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27.
Oktober '20

Debeka Beitragserhöhung und die Axa mit einem PKV Wechselangebot


Auch nach zwanzig Jahren in der PKV Beratung gibt es immer wieder etwas, wo ich nicht so recht weiß ob man lachen oder weinen soll. Wie jedes Jahr wird eine neue Sau durch das Dorf getrieben, die Beitragserhöhung, oder richtigerweise Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung. Diesmal besonders die Debeka Beitragserhöhung. Jeden Herbst auf ein Neues gibt es dann Gesellschaften und Berater, die noch schnell „etwas von dem Wechselkuchen“ abhaben wollen.

Beitragsanpassungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht nur nötig und richtig, denn nur so lässt sich eine Leistungsfähigkeit erhalten. Klar ist es ärgerlich, wenn Sie nun ab dem Januar mehr Geld für Ihre Private Krankenversicherung zahlen müssen, aber (so gemein es klingen mag), es ist nun einmal so. Bereits am Beispiel der Anpassungen der AXA selbst vor einigen Jahren habe ich das genauer erklärt. (Lesen Sie gern hier nach, was es mit dem großen Beitragssprung der AXA damals auf sich hatte)

Debeka Beitragserhöhung – der Marktführer erhöht nun auch?

Dieses Jahr trifft es auch den Marktführer, welcher seine Beiträge anpassen wird und muss. Das ist nicht schlimm und es ist nötig, denn auch an großen Unternehmen gehen Entwicklungen wie Niedrigzinsphase und Kostensteigerungen nicht vorbei. Was es aber diesmal anders macht, es trifft den Streber aus der Klasse, den, den alle nicht mögen.

Warum? Die Debeka hat sich für einen Vertriebsweg der eigenen Vertreter entschieden und bekräftigt immer wieder, mit den unabhängigen Beratern am Markt auf Kriegsfuß zu stehen. Das zeigt sich manchmal auch in dem Verhalten, wenn man mauert und blockiert wo man kann. Aussagen wie: „Makler können uns ja gar nicht vermitteln und empfehlen uns deshalb nicht“ sind eben (generell) falsch. Solche Sprüche zeigen leider auch wenig von einem fairen Miteinander. Das ist aber ein anderes Thema.

In der Vergangenheit hat man schnell und oft mit erhobenem Zeigefinger auf die „anderen“ gezeigt. Dabei war man nicht überdrüssig zu erklären „wir können das alles besser, wir sind die großen, wir sind der Marktführer“. Damit hat sich nicht nur eine Gesellschaft, sondern auch ein Vorstand nicht unbedingt Freunde gemacht.

Debeka Beitragserhöhung – wie hoch wird denn angepasst?

Nun kommen dieses Jahr – was es nicht besser macht – die Mitbewerber und zeigen mit dem Finger auf die „böse“ Debeka. Der Marktführer in der PKV muss nun die Beiträge anpassen. Das ist nicht einen Deut besser, im Vergleich zu dem sonst so kritisierten Verhalten.

Bevor wir uns aber nun mit wilden Spekulationen beschäftigen, schauen wir uns einmal Zahlen an. Diese wurden mir freundlicherweise „über fünf Ecken“ zur Verfügung gestellt, sollten aber auch kein Geheimnis sein.

Angepasst werden Unisex und Bisex Tarife um Neugeschäft und auch im Bestand. Damit wir ein besseres Gefühl für die Höhen bekommen, hier einige Beispiele.

  • – Beamtentarife prozentual ca. 19% oder maximal 79 € (bei 100%)

  • – damit bei 50% Beihilfe LIMITIERUNG auf 39,50 €

Hier ein konkretes Anpassungsschreiben der Debeka aus einem Bestandstarif.

Debeka Anpassung 2021Neben den Beamtentarifen kommen auch in Tarifen für Angestellte und Selbstständige Anpassungen, wo auch hier Limitierungen greifen. Daher werden auch hier die 79 € als maximale Anpassung zu Buche schlagen.

  • – Normaltarife N / NC: Kinder und Jugendliche, Frauen und Männer +15% oder absolut 51 €

  • – Mediziner-Tarife Nmed ca. + 12% oder 42%

  • – Tarife NW Kinder, Frauen und Männer + 13% oder 45 €

  • – Beitragsentlastungstarife BM67 steigen um 19%

Das waren nur einige Auszüge und stellt keine vollständige Liste dar.

Debeka Beitragserhöhung – Erhöhung der Selbstbeteiligung und Senkung der Beitragsrückerstattung?

