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01.
Februar '18

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder


Es gibt so Themen, über die habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach geschrieben und dennoch führen diese immer und immer wieder zu Rückfragen und Unverständnis. Daher möchte ich das Thema Kinderkrankengeld durchaus noch einmal aufgreifen und anhand einfacher Schaubilder und Übersichten einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten und Regelungen klarmachen. Es geht um das Thema Krankengeld, genauer ein Krankentagegeld bei der Erkrankung eines Kindes. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie die Eltern versichert sind und wo das Kind damit einen entsprechenden Versicherungsschutz hat. Auch ist es wichtig zu wissen, wer sich genau mit dem Kind krankschreiben lässt. All diese Szenarien schauen wir uns heute einmal an und beleuchten die unterschiedlichen Varianten.

Wann benötige ich überhaupt ein „Kinderkrankengeld“?

Der Begriff ist nicht normiert und soll nur der Veranschaulichung dienen. Es geht- korrekter- um das „Kranken(tage)geld bei der Erkrankung eines Kindes. Wer selbst Kinder hat oder solche plant, der wird sich früher oder später mit dem Thema auseinandersetzen müssen, denn Kinder werden nun einmal krank. Sei es das kleine „Wehwehchen“, welches aber dazu führt, dass ein Besuch der Kindertagesstätte oder der Schule unmöglich macht, oder eine schwere Erkrankung die eine intensive Betreuung des Kindes erfordert.

Regelungen im Gesetz

Das Sozialgesetzbuch regelt dabei die Fragen zur Freistellung eines Elternteils, falls das Kind eine Betreuung bedarf. Dabei ist zunächst einmal zu unterscheiden. Einerseits geht es um die Frage wer wann und wie lange zu Hause bleibt, auf der anderen Seite geht es um die Weiterzahlung des Einkommens in diesem Fall. Grundlage bildet hier der Paragraph des Gesetzes. So ist hier geregelt:

§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. § 10 Abs. 4 und § 44 Absatz 2 gelten.

(2) Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Der Anspruch nach Satz 1 besteht für Versicherte für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr. Das Krankengeld nach Absatz 1 beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten, bei Bezug von beitragspflichtigem einmalig gezahltem Arbeitsentgelt (§ 23a des Vierten Buches) in den der Freistellung von Arbeitsleistung nach Absatz 3 vorangegangenen zwölf Kalendermonaten 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt; es darf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze nach § 223 Absatz 3 nicht überschreiten. Erfolgt die Berechnung des Krankengeldes nach Absatz 1 aus Arbeitseinkommen, beträgt dies 70 Prozent des erzielten regelmäßigen Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt. § 47 Absatz 1 Satz 6 bis 8 und Absatz 4 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend. (Anm. Berechnung und weitere Infos hier)

(3) Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 haben für die Dauer dieses Anspruchs gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung, soweit nicht aus dem gleichen Grund Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht. Wird der Freistellungsanspruch nach Satz 1 geltend gemacht, bevor die Krankenkasse ihre Leistungsverpflichtung nach Absatz 1 anerkannt hat, und sind die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, ist der Arbeitgeber berechtigt, die gewährte Freistellung von der Arbeitsleistung auf einen späteren Freistellungsanspruch zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines erkrankten Kindes anzurechnen. Der Freistellungsanspruch nach Satz 1 kann nicht durch Vertrag ausgeschlossen oder beschränkt werden.

(4) Versicherte haben ferner Anspruch auf Krankengeld, wenn sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, sofern das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,

a) die progredient verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat,
b) bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativmedizinische Behandlung notwendig oder von einem Elternteil erwünscht ist und
c) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.
Der Anspruch besteht nur für ein Elternteil. Absatz 1 Satz 2, Absatz 3 und § 47 gelten entsprechend.

(5) Anspruch auf unbezahlte Freistellung nach den Absätzen 3 und 4 haben auch Arbeitnehmer, die nicht Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 sind.

Der Arbeitgeber muss also, bei nachgewiesener Erkrankung eines Kindes, die Mutter oder den Vater von der Tätigkeit freistellen. Hierbei gibt es zunächst noch keinen Unterschied ob das Kind und/ oder die Elternteile in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind. Dabei zählt hier einzig und allein die Verpflichtung dem Arbeitnehmer die Betreuung seines Kindes zu ermöglichen.

