05.
März '21

Wie lange dauert eine Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung?


Neben anderen Leserfragen ist die nach der Dauer und „wie schnell geht denn eine Antragstellung“ eine der häufigeren Fragen. Generell und Pauschal kann ich nicht sagen, wie lang die Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung dauert, da dieses sehr individuell ist. Aber nach einigen hundert Beratungen in den letzten Jahren nehme ich hier einmal ein Beispiel für einen längeren Prozess und möchte auch erklären warum eine solche Arbeitskraftabsicherung eben Zeit braucht. Auch schauen wir und in diesem Beitrag an:

  • – Wie Sie sich auf eine Berufsunfähigkeitsberatung und Ihren Beratertermin vorbereiten

  • – Warum die Krankenakte und die Aufbereitung der ärztlichen Unterlagen elementar ist

  • – Welche Punkte besprochen gehören

  • – und auch die Frage, was die Krankenversicherung und das System GKV/PKV damit zu tun hat

Starten wir also und schauen und den Ablauf einer solchen Beratung und die einzelnen Schritte etwas genauer an.

Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Zuerst einmal müssen Sie für sich natürlich erkennen, dass es hier einen Beratungsbedarf gibt und natürlich einen Bedarf in der Absicherung. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eine der wichtigsten, wenn nicht die wichtigste Absicherung überhaupt. Denn ohne Einkommen sind auch alle anderen Planungen und Absicherungen irgendwann hin, weil einfach kein Geld da ist.

Anfrage zur BU Beratung im Dezember

Diese Anfrage zur Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung erreichte mich Anfang Dezember, genauer am 02. 12. 2020. Der Interessent hatte schon einiges an Vorarbeit geleistet und sich bereits vorab informiert. Dazu las er bereits hier unter der Rubrik Berufsunfähigkeit allgemeine Informationen, lud sich den Leitfaden herunter und war auch sonst durchaus vorinformiert.

Nach einigen E-Mails und der Zusendung des Kriterienfragebogens (den es mittlerweile auch als interaktives Onlineformular gibt) vereinbarten wir für die folgende Woche einen ersten Telefontermin.

Basiswissen zur Berufsunfähigkeit und Ziele & Wünsche – unser Erstgespräch

„Kennenlerngespräch“ sagen einige Kollegen. Nun, mich „kennen“ Sie meist schon durch umfangreiche Beiträge im Netz und alles was Sie „über mich“ so lesen können. Auch zum Thema meines Beratungsansatzes haben Sie sicher schon etwas gelesen. Falls Sie schauen möchten, was andere Kunden so sagen… Bitte hier auf „Referenzen“ oder hier auf weitere Bewertungen klicken.

Bevor Sie entscheiden können was Sie brauchen und wollen, muss Ihnen jemand erklären was es gibt. Stellen Sie sich einen Autokauf vor. Sie wüssten nicht, dass es Autos mit Airbags gibt und können damit auch nicht entscheiden, ob Ihnen ein solcher wichtig ist. Mit dem Zeitpunkt wo Ihnen aber jemand erklärt was ein Airbag ist und wie der Sie und Ihr Leben schützen kann, ändert sich die Sichtweise. Sie können nun entscheiden, ob Ihnen der Aufpreis für einen solchen Airbag das Geld wert ist, Sie diesen in jedem Fall haben wollen oder darauf verzichten.

Das sind Themen für unser Erstgespräch! Dort geht es zunächst weder um Tarife noch um Prämien und Zuschläge, es geht um Basiswissen. Eine kleine Ausbildung in Berufsunfähigkeitsversicherungen.

Weiterhin in diesem Gespräch geht es um die Fragen: „Wo wollen wir denn gemeinsam mit der Absicherung in?“

Denn wer in 10 Jahren ein Millionenerbe macht, sich zur Ruhe setzt oder ein Kind plant, ein Haus baut, ins Ausland geht, dessen Bedürfnisse sind anders. Anders im Vergleich zu Menschen, die es nicht planen oder andere Ziele haben. Auch Fragen nach Endalter und die Frage wann und wie kann ich mir Prämien bei der Berufsunfähigkeitsversicherung sparen, gehören dazu.

Versichern müssen und sollten Sie das, was Sie an Risiko nicht selbst tragen können. Was allein zu „stemmen ist“, muss nicht (oder ggf. später nicht mehr) versichert werden.

Versicherungsschutz ist ein Netz, ein Netz, welches Sie auffängt, wenn Sie fallen und das eigene Seil dünn wird oder zu reißen droht.

Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Daher sind auch pauschale Lösungen zur Rentenhöhe nicht angebracht. Weil bei dem Kollegen, Nachbarn oder Freund bei 2.000 € netto diese auch monatlich weg sind und dieser also eine Absicherung in der Höhe braucht, ist bei Ihnen vielleicht nur „Fixkostenbedarf von 1.000 €“ und der Absicherungsbedarf sieht gleich ganz anders aus.

Für das erste Telefonat planen Sie bitte mindestens 60, eher 90 Minuten ein. Je nach Vorwissen und Kenntnisstand. In Bezug auf unser „Netz“, welches ich eben bereits ansprach, gilt:

Aufgabe des Beraters ist es, Ihnen zu zeigen welche Netze es gibt und wie haltbar diese sind, damit Sie entscheiden können.

Nach diesem Telefonat bekam der Kunde erstmal erste Unterlagen. Hier gibt es viel zu Lesen und durchzuarbeiten. Fragen zu notieren, Markierungen zu machen und zu überlegen, welche „Features“ sind denn wie wichtig. Die Unterlagen bekam mein Kunde dann ca. am 12.12. und hatte dann sehr schnell Zeit und Muße diese auch durchzuarbeiten.

Nächstes Gespräch – Tarife, Optionen und alle Fragen besprechen

Die Absicherung war zudem so hoch, dass wir ohne ärztliche Untersuchung oder Verteilung der BU Renten auf unterschiedliche Anbieter nicht weiterkommen. Warum zwei BU Anträge zudem besser sind und nicht aus Berater- oder Kundenfaulheit nur einer gestellt werden sollte, habe ich hier erklärt:

Warum zwei Anträge zur BU besser sind – nicht aus Faulheit Zeit sparen wollen.

Auch in unserem Fall war das so. Im nun folgenden Gespräch kommen alle die Fragen und Punkte „auf den Tisch“, die sich beim Lesen der Unterlagen angesammelt haben. Ebenso geht es hier schon weiter um Tarifinhalte und Bedingungen, um Aussagen und Folgen und natürlich um Konzeption generell. Dabei ist zu klären welche Verteilung mit welchen Vor- oder Nachteilen verbunden ist und wie dieses in der Praxis aussehen könnte.

Der Kunde besorgt parallel schon einmal alle Daten zum Thema Gesundheit. Das ist wichtig, denn diese Daten brauchen wir später noch genauer. Atteste, Krankenakten, OP und Krankenhausberichte, Medikamente und vieles mehr. Zum Thema „Krankenakte – warum Sie diese nicht, oder doch anfordern sollten

Hilfestellung dazu geben Musterformulare, welche ich Ihnen hier kostenfrei bereitstelle. In meinem Beitrag „Was tun, wenn der Arzt die Krankenakte nicht schicken will“ finden Sie auch Informationen was Sie dann tun können und warum eben nicht die Versicherung anfragen soll, sondern Sie.

