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19.
April '21

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – ein Beitrag voller Fehler und einer bösen Versicherung


ZDF WISO und Berufsunfähigkeit, eine böse Versicherung, die nicht zahlt, ein Skandal, der keiner ist und eine Reihe von Ungereimtheiten in einem kurzen Beitrag von wenigen Minuten. Vor einigen Tagen hat das ZDF in dem Magazin WISO einmal mehr das Thema Berufsunfähigkeit. Den Beitrag können Sie sich auf dem Facebook Kanal der Sendung Wiso direkt ansehen.

ZDF Wiso und Berufsunfähigkeit

Schon mit der Einleitung wird recht schnell klar, wo das ZDF mit dem Tenor so hinmöchte. Auch hat man sich dazu noch „Experten“ bedient und einige Beteiligte gefragt. Warum der Beitrag unlogisch ist und mehr Fragen aufwirft als Antworten hinterlässt, das schauen wir einmal genauer an.

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – worum geht es überhaupt?

Zunächst einmal beschreibt ZDF WISO wieder einmal einen Fall, wo die Berufsunfähigkeitsversicherung nicht zahlen wollte und es am Ende dann doch musste. Es geht dabei um den Fall von Martina R. Eine Einzelhandelskauffrau, welche bei einem Discounter beschäftigt war und dort Mobbing zum Opfer fiel. Mobbing ist wohl mit eines der schlimmsten Sachen, welche einem in seinem Beruf passieren kann. Kollegen meiden sie, sie fühlt sich isoliert und nicht ernst genommen und muss sich ständig rechtfertigen. Das alles zerrt an den Nerven und kann, muss aber nicht, zu einer Berufsunfähigkeit führen. Meist ist es aber nicht das Mobbing allein, sondern vielmehr die Folgen daraus. So auch bei Martina R., hier mündeten die ständigen Angriffe in der Firma in einer Depression.

Wobei wir auch gleich bei dem nächsten Problem sind. Depressionen und auch andere psychische oder psychosomatische Erkrankungen sind schwerer zu diagnostizieren, sind meist langwieriger und führen, so beschreibt es auch das ZDF WISO, zur Berufsunfähigkeit.

Hierbei ist es auch für den Leistungsprüfer nicht einfach, schnell eine Entscheidung zu treffen, denn schnell geht bei Depression eben nicht. Es müssen Ärzte befragt werden, es müssen Gutachten besorgt werden und der Leistungsantrag gestellt werden.

Zuerst war es, laut ZDF WISO auch gar keine klare Depression, sondern es begann bei der Versicherten mit Magenschmerzen und Unwohlsein. Das allein reicht für eine Anerkennung der Berufsunfähigkeit noch nicht aus. Eine Versetzung in eine andere Filiale und damit einer Vermeidung der Berufsunfähigkeit, kam nicht in Frage, obwohl sie dieses versucht hatte.

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – Beratungsfehler auf den ersten Blick

Gleich zu Beginn fällt aber etwas anderes auf. Ein eklatanter Beratungsfehler oder eine bewusste Entscheidung. Die versicherte BU Rente liegt, so das ZDF WISO, bei 800 € monatlich + der Beitragsbefreiung des Vertrages.

Damit ist es eine Rente, welche in Summe unter dem liegt, was ein Hartz-IV-Anspruchsteller bekäme. Denn der Regelsatz 2021 liegt bei 446 € plus Wohnung- und Heizkosten und ebenfalls plus weiterer Kosten für Krankenversicherung und andere Ausgaben.

Mit den 800 € der hier versicherten Rente, ist es (sorry, sehr salopp) zum Sterben zu wenig, zum Leben zu viel.

Auch wenn die Auszahlung der Berufsunfähigkeitsrente bei solch geringen Beträgen durch die Ertragsanteilsbesteuerung nicht mehr durch Steuern gemindert wird, passiert hier am Ende doch eins. Es wird der Staat entlastet und es hilft der Kundin so gar nicht.

