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01.
September '16

Fristen, Termine und eine To-Do Liste bis zum Jahresende


Jahresende? Es ist doch erst Sommer, habe ich gestern gerade gehört. Ja, wir sind erst im September, also quasi noch im Sommer, dennoch gibt es einige Punkte die schon jetzt auf die To-Do Liste gehören, Punkte die sonst wieder in den letzten Wochen und Monaten des Jahres auftauchen und dann nicht mehr in den Kalender passen. Nicht in Ihren und nicht in meinen. Daher habe ich hier einmal eine kleine Liste zusammen gepackt, eine Liste an die Dinge die bedacht und erledigt werden sollen, am besten jetzt.

Überprüfen, anpassen und verändern

Für alle die schon vorgesorgt haben, den richtigen Schutz Ihr eigen nennen und damit einen wichtigen und richtigen Schritt getan haben. Auch wenn der Schutz einmal richtig war bedeutet das eben gerade nicht, das dieser in der Schublade liegen bleiben kann und nicht wieder anschaut werden muss. Daher hier einige Hinweise zu bestehendem Schutz.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Bitte prüfen Sie hier unbedingt folgende Fragen:

  • – Wann wurde dieser zum letzten Mal angepasst?
  • – Wie hoch ist die Rente und wie hat sich seitdem das Einkommen verändert?
  • – Entsprechen die Bedingungen noch dem aktuellen Stand oder lassen sich die Verbesserungen in den eigenen Vertrag integrieren?

Lesetip: Berufsunfähigkeitsversicherung anpassen und überprüfen

Insbesondere Veränderungen in der eigenen Lebensplanung, die Geburt eines Kindes, Hochzeit oder sonstige Veränderungen welche sich auf das Einkommen, die Planung oder die Zukunft auswirken können sind wichtig. Alle diese Faktoren gehören in eine Beratung und ein kurzes Telefonat um zumindest den Änderungsbedarf zu erkennen. Aus diesem Grund nehmen Sie bitte einfach Kontakt auf.

Besteht derzeit ein Schutz bei BU und wurde dort ein Ausschluss oder Zuschlag verlangt, so ist auch hier ggf. eine Überprüfung möglich und der Schutz kann unter Umständen verbessert werden. Auch dieses ist nicht pauschal zu sagen, wohl aber von den genauen Umständen abhängig und sollte hier überprüft werden.

Besteht hingegen ein Vertrag mit schlechten Bedingungen, so kann auch hier eine Veränderung sinnvoll sein. Natürlich stehen dem nicht nur Vorteile, sondern auch Nachteile gegenüber. So ist das Eintrittsalter höher, dennoch ist oftmals ein neuer Schutz keine allzu schlechte Idee. Durch stetige Verbesserungen der Bedingungen und vor allem durch eine weitere Aufspaltung der Berufsgruppen sind hier durchaus Einsparungen möglich und das bei besserem Schutz. Am Ende entscheidet der Bedarf. Eine zu geringe BU Rente nützt nichts, ebenso ein falsches Endalter.

Lesetip: Wie beende ich (m)eine unpassende BU Versicherung

Krankenversicherung

Die gesetzlichen Krankenkassen und auch die private Krankenversicherung unterliegt einem ständigen Veränderungsprozess. Während in der GKV die Leistungen angepasst werden und Zusatzbeiträge bei den GKVen eingeführt werden, sind bei der Privaten Krankenversicherung nur die Beiträge veränderbar. Eine Reduzierung der Leistungen in einem bestehenden Vertrag ist nicht möglich.

Gesetzliche Krankenkasse- neuer oder erhöhter Zusatzbeitrag

Erhöht die gesetzliche Krankenkasse den Beitrag (also den Zusatzbeitrag der von Ihnen allein zu tragen ist) oder führt einen neuen Zusatzbeitrag ein, so besteht die Möglichkeit sich nach einer neuen Kasse umzusehen. Da der Zusatzbeitrag nicht von dem Arbeitgeber mitfinanziert wird, tragen Sie die Kosten allein. Da kann es aus beitrags- aber insbesondere auch aus Leistungsgründen sinnvoll sein einen Vergleich anzustellen.