Am Ende dieses und weiterer Folgegespräche je nach Bedarf steht dann die generelle Entscheidung zur Konzeption und den Versicherern, zumindest vorläufig. Denn nun geht es um die Frage „Wer nimmt mich denn, wie?“.

Versicherer bieten bei Vorerkrankungen mehrere Optionen an. Von Ablehnung, über Zurückstellung oder Zuschlag und Ausschluss kann alles dabei sein. Weil die Entscheidungen aber völlig unterschiedlich bei den Unternehmen ausfallen, sind

Anonyme Voranfragen – wichtig wie nichts anderes

Spätestens jetzt ist dann auch klar, warum es einen Berater braucht, einen der weiß was er da tut. In unserem Fall starteten wir also noch vor Weihnachten mit den Voranfragen und bereiten hierzu die Gesundheitsangaben auf. Dazu gibt es auf der einen Seite Antragsfragen welche zu beantworten sind, auf der anderen Seite müssen die Informationen für die Antworten ja irgendwo herkommen. Daher Krankenakten, Atteste etc. Das müssen und sollten Sie nicht ganz allein tun. Klar können Sie eine Frage lesen und die Antwort aufschreiben. Was aber wie abgabepflichtig ist, welche Tücken dort lauern und warum Angaben auch nach den Zeiträumen zu erfassen sind, dazu ist Ihr Berater da, um hier zu unterstützen.

Voranfragen, Ausschreibungen, Arztunterlagen und Entscheidungen

Nachdem diese Unterlagen aufbereitet sind, haben Sie erstmal eine kleine Pause verdient. Auch in unserem Fall habe ich dann einige Versicherer (nach der Vorauswahl) mit den Unterlagen angeschrieben, wir haben besprochen was noch nachzusenden ist und was der Kunde noch von wo besorgen muss. Am Ende gab es einige Entscheidungen, welche von Zurückstellung, über Zuschlag bis hin zu Klauseln und Ausschlüssen alles enthielten.

Zuschlag oder Ausschluss – was ist besser?

Nachdem hier nun alle Entscheidungen vorlagen, konnte auch der Kunde gemeinsam mit mir eine Tarifentscheidung treffen. Der erste von zwei Anträgen konnte also gestellt werden. Nach knapp zwei Wochen und einer weiteren Nachfrage zu dem Antrag, ging es dann auch bei dem Versicherer weiter.

Mitte Januar, also knapp 6 Wochen nach der Anfrage lag uns dann die erste Police vor, die gewünschten 2.500 € bei dem ersten Unternehmen waren policiert und somit sicher. Versicherungsschutz besteht also schon einmal für einen Teil.

Antragstellung

Auch die zweite Absicherung sollte nun beantragt werden. Dafür war, aus Gründen wie Nachversicherung und anderen wie zum Beispiel der Staffelung des Endalters, ein anderes Produkt und ein anderes Unternehmen ausgewählt. Ob das sinnvoll ist oder bei Ihnen die Erhöhung der ersten Police die bessere Wahl ist, so etwas klären wir individuell und im Detail dann.

Hier konnten wir also, da ja schon alles da war und auch die Voranfragen und Ausschreibungen schon bekannt, die Antragstellung für den zweiten Antrag vorbereiten. Gleiches Schema wie bisher. Anträge stellen, Unterlagen aufbereiten und beilegen und mehr.

Dieses dauerte aus verschiedenen Gründen hier dann doch noch einige Zeit länger, so konnten wir Mitte Februar dann den letzten Antrag stellen. Auch dieser wurde nach knapp zwei Wochen angenommen.

Beratung zur Berufsunfähigkeitsversicherung – das Finale

Am Ende wurde aus einer Anfrage zur Absicherung bei Berufsunfähigkeit ein entsprechendes Paket der Absicherung. Ein BU Schutz, welcher sich aus verschiedenen Gründen auf zwei Versicherer verteilt und einmal 2.500 € und nochmals weitere 2.400 € absichert.

Beide Policen liegen mittlerweile vor und somit ist eine volle Absicherung vorhanden.

Wie schnell es gehen kann und warum dann einige tausende Euro schnell gezahlt werden und wichtig sind, das habe ich in einem ganz anderen Beitrag einmal beschrieben.

42.000 € „eben mal schnell“ gezahlt! warum und wie das ging – schnell erklärt

Auch allgemeine Fragen und Antworten zum Beispiel zur garantierten Rentensteigerung, Dynamik oder der Arbeitsunfähigkeitsklausel finden Sie im Blog beschrieben. Versicherer verändern zudem aktuell immer mal wieder die Einstufung der Berufsgruppen oder verzichten auf diese fast ganz.

Und natürlich bleiben auch weitere Fragen nicht unbeantwortet. „Wo finden Sie eine unabhängige Beratung und welche Vermittler gibt es eigentlich?“ beantworte ich genauso, wie die nach „Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung“ oder „Warum bei Krebs verschiedene Absicherungen greifen sollten“.

Zuletzt noch ein Hinweis für Sie, was können Sie tun, um sich auf Ihre Beratung vorzubereiten? Also quasi die Hausaufgaben schon mal vor dem Besuch der Schule.

So bereiten Sie sich auf Ihre Beratung zur PKV und / oder Berufsunfähigkeitsabsicherung vor

Und am Ende wünsche ich Ihnen, dass Sie den Schutz nach Jahrzehnten anschauen und denken: „Mist, alles umsonst gezahlt, weil ich so gesund bin!“

02.
März '21

PKV Tarifoptimierung Finanzcheck – Mehmet Göker nach MEG wieder da


Zuerst eines vorab. Menschen machen Fehler, Menschen verdienen eine zweite Change, solange es fair und rechtlich sauber ist. Wer den Namen Göker schon mal gehört hat, dem fällt sofort das Thema PKV – private Krankenversicherung ein. Einer der größten Finanzvertriebe, welche mit fragwürdigen Methoden die Private Krankenversicherung verkauft hat, hat nun ein neues Geschäftsmodell entdeckt. Die „PKV Tarifoptimierung Finanzcheck Rhein Main“, also einen Tarifwechsel nach § 204 VVG.

PKV Tarifoptimierung – wer ist die Zielgruppe?

Generell sind all die Personen Zielgruppe, welche bisher schon in der privaten Krankenversicherung versichert sind. Auch in der Privaten Krankenversicherung finden Beitragsanpassungen statt, was auch völlig normal und nachvollziehbar ist. Mehr dazu habe ich im letzten Jahr ausführlich in einem anderen Blogbeitrag beschrieben.

Beitragsanpassungen in der Privaten Krankenversicherung – wieso, weshalb, warum?

Beitragsanpassungen in der PKV – was Sie tun können (und sollten)

Was nun die Damen und Herren der Finanzcheck Rhein Main GmbH machen, ist recht einfach erklärt und generell erst einmal auch durchaus legitim. Diese wollen einen so genannten Tarifwechsel nach §204 VVG prüfen und damit eine Reduzierung der Prämie bei der privaten Krankenversicherung erreichen. Die Grundlage dazu bietet der Gesetzgeber schon direkt im Versicherungsvertragsgesetz und zwingt die Versicherer auch hier zu handeln.

Aber: Einen solchen Tarifwechsel für den Endkunden allein zu überblicken und vor allem die Tarife für den Wechsel zu vergleichen ist nicht ganz einfach. Um nicht auf vermeintlich großartige „Optimierungen“ mit Verlust von Leistungen oder hohen Selbstbeteiligungen hereinzufallen, benötigen viele einfach den Rat von Experten.