Zusätzlich zur Beitragserhöhung folgen eine Anpassung der Selbstbeteiligung in den Tarifen. So erhöhen sich die vertraglichen Eigenbeteiligungen von 640 € auf 660 € und von 1.250 € auf einen Betrag von 1.320 €.

Die bisher bei Leistungsfreiheit gewährte Beitragsrückerstattung sinkt zudem, wobei hier noch keine finalen Zahlen bekannt sind.

Der Rechnungszins sinkt auf einen Prozentsatz von 2,3% (laut interner Information an die Vertriebspartner). Die „Limitierungen erfolgen prozentual oder absolut – je nachdem, was günstiger für den Versicherten ist. Für Kinder, Jugendliche und Personen in Ausbildung (Ausnahme Tarife BC, BGA, WL und WLA) erfolgt keine Limitierung.

Debeka Beitragserhöhung – was tun?

Die wichtigste Regel: NICHTS ÜBERSTÜTZEN. Das galt schon immer und gilt gleichermaßen auch für diese Anpassung. Neben der Debeka finden auch Beitragsanpassungen in anderen Tarifen und bei anderen Gesellschaften statt. Es war und ist kein guter Rat, wenn der Berater nun an die Tür klopft um Ihnen schnell einen „viel beitragsstabileren Tarif“ zu verkaufen.

TARIFWECHSEL geht vor GESELLSCHAFTSWECHSEL

So gilt es zunächst einmal zu prüfen, wie sich die Bedürfnisse und Wünsche zu dem Versicherungsschutz geändert haben. Natürlich ist es denkbar, dass nach Jahren oder gar Jahrzehnten die Leistungskriterien andere sind. Eine Hilfestellung liefert Ihnen der Punkt „Auswahlkriterien“ hier auf meiner Seite. Natürlich sollten Schritte wie

+ die Erhöhung der Selbstbeteiligung

+ eine Reduzierung der Leistungen

+ Kündigen von Teiltarifen oder Beitragsentlastungsbausteinen

sehr genau überlegt werden. Oft gibt es keinen Weg zurück, zumindest nicht ohne eine neue Risikoprüfung, welche oft einen solchen Wechsel dann verhindert.

Auch hier möchte ich Sie auf andere, bereits erschienen, Blogbeiträge hinweisen. Auch wenn dieser Beitrag schon drei Jahre alt ist, es gilt weiterhin zu 100%.

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Axa mit einem PKV Wechselangebot

Nachdem ist gerade geschrieben habe, es gilt vorrangig nicht die Gesellschaft zu wechseln, gibt es dann doch wieder einen der auf diesen Zug aufspringt. Die AXA präsentiert sich hier gegenüber einigen Vertriebspartnern als „der Retter in der Not“ und bietet einen AKTIONSANTRAG für PKV Wechsler an.

Nicht, dass die Wettbewerbsrichtlinien generell schon einen solchen Wechsel der PKV als unerwünscht darstellen, aber was stört es den, dem es einen Vorteil bringt. Dieser „Sonderantrag gilt unter besonderen Voraussetzungen. Da es ein „Aktionsantrag“ unter dem Label der DBV ist, dürfte die Zielgruppe klar sein. Die DBV sichert im Hause der AXA Krankenversicherung das Beamtengeschäft und ist auch hier vorrangig unterwegs. Bis zum 31.12.2020 bietet sich hier also eine sehr vereinfachte Gesundheitsprüfung an.

AXA DBV Aktionsantrag für PKW-Wechsler
Schauen wir aber erst einmal zu den Voraussetzungen, wer darf den Antrag denn überhaupt nutzen?

Voraussetzungen für den Aktionsantrag

Für die zu versichernden Personen wurde ab dem 01.01.2018 eine private Krankenversicherung beim Vorversicherer abgeschlossen.

Es besteht bei der Vorversicherung eine Vollkostenversicherung.

Beim Vorversicherer wurde im Vertrag keine Sondervereinbarung (Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Leistungseinschränkung) geschlossen.

Die genannten Voraussetzungen sind durch eine Policenkopie des Vorversicherung nachzuweisen.

Wer also heute einen Versicherungsschutz hat., welcher NACH dem 01.01.2018 beantragt wurde (nicht begann) und zudem ohne Risikozuschlag angenommen wurde, der kann sich mit nur drei Fragen bei der DBV versichern. Zielgruppe ist damit wohl klar.