Warum es nur 800 € versicherte Rente sind, kann mehrere Gründe haben. Entweder

  • – der Berater hat bei Abschluss einen Fehler gemacht
  • – mehr Versicherungsschutz konnte oder wollte sich die Kundin nicht leisten
  • – der Vertrag ist alt und wurde nie angepasst

oder ganz andere Gründe sind denkbar. Aber ganz im Ernst: Bevor Sie so einen Versicherungsschutz bezahlen bei dem klar sein muss, dass dieser im Leistungsfall nicht reicht, können Sie den auch kündigen und sich gleich auf Hartz IV verlassen. So hart das klingen mag, aber ohne die „Richtige Rentenhöhe, brauchen Sie gar keine Berufsunfähigkeitsversicherung„.

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – erst 4.000, dann 41.000 € Zahlung?

Auch wenn Martina Rotenburg hier meint „die Versicherung habe nur Ihre eigenen Interessen im Blick“ stimmt nur bedingt. Natürlich ist es auch Aufgabe der Leistungsprüfung unberechtigte Ansprüche abzuwehren und damit den Schutz bezahlbar zu halten. Das entbindet diese keineswegs von einer sauberen und sorgfältigen Prüfung.

Dennoch ist die Darstellung des Falls unlogisch. Zuerst einmal wird beschrieben, dass es erstmal 10 Monate gedauert haben soll, bis die Versicherung (in dem Fall die Nürnberger) hier überhaupt reagiert hat.

Warum hier (bei Minute 2.45 im Video sieht man kurz einen Ausschnitt eines Schreibens), dann aber 4.000 € angeboten worden sind, bleibt unklar. Auch ist nicht geklärt, warum denn erst nach 10 Monaten hier ein Angebot kam. Leistungsprüfungen dauern aber durchaus auch einmal länger. Das hängt auch hier wieder von verschiedenen Faktoren ab und ist keineswegs immer gleich. Gründe für eine Verzögerung können sein:

  • – der Leistungsantrag wird spät gestellt
  • – Rückfragen zum Leistungsantrag oder Angaben zu Beruf und Tätigkeit fehlen / sind unvollständig
  • – Ärzte antworten spät oder gar nicht
  • – medizinisch sind abschließende Aussagen noch nicht möglich

Bei der Zahlung von den 4.000 € schweigt sich WISO leider auch aus, was dort genau angeboten worden ist. Das kann eine Individualvereinbarung gewesen sein, eine Abfindungsregel, ein rückwirkendes Anerkenntnis für einige Monate Berufsunfähigkeit oder dergleichen.

Rechnen wir dieses einmal auf die 800 € monatliche Rente herunter, würde dieses nur einer Zahlung von knapp 5 Monaten entsprechen. Das widerspricht aber dann wieder allen anderen Angaben.

Im weiteren Ablauf des Beitrages und „nach professioneller Hilfe bei der Leistung“, endet es dann anscheinend in einer Anerkennung der Berufsunfähigkeit in dem Beruf als Verkäuferin. Hier soll es dann eine Nachzahlung von 41.000 € gegeben haben. Auch hier kennen wir wieder keine Details. Unterstellen wir hier einmal 50 € monatlichen Beitrag und 800 € BU Rente, dann bedeuten diese 41.000 € eine Anerkennung der BU Rente und damit der Leistung für 47 Monate.

Warum dann hier nun plötzlich nicht mehr 10 Monate Leistungsprüfung die Dauer sein sollen, sondern nun „schnell“ einmal für die letzten knapp 4 Jahre eine Berufsunfähigkeit anerkannt worden sein soll, das verrät uns WISO nicht. Hier muss es Gründe gegeben haben, die vorher in dem eigenen Leistungsantrag (der ja schon 10 Monate gedauert haben soll) nicht dargestellt worden sind. Sonst käme auch kein Leistungsprüfer auf die Idee, plötzlich das zehnfache zu leisten und dazu eine laufende Rente anzuerkennen.

Es ist nicht zu einer Klage gekommen und auch kein Gericht hat die Nürnberger hier zur Leistung verpflichtet. Nachdem sich eine „Expertin“, die den Beitrag auch schön zur Selbstdarstellung nutzt, „auf den Tisch gehauen hat“, zahlte die Nürnberger dann plötzlich?!

