16.
Januar '20

Barmer und Merck BKK Krankenkasse im Tal der Ahnungslosen – Bindungsfrist gilt eben nicht bei PKV Wechsel


Hinweis: Auch die Merck BKK. vertritt die irrige Auffassung.

Ich habe zum Thema Bindungsfrist und dem damit einhergehenden „Verbot“ eine gesetzliche Kasse vor Ablauf der 18 Monate zu verlassen, schon so einiges geschrieben. Zudem ist es völlig klar und unstrittig, dass hier und da einmal Fehler passieren oder man es nicht alles wissen kann. Soweit ist auch nichts Schlimmes daran, man weist darauf hin und es wird korrigiert. So einfach ist das. Sollte man meinen. Die folgende Geschichte zeigt aber eklatante Wissenslücken bei Fachleuten auf, welche schon – unterstelle ich keine Böswilligkeit – erschreckend sind.

Am Ende dieses Beitrages verlinke ich zudem noch alle relevanten anderen Beiträge zu dem Thema.

Ein GKV – PKV Wechsel und die Folgen

Los geht es mit einer Beratung durch einen Vertrieb. Einer mit drei Buchstaben und einer, der sich sonst auf „wir sind die Helden für Ärzte und „verstehen Ihre Finanzen“.

Der dort angebundene Berater hat einen Kunden. Nennen wir ihn Hr. X. Unser Herr X war einmal selbstständig, dann wiederum angestellt und ist verheiratet. Nach Beratung und Klären vieler Fragen möchte unser Hr. X nun in die private Krankenversicherung wechseln und der Berater bietet die Barmenia an.

Auch wenn es gleich klingt:

BARMER ungleich BARMENIA

BARMER = Gesetzliche Krankenkasse

Barmenia = Private Krankenversicherung 

Wir werden gleich noch wissen, warum diese Unterscheidung so wichtig ist. Also beantragt der Berater den neuen Versicherungsschutz zum 01. 01. 2020 und der Versicherer nimmt nun den Antrag an. Weiterhin wird eine so genannte (und wichtige) Folgeversicherungsbescheinigung erstellt (mehr dazu hier)

Da der Vertrag von Hr. X nicht meiner ist, hier ein Bespiel von einem anderen Vertrag.

Im Prinzip ist es nur der Nachweis, dass der Versicherte auch nach seiner Kündigung weiterhin einen Schutz hat, denn nur so erfüllt dieser die Vorgaben zur Versicherungspflicht.

Ein Blick ins Gesetz hätte auch der Barmer geholfen

Unser Hr. X. macht also wie ihm geheißen und sendet eine Kündigung an die Barmer. Hiermit teilt er mit, dass eine neue private Krankenversicherung besteht und legt die entsprechende Bescheinigung bei.

Richtig wäre nun, die Barmer prüft die Mitgliedschaft, prüft ob ein Wahltarif vorliegt und bestätigt dann die Kündigung zum Ende des übernächsten Monats. In unserem Fall also wäre die Kündigung zum 1.1.2020 wirksam geworden. Das passiert also alles schon im Oktober letzten Jahres.

Doch die Barmer sieht das anders und bestätigt die Kündigung erst zu Mitte 2020, man hat ja schließlich eine Bindungsfrist. OK, Fehler passieren mal und so weist der Kunde seinen Vermittler darauf hin. Schön auch, der Vermittler des Vertriebs nimmt dann mal meinen Blogbeitrag als Argumentationshilfe.

Dennoch scheint die Barmer nicht in der Lage zu lesen. Wie sonst ist es zu erklären, selbst einen einfachen Gesetzestext nicht zu erfassen und dann auch nach Hinweis auf die falsche Aussage bei dieser zu bleiben.

Also zieht sich das nun seit fast drei Monaten hin und es passiert nichts.

Die Barmer sieht sich auch nicht in der Lage und Verantwortung dieses einmal zu hinterfragen oder genauer zu prüfen, sondern schreibt auch weiter:

Auch das Argument „wir dachten er wollte zu einer anderen Kasse“ greift hier nicht mehr. 1.) wurde die Barmer X-Mal darauf hingewiesen, dass es sich um einen Wechsel in die Private Krankenversicherung handelt, zum anderen ist der Name bekannt und zudem liegt auch eine Folgeversicherungsbestätigung vor.

Schön ist in dem Zusammenhang auch, dass anscheinend auch der PKV Vermittler es hier nicht wirklich hin bekommt und somit seit dem 1.1.2020 sowohl Beiträge an die PKV und an die GKV gezahlt werden. Ganz großartig!

Da ich Hr. X aus einem anderen Zusammenhang kenne, wurde ich immer mal wieder nach Tipps gefragt und habe schon mit Links oder Formulierungen ausgeholfen. Anscheinend begreift es die Barmer aber dennoch nicht.

Also habe ich mir – nachdem der Kunde die Barmer informiert hatte das sie mit mir reden dürfen (ist aufgrund Datenschutz auch richtig und wichtig) – erlaubt, eine kurze E-Mail zu verfassen. Mit einem Link auf meine bereits umfangreich verfassten Blogbeiträge habe ich dann nochmals auf die völlig irrige Rechtsauffassung hingewiesen.

