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31.
August '20

Kann die private Krankenversicherung ein Frühgeborenes (Frühchen) ablehnen?


Die Nachversicherung von Kindern in der privaten Krankenversicherung ist eine der wichtigsten vertraglichen Regelungen für Eltern. Durch diese so genannte Neugeborenen Nachversicherung garantiert der private Krankenversicherung den Eltern schon vor der Geburt eine Absicherung des Kindes. Der wesentliche Unterschied zu einer normalen Antragstellung liegt hierbei in den wegfallenden Gesundheitsfragen. Wer keine Gesundheitsfragen stellt, der kann auch erst mal niemanden ablehnen.

Kindernachversicherung in der Privaten Krankenversicherung – das müssen Sie beachten

Dabei gibt es bei den Neugeborenen einige wichtige Kriterien zu beachten, damit die Nachversicherung des Kindes auch reibungslos funktioniert. Insbesondere gelten hier wichtige, nicht verlängerbare Fristen, an die Sie sich halten müssen. Auch vor einigen Tagen erhielt ich eine solche Frage in dem Live Chat. Falls Sie die noch nicht kennen, das kostenlose Angebot zur Beratung via Chat habe ich in diesen Beitrag hier erklärt.

In diesem Beispiel ging es um zwei Kinder, welche vor etwa sieben Wochen bereits als Frühchen auf die Welt kam. Wie immer gibt es ohne weitere Rückfragen keine detaillierte und richtige Auskunft. Es gilt wie so oft: „es kommt darauf an“ und so entschied ich mich auch diesmal, weiter nachzufragen.

Die erste Antwort vorab: Sind alle Voraussetzungen für eine Nachversicherung des Neugeborenen erfüllt, kann ein Versicherer einen solchen Antrag nicht ablehnen. Das ist genau der Ansatz, denn hier geht es um durchaus hohe Kosten für die Geburt des Kindes/in der Kinder und damit zusammenhängend auch die Frage nach weiteren Behandlungskosten. Um das etwas detaillierter zu betrachten, beschäftigen wir uns in diesem Beitrag mit unterschiedlichen Fragestellungen.

  • Wer hat Anspruch auf die Neugeborenennachversicherung?

  • Wann muss diese beantragt werden?

  • Gilt eine solche Garantie auch in der Zusatzversicherung oder nur bei den Vollversicherten?

  • Welches besondere Risiko gibt es bei den Geburtskosten und wie vermeide ich die böse Überraschung?

  • Falls beide Eltern versichert sind, kann ich selbst aussuchen wo die Kinder hin sollen?

Sie erkennen schon, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Da ist jedoch ein hohes Kostenrisiko nach sich zieht und Fristen gibt, die unbedingt einzuhalten sind, sollten Sie sich vor der Geburt damit beschäftigt haben.

Wer hat Anspruch auf die Neugeborenennachversicherung?

Voraussetzung für eine Nachversicherung von Neugeborenen ohne neue Gesundheitsprüfung ist natürlich der bestehende Krankenversicherungsvertrag für (mindestens) einen Elternteil. Dabei ist es zwingend erforderlich, dass dieser Versicherungsschutz bereits vor der Geburt besteht. Die Musterbedingungen zur privaten Krankenversicherung Regeln im Paragraphen 2 die genauen Vorgaben zum Beginn des Versicherungsschutzes. Dort heißt es:

(2) Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

Hier sind also einige wichtige Voraussetzungen zu beachten.

Wann muss diese beantragt werden?

  • – Anmeldung des Kindes muss innerhalb von zwei Monaten nach Geburt erfolgen
  • – Anmeldung muss ebenfalls rückwirkend zum Tag der Geburt erfolgen

Sollten Sie also auf die Idee gekommen sein, ein gesundes Kind erst in zwei Monaten zu versichern, müssen Sie trotzdem die Beiträge für die beiden letzten Monate nachzahlen. Es gibt private Krankenversicherung, die Sonderregelungen für den Beitrag im ersten Monat haben. Jedoch geht ganz generell, nur eine rückwirkende Versicherung schützt sie vor hohen Kosten. Dazu in der übernächsten Frage weitere Informationen.

Gilt eine solche Garantie auch in der Zusatzversicherung oder nur bei den Vollversicherten?

