20.
April '20

Continentale Krankenversicherung mit neuem Tarif PREMIUM – eine ausführliche Tarifbewertung


Die Continentale Krankenversicherung hat sich zum 01. April und ganz ohne Scherz, für die Einführung eines neuen Tarifes entschieden. Zu den bestehenden Tarifen der Serien ECONOMY, COMFORT und BUSINESS kommt nun eine weitere Tarifreihe.

Im Gegensatz zu der Vermutung heißt diese aber nun nicht First (Class), sondern PREMIUM.

Mit dem neuen Tarifwerk Premium möchte die Continentale einen verbesserten Schutz bieten und eine andere Zielgruppe, die mit hohen Leistungsansprüchen, endlich wieder zu eigenen Kunden machen. Das gelang in der Vergangenheit eher nicht, da die vorhandenen Tarife eher preisorientiert sind.

Zudem bergen die fallbezogenen Selbstbeteiligungen doch einige Gefahren.

Was sich nun im neuen Tarif geändert hat, welche Leistungen neu und gut und welche vielleicht weiterhin schwierig sind, das schaue ich mir mit Ihnen gemeinsam auf den kommenden 13 Seiten Kommentar zur Tarifeinführung an.

Warum ich glaube, dass die Continentale hierbei Fehler aus der Vergangenheit wiederholt und schon mit dem ersten Prospekt falsche Anreize schafft, das lesen Sie hier.

Zur besseren Lesbarkeit finden Sie den Kommentar als eigenständige PDF Datei im Downloadbereich, oder durch klicken auf das Bild am Ende des Textes hier.

Sehr geehrte Leser,

ein neues Jahr, in vielerlei Hinsicht ein Jahr mit besonderen Herausforderungen. Zumindest aus der aktuellen Erfahrung in der Beratung, wandeln sich nicht nur die Ansprüche der Versicherten, es ändern sich auch gravierend die Produkte und Angebote der Versicherer.

Auch die Continentale Krankenversicherung, welche mit der fallbezogenen Selbstbeteiligung einen sehr eigenwilligen Weg am Markt bestreitet, kann den neuen Anforderungen und Wünschen der (potenziellen) Kunden nicht entgehen und führte damit vor einigen Tagen einen neuen Tarif der Krankenvollversicherung am Markt ein.

PREMIUM – der neue Krankenvolltarif der Continentale Krankenversicherung aG

In der Vergangenheit hatte man sich (aus meiner Sicht durchaus zu viel) auf das Kriterium „billig“ gestürzt und teilweise sah es so aus, als müsste man um jeden Preis die Prämie der Mitbewerber unterbieten, oder zumindest den Anschein erwecken dies zu können.

Wie sich der neue Tarif am Markt positioniert und welche Vor- und Nachteile dieser bietet, das schauen wir uns hier gemeinsam im Detail an.

HIER WEITERLESEN

Kommentar zur Tarifeinführung CONTINENTALE PREMIUM [pdf]

Weitere Unterlagen zu dem Tarif finden Sie hier:

24.
März '20

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten


Das Thema Kurzarbeit und private Krankenversicherung, aber auch das Thema Kurzarbeit generell beschäftigt aktuell viele Arbeitnehmer und Unternehmen. Dabei tauchen auch hier im LiveChat immer wieder fast gleiche Fragen auf. Ich habe mich daher entschlossen einige von diesen Fragen etwas zu bündeln und eine einer Art „FAQ“ zusammenzusammeln. Sollten Ihnen weitere Fragen einfallen, senden Sie diese gern über das Kontaktformular, im LiveChat oder als Kommentar zu diesem Beitrag.

Bitte beachten Sie zudem vorab: Dieser Beitrag stellt eine Sammlung von Fragen und Antworten dar. Eine individuelle Beratung oder gar Rechtsberatung ist hier weder erlaubt noch möglich. Dazu wenden Sie sich bitte an einen Rechtsanwalt oder Steuerberater.

HINWEIS: Sie können direkt auf die Fragen klicken und springen direkt dort hin.

1.) Tritt durch Kurzarbeit Versicherungspflicht ein?

Nein. Allein durch die Kurzarbeit tritt keine Versicherungspflicht ein. In der Zeit der Kurzarbeit wird weiter ein fiktives Einkommen in der identischen Höhe wie bisher angenommen und damit gibt es (fiktiv) kein verändertes Einkommen.

