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28.
September '11

PrismaBU – die ideale Berufsunfähigkeitsvorsorge“ – Werbeslogan oder Wahrheit?


In der letzten Woche fiel mir eine Werbemail in die Hände, wo mit dem Slogan aus der Überschrift geworben wurde. Es handle sich um ein „ideales“ Produkt, meinten die Anbieter. Bei solchen Aussagen beschleicht mich immer ein eher ungutes Gefühl, denn ein ideales oder gar „das ideale“ Produkt kann es gar nicht gegeben. Dazu sind die Ansprüche bei der Absicherung der Arbeitskraft viel zu verschieden und lassen keine Allgemeinen Aussagen zu. Aber wer so wirbt, der muss sich ein „Messen mit anderen“ gefallen lassen und daher schauen wir uns doch das Produkt BU Exzellent der Prisma Life einmal an.

Das Unternehmen:

Bei Prisma Life handelt es sich um einen Lebensversicherer mit Sitz in Lichtenstein. Dieser bietet neben Altersvorsorgeverträgen nun auch eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit an. Auch für Lichtensteiner Unternehmen gelten natürlich die deutschen Vorgaben des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG).

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08.
Juli '11

Bedingungsänderungen der Condor für die Berufsunfähigkeitsversicherung (BUZ) zum 01. 07. 2011


Bisher haben wir in der Vergangenheit eine ganze Reihe von Bedingungsänderungen in den Tarifwerken der Privaten Krankenversicherung erlebt. Gesellschaften passen die Bedingungen an, stellen klar oder verbessern. Nun scheint dieses auch in der Berufsunfähigkeits(zusatz)versicherung zu passieren und die CONDOR veröffentlichte heute die Änderungen.

Bedingungsbestandteil sind diese zum 01. 07. 2011 und gelten ab da für alle Anträge.

Zu den einzelnen Bereichen der Bedingungsänderungen finden Sie hier die Änderungen und ggf. alten wie neuen Aussagen in den Versicherungsbedingungen mit der dazu passenden Fundstelle:

§2 Abs. 2, Zumutbare Umorganisation bei Selbstständigen und beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern

in der bisherigen Regelung war eine Umorganisation unter bestimmten und vorher definierten Kriterien zumutbar. Unter anderem muss(te) diese wirtschaftlich zwckmäßig sein, die verbleibende Tätigkeit muss mit den gesundheitlichen Einschränkungen und ohne Verschlechterung möglich sein und die Lebensstellung (die weiter definiert ist und auf 20% oder weniger Einkommensminderung limitiert ist) gewahrt bleiben. Nun kommt ein neuer Teil hinzu und es heißt dort:

Ist eine Umorganisation nach den dargestellten Kriterien nicht zumutbar und läge daher Berufsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen vor, haben Sie einen Anspruch auf einen Zuschuss zu eventuellen Anschaffungs- oder Fortbildungskosten in Höhe einer vereinbarten Jahresrente, wenn durch die Anschaffung oder Fortbildung eine zumutbare Umorganisation erreicht und eine Berufsunfähigkeit damit abgewendet werden kann. Die Inanspruchnahme dieser einmaligen Leistung ist freiwillig und wir können daher die Inanspruchnahme der Leistung von Ihnen nicht verlangen. Bleiben Sie nach Inanspruchnahme der einmaligen Leistung dennoch berufsunfähig, entsteht der Anspruch auf Zahlung der vereinbarten Berufsunfähigkeitsrente frühestens ein Jahr nach dem Zeitpunkt, zu dem die Berufsunfähigkeit ohne die Auszahlung des Zuschusses eingetreten wäre.

Gerade bei vielen Selbstständigen möchten diese ihre Firma nicht aufgeben. Daher wird versucht diese zu halten und irgendwie weiter zu machen. Hierbei wird nun ein Zuschuss gezahlt und das in Höhe einer Jahresrente. Damit können zum Beispiel Umbauten oder dergleichen finanziert werden.Positiv an der neuen Regelung: Diese KANN, muss aber nicht in Anspruch genommen werden.

Auch für Schüler und Studenten ändert sich etwas. Ab sofort werden diese Tätoigkeiten, wie auch die von Hausfrauen und Hausmännern als Beruf angesehen. In $2 Abs. 4 heißt es dazu:

Berufsunfähigkeit weiterer Berufsgruppen

(4) Die Tätigkeiten von Schülern, Auszubildenden, Studenten und Hausfrauen/Hausmännern sehen wir als Beruf an.