Grundsätzlich erstreckt sich die Nachversicherungsgarantie bei Neugeborenen nicht nur auf eine Vollversicherung. So kann es durchaus sein, dass entweder beide Eltern oder zumindest eines der beiden gesetzlich krankenversichert ist. Besitzt dieses Elternteil eine Zusatzversicherung (für den stationären Bereich, für die Pflegeergänzung, oder eine Optionsversicherung für den späteren PKV Wechsel), so greift auch hier die Möglichkeit für das Kind einen solchen Versicherungsschutz nach zu versichern.

Dennoch gibt es Besonderheiten zu beachten, insbesondere sind hier „taktische“ Überlegungen sinnvoll, falls beide Eltern unterschiedliche Tarife versichert haben. Dazu in der übernächsten Frage weitere Details.

Welches besondere Risiko gibt es bei den Geburtskosten und wie vermeide ich die böse Überraschung?

Um dieses elementare Risiko zu verstehen, schauen wir uns ganz kurz die Abrechnungsmodalitäten im Krankenhaus bei der Geburt an. Wird das Kind als gesundes neugeborenes geboren, und gibt es keinerlei Krankheitsanzeichen, dann werden die Kosten der Geburt über die Krankenversicherung der Mutter abgerechnet. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, falls die Mutter gesetzlich versichert ist und der Vater (und später das Kind) in die private Krankenversicherung sollen. Dennoch werden auch in dieser Konstellation die Geburtskosten der Mutter in Rechnung gestellt.

ACHTUNG! Anders sieht es jedoch aus, wenn das Kind nicht als gesundes neugeborenes auf die Welt kommt. Dabei reicht zum Beispiel eine Diagnose wie der Verdacht auf Neugeborenen Gelbsucht bereits aus. Oftmals bestätigt sich dieser Verdacht in der Vorsorgeuntersuchung U2 oder U3 nicht mehr. Dennoch ist das Kind nicht als gesundes neugeborenes auf die Welt gekommen, die Kosten der Geburt werden somit der den Eltern in Rechnung gestellt. Damit Sie eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, es handelt sich (vorausgesetzt es sind keine frühgeborenen) um circa 2500 € für die Geburt.

Diese Kosten werden manchmal erst nach einigen Wochen den Eltern in Rechnung gestellt. Bei einer Versicherung des Kindes in der privaten Krankenversicherung ist dieses auch kein Problem. Sie reichen später die Rechnung an den privaten Krankenversicherer und diese erstattet Ihnen (oder manchmal den Krankenhaus direkt) den Betrag.

Problem: Wenn Sie einen anderen Versicherer wählen

Haben Sie jedoch einen anderen Versicherer für den Krankenversicherungsschutz des Kindes gewählt, weil es ja auf den ersten Blick gesund zur Welt kam und der andere Krankenversicherer vielleicht auf den ersten Blick günstigeren Versicherungsschutz angeboten hat, dann beginnt spätestens jetzt das Problem. Nehmen wir an sie haben sich sofort nach der Geburt um einen Antrag bei einer anderen Gesellschaft gekümmert.

Noch aus dem Krankenhaus haben Sie Ihrem Berater oder der Versicherung selbst die Untersuchungsberichte der U1 und U2 geschickt, der Versicherer hat den Antrag schnell angenommen und bereits am dritten oder vierten Tag nach der Geburt policiert. Nach einigen Wochen, bei Erhalt der Krankenhausrechnung, reichen Sie diese also bei dem Versicherer ein. Was passiert? Er lehnt die Leistung (zurecht) ab.

Denn selbst wenn der Versicherungsschutz zum Tag der Geburt policiert worden ist, entsteht eine Leistungspflicht niemals vor der Policierung. Das bedeutet in der Praxis, sie bleiben auf den Kosten für die Geburt und auch den Kosten für die ersten Vorsorgeuntersuchungen sitzen. Eine Übernahme dieser Kosten ist nur möglich, wenn das Kind bei der eigenen Krankenversicherung im Rahmen der Neugeborenennachversicherung angemeldet wird.

