschutz mit vereinfachten Gesundheitsfragen – Zusammenfassung

Diese Aktion ist für einen sehr begrenzen Kundenkreis geeignet. Sie müssen von 2015 bis heute einen BU Antrag gestellt haben, welcher nicht mehr zu den heutigen Anforderungen passt.

Dabei dürfen aber auch neue Komponenten wie eine AU Klausel in den neuen Vertrag eingeschlossen werden. Zudem muss der Tarif und Schutz der Nürnberger zu den persönlichen Anforderungen passen. Genaue Informationen finden Sie auch im Kapitel:

Das gesamte Formular, welches anstelle der Gesundheitsfragen beantwortet werden muss, finden Sie hier:

Sollten all diese Kriterien auf Sie zutreffen, dann kann es durchaus sinnvoll sein sich diese Aktion genauer anzusehen. Eine Anfrage zur BU und einen Beratungstermin können sie hier stellen.

Nürngeber 

06.
August '19

Der 10%ige Beitragszuschlag in der privaten Krankenversicherung


Wann und bis wann wird dieser gezahlt und was passiert dann damit?

In einem älteren Beitrag hatte ich vor einigen Jahren schon einmal etwas zu diesem Zuschlag geschrieben, ein Zuschlag welcher verpflichtend ist und welcher somit nicht abgewählt werden kann. Da dort noch das alte VAG und damit auch andere Paragraphen galten, hier eine kleine Aktualisierung.

Generell hat sich nur wenig geändert. Der so genannte Gesetzliche Zuschlag ist ein, im Jahr 2000 eingeführtes, Instrument zur Stabilisierung der Beiträge im Alter. Jeder privat Versicherte, ab Vollendung des 21. Lebensjahres, findet diesen Baustein auf seinem Versicherungsschein.

Wer zahlt den Beitragszuschlag?

Die Regelungen dazu finden sich nun im Paragraphen 149 des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG). Dort heißt es:

§ 149
Prämienzuschlag in der substitutiven Krankenversicherung

1 In der substitutiven Krankheitskostenversicherung ist spätestens mit Beginn des Kalenderjahres, das auf die Vollendung des 21. Lebensjahres des Versicherten folgt und endend in dem Kalenderjahr, in dem die versicherte Person das 60. Lebensjahr vollendet, für die Versicherten ein Zuschlag von 10 Prozent der jährlichen gezillmerten Bruttoprämie zu erheben.

Heißt also:

Ist das 21. Lebensjahr vollendet, der Versicherte hat also den 21. Geburtstag gefeiert, dann geht es am 01. 01. des FOLGEjahres los und der Versicherer erhebt einen Zuschlag in Höhe von 10% (auf was genau klären wir gleich)

Ein Beispiel: Unser Musterkunde ist am 01.07.1998 geboren und feierte also in diesem Jahr den 21. Geburtstag. Somit ist ab dem 01. Januar des nächsten Jahres (also 01. 01.2020) der Zuschlag zu zahlen.

Wie lange wird dieser gezahlt?

Auch das findet sich in dem eben zitierten Paragraphen. Mit VOLLendung des 60. Lebensjahres, also mit dem ENDE des Kalenderjahres, in welchem der Versicherte 60. wird.

Auch hier ein Beispiel: Unser Kunde ist am 01. 07. 1959 geboren und wurde daher im Jahr 2019, genauer am 01. Juli 60 Jahre alt. Die Pflicht zur Zahlung des Zuschlages endet somit nicht am Geburtstag, sondern mit der Beitragszahlung Dezember. Ab dem 01. Januar 2020 sinkt der Beitrag um 10%, oder richtiger formuliert, der 10% Zuschlag entfällt.

Wie berechnet sich der Zuschlag?

Erhoben wird der Zuschlag in Höhe von 10% auf den Beitrag zur Krankenversicherung (Leistungen für ambulante, stationäre oder zahnärztliche Leistungen). Haben Sie aber weitere Bausteine versichert, wie zum Beispiel Krankentagegeld, Pflegepflicht- oder Pflegezusatzbausteine oder andere zusätzliche Tarife, dann wird auf diese kein Beitragszuschlag erhoben.

Ein Beispiel: Unser Kunde zahlt für einen Kompakttarif in der Krankenversicherung einen Beitrag.