DBV Aktionsantrag PKV 2020

Es geht also nur noch um stationäre Behandlungen welche geplant oder in der Zeit nach 20218 passiert sind und um Arzneimittel, welche länger als vier Wochen genommen wurden. Klar, HIV möchte man auch noch wissen.

Das war es aber dann auch schon. Leider befürchte ich, dass diese Masche auch hier funktioniert. Es wird mit wehenden Fahnen durch die Lande gezogen und es werden die gesunden Kunden abgeworben. Ja, abgeworben, denn anders kann man diese Masche kaum beschreiben.

Wer bei Beitragsanpassung kommt, geht bei Beitragsanpassung

Diese Aussage predige ich seit Jahren, interessiert aberhttps://www.online-pkv.de/6-0-Kontakt.html keinen Vorstand. Kommt jemand, weil der Berater diesem den alten Schutz schlecht redet und die Beitragsanpassung verteufelt, geht er auch wieder. Spätestens bei der nächsten eigenen Anpassung der AXA/ DBV sind diese Kunden schneller wieder weg und ziehen mit der Karawane weiter zum nächsten.

Natürlich hat die AXA/ DBV hier dann Ihre Neugeschäftszahlen einmal „aufgehübscht“ und kann mit Wachstum prahlen. Nachhaltig ist das meines Erachtens nicht.

Nun bin ich nicht primär in der Beratung von Beamten tätig, das können Kollegen wie der Thomas Schösser, Lars U. Harms oder Alexander Kuhlen besser und mit diesen kooperiere ich hier auch. Wenn Sie also konkrete Fragen haben oder überprüfen wollen ob solch ein Wechsel denn aus KUNDENSICHT passt, dann nutzen Sie gern den LiveChat oder das Kontaktformular. Dort können Sie gern weitere Fragen stellen oder sich eine kostenfreie Zweitmeinung einholen.

Alternativ schreiben Sie einfach eine

E-Mail zur Zweitmeinung Beitragsanpassung

Wichtig, auch wenn ich das bereits schrieb, LASSEN SIE SICH ZEIT. Überlegen Sie in Ruhe und treffen Sie keine übereilten Entscheidungen. Klar kann es sinnvoll sein einen Tarif oder eine Gesellschaft auch im Nachhinein zu wechseln. Gründe können der veränderte Bedarf sein, auch falsch oder unvollständig ausgefüllte Gesundheitsfragen machen oftmals Probleme und diese lassen sich so lösen. Klar muss aber auch sein, dieses „es wird teurer und dann wechsle ich eben“ ist weder gewünscht noch aus Kundensicht sinnvoll.

31.
August '20

Kann die private Krankenversicherung ein Frühgeborenes (Frühchen) ablehnen?


Die Nachversicherung von Kindern in der privaten Krankenversicherung ist eine der wichtigsten vertraglichen Regelungen für Eltern. Durch diese so genannte Neugeborenen Nachversicherung garantiert der private Krankenversicherung den Eltern schon vor der Geburt eine Absicherung des Kindes. Der wesentliche Unterschied zu einer normalen Antragstellung liegt hierbei in den wegfallenden Gesundheitsfragen. Wer keine Gesundheitsfragen stellt, der kann auch erst mal niemanden ablehnen.

Kindernachversicherung in der Privaten Krankenversicherung – das müssen Sie beachten

Dabei gibt es bei den Neugeborenen einige wichtige Kriterien zu beachten, damit die Nachversicherung des Kindes auch reibungslos funktioniert. Insbesondere gelten hier wichtige, nicht verlängerbare Fristen, an die Sie sich halten müssen. Auch vor einigen Tagen erhielt ich eine solche Frage in dem Live Chat. Falls Sie die noch nicht kennen, das kostenlose Angebot zur Beratung via Chat habe ich in diesen Beitrag hier erklärt.

In diesem Beispiel ging es um zwei Kinder, welche vor etwa sieben Wochen bereits als Frühchen auf die Welt kam. Wie immer gibt es ohne weitere Rückfragen keine detaillierte und richtige Auskunft. Es gilt wie so oft: „es kommt darauf an“ und so entschied ich mich auch diesmal, weiter nachzufragen.

Die erste Antwort vorab: Sind alle Voraussetzungen für eine Nachversicherung des Neugeborenen erfüllt, kann ein Versicherer einen solchen Antrag nicht ablehnen. Das ist genau der Ansatz, denn hier geht es um durchaus hohe Kosten für die Geburt des Kindes/in der Kinder und damit zusammenhängend auch die Frage nach weiteren Behandlungskosten. Um das etwas detaillierter zu betrachten, beschäftigen wir uns in diesem Beitrag mit unterschiedlichen Fragestellungen.