Für einen Onlinevergleich mit den geöffneten gesetzlichen Krankenkassen habe ich Ihnen ein Tool bereitgestellt. Hier können Sie Ihre Wünsche und Bedürfnisse festlegen, sich überlegen welche Anforderungen Sie an Ihre gesetzliche Krankenkasse haben und ermitteln, welche diese Ansprüche am besten erfüllt.

Klicken Sie einfach auf das folgende Bild und kommen direkt zu dem Kassenrechner.

GKV Kassensuche

Nachdem Sie sich für einen neuen Anbieter entschieden haben, finden Sie im Downloadbereich die entsprechenden Kündigungsvordrucke. Bitte beachten Sie, eine GKV kann jederzeit (ausgenommen bestimmte Wahltarife) nach 18 Monaten Bindungsfrist gekündigt werden. Dabei ist die Kündigung zum Ende des übernächsten Monats möglich. Eine Kündigung im September wird also zum 1.12. wirksam.

Versicherungsfrei ab dem 1. Januar

Einige von Ihnen werden in eine andere Situation kommen. Zum ersten Mal wird die Einkommensgrenze überschritten und das Bruttoeinkommen lag im Jahr 2016 über 56.250 Euro. Das kann auch durch ein 13. oder 14. Gehalt passieren. Dann ändert sich zum Januar etwas, denn überschreiten Sie voraussichtlich auch die Grenze für das folgende Jahr (die ist noch nicht bekannt, wird aber wohl ca. 1.500€ pro Jahr darüber liegen), so können Sie sich entweder freiwillig gesetzlich oder aber eben privat versichern.

Lesetip: Versicherungsfrei zum Januar, was Sie jetzt schon tun sollten.

Lesetip: Anwartschaft- so sichern Sie Eintrittsalter und Gesundheitszustand

Mit diesen Tips sichern Sie sich schon heute den Gesundheitszustand und das Eintrittsalter. Gerade letzteres kann über die Vertragslaufzeit mehrere tausend Euro ausmachen und erfordert so ein rechtzeitiges Handeln.

Pflegereform und neue Tarife

Auch hier ändert sich einiges. Ab dem 1.1.2017 ändert sich die Leistung in der gesetzlichen und auch der privaten Pflegepflichtversicherung. Eines bleibt gleich, der gesetzliche Schutz (zukünftig nach Pflegegraden nicht -punkten) reicht auch zukünftig nur für eine Grundabsicherung. Daher ist auch hier zu überlegen welche Art ergänzender Schutz in Frage kommt.

Lesetip: Pflegezusatzversicherungen

Denken Sie hierbei auch an den Schutz der eigenen Eltern und des (vielleicht noch ungeborenen) Kindes.

Lesetip: Pflegezusatz für die Eltern- warum es so wichtig ist

Lesetip: Pflegezusatz für das noch ungeborene Kind

Zu den weiteren Veränderungen der Pflege, den neuen Leistungen und Pflegegraden folgt demnächst noch ein ausführlicher Beitrag. Dennoch kann es in vielen Fällen sinnvoll sein, sich jetzt und in diesem Jahr um einen Schutz zu kümmern, diesen dann anzupassen. Warum? Weil Eintrittsalter und Gesundheitszustand eine entscheidende Rolle spielen.

Unfallschutz überprüfen

Eine Unfallversicherung haben die meisten von Ihnen. Meist von den Eltern mitbekommen und irgendwie liegt die Police doch irgendwo rum, richtig? Manche sind mit so „tollen“ Produkten wie der Unfall mit Prämienrückgewähr bedacht worden. Toll, bekommen Sie doch was zurück wenn nix passiert. Warum gerade hier schnell zu handeln ist, auch dazu mehr in einem der kommenden Beiträge.

Jetzt gilt erstmal sich einen Überblick zu verschaffen, das Krankengeld, die BU Rente und den KV Schutz zu überprüfen und sich erneut und ausführlich mit den Auswahlkriterien zu beschäftigen. Wann und wie ist denn der eine Vertrag auf den anderen abgestimmt worden? oder sind diese das gar nicht?

Was nützen Verträge die nicht zueinander passen?