Bereits heute ist die Condor der einzige Versicherer mit einer besonderen Klausel in seinen Bedingungen, die natürlich Prämie kostet. Darin heißt es unter Absatz 8 des §2 genau:

(8) Wir leisten auch – gegebenenfalls nach Ablauf einer vereinbarten Karenzzeit, siehe §1 Absatz 10 – rückwirkend von Beginn einer Arbeitsunfähigkeit an, wenn die Arbeitsunfähigkeit tatsächlich mindestens 6 Monate andauert (vergleiche § 1 Absatz 7).

Bisher gab es immer wieder die Frage, wie Arbeitsunfähigkeit denn nun genau definiert ist und ob der berühmte „gelbe Schein“ denn ausreicht als alleiniger Nachweis. Auch stellte sich die Frage, was bei Arbeitsversuchen und zum Beispiel Tätigkeitsversuchen nach dem so genannten Hamburger Modell passiert. Ist das etwas, was die 6 Monate unterbricht?

Hier finden sich in den neuen Bedingungen nun Klare Aussagen und es heißt im §8 weiter:

Arbeitsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person auf Grund von Krankheit, die ärztlich nachzuweisen ist, Ihre zuletzt ausgeübte Tätigkeit nicht mehr ausführen kann.

Vorübergehende Arbeitsversuche zur Erprobung der möglicherweise wieder erlangten Arbeitsfähigkeit stellen keine Unterbrechung der Arbeitsunfähigkeit dar, sofern diese einen Arbeitsversuch im Sinne des § 74 SGB V (Stufenweise Wiedereingliederung mit Fortbestehen der Arbeitsunfähigkeit) darstellen.

Ein Anspruch auf die vereinbarten Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit besteht auch dann, wenn eine Berufsunfähigkeit endgültig nicht festgestellt werden kann. Die vereinbarte Leistung wird dann solange erbracht, wie die Arbeitsunfähigkeit vorliegt (vergleiche § 7 Absatz 4). Erkennen wir unsere Leistungspflicht aufgrund vorliegender Berufsunfähigkeit an, so endet die vorübergehende Arbeitsunfähigkeit und die vereinbarten Leistungen werden aufgrund der bestehenden Berufsunfähigkeit fortgesetzt.

Diese Klarstellung beseitigt einige ungewisse Fragen, welche zwar bisher schon beantwortet, aber eben nicht in den Bedingungen nachzulesen waren. Daher sind diese durchweg als klare Verbesserung einzustufen.

Weiterhin sind einige Verbesserungen in den Erhöhungsoptionen in die neuen Bedingungen eingeflossen. Die bisherigen Gründe waren Heirat, Geburt eines Kindes, Adoption, Ausbildungsabschluss, Studienabschluss, Meisterprüfung oder Facharzt-/ Fachanwaltsprüfung, BBG Überschreiten, Promotion, Tod eines mitverdienenden Ehepartners, Scheidung, Finanzierung und einige mehr. Nun sind 4 Gründe neu hinzugekommen. Diese lauten in den Bedingungen für die Erhöhungsoptionen wie folgt:

f) Gründung einer selbständigen Existenz. Dies ist der Fall, wenn keine weiteren Einkünfte aus nicht selbständiger Tätigkeit vorliegen.

j) Bei Angestellten eine Steigerung des garantierten Brutto-Jahresgrundlohns um mindestens 10% (mindestens 1200 Euro) oder 6000 EUR im Vergleich zum garantierten Brutto-Jahresgrundlohn des Kalenderjahres zuvor. Übt die versicherte Person eine selbständige Tätigkeit aus, muss die versicherte Person im abgelaufenen Kalenderjahr ein um mindestens 20% (mindestens 2400 Euro) höheres Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern gegenüber dem durchschnittlichen Jahreseinkommen aus beruflicher Tätigkeit vor Abzug von Personensteuern der drei vorangegangenen Kalenderjahre erzielt haben.

l) Befreiung von der Versicherungspflicht in einem berufsständischen Versorgungswerk

m) Befreiung von selbständigen Handwerkern von der Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung, sofern die Mindestversicherungspflichtzeit erfüllt ist.