Auch dagegen ist nichts einzuwenden und gerade der Tarifwechsel wird durchaus von einigen sehr seriösen Anbietern am Markt angeboten und begleitet. Diese erstellen Vorschläge, erklären und beraten und nach einem erfolgreichen Wechsel zahlen Sie dem Berater ein Honorar. Dagegen ist absolut nichts einzuwenden, schließlich muss die Dienstleistung auch bezahlt werden.

PKV Tarifoptimierung – dürfen die mich anrufen?

Am Telefon wird oft und schnell erklärt, Sie haben sich eingetragen und werden deshalb angerufen. Wo genau weiß man oft nicht mehr und Angerufene fühlen sich überrumpelt und unter Druck gesetzt. Schließlich ist jeder froh, wenn am Ende die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung sinken, wer will das nicht. Das ist auch genau die Masche, mit der am Telefon beraten wird. In wenigen Minuten (so das Training von Mehmet Göker) soll am Telefon verkauft werden. Wobei, verkaufen tun die Berater ja nichts, sagen Sie.

„Wir verkaufen nichts, wir reparieren“

Eine teure Private Krankenversicherung soll von der Finanzcheck Rhein Main GmbH optimiert, oder repariert werden. Diese bieten Kunden am Telefon eine PKV Tarifoptimierung Finanzcheck an. In dem unten verlinkten Film wird auch nochmals das Konzept besprochen, das neue „Göker Konzept“. Nachdem also vor Jahren, fast Jahrzehnten Kunden in die Private Krankenversicherung gelockt wurde, welche da nichts zu suchen haben, will man diesen nun helfen.

Am Telefon ist also keineswegs der, der den Tarif optimieren will, sondern der Verkäufer der Dienstleistung. Dieser muss Ihnen sein Honorar verkaufen und dazu hat er richtig etwas gelernt, im Verkaufstraining bei Hr. Göker. (Quelle: Video siehe Link unten)

drei Std. Coaching
6 Wochen Einarbeitung / 1 Std. netto am Tag
3.500 € Gebühr für das Konzept
10 € pro Datensatz/ Lead (also Name, Tel. Nr. und ggf. Daten zur PKV)

Natürlich verkauft man Ihnen also etwas. Man überredet Sie zu einer Honorarvereinbarung, einem Vertrag zu einem Tarifwechsel Ihrer Privaten Krankenversicherung.

Ob Sie sich tatsächlich irgendwo eingetragen haben oder die Adresse aus alten Beständen der MEG oder anderen Listen stammt, das kann ich Ihnen nicht beantworten. Nach der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) steht es Ihnen ja frei, eine entsprechende Auskunft an die Firma zu senden und um Auskunft zur Herkunft Ihrer Daten und dem Umfang der Speicherung zu bitten. Auch eine Löschung oder Sperrung kann verlangt werden.

Registriert ist der Berater oder die Firma, in dessen Impressum Mehmet Göker selbst nicht auftaucht, als Versicherungsmakler. Im zentralen Vermittlerregister ist das nachzulesen. PKV Tarifoptimierung Finanzcheck

Für diese Optimierung, werden einige tausend Euro in Rechnung gestellt. Was diese aber wirklich kostet und wie Sie seriöse Anbieter finden, dazu mehr weiter unten im Beitrag.

PKV Tarifoptimierung – das Video

In einer aufwändigen Recherche hat das Team von „Strg-F“ hier zu dem Modell, dem Vertrieb und den Methoden recherchiert und dazu heute ein Video veröffentlicht. Wenn Sie also Zeit und Lust haben… sehr spannend.

Nachdem Sie nun wissen, wie es nicht geht, schauen wir uns dennoch die Frage an, woran Sie einen seriösen Anbieter für die Tarifwechselberatung in der Privaten Krankenversicherung erkennen. Mit einer kleinen Checkliste lässt sich gut erkennen, ob der Anbieter zumindest in die weiteren Überlegungen mit einbezogen werden sollte.

PKV Tarifoptimierung – Fragen rund um den Tarifwechsel?

Tarifwechsel wird von verschiedenen Berufsgruppen beraten. Dazu gehören Versicherungsmakler, Versicherungsberater, Rechtsanwälte und einige Verbraucherschutzverbände. Jeder der Gruppen hat Ihre Berechtigung und mal passt der eine, mal der andere besser.

Alle gemein haben eines. Ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft ist kein Thema, es geht ausschließlich um einen Wechseln INNERHALB der bisherigen Gesellschaft, denn dort sind Sie bereits versichert. Wenn der Berater Ihnen „tausende und abertausende Euro Ersparnis“ verspricht, sollten Sie schon das erste Mal vorsichtig sein. Richtig ist, dass mir einem Tarifwechsel der Beitrag deutlich sinken kann. Das ist aber auch von vielen Faktoren abhängig. Dazu gehören Fragen wie:

  • – wie lange sind Sie bereits bei der Gesellschaft versichert?
  • – sind Sie zufrieden mit dem Leistungsumfang?
  • – haben Sie Ihren Tarif schon einmal gewechselt?

Wichtig bei der Tarifoptimierung und ein immer wieder gern genommenes Argument: „Das geht auch, wenn Sie schon krank sind, wir brauchen keine Gesundheitsprüfung“. Das stimmt so auch, denn ein Tarifwechsel benötigt erstmal keine neue Risikoprüfung. Enthält der Tarif, in den Sie wechseln möchten, jedoch Mehrleistungen gegenüber dem Schutz bisher, so kann eine solche Prüfung und auch ein Zuschlag für eben diese Mehrleistungen in Frage kommen und sinnvoll sein.

Als Alternative kommt aber auch ein so genannter Mehrleistungsverzicht in Frage. Das bedeutet nichts anderes, als das Sie in den Tarif wechseln und die besseren Leistungen nicht für Sie gelten, wohl aber die geringere Prämie. Solche Vereinbarungen sind legitim, sollten aber sehr sorgfältig betrachtet werden, sonst kann ein Tarifwechsel auch schnell wieder nach hinten losgehen.

Auch ist es wichtig Gleiches mit Gleichem zu vergleichen und Tarife sind nun einmal nicht 100% identisch. Eine Erhöhung der Selbstbeteiligung und damit eine Reduzierung der Prämie ist allein für sich genommen nicht unbedingt ein sinnvoller Wechsel. Ganz sicher ist es keiner, den Sie mit tausenden Euro Honorar bezahlen sollten.

PKV Tarifoptimierung – was kostet eine solche Beratung?

Die Beratung zum Tarifwechsel ist arbeitsreich. Braucht es doch einigen Schriftverkehr mit Versicherern, die Aufbereitung der Tarife und Beratung. Daher fällt für eine solche Dienstleistung auch ein Honorar an. Je nach Berater und dessen Berufsgruppe kann dieses ein fixes Honorar sein, ein Honorar welches an den Aufwand (Stunden) geknüpft ist und auch eines, welches sich an der Ersparnis orientiert.

Auch abhängig vom Beruf (Anwalt, Makler, Berater) ist die Frage, ob das Honorar abhängig vom Erfolg ist oder die Beratungsleistung selbst honoriert wird, das geht nur bei wenigen Berufsgruppen. Daher sollten Sie sich immer erst informieren und das Kleingedruckte nicht nur bei der Versicherung lesen, sondern auch bei dem Berater.