Tarif ABC (ambulant, stationär, Zahn) = 400 € 

Krankentaggeld = 50 €

Pflegepflichtversicherung = 30 €

GESETZLICHER ZUSCHLAG: 40 € (10% von 400 €)

Hätte der Kunde einen Bausteintarif und die Beiträge würden wie folgt aussehen:

Tarifbeitrag ambulant: 100 €

Tarifbeitrag stationär: 150 €

Tarifbeitrag Zahn: 80 €

Dann betrüge der gesetzliche Zuschlag 33 € (10% von 100+150+80)

Wozu dient der Zuschlag?

Auch hier liefert das Gesetz klare Regelungen. Der § 150, Absatz 2+3 des VAG ist hier maßgebend. Schauen wir uns den einmal genauer an und nehmen diesen dann Stück für Stück auseinander. Hier erstmal der ganze Paragraph der Abschnitte 2 und 3.

§ 150
Gutschrift zur Alterungsrückstellung; Direktgutschrift
(1) 1 Das Versicherungsunternehmen hat den Versicherten in der nach Art der Lebensversicherung betriebenen Krankheitskosten- und freiwilligen Pflegekrankenversicherung (Pflegekosten- und Pflegetagegeldversicherung) jährlich Zinserträge gutzuschreiben, die auf die Summe der jeweiligen zum Ende des vorherigen Geschäftsjahres vorhandenen positiven Alterungsrückstellung der betroffenen Versicherungen entfallen. 2 Diese Gutschrift beträgt 90 Prozent der durchschnittlichen, über die rechnungsmäßige Verzinsung hinausgehenden Kapitalerträge (Überzins).

(2) 1 Den Versicherten, die den Beitragszuschlag nach § 149 geleistet haben, ist bis zum Ende des Geschäftsjahres, in dem sie das 65. Lebensjahr vollenden, von dem nach Absatz 1 ermittelten Betrag der Anteil, der auf den Teil der Alterungsrückstellung entfällt, der aus diesem Beitragszuschlag entstanden ist, jährlich in voller Höhe direkt gutzuschreiben. 2 Der Alterungsrückstellung aller Versicherten sind von dem verbleibenden Betrag jährlich 50 Prozent direkt gutzuschreiben. 3 Der Prozentsatz nach Satz 2 erhöht sich ab dem Geschäftsjahr des Versicherungsunternehmens, das im Jahr 2001 beginnt, jährlich um 2 Prozent, bis er 100 Prozent erreicht hat.

(3) 1 Die Beträge nach Absatz 2 sind ab der Vollendung des 65. Lebensjahres des Versicherten zur zeitlich unbefristeten Finanzierung der Mehrprämien aus Prämienerhöhungen oder eines Teils der Mehrprämien zu verwenden, soweit die vorhandenen Mittel für eine vollständige Finanzierung der Mehrprämien nicht ausreichen. 2 Nicht verbrauchte Beträge sind mit der Vollendung des 80. Lebensjahres des Versicherten zur Prämiensenkung einzusetzen. 3 Zuschreibungen nach diesem Zeitpunkt sind zur sofortigen Prämiensenkung einzusetzen. 4 In der freiwilligen Pflegetagegeldversicherung können die Versicherungsbedingungen vorsehen, dass anstelle einer Prämienermäßigung eine entsprechende Leistungserhöhung vorgenommen wird.

1.) jährliche Gutschrift des Betrag es bis zum Ende des Jahres, mit dem 61. Geburtstag

Nur bis zu diesem Termin zahlen Sie den Zuschlag überhaupt. Im Jahr danach ist Ihre „Einzahlung“ dazu beendet und der Vertrag läuft ohne die 10% weiter. Eine Wirkung entfaltet der Zuschlag hier aber nicht sofort.

2.) Mit VOLLENDUNG des 65. Lebensjahres passiert nun etwas. Das aber immer nur dann, wenn der Versicherer nach Zustimmung durch den Treuhändler, eine Beitragserhöhung vornehmen muss. Zunächst einmal versucht der Versicherer eine solche Erhöhung durch so genannte Direktgutschriften abzumildern, also eine Beitragsanpassung zu mindern oder gar zu verhindern. Eine weitere Begrenzung oder Abmilderung ist durch die so genannten RfB Mittel möglich und angedacht. Diese so genannten „erfolgsabhängigen Rückstellungen für Beitragsrückersattungen“ haben auch diesen Zweck.

