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23.
Juni '16

Generali Vitality – Daten gegen Rabatt


Gesünder leben mithilfe der Lebens-/ Berufsunfähigkeitsversicherung, genau das verspricht die Generali Lebensversicherung mit ihrem neuen Programm Vitality. Da schon vor Beginn des Programms im Juli diesen Jahres Berichte geschrieben und Kritiken laut werden, hier einmal etwas zusammengefasst die Erklärung was Vitality ist, wie es funktioniert und was der Versicherungsnehmer (und natürlich die Versicherungsgesellschaft) davon hat.

Vitality – Die Idee hinter dem Produkt

Viele kennen Bonusprogramme aus verschiedenen Bereichen des Lebens und auch die eigene Gesundheit ist davon nicht ausgenommen. Wer heute in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, der sammelt in dem Bonusheft stimmte beim Zahnarzt und genießt damit am Ende Vorteile in der Erstattung. Also hier eher kein „Geld zurück“ sondern eher ein „Mehr an Leistung“. Auch das Smartphone um sogenannte Fitness Tracker haben in der letzten Zeit einen enormen Zuspruch erfahren und werden immer beliebter. Viele Menschen lieben es ihren Trainingsfortschritt festzuhalten, zu sehen ob bestimmte Trainingsmaßnahmen einen Erfolg bringen und um es mit einem Filmzitat des A Team zu sagen „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“.

Deutschland ist keineswegs der erste Markt wo dieses Konzept ausprobiert und an getestet wird, in Südafrika ist die Markteinführung lange gewesen und das Produkt nach Aussagen der Macher erfolgreich. Bis zu 25 % Rabatt können Teilnehmer bei Discovery Südafrika bekommen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Wer sich gesund ernährt, sich fit hält und den entsprechenden Status dokumentiert, erhält für seine Versicherung einen Nachlass, Rabatte bei Einkäufen und Rabatte für Fitnessstudios und weitere Partner. Auch in Großbritannien existiert so ein Modell bereits, die Discovery ist dort mit ihrem Produkt am Markt, bei der weltweiten Vermarktung soll die Hannover Rück helfen.generali

Vitality – Wer kann es nutzen?

Ab Juli 2016 wird dieses Modell derzeit bei zwei Produkten eingeführt. Es handelt sich um die Berufsunfähigkeitsversicherung der Generali und die Risiko Lebensversicherungen der Dialog Lebensversicherung. Die Kunden dieser beiden Gesellschaften können sich für das Programm entscheiden und damit von den Vorteilen zitieren. Eine Teilnahme ist natürlich freiwillig und kann auch während der Laufzeit verändert werden. Laut Auskunft des Versicherers entscheidet der Kunde aktiv selbst ob er Daten an den Versicherer übermittelt oder sich (auch später noch) dagegen entscheidet.

Eine Ausweitung auf die Krankenversicherung ist derzeit geplant, angedacht ist ein Start in dieser Produktsparte im Jahr 2017.

Vitality – Wie es funktioniert

Für die Kunden, welche sich für das Produkt entscheiden, gibt es unterschiedliche Stufen. Als erstes muss der Kunde in dem entsprechenden Kundenportal die dort hinterlegten Fragebögen ausfüllen. Damit werden Daten wie Größe, Gewicht aber auch der Blutzucker oder Cholesterinspiegel erfasst. Ebenfalls interessiert den Versicherer wie sportlich aktiv der Kunde ist und welche Essgewohnheiten er hat. Aus all diesen Daten wird ein (fiktives) Vitality-Alter berechnet und dem Kunden angezeigt. Alleine diese Information (Sie sind älter als in Wirklichkeit) soll zu einem Anreiz verhelfen, mehr für sich zu tun.

Wer sich so eine Einschätzung allein nicht zutraut, der kann bei den Linda Apotheken einen kostenfreien Gesundheitsscheck durchführen lassen. Ebenfalls bieten die Fitnessstudios der Fitness-First Kette einen vergünstigten CheckUp an. Nachdem diese Eingaben im Kundenportal oder CheckUp Untersuchungen gemacht sind, geht es weiter mit dem zweiten Schritt.

Aufgrund der gemachten Angaben schlägt das Programm auf Basis des aktuellen Gesundheitszustandes individuelle Ziele vor. Wer also einen zu hohen (jedoch medizinisch teilweise umstrittenen) Body Mass Indes (BMI) hat, dem wird zur Reduzierung des Gewichtes geraten. Wer zu wenig Sport macht, dem wird hier eine Steigerung empfohlen. Ergeben sich aus den gemachten Angaben bedenkliche Gesundheitswerte, so geht das Programm hier zu einem Arztbesuch.

Freilich bleibt es auch nach so einer Empfehlung jedem selbst überlassen, welche konkreten Schritte er unternimmt wie er diese auch durchhält. Viele kennen das vom Jahresanfang. Da werden Silvester hochgesteckt Ziele festgesetzt und spätestens nachdem die ersten Wochen des Jahres verstrichen sind ist davon nichts mehr war. Dem will die Generali mit ihrem Programm entgegenwirken, es sollen kleinere und realistisch erreichbare Ziele gesteckt werden.