Sparen Sie zum Beispiel durch einen Tarifwechsel 100 € im Monat, also 1.200 € im Jahr, so ist ein Honorar von einigen Monatsersparnissen sinnvoll und angemessen. Nur weil ein Berater das 8-, der andere das 5- und der dritte das 9-fache der Ersparnis als Honorar ansetzt, ist nicht einer gut oder schlecht. Je nach Aufwand und auch je nach Qualifikation und Erfahrung des Beraters können auch höhere Honorare durchaus berechtigt sein.

ABER: Wer Ihnen erst ein Honorar von tausenden Euro abnehmen will, da sollten Sie vorsichtig sein.

PKV Tarifoptimierung – wie kommen Sie zu einer seriösen Beratung zur Tarifoptimierung?

Ein seriöser Berater

  • – ruft Sie nicht ungefragt an, niemals!

  • – belästigt Sie nicht nochmals, wenn Sie NEIN gesagt haben!

  • – will keinen Vorschuss auf das Honorar!

  • – bietet Ihnen ein kostenfreies Erstgespräch!

  • – sendet Ihnen alle nötigen Unterlagen und lässt Ihnen Zeit!

Im Video ist noch von einer anderen Masche die Rede. Ob das immer so ist kann ich nicht beurteilen. Aber die Tatsache den Interessenten (oder hier die Interessentin) ein zweites Mal anzurufen und vorzugeben man wäre die Versicherung selbst, die finde ich schon sehr mies.

Zweiter Anruf – angeblich durch die eigene Private Krankenversicherung?

Die Private Krankenversicherung wird Sie niemals anrufen und Sie drängen, das Mandat an einen Tarifoptimierer zu unterschrieben. Sollte Ihnen das so passieren, dann legen Sie auf und rufen am besten zur Sicherheit selbst bei Ihrer Versicherung an. Dabei ist es egal, welche Nummer auf dem Display erschienen ist.

Fragen können Sie auch jederzeit dem Versicherer selbst stellen und sich auch dort informieren.

PKV Tarifoptimierung – kann ich das nicht allein oder direkt bei der Gesellschaft?

Klar. Das Wechselrecht steht Ihnen selbst und allein zu. Natürlich können Sie die Gesellschaften direkt anrufen und sich Angebote und Vorschläge zur Tarifoptimierung und einem solchen Wechsel schicken lassen. Das geht kostenfrei und ganz ohne Berater. Auch eine PKV oder Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie ganz ohne Beratung direkt im Netz abschließen oder bei der Gesellschaft direkt.

Den Berater braucht es nicht zum Tarifwechsel, aber zur Bewertung der Tarife, der Erklärung und Beurteilung der Folgen oder weiterer Hilfestellung schon. Auch ist es bei einigen Gesellschaften nicht ganz so einfach die „richtigen“ Tarife angeboten zu bekommen. Wissen Sie aber wovon Sie reden, oder Ihr Berater, macht es vieles einfacher.

Einen Steuerberater oder Rechtsanwalt brauchen Sie oft auch nicht. Sie können auch selbst die Steuer erklären oder den sich selbst verteidigen. Warum nutzen wir Experten? Richtig, weil diese – wie Sie in Ihrem Beruf – eben Experten sind und mehr Wissen haben.

Haben Sie einen guten Kontakt zu Ihrem Berater, mit dem Sie damals die Private Krankenversicherung abgeschlossen haben? Dann hilft auch der Ihnen gern weiter. Kann er das nicht selbst, so wird er Ihnen hoffentlich auch das sagen und zu einem Spezialisten raten.

PKV Tarifoptimierung – Fragen?

Wenn Sie weitere Fragen haben, vielleicht übereilt eine Honorarvereinbarung unterschrieben haben oder Anrufe bekommen, dann gibt es durchaus Hilfe und Möglichkeiten. Generell stehen Ihnen gesetzliche Rechte wie ein Widerruf (auch einer Honorarvereinbarung) oder dergleichen zu. Dazu lassen Sie sich aber bitte von Personen beraten, welche das dürfen. Rechtsanwälte oder auch die Verbraucherzentralen.

Fragen zur PKV, zu einem Tarif oder Tarifwechsel oder vielleicht einfach nur generelle Fragen können Sie hier im LiveChat kostenfrei stellen, oder melden sich einfach über einen der HIER GENANNTEN Kontaktwege.

Dumme Fragen gibt es auch hier nicht! Fragen Sie also gern nach.

25.
Februar '21

Wenn die Krankenkasse schreibt: „Sie sind nun freiwillig versichert“ – was zu tun ist



Post von der Krankenkasse ist meist nur mittelmäßig erfreulich. „Sie sind nun freiwillig versichert“ ist aber eine durchaus erfreuliche Nachricht. Daher habe ich auch hier einen alten Beitrag von vor einigen Jahren (siehe alte Kommentare) aktualisiert und diese um die neuen Zahlen ergänzt.

Steigen die Beiträge oder gibt es sonst irgendetwas zu klären? Auch das wären Gründe für eine Post der Krankenkasse. Doch für einige ist die Post im Januar, Februar oder manchmal auch erst im März eine andere, eine die durchaus erfreulich ist. Viele gesetzliche Krankenkassen haben diese Mitteilungen bereits verschickt, andere sind noch mitten dabei und einige wenige vergessen es gern auch einmal ganz. Ihnen wird darin mitgeteilt, dass die bisherige Pflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) endet und diese zu einer freiwilligen Versicherung in der GKV wird.

Sie sind nun freiwillig versichert – Wer bekommt diesen Brief überhaupt?

All diejenigen, welche im Jahr 2020 die Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) von 62.550 Euro pro Jahr überschritten haben und mit dem erzielten Einkommen auch voraussichtlich über der neuen JEAG für 2021 von 64.350 Euro liegen. Welche Komponenten Ihres Einkommens hier zu berücksichtigen sind habe ich bereits vor einiger Zeit beschrieben.

Lesetipp: Was zählt zur Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG)

Sozialversicherungswerte 2021

Die Einstufung wer freiwillig oder pflichtig versichert ist übernimmt der Arbeitgeber. Dieser ist auch für die Richtigkeit der Meldung verantwortlich. Sind Sie mit der Einstufung nicht einverstanden und glauben hier liegt ein Fehler vor, so sprechen Sie am besten zuerst mit Ihrer Personalabteilung. Erst wenn hier keine Klärung möglich ist, kann die gesetzliche Krankenkasse oder im Zweifel auch die Deutsche Rentenversicherung mit einer so genannten Statusfeststellung verbindlich entscheiden.

Sie sind nun freiwillig versichert – Bin ich jetzt nicht mehr versichert?

Mit dem Wechsel vom Pflicht- zum freiwilligen Mitglied ändert sich einiges, dennoch bleiben Sie weiterhin versichert und stehen zu keinem Zeitpunkt ohne Versicherungsschutz da. Nicht nur durch die bestehende Versicherungspflicht endet der Schutz nie, ohne das ein anderer Versicherungsschutz besteht und nachgewiesen wurde. Dennoch kann es sinnvoll sein, hier tätig zu werden, falls Änderungen sinnvoll und gewünscht sind.