Ist es nur ein Tag, oder vielleicht auch zwei oder drei, so sollte sich die Frage der Lohnfortzahlung auch nicht weiter problematisch darstellen. Teilen Sie Ihr Einkommen durch dreißig Tage, ist der Lohnausfall durchaus überschaubar. Auch hier gelten dann die Höchstgrenzen und die entsprechende Beitragsbemessungsgrenze. Im Jahre 2018 gelten maximal 4.425 EUR als anrechenbares Einkommen. Die vollständigen Sozialversicherungswerte finden Sie im Beitrag.

Krankengeld in der gesetzlichen Krankenkasse

Für die ersten sechs Wochen einer Erkrankung ist der Arbeitgeber zunächst verpflichtet, bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers selbst, diesem das Gehalt/ den Lohn zu 100% weiter zu zahlen. Die so genannte Lohnfortzahlung sichert dem Arbeitnehmer somit auch dann ein Einkommen zu, wenn dieser krankheitsbedingt ausfällt.

Krankentagegeld in der privaten Krankenversicherung

Auch wer privat krankenversichert ist, hat in der Regel einen entsprechenden Tarifbaustein versichert. Dieses Krankentagegeld ist ein Baustein in der PKV, welcher den Verlust des Einkommens bei Angestellten ab der 6. Woche (bei Selbstbestätigung und Freiberuflern auch vorher), absichert und damit für die finanzielle Sicherheit sorgt.

Dennoch haben wir hier auch eine vergleichbare Situation, denn auch hier müsste das Kind eine entsprechende Absicherung abschließen, „seinen“ Verdienstausfall somit versichern und dann dafür sorgen, diesen ersetzt zu bekommen. Nun hat das Kind aber auch kein Einkommen und damit auch keinen direkten Verdienstausfall, es sorgt eben mit seiner Erkrankung nur für einen „Folgeeffekt“ bei Mama und Papa, denn wenn diese zu Hause bleiben müssen, haben die kein Einkommen.

Fehlende Versicherbarkeit des Kindes

Ist also Mama und auch Papa gesund, dann greift deren Krankenversicherung nicht, denn hier fehlt es zunächst am Versicherungsfall. Dieser setzt eine Erkrankung voraus. Nun kommen einige Ärzte auf die Idee, bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Schnupfen des Kindes einfach die Mutter auch „krank“ zu schreiben, was aber Betrug ist, wenn diese doch gesund ist.

Stationär – Rooming In oder Krankenhaustagegeld

Wird das Kind stationär aufgenommen, so ist ein solcher Fall durchaus versicherbar. Bei vielen Versicherern ist dabei ein so genanntes „Rooming-In“, also die Miteinweisung eines Elternteils versicherbar. Damit kann Mama oder Papa mit ins Krankenhaus und das Kind da betreuen. Möchte man nun genau diesen Fall absichern, so ist der Abschluss eines KrankenHAUStagegeldes möglich. Dieses zahlt dann bei Erkrankung des Kindes diesem einen festen Eurobetrag pro Tag in dem dieses im Krankenhaus liegt.
Für ein Krankenhaustagegeld von 100 EUR pro Tag müssen Sie bei einem kleinen Kind ca. 0,70 € monatlich, pro 10 Euro Tagessatz an Beitrag aufwenden und haben so das Problem zumindest für den schlimmsten Fall gelöst. Ambulant bleibt das Problem aber weiterbestehen.

Daher schauen wir uns nun die unterschiedlichen Konstellationen in der privaten Krankenversicherung und gesetzlichen Krankenkasse an. Mit dem nun folgenden Schema können Sie ganz einfach herausfinden, ob es einen Anspruch auf Lohnfortzahlung/ Krankengeld gibt.

Wichtig: In der privaten Krankenversicherung gibt es derzeit zwei Versicherer mit einer entsprechenden Lösung. Die SIGNAL (siehe auch hier im älteren Beitrag) und die SDK in den neueren Tarifen (und nur in denen)

Doch die Regelungen in den beiden Tarifen sind auch noch unterschiedlich. Fangen wir mit der SDK an.

SDK mit Leistungen aus dem ambulanten Haupttarif

Eine Regelung findet sich in den Tarifbedingungen. Dort heißt es:

19. Pauschale zur Kinderbetreuung

Erkrankt ein nach diesem Tarif versichertes Kind, zahlen wir für die Betreuung eine Pauschale von 250 EUR.

