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05.
Oktober '20

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 2


Heute setzen wir die Serie zur Kinderkrankenversicherung mit dem zweiten Teil fort. Wer den ersten Teil verpasst hat, der kann im Blogbeitrag unter diesem Link nochmals nachlesen oder Nachhören.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Dort haben wir uns folgende Fragen und Situationen genauer angeschaut:

  • – Muss mein Kind in die private Krankenversicherung (PKV)?
  • – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?
  • – Vorsicht bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen
  • – Kann das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung wechseln?

Auch heute haben Sie wieder die Möglichkeit den Beitrag selbst zu lesen, oder aber sich die Fragen und Antworten hier als Hörbeitrag anzuhören. Heute, im Teil 2, geht es um folgende Fragen.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 2

  • – Bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?

  • – Was ändert sich durch eine Hochzeit?

  • – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?

  • – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Blogbeitrag zum HörenWenn Sie lieber hören statt Lesen, bitte sehr.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Ich freue mich sehr, gerade hierzu, wieder auf Ihr Feedback.

Kinderkrankenversicherung – bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?

Kinder in der Privaten Krankenversicherung bei denen ein angestelltes Elternteil auch privat versichert ist, haben generell erst einmal einen Anspruch auf Zuschuss durch den Arbeitgeber. Dieser Zuschuss ist auf einen Höchstbetrag gedeckelt, welcher sich jedes Jahr durch die Anpassung der Beitragsbemessungsgrenze und die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitrages ändert. Im Jahr 2021 wird der maximale Arbeitgeberzuschuss bei circa 375 EUR pro Monat liegen.

Arbeitgeberzuschuss für die Familienangehörigen

Wichtig ist dabei auch, der Zuschuss gilt für alle zusammen und beträgt maximal 50% der tatsächlich gezahlten Beiträge.

Entscheiden sich die Eltern das Kind gegen eigenen Beitrag in der freiwilligen gesetzlichen Krankenkasse zu versichern und zahlen dort den Beitrag (ca. 175 EUR), dann besteht für diesen Beitrag KEIN Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss nach §257 SGB V. Obwohl also hier sogar höhere Zahlungen anfallen im Vergleich zu Tarifen in der privaten Krankenversicherung, dennoch beteiligt sich der Arbeitgeber hier nicht.

–> Arbeitgeberzuschuss für Familienangehörige

Kinderkrankenversicherung – Was ändert sich durch eine Hochzeit?

Alles. 🙂 Ja, nicht nur das was Sie denken, auch das System der Kinderkrankenversicherung ist nun anders zu bewerten. Eine generelle Zuordnung der Kinder zur Mutter (oder dem Elternteil wo das Kind lebt) ist nun erledigt. Jetzt geht es, wie Sie in dem Schema bereits sehen konnten, um detailliertere Fragen.

Wo sind die Kinder zu versichern Schema

Wichtig ist hierbei auch, eine Hochzeit und damit eine Veränderung der Lebensumstände ist der Krankenkasse zu melden. Allein und ohne dass diese es ahnen müssen. Auch wenn einige der Anrufer manchmal meinen: „Ich habe denen doch geschrieben, meine Frau heißt jetzt anders.“ Das allein ist keine korrekte Meldung neuer Versicherungsverhältnisse. Schließlich kann damit die Kasse immer noch nicht wissen, ob und wie der nun neue Ehepartner versichert ist.

Der sicherste Weg die Kinderkrankenversicherung nicht zu gefährden, ist die Anzeige der Hochzeit an die gesetzliche Krankenkasse und die Anforderung eines Familienfragebogens. Das kann formlos durch (zum Beispiel) folgenden Text geschehen.

Musterbrief zur Meldung an die gesetzliche Krankenkasse

„Sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit möchte ich Ihnen mitteilen, dass ich am ___________ geheiratet habe. Die Eheurkunde lege ich bei, hier können Sie auch meinen neuen Namen entnehmen. Bitte senden Sie mir für meine Versicherungsnummer _________ eine neue Versichertenkarte zu.