Das bedeutet also. Haben Sie zum Beispiel Januar bis März ein Bruttoeinkommen von 6.000 € gehabt und diese reduziert sich durch Kurzarbeit in den Monaten April bis August auf 2.000 € (oder einen anderen Betrag), so bleibt Ihr anzurechnendes Jahreseinkommen zur JAEG (und damit zur Prüfung ob Versicherungspflicht eintritt) bei 72.000 €. (Dabei werden 12 Monate a 6.000 € angesetzt)

Auszug aus dem Rundschreiben der Spitzenverbände der Krankenkassen „Versicherungsfreiheit von Arbeitnehmern bei Überschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze vom 20. März 2019“:

Ein bei vorliegender Versicherungsfreiheit nur vorübergehendes Unterschreiten der Jahresarbeitsentgeltgrenze, das ohne Auswirkungen auf den Versicherungsstatus bleibt, wird nur in engen Grenzen für zulässig und vertretbar erachtet und ist auf wenige Sachverhalte beschränkt. In Betracht kommen im Wesentlichen die Fälle der Kurzarbeit (mit Ausnahme des Bezugs von Transferkurzarbeitergeld) und der stufenweisen Wiedereingliederung in das Erwerbsleben. In diesen Fällen bleibt der Versicherungsstatus für die Dauer des jeweiligen Tatbestandes unverändert. Dies ist gerechtfertigt, da das aus Anlass der Kurzarbeit oder der Wiedereingliederung ausfallende regelmäßige Arbeitsentgelt durch eine Entgeltersatzleistung (Kurzarbeitergeld bzw. Krankengeld) ersetzt wird und der eigentliche Entgeltanspruch dem Grunde nach unberührt bleibt.

1.1.) Wie wird die Kurzarbeit am Jahresende bei dem Gesamteinkommen berücksichtigt?

Hierbei ist es, wie unter 1.) beschrieben. Nicht nur bei der monatlichen Bewertung, auch bei der Betrachtung der Jahreseinkünfte wird hier fiktiv weitergerechnet und der Arbeitgeber meldet hier keine Versicherungspflicht. Das sollten Sie jedoch am Jahresende selbst im Auge behalten, da hier Fehler schnell zu größeren Problemen führen können.

2.) Wie berechnet sich das Kurzarbeitergeld – Onlinerechner

Das Kurzarbeitergeld (KUG) berechnet sich nach einem fixen Satz. Dabei muss zuerst der Einkommensverlust durch die Kurzarbeit berechnet werden.

Würden wir eine Steuer nicht berücksichtigen, so sieht das vereinfacht so aus.

  • bisheriges Brutto: 6.000 €
  • Kurzarbeit 50% Brutto (0-100% möglich): 3.000 €
  • Differenz: 3.000 €

Das Kurzarbeitergeld beträgt nun 60% (ohne Kinder) oder 67% (mit Kinderfreibetrag).

Mit dem Rechner (EXTERNER ANBIETER) oder vielen anderen Kurzarbeitergeldrechnern können Sie das exakte Kurzarbeitergeld berechnen.

Mit diesem Rechner lassen sich die Auswirkungen einer Kurzarbeit berechnet. Nach Eingabe Ihrer persönlichen Daten erhalten Sie Ihre individuelle Berechnung des Kurzarbeitergeldes.

2.2.) Kann der Arbeitgeber das Kurzarbeitergeld aufstocken?

Ja, der Arbeitgeber kann, wenn es seine Leistungsfähigkeit zulässt, das Kurzarbeitergeld aufstocken. Dabei gelten einige Besonderheiten, welche sich hier insbesondere mit den Sozialabgaben auf diesen Zuschuss beschäftigen.

Generell gelten zunächst die gleichen Eckdaten wie bisher bei der Berechnung des Kurzarbeitergeldes (KUG). Dabei ist das bisherige Einkommen das so genannte SOLL-Entgelt.

Das Einkommen während der Kurzarbeit das so genannte IST-Entgelt.

Darauf aufgesetzt folgt das Kurzarbeitergeld, nach den Sätzen 60% des entfallenden Einkommens bei Arbeitnehmern ohne Kinder und 67% bei Arbeitnehmern mit Kindern.

JETZT folgt die Aufstockung.

