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21.
November '17

Wie die Deutsche Familienversicherung (DFV) ihre Kunden am Telefon zu einem schlechteren Vertrag überreden will – Achtung bei Anruf!


Es ist wie eine Geschichte aus einem schlechten Film und zeigt einmal mehr, am Telefon und ohne Unterlagen sollten keine Geschäfte gemacht werden, schon gar keine die eine lebenslange Folge haben können und für solche, wo es keine Unterlagen vorab für gibt. Doch einmal der Reihe nach, dann sehen und verstehen Sie auch schnell, warum die Masche nicht nur unfair, sondern sehr grenzwertig ist.

Die Vorgeschichte und der Altvertrag

Im Jahre 2012 beriet ich eine Kundin in Sachen Pflegezusatzversicherung. Diese wichtige und notwenige Absicherung dient dazu, im Pflegefall eine ergänzende Vorsorge zu haben und damit bei Eintritt in die Pflegebedürftigkeit die Sicherheit zu haben gut versorgt zu sein. Neben der zu geringen und gesetzlich vorgeschriebenen Pflegepflichtversicherung entschied sich meine Kundin gemeinsam mit mir für einen Pflegezusatzschutz nach dem Tarif Pflege Plus der Deutschen Familienversicherung. Das war in 2012, der Antrag wurde durch mich als Makler bei der DFV eingereicht und sodann auch problemlos policiert.

Als Zusatzbaustein sollte eine Beitragsrückgewähr gewählt werden. Durch diesen Baustein wird sichergestellt, auch im Falle des Todes der versicherten Person wird es hier eine Rückzahlung geben, die Beiträge fließen also ggf. an die Erben wieder zurück. Ein Blick in die Bedingungen von damals zeigt und die genaue Verfahrensweise dieses Rückzahlungsmodell, welches einiges an Mehrbeitrag kostete.

Durch das Modell der Rückerstattung wird also, bei Tod der versicherten Person, die Summe der Beiträge ausgezahlt. Klar gibt es keine Zinsen, aber die Beiträge fließen zurück. Doch soviel zur Vorgeschichte, der Versicherer hat es damals so angeboten und ich es geneinsam mit meiner Kundin so abgeschlossen. Es besteht also ein Vertrag welcher von uns als Makler vermittelt und betreut wird und regelmäßig bezahlt wird.

Der Anruf bei der Kundin, oder besser mehrere

Nun, fast fünf Jahre nach dem Abschluss des Vertrages und während der laufenden Beitragszahlung gab es einige Veränderungen in der Pflegeversicherung. Aus den damals vorhandenen Pflegestufen (0 bis 4) sind heute Pflegegrade geworden. Diese gesetzliche Änderung wirkt sich natürlich auch auf die Pflegezusatzversicherung aus und führt zu einer zwingenden Anpassung der Verträge. Dabei wurden diese Änderungen zum 01. Januar 2017 eingeführt und vom Gesetzgeber durch die Pflegereform beschlossen. Für die Versicherer bedeutet das aber auch, alle Verträge müssen angepasst werden und damit an neues, geltendes Recht angepasst.

Soweit ist es auch kein Problem, haben andere Unternehmen die Anpassungen und Überleitungen längt gemacht, schließlich besteht das neue Gesetz schon seit Anfang des Jahres. Nicht aber die Deutsche Familienversicherung, denn diese hat noch ein anderes Problem. Man hat wohl etwas Stress, Stress mit dem Aufsichtsamt.

Makler wird ignoriert, Kundin mehrfach angerufen

Nun versucht man sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen und da kommt ja die Umstellung gerade recht. Die zuständige Aufsichtsbehörde findet nämlich die Lösung mit der Beitragsrückgewähr gar nicht so schön und daher muss die irgendwie weg. Weg oder eben gelöst werden. Was macht also die Deutsche Familienversicherung? Sie versucht die Kunden anzurufen und denen das möglichst schmackhaft zu verkaufen.