Bei weiteren Fragen sprechen Sie mich gern an. Per Telefon, per Mail oder einfach im Chat hier auf der Seite links unten.

02.
Dezember '15

Und, bin ich jetzt zu spät oder wie komme ich noch „ein Jahr jünger“ in die PKV, BU oder sichere mir bis zu 10% mehr Ertrag bei der Vorsorge?


Manchmal ist es schon nicht so einfach. Bereits vor Wochen schrieb ich einen Beitrag zu der Frage, welche Folgen ein verspäteter Abschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung hat und wie Sie schnell und ohne großen Aufwand mehr als 4.500€ an Beiträgen sparen können. Der Schlüssel zum Erfolg war ist das Eintrittsalter, denn dieses ist nicht abhängig davon wann Sie wirklich geboren sind, sondern davon in welchem Kalenderjahr der Vertrag beginnt. Wer also im kommenden Jahr 30 wird, der ist (auch wenn er erst am 31.12.2016 die 30 erreicht) bereits ab dem 1. Januar 2016 genau so alt, wie er in dem Jahr wird.

Grundsätzlich ist dagegen ja auch nichts einzuwenden, würde nicht das um ein Jahr erhöhte Eintrittsalter bei der Beantragung der Versicherung zu deutlich höheren Prämien führen, welche sich einfach vermeiden lassen. All das ändert aber nichts daran, dass die Auswahl des Produktes, des Versicherers und des richtigen und individuell passenden Tarifs elementar wichtig ist und auch nicht zu einem überstürzen Abschluss führen sollte.

Auch wenn das Jahresende keinesfalls überraschend kommt- Sie werden es kaum glauben, aber es kommt immer und immer wieder- so arbeiten (und entscheiden) Menschen oftmals Fragen zum Versicherungsschutz erst wenn es zu spät ist, oder wenn der nötige Druck da ist. Exemplarisch eine Antwort eines meiner Interessenten auf eine SMS von mir.

SMS_ EntscheidungFür den einen ist lange hin- und her überlegen die richtige Wahl, andere brauchen eine „Deadline“ um sich entscheiden zu müssen/ können. Eine generelle Lösung gibt es hierfür auch nicht und nur weil eine Frist abläuft sollte man auch keinen Abschluss tätigen, das ist ganz sicher der falsche Weg. Eine Entscheidung der so wichtigen Absicherung gegen die Folgen des Verlustes der Arbeitskraft hingegen, die sollte auch nicht immer und immer wieder aufgeschoben werden. Warum ist schnell und einfach gesagt. Das Eintrittsalter ist der eine Punkt, die Frage nach dem Gesundheitszustand die andere. Und ja…

„Ich war die letzten Jahre nicht krank, warum sollte es gerade jetzt passieren?

ist auch so eine typische Antwort, mit der Sie sich selbst gut einreden können eine Entscheidung nicht oder noch nicht treffen zu müssen. Ist ja auch schön bequem, so ist man selbst „nicht schuld“ wenn was schief läuft und kann das eigene Gewissen beruhigen. Solange Sie ledig sind und keine Verpflichtungen haben, so lange mag das auch noch gehen. Sie werden berufsunfähig und dann zum Sozialfall? So what, ist ja keiner der zu versorgen ist. Kritischer und auch unverantwortlich wird es aber dann, wenn Frau/ Mann/ Partner(in) zu versorgen sind oder Kinder geboren werden. Jetzt und spätestens jetzt ist eine umfangreiche Absicherung nötig und unumgänglich.

Auch davor war diese für den Fall der BU schon wichtig. Warum? Weil es nur bedingt schön ist als Sozialfall zu enden und auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein? Weil es ein selbstbestimmtes Leben erst dann ermöglicht, wenn auch die Mittel dazu da sind. Selbst wenn die Sozialhilfe (Hartz IV) gerade so ausreicht um die laufenden Kosten zu decken, Geld für eine Altersvorsorge bleibt hier sicher keines mehr übrig. Das hat dann aber zur Folge, das auch mit Beginn des Rentenalters keine Leistungen da sind und nur die Mindestrente, also die so genannte Grundsicherung vorhanden ist. Wollen Sie genau das?