Logbuch: 16.1.2020, 11:25 Uhr – E-Mail an die Barmer (Hier nur als Auszug)

Anscheinend hat sich nun doch jemand erbarmt und dem zuständigen Regionalbereichsdirektor das SGB V erklärt. Denn, man höre und staune…

Logbuch: 16.1.2020, 14:52 Uhr – E-Mail von der Barmer

YEAH! Man hat sich besonnen. Oder besser Frau. Die nette Dame der Barmer, die sich nun des Falls einmal angenommen hat, antwortet. Knapp drei Stunden nach meiner Mail kommt die Korrektur. Die „bisher getroffene Rechtsauffassung“ habe sich nun als „nicht korrekt“ herausgestellt.

Das freut mich und den Kunden erst, denn nun kann sowohl der Arbeitgeber richtig abrechnen, der Kunde richtig versichert sein.

Doch was wäre gewesen, wenn der Kunde hier

  • – klein beigegeben hätte

  • – es einfach als gegeben und richtig hingenommen

  • – die Kinder oder er selbst hätte im Januar zum Arzt gemusst?

Rein finanziell wäre es ein um ein Jahr höheres Eintrittsalter gewesen, denn eine Anwartschaft für sechs Monate ist dann nicht mehr wirtschaftlich sinnvoll. (bis auf wenige Ausnahmen).

MERKSATZ (liebe Barmer)

Wechsel unter Freunden = Kunden binden. Wechsel zum bösen PKV Feind = Kunde nicht gebunden!

Wechselt ein Kunde von einer GKV in eine GKV, gilt die Bildungsfrist. Wechselt ein Kunde von einer GKV in eine PKV, gilt die Bindungsfrist nicht.

Fehler passieren, nur lernen sollte man

Leider scheint dieses kein Problem eines einzelnen Mitarbeiters zu sein, sondern ein strukturelles bei der Barmer. Denn 1.) ist es nicht der erste Fall der mir hier so begegnet und 2.) waren hier mehrere Mitarbeiter beteiligt. Ein „Regionalgeschäftsführer“ und auch Mitarbeiter aus dem Servicecenter, deren Tagesgeschäft das sein dürfte.

Das Sozialversicherungsfachangestellte hier so gravierende Wissenslücken haben, erstaunt mich doch. Ich hoffe inständig, dass es keine internen Weisungen gibt, es erstmal zu versuchen ob der Kunde es glaubt.

Ganz frei nach dem Motto, wir bestehen erstmal auf die 18 Monate und sehen dann. Ich hoffe sehr, es ist nicht so. Dazu habe ich heute früh kurz einmal bei der Presseabteilung angefragt. Antwort steht aber (bis auf die Eingangsbestätigung) noch aus.

Ergänzung vom 20.02.2020

Die Barmer meint, mir nicht zu antworten, da Ihnen mein Presseausweis nicht passt. Auch gut.

Sehr geehrter Herr Henning,

wir akzeptieren Presseausweise im Sinne des Deutschen Presserates und der Innenministerkonferenz.

Mit freundlichen Grüßen

Pressesprecher

Unternehmenskommunikation

Was tun, wenn Ihre Kasse auch auf die Bindungsfrist besteht?

Dagegen vorgehen. Immer! Bitte lassen Sie sich nicht verunsichern und einschüchtern. Besteht Ihre Kasse bei einem Wechsel zu einer privaten Krankenversicherung auf eine 18-monatige Bindungsfrist dann machen Sie etwas dagegen.

Warum sollten Sie die unsinnige und falsche Rechtsauffassung hinnehmen? Nur weil die Kasse es nicht besser weiß? Sicher nicht!  Mehr Infos, aber auch Formulierungen und rechtliche Grundlagen finden Sie in meinen Beiträgen zur Bindungsfrist.

Und gerichtet an die Barmer oder andere Kassenmitarbeiter. Wenn Euch der Kunde schon auf einen Fehler hinweist oder aber sogar Links zu meinem Blogbeitrag inkl. Rechtsquelle und ausführlicher Erklärung schickt, dann lest diese doch bitte zumindest kurz und überlegt einmal.

Alternativ: Schulungen, ihr könnt Euch gern melden.

Rechtlich kostenpflichtige Ratschläge und sonstiges gehen auch- braucht aber wohl eher niemand.

LINK: Blogbeiträge zur Bindungsfrist

„Sie können erst nach 18 Monaten kündigen“ – Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse bei Übertritt in die PKV?!

02.
Januar '20

Jetzt freiwillig versichert? Post vom Arbeitgeber oder der Kasse?


Guten Tag zusammen und erstmal ein frohes und gesundes neues Jahr.

Einige von Ihnen werden in den kommenden Tagen Post bekommen, Post vom Arbeitgeber oder der gesetzlichen Krankenkasse. Die Pflichtmitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse endet, wenn Sie im Jahr 2019 ein Bruttoeinkommen von 62.550 € hatten oder dieses überschritten wurde. Dann sind Sie ab dem 1. Januar diesen Jahres nicht mehr pflichten in einer gesetzlichen Krankenkasse, sondern freiwilliges Mitglied.