Ein solcher Anruf ist zudem etwas fragwürdig, denn in dem damaligen Antrag findet sich keine wirkliche Zustimmung zur telefonischen Kontaktaufnahme, warum auch. Die Kundin hatte sich damals bewusst über einen Makler beraten lassen und dann für einen solchen Abschluss entschieden. Warum dieser Makler nicht informiert wird und ich daher von der Umstellungsidee gar nichts weiss, ist die eine spannende Frage. Mit welcher Erlaubnis und Berechtigung die Deutsche Familienversicherung dann aber mehrfach bei der Kundin anruft und telefonisch eine Umstellung machen möchte, das ist schon dreist.

Kundin möchte nichts am Telefon abschließen, dann kommt eine Mail

So gibt es einen Anruf, dann noch einen, dann wieder einen. Irgendwann reicht es meiner Kundin und Sie teilt mit, man möchte doch bitte eine E-Mail schicken mit dem Anliegen, damit sie dieses besprechen kann, damit dieses ggf. auch mit dem (damaligen und heutigen) Berater kontrolliert und überprüft werden kann und man einfach etwas in der Hand hat. Daraufhin bekam die Versicherte dann eine E-Mail, die sah so aus:

Hier sind gleich mehrere Dinge spannend.

Ich habe dann der DFV einmal mitgeteilt, ich hätte schon gern mal Bedingungen des neuen, geplanten Vertrages und der Umstellungen und das alles gern vorher. Jetzt kann man sagen: „OK, haben die vielleicht vergessen“, aber ich habe dann als Antwort bekommen:

Bedingungen verschicken wir nicht, schon gar nicht vorher. Sie als Makler müssten das ja wissen und ich verstehe gar nicht, warum Sie sich so aufregen. (Anm. ich habe mich gar nicht aufgeregt, nur nach der Faxnummer des Vorstandes gefragt und eine Beschwerde beim BaFin angekündigt).“

Auf meinen Hinweis, weder wir noch die Kundin werden etwas am Telefon abschließen oder unterschreiben, wo der Versicherer nicht einmal in der Lage und Willens ist, simple Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes und der sonstigen Verordnungen zu erfüllen, wurde mir ernsthaft gesagt:

Die Kundin kann das doch einfach machen und dann, wenn es ihr nicht gefällt, dann später widersprechen.

Ja, das könnte diese tatsächlich, es gäbe wohl sogar ein nahezu unbegrenztes Widerspruchsrecht, denn einen Hinweis auf die Möglichkeit oder gar die rechtlichen Rahmenbedingungen hält die Deutsche Familienversicherung ja nicht für nötig.

Erst nach einem weiteren Telefonat mit dem/ einem „Direktor Direktvertrieb“ war es dann möglich, mir Bedingungen zuzusenden. Eine Zusendung per E-Mail war nicht möglich oder gewünscht, aber auf dem Postwege sollte es gehen. Bekommen habe ich dann nach ca. einer Woche folgende Unterlagen:

  • – Anschreiben
  • – Musteranschreiben an die Kundin zur Umstellung auf den neuen Tarif
  • – Muster der neuen Police mit Gegenüberstellung der Beiträge und Leistungen
  • – Versicherungsbedingungen
  • – nochmals den Hinweis, dass es doch nun 6.007 € zurück gibt und dieser Betrag sofort ausgezahlt werden kann

Interessant an der Geschichte ist jedoch, warum jetzt? Warum erst nach langen Diskussionen und Androhungen einer Beschwerde bei Vorstand und Aufsichtsbehörden? Als Makler erwarte ich von einem Versicherer eine vernünftige und faire Zusammenarbeit und kein „hinter dem Rücken dem Kunden telefonisch irgendetwas ausquatschen zu wollen“. Vor welchem rechtlichen Hintergrund der Versicherer hier überhaupt Anrufe tätigt und am Telefon eine Vertragsumstellung machen will, ist mir völlig unklar.

Mit einer fairen und sauberen Zusammenarbeit hat das nichts zu tun, weder mit dem Kunden noch mit dem Makler.

Sie haben auch einen Anruf der DFV bekommen?