Meine Kinder __________ geb. am __________ und ___________ haben den bisherigen Namen nicht/ auch geändert und heißen nun __________.

Da mein Ehepartner/ meine Ehepartnerin in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, senden Sie mir zur Prüfung der Familienversicherung bitte einen Familienfragebogen zu. Teilen Sie mir bitte auch mit, welche Unterlagen Sie zur Prüfung benötigen.

Mit freundlichen Grüßen“

Wenn Sie dieses an die gesetzliche Kasse senden und einen Nachweis der Zustellung (Einschreiben/ Rückschein/ Fax+ Brief) haben, dann dürften Sie hiermit Ihrer Verpflichtung zur Information nachgekommen sein und die GKV ist nun „am Zug“.

Kinderkrankenversicherung – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?

Entscheiden Sie sich die Kinder nun nicht mehr in der gesetzlichen Krankenkasse versichern zu wollen, dann gibt es generell mehrere Möglichkeiten. Nicht alle Versicherer bieten einen Tarif für alleinversicherte Kinder. Einige Versicherer möchten Kinder erst mit einem bestimmten Alter allein versichern, andere lehnen das generell ab.

Daher gilt es mit einem spezialisierten Berater den passenden Tarif und die passende Gesellschaft auszuwählen. Hierbei geht es zunächst darum herauszufinden, welche Kriterien die Kinderkrankenversicherung erfüllen soll. Dabei sind diese keineswegs für alle Eltern gleich.

Sicher ist aber, diese Auswahlkriterien für die Kinderkrankenversicherung unterscheiden sich teilweise erheblich von denen für Erwachsene. Kriterien die damals bei Abschluss für Ihren Tarif richtig und wichtig waren können sich ändern. So sind bei der Kinderkrankenversicherung andere Dinge wichtig.

Gerade Leistungen wie Kieferorthopädie, besondere Behandlungsmethoden für Osteopathie und auch das Roaming In sind Leistungen, welche bei Tarifen für Erwachsene eher weniger interessant sind.

Damit Sie sich in Ruhe Gedanken machen können welche Krankenversicherung die passende für Ihre Kinder ist, habe ich einen Fragebogen als Onlineversion für Sie vorbereitet. Damit Sie nichts vergessen, frage ich in dem Fragebogen alle wichtigen Punkte und Kriterien ab. Den Link zu Ihrem persönlichen Onlinefragebogen erhalten Sie direkt an Ihre E-Mailadresse oder aber als SMS Link auf Ihr Smartphone.

HIER Beratungsanfrage Kinderkrankenversicherung anfordern

Kinderkrankenversicherung – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Auch wenn es oft so gesagt wird, es gibt keinen Zwang das Kind auch im Tarif der Eltern zu versichern. Heiraten Sie und das Kind wird nach der Hochzeit mit Gesundheitsfragen/ nach einer Risikoprüfung versichert, muss es nicht der Tarif sein. Nicht mal die Gesellschaft muss gleich sein. Prüfen Sie hier daher die Alternativen und schauen sich mindestens drei, eher mehr, Tarife an. Gemeinsam mit Ihnen prüfe ich daher, ob es andere Unternehmen und Tarife gibt, welche besser geeignet sind Ihr Kind optimal zu versichern.

Dabei sind einige Einschränkungen zu beachten, denn einige Gesellschaften bieten Kindertarife nur dann an, wenn auch ein Elternteil versichert ist oder wird. Andere wiederum bieten erst ab einem bestimmten Alter einen passenden Schutz für allein versicherte Kinder an.

Wie die Tarifauswahl aussehen sollte und welche Selbstbeteiligung oder Bonustarife in Frage kommen, das besprechen wir gemeinsam. Prüfen Sie dabei bitte auch, welche Rechnungen der Versicherer für Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen erstattet. Bei Kindern sind dabei viele Kosten vorab planbar und fallen auch dann an, wenn diese gesund sind. Hier sollten Sie prüfen, ob der Tarif diese außerhalb oder nur mit Anrechnung auf die Selbstbeteiligung erstattet.