Das bringt einige Änderungen mit sich. Weiterhin kursieren bei den Kassen und auch im Netz einige fragwürdige Aussagen zu Bindungsfristen und Kündigungszeiten, daher fasse ich in diesem Beitrag all die Punkte zusammen, welche Sie beachten sollten.

Dabei verlinke ich gern auf alte – bereits in den Vorjahren geschriebene – Beiträge, da die diese Thematik jedes Jahr neu ergibt.

Ende der Versicherungspflicht

Sollte Ihr Einkommen im letzten Jahr die Grenze von 60.750 € brutto und auch voraussichtlich die Grenze von 2020, also 62.550 € überschritten haben, so müssen Sie nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versichert bleiben.

Sie haben nun die Wahl zwischen beiden Systemen. Zu den grundsätzlichen Unterschieden finden Sie mehr Informationen in meinem Leitfaden, welchen Sie im Downloadbereich kostenlos laden können.

Wichtig ist noch zu wissen, es gibt jetzt noch ein rückwirkendes Austrittsrecht. Heißt, solange Sie mit der Krankenkassenkarte in diesem Jahr nicht beim Arzt waren, können Sie auch noch rückwirkend zum 1. Januar austreten. Aber: Lassen Sie sich Zeit und überlegen in Ruhe und nicht übereilt. Das Schreiben der Krankenkasse kommt meist nicht vor Mitte/ Ende Januar, bei einigen sogar später. Das heißt nicht, dass Sie darauf warten müssen. Beginnen Sie mit den Überlegungen jetzt und sehen dann in Ruhe weiter. Im folgenden Beitrag habe ich bereits im Jahr 2019 alles für Sie zusammengefasst.

„Sie sind nun freiwillig versichert.“ – ein Schreiben der Krankenkasse welches alles verändern kann, aber nichts muss

 

Sie müssen nicht aus der GKV raus

Auch wichtig, Sie können raus, müssen aber nicht. Auch als freiwilliges Mitglied können Sie in der bisherigen oder einer anderen GKV versichert bleiben. Dabei sollten Sie aber eines bedenken. Ändert sich der Status, so verlieren Sie auch Leistungen.

So müssen Sie in der Elternzeit nun Beiträge zahlen, was Sie als Pflichtmitglied nicht mussten. Details dazu in dem folgenden Beitrag:

Elternzeit und die (nicht immer) beitragsfreie Versicherung in der gesetzlichen Krankenkasse

und auch in dem hier verlinkten Beitrag noch einige Änderungen zur Elternzeit und besonders zur Beitragsberechnung.

Elternzeit und die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenkasse

 

Familienversicherung und Kinder beachten

Wer bisher gesetzlich und nun vielleicht zukünftig privat versichert sein möchte, der bedenkt bitte auch die Auswirkungen auf die Familienversicherung. Dabei ergeben sich auch Jahre nach einem Wechsel immer wieder – teils gravierende – Probleme.

Entfall der Familienversicherung – wie kann ich mein Kind rückwirkend versichern?

In der hier folgenden Übersicht sehen Sie, wann das Kind wie versichert werden muss. Die Heirat (oder die geplante) ist ein wichtiges Datum, auch oder gerade für den Versicherungsschutz. Die Übersicht gibt es auch als pdf- ideal für das schwarze Brett in der Firma oder als Schreibtischunterlage.

Der Unsinn zur 18-Monate Bindungsfrist

Leider scheinen einige gesetzliche Kassen es bewusst darauf anzulegen, einen Dummen gefunden zu haben der den Unsinn auch glaubt. Da wird einfach behauptet:

Sie sind noch keine 18 Monate bei uns versichert, dann können Sie gar nicht kündigen.

Das ist leider falsch und ich möchte hoffen, dass es nur Unwissen und nicht bewusste Täuschung ist. Denn ganz einfach und simpel. Bei einem Wechsel zur privaten Krankenkasse gibt es keine Bindungsfrist von 18 Monaten, auch wenn die Kasse etwas anderes behauptet.

Mit welcher Formulierung Sie dann doch raus kommen und was Sie wem und wann schreiben müssen, das habe ich im Beitrag zusammengefasst.

18 Monate Bindungsfrist und die falschen Aussagen der Krankenkasse

Lassen Sie sich also bitte nicht verunsichern oder glauben den Unsinn auch noch. Bestehen Sie auf einem Bescheid, einem mit Rechtsbehelf, dann geht das auch.

Wahltarife – machen Sie mal schnell – dann lassen wir Sie nicht mehr weg

Ein anderes beliebtes Mittel Kunden zu binden sind so genannte Wahltarife. Auch wenn der Gesetzgeber in der Vergangenheit die Regelungen verändert hat, mit einem solchen selbst ausgesuchten Tarif mit

– Selbstbeteiligung

– Rückerstattung bei Leistungsfreiheit

– besonderen Therapieformen und Vorsorgeleistungen

kann durchaus eine lange Bindung an die Kasse bestehen. Daran ändert auch ein Statuswechsel nichts. Daher ist es immer gut genau zu überlegen, immer dann wenn besondere Tarife abgeschlossen werden sollen.

