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30.
Mai '14

Sag mal… Was kostet eigentlich… ? Eine HIV Medikation pro Monat


Weiter geht es in der Serie der Kosten in der Privaten Krankenversicherung, heute mal mit einem sehr, sehr kostenintensiven Fall. In den letzten beiden Beiträgen ging es um

Sag mal… was kostet eigentlich…) Notfalltransport und Erstbehandlung

und Sag mal… Was kostet eigentlich… ?  Laborkosten, Blutbild und Laborwerte.

Heute soll es um einen weitaus kostenintensiveren Fall gehen, eine HIV Infektion. Vor Jahren noch fast ein Todesurteil, ist aufgrund weiter fortschreitender Medizin eine Heilung zwar nicht möglich, ein fast „normales“ weiterleben aber schon. So ist es auch bei einem meiner Kunden, einem Versicherten in der privaten Krankenversicherung. Nach eingehender Prüfung, ärztlichen Attesten und weiteren Unterlagen hat auch der Versicherer zwischenzeitlich die Kostenübernahme zugesagt.

Bei der Behandlung handelt es sich um „normale“ ärztliche Behandlungen, die Diagnostik ist noch einmal etwas teurer. Aber neben laufender Kontrolle von Blut- und Laborwerten ist hier eine Medikation angezeigt.

Nach Untersuchung in einer Schwerpunktpraxis haben sich der Arzt und der Patient auf folgende Medikation verständigt, welche täglich eingenommen werden muss und somit monatlich verordnet wird:

HIV_Med_1

Diese Medikamente sind nicht unbedingt das, was man sich unter preiswert vorstellt und schlagen doch mit hohen Kosten zu buche.

HIV_Med_3Der Kunde, ein Versicherter mit Mitte dreißig wird diese Medikamente (falls es sich nicht medizinisch anders entwickelt und es doch heilbar wird) sicher sein Leben lang nehmen müssen. Die Kosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf:

782,82 EUR für das erste (Kivexa)

und

926,36 EUR für das zweite Medikament (Tivicay)

Bei den angegebenen Beträgen handelt es sich um die Preise PRO MONAT.

Und weil immer mal wieder die Frage in Beratungen kommt: Die Prämie in der privaten Krankenversicherung ist nicht von dem persönlichen Gesundheitszustand während des Vertragsverlaufes abhängig. Auch ein schwer kranker Patient hat keine anderen Beitragsanpassungen, als ein gesunder Kunde.

Kosten über die Vertragslaufzeit

Gehen wir nun von einer statistischen Lebenserwartung bis 83 aus, so sprechen wir hier noch über mehr als 45 Jahre Restlaufzeit und folgenden Kosten:

1.709,18 EUR * 12 Monate * 47 Jahre

= 963.876 EUR 

Dabei ist natürlich nicht berücksichtigt, dass die Medikamente unter Umständen günstiger werden, Patente auslaufen oder es alternative Medikation gibt. Dennoch sollte deutlich werden, welches Kostenrisiko hier vorhanden ist und das ein leistungsfähiger Tarif gerade hier wichtig ist.

Achtung bei Eigenbeteiligungen

Wer hohe Selbstbeteiligungen in seinem Tarif vereinbart hat, separate Eigenanteile bei Medikamenten oder Tarife mit weiteren Einschränkungen, der wird gerade bei solch gravierenden Diagnosen an seine finanziellen Grenzen stoßen. Gerade da sieht man einmal mehr wie wichtig die Auswahl des richtigen und passenden Tarifs ist.

Mehr Leistungsbeispiele folgen in den nächsten Tagen und Wochen hier im Blog. Einfach immer den Hashtag #WasKostetEigentlich anklicken.

 

16.
Mai '14

Sag mal… Was kostet eigentlich… ? Laborkosten, Blutbild und Leberwerte


Vor einigen Tagen habe ich diese Serie begonnen, um etwas mehr Gefühl dafür zu vermitteln, was ärztliche Leistungen kosten und begonnen mit der ersten Rechnung der Notfallbehandlung.

Sag mal… Was kostet eigentlich… ? Notfalltransport und Erstbehandlung

Heute geht es um eine andere Kostenart, die Laborkosten. Diese werden manchmal zur Vorsorge erhoben, bei verschiedenen Diagnosen sind diese aber auch regelmäßig zu erheben. So gibt es viele Patienten die einmal im Monat, alle zwei Wochen oder in anderen Zeitabständen Ihren Arzt aufsuchen, der nimmt einmal Blut ab und bestimmt die entsprechenden Werte.

Dabei fallen zwei getrennte Rechnungen an. Zum einen die ärztliche Leistung, zum anderen die Leistung des Labors, denn der Behandler gibt die Blutproben an ein Labor, welche die Auswertung durchführt.

Was kostet die ärztliche Leistung?

Abgerechnet wird hier zunächst die Ziffer 1 der Gebührenordnung für Ärzte. Diese „Beratung, auch telefonisch“ wird bei einem Steigerungssatz von 2,3 mit einem Betrag von 10,72 EUR abgerechnet. Dazu kommt die „Blutentnahme, Vene“, Ziffer 250 mit einem Betrag von 4,20 EUR (Steigerungssatz 1,8).

Kommen keine weiteren Untersuchungen dazu, so sind es hier also 14,92 EUR für die Blutentnahme, zusätzlich zu den Laborkosten.

Was berechnet nun das Labor?

