Artikel mit ‘Tarifwechselrecht’ getagged

10.
April '14

Der Unsinn stirbt nicht aus- wie aus „PKV für 59 EUR!“ jetzt „sparen Sie 40% ohne Wechsel der Gesellschaft“ wurde


Es ist nicht verwunderlich, dennoch macht es das Leben für die seriös arbeitenden Vermittler nicht wirklich einfacher und fördert keineswegs den (teilweise berechtigt) schlechten Ruf der gesamten Branche. Gemeint sind Werbeanzeigen, Pop-up Fenster und sinnlose Werbemails von zweifelhaften Anbietern.

Waren es in den letzten Jahren noch Versprechungen wie „59 EUR für die Private Krankenversicherung“ und wurde mit solchem Unsinn nicht nur der falsche Ansatz gesetzt, sondern auch völlig „verkehrte“ Zielgruppen in die Private Krankenversicherung geschickt, so sind es heute genau diese Menschen, denen skrupellose Vermittler ein zweites Mal Geld abnehmen wollen.

Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen, schrieb ich schon vor Jahren und meine das nach wie vor so. Es gibt eine große Gruppe von Menschen die in die Private Krankenversicherung könnten, es aber definitiv nicht sollten.

PKV- Zielgruppen

Nun ist es natürlich nicht so, das für jede Person aus jeder Gruppe identische Voraussetzungen gelten und nicht auch ein Existenzgründer der „richtige Kandidat“ für die PKV sein kann, aber für viele ist es daher keine Option. Gerade wenn sich der Gründer die „Beiträge in der GKV nicht leisten kann“, dann ist es die falsche Option in die Private Krankenversicherung (PKV) zu gehen. Hier sind die Kostenrisiken, Eigenbeteiligungen und die Entwicklung dann nicht nur unüberschaubar, sondern bergen auch große Risiken.

Deckelung der Courtagen, Weniger Neugeschäft?!

Der Gesetzgeber hat diesen „Alle müssen in die PKV“-Vertrieben das Leben schwerer gemacht und durch Begrenzung der Vergütung in der PKV, über längere Stornohaftungszeiten (mehr …)

25.
Juni '13

Der Spiegel Online mit einer neuen Ausgabe seiner Serie „Die böse PKV“ und dem Lieblingsberater Garcia


Der Spiegel Online, einst eine Bastion der unabhängigen Journalismus und auch heute in vielen Themen eine gute Quelle. Leider schafft es der Autor Christian Teevs zum Thema Private Krankenversicherung immer wieder, nicht nur das Thema nicht vollständig zu beleuchten, sondern auch seinen Lieblingsberater immer und immer wieder in einem Artikel zu erwähnen und das jedes Mal auf’s Neue.

Natürlich werde ich hier keine Abhängigkeiten unterstellen, steht mir ja auch nicht zu, sondern äußere nur meine Vermutung. In einem Artikel zur PKV und den Beitragsanpassungen war gar ein Link enthalten, welcher auf die Seite des Maklers verlinkte. Sauberer Journalismus sieht meines Erachtens anders aus, zumindest unabhängig ist das nicht. In dem aktuellen Artikel, hier geht es mal um den Tarifwechsel innerhalb der PKV, wird auch wieder der Berater gelobt und hervorgehoben, der doch von dem Traifwechsel und der Vermittlung eines solchen gegen Honorar lebt.

Nicht, dass die Tarifwechselberater generell genannt werden, davon gibt es am Markt ja nun so einige, nein, immer und immer wieder wird ein spezieller Berater hervorgehoben und damit entsteht ein Eindruck, der so sicher nicht gut zur „journalistischen Unabhängigkeit passt“. Aber das nur als Vorbemerkung, nun einmal etwas genauer zu dem, teilweise unvollständigen, Inhalt des Artikels.

Es geht um eine „Enthüllung“, ein internes Schreiben der Gothaer Krankenversicherung, welche den Mitarbeitern Arbeitsanweisungen zu einem Tarifwechsel und dem Umgang mit dem Kunden gibt und damit „verbraucherfeindlich ist“, wie Hr. Teevs meint.

Was genau ist dieser Tarifwechsel?

Wer heute in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, für den kann es unter Umständen interessant sein, einen solchen Wechsel innerhalb des Unternehmens vorzunehmen. Grund hierfür sind neue Tarife, geänderte Kalkulationen oder einfach die Tatsache, dass sich der Anspruch an den eigenen Versicherungsschutz verändert hat. Dazu hat der Gesetzgeber eine Grundlage im §204 des Versicherungsvertragsgesetzes geschaffen. Hierin ist der Tarifwechsel nach §204 VVG eben geregelt und schreibt die Kriterien vor.

Bildschirmfoto 2013-06-25 um 12.30.26Dabei schreibt der Gesetzgeber vor, dass auch dann ein solcher Wechsel möglich sein soll, wenn der Gesundheitszustand nicht mehr dem entspricht, was den Versicherer zu einem Neuabschluss bewegen würde. Dazu muss der Kunde aber 1.) um dieses Recht wissen, und 2.) dieses auch durchsetzen.

