Artikel mit ‘Tarifumstellung’ getagged

25.
Februar '13

„Lohnt“ die Umstellung von Bestandskunden in die neuen Unisextarife


Nun sind schon fast 8 Wochen seit Einführung der neuen Unisextarife vergangen und immer mehr Bestandskunden stellen sich die Frage nach einem Wechsel. Obwohl in den meisten Fällen die Gesellschaften die Mindestkriterien des PKV Verbandes umgesetzt und somit die Leistungen verbessert haben, gibt es auch welche wo mehr drauf steht als drin ist. Bereits im Beitrag zu der Hanse Merkur und der Erfüllungen der Mindestkriterien habe ich dieses beschrieben.

Die Mindestkriterien stellen daher bei dem Großteil der Versicherten eine Verbesserung gegenüber dem derzeitigen Schutz dar und werden im Neugeschäft, also der Unisexwelt eingeführt. Im Bestand passiert das nicht, zumindest ist derzeit kein Unternehmen bekannt, aber vielleicht findet sich ja noch ein Versicherer. Grund warum es nicht alle machen ist einfach, denn die Leistungserweiterungen durch die Mindestkriterien kosten Geld und eine solche Verbesserung ist nicht ohne weiteres prämienneutral umzusetzen.

Doch auch der Versicherte im Bestand kann, wenn er dieses möchte, eine Umstellung verlangen. Ob und in welchem Umfang hierzu eine neue Risikoprüfung anfällt, das handhaben die Gesellschaften unterschiedlich. Bei den Kindertarifen des Deutschen Rings (Esprit) sind die verbesserten Leistungen durch die Umsetzung der Kriterien sogar günstiger als der Bestandstarif. Diese Umstellung kann hier beantragt werden, für die Mehrleistungen gelten aber Wartezeiten gemäß den Bedingungen.

Günstigere Prämien in der neuen Tarifwelt wird aber eher die Ausnahme sein. Der Grund sind nicht nur verbesserte Leistungen, sondern auch die Kalkulation von geschlechterneutralen Beiträgen (Unisex) und die Senkung der Mindestverzinsung. Die Hallesche, einer der wenigen die nicht auf 2,75% sondern (sicherheitshalber) gleich auf 2,5% gesenkt haben, berechnet für die Bestandskunden auf Wunsch auch die Umstellung in die Tarife der neuen Welt. An meinem eigenen Vertrag hier mal ein Beispiel. Zu beachtet ist hierzu noch, das der Tarif seit 1998 besteht und daher nicht nur ein deutlich geringeres Eintrittsalter hatte, aber auch mit den alten Bisexzinsen von 3,5% berechnet ist.

Der Baustein des KT 15 (Krankengeld ab dem 15. Tag einer Arbeitsunfähigkeit) besteht nur in der alten Tarifwelt und wird auch später nicht in der Unisexwelt angeboten. Somit kann dieser auch nicht umgestellt werden. Die Komponente zur Beitragsentlastung bei der Halleschen (Tarif Mbz flex) steht auch erst Mitte des Jahres als neuer Tarif zur Verfügung und kann daher bei neuen Anträgen nicht abgeschlossen werden derzeit.

Bei dem Tarif NK für Kinder sieht man einen leichten Beitragsanstieg von 8 EUR monatlich, dieses kann sich jedoch dennoch lohnen. (mehr …)

14.
Januar '11

GASTBEITRAG: Wird der Beitrag einer PKV bei Tarifumstellung mit höherer Selbstbeteiligung immer günstiger?


Dieses ist ein Gastbeitrag meines Kollegen Thomas Schösser.

Nun ist man schon einige Zeit in einem Tarif einer Privaten Krankenversicherung (PKV) versichert und möchte seinen Beitrag reduzieren. Was ist naheliegender als einfach die Selbstbeteiligung des Vertrags zu erhöhen und dadurch die Prämie zu verringern?

So wird es oftmals dargestellt. In der Praxis muss dies aber nicht immer so funktionieren wie ein Beispiel eines meiner Bestandskunden zeigt.

Der Kunde hat einen Tarif mit einem momentanen gesamten Monatsbeitrag von € 217,39. Der Tarif sieht für ambulante Leistungen einen jährlichen Selbstbehalt von € 600,- vor und ist mit umfangreichen Wechseloptionen, wie z.B. dem Sprung in leistungsstärkere Tarife ausgestattet.

Nun wurden zwei Umstellungsangebote beim Krankenversicherer angefordert.