Gravierende Probleme in der Praxis – ein Beispiel

Auch in dem Beispiel aus dem oben genannten LiveChat ergab sich genau diese Situation. Der Vertreter der Debeka, wo das erste Kind bereits versichert war, hatte hier leichtsinniger Weise eine Nachversicherung in Aussicht gestellt. Das hat deshalb nicht funktioniert, weil die Mutter nur eine Zusatzversicherung bei der Debeka hatte. Selbst war sie in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die Kinder (beides Frühchen) sind gesund geboren worden und sollten nun in der günstigeren Privaten Krankenversicherung versichert werden. Dazu wurde ein Antrag gestellt, einige Wochen später forderte die Debeka (zurecht) Gesundheitsfragen für beide Kinder an. Danach teilte dieser mit, dass man die Kinder aufgrund der Situation als Frühchen geboren zu sein nicht versichern können.

Zur Erklärung der Situation sei noch die Gesamtsituation erwähnt. Die Mutter, gesetzlich krankenversichert, besaß eine Zusatzversicherung bei der Debeka für die stationäre Ergänzung und eine Option. Der Vater war selbst krankenversichert in der privaten Krankenversicherung bei einem anderen Unternehmen. In der ersten Beratung war der Vertreter jedoch (völlig falsch) davon ausgegangen, auch für die Debeka gebe es eine Annahme Verpflichtung für eine Vollversicherung der Kinder. Diese Annahme ist jedoch falsch!

Wie Sie in der Übersicht zur Kinder Versicherung erkennen können, haben die Kinder in dieser Konstellation keinen Anspruch auf eine beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter.

Weil es diese Familienversicherung also nicht gibt, bleibt den Kindern entweder eine beitragspflichtige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse (circa 180-190 € pro Monat und Kind) oder aber eine Versicherung in der privaten Krankenversicherung des Vaters. Ein weiterer Unterschied besteht unter anderem noch darin, dass für die Kinder in der PKV auch ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss durch den Arbeitgeber des Vaters besteht, blieben die Kinder in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse, besteht dieser Anspruch nicht. Entscheiden sich die Eltern aber dennoch für die Versicherung der Kinder in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter (beitragspflichtig) so entsteht hier auch ein Anspruch auf Neugeborene Nachversicherung in den Zusatz Versicherungstarifen der Mutter.

Bei einem Optionstarif ist jedoch unbedingt darauf zu achten, wann diese Option unter welchen Voraussetzungen genutzt werden kann. Der Umweg hier die Kinder erst einmal in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern (obwohl sie keinen Familien Versicherungsanspruch haben) und dann plötzlich die Option ziehen zu wollen, die schnell nach hinten los.

Falls beide Eltern versichert sind, kann ich selbst aussuchen wo die Kinder hin sollen?

Etwas anders gestaltet sich die Situation dann, falls beide Eltern in unterschiedlichen Tarifen der privaten Krankenversicherung versichert sind. Dann nämlich können die Eltern selbst entscheiden bei welchem Versicherer und in welchem Tarif eine solche Nachversicherung sinnvoll und gewünscht ist. Gerade im Hinblick auf Leistungsunterschiede in den unterschiedlichen Tarifen kann es hier also durchaus helfen, sich in einer Beratung den bestmöglichen Versicherungsschutz für die Kinder zu sichern.

Dabei sind nicht nur die heutigen Prämien für die Kinder interessant, sondern insbesondere der Leistungsumfang und die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit der Tarife in der Zukunft. Dabei lassen Sie sich zwingend beraten und stellen die entsprechenden Tarife und direkten Vergleich.

Weitere Beiträge zur Neugeborenennachversicherung oder Kindernachversicherung finden Sie hier.

Auch in so einem recht umfangreichen Beitrag lassen sich natürlich nicht alle Konstellationen beleuchten. Daher nutzen Sie zwingend die Möglichkeit sich ausführlich vor der Geburt über ihre Optionen zu informieren. Hinterfragen Sie Aussagen ihres Beraters durchaus kritisch, lesen Sie selbst in den Versicherungsbedingungen nach und holen Sie sich eine zweite Meinung.

In dem Fall unseres Live Chats ist das Problem noch lösbar, da die zwei Monatsfrist nach der Geburt erst in einigen Tagen endet. Auch bei den Geburtskosten ist hier Vorsicht geboten. Denn selbst wenn bereits eine Rechnung des Krankenhauses erfolgt ist und die Debeka hier als Zusatzversicherung diese beglichen hat, handelt es sich hierbei nicht um die Geburtskosten, sondern um die Kosten für die Wahlleistung der Mutter. Diese werden natürlich über die Zusatzversicherung erstattet. Die Geburtskosten für die Kinder (die in einigen Wochen abgerechnet werden) aber nicht.