Aber anders als bisher können Sie nun selbst entscheiden, in welchem System Sie versichert sein möchten. Das kann weiterhin die gesetzliche Krankenkasse sein, kann aber ebenso ein passender Tarif in der privaten Krankenversicherung (PKV) sein. Hier gilt es aber zunächst ganz in Ruhe zu überlegen und zu prüfen, ob das System der PKV überhaupt das passende für Sie, Ihre Wünsche und Ihren Bedarf ist. Es gibt weder einen Zwang noch eine Vorgabe jetzt zu wechseln oder zu handeln. Unternehmen Sie nichts, bleibt Ihnen auch weiterhin das Kündigungsrecht zum Ende des übernächsten Monats erhalten und Sie können dieses nutzen.

Lesetipp: Leitfaden zu den Unterschieden der GKV und PKV

Was passiert mit mitversicherten Familienangehörigen?

Hatten Sie bisher neben dem eigenen Versicherungsschutz weitere Familienangehörige im Rahmen der kostenfreien Familienversicherung versichert, so bleibt das auch zunächst weiterhin so, es sei denn Sie ändern etwas daran. Solange die Voraussetzungen des Paragraphen 10 des SGB V erfüllt sind, bleibt alles beim wie bisher. Zu beachten sind aber nun ggf. Änderungen bei den mitversicherten Kindern. Waren oder sind diese in der Familienversicherung kostenfrei versichert, so beachten Sie bitte unbedingt die Gesamtsituation mit beiden Eltern. Denn hier gilt es zu prüfen, wo das Kind zu versichern ist. Durch ein Überschreiten der JAEG ändert sich ggf. der Anspruch auf eine kostenfreie Versicherung, je nachdem wo Sie sich (und wo das zweite Elternteil) versichert ist.

Lesetipp: Beiträge zur Familienversicherung

Muss ich nun in die Private Krankenversicherung wechseln?

Natürlich nicht. Sie müssen zunächst einmal überhaupt nix. Tun Sie nichts und ändern auch nicht, so sind Sie weiterhin bei der bestehenden gesetzlichen Krankenkasse versichert. Nur wenn Sie AKTIV etwas ändern und für sich entscheiden, dass die private Versicherung das richtige, für Sie passende System ist, nur dann ändert sich etwas.

Eine Verpflichtung zur PKV gibt es genau so wenig, wie die unsinnige (aber sich wacker haltende Behauptung) jeder der sich selbstständig machte müsse in die PKV. Viele gehören dort einfach nicht hin.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Gibt es auch Nachteile gegenüber der Pflichtversicherung?

Es gibt Unterschiede zwischen beiden Versicherungsarten und sogar Verschlechterungen, so zum Beispiel in der Elternzeit. Während pflichtig versicherte Mitglieder der GKV beitragsfreien Schutz während der Elternzeit haben, ist das bei freiwilligen Mitgliedern nicht so, klar, verdienen Sie doch nun soviel und können sich die GKV auch dann leisten *Ironiemodus aus*

Lesetipp: Die nicht immer beitragsfreie Versicherung in der Elternzeit

Sie sind nun freiwillig versichert – was passiert mit meiner Karte?

Erstmal gar nichts. Denn: Da die Mitgliedschaft so bleibt, ändert sich auch an der Versichertenkarte zunächst nichts. Viele Kassen bieten Ihnen nun aber Wahltarife an. Dabei handelt es sich um Tarife mit Beitragsrückzahlungen, besonderen Leistungen, Selbstbeteiligungen oder anderen Abweichungen und Vergünstigungen. Bitte aufpassen. Durch den Abschluss eines Wahltarifes binden Sie sich langfristig an die Kasse und können somit nicht mehr so einfach kündigen.

Lesetipp: Wahltarife und die Eingeschränkte Kündigung der GKV

Bevor Sie eine solche Vereinbarung unterschreiben, loten Sie bitte für sich alle Möglichkeiten aus, darunter auch die der PKV, anderer gesetzlicher Kassen und dergleichen, SIE HABEN ZEIT!

Sie sind nun freiwillig versichert – was passiert nun bei meinem Arbeitgeber?

Bisher, also als pflichtversichertes Mitglied, hat der Arbeitgeber Ihnen einen Anteil vom Lohn abgezogen. 7,3% + ZUSATZbeitrag der Kasse + Pflegeversicherung + ggf. Zuschlag PV bei Kinderlosen. Zukünftig zahlt der Arbeitgeber Ihnen einen Zuschuss. Dieser ist begrenzt und orientiert sich immer an den aktuellen Zahlen der JAEG des jeweiligen Jahres.

Auch hier ist es wichtig zu wissen, es gibt mehrere Optionen. In der Regel ändert der Arbeitgeber nichts. Außer die Meldung der freiwilligen Versicherung passiert hier wenig. Die Beiträge werden auch weiterhin von dem Arbeitgeber an die Krankenkasse gezahlt und der Zuschuss direkt verrechnet.

ABER: Sie können auch als Selbstzahler bei der Kasse auftreten. Ist das Ihr Wunsch, dann bekommen Sie den steuerfreien Arbeitgeberzuschuss mit Ihrer Lohnabrechnung mit ausgezahlt und die Krankenkasse wird auch durch Sie direkt bezahlt. Abbuchung oder Überweisung ist Ihre Entscheidung, aber dann zahlt der Arbeitgeber nicht mehr direkt.

Lesetipp: Sozialversicherungswerte und Arbeitgeberzuschuss 2021

Dieser kann im folgenden Jahr also höher und auch niedriger sein (letztes ist in den letzten Jahren nahezu nie passiert, da die Grenze bis zu der die Beiträge berechnet werden (Beitragsbemessungsgrenze) immer angehoben wurde. Aber: Dieser Betrag ist somit veränderbar.

Sie sind nun freiwillig versichert – Gibt es ein Sonderkündigungsrecht?

Ja, dieses allerdings in einer besonderen Form. Generell gilt auch bei freiwillig Versicherten die reguläre, normale Kündigung zum Ende des übernächsten Monats. Kündigen Sie also im Januar noch Ihre GKV (ggf. auch rein vorsorglich)

LESETIPP: GKV ohne Risiko kündigen- Sie riskieren nichts- schaffen sich aber Zeit

so wird die Kündigung zum Ende des übernächsten Monats (März) wirksam und Sie können dann in eine andere Kasse wechseln. Hier ist die Bindungsfrist zu beachten. Sind Sie noch keine 12 Monate (neu in 2021, vorher waren es 18 Monate) bei der bisherigen Kasse versichert, dann ist diese Frist einzuhalten.

ABER: Erhöht die Kasse die Beiträge, also genauer den Zusatzbeitrag, oder führt einen solchen neu ein, so ist auch hier eine besondere Kündigungsfrist zum Monatsende möglich. Also können Sie die Kasse nach der Anpassung zum 1.1. noch bis zum 31.1. verlassen.

Und jetzt kommen wir noch zu dem BESONDEREN KÜNDIGUNGSFRIST bei dem Überschreiten der JAEG. Dieses besteht nur jetzt und nur einmalig. Haben Sie also im Jahr 2020 die Grenze ERSTMALIG überschritten und sind nun zum 1.1. freiwillig versichert, so muss die GKV Sie hierüber schriftlich informieren. Es reicht nicht wenn der Arbeitgeber es Ihnen sagt, die Information muss von der gesetzlichen Krankenkasse erfolgen.

Sie sind nun freiwillig versichert - Versicherungspflicht Ausscheiden

Sie sind nun freiwillig versichert – muss ich nun schnell handeln, oder lieber doch nicht?