Voraussetzungen:

o Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet und
o eine andere im Haushalt des versicherten Kindes lebende Person kann das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen und
o ein Elternteil muss zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des erkrankten Kindes mindestens vier Arbeitstage nacheinander der Arbeit fernbleiben. Dafür benötigen wir eine ärztliche Bescheinigung. Wir erstatten die Pauschale einmal im Kalenderjahr. Dabei berücksichtigen wir die Leistungen für eine Pauschale für die Kinderbetreuung aus anderen Tarifen.

Hier ist die Hürde schon ziemlich hoch, wenn es auch ausreicht, dass nur das Kind in dem Tarif versichert ist. Wer also selbst anderweitig in der PKV versichert ist und nur sein Kind bei der SDK versichern möchte, der hat auch hier Anspruch auf einmal jährlich maximal 250 EUR.

Lösung der Signal Krankenversicherung – aus KT Tarif

Zunächst einmal ein entscheidender Unterschied. Hier bei der Signal folgt die Leistung nicht aus dem Krankenversicherungstarif (ambulant oder stationär), sondern aus dem Tarif für das Krankentaggeld des versicherten Elternteils. Die Hürden sind hier höher, die Leistung jedoch auch. Schauen wir auch hier in die Bedingungen.

4 Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes

Es besteht ein Anspruch auf Krankentagegeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass die versicherte Person zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres nach Versicherungsbeginn erkrankten und beim Versicherer privat krankheitskostenvollversicherten Kindes der Arbeit fernbleibt, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
Anspruch besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, jedoch für nicht mehr als insgesamt 25 Arbeitstage.
Die zeitliche Begrenzung verlängert sich einmalig auf 100 Arbeitstage, wenn das Kind nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,
a) bei der eine Heilung ausgeschlossen, diese austherapiert ist und
b) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.

Der Anspruch auf Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes entfällt, wenn gegen den Arbeitgeber ein Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung besteht. Arbeitnehmer haben einen Nachweis ihres Arbeitgebers über unbezahlte Freistellung vorzulegen.

Gegenüber der SDK ist die Lösung hier deutlich umfangreicher. Es gibt nicht nur eine Pauschale von 250 EUR und es müssen auch zudem nicht vier Tage am Stück sein. Aber: Es muss hier auch der privat versicherte Elternteil dann zuhause bleiben. Dann zahlt die Signal hier aber das versicherte Krankengeld und das bis zu 10 Tagen pro Kind und maximal 25 bzw. bei unheilbaren Krankheiten für 100 Tage. Das können schnell tausende Euro sein, da ein Tagegeld von 100 EUR und mehr nicht so selten ist.

Eine entscheidende Voraussetzung haben wir aber noch. Eltern und auch das Kind müssen bei der Signal versichert sein, beide vollkostenversichert und es muss ein Krankentagegeld nach dem Tarif ESP-VA 43, ESP-VA 92, ESP-VA 183, ESP-VA 274 oder ESP-VA 365 bestehen.

Gilt das nun auch für Kunden des Deutschen Rings?

Nach dem Zusammenschluss (ich berichtete hier)

*** LINK **

sind auch ehemalige Deutsche Ring Kunden nun Kunden der Signal. Diese haben aber auch das alte Tagegeld des Deutschen Rings nach den Tarifen pro43 oder pro43v. Würde der Versicherte den Tarif umstellen, was innerhalb der Gesellschaft durchaus praktikabel ist, so bestünde auch hier ein Leistungsanspruch.

Eine Umstellung sollte aber nicht voreilig erfolgen. Vielmehr sind hier die Leistungen im Detail zu vergleichen und auch Punkte wie „10faches KT bei Geburt eines Kindes“ beim Dt. Ring zu berücksichtigen. Dennoch kann hier- durch eine Umstellung- eine Leistung nachträglich eingeschlossen werden.

Leistungen in GKV und PKV hier nicht vergleichbar

Eines konnten Sie nun schnell erkennen. Die Leistungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht immer besser und auch nicht immer direkt vergleichbar. Auch wenn es im Einzelfall wichtig sein kann, eine Krankenversicherung sollte keinesfalls anhand dieses einzelnen Kriteriums ausgewählt werden und die Leistungen in der GKV sind auch hier begrenzt. Je kleiner das Einkommen des GKV versicherten Elternteils, so kleiner auch die tatsächlichen Zahlungen und der Verdienstausfall. Zudem sind- siehe oben im Text- auch die Leistungen der GKV hier sehr begrenzt und keineswegs für eine dauerhafte Versorgung bei chronischen Krankheiten und die Kompensation aller Kosten ausreichend.