  • Wer hat Anspruch auf die Neugeborenennachversicherung?

  • Wann muss diese beantragt werden?

  • Gilt eine solche Garantie auch in der Zusatzversicherung oder nur bei den Vollversicherten?

  • Welches besondere Risiko gibt es bei den Geburtskosten und wie vermeide ich die böse Überraschung?

  • Falls beide Eltern versichert sind, kann ich selbst aussuchen wo die Kinder hin sollen?

Sie erkennen schon, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Da ist jedoch ein hohes Kostenrisiko nach sich zieht und Fristen gibt, die unbedingt einzuhalten sind, sollten Sie sich vor der Geburt damit beschäftigt haben.

Wer hat Anspruch auf die Neugeborenennachversicherung?

Voraussetzung für eine Nachversicherung von Neugeborenen ohne neue Gesundheitsprüfung ist natürlich der bestehende Krankenversicherungsvertrag für (mindestens) einen Elternteil. Dabei ist es zwingend erforderlich, dass dieser Versicherungsschutz bereits vor der Geburt besteht. Die Musterbedingungen zur privaten Krankenversicherung Regeln im Paragraphen 2 die genauen Vorgaben zum Beginn des Versicherungsschutzes. Dort heißt es:

(2) Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

Hier sind also einige wichtige Voraussetzungen zu beachten.

Wann muss diese beantragt werden?

  • – Anmeldung des Kindes muss innerhalb von zwei Monaten nach Geburt erfolgen
  • – Anmeldung muss ebenfalls rückwirkend zum Tag der Geburt erfolgen

Sollten Sie also auf die Idee gekommen sein, ein gesundes Kind erst in zwei Monaten zu versichern, müssen Sie trotzdem die Beiträge für die beiden letzten Monate nachzahlen. Es gibt private Krankenversicherung, die Sonderregelungen für den Beitrag im ersten Monat haben. Jedoch geht ganz generell, nur eine rückwirkende Versicherung schützt sie vor hohen Kosten. Dazu in der übernächsten Frage weitere Informationen.

Gilt eine solche Garantie auch in der Zusatzversicherung oder nur bei den Vollversicherten?

Grundsätzlich erstreckt sich die Nachversicherungsgarantie bei Neugeborenen nicht nur auf eine Vollversicherung. So kann es durchaus sein, dass entweder beide Eltern oder zumindest eines der beiden gesetzlich krankenversichert ist. Besitzt dieses Elternteil eine Zusatzversicherung (für den stationären Bereich, für die Pflegeergänzung, oder eine Optionsversicherung für den späteren PKV Wechsel), so greift auch hier die Möglichkeit für das Kind einen solchen Versicherungsschutz nach zu versichern.

Dennoch gibt es Besonderheiten zu beachten, insbesondere sind hier „taktische“ Überlegungen sinnvoll, falls beide Eltern unterschiedliche Tarife versichert haben. Dazu in der übernächsten Frage weitere Details.

Welches besondere Risiko gibt es bei den Geburtskosten und wie vermeide ich die böse Überraschung?

Um dieses elementare Risiko zu verstehen, schauen wir uns ganz kurz die Abrechnungsmodalitäten im Krankenhaus bei der Geburt an. Wird das Kind als gesundes neugeborenes geboren, und gibt es keinerlei Krankheitsanzeichen, dann werden die Kosten der Geburt über die Krankenversicherung der Mutter abgerechnet. Dabei spielt es dann auch keine Rolle, falls die Mutter gesetzlich versichert ist und der Vater (und später das Kind) in die private Krankenversicherung sollen. Dennoch werden auch in dieser Konstellation die Geburtskosten der Mutter in Rechnung gestellt.

ACHTUNG! Anders sieht es jedoch aus, wenn das Kind nicht als gesundes neugeborenes auf die Welt kommt. Dabei reicht zum Beispiel eine Diagnose wie der Verdacht auf Neugeborenen Gelbsucht bereits aus. Oftmals bestätigt sich dieser Verdacht in der Vorsorgeuntersuchung U2 oder U3 nicht mehr. Dennoch ist das Kind nicht als gesundes neugeborenes auf die Welt gekommen, die Kosten der Geburt werden somit der den Eltern in Rechnung gestellt. Damit Sie eine ungefähre Vorstellung davon bekommen, es handelt sich (vorausgesetzt es sind keine frühgeborenen) um circa 2500 € für die Geburt.