Eine Entscheidung über die zukünftige Absicherung gegen Krankheitsfolgen sollte sehr sorgfältig getroffen werden. Ein Haus kauft man ja auch nicht mal „eben schnell“ und genau über solche Summen reden wir auch hier. Schauen Sie sich den Beitrag der GKV an, so sprechen wir über knapp 900 EUR monatlich inkl. Zusatzbeitrag, also über ca. 324.000 Euro in den kommenden 30 Jahren. Bei solchen Summen sollten Sie sich gut und ausführlich Gedanken machen.

Lesetipp: Entscheidung für das passende System in Ruhe treffen

Wenn ich nun wechseln möchte, wie und wann kann ich das tun?

Sollten Sie sich nach ausreichender Beratung, Analyse und Überlegung für einen Wechsel in die private Versicherung entschieden haben, so gibt es auch hier mehrere Möglichkeiten. Haben Sie das Schreiben der GKV im Januar bekommen und möchten Sie nun schnellstmöglich wechseln, so können Sie das nun einmalig und rückwirkend tun. Rückwirkend bedeutet Sie verlassen die GKV zum Beginn des Jahres 2021 und das obwohl die GKV noch nichts davon weiß. Dieses sollten Sie aber nur dann tun, wenn die neue Versicherung klar ist, Tarif und Gesellschaft ausgewählt, Risikoprüfung erfolgt und alle Voraussetzungen erfüllt sind.

Ist dem nicht so und/ oder brauchen Sie einfach noch ein bisschen Bedenkzeit, so kündigen Sie gleichzeitig mit der Austrittserklärung zum 31.3. und wechseln zum 1.4.2021.

Was passiert mit Behandlungen zwischen dem 1. Januar und einem Wechsel?

Sollten im Zeitraum vom 01. Januar bis zur Erklärung des rückwirkenden Austritts Behandlungen, Untersuchungen oder sonstige Leistungen der GKV stattgefunden oder in Anspruch genommen worden sein, so sind diese natürlich zu erstatten. Die Kassen handhaben das unterschiedlich, fordern aber diese Kosten berechtigt zurück.

In der privaten Krankenversicherung können Sie diese aber nicht einreichen, selbst wenn diese den Schutz auf den 1.1. datieren würde, da die kosten dort vor dem eigentlichen Versicherungsbeginn entstanden wären. Daher sollten Sie- wenn es denn Leistungen gab, eher über einen Wechsel zum 1.4. nachdenken und den rückwirkenden Austritt nicht nutzen.

Gibt es beim Krankengeld etwas zu beachten?

Das Krankentagegeld in der PKV oder das Krankengeld in der GKV sind ähnlich, aber in vielen Bereichen unterschiedlich. Wichtig ist es für alle, die (weit) über der Grenze verdienen, sich die Höhe anzuschauen.

Gerade bei höherem Einkommen gibt es dort eine beachtliche Lücke, welche bekannt sein sollte und ggf. angepasst werden muss.

Weitere Infos finden Sie auch unter dem Punkt „Krankengeld“ hier auf der Seite. Schnell entstehen hier Lücken von mehreren hundert Euro pro Monat, die im Falle einer längeren Krankschreibung tüchtig ins Geld gehen. Und nein, eine vorhandene Berufsunfähigkeitsversicherung reicht hier leider nicht aus um dieses Risiko zu decken.

Wie finde ich die passende Krankenversicherung?

Wenn Sie sich nun weiter mit dem Thema PKV und GKV beschäftigen möchten und sich einmal Gedanken machen, welche Kriterien IHRE persönliche PKV dann erfüllen soll und muss, dann finden Sie unter folgenden Links weitere Hilfe.

1.) Auswahlkriterien der privaten Krankenversicherung

2.) Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

3.) Kriterienfragebogen zur PKV oder als Interaktiver Onlinefragebogen

24.
Februar '21

Rot, grün, blau oder gelb? Was die unterschiedlichen Farben des Rezeptes bedeuten und wann es eingelöst werden muss




Die Farben des Rezeptes spielen eine entscheidende Rolle bei der Frage für wen und warum bestimmte Rezepte ausgestellt werden. Rezepte, nicht die die beschreiben wie Sie ihre Lieblingssuppe zubereiten, sondern die die der Arzt Ihnen ausstellt um Sie von einer Krankheit zu heilen, genau um diese Art von Rezepten soll es heute gehen.Farben des Rezeptes - Rot, grün, blau oder gelb?

Wer schon einmal bei seinem Arzt gesessen hat, einen Blick über dessen Schreibtisch wirft, der sieht unterschiedlich bunte „Zettel“. Doch warum verwendet der Arzt verschiedene Farben, will er doch mit allen nur ein Medikament für seinen Patienten verordnen.

Farben des Rezeptes – das rote „Standardrezept“

Kassenrezept - Farben des RezeptesFangen wir mit dem am häufigsten verwendeten Rezept an. Das rosarote Rezept kennt jeder, der in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und ein Medikament verordnet bekommt. Hiermit erkennt der Apotheker sofort, dass es sich um ein Medikament handelt, welches die gesetzliche Krankenkasse (gegebenenfalls mit Zuzahlung) erstattet.

Auf diesem Rezept sind also Medikamente verzeichnet, welche apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig sind. Ausnahmen sind jedoch bei Medikamenten und Hilfsmittel möglich, die unter die „bedingt verordnungsfähig“ Kategorie fallen, wie auch bei bestimmten Medizinprodukten.

Für dieses Rezept gibt es zwei unterschiedliche Fristen. Zunächst einmal kann der Patient das Rezept binnen drei Monaten bei der Apotheke einlösen und hat auch so lange ein Anrecht, das verordnete Medikament zu bekommen.

Aber Achtung: die gesetzliche Krankenkasse muss das Medikament nur dann erstatten, wenn es binnen einen Monats nach Ausstellung auch eingelöst wird. (ob der Monat genau 28, 30 oder 31 Tage hat, wird von den Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt und ist gegebenenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) Nur bei einer Einreichung binnen 28 Tagen ist der Apotheker sicher, auch sein Geld zu bekommen, daher kann er danach die Einreichung (wenn durch GKV erstattet werden soll) verweigern.

Auf der Internetseite des gemeinsamen Bundesausschusses können Sie nachlesen, welche Medikamente verschreibungspflichtig sind.

Farben des Rezeptes – das blaue Rezept für Privatpatienten

Privatrezept blau - Farben des RezeptesDas nächste Rezept ist ein blaues. Dieses Rezept wird bei Privatpatienten verwendet, wobei es keine zwingender Formvorschrift gibt. Der Arzt kann Ihnen ebenso gut auf einem weißen Blatt Papier, einem grünen Rezept (siehe unten), einem Bierdeckel oder der Rückseite eines Kassenzettels ein Medikament verordnen.

Dabei ist es auch bei einer Verordnung auf einem weißen Blatt Papier wichtig: Es muss auch hier bestimmte Angaben enthalten. Name und Geburtsdatum des Patienten sind wichtig, ebenso das genaue Medikament oder aber der Wirkstoff.

Ein solches Privatrezept hat eine Gültigkeit von drei Monaten. Durch dieses andersfarbige Rezept sieht der Apotheker sofort, es handelt sich um einen Privatpatienten und dieser zahlt sein Medikament vollständig in der Apotheke und bekommt es (soweit versichert) von der PKV erstattet.

Je nach versichertem Tarif kann eine Erstattung hier natürlich auch eingeschränkt sein, und eine Verordnung bedeutet nicht zwingend, dass die private Krankenversicherung das Medikament auch bezahlt.