Hierbei ist es zulässig, das IST Entgelt + Kurzarbeitergeld (das wäre der Betrag den der Arbeitnehmer während der Kurzarbeit bekommt, noch weiter zu erhöhen, um den Einkommensverlust der Arbeitnehmer weiter zu reduzieren. Dabei ist eine Erhöhung BIS ZU 80% des ausgefallenen (und durch KUG ersetzten) Arbeitsentgeltes möglich, ohne Beiträge (Sozialabgaben) hierauf zu zahlen.

Die Aufstockung von 80% bis zum vollen Nettoeinkommen des Arbeitnehmers ist auch möglich, dann aber nicht mehr beitragsfrei (Sozialabgaben).

WICHTIG: Beide Stufen der Aufstockung sind jedoch steuerpflichtig.

Detailliert und mit Beispielen finden Sie dieses auf den Seiten von Lohn-Info erklärt, welche Sie unter dem folgenden LINK erreichen.

3.) Was passiert mit Firmenwagen, Vermögenswirksamen Leistungen und weiteren Lohnbestandteilen?

Auch hier ist genauer zu prüfen welche Bestandteile in die Berechnung einfließen. Lexware, der Anbieter der Lohnabrechnersoftware für Arbeitgeber hat hierzu bereits Informationen in seinem Handbuch veröffentlicht.

Dabei gehören verschiedene Lohnbestandteile zu dem so genannten SOLL Entgelt, also dem Lohn, welcher für die weitere Berechnung des Kurzarbeitergeldes benötigt wird. (Quelle: Lexware)

Soll-Entgelt ist das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt (max. BBG RV), das der Arbeitnehmer ohne den Arbeitsausfall im Anspruchszeitraum (Kalendermonat) erzielt hätte.

Dazu zählen folgende Entgeltbestandteile:

  • – vermögenswirksame Leistungen
  • – Anwesenheitsprämien
  • – Leistungs- und Erschwerniszulagen
  • – Feiertage
  • – Beitragspflichtige Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nacharbeit
  • – bezahlter Urlaub
  • – überlassener Dienstwagen (geldwerter Vorteil)
  • – Sozialversicherungspflichtige Zusatzleistungen des Arbeitgebers zur betrieblichen Altersvorsorge

Nicht zum Soll-Entgelt gehören:

  • – Mehrarbeitsvergütungen (Stundenlöhne und Zuschläge)

  • – Einmalzahlungen

  • – steuer- und beitragsfreie Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

Sprechen Sie bitte mit Ihrem Steuerberater oder Lohnbüro bei weiteren individuellen Fragen zur Anrechnung für das Kurzarbeitergeld. Bitte beachten Sie auch, dass ein Dienstwagen, welcher weiter benutzt werden darf, auch weiter zu bezahlen ist.

Bitte beachten Sie auch die Verbesserungen bei dem Kurzarbeitergeld, welche die Bundesregierung aufgrund der Corona Pandemie am 18.03.2020 beschlossen hat. Hier ist unter anderem auch die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge durch die Arbeitsagentur enthalten. Nachzulesen bei HAUFE.

4.) Wie bekomme ich bis zu 100% Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung bei Kurzarbeit?

Hier gibt es einen großen Unterschied zu der Zeit bei „normaler Arbeit“. Während Sie dort maximal 50% des PKV Beitrages und dieses zudem gedeckelt auf die Höchstbeiträge des Arbeitgeberzuschuss vom Arbeitgeber bekommen, ist das bei Kurzarbeit anders.

Denn für einen Teil der Bezüge ist diese Begrenzung aufgehoben. So bekommen

Arbeitnehmer in Kurzarbeit bis zu 100% des Beitrages zur PKV

von Ihrem Arbeitgeber erstattet. Sind in Ihrem Vertrag auch noch Kinder oder Partner mit versichert, so gilt dieses auch für deren Beiträge. Leider ist die Berechnung des dann neuen Arbeitgeberzuschusses etwas kompliziert und auch vielen Arbeitgebern nicht bekannt.

Daher habe ich Ihnen in einem alten Blogbeitrag in 2019 bereits hier erläutert.

Dennoch fällt es vielen schwer hier eine entsprechende Berechnung für sich vorzunehmen. Daher bieten wir eine solche Berechnung an. Für eine Pauschale von 5 € erhalten Sie eine Berechnung, welche Sie dann dem Arbeitgeber mitgeben können und ebenfalls für sich genaue Werte haben.