Eine Absicherung für den Fall der Berufsunfähigkeit kann dieses Problem lösen, ist aber auch keine Garantie. Natürlich ist es so, das der Versicherer nur dann zahlt wenn er es muss. Daher sind die Auswahl des richtigen Versicherers und die Beantwortung der Gesundheitsfragen von entscheidender Bedeutung und das braucht Zeit.

Erfolgt der Abschluss nun zum 1.12., so gilt das Eintrittsalter 2015, erfolgt der Abschluss erst zum 1.1., so sind Sie ein Jahr älter.

Aber der 1. Dezember war doch schon?

Richtig, den Termin haben Sie nun mal verpasst. Je nach Versicherungssparte gibt es aber derzeit noch Möglichkeiten ein Eintrittsalter 2015 zu sichern, das geht aber eben nicht ewig und ist ggf. mit Kosten verbunden. Daher schauen wir einmal in die unterschiedlichen Bereiche:

Berufsunfähigkeitsabsicherung

In der BU Absicherung gibt es- je nach Gesellschaft- unterschiedliche Fristen die zu beachten sind. So ist es bei vielen Unternehmen durchaus noch möglich, einen Antrag auf den 1.12. zurück zu datieren.Der Vorteil liegt in einem deutlich geringeren Monatsbeitrag, da das Alter ein Jahr geringer ist. Aber: Sie zahlen natürlich für einen Versicherungsschutz rückwirkend, wo keine Leistung eingetreten sein kann. Daher ist ein solcher Abschluss oft begrenzt. Bei vielen Unternehmen ist dieses bis zum 15. Dezember möglich, einige andere lassen auch bis Jahresende eine Rückdatierung zu. So müssen Sie 1-31 Tage Beitrag für einen Schutz zahlen, den Sie gar nicht mehr haben können, dennoch ist dieses oft sinnvoll, da schon die Beitragsersparnis im ersten Versicherungsjahr einen solchen Mehrbeitrag ausgleicht.

Haben Sie noch einen bestehenden Versicherungsschutz und passt dieser nicht mehr, so muss dieser natürlich noch gekündigt werden. Wie Sie eine unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung beenden können, habe ich bereits in meinem Beitrag geschrieben –> KLICK!. Ob das nötig ist, oder der bestehende Vertrag auch einfach angepasst und umgestellt werden kann, das lässt sich nicht pauschal beantworten und erfordert weitere Beratung. Dazu sollten Sie einmal den Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung lesen, sich die –> Auswahlkriterien anschauen und dann den –> Fragebogen zur BU ausfüllen. Auch prüfen Sie bitte unbedingt die höhe der versicherten Rente, denn eine zu kleine BU Rente sichert Ihnen auch gleich den Bezug von Hart IV, dann können Sie von den Beiträgen lieber gleich jeden Monat schön essen gehen, also: Richtige Rente oder gar nicht!

BU Leitfaden BU Kriterienfr

Merke: Ein fehlender (oder falscher) BU Schutz kostet nicht nur die finanzielle Existenz im BU Fall, sondern „sichert“ damit auch in den meisten Fällen die Altersarmut, denn Beiträge in die gesetzliche oder private Altersvorsorge können dann nicht mehr aufgebracht werden.

Private Krankenversicherung 

Wer au der gesetzlichen (oder einer anderen privaten) Krankenversicherung in die PKV wechseln möchte (oder muss), für den gibt es noch einiges mehr zu beachten. Hier sind die Kriterien für einen Wechsel zudem weitaus umfangreicher und müssen nochmals mehr bedacht werden. Neben der gewünschten Absicherung, welche Sie (mehr …)

29.
September '15

Sie müssen noch heute… das Märchen vom unsinnigen Druck beim Wechsel der Privaten Krankenversicherung und was Sie aber unbedingt tun sollten


Am letzten Wochenende hatte ich im LiveChat (dieses kleine Fenster links am Bildschirmrand) eine Frage zur PKV. Eine Dame erzählte mir, Sie ist derzeit bei einem Mannheimer Versicherer versichert und möchte doch gern da weg. Warum? Weil diese zwar schon länger da versichert ist, aber nicht glaubt das dieses in den nächsten Jahren gut gehen kann, schaut Sie sich um und überlegt was man tun kann. Dabei treten tausend Fragen auf und so kam sie beim googeln eben hier her.