Dabei spielt es anscheinend gar keine Rolle über welchen Weg Sie dieses Produkt abgeschlossen haben. Die DFV scheint alle die Kunden anzurufen, welche einen Vertrag mit Beitragsrückgewähr haben, denn hier hat man anscheinend ein Problem mit den Aufsichtsbehörden und will die Kunden gern loswerden. Dazu bietet man Ihnen

  • – die Rückzahlung der Beiträge an
  • – die Umstellung in eine neue Pflegezusatzversicherung mit oder ohne Dynamik (wer macht sowas ohne?)
  • – einen Bonus von 5% der bisher gezahlten Beiträge als „Geschenk“

Sollten Sie das Angebot annehmen?

Ich weiss es nicht, zumindest nicht pauschal für alle. Hier kann es durchaus sinnvoll sein, einmal die Modelle durchzuspielen und zu überlegen. 5% ist nicht wirklich viel, zumal das Geld dort bereits viele Jahre lag. 5% entspricht auch nicht einer wirklichen Rendite, aber es ist besser als nichts. Die neuen Bedingungen sollten Sie sich hierbei genauestens anschauen und überlegen, ob das neue Produkt geeignet ist, oder ob es nicht alternativen gibt. Alternativen bei Unternehmen, welche fairer und ehrlicher mit dem Kunden umgehen vielleicht und nicht nach Jahren merken, diese wieder loswerden zu wollen (in bestimmten Tarifen und Konstellationen).

Bei weiteren Fragen, auch wenn der Vertrag bisher nicht bei uns betreut wird, sprechen Sie mich gern an. Natürlich können Sie sich auch an den alten Berater wenden, oder einfach am Telefon eine Umstellung abschließen. 🙂

13.
Mai '15

Herrentag, Vatertag oder Himmelfahrt- bitte nicht ohne den richtigen Schutz


Für alle die in den letzten Jahren Vater geworden sind und nun diesen Tag „besonders“ genießen, habe ich in meinem Beitrag „Welche Versicherungen für Kinder wichtig sind“ schon die wichtigen Versicherungen für die Kleinen zusammengefasst. In den letzten Tagen wurde ich (eigenartigerweise) mehrfach darauf angesprochen welche Versicherungen man eigentlich (an solchen Tagen) haben sollte, dabei ist das gar nicht so schwer.

Ein solcher Feiertag ist natürlich keineswegs ein Grund, einen extra Versicherungsschutz zu besorgen oder gar einen besonderen Schutz haben zu wollen. Dennoch gibt es einige wichtige Absicherungen, die nicht nur an einem solchen Tag nicht fehlen sollten.

VatertagAusgelassene Feiern, manchmal etwas Alkohol, entspannte Stimmung- das alles sind auch beste Voraussetzungen das einmal etwas zu Bruch geht. Das ist hoffentlich nicht der eigene Körper, kann aber durchaus auch das Eigentum anderer sein. Und für den Fall dass sie das Eigentum anderer beschädigen, ist eine Haftpflichtversicherung das absolute Muss.

Nachdem Vorgaben des BGB haften sie für Schäden welche sie Dritten zufügen unbegrenzt. Damit dieses nicht in einem finanziellen Desaster endet, ist es erforderlich einen ansprechenden Versicherungsschutz zu haben. Die Privathaftpflichtversicherung ist mit Prämien von wenigen Euro Monat eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt.

Geht nun aber nicht nur das Eigentum Dritter kaputt, welches sich meist mit etwas finanziellen Aufwand ersetzen lässt, sondern leidet auch hier eigene Körper, so kann es schnell nach einem Unfall zu einer so genannten Invalidität kommen. Was das genau ist und worin der Unterschied zur Berufsunfähigkeit liegt, das können Sie hier in meinem Beitrag mit Begriffserklärungen nachlesen. Passiert Ihnen also in ihrer Freizeit etwas (während der beruflichen Tätigkeit besteht unter Umständen noch ein Schutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung) und bedingt dieses eine „dauernde körperliche oder geistige Beeinträchtigung“, so ist dieses mit einer entsprechenden Absicherung finanziell aufzufangen. Eine Unfallversicherung schützt Sie hier vor finanziellen Folgen und sichert auch die Kosten für einen Umbau des Hauses, einen Umzug oder eine weitere Anpassung an das zukünftige Leben.