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – wie kommen Sie zur Rente?

Zuerst einmal geht es in jedem Vertrag darum, das Kleingedruckte zu kennen. Eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützt Sie vor dem finanziellen Verlust Ihrer Arbeitskraft und ist damit eine der elementarsten Versicherungen überhaupt. Daher sollten Sie ausreichend Zeit auf die Auswahl verwenden und sich professionelle Hilfe suchen.

Ich baue auch mein Haus nicht allein, weil es 1.) nicht meine Kompetenz ist und 2.) es mir viel zu unsicher wäre. So ist es auch mit der Berufsunfähigkeit. Dabei geht es schon mit der Auswahl der passenden Produkte los, danach folgen Hürden und Fallstricke bei der Antragstellung, welche sich mit professioneller Unterstützung einfach sicherer gestalten lassen.

Heutige BU Produkte bieten zudem Absicherungen bei Arbeitsunfähigkeit. Auch wenn Sie diesen Baustein nicht haben müssen, Sie sollten zumindest wissen, dass es den gibt und wie er funktioniert. Dann nämlich, wäre schon nach vier, oder sechs Monaten Geld geflossen, ganz unabhängig von der laufenden Leistungsprüfung. Hier ein Beispiel EINES Versicherers zu so einer Klausel.

Hilfe vor der Antragstellung

Lassen Sie sich durch einen Berater unterstützen. Dieser hilft Ihnen bei Fragen zur passenden Rente und bei der Auswahl der Produkte. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, mit Ihnen gemeinsam die Gesundheitsfragen zu bearbeiten, Krankenakten zu lesen und anonyme Ausschreibungen zu nutzen. Erst mit dieser Unterstützung kommen Sie zu einem passenden BU Schutz.

In unserem Beispiel aus dem Beitrag wurde auch kein Wort darüber verloren, dass hier die Altersvorsorge nun wegfällt und sich damit das nächste, große Problem aufbaut. Von den 800 € wird Martina R. die kaum auch noch weiterführen können. Fehler Nr. 2.

Mit diesen Fragen, etwas Zeit und Interesse und einem qualifizierten Berater kommen Sie dann zu dem passenden Schutz. Aber auch dann hören die ToDos nicht auf. Denn auch ein laufender Vertrag will „überwacht“ werden und angepasst. Nur wer regelmäßig (mindestens alle paar Jahre) den Schutz überprüft und anpasst, nur der wird im Fall der Fälle auch etwas davon haben.

Hilfe im Leistungsfall

Martina R. hat es allein versucht. Getreu dem Motto „kann ja nicht so schwer sein“, hat Sie die Versicherung informiert und die Leistung angemeldet. Mehr wissen wir nicht. Doch, nachdem die Kundin sich professioneller Hilfe bedient hat, kam plötzlich eine „echte BU Anerkennung“ heraus. Klar kann das an der Nürnberger und „Taktik liegen“. Es kann genauso gut an unvollständigen Anträgen, nicht eingereichten Tätigkeitsbeschreibungen, fehlenden Attesten oder anderen Ungereimtheiten liegen. Denn nochmals, es gab weder eine Klage, nicht mal eine Androhung oder dergleichen. Nach Einschaltung einer „Expertin“, scheint es dann alles ganz einfach.

Wenn diese Expertin dann auch Ihre Redezeit im Beitrag genutzt hätte, um zu erklären, wo die Fehler und Fallstricke lauern und warum Sie sich helfen lassen sollten, dann wäre Ihnen als Zuschauer auch geholfen.

Einer dieser professionellen Unterstützer mit viel Erfahrung ist das Team um Stephan Kaiser und seinen „BU Expertenservice“. Gemeinsam mit Ihrem Berater, dem Makler, der mit Ihnen das Produkt ausgesucht hat, und den Profis hier, ist eine Antragstellung immer noch kein „Kinderspiel“, macht es aber für Sie deutlich einfacher. So haben Sie mehr Zeit sich auf Ihre Genesung zu konzentrieren und die „Profis machen erstmal“.