Damit tun Sie noch etwas Gutes, da das Geld einem Kinderhospiz und einem Kinderhilfsverein zu Gute kommt. Die Details finden Sie hier. Mit dem folgenden Formular können Sie eine Berechnung mit Ihren Daten anfordern.

5.) Muss ich den Arbeitgeber informieren oder es aktiv beantragen?

Theoretisch nicht. Praktisch schon.

Für viele Arbeitgeber ist die Situation mindestens genau so neu und viele Lohnabteilungen mussten bisher nie Kurzarbeit abrechnen. Daher seien Sie bitte etwas nachsichtig, wenn auch hier nicht alles reibungslos klappt. Nehmen Sie einfach Ihre individuelle Berechnung (siehe 4.) mit und erleichtern Sie somit allen die Arbeit.

Die Lohnabteilungen rechnen meist nachschüssig ab. Also bekommen Sie im April noch den Lohn für März ohne Kurzarbeitergeld. Daher ist auch der erhöhte Arbeitgeberzuschuss zeitversetzt, denn er gilt nur für die Abrechnungsmonate mit Kurzarbeit. Danach erfolgt wieder die Deckelung auf die Höchstbeiträge und 50% des zu zahlenden Beitrages.

Weitere Fragen?

Fällt Ihnen noch etwas ein? Haben Sie weitere Fragen oder möchten Sie etwas zu Ihrem PKV Schutz wissen? Fragen Sie einfach über die bereits angesprochenen Wege.

Ein Hinweis noch: Bevor Sie an dem vorhandenen Vertrag zur PKV etwas ändern, lassen Sie sich bitte beraten. Voreilige Änderungen lassen sich manchmal nicht mehr korrigieren und sollten wohl überlegt sein. Auch Versicherer bieten hier unterschiedliche Lösungen an, die uns alle Helfen durch diese Zeit zu kommen.

Bleiben Sie gesund!

19.
März '20

PKV Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeit – so bekommen Sie bis zu 100% des Beitrages


Die Zeit um und mit Corona hat uns alle fest im Griff. Dank Verbesserungen im Kurzarbeitergeld und aufgrund der angespannten Situationen bei Unternehmen nutzen diese immer häufiger Kurzarbeitergeld.

Eine Berechnung und weitere detaillierte Informationen zum Arbeitgeberzuschuss bei Kurzarbeitergeld habe ich bereits in 2019 erstellt und in dem folgenden Blogbeitrag beschrieben.

Kurzarbeit und die private Krankenversicherung – warum es bis zu 100% Zuschuss zum Beitrag gibt

Aufgrund vieler Nachfragen und Wünschen nach Berechnungen des individuellen Zuschusses durch Ihren Arbeitgeber, welcher bis zu 100% des Beitrages für Sie und die Kinder/ PartnerIn betragen kann, habe ich in den letzten Tagen ein entsprechendes Tool erstellt. Mit diesem können Sie:

  • – nach Eingabe von altem Brutto und Brutto während der Kurzarbeit

  • – und Angabe der PKV Beiträge im Detail

eine einseitige Berechnung im Detail erstellen. Diese stellt den erhöhten Arbeitgeberzuschuss dann genau dar.

Leider wissen viele Personalabteilungen und Büros zur Lohnabrechnung auch hier nich über alle Details und die gesetzlichen Hintergründe Bescheid. Hier hilft eine detaillierte Aufstellung ungemein.

Wie kommen Sie an Ihre individuelle Abrechnung

Dabei müssen wir unterscheiden, wo Ihr PKV Vertrag betreut wird.

Von mir betreute PKV Kunden

Sollten Sie Ihre private Krankenversicherung bei mir damals abgeschlossen haben oder sollte ich Ihren Vertrag direkt betreuen, dann erstellen wir Ihnen diese Modellrechnung mit den detaillierten Daten gern KOSTENFREI und unverbindlich.

Es reicht aus, wenn Sie mir per E-Mail folgende Daten übermitteln.

  • – Bruttoeinkommen bisher

  • – Bruttoeinkommen während der Kurzarbeit (reduziertes Brutto)

  • – Beitrag zur PKV

  • – Beitrags zur Pflegepflichtversicherung

Alle anderen PKV Kunden, Lohnbüros, Interessierte

Haben Sie Ihre private Krankenversicherung anderweitig abgeschlossen und wird diese anderweitig oder bei dem Versicherer direkt betreut, oder haben Sie nur Interesse an einer Modellrechnung, dann können Sie diese selbstverständlich auch bekommen.