InterriskEin solcher Versicherungsschutz hilft natürlich nicht nur am morgigen Feiertag und sollte keineswegs unüberlegt oder überstürzt abgeschlossen werden, jedoch sollten Sie sich Gedanken über den bisherigen Schutz machen. Falls schon eine Absicherung für den Fall eines Unfalls und der daraus resultierenden Invalidität besteht, prüfen Sie gern einmal welche der folgenden Leistungen dort enthalten sind. Denn nur weil sie schon einmal eine Unfallversicherung abgeschlossen haben, muss diese noch lange nicht den Bedarf entsprechen und zudem kann der Versicherungsschutz viele Ausschlüsse enthalten, die zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Leistungsverweigerung sind zum Beispiel:

Erweiterung des Unfallbegriffes:
Mitversichert ist die Einatmung oder Einnahme schädlicher Stoffe einschließlich Nahrungsmittelvergiftungen.
Wir leisten zudem für Verletzungen durch Eigenbewegungen (auch Knochenbrüche, Meniskusschäden, Bauch- oder Unterleibsbrüche).
Oberschenkelhalsbruch und Armbruch sind unabhängig von der Ursache versichert.
Versicherungsschutz bei Infektionen:
Infektionskrankheiten sind unabhängig vom Übertragungsweg mitversichert.
Als versichertes Ereignis gilt der Ausbruch der Infektionskrankheit.
Außerdem besteht Versicherungsschutz bei sonstigen Folgen von Insektenstichen (z. B. allergische Reaktionen) sowie bei stationären Desensibilisierungsmaßnahmen.

Sonstige Erweiterungen:
Es gilt kein Ausschluss von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, daher gilt auch Versicherungsschutz für Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch Ohnmachtsanfälle.
Außerdem gilt beim Lenken eines Kfz. keine Promillegrenze.
Die Teilnahme an Kartrennen gilt mitversichert, sofern die versicherte Person nicht regelmäßig Rennsport betreibt.

Wir organisieren:
Such-, Bergungs- und Rettungseinsätze
Krankentransporte einschließlich Flug-Rückholung
Krankenbesuche
Medizinische Rehabilitation
Betreuung von Kindern sowie von Haustieren und tragen die dafür entstehenden Kosten

All diese Leistungen sind keine Standardleistungen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung, dennoch entscheiden diese im Fall der Fälle darüber, ob es eine Zahlung gibt oder der Versicherer leistungsfrei ist.

Neben der Unfallversicherung sollte auf keinen Fall ein Schutz für weitere Folgen fehlen. Dabei geht es vorwiegend gar nicht einmal um einen Unfall, sondern um krankheitsbedingten Verlust der Arbeitsfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (welchen Sie hoffentlich bereits haben?) Schützt Sie vor den finanziellen, dauerhaften Folgen bei Verlust der Arbeitskraft. Können Sie also in Ihrem Beruf nicht mehr tätig sein, so ist dieser Schutz dafür verantwortlich das weiterhin ein monatliches Einkommen gezielt werden kann. Nur wenn dies der Fall ist, können auch laufende Kosten wie die Absicherung von Krankheitskosten, laufende Miete aber auch die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Altersvorsorge weitergezahlt werden.

Nur wenn dies erfüllt ist, ist ein (finanziell) halbwegs normales Leben auch nach einer Erkrankung mit folgender Berufsunfähigkeit möglich.

Gibt es Familie, haben Sie (kleine) Kinder welche auch im schlimmen Fall ihres Ablebens noch eine finanzielle Zukunft haben müssen, so kommen sie an einer angemessen hohen Risikolebensversicherung kaum vorbei. Diese sichert im Falle des Todes eine einmalige finanzielle Entschädigung und ermöglicht nicht nur dem Rest der Familie weitere Kosten zu zahlen, sondern auch für die Zukunft der Kinder, dass Studium und alle weiteren Kosten aufzukommen. Der Versicherungsschutz ist in diesem Falle deutlich günstiger als oftmals erwartet. In diesem Onlinerechner bekommen Sie einen ersten Anhaltspunkt. Diese Prämie ist keinesfalls die einzige, und soll auch nur einen schnellen Überblick ermöglichen. Im Bedarfsfall sollten wir eine solche Absicherung in Ruhe besprechen und überlegen welche Höhe notwendig ist, und bei welchem Versicherer diese zu entsprechenden Konditionen zu besorgen ist.