ZDF WISO und Berufsunfähigkeit – eigene Grenzen erkennen, Hilfe anbieten statt pauschalem „böse Versicherung“ Tenor

Ja, wie eben bereits erwähnt. Das pauschale Bashing von Versicherern und dieses „ach, die zahlen eh nicht“ bringt halt mehr Einschaltquote und Klicks. Sachliche Informationen, Fakten und Hilfestellungen bringen Ihnen als Kunde/in aber viel mehr und helfen im Ernstfall.

Daher stünde es sowohl dem ZDF, aber auch den dort genannten „Experten“ besser zu Gesicht, wenn diese einfach unterstützen und Hilfe anbieten und nicht nur Beiträge als Quelle für Klicks und die eigene Profilierung nutzen würden.

Am Ende bleibt es dabei. Die Absicherung der finanziellen Folgen bei Verlust der Arbeitskraft ist eine der elementarsten Absicherungen. Was Sie tun können, habe ich im Beitrag zur Vorbereitung auf ein Beratungsgespräch bereits beschrieben. Ja, nicht nur für den Berater ist es Arbeit, auch die- oder derjenige, der einen Schutz sucht, muss „arbeiten“. Und einigen meiner Kunden macht es sogar Spaß, Bedingungen zu lesen. Schauen Sie einmal hier und auch hier.

So bereiten Sie sich auf eine Beratung zur PKV oder Berufsunfähigkeit gut vor

Ich möchte Ihnen noch die Beiträge meiner beiden Kollegen ans Herz legen.

15.
März '16

Gemeinsames Leistungsmanagement in der Privaten Krankenversicherung? Barmenia, Hallesche, Gothaer und Signal wollen Joint Venture


Die Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung wird maßgeblich von der Ausgabenseite beeinflusst. Schon heute versuchen die privaten Krankenversicherer die Kosten zu optimieren. Dies kann durch die Ausgliederung von Prozessen bei der Leistungsabrechnung, aber auch die Einführung von Apps oder Zusammenarbeit mit Krankenhäusern geschehen. Dennoch ist die Marktmacht im Vergleich zu der Größe von gesetzlichen Krankenkassen teilweise dennoch gering, so das große Rabatte oder sonstige Vorzugskonditionen oftmals nicht erreicht werden kann.

Diesen wollen jetzt einige Krankenversicherer mit einem Novum begegnen. Dem Bundeskartellamt liegt eine entsprechende Anfrage für ein Joint Venture vor, nachdem die privaten Krankenversicherer Barmenia, Hallesche, Gothaer und Signal ein solches planen.

„Die Anmeldung zu dem Vorhaben ist bei uns eingegangen. Die Prüfungsfrist läuft allerdings noch nicht, da die Anmeldung nicht alle notwendigen Informationen enthielt.“ (Bundeskartellamt)

Sollten hier alle Unterlagen vorliegen und das Bundeskartellamt zustimmen, so könnten sich diese Versicherer mit einem gemeinsamen Unternehmen im Leistungsmanagement deutlich besser positionieren, Kosten einsparen und Synergieeffekte nutzen. Allein die Größe der entsprechenden Gesellschaften und damit verbunden die deutlich höhere Anzahl von Versicherten erlauben eine andere Verhandlungsposition gegenüber Ärzten, Pharmaindustrie und Kliniken. Im Moment haben die Versicherer mit einer versicherten Anzahl etwas über einer halben Million (Gothaer) und knapp an zwei Millionen (Signal Iduna) zwar durchaus eine gewisse Größe, durch die Bündelung entsteht aber ein Unternehmen welches die Interessen von fast 4,5 Millionen Versicherten vertreten kann.Join Venture Signal, Gothaer, Hallesche, Barmenia

Was ändert sich für Versicherte?

Zunächst einmal bleibt der Vertrag mit ihrem Versicherer so bestehen, sie ihn damals abgeschlossen haben. So gibt es weder Anpassungen im Leistungsbereich, noch werden sich die Versicherungsprämien dadurch ändern. Auch die Leistungsabwicklung bleibt unverändert. Langfristig dürften sich (bei Genehmigung durch das Kartellamt und erfolgreiche Einführung) durchaus Kostenvorteile ergeben, die sich für die Versicherten in weniger Ausgaben und damit geringeren Beitragssteigerungen bemerkbar machen könnten. Das ist aber aus heutiger Sicht alles noch sehr viel Spekulation.