Erst die DANN NOCH verbliebene und notwenige Erhöhung der Beiträge, wird mit den Mitteln aus dem gesetzlichen Zuschlag(stopf) auf null reduziert. Praktisch hat das zur Folge: Solange Geld in dem „Zuschlagstopf“ vorhanden ist, sind keine Beitragserhöhungen mehr (nach dem 66. Geburtstag) zu erwarten. Erst wenn diese aufgebraucht sind, dann sind weitere Erhöhungen möglich.

2.) Nächste Stufe, der 81. Geburtstag

Erfreuen Sie sich des Lebens und genießen Ihren 81. Geburtstag, dann passiert noch etwas. Nach Vollendung des 80. Lebensjahres sollten die restlichen, dann noch im Zuschlagstopf vorhandenen Mittel, verwendet werden um dann die Beiträge aktiv zu senken.

Ob das passiert und ob dann noch Geld im Topf ist, das hängt von unzähligen Faktoren ab. Dazu zählen neben der Beitragsentwicklung auch und vor allem die Zinsentwicklung, welche in der Niedrigzinsphase aktuell geringer ist.

Richtig und wichtig, aber nicht allein darauf verlassen

Der Zuschlag ist ein gesetzlich verordneter Sparvorgang. Dieser ist im Sinne der Beitragsstabilisierung richtig und wichtig. Aber allein auf diesen sollten Sie sich nicht verlassen.

Die Beiträge lassen sich auch durch andere Maßnehmen stabilisieren. Eine weitere Methode (neben vielen anderen) ist der so genannte Beitragsentlastungsbaustein. Mehr dazu finden Sie im Artikel:

–> Beitragsentlastung – ein Baustein in der privaten Krankenversicherung

Welche Strategie und welche Modelle für Sie aber passend sind und wie sich diese über die Zeit verändern, das lässt sich nur in einer individuellen BERATUNG klären.

05.
Juli '19

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU (auch Azubi) und vereinfachten Gesundheitsfragen [Aktion bis 31.07.2019]


Die Schule ist für viele nun zu Ende und die Ausbildung naht. Ein Grund mehr, sich zum Thema „Absicherung gegen Berufsunfähigkeit“ Gedanken zu machen. Egal ob als (ehemaliger) Schüler, oder als Eltern. Der Nachteil? Viele Ausbildungsberufe sind deutlich schlechter eingestuft im Vergleich zur „Tätigkeit“ als Schüler. Daher kann es sinnvoll sein, die aktuelle Altion der LV 1871 genauer anzusehen, denn hier besteht auch nach Ende der Schule und sogar bei bereits vorhandenem Ausbildungsvertrag die Chance auf eine bessere Einstufung.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – für wen?

Der Versicherungsschutz der Schüler BU ist nicht nur für die Schüler interessant, welche die Schule beendet haben. Auch alle bestehenden Schüler und Schülerinnen können einen solchen Schutz nutzen und durch den frühen Einstieg günstigere Prämien sichern.

Interessant dabei, die Einstufung bleibt auch dann bestehen, wenn später deutlich schlechter eingestufte Berufe ausgeübt werden. Eine Veränderung der Berufsgruppe erfolgt dann nicht mehr. Somit sichern sich Eltern und Schüler bei einem frühen Abschluss nicht nur den Gesundheitszustand, sondern auch die bessere Berufsgruppeneinstufung.

Es handelt sich zudem um eine echte BU Absicherung und keine abgestreckte Schüler-/ Erwerbsunfähigkeitsklausel.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – verbesserte Berufsgruppen

In einigen Ausbildungsberufen und für Schüler bestimmter Schulzweige hat die LV 1871 zudem ab 01. Juli die Einstufung verbessert.

LV1871 mit verbesserter Einstufung in der Schüler-BU – vereinfachte Gesundheitsfragen

Zusätzlich zu der Einstufungsverbesserung bietet die LV1871 derzeit ein veinfachte Risikoürfung für verschiedene Personengruppen an. Details dazu folgen in einem weiteren Beitrag. Auch Schüler, Azubis und Studenten können davon profitieren.