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Bereiche die abgesichert werden sollten, dennoch sind die Haftpflichtversicherung, eine Absicherung bei Unfällen, des Schutz bei Berufsunfähigkeit und gegebenenfalls ein finanzieller Schutz bei Tod die zunächst einmal wichtigsten Kriterien. Alles andere kommt dann, denn nur wenn diese elementaren Bereiche abgesichert sind, lassen sich alle anderen auch weiter finanzieren.

Ein entsprechender Versicherungsschutz im Krankheitsfall (das kann die gesetzliche Krankenkasse + Zusatzversicherung sein) oder eine private Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung in Deutschland und daher setze ich diese als vorhanden voraus. Auch hier wird natürlich, wie bei der Absicherung des Pflegerisikos, nur der richtige und passende Schutz ist sinnvoll.

Wenn Sie nun an die elementaren Absicherungen gedacht haben, dann darf eines Morgen nicht fehlen. Der Spaß. Genießen Sie den Tag mit ihren Freunden, ziehen sie durch die Stadt wenn Sie mögen oder verbringen Sie Zeit mit ihren Kindern und der Familie. Ist ja schließlich Vatertag.

28.
Januar '15

Sie müssen jetzt aber schnell… warum Eile der falsche Berater bei PKV und Berufsunfähigkeitsversicherung ist


„Aber Hr. Hennig, ich muss mich doch binnen zwei Wochen entscheiden, sagt meine Kasse/ mein Arbeitgeber.“

Für eine Wahl des passenden Gesundheitssystems, für eine ggf. lebenslange Entscheidung? Bitte nicht! Sie kaufen doch auch kein Haus binnen Tagen oder gehen mal schnell zum Altar, ok, manche Menschen machen das, der Regelfall ist es aber nicht. Eine so weitreichende Entscheidung über die eigene (finanzielle) Zukunft sollte keinesfalls in wenigen Tagen getroffen werden.

Aber der Berater sagt…

Egal welche Art von Berater, egal welcher Grund (Eintrittsalter, „ab morgen wird es teurer“, „morgen könnten Sie krank/ tot sein“) Ihnen genannt wird, der beste Rat den Sie sich in dieser Situation selbst geben können: „Werfen Sie ihn/ sie raus!“

Warum? Weil eine Entscheidung für die richtige Private Krankenversicherung oder die notwendige Absicherung bei Berufsunfähigkeit etwas ist, was Zeit braucht. Zeit in der Krankenversicherung Systeme, Unterscheide und Feinheiten zu erkennen und zu verstehen, Zeit in der Absicherung der Arbeitskraft dafür zu sorgen, das diese auch zahlt. Die beste „schnelle Absicherung“ nützt gar nix, wenn nachher die Leistungen nicht da sind oder nicht das absichern was eigentlich geplant war. Daher geht hier Sorgfalt vor Eile.

Natürlich könn(t)en Sie morgen vom Bus überfahren werden, sich ein Bein brechen oder heute Nacht ins Krankenhaus kommen, aber mal „Hand auf’s Herz“, das hatte auch gestern, letzte Woche oder letztes Jahr passieren können, oder?

Älter werden Sie jede Minute, Prämien in den Sparten der Personenversicherung sind vom Alter abhängig und bei den meisten Unternehmen ist es eh „egal“, denn das Eintrittsalter wird nach der Formel

„Abschlussjahr minus Geburtsjahr“

berechnet.

Das bedeutete wiederum auch, am 1. Januar sind Sie genau so alt, wie am 31.12.2015 und daher ist der Grund „Eile“ auch hier wieder ad absurdum geführt. Eine kleine Ausnahme ergibt sich hier bei einer rückdatierbaren Anwartschaft, die könnte tatsächlich noch das Alter 2014 retten, das ist aber ein anderes Thema und nicht generell gültig.