Dumm an der ganzen Sache:

Gerne – mein Problem ist nur, dass ich den 30.09. als Stichtag für den Versicherungswechsel habe, ich hatte mich im Vergleich der bisherigen Angebote (hatte ich durch MLP machen lassen) eigentlich für den Hallesche Tarif „entschieden“ – merke aber, dass ich die Entscheidung nicht rund kriege gerade.

Wie gesagt, die Unterhaltung war am 27.09. und so musste nach Auffassung der Interessentin eine Entscheidung bis ggf. zum Lebensende binnen weniger Tage getroffen werden. Das kann m.E. nicht gut gehen und führt nur dazu, das es eine unausgegorene Entscheidung wird, etwas womit man innerlich nicht zufrieden ist und etwas, was jeden Morgen beim Blick auf die Versichertenkarte zu einem „Ach, habe ich das wohl richtig gemacht“-Seufzen führen wird, keine gute Grundlage für einen lebenslangen Vertrag, oder?

Doch ist es überhaupt anders machbar? Was ist wenn man/ Frau diese Entscheidung jetzt verschiebt? Was ist wenn es noch andere Lösungen gibt? Schauen wir uns doch einmal an, was Sie heute noch tun können und ggf. müssen, oder einfach auch nicht tun brauchen.

1.) Wechsel zwingend gewünscht zum 01.01. des nächsten Jahres

Bezogen auf die Private Krankenversicherung bedeutet dieses, Sie müssen zwingend vor oder am 30.09. kündigen und diese Kündigung muss beim Versicherer zugehen. Ein entsprechendes –> Musterschreiben zur Kündigung der GKV oder PKV finden Sie unter Kündigungsvordrucke. Doch eine Kündigung ist nicht ganz ohne Risiken. Sprechen wir nur von der privaten Krankenversicherung (und Pflegepflicht), so ist die Kündigung nur dann wirksam, wenn rechtzeitig zum Ablauf eine so genannte Folgeversicherungsbestätigung bei dem alten Unternehmen eingereicht wird. Bedeutet also, Sie müssen sich bis Jahresende neu versichern, der neue Versicherer  muss Sie annehmen und diese Bescheinigung muss rechtzeitig eingehen. Passiert das rechtzeitig, so wird die Kündigung wirksam. Kuendigung_PKV

Entscheiden Sie sich bis zum Jahresende aber anders und schließen gar keinen neuen Versicherungsschutz ab, widerrufen diesen oder überlegen sich es einfach anders, so reichen Sie eine solche Bescheinigung nicht bei Ihrer alten Gesellschaft ein, diese wird Ihnen dann spätestens im Januar bestätigen, das die Kündigung nicht wirksam wurde und Sie „leider“ dort bleiben müssen. Ihr Vertrag zur Privaten Krankenversicherung besteht also unverändert fort.

Wirklich?

ACHTUNG! Diese Regelungen gelten nur für die Private Krankenversicherung und nur für den Teil, welcher der Versicherungspflicht unterliegt. Diese ist geregelt in §193 des Versicherungsvertragsgesetzes und dort heisst es:

(3) Jede Person mit Wohnsitz im Inland ist verpflichtet, bei einem in Deutschland zum Geschäftsbetrieb zugelassenen Versicherungsunternehmen für sich selbst und für die von ihr gesetzlich vertretenen Personen, soweit diese nicht selbst Verträge abschließen können, eine Krankheitskostenversicherung, die mindestens eine Kostenerstattung für ambulante und stationäre Heilbehandlung umfasst und bei der die für tariflich vorgesehene Leistungen vereinbarten absoluten und prozentualen Selbstbehalte für ambulante und stationäre Heilbehandlung für jede zu versichernde Person auf eine betragsmäßige Auswirkung von kalenderjährlich 5.000 Euro begrenzt ist, abzuschließen und aufrechtzuerhalten; für Beihilfeberechtigte ergeben sich die möglichen Selbstbehalte durch eine sinngemäße Anwendung des durch den Beihilfesatz nicht gedeckten Vom-Hundert-Anteils auf den Höchstbetrag von 5 000 Euro.