09.
April '15

Mutterschaftsgeld für privat krankenversicherte Kundinnen- Antragstellung und Informationen


Ein neues Leben ist unterwegs und so stellt sich auch die Frage nach dem Mutterschutz und den finanziellen Leistungen in dieser Zeit. Dabei ergeben sich für privat versicherte Mütter gänzlich andere Voraussetzungen als für die, die in einer gesetzlichen Krankenkasse (egal ob pflichtig oder freiwillig) versichert sind. Für diese ist die gesetzliche Krankenkasse der Ansprechpartner, wenn es um Fragen und die Beantragung des Mutterschaftsgeldes geht.

In der folgenden Übersicht können Sie schnell und einfach sehen, ob das Bundesversicherungsamt für Ihren Antrag auf Mutterschaftsgeld zuständig ist.

Bundesversicherungsamt Mutterschaftsgeld zuständigkeitWas Sie vor der Entbindung erledigen sollten:

Der Antrag auf Mutterschaftsgeld kann und sollte bereits vorab gestellt werden. Diesen finden Sie als Online-Version oder als pdf Datei auf den Seiten des Bundesversicherungsamtes. Zusammen mit dem Antrag besorgen Sie sich bitte folgende Bescheinigungen und Unterlagen, damit dieser reibungslos bearbeitet werden kann.

die Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin, die möglichst zeitnah zu diesem Termin und keinesfalls nach dem Entbindungstermin ausgestellt sein darf – ebenfalls möglichst vor der Entbindung, (anderenfalls müssen wir bei der Prüfung des Anspruchs vom tatsächlichen Entbindungstermin ausgehen. Das kann unter bestimmten Umständen sogar dazu führen, dass wir den Antrag ablehnen müssen)

Weiterhin muss ihr Arbeitgeber diese „Arbeitgeberbescheinigung zum Mutterschaftsgeld“ vollständig ausfüllen, abstempeln und unterschrieben.

Was nach Geburt erledigt werden muss:

Endlich ist es soweit und die Freude über die Geburt ist unbeschreiblich. Dennoch ist nun noch etwas zu tun, um den Antrag auf Mutterschaftsgeld final zu bearbeiten. Dazu benötigen Sie nur in bestimmten Fällen (wenn Sie privatversichert sind, oder wenn Sie geringfügig beschäftigt sind, dem Bundesversicherungsamt aber keine fristgerechte Bescheinigung über den mutmaßlichen Entbindungstermin zugesandt haben)

die vom Standesamt ausgestellte Geburtsbescheinigung für Mutterschaftshilfe Ihres Kindes

Dieses sollten Sie bedenken, wenn Sie die Geburtsurkunde beim Standesamt abholen um sich einen weiteren Weg zu ersparen.

Sollte das Geburtsgewicht Ihres Babys unter 2.500 Gramm liegen, oder es wegen nicht voll ausgebildeter Reifezeichen bzw. verfrühter Beendigung der Schwangerschaft wesentlich erweiterter Pflege bedürfen
(= Frühgeburt), lassen Sie sich das bitte bescheinigen. Nur dann können wir diesen Umstand ggf. zu Ihren Gunsten berücksichtigen.

Wie hoch ist das gezahlte Mutterschaftsgeld?

Die Schutzfrist beginnt 6 Wochen vor und endet 8 Wochen nach der Geburt. Nur VOR der Geburt kann die Mutter auf diese Schutzfrist verzichten und dennoch arbeiten. Nach der Geburt darf der Arbeitgeber Sie für die acht Wochen nicht beschäftigen. Grundlage für das Mutterschaftsgeld ist das kalendertägliche Entgelt. Dabei ist jedoch zu beachten, das der gesamte Anspruch während der Schutzfrist auf 210€ begrenzt ist, mehr Mutterschaftsgeld gibt es daher in keinem Fall.