Genaueres zu den Kriterien einer passenden Kinderkrankenversicherung erläutere ich Ihnen in unserem Gespräch. Auch in diversen Blogbeiträgen hier finden Sie weitere Informationen dazu.

Kinderkrankenversicherung – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Bei der Frage muss unterschieden werden zwischen der Nachversicherung eines Neugeborenen während ein Elternteil bereits privat versichert ist und der Versicherung der Kinder in höherem Alter.

Bei der Nachversicherung bei Geburt birgt diese bei anderen Unternehmen durchaus große Kostenrisiken. Hier kann das Krankenhaus in vielen Fällen die Kosten der Geburt dem Neugeborenen berechnen. Hier passiert es bei vielen Unternehmen die Kinder allein versichern, dass diese Geburtskosten dann nicht versichert sind. Grund ist hier die rückwirkende Versicherung, welche ja erst nach der Geburt erfolgen kann.

Berechnet das Krankenhaus dann die ca. 2.500 bis 4.000 EUR Geburtskosten und die neue Krankenversicherung übernimmt diese (noch) nicht, dann liebe Eltern, haben Sie ein Problem.

Vorsicht bei Geburtskosten und nachträglicher Berechnung durch das Krankenhaus

Dieses ist vermeidbar bei einer Nachversicherung im Tarif der Eltern. Dabei darf der Versicherungsschutz erst einmal nicht höher oder umfassender sein. Das gilt auch für die Selbstbeteiligung. Haben die Eltern damals aus Beitragsgründen einen Tarif mit 1.200 EUR oder gar 3.000 EUR Selbstbeteiligung gewählt, so ist das für Kinder eher ungeeignet. Gerade in den ersten Jahren nach der Geburt entstehen für Vorsorge, U-Untersuchungen und Impfungen planbare Kosten. Rechnungen die vor Versicherungsbeginn oder vor Erstellung der Police entstehen müssen selbst getragen werden. Aus diesem Grund und auch für all die kleinen Wehwehchen ist die Krankenversicherung ohne, oder mit einer kleinen Selbstbeteiligung besser geeignet. Junge Eltern, die Ihr Kind erst kennen und einschätzen lernen müssen sollten auf eine kleine Eigenbeteiligung achten.

Geringere Selbstbeteiligung für das Kind

Einige Gesellschaften lassen dieses auch zu. So kann ein Versicherter bei der Halleschen Krankenversicherung im Tarif NK wählen, ob das Kind eine kleinere Selbstbeteiligung haben soll. Sie oder er bleibt weiter bei 1.200 EUR Eigenanteil im Jahr, das Kind dagegen hat nur 300 EUR oder gar keine SB. Dabei können mit unterschiedlichem Alter der Kinder andere Tarifstufen sinnvoll sein. Sie können den Schutz mit Beginn der Schule oder der Studium auch erneut anpassen.

Lässt Ihr Versicherer eine solche Wahl nicht zu, dann sollten Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft handeln und die Weichen so stellen, dass dieses ohne einen Wechsel Ihrer eigenen Krankenversicherung dennoch möglich wird.

Nun sind wir auch mit der Beantwortung der Fragen aus Teil 2 am Ende. Teil 3 erscheint dann später mit den Antworten auf folgende Fragen:

Kinderkrankenversicherung Teil 3:

  • – Kann ich mein Kind auch privat versichern, wenn beide Eltern in der GKV sind?
  • – Welche Fristen gelten?
  • – Wenn das Kind in der GKV bleibt, was sollte ich bedenken?
  • – Kann das Kind in beiden Systemen gleichzeitig versichert sein?

Gern können Sie mir auch eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten senden, dann erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich den Fragebogen per Mail oder SMS-Link.

HIER Beratungsanfrage Kinderkrankenversicherung anfordern

27.
September '20

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1




Die Kinderkrankenversicherung ist – nach allen medizinischen Fragen und riesiger Vorfreude – ein Thema, welches werdende Eltern schnell auf der Agenda haben. Oft wird dieses aber leider doch recht schnell auf die leichte Schulter genommen und einfach das Kind da angemeldet wo man selbst ist. Klingt einfach und ist ja simpel, was soll da schon schief gehen.