Wer weiss wie gesund Sie morgen sind…

Das stimmt natürlich. Niemand weiss was Ihnen morgen passiert, niemand weiss ob Sie nicht in der nächsten Minuten krank sind oder werden, aber niemand weiss auch, was in zwanzig Jahren ist. Daher ist eine angemessene Absicherung wichtig und richtig, aber das bedeutet aber nicht, das Erstbeste abzuschließen, denn eine schlechte Absicherung bewahrt Sie nicht vor dem Sozialamt, Ihre Hinterbliebenen nicht vor finanziellen Folgen und Ihnen, Ihnen bringt es ebenfalls nichts. (mehr …)

03.
Juni '14

Der Maßanzug für Ihre Gesundheitsvorsorge, wie die PKV, BU und Pflege wirklich passt


Nach der Frage ob die Private Krankenversicherung das richtige System für Sie ist, folgt sogleich die weitaus schwierige, die nach der richtigen Gesellschaft und dem passenden Tarif. Dabei steht der Interessent meist vor einer fast unlösbaren Aufgabe.

Wie komme ich zu der passenden Gesellschaft und finde den richtigen Tarif?

Hierzu gibt es völlig unterschiedliche Wege und Ansätze, diese und „den einzig richtigen“ gibt es dabei nicht. Zunächst einmal ist zu klären, welche Kriterien überhaupt erfüllt sein müssen um den „richtigen“ Tarif zu finden. Dabei geht es nicht darum was generell richtig oder falsch ist, sondern vielmehr um sehr individuelle Kriterien und Bedürfnisse welche der Tarif erfüllen muss.

Blog_Massanzug_Bild

„Aber meine Kollegen sind …“

Eine immer wieder gern gehörte Aussage, die Kollegen, Freunde oder Bekannte sind bei der Gesellschaft X versichert und sind da ja so zufrieden. Zu Gesellschaft Y möchte man aber überhaupt nicht, da steht so viel schlechtes in diesem Internet, da scheinen alle unzufrieden.

Schweifen wir ein klein wenig ab und überlegen einmal, wie es in anderen Lebensbereichen ist. Kaufen Sie ein Auto nur weil der Nachbar auch so eins hat? Ein Haus weil es gerade die Kollegen getan haben? Einen Maßanzug wie ihn der Freund der Schwester hat?

„Nein, der Maßanzug würde mir ja nicht passen.“ mögen Sie vielleicht bei der letzten Frage gedacht haben. Genau das ist aber auch die Lösung bei der Auswahl der passenden Privaten Krankenversicherung. Genau darum geht es in der Beratung, „nur“ darum den passenden Maßanzug zu finden. Klar ist die Farbe oder der Stoff noch reine Geschmacksache, was nützt das schöne blau aber, wenn er nicht passt?

Diesen Maßanzug zu finden, das genau ist die Aufgabe einer ausführlichen Beratung in der privaten Krankenversicherung, genau das ist das Ziel. Sie sollen sehen, welche Bereiche wichtig sind, welche Kriterien erfüllt sein müssen, um den Anzug passend zu machen.

Möglichkeiten der Auswahl

Einen Anzug können Sie an zig verschiedenen Stellen kaufen. Gehen Sie in ein Kaufhaus und nehmen einen von der Stange. Etwas individueller geht es dann schon in einem kleinen Geschäft, so eines wie Sie es von früher kennen, eines wo der Chef noch persönlich bedient und mit Leib und Seele seine Kunden individuell berät. Dumm nur, wenn der auch die nur die Standardgrößen im Laden hat und diese oft nicht richtig passen. Zu lange Ärmel, zu kurze Beine, ganz nett, aber irgendwie noch sitzt das noch nicht so recht, Sie fühlen sich nicht 100%ig wohl.

„Das lassen wir für Sie ändern.“ schallt es Ihnen vom Chef persönlich entgegen, dann sitzt der wie angegossen.