Gibt es solche Kooperationen und Erfahrungen schon?

Nein, der Zusammenschluss von mehreren Krankenversicherern in Form eines Joint Venture ist ein Novum und existiert bisher nicht. Es gibt zwar durchaus Versicherer die in einem Verbund organisiert sind (wie die Signal Iduna und der Deutsche Ring innerhalb einer Holding), jedoch sind die Bestände vollkommen autark und auch die Leistungsabrechnung derzeit separiert.

Der Weg der Zukunft?

Ich glaube schon dass sich in der Welt der privaten Krankenversicherung und insbesondere auf der Ausgabenseite einiges ändern wird. Rabattverträge, Vereinbarungen mit Kliniken und Ärzte verwenden sind in der gesetzlichen Krankenkasse durchaus Gang und gebe und führen auch in der privaten Krankenversicherung zu einer Reduzierung der Kosten. Da die Leistungen vertraglich festgeschrieben sind und diese nicht zum Nachteil des Versicherten verändert werden können, sehe ich im Moment auch keinerlei Nachteile für den Versicherten.

17.
Februar '15

Und es geht doch, die Gothaer mit kundenfreundlichere Lösung für eine Laserbehandlung der Augen


Es ist schon manchmal nicht ganz einfach und für den Endkunden oftmals einfach auch nicht nachvollziehbar. Gerade bei der Erstattung von Laserbehandlungen der Augen kommt es in der privaten Krankenversicherung immer wieder zu Problemen. Während die gesetzliche Krankenkasse eine solche Behandlung niemals (bis auf extrem seltene Ausnahmen und Einzelfälle) Zeit, sieht das in der privaten Krankenversicherung etwas anders aus.

In den neueren Tarifen, den so genannten Unisex Tarifen, ist einer Erstattung der Kosten für eine Augenoperation mittels Laser durchaus oftmals enthalten. Die Versicherer haben hierzu in ihren Versicherungsbedingungen entsprechende Höchstsätze festgelegt. Eine etwas detailliertere Übersicht, wann und welche Unternehmen die Kosten in die Bedingungen geschrieben haben, sie in meinem vorhergehenden Beitrag zur Laseroperation. Daher kann es durchaus dazu führen, dass ein Tarif welcher keine Nennung der Lasik hat, mehr leisten muss als ein Tarif der ist in seinen Versicherungsbedingungen genannt (also begrenzt) hat.

Laser

Vor einiger Zeit sprach mich einer meiner Kunden an, welcher seit Jahren in der privaten Krankenversicherung versichert ist. Die Gothaer Krankenversicherung wurde durch den Kunden vor der Operation von der geplanten Maßnahme in Kenntnis gesetzt und um eine Kostenübernahme gebeten. Generell entsteht der Anspruch auf Erstattung der Kosten in der privaten Krankenversicherung jedoch immer dann, wenn die Behandlungsmaßnahmen abgeschlossen ist. Fragt ein Versicherte also vorher eine entsprechende Kostenübernahme an, und lehnt der Versicherer ab, so ist dieses keinesfalls eine endgültige Ablehnung und sämtliche Möglichkeiten der Geltendmachung bleiben bestehen. Dennoch kann es in einigen Fällen nachteilig sein, wenn eine Behandlung durchgeführt wird von vornherein klar war, dass der Versicherer diese nicht bezahlen möchte. Zu liegt mir ein Urteil eines anderen Verfahrens vor, indem das Gericht davon ausgehen, dass der Kunde entgegen der klaren Ablehnung diese (in dem Fall kosmetische) Operation durchführen ließ und daher der Versicherer hier nicht leistungspflichtig ist.