Einmal der gleiche Tarif wie bisher, nur mit € 1.200,- jährlichen Selbstbehalt auf alle ambulanten Leistungen und ein Wechsel in einen leistungsstärkeren Tarif. Interessant wird es nun bei der Betrachtung der ersten Alternative, bei welcher der gleiche Tarif mit € 1.200,- Selbstbeteiligung ausgewählt wurde. Hier landet die monatliche Prämie bei € 216,76.

Hier würde also, im Vergleich zur bisherigen Tarifvariante, nur eine „Ersparnis“ von € 0,63 im Monat bei gleichzeitiger Erhöhung der Selbstbeteiligung um jährlich € 600,- erzielt werden.

Sie wünschen eine Alternative zu Ihrem bisherigen Tarif, oder eine andere Selbstbeteiligung (SB)? Dann sollten Sie sich vorab ein verbindliches Angebot von Ihrem Versicherer einholen und prüfen, ob eine solche Veränderung überhaupt Sinn macht.

Beachten Sie dabei nicht nur die Beitragsseite sondern auch, ob sich die Leistungsinhalte der PKV dadurch verändern würden.

Bereits beim Abschluss einer privaten Krankenversicherung sollten die unterschiedlichsten Ausgestaltungen der Selbstbeteiligung betrachtet werden. Mehr dazu finden Sie auch im folgenden BLOG-Beitrag „Welche Selbstbeteiligung ist die beste?“ oder „Welche Selbstbeteiligung ist für Angestellte angemessen

Auch die bedingungsgemäßen Möglichkeiten einer späteren Reduzierung oder Erhöhung einer Selbstbeteiligung oder aber auch die generellen Wechseloptionsmöglichkeiten in andere Tarife sollten beleuchtet werden. Dies könnte unter Umständen später vorteilhaft sein, da sich im laufe der Jahre ein Tarif mit einer anderen SB-Variante beitragstechnisch besser entwickelt könnte als der ursprünglich gewählte. Mehr dazu unter „Optionsrechte im Vertrag

29.
September '09

Umwandlung in die Vario Tarife (Central KV)


Am Wochenende rief mich eine Interessentin an, welche derzeit in dem Tarif CV3H der Central versichert ist. Die Beitragsanpassungen der Central im Neu- und Bestandsgeschäft hatte ich bereits vor einiger Zeit hier beschrieben.

Die Anruferin berichtete sie wisse ja schon, das der Tarif angepasst würde, in Ihrem Fall (CV3H, seit 2003 versichert) um ca. 54 EUR monatlich für Sie, dazu 15 EUR Anpassung für Ihre Tochter. Das sind schon Größenordnungen die man nicht mehr so einfach hinnehmen mag. Aber gut, daran wird die Kundin nur wenig ändern können.

Auf meine Frage woher Sie das wisse teilte diese mit, ein Berater sei vorbei gekommen und habe ihr erzählt sie möge doch in die neuen Vario Tarife umstellen. (Link zur Tarifanalyse) Natürlich ist der Wechsel sinnvoll und ratsam und ein bisschen sparen kann Sie auch noch. „Auch funktioniert dieser Wechsel sogar ohne Gesundheitsprüfung“, so der Berater weiter.

Allein hierbei würde ich mir Gedanken machen, denn Wechsel mit Leistungsverbesserungen müssen zwingend eine neue Risikoprüfung zur Folge haben. Haben Sie dieses nicht und sind keine vertraglich vereinbarten Optionen enthalten, so muss dieses irgendeinen „Haken“ haben. Ein Wechsel ist aber auch nicht in jeden Tarif der Vario Serie möglich sondern eben nur in einige Kombinationen.

Komisch ist, das auch Tarifwechsel in schlechtere Leistungen angeboten werden und nicht im Detail auf die Unterschiede eingegangen wird. Woher soll die Kundin diese kennen?

Schauen Sie sich auch in den Bedingungen einmal die Wechseloptionen an und lesen die Regelung sehr genau. Wie und wann gilt diese für Neukunden und wie für Bestandskunden? Spannend!

Daher der Hinweis:

Lassen Sie sich nicht pauschal zu einem Wechsel bewegen. Klar kann diese sinnvoll und angebracht sein. Versuchen Sie aber alle Eventualitäten soweit als möglich zu hinterfragen und lassen sich am besten die Unterschiede (insbesondere die Nachteile) schriftliche bestätigen.