Wahltarife und Zusatzbausteine in der GKV verhindern Kündigung – Ein Ratgeber

Sie sehen also, es gibt einiges zu bedenken, zu überlegen und zu beachten. Daher machen Sie sich ganz in Ruhe Gedanken, lassen sich nicht hetzen, verunsichern oder drängen und überlegen sehr genau, wie es mit dem zukünftigen Schutz weitergehen soll. Auf der speziellen Beratungsseite zur PKV und auch der zur Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Unterlagen, Fragebögen, Videos und Hinweise für Unterstützung auf dem Weg, ihrem Weg!

Haben Sie weitere Fragen, vielleicht auch solche die für andere Leser interessant sein können? Dann schildern Sie Ihren Fall oder stellen Sie Ihre Frage gern direkt unter dem Beitrag als Kommentar. Ich beantworte und ergänze dieses dann.

12.
Dezember '19

Der immer erreichbare Berater? – was erwarten Sie ? Ihre Meinung bitte!


Ich bin nun schon etwas in der Branche unterwegs, mache vieles ein bisschen anders und bin recht gut erreichbar. Schauen Sie sich einmal in den Referenzen um und lesen sich einige davon in Ruhe durch, dann finden Sie einen Punkt immer wieder als positives Merkmal.

„ist superschnell erreichbar“
„antwortet auch spät abends noch“
„auch zu ungewöhnlichen Zeiten noch erreichbar“

Ich habe schon mit Kunden nachts um eins geschrieben, sogar Sprachnachrichten geschickt. Da ich aber neben diesem, meinem Lieblings“job“ durchaus noch anderes tue und daher oft einmal gern in anderen Zeitzonen unterwegs bin, ist das auch gar nicht schlimm.

Aber selbst wenn ich am Abend auf der Couch sitze, antworte ich noch auf eine Mail oder eine WhatsApp. Warum? Weil es mir Spaß macht. Nach über zwanzig Jahren in der PKV und BU Beratung muss ich vieles nicht mehr nachsehen, nachschlagen oder suchen. Ich (das soll nicht überheblich klingen bitte) weiß es einfach.

Ich bekam einmal einT-Shirt geschenkt und das trug folgende Aufschrift:

(c) Shirtracer auf Amazon

und das ist eben nach langen Jahren Erfahrung und Leidenschaft im Job auch so, das geht mir nicht anders wie Ihnen, in Ihrem Tagesgeschäft.

Auf der anderen Seite ist es „reine Faulheit“. Nehmen wir an Sie schreiben mir um 21.45 Uhr eine Nachricht, dann sehe ich diese, muss morgen früh daran denken und antworte Ihnen. Vielleicht vergesse ich es auch, weil zehn andere etwas gefragt haben. Da antworte ich lieber gleich. Sie sind zufrieden und ich auch, weil „aus dem Kopf“ und Platz für andere Gedanken.

Durch einen Blogbeitrag eines guten Branchenkollegen, dem Mattias W. Schlattmaier- einer DEVK Agentur- kam ich kürzlich auf das Thema Erreichbarkeit und freue mich, wenn Sie / Ihr mir hierzu Ihre/ Eure Meinung sagen würdet.

Gern einfach als Kommentar zu diesem Beitrag, gern auch via Facebook oder wo auch immer Ihr/ Sie mich sonst so kennt/ kennen und mir folgen.

Vorher aber noch einige Gedanken dazu.

Ich mache das nicht weil ich es muss, ich muss sicher nicht antworten um 22 Uhr, auch nicht um 19, auch nicht wenn es bei Ihnen nachts ist. Aber warum sollte ich nicht, wenn ich es weiß, es nahezu keinen Mehraufwand bedeutet und ich Spaß daran habe?

Habe ich keine Zeit, lese es nicht, habe keine Lust, das iPhone nicht mit, keinen Zugriff auf E-Mails oder was auch immer, dann tue ich es nicht. Es zwingt mich ja niemand.

In seinem Beitrag hat Matthias einen Kollegen zitiert, der eine andere Auffassung hatte und sogar in seinen Mails als Signatur festschrieb, er sei immer erreichbar, auch am Wochenende. Dieser Berater vertrat die Auffassung das seine (umsatzstärksten) Kunden hier nur und ausschließlich von Ihm beraten und betreut werden sollen. Selbst seinen eigenen Mitarbeitern traut er das nicht zu.

Bei mir gibt es eine solche Unterscheidung nicht. Bin ich erreichbar, dann antworte ich Ihnen auch und das egal ob Sie Kundin/ Kunde sind, eine Frage im LiveChat haben oder einfach nur so einen Tipp brauchen.

Ja, Marketingagenturen oder Consultants predigen gern die Klassifizierung von Kunden, also A, B, C Kunden oder noch mehr. Klar wissen Sie das nicht und klar gibt es Umsatzunterschiede bei Kunden. Aber ist der mit nur einer Frage (der aber vielleicht daraufhin zwei, drei anderen begeistert von mir und meinem Wissen erzählt) weniger „wichtig“? Ist der, der zwei, drei oder sieben Verträge hat besser?