In unserem Fall jedoch fragte der Versicherte entsprechend bei der Gothaer an und erhielt folgende Auskunft:

Zur Prüfung der Voraussetzungen für eine Kostenübernahme oder Kostenbeteiligung benötigen wir einen ausführlichen augenärztlichen Befundbericht Ihres Augenarztes über die aktuelle Situation sowie eine nachvollziehbare Begründung, aus welchem Grund Sie und Ihr Augenarzt die Lasik Operation für medizinisch notwendig erachten. Aus der Begründung sollte hervorgehen, aus welchem Grund weder eine Brille noch Kontaktlinsen getragen werden können.

Bezüglich Ihrer Anmerkung zu den gerichtlichen Entscheidungen, die den Eingriff positiv bewertet haben, können wir nur erwidern, dass es mindestens ebenso viele Urteile gibt, die anderslautende Entscheidungen getroffen haben. Bei allen gerichtlichen Entscheidungen sind ausschließlich die tatsächlich vorliegenden medizinischen Voraussetzungen im Einzelnen zu prüfen. In der Regel wird dies durch ein Sachverständigengutachten, welches vom Gericht eingeholt wird, geprüft und dann eine Entscheidung getroffen.

Der Gang über die Gerichte ist jedoch nicht der Weg, den wir bevorzugen. In grenzwertigen Fällen, versuchen wir häufig eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dazu benötigen wir zusätzlich zu den Nachweisen der medizinischen Notwendigkeit einen Kostenvoranschlag gemäß der Gebührenordnung für Ärzte. Der Gang über die Gerichte ist jedoch nicht der Weg, den wir bevorzugen. In grenzwertigen Fällen, versuchen wir häufig eine einvernehmliche Lösung zu finden. Dazu benötigen wir zusätzlich zu den Nachweisen der medizinischen Notwendigkeit einen Kostenvoranschlag gemäß der Gebührenordnung für Ärzte.

Mit dieser Information und auch in weiterführenden Telefonaten wurde klar, dass der Versicherer (mehr …)

07.
Juni '13

Rechnungen schon einreichen, oder warten bis zum Jahresende?


Eine immer wieder auftretende Frage in der Leistungsabrechnung der privaten Krankenversicherung behandelt das Thema des Zeitpunktes der Rechnungseinreichung. Immer wieder fragen mich Kunden und auch andere Interessenten ob sie denn ihre Rechnungen nach Erhalt einreichen sollen, oder aber diese bis zum Jahresende sammeln. Eine pauschale Antwort auf die Frage kann es jedoch nicht geben, da die persönliche gesundheitliche und insbesondere auch finanzielle Situation darüber entscheidet, wie schnell eine Erstattung benötigt wird. Doch bevor wir uns mit den Einzelheiten beschäftigen, zunächst ein Blick auf die Folgen einer solchen Einreichung.

Wie funktioniert die Erstattung generell?

Anders als bei einem gesetzlich versicherten Kunden bekommt der privat Versicherte die Rechnung für die Behandlung direkt von seinem Arzt, seine Apotheke, oder sonstigen behandeln. Eine der wenigen Ausnahmen finden wir bei der Abrechnung von stationären Leistungen. Hier wird unterschieden ob es sich um die Rechnung des Krankenhauses, oder aber um die Abrechnung von privatärztlichen (Wahl-) Leistungen handelt. In vielen Fällen rechnen die Krankenhäuser ihre Kosten für den stationären Aufenthalt direkt mit dem jeweiligen Krankenversicherer ab. Der private Krankenversicherer gibt dafür vor der Behandlung eine Kostenzusage ab, oder händigt seinem Versicherten eine so genannte „Card für Privatversicherte“ aus.

Auch diese Karte garantiert dem Krankenhaus die Abrechnung der dort angegebenen Leistungen. Die Gründe für das Verfahren bei der stationären Abrechnung sind einfach. Das Krankenhaus bekommt schneller eine Erstattung und der Versicherte hat mit der Abrechnung dieser (teilweise doch recht hohen) Rechnungen keinen Aufwand. Zudem können Fragen zur Rechnung und eventuelle Unstimmigkeiten direkt zwischen dem Krankenhaus und dem Versicherer geklärt werden.