Also mal im Detail: Sie brauchen einen Schutz für die ambulante und stationäre Versorgung. Sind Sie bisher in einem Kompakttarif versichert, also einem Tarif der ambulante, stationäre und zahnärztliche Leistungen abdeckt, so gelten die eben erklärten Regeln. Sie müssen also nachweisen das neuer Schutz besteht, bevor die Kündigung greift.

Aber: Haben Sie bisher so genannte Bausteintarife, also unterschiedliche Tarife für den ambulanten, stationären und zahnärztlichen Teil (Beispiel Alte Oldenburger A, ST, Z) oder auch den Zahntarif extra versichert (Axa mit Kompakttarif Vital und VITAL-Z also Zusatzschutz für die Zähne), so müssen Sie bei der Kündigung aufpassen. Nur der Teil, welcher in 193 VVG geregelt ist, unterliegt dieser besonderen Regelung. Kündigen Sie also einfach so „pauschal“ den Vertrag 1234… bei der Gesellschaft und wollen später zurück, so könnte das Unternehmen eine Aufnehme in den Zahntarif verweigern oder von einer neuen Prüfung abhängig machen.

Gleiches gilt, und das ist noch viel wichtiger, für das Krankentagegeld. Dieses unterliegt nämlich nicht der Versicherungspflicht und könnte schwer wieder zu bekommen sein. Vielleicht ist der Versicherer ja froh, das Sie gehen und Sie waren aus seiner Sicht ein „schlechtes Risiko“. Auch kann ein alter KT-Baustein besser sein, als der neue es wird, abgesehen von Eintrittsalter und Gesundheitszustand.

Falls Sie sich also die Option zum Jahresende noch offen halten wollen, so kündigen Sie bitte ausdrücklich nur die Krankenversicherung gem. 193 VVG, nicht die sonstigen Bausteine.

Doch was passiert wenn ich wechsle? Habe ich dann zwei?

Wer in einem Bausteinvertrag versichert ist, der kann durchaus zweimal für das gleiche Risiko versichert sein. Der alte Versicherer könnte (was m.E. nicht passiert, da Voraussetzung das bestehen einer KV Voll bei den meisten Unternehmen ist) auf das bestehen des Zahntarifs bestehen und Sie nur aus dem ambulanten und stationären Bereich entlassen. Dann haben Sie- zumindest für ein Jahr (es sei denn es folgt eine Beitragserhöhung) zweimal Schutz für die Zähne.

Wichtiger ist aber die Absicherung beim Tagegeld. Wechseln Sie doch, so können Sie versuchen ob der alte Versicherer Sie dennoch raus lässt und das KT beendet. Tut er das nicht, so behalten Sie für das eine Jahr das Tagegeld bei dem Unternehmen, achten Sie hier aber auf die Kündigungsmöglichkeiten des Versicherers. Nach dem einen Jahr würden Sie wechseln zu dem, wo auch die neue Krankenversicherung besteht. Da aber das KT nicht an die Vollversicherung gebunden ist, gibt es auch heute Konstellationen in denen die PKV bei der Halleschen und das KT bei der Mannheimer zum Beispiel besteht, ganz bewusst und so gewollt. Ebenso bestehen bei dem neuen Unternehmen nach Zugang der Police auch gesetzliche Rechte zum Widerspruch, also auch hier noch Luft eine Entscheidung zu korrigieren.

2.) Wechsel innerhalb des Jahres

Es gibt Unternehmen, die haben nicht das Kalenderjahr, sondern das abweichende Versicherungsjahr. So können z.Bsp. Versicherte bei der Alten Oldenburger, der Barmenia, der Debeka, aber auch der HUK oder bei der Süddeutschen, der Universa, Inter oder Signal Iduna nicht zum Jahresende, sondern zum Ende Ihres persönlichen Versicherungsschutzes kündigen. Hier gilt die Frist von 3 Monaten dann zu dem Termin, der ihr ursprünglicher Beginn war. Hat der Vertrag mal am 1.3. begonnen, so ist Zeit bis zum 30.11. diesen Vertrag ordentlich zu beenden. Alles weiteren Vorgaben gelten wie oben beschrieben. Weitere Termine und Fristen finden Sie in meiner Übersicht zu –> Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsterminen.