Ihre Meinung ist gefragt.

Dazu gern einige Fragen, die Sie natürlich nicht beantworten müssen, auch nicht alle. Ich freue mich über jede Antwort, egal ob zu einer oder allen Fragen und noch mehr über Ihre Meinung.

Denken Sie bitte einmal an Ihren Berater in Versicherungs-/ finanzfragen.

1.) Wie wichtig ist Ihnen eine ständige Erreichbarkeit (abgesehen von den Notfallhotlines der Versicherer)?
2.) In welcher Zeitspanne erwarten Sie Antworten auf a.) einfache und b.) komplexe Fragen/ Probleme in einer E-Mail/ Nachricht?
3.) Ist Ihnen eine schnelle (WhatsApp/ knappe Mail) wichtiger im Vergleich zu einer ausführlichen, ausformulierten E-Mail (die länger dauert?)
4.) Falls Sie spät eine Mail schreiben (z.Bsp. nach 21 Uhr), wie „überrascht“ wären Sie von einer Antwort binnen Minuten?
5.) Was wäre hier eher Ihr Gedanke? a.) „hat der/die denn nie Feierabend und keine Familie“? oder b.) super, er/sie ist ja echt immer erreichbar?

Schreiben Sie einfach in die Kommentare und lassen mich wissen, wie Sie das sehen. Vielleicht auch wie das bei Ihnen und Ihren Kunden (falls Sie solche haben) ist? Erwartet das Ihr Arbeitgeber vielleicht sogar von Ihnen?

UND AN DIE KOLLEGEN die hier mitlesen.

Wie seht Ihr das? Wie macht ihr das bei Euren Kunden und was erwarten (oder glaubt ihr erwarten) diese von Euch?

Ich freue mich auf eine spannende Diskussion, egal über welchen Kanal.

29.
November '19

Beitragserhöhung bekommen? Egal ob Signal, Axa, DKV, Allianz oder andere, hier Hinweise und Tipps was zu tun ist und was besser nicht


Es ist Ende November. Wie jedes Jahr verschicken einige Krankenversicherungen derzeit die Schreiben zur Beitragsanpassung und – neu in diesem Jahr – alle die Anpassungen in der Pflegeversicherung. Damit ist auch die Zeit gekommen, in der Anfragen über mein kostenloses LiveChat Angebot noch stärker ansteigen und immer mehr Fragende sich auf der Suche nach einem Tipp an mich wenden.

Damit dieses Angebot auch weiterhin (zeitlich und personell) realisierbar bleibt, nutze ich diesen Beitrag, um häufige Fragen zu bündeln und direkt zu beantworten. Daher haben Sie bitte Verständnis, dass Sie ggf. auch im LiveChat hier her geleitet wurden und Ihre Frage hier ausführlicher beantwortet ist.

  1. Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?
  2. Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?
  3. Müssen alle versicherten Personen wechseln?
  4. Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?
  5. Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?
  6. Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?
  7. Was passiert mit meinen Rückstellungen?
  8. Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?
  9. Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?
  10. Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV!

1.) Warum passt mein Versicherer die Beiträge an?

Die Beitragsanpassung in der privaten Krankenversicherung hat verschiedene Gründe und oft auch solche, die einige von Ihnen eher als „das sagen die eh nur um einen Grund zu suchen“ sehen. Im Wesentlichen bedarf eine Krankenversicherung immer dann einer Anpassung, wenn die Gefahr besteht seine Leistungen, ohne eine solche Anpassung nicht mehr dauerhaft erfüllen zu können.

Dabei spielen Gründe wie die längere Lebenserwartung, die gestiegenen Arzt-/ Gesundheitskosten und auch (entscheidend) die andauernd niedrigen Zinsen eine Rolle. Zu den Gründen und der Zusammensetzung einer Anpassung finden Sie unter dem Punkt PKV/Beitragsanpassung hier auf der Webseite einige detailliertere Informationen.

Doch gerade den Punkt „niedrige Zinsen“ möchte ich hier noch einmal etwas genauer aufgreifen. Die Central hatte das neulich in einem Brief in Zahlen, ich habe mich für ein Diagramm entschieden.

In der privaten Krankenversicherung werden Teile des monatlichen Beitrages zurückgelegt und verzinst, um hiermit die Kosten im Alter zu finanzieren. Nehmen wir also an, die Lebenserwartung ändert sich nicht und auch die Kosten nicht, sondern nur die Zinsen.

Wir legen also 100 € monatlich an und erhalten – bei 3,5% Zinsen – nach 30 Jahren 63.541 €.

Nun sinken die Zinsen am Kapitalmarkt um 1%, also erhalten wir nur noch 53.536 €. Blöd, denn wir brauchen ja die 63.000 €, um unsere Gesundheitskosten zu finanzieren, denn nur weil es weniger Zinsen gibt, wird ja der Kapitalbedarf nicht geringer.

Also müssen wir mehr Geld zur Seite legen, um den gleichen Endbetrag zu haben. In unserem Fall benötigen wir genau 118,69 €, um nach 30 Jahren mit 2,5% genau den Endbetrag zu haben, den wir mit 100 € bei 3,5% erhalten haben.