Seit mehreren Jahren, fast nun einem Jahrzehnt, unterstütze ich mit solchen Berechnungen, Tools und mehr die Arbeit eines Kinderhospizes und einen Kinderhilfsverein meiner Hausärztin. HIER mehr Details. Das möchte und werde ich auch hier wieder tun.

Gegen eine

Pauschale von 5 €

erhalten Sie, nach Bekanntgabe Ihrer Daten, auch diese Berechnung. Diese Beträge werde ich wieder sammeln und dann auf beide Organisationen verteilt spenden.

FORMULAR zur Anforderung der Berechnung

Alternativ können Sie- wenn online- mir die Daten auch im LiveChat übermitteln und für die „Bezahlung“ auf

diesen Link klicken.

Auch in der Email mit dem oben genannten Link finden Sie alle Daten.

Lassen Sie uns gemeinsam aus der unerfreulichen Sitiation Kurzarbeit noch eine kleine aber schöne Aktion machen.

Bei Fragen gilt wie immer- fragen!

Weitere Informationen finden Sie im folgenden Beitrag.

Kurzarbeit und die Private Krankenversicherung – Fragen und Antworten

16.
März '20

Corona Virus und wann die Auslandsversicherung nicht (oder vielleicht doch) zahlt – DAS sollten Sie wissen


In diversen Reiseforen wird derzeit das Thema Auslandsversicherung heftig diskutiert und leider kommen dort mehr Halbwahrheiten und Vermutungen. Zunächst einmal sei eines klar. Ich habe weder die Absicht jemandem Angst zu machen oder den Urlaub zu verderben, dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass man Beschränkungen und Einschlüsse aus den Versicherungen kennen muss und sollte. Zur Wahrheit gehören auch Aussagen wann der Versicherer nicht leisten kann, muss und wird und welche Kostenrisiken bei Quarantäne und weiteren Leistungsszenerien drohen.

Zudem sollte jemand mit solchen Aussagen wie dieser

um die Ecke kommen, machen Sie sich bitte eines klar. Auch in Callcentern bei Versicherern herrscht Unsicherheit in einer solchen- bisher in der Form nie da gewesenen Situation. Maßgebend ist – wie immer bei Versicherungen – nur das, was in den Bedingungen geregelt ist. Das und nur das ist Vertragsbestandteil.

Ob jetzt am Telefonat jemand auf eine – teilweise unpräzise gestellte – Frage auch noch unpräzise antwortet ist völlig egal. So sieht es aktuell auch bei dem Thema Corona und der Auslandskrankenversicherung aus.

Stimmt das? „Meine Auslandskrankenversicherung zahlt bei Behandlungen durch den Corona Virus.“

Diese Aussage bekommen einige an der Hotline der Versicherer und diese ist auch so korrekt, ABER:

Es gelten eine ganze Reihe von Ein- und Beschränkungen und Sie sollten wissen wie Sie fragen, um dann auch eine richtige und passende Antwort zu ermöglichen. In einigen Beispielen nehmen wir hier Szenerien an und schauen und dabei an wie und ob der Versicherer leisten muss.

1.) Es handelt sich nach WHO Angaben um eine Pandemie

Damit haben wir schon den ersten und ganz wichtigen Punkt. Im Bereich der Reiseversicherungen gibt es eine Reihe von Unternehmen, welche die PANDEMIE nicht explizit ausgeschlossen haben. Ist dem so, dann ist diese erstmal grundsätzlich auch versichert. Dazu schauen Sie bitte in die zugehörigen Versicherungsbedingungen Ihres Vertrages und suchen sich dort den Punkt Ausschlüsse.

Bei einigen Versicherern ist es zudem auch noch von Produkt zu Produkt und von Land zu Land unterschiedlich. So finden sich in der in Deutschland abzuschließenden Auslandsreisekrankenversicherung die Ausschlüsse für eine Pandemie nicht, bei dem Abschluss im Nachbarland Österreich hingegen schon. Ich schreibe das hier bewusst mit, da es einige Leser von dort gibt. (Link zu den Bedingungen)

„Welche Einschränkungen des Versicherungsschutzes sind zu beachten?