Diese Kosten werden manchmal erst nach einigen Wochen den Eltern in Rechnung gestellt. Bei einer Versicherung des Kindes in der privaten Krankenversicherung ist dieses auch kein Problem. Sie reichen später die Rechnung an den privaten Krankenversicherer und diese erstattet Ihnen (oder manchmal den Krankenhaus direkt) den Betrag.

Problem: Wenn Sie einen anderen Versicherer wählen

Haben Sie jedoch einen anderen Versicherer für den Krankenversicherungsschutz des Kindes gewählt, weil es ja auf den ersten Blick gesund zur Welt kam und der andere Krankenversicherer vielleicht auf den ersten Blick günstigeren Versicherungsschutz angeboten hat, dann beginnt spätestens jetzt das Problem. Nehmen wir an sie haben sich sofort nach der Geburt um einen Antrag bei einer anderen Gesellschaft gekümmert.

Noch aus dem Krankenhaus haben Sie Ihrem Berater oder der Versicherung selbst die Untersuchungsberichte der U1 und U2 geschickt, der Versicherer hat den Antrag schnell angenommen und bereits am dritten oder vierten Tag nach der Geburt policiert. Nach einigen Wochen, bei Erhalt der Krankenhausrechnung, reichen Sie diese also bei dem Versicherer ein. Was passiert? Er lehnt die Leistung (zurecht) ab.

Denn selbst wenn der Versicherungsschutz zum Tag der Geburt policiert worden ist, entsteht eine Leistungspflicht niemals vor der Policierung. Das bedeutet in der Praxis, sie bleiben auf den Kosten für die Geburt und auch den Kosten für die ersten Vorsorgeuntersuchungen sitzen. Eine Übernahme dieser Kosten ist nur möglich, wenn das Kind bei der eigenen Krankenversicherung im Rahmen der Neugeborenennachversicherung angemeldet wird.

Gravierende Probleme in der Praxis – ein Beispiel

Auch in dem Beispiel aus dem oben genannten LiveChat ergab sich genau diese Situation. Der Vertreter der Debeka, wo das erste Kind bereits versichert war, hatte hier leichtsinniger Weise eine Nachversicherung in Aussicht gestellt. Das hat deshalb nicht funktioniert, weil die Mutter nur eine Zusatzversicherung bei der Debeka hatte. Selbst war sie in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Die Kinder (beides Frühchen) sind gesund geboren worden und sollten nun in der günstigeren Privaten Krankenversicherung versichert werden. Dazu wurde ein Antrag gestellt, einige Wochen später forderte die Debeka (zurecht) Gesundheitsfragen für beide Kinder an. Danach teilte dieser mit, dass man die Kinder aufgrund der Situation als Frühchen geboren zu sein nicht versichern können.

Zur Erklärung der Situation sei noch die Gesamtsituation erwähnt. Die Mutter, gesetzlich krankenversichert, besaß eine Zusatzversicherung bei der Debeka für die stationäre Ergänzung und eine Option. Der Vater war selbst krankenversichert in der privaten Krankenversicherung bei einem anderen Unternehmen. In der ersten Beratung war der Vertreter jedoch (völlig falsch) davon ausgegangen, auch für die Debeka gebe es eine Annahme Verpflichtung für eine Vollversicherung der Kinder. Diese Annahme ist jedoch falsch!

Wie Sie in der Übersicht zur Kinder Versicherung erkennen können, haben die Kinder in dieser Konstellation keinen Anspruch auf eine beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter.

Weil es diese Familienversicherung also nicht gibt, bleibt den Kindern entweder eine beitragspflichtige Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse (circa 180-190 € pro Monat und Kind) oder aber eine Versicherung in der privaten Krankenversicherung des Vaters. Ein weiterer Unterschied besteht unter anderem noch darin, dass für die Kinder in der PKV auch ein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss durch den Arbeitgeber des Vaters besteht, blieben die Kinder in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse, besteht dieser Anspruch nicht. Entscheiden sich die Eltern aber dennoch für die Versicherung der Kinder in der gesetzlichen Krankenkasse der Mutter (beitragspflichtig) so entsteht hier auch ein Anspruch auf Neugeborene Nachversicherung in den Zusatz Versicherungstarifen der Mutter.