Übertragen auf die PKV bedeutet das: Wir müssen den monatlichen Beitrag/ die Rücklage um 18% erhöhen, damit am Ende alles bleibt wie es ist.Das ist nun eine sehr vereinfachte Darstellung und natürlich abhängig vom Alter, der Restlaufzeit, bereits angesparten Rückstellungen und vielen Faktoren mehr. Aber es zeigt – hoffe ich – Ihnen sehr verständlich und einfach warum der Versicherer hier reagieren muss.

2.) Sollte ich nun kündigen, um zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln?

Niemals, absolut niemals ist eine Beitragsanpassung allein ein Grund den privaten Krankenversicherungsvertrag zu kündigen. Es kann ein Anlass sein sich mit dem Umfang des Schutzes, der Tarifwelt des Versicherers oder dem eigenen Leistungsanspruch zu beschäftigen.

Allein aufgrund einer Anpassung sollten Sie aber nicht kündigen. In anderen Artikeln habe ich aber bereits weitere Details geliefert und diese auch, getrennt nach Gesellschaften. So finden Sie hier zum Beispiel etwas zu Lesen.

Einige Anbieter glauben nun, mit einem (befristeten) Bonus kann man Kunden halten, welche sonst gegangen wären. So falsch es ist einfach zu kündigen, so gefährlich und unlogisch ist auch ein solcher Bonus.

Was Sie aber nun dennoch tun können und sollten, das finden Sie in den Empfehlungen am Ende des Artikels. Doch nun weiter mit anderen Fragen.

3.) Müssen alle versicherten Personen wechseln?

Nehmen wir an Sie haben schon gekündigt oder wollen (nicht allein aus Gründen der BAP) wechseln. Häufig kommt die Frage auf, was mit mitversicherten Personen passiert und ob alle oder keiner wechseln können. Gerade bei mitversicherten Kindern, Ehepartnern kann es durchaus vorkommen, dass einer nicht mehr so gesund und in der Lage ist zu wechseln.

Auch wenn es hier manchmal haarsträubende Aussagen im Netz gibt, Sie können die Kündigung allein entscheiden und sich auch selbst für jede Person entscheiden. Möchten Sie also die Kinder bei dem alten Unternehmen lassen und selbst einen anderweitigen Schutz nutzen, so geht das Problemlos. Achten Sie nur bei der Kündigung darauf, nur die gewünschten Personen zu kündigen.

Auch Versicherer, welche sonst Kinder gar nicht allein versichern würden, können das Kind nicht einfach „vor die Tür setzen“ oder darauf bestehen dieses auch wechseln zu lassen.

Im Übrigen gibt es auch nur für die Kunden ein Sonderkündigungsrecht, deren Beiträge angepasst werden. Ist das bei einzelnen Personen nicht so, so kann auch diese nicht kündigen. Einige Ausnahmen machen Unternehmen bei Kindern. Wechselt ein Elternteil aufgrund einer Anpassung, KANNN (aus Kulanz) der Versicherer das Kind auch mit wechseln lassen, muss es aber nicht.

4.) Wie lange habe ich das Recht zur Kündigung?

Die Regelungen zur Kündigung nach einer Beitragsanpassung finden sich in den gesetzlichen Grundlagen. Schauen wir daher einmal in den §205 VVG.

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Weitere Informationen zu einer Kündigung der PKV auch im Artikel:

Wer also jetzt erst seine Beitragsanpassung bekam oder bekommt, der hat noch alle Zeit der Welt.

5.) Soll ich schon einmal vorsorglich kündigen?

Nein, das sollten Sie nicht. Hierbei ist es zwar durchaus möglich, dass bei fehlendem Nachweis der Folgeversicherung eine solche Kündigung dann unwirksam wird und Sie bei dem Versicherer bleiben müssen, das gilt aber nicht für alle Bestandteile des Tarifes und daher ist hier Vorsicht geboten.

6.) Kann ich meine Kinder allein woanders versichern?

Ja. Genau wie schon bei Frage 3 angesprochen, können auch die Kinder allein versichert werden. Aufpassen sollten hier Angestellte nur auf einen Punkt. Der Arbeitnehmer, welcher den Zuschuss vom Arbeitgeber auch für die Familienangehörigen in der PKV haben möchte, der muss auch Versicherungsnehmer sein. Es muss eben nicht der gleiche Versicherer sein, aber der VN muss immer der Arbeitnehmer sein.

Es geht also nicht, dass die Mutter einen Antrag für die Kinder stellt und hier VN wird und der Vater bei seinem Arbeitgeber dann den Zuschuss für die Kinder bekommt. Der Versicherer stellt die Bescheinigung nach 257 SGBV nur für den aus, der auch Inhaber des Vertrages ist.

7.) Was passiert mit meinen Rückstellungen?

Auch diese Frage ist leider pauschal nicht zu beantworten. Dazu sind eine Reihe weiterer Informationen nötig, da es über die Jahre ganz unterschiedliche Verträge gab. Daher ist es wichtig zu wissen WANN der Vertrag abgeschlossen wurde und ob ggf. hier Änderungen vorgenommen wurden.

