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29.
September '17

Central Krankenversicherung und Aachen Münchener Lebensversicherung verschwinden vom Markt


Central – Gesundheit bewegt uns, so war der Slogan der Central Krankenversicherung, welche sicher in den letzten Jahren neben Höhen auch Zahlreiche Tiefen hatte. Die Tarifeinführung der damals neuen Tarife war sicher nicht unbedingt das, was man sich an Erfolg so vorgestellt hatte. Auch die Konzentration des Vertriebs auf die Vertreter der DVAG und insbesondere teilweise katastrophale Beitragsentwicklungen haben das Vertrauen in die Marke nicht unbedingt gestärkt.

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Doch nun wird aus dem „Gesundheit bewegt uns“ eher ein „bewegte uns“, denn die Zeiten der Central Krankenversicherung und auch der Aachen Münchener Lebensversicherung sind gezählt und gehen einem Ende entgegen. Einen einzigen Satz war es wert, einen Satz in der aktuellen Pressemitteilung des Mutterkonzerns GENERALI, welcher damit seine „Unternehmensstrategie für mehr Exzellenz“ vorstellte.


Marken verschwinden vollständig

Die Generali schreibt in ihrer Pressemitteilung von einem „One Company“-Ansatz“ und meint damit nichts andres, denn nur der Name Generali soll zukünftig übrig bleiben, keine Aachen Münchener Lebensversicherung und damit auch keine Aachen Münchener BU Versicherung und eben auch keine Central Krankenversicherung.

Verschlankungen und Rationalisierungen sehen wir durchaus auch bei anderen Unternehmen, so sind der Deutsche Ring Krankenversicherung und die Signal Kranken gerade erst verschmolzen. Hier soll die Marke erst bestehen bleiben, aber warten wir auch hier mal ab.

In der Pressemitteilung der Generali heisst es dann wörtlich:

STÄRKUNG DER MARKE GENERALI UND DES VERTRIEBS IN DEUTSCHLAND
Die Generali Deutschland hat eine Vereinbarung mit der DVAG, dem mit 6 Mio. Kunden erfolgreichsten Netzwerk von rund 30.000 Vermögensberatern in Deutschland und einem der größten in Europa, geschlossen. Als Ergebnis der Vereinbarung wird die Generali Deutschland ihre Kernmarke dank des exklusiven Vertriebs durch die DVAG stärken. Die Marken AachenMünchener und Central werden in die Kernmarke Generali überführt.

Folgen für Versicherte der Central Krankenversicherung

Bei Fusionen, Verschmelzungen und immer dann, wenn ein bekanntes Gesicht und eine bekannte Marke verschwindet, löst das durchaus Verunsicherung aus. Verunsicherung bei den Versicherten, denn diese fragen sich zurecht, was mit dem Versicherungsschutz passiert.

Doch hier kann ich Sie beruhigen. Gerade in der privaten Krankenversicherung sind ein langfristiger Vertrag und damit eine Jahrzehntelange gemeinsame Partnerschaft das A und O. Für die Versicherten stellen sich daher Fragen zum Erhalt der Verträge.

  • – Verträge bleiben uneingeschränkt gültig
  • – Alle Beitragszahlungen und alle Leistungsansprüche bestehen weiter wie bisher
  • – Das Logo und dann die Rechtsträge gehen in die Generali über
  • – Neue Versicherungsscheine im turnusmäßigem Versand

Die Kunden bekommen zu den Veränderungen natürlich separate Informationen. Die Verträge sind unverändert und auch an den Leistungen ändert sich nichts.

  • – es besteht KEIN Sonderkündigungsrecht in den geschlossenen Verträgen

Warum auch, denn die Generali wird Rechtsnachfolger und tritt damit in die Rechte und Pflichten ein. Ausgegebene Karten, die so genannte KlinikCards werden irgendwann erneuert und dann auch kein Logo der Central mehr tragen. Wichtig sind die genauen Bezeichnungen nur dann, wenn in einem Rechtsgeschäft, so zum Beispiel einer Klage, der richtige Partner zu benennen ist.

Folgen für Versicherte der Aachen Münchener Lebensversicherung

Auch an den Verträgen der Berufsunfähigkeitsversicherung oder anderen Verträgen der Lebensversicherung mit der Aachen Münchener ändert sich rechtlich nichts. Rechte und Pflichten bleiben auch hier bestehen. Hier wird die Veränderung sogar später optisch auffallen, denn es gibt keine Versichertenkarte oder keine Dokumente, welche sofort ausgetauscht werden müssen.

Der Versicherungsschein und die Post wird irgendwann ohne das Logo daherkommen, vielleicht ändert sich auch die Farbe des Papiers, aber am Inhalt ändert das sicher nichts.

Daher ist auch hier

  • – KEIN Sonderkündigungsrecht

vorhanden und es gibt keine Anpassung an den bestehenden Verträgen. In der Altersvorsorge ist das Unternehmen und dessen Bonität und Entwicklung sicher nochmals interessanter. Aber jetzt gleich davon zu laufen macht meines Erachtens wenig Sinn, warum auch. Der Abschluss der Verträge hatte ja hoffentlich eine Beratung davor und die Entscheidung war fundiert. Daher… alles bleibt wie es ist. Fast zumindest.