Und nun denken Sie sich wieder zurück in die Private Kranken-, Pflege- oder Berufsunfähigkeitsversicherung. Genau so eine Auswahl ist dort auch wichtig. Das Kaufhaus, das ist der Test in einer Zeitschrift. Klar kann der Ihnen sagen was ein Tarif kostet, er kann auch einige Leistungen aufzählen und Ihnen den Namen des Herstellers (also der Gesellschaft) nennen. Boss, Armani, Gucci- klingt toll, oder? Blog_Massanzug_Bild_2Passt nur nicht jedem. DKV, Allianz, Debeka, HUK und viele mehr. Klingt auch groß und bekannt, passt aber eben auch nicht jedem. Und so wie der schicke, hippe Designeranzug eben nicht zu jedem nicht ganz so optimalen Sixpack passt, so passt auch der Tarif vom Kollegen, Freund und Bekannten nicht zu Ihnen. Nicht weil der Tarif schlecht ist, sondern weil er nicht zu Ihnen passt.

Maßanzug statt Designerteil

Nachdem Sie sich nun von den Modezeitschriften verabschiedet haben, da irgendwie alles darin für Typen mit idealem Körper gemacht zu sein scheint, dann verabschieden Sie sich auch gleich von den Tests in Finanztest & Co. Denen unterstelle ich zwar nicht, das die Werbung im Heft den Test beeinflusst, oder andere Faktoren den Ausschlag geben, aber leider haben gerade die nicht verstanden wie man testet. Da gewinnen Tarife, welche die selbst gesetzten Kriterien nicht erfüllen, werden im Rahmen der „Finanztest PKV Analyse“ Tarife empfohlen, die Leistungen (mehr …)

06.
Dezember '12

Alt, pflegebedürftig und dann ins Ausland abgeschoben? Wollen Sie das?


Da ist es wieder, das ungeliebte Thema. Wer will sich schon vorstellen pflegebedürftig, alt oder gar beides zu sein und nicht mehr allein für sich sorgen zu können. Doch leider können wir in den meisten Fällen nichts daran machen. Der NDR zeigte gestern auf panprama3 einen interessanten und für mich sehr sachlichen Beitrag. Dabei ging es weniger um die steigenden Kosten der Pflege oder um Horrprszenarien, vielmehr um die realen Beispiele einer Pflege im Ausland. In Ungarn, Rumänien oder auch anderen Staaten ist eine Pflege oftmals billiger günstiger als bei uns hier. (Klick auf das Bild für das Video)

 

Doch ist es so einfach? Gehe ich dann einfach ins Ausland und da reicht es schon?

Das könnten Sie tun. Einfach umziehen, ab ins Ausland und die Pflege kostet (heute zumindest) einen Bruchteil der Beträge die in Deutschland aufzuwenden sind. Kingt fast zu schön um wahr zu sein- oder? Doch dieser „Export“ hat auch Nachteile. Wenn Sie allein leben und niemanden mehr haben, dann mag es vielleicht das Problem von Heimweh oder den Wunsch nach Nähe zur Familie und Freunden nicht (mehr) geben, vielleicht. Aber wer will schon allein in einem fremden Land alt werden? Fragen Sie mal wer in Ihrem Bekanntenkreis sich das vorstellen kann und vor allem will. Auch die Angehörigen sind betroffen, denn diese müssen im schlimmsten Fall für einen Teil der verbleibenden Kosten aufkommen und diese mit finanzieren. Will man seine Eltern aber einfach „ins Ausland abschieben schicken“?

Und ein weiteres Problem kommt noch hinzu. Auch wenn es in den Pflegeheimen dort oft viel mehr Angestellte und Hilfskräfte gibt und auch wenn sich alle liebevoll kümmern, es ist und bleibt ein fremdes Land und eine fremde Sprache. Daran ändert es nichts, dass es da schön ist. Obwohl viel und ausdauernd über das deutsche Gesundheitssystem gemeckert wird, wir haben immer noch eine der höchsten Medizinischen Versorgungsstandards der Welt- will ich diesen nicht auch im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit nutzen? ICH schon! (mehr …)