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06.
Mai '16

Berufsunfähigkeit: Warum es unverantwortlich ist, keinen Schutz für die eigene Arbeitskraft zu haben


Das Auto gehört(e) zu den liebsten Gegenständen der Deutschen. Das ändert sich zwar mit den Generationen derzeit etwas, aber immer noch ist das Auto, das eigene Haus und die Wohnung eine der beliebtesten Investitionen. Klar, irgendwie müssen Sie ja zur Arbeit kommen und auch irgendwo wohnen. Schließlich wussten auch schon die Großeltern, eine eigene Immobilie und damit später mietfrei wohnen können, ist die beste Altersvorsorge.

Ob das so ist und wie wichtig Ihnen das eigene Auto, die Wohnung oder das Haus ist, das muss jeder ganz individuell für sich beantworten. Von dem monatlich „sauer verdienten Geld“ schaffen wir ein Zuhause für uns, die Familie, versorgen unsere Kinder und erfüllen uns Wünsche. Die lange herbeigesehnten Ferien, der Jahresurlaub mit kristallklarem Wasser oder das Skifahren an verschneiten Berghängen, jeder ganz wie er möchte. Andere investieren in die eigene Zukunft oder die Zukunft der Kinder. Das Studium im Ausland, ein Jahr in Übersee um dem Nachwuchs die Sprache näher zu bringen (und natürlich Spaß zu haben und Lebenserfahrung zu sammeln), all das kann eine Ausgabemöglichkeit für unser sauer verdientes Geld sein.

Dabei gibt es auch gar kein richtig oder falsch, es gibt nur das passende für jeden Einzelnen. Eines haben aber all diese Sachen gemeinsam, sie müssen bezahlt werden. Wer nun nicht gerade reich geerbt hat oder sonst zu unsagbar viel Vermögen gekommen ist, der wird für all diese Investitionen arbeiten müssen. Diese Arbeit nennt man dann gewöhnlich Job, Beruf oder Berufung und dieser wird bezahlt. Gut oder weniger gut, das mag auch sein, aber es erfolgt eine Entlohnung für die geleistete Arbeit.

Arbeitskraft weg, Geld weg, alles weg?

Klingt nicht gut? Ist es auch nicht! Vor einigen Tagen schrieb ich über das Ehepaar, welches ohne Haus und ohne Zukunft ist und das, obwohl eine Absicherung bestand. Zu einem Hausbau gehört die Absicherung der Arbeitskraft dazu, denn schließlich haben die meisten Menschen einen hohen Kredit, zahlen zwanzig, dreißig oder mehr Jahre für das eigene Haus und freuen sich auf den Lebensabend. Doch was, wenn plötzlich alles weg ist? Alles, das Haus, die eigene Altersvorsorge und das „mietfrei wohnen im Alter“ auch gleich?

Leider machen sich viele Menschen keine Gedanken, wollen es auch nicht und verdrängen den Gedanken eines wichtigen und notwenigen Schutzes bei Berufsunfähigkeit. Da wird blauäugig in die Zukunft geguckt, es herrscht die Meinung „mir passiert schon nix“ und wer sich das lange genug einredet, der glaubt es vielleicht irgendwann selbst.

Die Arbeitskraft ist aber diejenige, die alles andere zusammen hält, die, die alles andere finanziert und dabei Hilft Wünsche zu erfüllen oder Ziele zu erreichen!

Wie viel sind Sie sich wert?

Schwer zu sagen? Unmöglich? Kann man so doch gar nicht planen? Stimmt, wir wissen nicht was die nächsten zehn, zwanzig oder mehr Jahre passiert. Zum Glück wissen wir es nicht. Aber was Sie wissen ist das heutige Einkommen. Unterstellen wir einmal, das würde sich nicht ändern, wir hätten keine Inflation, keine Veränderung von Werten, einfach nur die Zahlen von heute. Wo liegt ihr Nettoeinkommen? Dann können Sie dieses einfach hochrechnen und einmal überlegen, welchen Betrag Sie bis zur Rente verdienen werden.

Der Wert der Arbeitskraft

Natürlich sind hier neben vielen Unbekannten auch weitere „weiche Faktoren“ zu berücksichtigen. Inflation, die Frage was das nachher noch wert ist, aber auch Einkommensveränderungen spielen eine Rolle. Was aber gut erkennen ist, verdient ein heute 30-jähriger auch „nur“ eintausend Euro monatlich, so sind das bis zur Rente (mit 67) immerhin 444.000 Euro.

Fast eine halbe Million Euro Einkommen

Fliesst dieser Betrag aber nicht, weil die Arbeitsraft durch einen Unfall, eine Krankheit oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen entfällt, dann gibt es auch nichts. Das Geld fehlt aber dann überall. Haus, Wohnung, Miete, Auto, Kinder, Urlaub, all das geht „den Bach herunter“. Daher ist es absolut unverantwortlich für dieses Risiko nicht vorzusorgen und hier einen Schutz zu haben.

Wollen Sie ernsthaft Ehepartner und Kinder für den Rest des Lebens belasten? Nein, schließlich möchte jeder selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen können und dazu gehört eine Vorsorge für den Fall X ebenso.

„Ich sitze nur im Büro, das kann ich immer noch machen“

Dieses, entschuldigen Sie bitte die deutlichen Worte, scheinheilige Argument dient nur der eigenen Beruhigung. „Mir passiert nichts und wenn doch, ein bisschen arbeiten kann ich immer noch.“ Ich habe in meinem Kundenkreis nur Büro“Täter“. Keiner von denen ist körperlich oder handwerklich tätig, keiner von über eintausend. Dennoch sehen die meisten das Risiko einer Berufsunfähigkeit und schätzen das Risiko realistisch ein. Dabei geht es auch um die Frage, was kann ich wann und wie lange noch machen.

Viele der Leistungsfälle in der Berufsunfähigkeitsversicherung, heute schon mehr als jeder Vierte, sind auf psychische oder psychosomatische Beschwerden zurück zu führen. Klar, haben viele nicht und auf die „Couch legen Sie sich auch nicht“, oder? Auch diese Meinung herrscht vor. In einem anderen Beitrag in der kommenden Woche erzähle ich Ihnen von einem realen Fall aus dem Leben, das wird die Sichtweise vielleicht etwas schärfen.

Berufsunfähig heisst nicht tot

Berufsunfähig wird oftmals gleichgesetzt mit „ich kann gar nichts mehr tun“. Das ist aber in vielen Fällen (mehr …)