Soweit im Besonderen Teil nicht anders geregelt, wird Versicherungsschutz nicht gewährt für Schäden durch Epidemien, Pandemien, Krieg, Bürgerkrieg, kriegsähnliche Ereignisse, innere Unruhen, Streik, ionisierende Strahlen im Sinne des Strahlenschutzgesetzes in der jeweils geltenden Fassung, Kernenergie, Beschlagnahmung, Entziehung oder sonstige Eingriffe von hoher Hand.

In Deutschland findet sich bei einigen Unternehmen ebenso ein entsprechender Ausschluss für die Pandemie. Hier ist es ratsam genau in die Ausschlüsse zu schauen.

Beispiel – Auslandskrankenversicherung der COSMOS DIREKT

8 Ausschlüsse

8.1 Nicht versichert sind Schäden durch Krieg, Bürgerkrieg und kriegsähnliche Ereignisse sowie durch innere Unruhen, Pandemien, Kernenergie oder sonstige ionisierende Strahlung, Streik und andere Arbeitskampfmaßnahmen, Beschlagnahme und sonstige Eingriffe von hoher Hand.

Ganz vereinfacht heißt das also erst einmal, wenn ein solcher Ausschluss in den Bedingungen steht, dann wird hier auch keine Leistung erfolgen. Damit sind alle weiteren Fragen zu „zahlt die denn im Ausland“ obsolet.

Beispiel 2: ADAC Auslandskrankenversicherung

Hier findet sich der Pandemieausschluss nicht. Dort findet sich aber ein anderer interessanter Passus, den werden wir im weiteren Verlauf noch genauer anschauen.

Teil 3: Allgemeine Leistungsausschlüsse Kein Versicherungsschutz besteht

für alle während einer Pflegebedüftigkeit oder Verwahrung anfallenden Behandlungs- oder Unterbringungskosten;

Wie aber auch geschrieben, ist es nicht bei allen Unternehmen so und so finden sich auch Auslandspolicen, welche die Pandemie nicht pauschal ausschließen. Wer nun aber pauschal meint „Hurra, dann bin ich ja sicher“, der hat sich arg getäuscht. Daher nun zu konkreten Leistungsfällen im Ausland.

2.) Ich muss im Ausland mit Corona Virus (Symptomen) zum Arzt

Nehmen wir also an, Sie sind vor einigen Wochen ins Ausland gereist und haben jetzt Angst sich angesteckt zu haben. Sie haben weiter die typischen Symptome einer Corona Infektion und gehen vor Ort zu einem Arzt. Dieser behandelt Sie zunächst.

Die Kosten für die Behandlung werden bei den meisten Versicherern hier ohne große Probleme erstattet werden, es sei denn es greift der Ausschluss Pandemie, welchen wir bereits zu Beginn des Artikels genauer betrachtet haben. Heißt also, Sie bekommen vom Arzt eine Rechnung über die Behandlung und verlassen die Arztpraxis, um in die häusliche Quarantäne zurückzukehren.

Merke! Arztkosten für die ambulante Corona Behandlung sind versichert (wenn nicht Pandemie ausgeschlossen wurde)

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10.
März '20

Reiseversicherung und Corona: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“ ist ein sehr gefährlicher Rat und richtet mehr Schaden an


In Zeiten von Corona und Einreisebeschränkungen sehen viele leider auch Ihren Urlaub oder andere Reisen dahin gehen. Diese finden nicht statt und nicht immer ist eine Stornierung möglich. Klar, findet der Flug nicht statt, so erhaltet Ihr auch Geld zurück. Aber wer nur aus Angst nicht fliegen mag, der hat eher schlechte Karten.

Nun aber kommen recht eigenwillige Tipps und auch einige Ärzte sind da nicht wirklich „zimperlich“, schließlich ist ein zufriedener Patient ein guter Patient. Warum das aber schnell nach hinten losgehen kann und eine große Gefahr für andere Versicherungen sein kann, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Zuerst noch der Hinweis, wann welche Reiseversicherung überhaupt zahlt und was es bei Reiserücktritt-, Reiseabbruch- oder Auslandskrankenversicherung zu beachten gilt.

Wann zahlt welche meiner Reiseversicherungen bei Corona und den Folgen?

Kann ich eine Versicherung gegen Reiseausfall durch Corona abschließen?

Nein. Warum nicht? Was glauben Sie, was sollte so eine Versicherung kosten? Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine solche Police (wenn Sie heute denn neu aufgelegt würde) kostet? Wären Sie bereit bei einer Reise von 2.000 € schnell einmal 1.000 € für eine Versicherung auszugeben?