Erst kürzlich abgeschlossene Verträge in der Privaten Krankenversicherung besitzen sogenannte portierbare Rückstellungen. Also können die angesammelten Alterungsrückstellungen zu einem neuen Unternehmen mitgenommen werden. Das gilt auch und insbesondere für Gesetzlichen Zuschlag und andere Komponenten. Dennoch ist immer das neue Gesundheitsrisiko und Eintrittsalter zu beachten.

Bei alten Verträgen hingegen kann es durchaus sein, dass diese Rückstellungen nicht mitzunehmen sind und daher dann beim Versicherer verbleiben.

8.) Ist ein Altersentlasungsbaustein (Beitragsentlastung) sinnvoll?

Bei jeder Anpassung kommt es zur gleichen Überlegung. Soll ich privat oder innerhalb der Krankenversicherung noch eine zusätzliche Sicherheit einbauen und einen so genannten Altersentlastungstarif abschließen?

Auch hier gibt es keineswegs ein generelles JA oder NEIN. Es ist immer von der Situation abhängig. Dafür sprechen mehr Sicherheit im Alter, die Anrechenbarkeit bei der Steuer und ggf. ein Arbeitgeberzuschuss. Dagegen die schwierige „Mitnahme“ solcher Gelder, die Weiterzahlung im Alter und einiges mehr.

9.) Bekomme ich meine Beitragsrückerstattung auch dann, wenn ich zum 01. Januar wechseln würde?

Eine der häufigsten Fragen. Es geht um die Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit im Jahr 2019. Wer nun wechselt und damit zum 01. Januar den Versicherer verlassen möchte, der verzichtet auch auf die Auszahlung der Beitragsrückerstattung.

Diese ist zwar generell kein Kriterium bei der Auswahl des Versicherers und sollte es auch nie sein, aber man muss eben wissen was hier passiert. Die Versicherer haben in den Bedingungen eine Regelung, welche einen ungekündigten und bezahlten Vertrag an einem Stichtag voraussetzt. Das ist oft im Juni oder Juli und somit können Sie nicht zum Januar kündigen.

Jetzt zu glauben „dann mache ich das nächstes Jahr“ ist aber genauso unsinnig, denn diese Regelung gilt dann für das Folgejahr natürlich auch wieder.

10.) Wenn schon wechseln, dann mit Anwartschaft – ein Jahr jünger in die PKV

Kommen Sie nun aber nach den (folgenden) Kriterien zu dem Ergebnis, der Tarif und auch der Versicherer passen nicht mehr zu Ihnen und Sie „wollen da weg“, dann überlegen Sie bitte zumindest das Thema Anwartschaft. Mit einer solchen können Sie auch zum 1. Januar noch mit dem Eintrittsalter 2019 in die neue Gesellschaft wechseln. Dieses erfordert einen Beitrag für den Monat Dezember, der rechnet sich aber sehr schnell. Alle weiteren Informationen hierzu und Hinweise was es zu beachten gibt, habe ich in meinem Beitrag zusammengefasst.

Mindestens genauso wichtig ist aber, Ruhe zu bewahren und sich nicht hetzen oder gar von Beratern unter Druck setzen zu lassen. Mehr dazu und warum das schlecht und schlimm ist, finden Sie hier:

Beitragsanpassung in Ihrem Tarif – Fakten – Infos und was Sie tun können und sollten

Wichtig ist zunächst

RUHE BEWAHREN

– NICHTS ÜBERSTÜTZEN –

SICH NICHT HETZEN LASSEN

Jeder, egal ob Berater, Bekannte, Freunde und Kollegen, die Sie zu etwas überreden oder zu einem schnellen Entschluss drängen wollen, die setzten Sie am besten (zumindest bei diesem Thema) gedanklich vor die Tür. Es bringt einfach nichts.

Übrigens, Freunde und Bekannte sind – auch wenn diese zufrieden sind bei ihrem Versicherer – kein guter Ratgeber. Warum lesen Sie im HIER IM Beitrag.

Bevor Sie sich einen Berater suchen, oder mich gern um Rat fragen, benötigen wir und auch jeder andere Berater einige erste Informationen.

  • Wo sind Sie versichert?
  • Wie alt sind Sie?
  • Seit wann sind Sie versichert?
  • Wie genau heißt Ihr Tarif?
  • Was wurde genau erhöht?
  • Was genau stört Sie an dem Tarif?
  • Warum denken Sie über einen Wechsel nach?

Wenn Sie den nun folgenden Link nutzen, können Sie Ihre Antworten einfach direkt in der Mail dahinter schreiben. Die Erstinformation und Datenschutzerklärung finden Sie hier zum Download.

ALLE FRAGEN MIT EINEM KLICK HIER AUSFÜLLEN

Nachdem Sie anscheinend bis hierher nicht aufgegeben haben und immer noch dabei sind, hier noch einige Links mit weiteren Informationen und Hinweisen, insbesondere zu den Auswahlkriterien und dem generellen Prozess.

Weitere Informationen, Links und Videos mit Hilfestellungen zur Auswahl erhalten Sie bei Bedarf direkt per Mail.