 

17.
August '17

Deutscher Ring Kranken und Signal Iduna Kranken verschmelzen – die Folgen für Versicherte


Es war abzusehen und angekündigt, denn schon vor einigen Jahren war bei den ersten Schritten klar „das wird irgendwann eins“. Versicherte des Deutscher Ring Krankenversicherung aG bekamen Post, plötzlich mit blauem Logo. Hauptsitz ist Dortmund statt Hamburg und so langsam wurde das rote Logo des Deutschen Rings kleiner, die Signal Iduna Farbe blau überwog.

Artikelhinweis: Aus Deutscher Ring wird Signal Iduna

Schon im letzten Jahr habe ich somit dieses Szenario beschrieben, auch wenn ich es sehr schade finde von der Gesamtentwicklung, schauen wir uns hier einmal die Folgen für die Versicherten an und beleuchten unter anderem einmal die Frage, ob Sie als versicherte Kunden etwas tun müssen, sollten, können oder dürfen. Doch das Ganze einmal der Reihe nach.

Gibt es den Deutschen Ring nicht mehr?

Nein, zumindest nicht als eigenständiges Unternehmen, denn dieser ist zusammen mit der Signal Krankenversicherung zusammengefasst. Im Handelsregister kann man sich das (kostenpflichtig) abrufen und ansehen. Hier stimmt meiner Meinung nach ein Datum nicht, aber dort heisst es:

SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.

Die Gesellschaft ist als übernehmender Rechtsträger nach Maßgabe des Verschmelzungsvertrages vom 29.08.2017 (sollte wohl 29.06.2017 heißen) sowie der Zustimmungsbeschlüsse ihrer Mitgliedervertreterversammlung vom 28.06.2017 und der Mitgliedervertreterversammlung des übertragenden Rechtsträgers vom 29.06.2017 mit dem Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. mit Sitz in Hamburg (Amtsgericht Hamburg, HRB 4673) durch Aufnahme verschmolzen.

Die weiteren Details finden sich in dem, ebenfalls zum Download zur Verfügung stehenden Verschmelzungsvertrag, dort heißt es dann:

Auszug aus dem Verschmelzungsvertrag

Die Verschmelzung funktioniert im Innenverhältnis rückwirkend zum 01. 01. 2017.

Das Unternehmen ist damit vom Markt verschwunden, die Marke „Deutscher Ring“ soll aber erhalten bleiben. Daher werden Kunden auch weiterhin Post vom „Deutschen Ring“ bekommen, wenn auch nicht mehr dem „Deutscher Ring Krankenversicherungsverein aG“, sondern der Signal Kranken.

 

Was ändert sich für Kunden?

Generell bleiben natürlich die Verträge, Tarife, Tarifbedingungen und auch die Beiträge unverändert bestehen. Die vertraglichen Verpflichtungen werden durch so eine Verschmelzung nicht berührt. Alle Leistungen die Sie einmal bei Vertragsabschluss versichert haben und hatten, haben Sie auch heute noch.

Auch die neuen Ansprechpartner hat der Deutsche Ring seinen Kunden bereits vor Monaten mitgeteilt und diese ändern sich nicht. Leistungen erhalten Sie dann zukünftig von der Signal Kranken, welche die Rechte und Pflichten vollumfänglich übernommen hat.

Hat diese Verschmelzung Vorteile?

Nun, für einige Kunden kann es durchaus einen Vorteil geben. Bereits vor einem Jahr hatte ich über den so genannten Tarifwechsel nach §204 des VVG geschrieben, also der gesetzlichen, vertraglichen Garantie des Versicherers einen Tarifwechsel in so genannten „gleichartigen“ Versicherungsschutz zu ermöglichen.

Bisher konnten die Kunden des Deutschen Rings im Rahmen des Tarifwechsels in die Tarife des DR wechseln. Im Wesentlichen standen damit die beiden Tarife ESPRIT und COMFORT+ mit Ihren unterschiedlichen Tarif- und SB Stufen zur Verfügung. Das ändert sich nun etwas, denn mit der Verschmelzung sprechen wir über ein gemeinsames, einzelnes Unternehmen.

Auch die Signal Versicherungen haben und hatten eigene Tarife und die Kunden konnten sich im Rahmen des Tarifwechsels innerhalb diesen Tarifen bewegen. Klar spielen hier Mehrleistungen, Zuschläge für Mehrleistungen oder ein so genannter Mehrleistungsverzicht eine Rolle, aber nun ist es möglich auch Kunden aus einem (ehemaligen) Signal Tarif den Tarifwechsel in die ehemaligen Tarife des Dt. Rings zu ermöglichen, ebenso in die andere Richtung.

Ob ein solcher Tarifwechsel für Sie in Frage kommt, sinnvoll ist und welche Tarife oder Tarifmodelle in Frage kommen, dass ist nur in einer individuellen Beratung zu klären.