Es ist wie immer eine Frage des Risikos und der Kalkulierbarkeit. So und genau so funktionieren Versicherungen nun einmal. Auch wenn und ein Anbieter mit einem neuen Zahnschutz „auch wenn es zu spät ist“ einreden möchte, diese Regel gelte nicht mehr.

Nun ist die Frage und Sorge des Reisenden hier durchaus berechtigt, wer zahlt es denn?

Ganz simpel: Keiner, es sei denn es sind buchbare und flexible Raten. Bei Flügen sieht das etwas anders aus, hier findet sich in meinem Reiseblog aber der passendere Platz das zu erklären.

Was die American Express Karte nun zahlt, das lässt sich dort in den Versicherungsbedingungen der Goldkarte oder auch der Platinum nachlesen.

Ganz gefährlicher Rat: „Dann lass Dich doch einfach krankschreiben“

Doch gerade wenn es an den eigenen Geldbeutel geht, dann werden Menschen leider kreativ und manchmal auch ohne die Folgen zu bedenken. So kommt (hier noch nicht ganz so deutlich formuliert, in vielen Foren einfach deutlicher und direkter) schnell einmal der Rat, sich doch einfach krank schreiben zu lassen.

Dem Arzt Beschwerden vortäuschen

So ist man halt krank, dazu gibt es schnell eine Krankschreibung und am Ende kann der Versicherer es ja eh nicht kontrollieren und der Arzt? „Ach, denn kenne ich schon ewig, der macht das schon.“

Der Tipp „Krankheit mit einem Attest nachweisen“ zieht dann meist eine Kette von Reaktionen nach sich. Am Ende gibt es zwei Varianten. Eine, in der der Arzt gar nichts dafür kann. Hier täuscht der Patient Beschwerden vor, schildert Schmerzen oder Einschränkungen und gaukelt dem Arzt damit etwas Ernstes vor. Klar wird der Arzt dann, je nachdem wie gut sich einzelne Beschwerden verifizieren lassen, Medikamente verschreiben und die Behandlung beginnen. Dazu folgt dann ein Attest mit der Diagnose.

Hier ist einzig und allein der Patient der-/diejenige, der etwas Unrechtmäßiges und Falsches tut.

Mit dem Arzt „gemeinsame Sache machen“

Schlimmer ist noch eine andere Variante, welche leider auch oft genug praktiziert wird. Der Arzt wird „eingeweiht“ und soll helfen, schließlich sind doch tausende Euro für die Reise bezahlt und irgendwie muss man das doch wieder bekommen.

Leider gibt es dann (wenige) Ärzte, welche sich hier „bequatschen lassen“ und dem Patienten ein Gefälligkeitsattest ausfüllen. Ein harmloser Magen-Darm-Infekt, der zu Reiseunfähigkeit führt, der mag hier noch die harmlose Variante sein.

Doch schließlich möchte man ja, dass die Versicherung auch zahlt und da muss schon etwas Handfestes her. Gern genommen sind also immer wieder:

  • starke Rückenbeschwerden

  • HWS-/BWS Blockade

oder noch schlimmer:

  • stressbedingte Überlastung

  • psychische (so genannte F-) Diagnosen

  • psychosomatische Beschwerden

Diese Diagnosen führen dann – so meinen die Beteiligten – sicher zu einer Zahlung durch die Reiserücktrittsversicherung und so hat man dann die Kosten der Reise wieder erstattet bekommen. Am nächsten Stammtisch oder bei Kaffee und Kuchen wird sich dann noch damit gerühmt.

1.) Es ist VersicherungsBETRUG

Das heißt aus, es ist nicht nur strafbar, sondern schadet allen. Klar haben Sie in der Vergangenheit viel Geld für die Versicherung selbst oder aber für die Kreditkarte bezahlt, irgendwie „muss das ja wieder rauskommen“.

Egal ob Patient, oder gar Arzt- und Patient, es handelt sich hier um einen klaren Fall von Betrug.

2.) Der große Schaden kommt erst noch

Der Arzt rechnet natürlich ab. Also findet sich in Ihrer Krankenakte oder auch auf der Rechnung (wenn privat versichert) schon einmal eine Diagnose. Diese ist da, bleibt da und bekommt man so auch nicht wieder raus.

Bei jedem neuen Antrag auf Krankenversicherung, Zusatzprodukte, Berufsunfähigkeits Zum Rest des Artikels »