3.) Wechsel aus einer gesetzlichen Krankenkasse

Hier ist es etwas einfacher. Eine gesetzliche Kasse lässt sich (mit wenigen Ausnahmen bei so genannten –> Wahltarifen) immer zum Ende des übernächsten Monats kündigen. So haben Sie jederzeit die Möglichkeit die GKV zu verlassen und in die PKV zu wechseln, auch wenn einige Kassen gern mal behaupten die –> 18monatige Bindungsfrist gilt hierbei auch, nein- tut sie nicht! Diese Kündigung ist hingegen risikolos, da Sie bis zum Wirksamwerden der Kündigung noch viele Optionen haben. Sie können sich für eine andere Kasse entscheiden und dort einfach einen Aufnahmeantrag stellen, Sie können einfach nichts tun und bleiben bei der Kasse wie bisher, oder Sie wechseln in die PKV. In diesem Fall müssen Sie- wie auch bei dem Wechsel in eine andere GKV- den Nachweis über die neue Versicherung erbringen und rechtzeitig an die Krankenkasse schicken. Nur dann wird die Kündigung wirksam.

Überschreiten Sie aber erst zum kommenden Jahr die Grenze, so –> besteht hier ein Sonderrecht. Hier kann die gesetzliche Kasse im Januar ganz in Ruhe beendet werden, dennoch empfiehlt es sich, rechtzeitig nach neuem Schutz Ausschau zu halten.

ACHTUNG! Auch diejenigen, welche die GKV normal verlassen möchten tun gut daran, noch heute/ morgen rein vorsorglich zu kündigen. Warum? Weil das Eintrittsalter in die PKV nicht vom Geburtsdatum abhängig ist, sondern vom Geburtjahr. So sind Sie versicherungstechnisch bei den meisten Unternehmen das ganze Jahr gleich alt. Egal ob am 10.1. oder 10.12. geboren, wer in 1985 geboren ist, ist für die Krankenversicherung bei allen Versicherungsbeginnen in 2015 genau 30 Jahre alt. Beginnt der Schutz aber erst zum 1.1., dann sind es 31 und das führt- wen wundert es- zu höheren Beiträgen und das lebenslang!

Kündigen diese Kunden aber heute oder morgen, also vor oder am 30.9., so bleibt die Option offen noch zum 1.12. zu wechseln und das alte Eintrittsalter zu sichern. (bei einigen Unternehmen geht das auch mit einer Anwartschaft, die kostet aber Geld). Kommen Sie zu dem Schluss die PKV ist doch nicht das passende, so gilt wie oben, GKV bleibt einfach bestehen.

Für alle gilt aber, Private Krankenversicherung ist nichts, aber auch so gar nichts, was man mal so nebenbei schnell macht. Es erfordert einige Zeit an Recherche, Beratung, Analyse und viele Gespräche bis der passende Tarif gefunden, der passende Versicherer ausgewählt und die passende Annahme mit den gewünschten Konditionen gefunden. Daher sollten Sie hierfür Zeit einplanen. Eine gute Vorbereitung ist das Lesen meines –> Leitfadens zur Privaten Krankenversicherung und das studieren der –> Auswahlkriterien. So lassen sich gezielt Wünsche und Bedarf festlegen und Vorbereitungen für die folgende –> Beratung treffen.

14.
Dezember '10

Ist der Wechsel in die PKV noch zum 01. 01. 2011 möglich?


Viele von Ihnen planen noch zum 01. 01. 2011 in die Private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Einige auch deshalb, da die vom Bundestag beschlossene Neuregelung der 3-Jahresgrenze nun erst die Möglichkeit eröffnet, die gesetzliche Krankenkasse (GKV) zu verlassen. Dabei ist zu prüfen ob dieser Wechsel nun wegen erstmaligem Überschreiten der Jahresarbeitentgeltgrenze (JAEG) stattfindet, oder eine reguläre Kündigung nötig ist.