Anders jedoch ist es bei Rechnungen die den ambulanten betreffen. Der Arzt (oder die Verrechnungsstelleg des Arztes) stellt hier eine Rechnung und schickt sie in dem Versicherten. Dieser sollte prüfen, ob die Leistungen die auf der Rechnung abgerechnet wurden auch tatsächlich so erbracht sind. Ist dem nicht so, so ist Rücksprache mit dem Arzt erforderlich um die Unstimmigkeiten zu klären. Generell ist es jedoch so, dass der Versicherte selbst gegenüber seinem Arzt zahlungspflichtig ist. Der Versicherer im Hintergrund ist nur ein (Kostenerstatter). Dennoch wissen die Versicherer auch, dass es für den einzelnen Kunden oftmals gar nicht möglich ist eine solche Rechnung auf Richtigkeit zu prüfen. Daher bieten viele Krankenversicherer heute einen so genannten „Rechnungscheck“ an.

Wann reiche ich meine Rechnungen ein?

Nachdem Sie die Rechnung von Ihrem Arzt oder der Apotheke erhalten haben, hat diese ein Zahlungsziel welches in der Regel bei 30 Tagen liegt. Sie haben also ausreichend Zeit die Rechnung zu prüfen, oder prüfen zu lassen und diese dann fristgemäß an den Arzt oder die Verrechnungsstelle zu überweisen. Dabei gibt es nun verschiedene Möglichkeiten:

Variante 1: Sie schicken die Rechnung sofort nach Erhalt unbezahlt an ihre private Krankenversicherung. Diese prüft die Rechnung und erstattet Ihnen je nach versichertem Tarif die Kosten. Dabei wird eine eventuelle Selbstbeteiligung berücksichtigt oder auch Einschränkungen in dem Versicherungsumfang ihres Tarifs. Der Vorteil dieser Variante liegt darin, dass jemand für sie die Rechnung prüft und sie gleich wissen welche Beträge erstattet werden und was gegebenenfalls an Eigenbeteiligung für Sie „hängenbleibt“. Der Nachteil dieser Variante liegt jedoch darin, dass mit einreichen der Rechnung der Anspruch auf eine Beitragsrückerstattung meist verloren geht. Wenn der Versicherer nicht ausdrücklich andere Regelungen vorsieht, so kann man hier durch das einreichen einer kleinen Rechnung durchaus größere Beträge der Beitragsrückerstattung verlieren.

Variante 2: Sie prüfen die Rechnung selbst und schicken diese noch nicht an ihren Versicherer. Nach Ablauf der 30 Tage oder der sonst genannten Zahlungsfrist überweisen Sie den Betrag an den Arzt oder die Apotheke und stellen somit eine fristgerechte Bezahlung sicher. Der Vorteil dieser Variante liegt eindeutig darin, dass sie einen Anspruch auf Beitragsrückerstattung nicht verlieren und sie damit am Ende des Jahres vielleicht eine höhere Erstattung bekommen als der Rechnungsbetrag ausgemacht hätte. Der Nachteil liegt aber darin, dass Sie die Rechnung oftmals selbst nicht auf Richtigkeit prüfen können und dem Arzt vielleicht auch (Teil-) Beträge überweisen, die ihm nicht zustehen oder dass sie falsche Abrechnungsbeträge nicht korrigieren können. Im Anschluss an eine bereits bezahlte Rechnung wird es oftmals deutlich schwieriger das Geld zurück zu bekommen, als es vorher bei der Bezahlung bereits abzuziehen. Der Verband der privaten Krankenversicherung hat hierzu ein Tool zur Rechnungsprüfung online gestellt, was ihnen helfen soll Arztrechnungen nachzuvollziehen.