Blogbeitrag zum HörenWenn Sie lieber hören statt Lesen, bitte sehr.

Kinderkrankenversicherung – Alles was Sie wissen müssen – Teil 1

Ich freue mich sehr, gerade hierzu, auf Ihr Feedback.

Das Thema ist aber weitaus komplexer und umfangreich und so machen sich sorgsame Eltern immer wieder Gedanken und es kommen viele Fragen auf. Zuerst dachte ich: „Schreib ich mal schnell einen Blogbeitrag und erkläre das.“.

Nachdem ich schnell gemerkt habe, es ist viel zu umfangreich, habe ich mich entschlossen eine Serie aus Beiträgen daraus zu machen und diese in den kommenden Tagen nach und nach online zu stellen.

In meiner Blogserie zur Kinderkrankenversicherung beschäftigen wir uns mit den folgenden Fragen und Themen.

Kinderkrankenversicherung Teil 1:

  • – Muss mein Kind in die private Krankenversicherung (PKV)?

  • – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?

  • – Vorsicht bei Selbstständigen und schwankendem Einkommen

  • – Kann das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung wechseln?

Kinderkrankenversicherung Teil II:

  • – Bekomme ich für mein Kind einen Arbeitgeberzuschuss?
  • – Was ändert sich durch eine Hochzeit?
  • – Muss das Kind in der Versicherung der Eltern versichert werden?
  • – Können auch andere Tarife als die der Eltern gewählt werden?

Kinderkrankenversicherung Teil III:

  • – Kann ich mein Kind auch privat versichern, wenn beide Eltern in der GKV sind?
  • – Welche Fristen gelten?
  • – Wenn das Kind in der GKV bleibt, was sollte ich bedenken?
  • – Kann das Kind in beiden Systemen gleichzeitig versichert sein?

Kinderkrankenversicherung Teil IV:

  • – mit Ihren Fragen und einigen weiteren (angrenzenden) Themen

Die Schwangerschaft hat gerade erst begonnen und bereits jetzt machen sich viele Eltern Gedanken über die Kinderkrankenversicherung. Sich so früh damit zu beschäftigen ist auch gut und wichtig. Jedoch sind falsche Entscheidungen oft mit hohen Kostenrisiken verbunden. Bei der Beantragung der Kinderkrankenversicherung sollten Sie sich rechtzeitig von einem Spezialisten unterstützen lassen.

Kinderkrankenversicherung – so finden Sie das richtige Versicherungssystem

Gerade wenn die Eltern in unterschiedlichen Systemen versichert sind, ist die Kinderkrankenversicherung manchmal nicht ganz einfach. Die gesetzliche Krankenkasse bei dem einen Elternteil oder die private Krankenversicherung bei dem anderen und schon stellen sich viele Fragen, die ersten beantworten wir heute.

Weiterhin biete ich Ihnen eine kostenlose Telefonberatung zur Kinderkrankenversicherung an. Auch eine Unterstützung im LiveChat für erste Fragen ist kostenfrei möglich.

Kinderkrankenversicherung – Muss mein Kind in die Private Krankenversicherung?

Diese Frage ist ganz einfach und eindeutig zu beantworten. NEIN, das Kind muss erst einmal gar nichts. Ob eine private Krankenversicherung eine Möglichkeit ist, das ergibt sich aus diversen Umständen beider Eltern. Auch wenn es immer noch als Mythos durch das Internet geistert, auch wenn das Höherverdienende Elternteil in der Privaten Krankenversicherung ist, gibt es keinen Zwang das Kind privat zu versichern.

In einem bereits erschienenen Artikel geht es genau um diese Frage.

