Artikel mit ‘Unterschiede GKV PKV’ getagged

21.
September '11

BKK Gildemeister lernt es nicht, oder will bewusst falsch informieren?


Es ist gerade einmal einige Monate her, da schrieb ich über die (bewussten?) Falschaussagen auf der Internetseite der BKK Gildemeister. Dort waren bewusst oder unbewusst falsche Informationen und nachweislicher Unsinn über die private Krankenversicherung dargestellt.

Damit die Damen und Herren es dort nicht so schwer haben, schrieb ich per traditioneller Briefpost an den Vorstand, das Bundesversicherungsamt und den BKK Bundesverband. In den letzten Tagen lag dieses Thema wieder auf meinem Tisch und ich fragte nach, heute kam schnell die entsprechende Antwort:

Guten Tag, sehr geehrter Herr Henning,

die aktualisierten Informationen sind bereits seit dem 22.07.11 auf unserer Homepage zu finden.

Naja, das man den Namen nicht richtig schreiben kann, das ist mir durchaus geläufig, aber das anscheinend im Hause der BKK Gildemeister Seidensticker niemand in der Lage ist, die Fehler zu lesen und die korrekten Informationen online zu stellen, ist mehr als traurig.

Weiterlesen? hier geht’s zum vollständigen Artikel

09.
April '10

Soll ich oder soll ich nicht und bis zu welchem Alter? … in die PKV


Oft entsteht bei Anfragen oder in der laufenden Beratung die Frage, „Bis zu welchem Alter soll ich in die Private Krankenversicherung wechseln?“ oder „ab wann macht es keinen Sinn mehr?“

So generell kann man das nicht beantworten. Die Frage ist nicht zwingend „bis wann“, sondern ob und warum überhaupt ein Wechsel in die private Krankenversicherung (PKV) sinnvoll ist.

Dabei sollte zunächst die Frage beantwortet werden, was an der derzeitigen Versicherung, der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) stört und was der Hauptgrund für einen geplanten Wechsel ist.

Grund 1: „Ich will Beiträge sparen

Dann ist der Wechsel in die private Krankenversicherung (meist) der falsche Ansatz. Die Private Krankenversicherung ist in der Regel ungeeignet um langfristig Geld zu sparen. Selbst bei einem „jungen Eintrittsalter“ steigen die Beiträge über die Laufzeit an und es werden Rücklagen nötig. Diese sollten aus dem angesparten Kapital kommen, welches in jungen Jahren gespart wurde.

Eines ist klar: Ein verbesserter Versicherungsschutz (als in der GKV) und somit umfangreichere Leistungen, müssen zwangsläufig auch Geld kosten. Daher ist der Ansatz (den man oft bei Existenzgründern findet) aus Preisgründen in die PKV zu wechseln, definitiv der falsche. Hier bietet sich an, zunächst in der GKV zu verbleiben, da die Beiträge dort einkommensabhängig berechnet werden.

Grund 2: „Ich will bessere/ andere Leistungen“

Eine Private Krankenversicherung (PKV) bietet nicht, wie in vollmundigen Werbeanzeigen versprochen, in jedem Fall bessere Leistungen als in der gesetzlichen Krankenversicherung. Dabei ist der individuelle Anspruch und die gewünschte Absicherung ein entscheidendes Kriterium. Daher ist es gerade bei höheren Eintrittsaltern so, dass so ein deutlich besserer Schutz eben auch mehr Beitrag kosten muss als in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Warum es daher trotz höherem Endbeitrag in der PKV für einen Arbeitnehmer mit hohem Leistungsanspruch optimaler sein kann, in die Private Krankenversicherung zu wechseln, erfahren Sie in einem der nächsten Blogbeiträge.

Nun aber zurück zur Eingangsfrage:

Ein pauschales Endalter bis zu welchem es Sinn macht in die PKV zu wechseln gibt es nicht. Es ist vielmehr von der persönlichen wie auch beruflichen Situation abhängig und sollte daher individuell betrachtet werden.

Auch die Tatsache das dann ja „nicht mehr so viel Zeit zum ansparen bleibt“ ist so nicht richtig. Die Kalkulation in der Privaten Krankenversicherung ist eben nicht die eines reinen Sparvertrages, sondern eines Mixes aus Risikoanteil und (An-)Sparvertrag.

Schauen Sie sich einfach zunächst den Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung an, verstehen die grundsätzlichen Unterschiede und überlegen sich dann, ganz in Ruhe, welche Kriterien der Tarif erfüllen müsste, damit er zu Ihnen passt.

15.
Februar '10

Krankengeld bei Krankheit eines Kindes in der PKV


(LUH) Sie kennen das. Das Kind ist krank und eines der Elternteile muss zu Hause bleiben, da man (s)ein Kind natürlich bis zu einem gewissen Alter nicht allein lassen kann.

Sind Sie in der gesetzlichen Krankenkasse (pflicht-)versichert so bietet sich hier die Möglichkeit sich mit dem Kind „krankschreiben“ zu lassen. Dieses ist in begrenztem Umfang bezahlt möglich. Die gesetzliche Grundlage bietet das, für die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zuständige, Sozialgesetzbuch V.

Dort, im §45 finden wir entsprechende Regelungen, denn es heißt dort:

§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. § 10 Abs. 4 und § 44 Absatz 2 gelten.

(2) Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Der Anspruch nach Satz 1 besteht für Versicherte für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr.

Wie im Absatz 1 zu entnehmen ist, so gilt dieser Anspruch für das „erkrankte und versicherte“ Kind. Ist das Kind also nicht in der GKV (beitragfrei im Rahmen der Familienversicherung oder beitragspflichtig als eigene Versicherung) versichert, so besteht dieser Anspruch nicht. Doch wo das Kind zu versichern ist und ob Anspruch auf Familienversicherung besteht, lesen Sie unter „Wo sind die Kinder zu versichern

Wie sieht es nun bei Versicherten der privaten Krankenversicherung (PKV) aus?

Hier besteht, wie oben geschrieben, der Anspruch auf Krankengeld nicht. Anstelle der gesetzlichen Grundlagen im SGB V müssen hier die vertraglichen Grundlagen der PKV beachtet werden. Dort heißt es in den Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung (MB/KT) folgendes.

(2) Versicherungsfall ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung einer versicherten Person wegen Krankheit oder Unfallfolgen, in deren Verlauf Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt wird.

Da aber der Krankentagegeldtarif nicht für das Kind, sondern nur für die Mutter oder den Vater abgeschlossen wird besteht hier kein Leistungsanspruch. Die Arbeitsunfähigkeit kann für das Kind eben nicht eintreten.

Die (privat versicherten) Eltern können sich somit zwar krankschreiben lassen und mit ihrem Kind zu Hause bleiben, aber: Ein entsprechender finanzieller Leistungsanspruch besteht nicht.

Dieser Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung lässt sich derzeit durch keinen anderen Tarif (-baustein) ausgleichen.

Ein Entscheidungskriterium ist es hingegen nicht, da es nur einer von sehr vielen Leistungsbereichen ist, in denen sich beide Versicherungssysteme unterscheiden.

Weitere Informationen finden Sie auch im Leitfaden GKV und PKV