Gerade die Einkommensteigerung bei Angestellten unter Punkt 8 dürfte ein sehr interessanter Baustein sein. Diese Anpassungen sind bisher meist nur in der Krankentageldversicherung bekannt. Somit wird Angestellten nach dem Berufseinstieg auch ein „Upgrade“ der BU Versicherung ermöglichst. Also auch hier eine positive Veränderung.

Zusammengefasst positioniert sich die Condor damit auch weiterhin als ein Top BU Versicherer und schreibt dieses auch klar und sauber in die Versicherungsbedingungen. Die Bedingungen betreffen jedoch nicht die BUZ in Zusammenhang mit einer Basisrente (Rürup Vertrag).

Die neuen BUZ Bedingungen finden Sie wie immer bei mir im Downloadbereich.

Condor, Bedingungen BUZ, Stand 2010

27.
April '11

Nürnberger Lebensversicherung – Dumm nur, wenn mal langjähriger Kunde ist und daher schlechter gestellt wird als der heutige Kunde


Es ist nichts neues, wenn ich schreibe: „Die Bedingungen in den Tarifen zur Berufsunfähigkeit haben sich in den letzten Jahren stetig verbessert.“ Gründe sind neben dem Marktdruck vor allem das steigende Bewusstsein für Leistung, statt immer zu schauen wo es billiger geht.

Daher ist es durchaus sinnvoll, seine Bedingungen des bestehenden Tarifs einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Auch wenn es schwer ist, versuchen Sie die Bedingungen zu verstehen. Manchmal entscheidet ein Wort über Rente oder Ablehnung. In meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit habe ich Ihnen einige Formulierungen gegenüber gestellt. So können Sie „gute“ von „schlechten“ Formulierungen unterscheiden und lernen zu verstehen, warum manches besser nicht so geschrieben stehen sollte.

Stellen Sie nun fest, ihr bisheriger Vertrag ist nicht so optimal und Sie entschließen sich diesen zu beenden, so seien Sie froh, nicht bei der Nürnberger Lebensversicherung versichert zu sein.

In einem aktuellen Fall meines Kunden stellt sich die Situation wie folgt dar.

Der Kunde hat zwei Verträge bei der Nürnberger. Einen etwas älteren (Bedingungswerk GN251098_092008) und einen neueren (Bedingungen GN251098_201006). Da der Kunde aufgrund diverser Punkte in den Versicherungsbedingungen des Tarifs IBU C 2500 (unter anderem schlechten verbesserungswürdigen Regelungen bei Formulierungen zum Kräfteverfall, der Anordnung von Ärzten, vorübergehendem Ausscheiden aus dem Job, befristete Anerkenntnisse, Leistungsausschlüssen oder Optionen – alles nachzulesen in den Bedingungen und im Leitfaden) seinen Schutz kündigen wollte, erhielt er zwei Schreiben.

In einem wurde die Kündigung des (neueren) Vertrages bestätigt. Bei dem anderen Vertrag bestand man als Versicherer auf eine 3-Monatige Kündigungsfrist. Etwas verwundert fragte der Kunde nach und nach einem klärenden Blick in den Bedingungen fand sich auch die Erklärung.

Im neuen Bedingungswerk fand sich die (marktübliche Lösung):

§ 5 Wann können Sie die Versicherung kündigen oder beitragsfrei stellen bzw. welche Alternativen haben Sie bei Zahlungsschwierigkeiten? Kündigung und Auszahlung des Rückkaufswertes

(1) Sie können Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode schriftlich kündigen. Dabei werden Ihnen über den Kündigungstermin hinaus gezahlte Beiträge erstattet.

Das bedeutet aber zunächst: Was ist die Versicherungsperiode?

Bei einer monatlichen Zahlung ist es der Monat, bei einer jährlichen Zahlung das Versicherungsjahr. Somit stellt sich jemand, der mit Blick auf die Ersparnis (meist 3-5%) die Jahreszahlung gewählt hat, hier schlechter, als jemand der monatlich zahlt. Im schlimmsten Fall muss dieser 11 Monate länger versichert bleiben.

Ich würde, wenn es mein Vertrag wäre, zunächst nicht kündigen, sondern zunächst auf monatliche Zahlung umstellen und darum bitten, mir den Restbetrag wieder zu erstatten. Dann kann man immer noch (monatlich) kündigen.