11.
März '14

Kinderkrankengeld- oder wer zahlt meinen Lohn falls mein Kind erkrankt?


UPDATE: Den aktualisierten Beitrag und neue Infos finden Sie hier: 

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder

Wenn das eigene Kind krank ist, dazu vielleicht sogar noch etwas mehr als einfach nur eine Erkältung, dann ist das erstmal schon anstrengend genug. Los geht es mit dem organisieren. Das Kind allein zuhause bleiben? Wer kümmert sich um das Kind, während es zum Arzt und holt es wieder ab?

Kann es wieder in den Kindergarten oder zu Schule oder darf es noch keinen Kontakt mit anderen Kindern haben? Diese womöglich noch anstecken?

All diese Fragen gilt es zu klären und dabei sich auch noch Gedanken zu machen was mit dem eigenen Job auf der einen und dem Arbeitseinkommen auf der anderen Seite ist. Doch wer zahlt nun eigentlich und was zahlt er?

Gesetzlich versicherte Arbeitnehmer

(c) Techniker KK

(c) Techniker KK

Wer gesetzlich krankenversichert ist, der hat zunächst einmal einen Anspruch auf Weiterzahlung des Gehaltes für einen bestimmten Zeitraum. Sind Sie also Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, so ist ihr Arbeitgeber in der Regel verpflichtet für fünf Tage pro Jahr und Kind (bei mehr als zwei Kindern jedoch für maximal 25 Tage pro Jahr) das Entgelt weiterzuzahlen und sie von der Arbeit freizustellen. Das gilt sowohl für die Mutter, als auch für den Vater.

Sind Sie allein erziehend, dann geht diese Freistellung sogar für 20 Tage pro Kind und maximal 50 Tage pro Jahr. (entspricht also genau dem, was sonst beide Elternteile zusammen bekämen)

Es kann jedoch sein, dass der Arbeitgeber diese Erstattung im Tarifvertrag ausgeschlossen hat. Dann muss er sie zwar trotzdem freistellen, jedoch für diese Zeit kein Einkommen weiterzahlen. Hat der Arbeitgeber eine solche Erstattung tariflich ausgeschlossen, so ist die gesetzliche Krankenkassen für diesen Zeitraum leistungspflichtig. Dabei müssen jedoch bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

– Sie sind berufstätig und bekommen von ihrem Arbeitgeber keine Weiterzahlung des Lohnes

– in Ihrem Haushalt gibt es niemanden, der Ihr Kind während der Zeit pflegen könnte und Ihr Kind ist ebenfalls gesetzlich krankenversichert

– das Kind ist jünger als zwölf Jahre oder hat eine Behinderung (dann gilt die Altersgrenze nicht) und ein Arzt bescheinigt die Notwendigkeit der Beaufsichtigung des Kindes

– Sie selbst müssen ebenfalls einen Anspruch auf Krankengeld in ihrem Versicherungsschutz haben.

Gerade die letzte Voraussetzung bereitet vielen freiwillig versicherten Selbstständigen und Freiberufler in der gesetzlichen Krankenkasse ein größeres Problem. Oftmals haben diese einen Tarif ohne den Anspruch auf Krankentagegeldversicherung, dann existiert auch kein Anspruch auf Kinder Krankengeld.

Privat versichertes Kind oder privat versicherte Arbeitnehmer

Für den Fall, dass ihr Kind nicht in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und vielleicht in der privaten Krankenversicherung des anderen Elternteils eingeschlossen wurde, besteht kein Anspruch auf Kinderkrankengeld aus der gesetzlichen Krankenkassen. Das gilt selbst dann, falls die Mutter oder der Vater dennoch in der gesetzlichen Krankenkasse ist. Zwingende Voraussetzung ist hier, dass das Kind ebenfalls in der GKV versichert ist. (Dazu bitte beachten: „Mein Kind muss ja dann auch in die GKV“)

Hat das Kind Anspruch auf Krankengeld aus der privaten Krankenversicherung?

In fast allen Tarifen der privaten Krankenversicherung besteht ein solcher Anspruch nicht. Damit Sie besser verstehen warum das so ist, hier einige Erläuterungen.