Bei einem Optionstarif ist jedoch unbedingt darauf zu achten, wann diese Option unter welchen Voraussetzungen genutzt werden kann. Der Umweg hier die Kinder erst einmal in der gesetzlichen Krankenkasse zu versichern (obwohl sie keinen Familien Versicherungsanspruch haben) und dann plötzlich die Option ziehen zu wollen, die schnell nach hinten los.

Falls beide Eltern versichert sind, kann ich selbst aussuchen wo die Kinder hin sollen?

Etwas anders gestaltet sich die Situation dann, falls beide Eltern in unterschiedlichen Tarifen der privaten Krankenversicherung versichert sind. Dann nämlich können die Eltern selbst entscheiden bei welchem Versicherer und in welchem Tarif eine solche Nachversicherung sinnvoll und gewünscht ist. Gerade im Hinblick auf Leistungsunterschiede in den unterschiedlichen Tarifen kann es hier also durchaus helfen, sich in einer Beratung den bestmöglichen Versicherungsschutz für die Kinder zu sichern.

Dabei sind nicht nur die heutigen Prämien für die Kinder interessant, sondern insbesondere der Leistungsumfang und die Flexibilität und Umstellungsfähigkeit der Tarife in der Zukunft. Dabei lassen Sie sich zwingend beraten und stellen die entsprechenden Tarife und direkten Vergleich.

Weitere Beiträge zur Neugeborenennachversicherung oder Kindernachversicherung finden Sie hier.

Auch in so einem recht umfangreichen Beitrag lassen sich natürlich nicht alle Konstellationen beleuchten. Daher nutzen Sie zwingend die Möglichkeit sich ausführlich vor der Geburt über ihre Optionen zu informieren. Hinterfragen Sie Aussagen ihres Beraters durchaus kritisch, lesen Sie selbst in den Versicherungsbedingungen nach und holen Sie sich eine zweite Meinung.

In dem Fall unseres Live Chats ist das Problem noch lösbar, da die zwei Monatsfrist nach der Geburt erst in einigen Tagen endet. Auch bei den Geburtskosten ist hier Vorsicht geboten. Denn selbst wenn bereits eine Rechnung des Krankenhauses erfolgt ist und die Debeka hier als Zusatzversicherung diese beglichen hat, handelt es sich hierbei nicht um die Geburtskosten, sondern um die Kosten für die Wahlleistung der Mutter. Diese werden natürlich über die Zusatzversicherung erstattet. Die Geburtskosten für die Kinder (die in einigen Wochen abgerechnet werden) aber nicht.

14.
November '13

Die Debeka und Vorwürfe zur Bestechung, unsauberen Praktiken und Tipp Provisionen an Beamte


Gestern sprach mich einer meiner Kunden an, welcher als Beamter bei der Debeka versichert ist. Er wäre doch seit Jahren da, alle liefe soweit gut, auch wenn das mit seinen wenigen Rechnungen kaum zu beurteilen ist, meinte er weiter. Doch nun, nun liest er überall „nur negatives von meinem Versicherer“, so Hr. M. am Telefon. Was genau da dran sei und ob das seine Auswahl beeinflusst oder er diese nun überdenken sollte, fragte er nochmals.

debeka_dpa

Was ist los- die aktuelle Berichterstattung

Stein des Anstoßes sind mehrere Presseartikel, welche sich mit dem Vorwurf der Bestechung von Personen in Behörden beschäftigen und wozu das Handelsblatt mehrfach ausführlich geschrieben hat. Hier soll es Zahlungen an Personen in Behörden gegeben haben, die dann zu einem Abschluss von Verträgen bei der Debeka geführt haben sollen. Heikel wird das Ganze nur, wenn in einem geschilderten Fall die Person selbst noch nichts von der Verbeamtung wusste, der Versicherer aber schon, bzw. ein Außendienst mit Blumen gratulierte ohne das die Verbeamtung selbst klar war.

Das Handelsblatt berichtet am 1. November: Der Zeitung „liegen interne Unterlagen vor, die belegen, dass Debeka-Mitarbeiter über Jahre hinweg Adressen von Personen kauften, die kurz vor ihrer Verbeamtung standen. Debeka-Mitarbeiter verschafften sich damit einen starken Wettbewerbsvorteil, weil sie die Beamten auf eine Versicherung ansprechen konnten, kaum dass diese selbst von ihrer Verbeamtung erfahren hatten.“

Hier einige Links auf die entsprechenden Artikel:

Handelsblatt: Mehr als 10.000 Beamte halfen der Debeka

alle Debeka Artikel im Handelsblatt

Video: ZDF heute.de Debeka und die Vorwürfe

ProContra Online: Debeka wehrt sich

Wer zuerst kommt…

Klar, wird ein junger Anwärter oder eine junge Referendarin in die Beamtenlaufbahn übernommen oder sieht es zumindest danach aus, so ist es für viele Versicherer bzw. deren Vertrieb ein „guter Kandidat“. Die Menschen sind jung, oftmals haben diese wenige Vorerkrankungen und zudem wechseln diese meist nicht unbedingt wieder. Das sollte man in der Krankenversicherung eh nicht tun, gerade wenn zudem noch eine Empfehlung aus dem Kollegenkreis dazu kommt sind die Kunden nahezu „sicher“.