Rechnungsprüfung

Variante 3: Einige Versicherer bieten zudem noch eine andere Möglichkeit an. Sie können dort ihre Arztrechnungen ausschließlich zur Prüfung einreichen, ohne dass diese eine im Vertrag enthaltene Beitragsrückerstattung gefährden und ohne dass diese zunächst erstattet werden. Damit stellen Sie sicher, dass Sie nicht zu viel an den Arzt überweisen und dennoch eine Rückerstattung nicht gefährden. Wenn Sie sich für diese Variante entscheiden dann vermerken Sie bitte auf den eingereichten Rechnungen ganz deutlich, dass sie in keinem Fall eine Erstattung sondern nur eine Prüfung der

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22.
August '11

Hanse Merkur wird innovativ – Rechnungseinreichung in der PKV via iPhone


Die Tarife in der Krankenversicherung der Hanse Merkur würde ich nun nicht gerade als „Innovation“ bezeichnen. Zu viele Mitbewerber haben in den letzten Jahren Ihre Bedingungen klargestellt, neue Tarife an den Markt gebracht und Leistungen verbessert. Die Tarife der Hanse Merkur entsprechen eher dem Durchschnitt oder liegen sogar deutlich darunter.

Bei einer anderen Sache ist der Hamburger Versicherer jedoch innovativ. So erspart dieser seinen (iPhone und iPad) Kunden zukünftig die Einreichung der Rechnungen auf dem Postweg. Dafür wurde eigens eine iPhone App entwickelt. Diese konnte ich mit einem, durch die Presseabteilung eingerichteten, Testzugang ausprobieren. Dafür zunächst vielen Dank.

Die Hanse Merkur Rechnungs-App ist kostenfrei im Appstore von Apple zu laden und steht allen Vollversicherungskunden der Hanse Merkur zur Verfügung.

Welche Rechnungen können eingereicht werden?

Derzeit sind nicht alle Rechnungen über den neuenWeg abwickelbar. Zwingende Voraussetzung ist das Vorhandensein eines so genannten 2D Barcodes auf der Rechnung. Im Augenblick werden diese 2D Codes auf alle Rechnungen der Privatärztlichen Verrechnungsstellen (PVS) der Fall. Knapp 38.000 Ärzte nutzen diesen Service für die Abrechnung ihrer Leistungen. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine ambulante Arztrechnung oder die (wahl-)ärztliche Versorgung im Krankenhaus handelt.

Was muss ich als Kunde tun?

Zunächst startet der Kunde den Download der App aus dem AppStore (Downloadlink Rechnungsapp). Danach ist eine Registrierung nötig. Dabei werden neben dem Namen und Vornamen auch das Geburtsdatum und die Versicherungsnummer abgefragt. Wenige Minuten später erhält der Kunde die Freischaltungsinfo per Pushnachricht auf sein iPhone.

Wie reiche ich Rechnungen ein?

Nach der erfolgreichen Registrierung werden die 2D Barcodes der Rechnungen einfach fotografiert. Danach erfolgt die direkte Übertragung der Rechnungsdaten an das Rechenzentrum des Hanse Merkur Krankenversicherung. Über die App kann der Versicherte seinen Bearbeitungsstand jederzeit verfolgen und so unter anderem sehen, wenn die Rechnung erstattet wurde.

Damit bleibt eine telefonische oder schriftliche Nachfrage „wo bleibt mein Geld“ oftmals überflüssig. Nachdem die Leistungen bearbeitet wurde, erhält der Kunde sein Geld auf gewohntem Wege auf’s eigene Konto.

Sind die übertragenen Daten sicher?

Gerade bei Rechnungsdaten ist die Frage nach der Sicherheit mehr als berechtigt. Hier ist sowohl der Versicherer, als auch der Dienstleister in der Pflicht und erklärt: Dazu fügt Ronald Fritz, Executive Architect bei IBM Global Business Service hinzu: „Die Rechnungsinhalte werden in einem zertifizierten und in hohem Maß zuverlässigen Verfahren unter Nutzung des IBM Insurance Service Hubs (ISH) übertragen„.

Damit Sie eine Vorstellung bekommen, wie zukünftig Rechnungserstattung in der Privaten Krankenversicherung (PKV) aussehen kann, hier einige Screenshots.(vergrößerter durch anklicken)

 


Damit bleibt nur noch zu hoffen, das der Versicherer diese Innovationsfreude auch auf die Tarife überträgt und die Fallstricke aus den Tarifwerken zeitnah beseitigt.

Weitere Informationen:

Artikel zur Hanse Merkur Krankenversicherung

Hanse Merkur Start Fit (KVE) – der optimale Schutz wie behauptet?

Auswahlkriterien zur PKV