Einige Ärzte verwenden aber statt des blauen, auch einfach das grüne Rezept. Wie gesagt, wenn privat versichert, ist die Farbe (bis auf gelb) nicht entscheidend.

Farben des Rezeptes – das grüne Rezept

Grünes Rezept Farben des RezeptesDas grüne Rezept: Genau betrachtet handelt es sich um gar kein Rezept im eigentlichen Sinne, denn der Arzt empfiehlt hier seinem Patienten ein bestimmtes Medikament. Auch für sogenannte Lifestyleprodukte kann der Arzt dieses nutzen.

Es handelt sich dabei um nicht verschreibungspflichtige aber dennoch apothekenpflichtige Medikamente. Alle Verordnungen auf einem grünen Rezept müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Ein Beispiel für Medikamente sind bestimmte Präparate bei leichten Erkältungen, die nicht verordnungsfähig sind.

Eine besondere Gültigkeit gibt es für dieses Rezept nicht.

BTM Rezept gelb Farben des RezeptesDas besondere, gelbe BTM Rezept. Es gibt noch ein weiteres Rezept, welches Sie hoffentlich nicht so schnell brauchen. Es handelt sich hierbei um das so genannte Betäubungsmittelrezept. Mit diesem Rezept verordnet der Arzt Medikamente, welche unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Hierbei handelt es sich um stärkere Schmerzmittel oder weitere Betäubungsmittel.

Dieses Rezept ist nur sieben Tage gültig. Es muss also innerhalb dieser sieben Tage bei der Apotheke eingelöst sein, der Ausstellungstag zählt hier als ein Tag mit. Ein Rezept, welches am 01.01. ausgestellt wird, ist somit am 8.1. abgelaufen. Hat der Apotheker das Medikament nicht vorrätig, so könne es bestellen. Wichtig ist aber das rechtzeitige Einreichen, da das Rezept danach seine Gültigkeit verliert.

Es besteht aus einem Original und zwei Durchschlägen, wovon eines bei dem Arzt verbleibt, die anderen beiden gehen zunächst zur Apotheke. Dieses besondere Rezept ist mit fälschungssicheren Merkmalen ausgestattet und an weitere strenge Auflagen gebunden. Mehr Informationen zu der rechtlichen Grundlage und den genauen Vorgaben finden Sie unter anderem auf Wikipedia. Diese Rezepte müssen vom Arzt gesondert aufbewahrt werden, immer unter Verschluss gehalten und die Verordnungen werden durch die Bundesopiumsstelle überprüft. (Mehr Informationen)

Die Farben des Rezeptes – das neue e-Rezept, ab 2022 in Ihrem Smartphone

Ab dem kommenden Jahr kommt dann noch eine weitere Variante dazu. Das e-Rezept. Dieses bietet alles, was bisherige Rezepte auch kennen, nur spart es Papier, Aufwand und Wege. Mit dem neuen e-Rezept wird nach dessen Einführung die Verordnung und auch Überwachung von Neben- und Wechselwirkungen noch einfacher. Der Arzt verordnet und Sie holen in der Apotheke ab oder bestellen dieses einfach online.

Mehr Infos hat das Bundesgesundheitsministerium unter der Seite „Das E-Rezept kommt“ aufbereitet.

Auch in der privaten Krankenversicherung ist dieses heute schon möglich. Anbieter wie MedGate oder Teleclinic, mit denen verschiedene Versicherer bereits kooperieren, nutzen elektronische Verordnungen heute schon. In meinem Artikel „Wenn der Arzt durchs Smartphone schaut“ finden Sie hierzu weitere Informationen.

Farben des Rezeptes – Was müssen Sie nach beachten?

Wenn Sie sich nicht alle unterschiedlichen Fristen und Abläufe vermerken wollen, dann sollten Sie Ihre Rezepte immer sofort nach Verordnung einlösen. Meist empfiehlt auch der Arzt eine sofortige Einnahme und es macht wenig Sinn die Rezepte zuhause zu lagern.

Ob sie das Rezept (falls Sie privat versichert sind) direkt einreichen, oder zusammen mit den Arztrechnungen aufheben um eine eventuelle Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden, das hängt von Ihrem Tarif und den persönlichen Vorgaben ab. Als Privatpatient sollten Sie zudem darauf achten, dass auf dem Rezept eine Diagnose angegeben ist, oder Sie dieses zusammen mit der entsprechenden Arztrechnung einreichen. Nur so kann der Versicherer erkennen, welche Erkrankung zu dem verordneten Medikament gehört.

Danke auch an Hr. Powalowski für die fachlichen Ergänzungen als Apotheker.

Weitere Informationen

Kann ich Medikamente auch aus Internetapotheken bestellen?

Und falls Sie interessiert wie der Geldfluss hinter den Rezepten funktioniert, was genau Abrechnungszentren damit zu tun haben und warum wir immer noch Originale mit LKWs durch die Republik karren, dazu empfehle ich Ihnen einen langen, aber sehr spannenden Artikel in der Deutschen Apothekerzeitung.

Wie ein Rezept zu Geld wird

Gerade die noch nicht zu lange vergangene Insolvenz eines großen Abrechenzentrums brachte viele kleine Apotheken in Bedrängnis. Auch das lässt sich mit dem Artikel besser verstehen.

In einem späteren Artikel nehmen wir uns noch einmal der Frage an, was erstattet eine PKV denn bei Medikamenten und worin liegt der Unterschied zwischen rezept- und/oder apothekenpflichtigen Medikamenten. Auch die Frage nach Nahrungsergänzungsmitteln schauen wir uns dann weiter an.

18.
Februar '21

Vollmacht, der Makler und die liebe DKV – Kundenwunsch ist uns egal



Die Vollmacht als Kundenwunsch- interessiert aber nicht.

Als Berater erlebe ich durchaus Sachen, da weiß man nicht, ob man lachen oder weinen soll. Vielleicht erinnern Sie sich, die ContinentaleKV hatte vor einiger Zeit einmal ähnliche „Anwandlungen“ und wollte von Vollmachten nichts wissen. Warum sich Gesellschaften aber so anstellen und mit aller Gewalt versuchen Makler und Kunden völlig unnötig Arbeit zu machen, ist mir leider völlig unklar.

Vor einiger Zeit habe ich einen Kunden bei dem Wechsel aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung beraten. Nachdem das erledigt war, sollte die bestehende Police der Frau noch einmal genauer angeschaut werden. Sie sollten übrigens auch die eigene Private Krankenversicherung immer wieder einmal über die Jahre anschauen. Da geht es neben Fragen zur Angemessenheit des Krankentagegeldes auch um Fragen wie der Ausnutzung des Arbeitgeberzuschusses und anderer Punkte. Wie sich das Leben ändert, so sollte auch der Schutz innerhalb der bestehenden Gesellschaft angepasst werden.

Regelmäßige Überprüfung bestehender Verträge ist Pflicht

Hierfür hat der Gesetzgeber mit dem Paragraphen 204 des VVG eine Grundlage geschaffen. Gleiches Gesetz regelt im Übrigen auch die Überprüfbarkeit der Risikozuschläge über die Vertragslaufzeit. In unserem Fall hier ist es ähnlich. Der Vertrag wurde über Jahre nicht angeschaut. Daher hat die Kundin einen Maklerauftrag erteilt, welcher auch eine Vollmacht enthält. Eine solche Vollmacht kann auch ohne Maklervertrag erteilt werden, dazu aber später mehr.