In besonderen Fällen, bei Auflösung des Arbeitsverhältnisses innerhalb der Schwangerschaft oder Schutzfrist oder bei Insolvenz des Arbeitgebers kann ein Antrag auf Zuschuss zum Mutterschaftsgeld gestellt werden. Dieser berechnet sich aus „dem Unterschiedsbetrag zwischen 13 Euro und dem um die gesetzlichen Abzüge verminderten durchschnittlichen kalendertäglichen Arbeitsentgelt. Das durchschnittliche kalendertägliche Arbeitsentgelt ist aus den letzten drei abgerechneten Kalendermonaten, bei wöchentlicher Abrechnung aus den letzten 13 abgerechneten Wochen vor Beginn der Schutzfrist nach § 3 Abs. 2 zu berechnen.“.

Dieser besondere Antrag steht nicht online zur Verfügung und muss beim Bundesversicherungsamt angefordert werden.

Zahlt die private Krankenversicherung auch?

Die Leistungen der Privaten Krankenversicherung sind je nach Tarif unterschiedlich. So zahlen einige Unternehmen so genannte Entbindungspauschalen oder stocken die Leistungen durch ein x-faches des versicherten Tagegeldes auf. Einige Beispiele:

Mannheimer Krankenversicherung, Tarif KT U

5. Bei Entbindung leistet der Versicherer nach Vorlage der Geburtsurkunde einmalig einen Betrag in Höhe des Zwölffachen des
vereinbarten Krankentagegeldes (Entbindungspauschale).

Deutscher Ring Krankenversicherung, Tarife pro v

Bei jeder Entbindung zahlt der Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a. G. unabhängig von der tariflichen Karenzzeit nach Vorlage der amtlichen Geburtsurkunde eine einmalige
Pauschale in Höhe des zehnfachen Krankentagegeldes.

Oder das Unternehmen zahlt während des Beschäftigungsverbotes (auch wenn dieses natürlich keine Krankheit ist) das versicherte Krankentagegeld.

18.
Juli '14

Welche Versicherungen Sie nach Geburt ihres Kindes wirklich brauchen und wann es sinnvoll ist für Schutz zu sorgen


Schwangerschaft die nicht zu Ende gehen will, Monate um Monate warten und dann, dann ist er endlich da der große Tag. Das eigene Kind wird geboren, unbeschreibliche Gefühle überkommen die Eltern, Sie können ihr Glück kaum fassen. Ja Sie, Sie die oder der gerade den Beitrag lesen und vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.

Alles ist neu, ungewohnt und die neuen, fisch gebackenen Eltern sind übervorsichtig und wollen nur das Beste für Ihr Kind.

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Schon Monate zuvor wurde an alles gedacht. Das neue Zimmer eingerichtet, Babysachen gekauft und alles genau geplant und vorbereitet. Oder es ist noch gar nicht soweit und Sie gehören zu denen, die sich im Vorfeld informieren und genau wissen wollen was zu beachten ist, denn ganz im Taumel der Gefühle nach der Geburt gehen wichtige Fragen manchmal unter. Die Fragen nach den nötigen Versicherungen für Neugeborene und Kleinkinder. Daher habe ich einige wichtige Punkte einmal zusammen geschrieben, so vergessen Sie nichts und können unbesorgt ihr neues Glück genießen.

Vor der Geburt

Eine der wichtigsten Versicherungen, wenn nicht die wichtigste für das Neugeborene ist die Krankenversicherung. Kosten für Geburt, Arzt und Untersuchungen wollen schließlich bezahlt werden. Daher ist es schon vor der Geburt wichtig zu wissen, wo das Kind zukünftig krankenversichert sein wird.

Sind beide Eltern in einer gesetzlichen Krankenkasse, so ist es einfach. Das Kind wird im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert und hat einen identischen Leistungsanspruch in der GKV wie alle anderen auch. Ist ein Elternteil privat versichert, ändert sich die Frage aber etwas.

Anders als vielfach vermutet haben auch Eltern die NICHT verheiratet sind und wo einer der beiden in der GKV, der andere in der PKV versichert ist ein Wahlrecht wo das Kind versichert werden KANN.

Dazu habe ich Ihnen hier einmal eine Übersicht vorbereitet, hier lassen sich im einfachen Ja-Nein Verfahren die Fragen nach der Versicherung beantworten. Übersicht als pdf: Wo muss das Kind versichert werden 

ACHTUNG: Es besteht aber selbst dann, (mehr …)

16.
September '10

Mutterschutz und Mutterschaftsgeld für privat Krankenversicherte (PKV)


Gerade bei der (bevorstehenden) Geburt eines Kindes sind viele Fragen zu klären. Neben der grundsätzlichen Frage der Krankenversicherung und wo das Kind zu versichern ist, gibt es eine Reihe von weiteren Punkten die zu klären sind.