Welche Kosten sich tatsächlich auf der Abrechnung befinden, das hängt entscheidend davon ab, welche Werte bestimmt werden. Einen Überblick schafft die folgende Rechnung:

Laborkosten_1

Die Abrechungsfaktoren liegen hier bei 1,15, die Grundbeträge unterscheiden sich dann je nach Wert. Welche Werte bestimmt werden (müssen), das hängt natürlich von der Diagnose ab. Dazu werden noch die Auslagen (hier Material und Versandkosten) addiert.

Laborkosten_2Auch hier sieht man sehr gut, die Kosten sind nicht so klein. Daher kann die Selbstbeteiligung auch hier schnell erreicht werden und gerade bei chronisch kranken Patienten (Bluthochdruck, Schilddrüsen-/ Lebererkrankungen) ist eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll. Selbst bei „nur“ einer Kontrolle im Monat sammeln sich hier mehr als eintausend Euro pro Jahr an.

Auch hierdurch wird klar, warum selbst bei „gut eingestellten Patienten mit Schilddrüsenerkrankungen“ durchaus höhere Zuschläge im Rahmen der Risikoprüfung erforderlich sind und nicht einfach 5, 8, 10 EUR monatlicher Zuschlag ausreichen.

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13.
Mai '14

Sag mal… Was kostet eigentlich… ? Notfalltransport und Erstbehandlung


Gerade für Menschen die noch in der gesetzlichen Krankenkasse versichert sind und solche die nie krank sind/ waren und hoffentlich auch bleiben, für die ist es sehr schwer eine Vorstellung von Behandlungskosten zu bekommen. Immer wieder tauchen daher in der Beratung Fragen wie „was kostet eigentlich…?“ auf, diese werde ich in loser Abfolge hier aufgreifen und einmal aufzeigen, welche Kosten in der PKV entstehen können.

Beginnen wir mit einem recht simplen Fall aus der eigenen Familie. Vor knapp 2 Wochen war mein kleiner Sohn bei Freunden zum spielen. Soweit nichts ungewöhnliches, passiert durchaus öfter gegenseitig und diesmal wurde- wie so oft, Fahrrad gefahren.

photo

Anders als sonst, aber nicht ganz unfallfrei und so rutschte einer dem anderen in Fahrrad, der Kleine (6) stützte und hatte eine Platzwunde am Kopf. Nun ist oftmals ja wenig schlimmes dabei, dennoch blutete es stark und die Erwachsenen daher musste ein Krankenwagen und ein Arzt her. Nach Anruf bei der 112 entschied die Leitstelle, der Rettungswagen reicht zunächst einmal aus, da ein Notarzt auch später nach“bestellt“ werden kann. Im Krankenhaus wurde dann noch kontrolliert, geprüft und behandelt, die Wunde dann geklebt und verbunden und der Kleine konnte am Abend noch mit nach Hause.

Schauen wir uns dann einmal die Kosten an, welche bei so einem- doch recht harmlosen- Sturz entstehen können. Dabei sind diese identisch, ob es einem Erwachsenen mit einem verstauchten Fuß, oder einem Kind nach Fahrradunfall passiert. Zunächst einmal der Rettungswagen (wäre ein Notarzt erforderlich gewesen, so entstehen nochmals Kosten in etwa gleicher Höhe)

Rettungswagen_I

Gut zu erkennen, es handelt sich um eine Pauschale. Diese ist also nicht davon abhängig, ob es 1 oder 20km waren und auch nicht davon, ob eine Abholung am Wochenende erfolgte. Die Höhe richtet sich nach den Kostensatzungen der jeweiligen Anbieter oder der Landkreise.

Neben dem Transport (welcher im Sinne der Versicherungsbedingungen der PKV Transportkosten zu einer ambulanten Behandlung darstellt), fallen noch weitere Kosten an. Wäre der Patient hier stationär aufgenommen worden, so sind es Transportkosten zu einer stationären Behandlung. Je nach Versicherer und Tarif kann es sich hierbei um unterschiedliche Erstattungen handeln, oder aber eine Selbstbeteiligung greifen. Hat ein Tarif zum Beispiel eine ambulante Selbstbeteiligung (hier Deutscher Ring Esprit von 225 EUR p.a.) so fällt diese hier an. Bei einem stationären Aufenthalt wäre dem nicht so.

Was auf der Rechnung auch gut zu erkennen ist, es gilt ein ZAHLUNGSZIEL von 30 Tagen. Wer also die Rechnung erst zur Erstattung bei seinem Versicherer einreicht und dann überweist, der ist hier völlig im zeitlichen Rahmen.

Behandlungskosten im Krankenhaus

Nun wurde der kleine Patient nicht nur dahin gefahren (was nach seiner Auffassung ja „cool war, mit Blaulicht“ 🙂 ) sondern auch behandelt. Diese Behandlung beginnt, wie fast jede Arzt- oder Krankenhausrechnung  mit der Position 1 der Gebührenordnung. „Behandlung, auch telefonisch“. Dazu kommen weitere Positionen, welche hier alle mit dem so genannten Regelhöchstsatz, also dem 2,3fachen Satz abgerechnet worden sind.

Waskosteteigentlich_

Die Kosten halten sich hier, mit knappen 80 EUR durchaus in Grenzen. Damit sind alle Kosten der Behandlung abgegolten. Wäre man also selbst ins Krankenhaus gefahren, so wären nur diese angefallen.

Das Zahlungsziel hier liegt bei 14 Tagen, also selbst dabei bleibt genug Zeit diese zu begleichen, bevor eine Überweisung an das Krankenhaus notwenig wäre.

In Summe hat der kleine Fahrradunfall nun knapp 600 EUR Kosten verursacht.

Mehr Leistungsbeispiele folgen in den nächsten Tagen und Wochen hier im Blog. Einfach immer den Hashtag #WasKostetEigentlich anklicken.