Dennoch sollten Sie in jeden Fall nichts überstürzen und in Ruhe eine Entscheidung treffen. Bereits in meinem Beitrag „Noch schnell -ein Jahr jünger- in die PKV“ hatte ich beschrieben, wie ein solcher Wechsel unter bestimmten Umständen noch zu dem Eintrittsalter 2010 möglich ist.  Durch die geschickte Nutzung einer Anwartschaft ist der Versicherungsnehmer nämlich auch am 01. 01. versicherungstechnisch so alt, wie am 31. 12. diesen Jahres.

Doch schaffe ich das alles noch bis zum Jahresende?

Die Frage ist zwar pauschal nicht zu beantworten, jedoch aus heutiger Sicht sehr ambitioniert.

Der GKV versicherte Angestellte:

Wenn Sie angestellt sind und aus der gesetzlichen Krankenkasse kommen, so sollten Sie sich Zeit nehmen und ggf. regulär die GKV verlassen. Auch wenn Sie gern zum 01. Januar wechseln wollen und das alles schnell gehen soll, so ist es besser, die gesetzliche Krankenkasse regulär zu kündigen und etwas mehr Zeit zu haben.

Regulär bedeutet hier, Kündigung der GKV im Dezember, dann wird diese wirksam zum Ende des übernächsten Monats, also zum 28. 02. 2011. Ab 01. März 2011 können Sie somit in die Private Krankenversicherung (PKV) wechseln. Die Kündigung selbst hingegen ist völlig risikolos. Reichen Sie zum Ablauf keine Bestätigung einer anderweitigen Versicherung ein, so ist die Kündigung der GKV unwirksam. Daher können Sie heute die GKV kündigen, auch wenn der Wechsel noch nicht klar oder entschieden ist.

Der bereits PKV Versicherte Angestellte/ Selbstständige/ Freiberufler

Sollten Sie aufgrund von Beitragsanpassung den bisherigen Vertrag kündigen wollen, so ist entscheidend, das Sie dieses wohl überlegt und nicht voreilig tun. Dabei beachten Sie bitte die Hinweise in meinen Blogbeiträgen „Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung“ und auch die Beiträge zu den Beitragsanpassungen. Als bereits Versicherter gelten hier natürlich Ausschlussfristen. Nur wenn Sie (wie im Beitrag hier beschrieben) die Kündigung nicht erhalten haben, so ist eine Verlängerung der Frist möglich. (Blogbeitrag: Und wenn Sie die Beitragsanpassung nicht erhalten haben)

Bitte beachten Sie auch, das es natürlich zufällig passieren kann, das Gesellschaften Ihre Telefonanlage zum Jahresende austauschen und daher ein faxen der Kündigung zum Termin nicht möglich ist. Dieses war im letzten Jahr zu erleben. „So vermeide ich auch Kündigungen„. Da aber diese Kündigung, samt Kündigungsbestätigung zugehen muss, faxen Sie diese einfach an mehrere Vertreter der Central Gesellschaft. So stellen Sie sicher, dass diese auch ankommt.

Völlig unabhängig davon gilt für derzeit Versicherte und alle die es werden wollen:

Bei den meisten Gesellschaften werden nur noch die Anträge garantiert, welche vor oder bis zum 17. Dezember eingehen oder bis zum 23. 12. (dann aber nur wenn keine Nachfragen und Einschränkungen der Gesundheit vorhanden sind. Daher sollten Sie sich schnell mit dem Thema beschäftigen, aber dennoch nichts überstürzen. Wenn Sie merken es wird zu stressig oder nicht mehr zu schaffen, lehnen Sie sich zurück und verschieben Sie die Entscheidung um ein Jahr. Auch wenn es nicht schön ist, so nehmen Sie damit eine Menge Druck aus dem Wechsel und haben sicher ein entspannteres Weihnachtsfest.

Bei Fragen:

Sie erreichen mich dieses Jahr bis einschließlich 23. Dezember, wie auch am 27.- 30. Dezember. Jedoch sind „Wunder“ und „schnelle Entscheidungen auch in diesem Jahr nicht zu erwarten. 🙂