–> Mein Kind muss dann ja auch in die PKV

Damit Sie schneller herausfinden können, wo das Kind versichert ist und welche Ansprüche es hat, habe ich ein Schema vorbereitet. Hier können Sie in der kostenlosen pdf Datei „Wo sind die Kinder zu versichern“ schnell einfach nachprüfen, ob das Kind in der gesetzlichen Krankenkasse kostenfrei versichert sein kann. Diese Familienversicherung regelt der §10 des Sozialgesetzbuches V.Kinderkrankenversicherung Wo ist das Kind zu versichern

Kinderkrankenversicherung – Hat mein Kind Anspruch auf die kostenfreie Familienversicherung?

Zunächst einmal hat das Kind immer dann einen Anspruch auf eine kostenlose Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse, falls die Eltern nicht verheiratet sind und die Mutter in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist.

Ebenfalls besteht der Anspruch natürlich dann, wenn beide Eltern gesetzlich versichert sind. In diesem Fall spielen auch Einkommen oder Eheschließung keine Rolle und verändern den Anspruch nicht.

Wie Sie aber in dem Schaubild erkennen können, spielende unterschiedlicher Versicherung nach einer Hochzeit die Einkommensdaten eine große Rolle. Hier geht es um die Frage, wer mehr verdient und wo dieses Elternteil versichert ist. Dabei ist dann zu prüfen, ob hier ein Einkommen über der Jahresarbeitentgeltgrenze (ab 2021 in Höhe von 64.350 EUR pro Jahr brutto) vorliegt. Dann entfällt, wenn das höher verdienende Elternteil darüber liegt, die kostenlose Familienversicherung für das Kind.

Vorsicht bei Selbstständigen oder schwankendem Einkommen bei Beamten

Gerade bei Selbstständigen ist nicht jedes Jahr gleich. Es gibt Jahre mit einem hohen Einkommen und damit einem Überschreiten der Grenze und Jahre mit weniger Geld in der Kasse. Hier kann somit auch rückwirkend der Anspruch auf Familienversicherung entfallen. Das wird regelmäßig aber erst mit dem Steuerbescheid festgestellt. Ein Beispiel:

Ein freiberuflicher Rechtsanwalt (PKV versichert) hat im Jahr 2018 ein Jahreseinkommen von 70.000 EUR, im Vorjahr waren es noch 50.000 EUR. Für das Jahr 2019 ist noch keine Steuererklärung fertiggestellt, aber 2020 wird er wohl auch wieder über der JAEG liegen.

Die gesetzlichen Kassen fragen manchmal von allein und senden Ihnen einen „Fragebogen zur Familienversicherung“ zu. ACHTUNG: Hier besteht eine Auskunftspflicht. Wer hier trödelt oder bewusst hinauszögert, der macht sich mehr Probleme und verhindert eine saftige Nachzahlung nicht. Füllen Sie den Fragebogen nicht aus oder sendet Ihnen die Krankenkasse einen solchen nicht automatisch zu, befreit Sie dieses nicht von einer Nachzahlung. Dieses habe ich bereits in diversen Artikel ausführlich beschrieben.

Alle Artikel zur Nachzahlung und Nachforderung der GKV Familienversicherung

Bei unserem Beispiel (und der Annahme das die mit dem Anwalt verheiratete Mutter in der GKV Pflichtmitglied ist) wurden die Kinder in der gesetzlichen und kostenlosen Familienversicherung gelassen.

Eine Information an die Kasse erfolgte durch den Versicherten aus eigenem Antrieb nicht. „Die können ja fragen, dann antworte ich.“ herrscht hier oft als Meinung vor. Ganz nüchtern betrachtet hatten die Kinder einen Anspruch auf Familienversicherung in dem Jahr 2017, da das Einkommen unter der Jahresarbeitentgeltgrenze lag. Für das Jahr 2018 entfiel dieser Anspruch durch das höhere Einkommen. Für das Jahr 2019 liegen noch keine Unterlagen vor, da hier Abschreibungen und Investitionen die Fertigstellung der Steuererklärung verzögern.

Ohne weitere Informationen an die Krankenkasse der Mutter und Kinder sind die Kinder also aktuell mit einer Versichertenkarte ausgestattet und nutzen diese auch für Arztbesuche.