Daher ist es also für den Vertreter wichtig, so früh als möglich beim Kunden zu sein um das „Geschäft“ zu machen. Für solche Empfehlungen zahlte die Debeka an Beamte Geld, was grundsätzlich ja noch nicht so verkehrt ist, wenn die Daten auf „korrektem Wege“ an die Versicherung gekommen sind. Ob das so ist, das wird die Staatsanwaltschaft nun prüfen müssen.

Spannend finde ich in dem Zusammenhang die Frage, wie diese „mehr als 100 Millionen Tipp Provision“ in den letzten Jahren verbucht worden sind. Abschlusskosten? Werbeaufwendungen?

Was bedeutet das alles für Versicherte?

Erstmal rein gar nichts. Wer heute dort versichert ist, der bleibt dort und es ändert sich weder am Vertrag noch am Berater etwas. Warum auch, die Auswahl der passenden privaten Krankenversicherung sollte nicht von der Empfehlung eines Bekannten abhängen, sondern von der sorgfältigen Auswahl der benötigten Leistungen und Tarife. Es ist völlig egal wo der Kollege oder auch die weiteren 10 Kollegen versichert sind, nur weil der Schutz bei Tarif X-Y-Z bei denen passt, muss es für einen selbst noch lange nicht passen.

Also gilt: Ruhig bleiben, nicht übereilt reagieren und alles bleibt wie es ist. Erst nach dem Abschluss der Ermittlungen werden wir weiteres wissen.

14.
Dezember '12

Private Krankenversicherung ohne Risikoprüfung? Debeka will jeden aufnehmen- wirklich?


Eine Meldung flatterte gestern durch die Medien. Anders als bisher, also mit Risikoprüfung und der Beantwortung von Gesundheitsfragen, will die Debeka Krankenversicherung jeden versichern der einen Antrag stellt. Aber wirklich jeden? Schauen wir uns zunächst einmal die Meldung genauer an. In der FAZ hieß es zum Beispiel dazu:

„Jeder soll aufgenommen werden Marktführer Debeka will auch dem Vorwurf der Rosinenpickerei den Wind aus den Segeln nehmen. Künftig will das Koblenzer Unternehmen jeden Arbeitnehmer ungeachtet seines Gesundheitszustands aufnehmen, sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat. Auch alle seine Familienmitglieder sollen aufgenommen werden. „Wir wollen uns dadurch keinen Wettbewerbsvorteil verschaffen, sondern den Angriff der Rosinenpickerei abwehren“, sagte der Vorstandsvorsitzende Uwe Laue am Mittwoch in Koblenz.“ (Quelle: FAZ)

Wie funktioniert die Aufnahme in die Private Krankenversicherung (PKV) heute?

Wer eine Aufnahme in eine privaten Krankenversicherung begehrt, der muss Gesundheitsfragen ausfüllen und seinen Gesundheitszustand damit offenlegen. Der Versicherer prüft dann welches Risiko besteht und wie sich dieses von einem gesunden Antragsteller unterscheidet. Die dann zu erwartenden Mehrkosten (durch Untersuchungen, Medikamente etc.) werden dann mit einem Risikozuschlag ausgeglichen. Ist der zu hoch oder nicht mehr zu kalkulieren, so muss sich der Kunde mit einer Ablehnung seines Antrages zufrieden geben und kann sich nicht bei der Gesellschaft versichern.

Was will die Debeka ändern?

Natürlich ohne eigenes Interesse und schon gar nicht aus Geschäftssinn will die Debeka allen eine Versicherung ermöglichen. Vorstandsvorsitzender Laue sagte dazu am Mittwoch, das eine Versicherung für jeden möglich sein soll und der Zuschlag bei maximal 30% liegen soll. So etwas ähnliches kennen wir doch schon. Es handelt sich dabei um die so genannte Öffnungsaktion für Beamte. Diese dürfen sich nach Verbeamtung versichern und müssen nicht befürchten, abgelehnt zu werden. Der Zuschlag beträgt auch hier 30% maximal.