Was passiert wenn der Kunde nicht mehr gesund ist?

Für den Fall, dass der neue Tarif Mehrleistungen enthält, also mehr Versicherungsumfang bietet als der bisher versicherte Tarif, kann und muss der Versicherer eine neue Risikoprüfung durchführen. Dieses sichert nicht nur den Beitragsverlauf in den neuen Tarifen, sondern ist auch nur gerecht gegenüber den neuen Kunden, die ja auch eine solche Prüfung und ggf. Risikozuschläge für die Tarife bekamen.

Der Kunde der aber schon älter und vielleicht krank(er) ist, auch der soll von den Vorteilen eines neuen Tarifs, ggf. mit einer neuen und verbesserten Kalkulation profitieren. Dieses würde aber verhindert, wenn der Gesundheitszustand gegen eine Versicherung im neuen Tarif sprechen würde.

Wie ist das lösbar?

Der Gesetzgeber hat hier nun zwei Möglichkeiten geschaffen, welche sich so in dem Wortlaut im §204 VVG steht. Genau heisst es da?

§ 204 Tarifwechsel

(1) Bei bestehendem Versicherungsverhältnis kann der Versicherungsnehmer vom Versicherer verlangen, dass dieser (mehr …)

31.
Januar '13

Die „Prämien-Drücker“ … über den Sinn und Unsinn von Beitragsoptimierungen in der Privaten Krankenversicherung (PKV)


Die private Krankenversicherung hat teilweise einen durchaus nicht ganz so guten Ruf. Das kommt unter anderem auch daher, dass Versicherer neue Tarife auflegen und die bisher in den alten Tarifen versicherten Kunden nicht so ohne weiteres in die neuen Tarife wechseln können. Zumindest suggerieren einige Unternehmen genau dieses, denn „eigentlich“ gibt es dafür bereits heute gesetzliche Regelungen. Der Paragraph 204 VVG (Versicherungsvertragsgesetz) regelt einen solchen Tarifwechsel innerhalb eines Unternehmens verbindlich.

Warum wird der Wechsel dann so kompliziert?

Das Problem liegt teilweise im System selbst. Die Berater und Makler, welche einen solchen Tarif vermittelt haben werden für den Abschluss eines solchen Vertrages mit einer Provision oder Courtage honoriert. Diese Courtage dient natürlich auch dazu, die weitere Betreuung des Vertrages zu übernehmen, wenn auch das Verhältnis zwischen einmaliger Abschlussvergütung und laufender Betreuungsvergütung nicht ob die mal ist. Aus diesem Grunde haben „Verkäufer“ nicht unbedingt ein vorrangiges Interesse für so eine Beratung eines Wechsels.

Kann der Kunde einen solchen Wechsel allein?

Grundsätzlich kann natürlich jeder privat krankenversicherter Kunde seinen Versicherer anschreiben und ihn um ein Umstellungsangebot nach Paragraph 204 VVG bitten, dieses sollte er (manchmal erst nach einigen Erinnerungen) auch bekommen, denn dieses Recht steht dem Kunden eindeutig zu. Dennoch ist es sehr schwierig für den Endkunden zu beurteilen, ob denn das vom Versicherer gemachte Angebot überhaupt sinnvoll ist und ob es nicht vielleicht andere (bessere) Tarifmöglichkeiten gibt, die der Versicherer so nicht auf den ersten Blick offenbaren möchte.

Aus Versicherersicht ist das durchaus verständlich, wenn auch nicht zu tolerieren. Der Versicherer wird nach einem Tarifwechsel in einen neuen Tarif für eine vergleichbare Leistung weniger Beitragseinnahmen erhalten. Aus diesem Grund sträuben sich einige Unternehmen dagegen und versuchen einen solchen Wechsel mit teilweise abstrusen Risikozuschlägen zu verhindern. Die wenigsten Kunden wissen jedoch, dass man die so genannten Mehrleistungen (also versicherte Leistungen die im neuen Tarif besser sind als bisher) auch ausschließen kann, und daher keinen entsprechenden Risikozuschlag zahlen muss. Das gerade ist der Reiz an dem Tarifwechsel recht welches gesetzlich vorgeschrieben ist.

Der neue (lukrative) Geschäftszweig?

Dieses Problem haben auch einige (teilweise nicht ganz so seriöse) „Tarifwechselberater“ erkannt. Neben einigen großen Anbietern am Markt finden sich auch kleine und weniger seriöse Anbieter. Versprochen wird fast immer das gleiche. Bei gleichen Leistungen wird dem Kunden suggeriert erspare Jahr für Jahr einige hundert- oder gar tausende Euro allein dadurch, dass ihm der Berater zu einem Tarifwechsel verhilft. Diese Beratung wird, wie eingangs geschrieben, durch die Versicherer nicht bezahlt. Daher berechnen die Berater ein Honorar,

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