Klar ist, für die Jahre 2018, vielleicht 2019 und garantiert 2020 sind die Kinder in der kostenfreien Familienversicherung unberechtigt versichert. Wüsste die Kasse von den korrekten Zahlen, so wären Beiträge für die Kinder seit dem 01.01.2018 zu zahlen.

Eine Kinderkrankenversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse kostet je nach Kasse zwischen 175 und 190 EUR, inkl. der Pflegepflichtversicherung des Kindes. In unserem Beispiel sind für die zwei Kinder nun schon einmal Nachzahlungen in Höhe von mindestens 4.200 EUR zu leisten. Sobald die Kasse davon Kenntnis erlangt, beendet diese rückwirkend die Familienversicherung und erstellt einen Beitragsbescheid. Auch wenn die Zahlen für das Jahr 2019 von dem Steuerberater noch gar nicht fertiggestellt sind, dennoch sind auch hier zunächst Beiträge an die gesetzliche Kasse zu zahlen. Grund hierfür ist die Einstufung aus dem Vorjahr. Somit erhöht sich die Nachzahlung um weitere 4.200 EUR, womit wir schon bei einem Beitragsbescheid von 8.400 EUR sind.

Nun ist aber auch das Jahr 2020 schon weit fortgeschritten und auch hier wurden bisher keinerlei Beiträge gezahlt. Für den Zeitraum Januar bis September sind somit auch für zwei Kinder a‘ 175 EUR monatlich und damit in Summe 3.150 EUR zu berappen.

Der gesetzlichen Krankenkasse stehen somit auf einen Schlag 11.500 EUR zu, welche diese binnen Monatsfrist haben möchten und welche denen auch zusteht. Stellt sich später mit der Steuererklärung 2019 heraus, dass das Einkommen unter der JAEG 2019 gelegen hat, dann werden hier die Kosten auch wieder rückgerechnet.

Kinderkrankenversicherung – Kann mein Kind rückwirkend in die Private Krankenversicherung wechseln?

Diese Frage wird mir mindestens einmal die Woche im LiveChat oder in der Telefonberatung gestellt. Daher habe ich bereits in einem anderen Beitrag die Möglichkeiten und Varianten einer rückwirkenden privaten Krankenversicherung für Kinder beschrieben. Dort finden Sie Hinweise und Erläuterungen wie und ob Sie Ihr Kind rückwirkend privat versichern können.

–> Kann mein Kind rückwirkend in der PKV versichert werden

Ergänzend hierzu sind aber noch weitere Überlegungen anzustellen. Auf dem Markt gibt es schon heute entsprechende Optionsbausteine wie den OptiFree der Hallesche oder auch Bausteine der Allianz und zukünftig weiterer Unternehmen. Mit diesen Bausteinen sichern Sie sich als Eltern eine nahtlose Versicherung der Kinder nach dem Ende der Familienversicherung. Gelingt dieses sauber zu lösen und haben Sie sich rechtzeitig Gedanken gemacht und gehandelt, so können Sie hier tausende Euro an Nachzahlungen sparen.

Vorsicht ist aber auch hier geboten, denn während der Familienversicherung entstandene Kosten für Arztbesuche oder sonstige medizinische Versorgung sind der GKV in den meisten Fällen zu erstatten. Ob diese dann durch die Private Krankenversicherung rückwirkend getragen werden können, hängt von vielen Umständen ab.

Wichtigste Regel: Wenn schon beide Systeme optimal (aus-)genutzt werden sollen, dann bedarf dieses einer rechtzeitigen und sorgfältigen Planung.

Bei Fragen, gern Fragen!

Bevor wir nun mit den ganzen weiteren Fragen und Antworten in den kommenden Teilen weitermachen, bis hierhin erstmal vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.

Bei Fragen zur Kindernachversicherung eines Neugeborenen oder Vorschlägen zur Versicherung von Kindern melden Sie sich gern über die Kontaktseite oder aber den LiveChat.

Gern können Sie mir auch eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten senden, dann erhalten Sie kostenfrei und unverbindlich den Fragebogen per Mail oder SMS-Link.

HIER Beratungsanfrage Kinderkrankenversicherung anfordern