Also habe ich die DKV einmal angefragt. Am 02. Februar 2021 bat ich also die DKV um die Zusendung einiger Unterlagen zu dem bereits bestehenden Vertrag. Normalerweise sollte es hier kein Problem geben. Ich möchte nichts ändern, nichts anpassen und auch keine Übertragung in unseren Bestand beantragen. Das folgt ggf. später, ist hier aber nicht gewünscht.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

wie heute besprochen finden Sie anbei:

  • auf uns ausgestellte Bevollmächtigung nebst Maklerauftrag und Datenschutzerklärung. Diese sende ich Ihnen gern erneut zu.

Weiterhin senden Sie uns bitte zeitnah:

  • Kopie des letzten Vers. Scheins
  • Kopie des Antrages
  • Kopie der Vereinbarung über den Risiokozuschlag in dem Vertrag

Herzlichen Dank“

Lesen und auch Verstehen, so wichtig – wenn Vollmacht drauf steht, ist es meist auch drin

Nach knapp zwei Wochen schickt die DKV dann auch eine erste Antwort. Nun kann man durchaus glauben, in zwei Wochen wird es möglich gewesen sein, wenige Unterlagen aus dem Archiv zu suchen. Leider weit gefehlt. Denn erstmal lehnen wir einfach alles ab und können anscheinend weder die Mail noch die Anlagen lesen, oder wollen nicht.

Somit schreibt mir die DKV dann folgendes:

Antwort DKV MaklervollmachtZunächst finde ich es persönlich schlimm, wenn sich Mitarbeiter hinter „Ihr DKV Kundenservice“ verstecken. Das ist aber leider eine weit verbreitete Unsitte. Kein Ansprechbarer Mitarbeiter mit Namen, nur eine zentrale service@dkv.com Mailadresse und nichts greifbares. Dann war es am Ende natürlich immer niemand.

Aber schauen wir uns einmal die Antwort an. Da wurde nicht ansatzweise gelesen. Angeblich benötigt man hier für die Zusendung der Kopien des Antrages eine uneingeschränkte Bevollmächtigung zur Vertragsänderung, Kündigung und zum Neuabschluss.“ 

Hätte sich auch nur einer die Mühe gemacht zu Lesen und wäre in der Lage es zu verstehen, dann wüsste er/sie/es recht schnell: Ich will weder etwas Neues abschließen, noch etwas ändern, noch kündigen. (was ich mit dem geschickten Maklerauftrag zumindest teilweise könnte, aber nicht will.)

Auch hinterlegen im Vertrag soll man nichts, denn ich will weder eine generelle Postvollmacht, noch den Vertrag in einen anderen Bestand übernehmen noch sonst etwas was eine solche Vollmacht rechtfertigen würde. Warum auch.

Übrigens: Auch wenn es falsch ist, kundenfreundlich wäre hier gewesen: „wir haben die Unterlagen an unseren Kunden geschickt“. Schnell, einfach, gelöst. Aber nein, wir haben ja derzeit Zeit und angeblich eh nichts zu tun und da schreibt man lieber schnell einen unsinnigen Standardtextbaustein.

Die Vollmacht interessiert die DKV hier aber leider nicht

Da anscheinend die DKV weder der Wunsch der eigenen Kundin interessiert, noch man in der Lage ist einfache Sätze zu lesen und verstehen, habe ich versucht es nochmals zu erklären und schrieb Ende letzter Woche dann ganz freundlich:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit etwas Verwunderung habe ich Ihr anliegendes Schreiben zur Kenntnis genommen.

Nachdem wir Ihnen vor zwei Wochen die Vollmacht und den Maklerauftrag übersandt haben, weisen Sie darauf hin, Sie benötigen eine „uneingeschränkte Vollmacht“ zur Vertragsänderung, Kündigung und Neuabschluss. Hierfür nennen Sie mir bitte die RECHTSGRUNDLAGE und begründen Ihre Ablehnung.

In meiner Anforderung hieß es:

„Weiterhin senden Sie uns bitte zeitnah:

Kopie des letzten Vers. Scheins
Kopie des Antrages
Kopie der Vereinbarung über den Risiokozuschlag in dem Vertrag“

Dort war keineswegs eine Kündigung, ein Neuabschluss oder eine Änderung gewünscht, diese werden wir im Fall des Kundenwunsches mit dessen Unterschrift einreichen. Die Kundin hat uns hier eindeutig und umfänglich bevollmächtigt. Mit welcher Berechtigung Sie die Herausgabe der Unterlagen verweigern, ist hier nicht ersichtlich.

Ungeachtet dessen gehe ich von einem Versehen aus.

Sollten Sie weiter bei der Haltung der Verweigerung der Zusendung angeforderter Vertragsunterlagen (siehe oben) bleiben, so lassen Sie mir das bitte schriftlich zukommen. Dieses werde ich dann im Rahmen einer Vorstandsbeschwerde und im Rahmen einer Beschwerde bei der zuständigen Aufsichtsbehörde nachfragen müssen.

Andernfalls erwarte ich die Unterlagen nunmehr binnen 7 Tagen (es sind ja schon 14 verstrichen). Eine Zusendung per EMAIL ist ebenso ausreichend.

Eine Übertragung des Vertrages ist und war aktuell nicht gewünscht!

Eine gesunde Zeit wünscht Ihnen,

Sven Hennig

Jetzt dachte ich, so schwer ist es ja nicht, kommen dann die Unterlagen. Stattdessen rief die Dame heute morgen bei meiner Mitarbeiterin an und lies ausrichten:

Vollmacht DKV Antwort Telefonnotiz

Da frage ich mich ernsthaft wie so wenig Verständnis zum Lesen eines einfachen Textes vorhanden ist. Jetzt will die Dame schon wieder den Vertrag übertragen (was diese übrigens mit dem Maklerauftrag und der enthaltenen Vollmacht tun könnte, was aber NICHT gewünscht und nie beauftragt war).

Vollmacht und DKV – interessiert nicht, was Kunde oder Makler will

Jetzt mag man sagen: „Fehler passieren halt“, das ist auch so und auch gar kein Problem. Aber… !

In einer weiteren Mail habe ich nun jedes wichtige Detail der Mails, des Maklerauftrages und der Vollmacht Satz für Satz auseinandergenommen, farbig die wichtigen Worte markiert und nochmals erklärt (was ich ja erst seit X Mails und Briefen tue), was wir denn wollen. Nämlich, ganz simpel eine Kopie von Vertragsunterlagen.

Ich WILL NIX ÜBERTRAGEN, auch nichts ändern, gar nix!

Leider ist die Bearbeitung in Servicecentern auch bei den Versicherern ein großes Problem. Niemand will sich damit beschäftigen, Hauptsache einen Textbaustein verschickt und weg vom eigenen Schreibtisch.

Das passiert leider hier bei der DKV/Ergo oft und häuft sich immer mehr.

Ich hingegen würde lieber meine Zeit in sinnvolle Beratung, meinen LiveChat oder andere Tätigkeiten investieren und habe es schlechtweg satt 2 Stunden für Sachen aufzuwenden, welche in Minuten erledigt sein können.

Fazit. Der Kunde hat nix bekommen, wir auch nicht. Jetzt warte ich dann mal wie lange die Antwort auf die neue Mail mit den farbigen Markierungen dann so dauert und ob es noch eine Chance gibt der Kundin zu helfen.