Das Krankengeld in der privaten Krankenversicherung setzt immer voraus, dass die versicherte Person selbst erkrankt ist (wobei die private Krankenversicherung hier die Definition von arbeitsunfähig kennt) und zudem einen entsprechenden Tarif für das Krankengeld versichert hat. Hier genau tritt jedoch das Problem auf. Die Eltern haben einen Tarif auf Einkommensersatz bei Arbeitsunfähigkeit versichert, sind jedoch in diesem Falle nicht erkrankt und haben daher keinen Anspruch gegen ihren privaten Krankenversicherung.

Das gilt jedoch, welches einen (theoretischen) Anspruch hätte, hat in diesem Falle weder einen Krankentagegeldtarif, noch könnte das Kind arbeitsunfähig im Sinne der Bedingungen sein. All diese Punkte zusammengenommen bedeuten, dass eine private Krankenversicherung bei Erkrankung eines Kindes aus dem Krankentagegeldtarif der Eltern nicht leisten darf und wird und für das Kind eine entsprechende Absicherung nicht besteht.

Gibt es Versicherer wo dieses Problem lösbar ist?

Die Antwort ist einfach gegeben, es gibt im Moment exakt einen. Die Signal Krankenversicherung hat vor einiger Zeit einen Tarif eingeführt, nachdem auch bei Erkrankung eines Kindes unter bestimmten Voraussetzungen Versicherungsschutz besteht. Voraussetzung ist hier jedoch unter anderem, dass sowohl das Elternteil als auch das Kind selbst bei der Signal und in dem entsprechenden Tarif versichert sein muss. Detaillierte Informationen hierzu habe ich in meinem Blogbeitrag zum Thema Kinder Krankengeld bei der Signal Krankenversicherung zusammengestellt.

Soll ich nun meinen Versicherer wechseln?

Natürlich nicht, denn das Krankengeld bei Erkrankung eines Kindes ist sicher für den einen oder anderen wichtig, jedoch nur eines von ganz vielen Kriterien in der privaten Krankenversicherung. Ich würde niemandem empfehlen den Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung (PKV) von nur einem Kriterium abhängig zu machen. Schon gar nicht würde ich meinen eigenen Versicherungsschutz (der ja viel länger gelten wird als der des Kindes) von einem solchen Kriterium abhängig machen. Beachten Sie bitte bei der Auswahl des für Sie passenden Tarifes in der privaten Krankenversicherung unbedingt die Auswahlkriterien. Weitere und umfangreiche Informationen habe ich Ihnen in dem Leitfaden zur privaten Krankenversicherung aufgeschrieben.

Insgesamt ist dabei, so richtig so ein Krankengeld für Kinder auch sein mag, immer noch das Verhältnis zu berücksichtigen. Wir sprechen von einem Zeitraum von zehn bzw. maximal 20 Tagen pro Kind und Jahr, so dass sie sich das finanzielle Risiko einfach selbst errechnen können.

Gibt es noch andere Lösungen?

Das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) sieht im Paragraphen 616 noch eine entsprechende Regelung für die Pflege von kranken Angehörigen vor. Dieser Paragraph regelt eine vorübergehende Verhinderung bei der Arbeit, und lautet:

§ 616 Vorübergehende Verhinderung

Der zur Dienstleistung Verpflichtete wird des Anspruchs auf die Vergütung nicht dadurch verlustig, dass er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in seiner Person liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienstleistung verhindert wird. Er muss sich jedoch den Betrag anrechnen lassen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf Grund gesetzlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfallversicherung zukommt.

Die Rechtsprechung ist sich hier recht einig, dass es sich um einen Zeitraum von maximal fünf Tagen handeln kann. Und der Arbeitgeber darf diesen Paragraphen in seinem Arbeitsvertrag ausschließen. Das bedeutet, sie sollten bitte zuerst einmal in Ihren Arbeitsvertrag schauen oder in den entsprechenden Tarifvertrag und herausfinden, ob der Arbeitgeber die Anwendung des Paragraphen 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgeschlossen. Falls nicht, so kann für die Pflege eines kranken Angehörigen (nicht nur eines Kindes) und einen Zeitraum für maximal fünf Tage eine Weiterzahlung des Lohns erfolgen. Dieser Anspruch besteht natürlich auch für Arbeitnehmer, welche privat krankenversichert sind.

Da es sich hier um eine gesetzliche/arbeitsrechtliche Frage handelt, fragen Sie bitte bei weiteren Fragen hierzu einen entsprechend spezialisierten Rechtsanwalt. Es handelt sich hierbei ausdrücklich um keine rechtliche Beratung.