In dem 2. Vertrag langen jedoch die alten Bedingungen zu Grunde:

§ 5 Wann können Sie die Versicherung kündigen oder beitragsfrei stellen bzw. welche Alternativen haben Sie bei Zahlungsschwierigkeiten? Kündigung und Auszahlung des Rückkaufswertes

(1) Sie können Ihre Versicherung schriftlich kündigen

jederzeit zum Schluss des laufenden Versicherungsjahres, – innerhalb eines Versicherungsjahres mit einer Frist von drei Monaten zum Schluss des Versicherungsmonats, frühestens jedoch zum Schluss des ersten Versicherungsjahres.

Daher ist eine Kündigung hier gar nicht möglich zum Monatsende, sondern generell nur mit 3-Monatsfrist. Warum das so ist? Weil es so in den Bedingungen steht- klar. Damit wird aber ein Bestandskunde gegenüber dem (neu abschließenden) nicht ganz unerheblich schlechter gestellt. Dieses wird eben genau so praktiziert.

Kann man dieses verhindern?

Generell könnte folgende Lösung in Frage kommen, genau diese haben wir praktiziert und es hat bereits in der Vergangenheit funktioniert. Natürlich kann ich keine Garantie dafür übernehmen.

Es ist ja möglich den Vertrag auf aktuelle Bedingungen umzustellen. Also Schreiben an den Versicherer geschickt mit der Bitte „den bestehenden Vertrag Nr. XXX bitte zum nächsten Monatsersten auf die neuen Bedingungen umzustellen„. Diese Umstellung sollte problemlos funktionieren. Nachdem dieses geschehen ist (am besten noch im gleichen Monat) machte der Kunde „von seinem Kündigungsrecht Gebrauch und „kündig(t)e den Vertrag fristgemäß zum Ende des Monats.“

Durch diesen Weg ist eine Kündigung zwar mit etwas mehr Aufwand verbunden, geht aber so in jedem Fall einige Zeit eher von statten.

Generell sollten Sie sich aber immer zuerst Gedanken zu einem neuen Vertrag machen, die Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung genau lesen, verstehen und analysieren lassen und erst dann eine Kündigung aussprechen.

25.
Februar '11

Wie beende ich (m)eine falsche und unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?


Oftmals stellt man erst später fest, der eine oder andere Abschluss diverser Versicherungen war doch nicht ganz so passend. Vielleicht war es ein Freund, ein guter Bekannter und „der wird schon nichts schlechtes empfehlen“. Erst viele Jahre später und oft um einige Erfahrungen reicher, stellt man mit Erschrecken fest, dass das abgeschlossene Produkt nicht den Erwartungen entspricht.

Gerade bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (BUV) ist hier genaues Hinsehen sehr wichtig. Anders als bei anderen Versicherungen gibt es hier keine halbe Rente, halbe Laufzeit oder ein „bisschen BU-Rente“. Dabei gehört die Absicherung der Arbeitskraft gegen Berufsunfähigkeit zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt.

Wie merke ich, ob das Produkt gut oder schlecht ist?

Zunächst sollte eine entscheidende Frage geklärt werden: Die Rentenhöhe. Der Titel meines Blogbeitrages aus dem letzten Jahr „Richtige Rentenhöhe oder gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung“ beschreibt es sehr deutlich. Wenn die Rentenhöhe zu niedrig ist, dann können Sie es auch gleich bleiben lassen. Was nützen einige hundert Euro an Rente, um dann nicht einmal die laufenden Fixkosten zu decken.

Als nächsten Schritt schauen Sie einmal in die Bedingungen. Ist das Produkt (noch) zeitgemäß? Sind Punkte die Verweisung, befristetes Anerkenntnis, Anztanordungsklausel oder die Ausschlüsse bei Kriegsereignissen und auch Straßenverkehrsdelikten geregelt? Eine Gegenüberstellung von verschiedenen Formulierungen finden Sie in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Laden Sie sich die pdf Version einfach im Downloadbereich herunter.

Selbst eine schlechte Regelung reicht aus, um nach jahrzehntelanger Beitragszahlung dann doch keine Rente zu bekommen.

Was kann ich denn überhaupt noch tun?