Einer solcher Punkte ist die Vergütung in Zeiten des Mutterschutzes. Dieser ist im §3 Abs. 2 des Mutterschutzgesetzes (MuSchG) geregelt und beginnt 6 Wochen vor- und endet 8 Wochen nach der Geburt. Ausnahmen gelten bei Früh- oder Mehrlingsgeburten, dort beträgt die Frist statt 8 nun 12 Wochen.

Sollte das Geburtsgewicht Ihres Babys unter 2.500 Gramm liegen, oder es wegen nicht voll ausgebildeter Reifezeichen bzw. verfrühter Beendigung der Schwangerschaft wesentlich erweiterter Pflege bedürfen (=Frühgeburt), lassen Sie sich das bescheinigen. Nur wenn wir diese Bescheinigung haben, können wir diesen Umstand bei der Berechnung des Anspruchszeitraums zu Ihren Gunsten berücksichtigen.

Für privat Krankenversicherte ist das Mutterschaftsgeld bei dem Bundesversicherungsamt zu beantragen. Dieses kann online und ohne Unterschrift auf den Seiten des Bundesversicherungsamtes geschehen.

Dabei ergibt sich eine Lücke dadurch, dass der Arbeitgeber nach den (für GKV Versicherte geltenden) 13 EUR aufstockt. Da aber der privat Krankenversicherte nur max. 210 EUR bekommen kann, der AG aber mit 13 EUR tgl. rechnet, ergibt sich hier folgende Lücke.

6 Wochen vorher (42 Tage, wenn nicht gearbeitet) + 1 Tag der Entbindung + 8 Wochen nachher (= 56 Tage)

42+1+56 = 99 Tage * 13 € – 210 € max. Mutterschaftsgeld = LÜCKE VON 1.077 €. Arbeitet die Mutter noch bis zur Geburt, so sind es jedoch ebenfalls mindestens 474 €.

Einige private Krankenversicherungen zahlen eine Entbindungspauschale. Dieses geht von festen Eurobeträgen bis zum 10fachen des versicherten Krankentagegeld. So kann eine über JAEG verdienende und privat versicherte Mutter mit einem angemessenen Krankentagegeld von 130 € noch 1.300 € weiteren Zuschuss bekommen.

Was brauche ich alles an Unterlagen? (Quelle: Bundesversicherungsamt)

– das vollständig ausgefüllte Antragsformular – möglichst vor der Entbindung,

– die Bescheinigung über den voraussichtlichen Entbindungstermin, die fristgerecht (d.h. nicht früher als sieben Wochen vor diesem Termin und keinesfalls nach dem Entbindungstermin) ausgestellt sein muss – möglichst vor der Entbindung. Anderenfalls müssen wir bei der Prüfung des Anspruchs vom tatsächlichen Entbindungstermin ausgehen. Das kann unter bestimmten Umständen sogar dazu führen, dass wir den Antrag ablehnen müssen,

– die von Ihrem Arbeitgeber ausgefüllte, unterschriebene und mit dem Firmenstempel versehene Bescheinigung – bei geringfügiger Beschäftigung unbedingt die An- und Ab- oder Unterbrechensmeldung zur/von der Sozialversicherung beifügen,

– die vom Standesamt ausgestellte Geburtsbescheinigung für Mutterschaftshilfe, wenn Sie privatversichert sind, oder wenn Sie geringfügig beschäftigt sind, uns aber keine fristgerechte Vorausbescheinigung zugesandt haben. In allen anderen Fällen benötigen wir dagegen im Regelfall keine Geburtsbescheinigung, es sei denn, wir würden Sie ausdrücklich auffordern, uns die Geburtsbescheinigung zu schicken.

Dabei ist noch zu beachten, dass eine Anrechnung auf das Elterngeld NICHT stattfindet. Dieser Antrag ist unabhängig davon zu stellen und wird separat behandelt. Informationen zum Elterngeld finden Sie auf der Seite des BMFSFJ