26.
November '19

Signal Iduna – Beitragsanpassung zum Januar – wir kaufen uns unsere Kunden mit Geschenken zurück – Was Sie zum Treuebonus wissen müssen


Einige meiner Leser hier werden sich an den Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ erinnert fühlen. Jahr für Jahr dasselbe Spiel, nur die Methoden werden anders und immer schwerer wird ein seriöser Vergleich. Was ich meine sind Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung. Diese sind wichtig, richtig und notwendig. Weder einer noch ein anderer Versicherer kann sich Gründen wie

  • – einer höheren Lebenserwartung der Versicherten

  • – weniger Zinsen auf Kapitalanlagen

  • – steigende Kosten für bestimmte Therapien

entziehen und muss darauf reagieren. Schließlich erwarten Sie – ganz berechtigt – Leistungen Ihres Vertrages auch dann und gerade dann, wenn Sie schwerer krank sind.

Wer muss die Beitragsanpassung zahlen?

Nun, der Versicherungsnehmer und/ oder die versicherten Personen in einem Vertrag sind auch die, welche die Anpassung zu zahlen haben. Der Versicherer berechnet die Mehrkosten, die Kosten aufgrund höherer Zuführung zur Altersrückstellung und den Mehrkosten durch steigende Ausgaben. Ganz vereinfacht wird diese Batzen Kosten dann auf die Versicherten in den einzelnen Kollektiven umgelegt und führt dann zu einer Anpassung. Diese findet – natürlich – in Euro statt und kann je nach Alter und Zugehörigkeit ganz unterschiedlich hoch ausfallen.

Informationen zu Anpassungen in einigen Signal Tarifen 2020 finden Sie hier.

Kann ich eine solche Anpassung ablehnen?

Sie haben natürlich das Recht eine solche Anpassung und deren Richtigkeit überprüfen zu lassen. Das kann und muss ein entsprechender Sachverständiger tun und hier benötigt wer umfangreiche Unterlagen zur Kalkulation, zu den Hintergründen der Tarife und die Berechnung. Sind Sie also mit der Höhe nicht einverstanden oder glauben diese sei falsch, so sollten Sie Hilfe in Anspruch nehmen. Wichtig hierbei, es kann nur angepasst werden, wenn ein unabhängiger Treuhändler dieser Anpassung zugestimmt hat. Ob dieser „unabhängig genug“ war und wie diese Zustimmung aussah, ist erst auf den zweiten Blick ersichtlich. Das war und ist noch Gegenstand von Gerichtsverfahren gegen die Axa Krankenversicherung. Das aber nur als allgemeine Information am Rande, denn um dieses Verfahren soll es hier gar nicht gehen. Vielmehr aber um ein Verfahren und eine Möglichkeit, welche letzten Jahr auch die Axa für sich entdeckt hat. Vorher aber noch die Antwort auf eine andere Frage.

Beteiligt sich der Arbeitgeber daran?

Ja, zumindest wenn Sie in einem Angestelltenverhältnis sind und der Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft wurde. Dieser wird im Jahre 2020 auch erneut steigen und damit bekommen Sie auch im Jahr 2020 vielleicht sogar noch etwas mehr Zuschuss. Pauschal ist das nicht zu sagen, aber in Zahlen können Sie das sehr einfach prüfen. Zunächst brauchen wir folgende Informationen:

  • – Wie hoch war Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2019?

  • – Wie hoch war der Beitrag (oder der Anteil im Gesamtbeitrag) zur Pflegepflichtversicherung 2019?

  • – Wie hoch soll Ihr Beitrag zur Krankenversicherung in 2020 sein? (ohne Treue-/ Super-bleiben-Sie-Bonus oder sonstigen Unsinn)

  • – Wie hoch soll der Anteil oder der Beitrag zur Pflegeversicherung 2020 sein?

Mit diesen Zahlen im Gepäck, lässt sich ein verbleibender Zuschuss recht einfach ausrechnen.

davon 50% max. AG Zuschuss

 

Beitrag KV 2019 351,66 €
Beitrag Pflege 2019 69,20 €
Beitrag KV 2020 367,97 €
Beitrag Pflege 2020  

71,48 €

In der Tabelle berechnen Sie dann 50% Ihres persönlichen PKV und Pflegebeitrages in 2019 und 2019 und davon genau die Hälfte. Diese Zahlen vergleichen Sie dann mit dem Höchstzuschuss des Arbeitgebers in 2019 und 2020 und wissen so schnell, ob noch „Luft“ ist oder ob Sie den AG Zuschuss bereits ausgeschöpft haben. Die genauen Zahlen und alle Daten zu den Werten und auch weitere Übersichten zum Download finden Sie im Beitrag „Sozialversicherungswerte 2020“.

Der Trick mit dem Treuebonus

Wer also seinen Zuschuss in der Privaten Krankenversicherung in seinem Vertrag noch nicht ganz ausgeschöpft hat, der zahlt eine anstehende Erhöhung nicht zu 100%, sondern teilt sich auch diese mit dem Arbeitgeber. Der übernimmt, im Rahmen seines Zuschusses, die halbe Beitragsanpassung. Zum Rest des Artikels »