Stellen Sie fest, dass das angeschlossene Produkt lückenhaft oder unpassend ist, so ist zunächst zu klären ob es ein neues, bedingungsgemäß besseres Produkt bei der gleichen Gesellschaft gibt. Dabei ist zu prüfen, ob eine Umstellung möglich ist und welche Mehrprämie hierfür aufzuwenden ist. Dabei kommt es auch darauf an, ob es sich um eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ) oder um eine eigenständige Berufsunfähigkeitsversicherung (Solo BU) handelt.

Eine Zusatzversicherung wie die „BUZ“ ist immer an andere Bausteine, wie Lebensversicherungen, Rentenversicherungen oder Risikoversicherungen gebunden und kann auch mit fondsgebundenen Produkten kombiniert werden. Unter bestimmten Bedingungen kann eine solche Kombination durchaus sinnvoll sein.

Fangen wir also mit der Kündigungsmöglichkeit für die Zusatzversicherung (BUZ) an. Die Nürnberger Lebensversicherung (Investment BU Comfort) schreibt zum Beispiel in Ihren Bedingungen:

(1) Sie können Ihre Versicherung jederzeit zum Schluss der laufenden Versicherungsperiode schriftlich kündigen. Dabei werden Ihnen über den Kündigungstermin hinaus gezahlte Beiträge erstattet.

Was genau „Ihre“ Versicherungsperiode“ ist, ist von der Art der Beitragszahlung abhängig. Zahlen Sie ihre Beiträge monatlich, so ist die Versicherungsperiode der Monat, also ist eine Kündigung auch zum Ende des Monats möglich. Zahlen Sie aber jährlich, so endet die Versicherungsperiode entweder mit dem Versicherungsjahr oder mit dem Kalenderjahr.

Dabei müssen Sie noch überlegen, was mit dem „Rest“ des Produktes passieren soll. Wollen Sie also nur den BUZ Teil (für den Schutz bei BU) ausschließen, oder den anderen Teil des Vertrages (Lebens-/ Rentenversicherung, Fondsanteil, Risikoversicherung) auch beenden? Dabei sind verschiedene Möglichkeiten gegeben. Der Beitrag kann sich durch den Ausschluss der BUZ entweder reduzieren oder auch gleich bleiben. Dann ist der Betrag, welcher in den Hauptvertrag fließt höher. Welche Variante für Sie die richtige ist, ob ein Rückkaufwert vorhanden ist oder eine Beitragsfreistellung als weitere Option in Frage kommt, sollten Sie mit Ihrem Berater sorgfältig besprechen.

Und wie kündige ich eine alleinstehende Berufsunfähigkeitsversicherung (Solo BU)?

Auch hier ein Beispiel aus den Bedingungen. Diesmal aus der Aachen Münchener Lebensversicherung. Dort heißt es:

Quelle: Aachen Münchener BU AVB

Daher gelten auch hier die gleichen Regeln wie oben bei der BUZ. Eine Beendigung ist in der regeln zum Monatsende möglich. Zahlen Sie jährlich, so müssen Sie auch hier bis zum Ende des Jahres oder dem Ablauf des Versicherungsjahres warten.

Was muss ich sonst noch bei einer Kündigung bedenken?

Auch hier gilt die klare Regelung, keine Kündigung ohne bestätigten, neuen Versicherungsschutz. Erst wenn der neue Versicherer gefunden ist, Bedingungen besprochen und der Antrag gestellt und angenommen ist, erst dann sollte das bestehende Produkt beendet werden.

Es besteht für den Versicherer kein Annahmezwang und keine Versicherungspflicht. Das bedeutet in der Praxis, das Unternehmen kann Sie aus verschiedenen Gründen ablehnen, Zuschläge verlangen oder Ausschlüsse zum Vertrag formulieren. Daher immer erst abwarten wie die Entscheidung aussieht, dann einen Antrag stellen und nach Annahme (Ausstellung der Police) den Vorvertrag beenden.

Für die Kündigung stehen Ihnen hier kostenfreie Formulare zur Verfügung.

Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als pdf

oder Kündigung einer Berufsunfähigkeitsversicherung als doc

Weiterführende Informationen:

Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsabsicherung

Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

Auswahlkriterien

Blogbeiträge zum Thema Berufsunfähigkeit