Welche Einschränkungen gelten?

Ganz so rosig wie man aber zunächst denken mag, ist es dann doch nicht. Glaubt man den bisher bekannten Aussagen (genaues wird sich erst in den nächsten Monaten zeigen), so geht es nur um Arbeitnehmer. Selbstständige und freiberuflich tätige Personen profitieren dann nicht von dieser „Sonderregelung“. Weiterhin spricht der Vorstandsvorsitzende von

„sofern er den Antrag innerhalb von sechs Monaten stellt, nachdem er die Versicherungspflichtgrenze überschritten hat“

Es ist also sehr wohl eine „Rosinenpickerei“, die es doch eigentlich gar nicht sein soll- oder? Nur wer gleich nach Eintritt der Versicherungsfreiheit einen solchen Antrag bei der Debeka stellt, der soll versichert werden und mit maximal 30% Zuschlag auskommen. Alle die heute schon versicherungsfrei sind oder bereits privat versichert, für die gilt das nicht.

So versucht man bewusst (mehr …)

01.
Februar '10

Freiwillige Leistungen – versprechen aber nicht halten müssen Teil III


Wie Sie bereits in den letzten beiden Blogbeiträgen zum Thema „Freiwillige Leistungen“ nachlesen konnten, sind die Aussagen mancher Unternehmen doch recht abenteuerlich.

Nach den Fragen zu Heilmitteln (Teil I) und gemischten Anstalten (Teil II) gab es weitere Fragen an die Versicherung. Die dritte Frage meines Kunden an den Versicherer XXX lautete:

Stimmt, es dass Hilfsmittel wie z.B. ein Rollstuhl nur bis 620 EUR bezahlt werden? Was ist mit elektrischen Rollstühlen, die schnell über 10.000 EUR kosten?

Werden orthopädische Hilfsmittel bezahlt?

Der Versicherer schreibt dazu als Antwort:

„Krankenfahrstühle sind bis 620 EUR erstattungsfähig. Hier sind wir jedoch gern bereit, bei medizinischer Notwenigkeit und Vorlage aussagekräftiger Unterlagen eine zusätzliche freiwillige Leistung für höherwertige Rollstühle zu prüfen.

Orthopädische Hilfsmittel wie Orthesen, Bandagen oder Prothesen sind in tariflichem Umfang erstattungsfähig“

Der Tarif sagt dazu:

erstattungsfähig sind… Geh und Stützaperate einschließlich Liegeschalen, Nachtschienen, Körperersatzstücke (…) orthopädische Leibbandagen, Bruchbänder, Kompressionsstrümpfe (…)

Weiterhin fragt der Kunde:

Werden alle lebenserhaltenen Hilfsmittel gezahlt?

Antwort:

Die von Ihnen beschriebenen „Lebenserhaltenden Hilfsmittel“ wie Beatmungsgeräte, Ernährungspumpen, künstliche Nieren oder Herzschrittmacher fallen bei uns unter die, in Absatz (…) genannten Sachaufwendungen medizinisch technischer Art und sind ebenfalls von der Leistungspflicht umfasst.“

Woher der Versicherer diese Interpretation nimmt ist mir jedoch nicht ganz klar. Die Aussage das diese in den Bereich der „Sachaufwendungen“ fallen ist m.E. Auslegungssache und wer weiss was in einigen Jahren/ Jahrzehnten ist. Wer ganatiert mir eine solche Auslegung der Formulierungen auch dann?

Was ist mit einem Heimdialysegerät, was ist mit Geräten zur künstlichen Ernährung und den Nährmitteln dazu? Wer zahlt diese? Die Kosten für solche Geräte und Mittel bewegen sich problemlos im fünfstelligen Bereich.

Generell muss man sich bei freiwilligen Leistungen auch immer fragen ob man das will. Klar- mehr zu bekommen als der Versicherer leisten muss ist ja schön, für den der es braucht. Aber wollen Sie mehr Beiträge zahlen weil ein Unternehmen mehr zahlt als es muss? Wollen Sie instabile Beiträge weil andere mehr bekommen als ihnen zusteht? Haben Sie sich bewusst für ein Bedingungswerk entschieden und akzeptieren dessen Einschränkungen und Ausschlüsse das wohl eher nicht, denn es geht zu Lasten Ihrer Beitragsstabilität.