Für die Höhe der zu erreichenden Vorteile ist hier der sogenannte Status wichtig. Jeder Nutzer beginnt mit den Bronzestatus und kann sich über die Laufzeit bis auf Silber, Gold und später Platin steigern. Für erreichte 15.000 Punkte steigt der Kunde in den Silberstatus, mit gleichen Steigerungsstufen dann in die jeweils weiteren Stufen auf. Die Generali erklärte, für eine Dreiviertelstunde joggen gibt es 150 Punkte. Mehr tatsächlich zweimal die Woche und damit mehr als 100 mal im Jahr laufen geht, der hat den Silberstatus in der Tasche. Für 4.000 Punkte muss der Kunde erklären, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Ob ein Nichtraucher bereits zu Beginn diese 4.000 Punkte bekommt, ist noch nicht bekannt.

Vitality – Die Vorteile

Mit gesunder Ernährung und damit einem längeren Leben und einem Gefühl von mehr Agilität und Fitness lockt man aber niemanden mehr „hinter dem Ofen hervor“. Am einfachsten lassen sich Menschen jedoch mit Geld motiviert. Hier einige Beispiele für die Rabatte und Vergünstigungen des Programms:

  • – 40 % Nachlass auf Adidas Sportartikel
  • – eine 40 % vergünstigte Mitgliedschaft in den Fitness First Studios
  • – 40 % Preisnachlass für einen Fitnesstracker bei Garmin oder Polar
  • – 39 % Rabatt bei den Weight Watchers
  • – Preisnachlässe bei Kursen zur Raucherentwöhnung
  • – bis zu 40 % Rabatt bei Expedia
  • – 10 % Rabatt auf die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung
  • – 7 % Beitragsnachlass für die Dialog Risikolebensversicherung

Die Rabatte in den Versicherungsprodukten können durch einen höheren Punktwert noch gesteigert werden. So lassen sich aus den 10 % in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch 16 % Rabatt machen, aus den 7 % werden maximal 11 %. Doch wer jetzt glaubt er meldet sich an und tut dann nichts mehr, den muss ich leider enttäuschen. Der bei Abschluss angebotene Rabatt entfällt wieder, (mehr …)

05.
Januar '15

Generali Lebensversicherung ab 2015 auch mit BU-Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit


Anscheinend setzt sich die Regelung zu Leistungen aus der Berufsunfähigkeit auch bei Arbeitsunfähigkeit langsam aber sicher am Markt durch. Lange war die Condor der einzige Anbieter mit einem solchen Merkmal. Doch mittlerweile gehören auch Allianz, Nürnberger und seit neustem auch die Alte Leipziger und der Volkswohl Bund dazu.

Über die bisherigen Tarife am Markt, welche eine solche Leistung anbieten, hatte ich bereits mehrfach geschrieben, dazu lesen Sie am besten meine Beiträge:

Alte Leipziger führt Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit ein

Volkswohl Bund nun auch mit Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit in der BU

Einen guten Überblick, wie sich die Leistungen unterscheiden und warum nicht alles so gut ist wie es scheint, finden Sie in der folgenden Übersicht.

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Generell gibt es unterschiedliche Ansätze. Ein Teil der Anbieter integriert die Leistungen in die Bedingungen und vermeidet somit einen Mehr-/ Extrabeitrag, andere wiederum überlassen es dem Versicherungsnehmer, ob ihm diese Leistung wichtig ist und er somit einen Mehrbeitrag dafür bereit ist zu zahlen. Mir persönlich gefällt die letzte Lösung besser, das ist aber sicherlich von der persönlichen Situation abhängig und nicht zu verallgemeinern.

(c) Sven Hennig, online-pkv.de

(c) Sven Hennig, online-pkv.de

Mich freut diese Entwicklung jedoch, denn so lässt sich der Übergang Krankentaggeld und Berufsunfähigkeit und damit eine gefährliche Finanzielle Lücke bei immer mehr Anbietern schließen, andere Unternehmen haben solche Leistungen für 2015 bereits angekündigt.

Wie sieht die Regelung bei der Generali genau aus? 

Grundlage sind zunächst die Bedingungen SBU 2015, welche im Druckstück GRA 0200 01.2015 enthalten sind und verbindliche Regelungen für die Verträge darstellen.

Neben der „normalen“ Leistungspflicht bei Berufsunfähigkeit, welche durch Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall (oder bei Pflegebedürftigkeit) eintreten kann, ist auch eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit (gelber Schein) eine Möglichkeit Leistungen geltend zu machen.

Im Absatz 10 des 1. Paragraphen heisst es also:

Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer dieser Versicherung berufsunfähig infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen (vgl. §2 Abs. 14), zahlen wir eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente infolge von Arbeitsunfähigkeit in vereinbarter Höhe und befreien Sie in voller Höhe von Ihrer Beitragspflicht. Die Rente zahlen wir monatlich im Voraus. 

Die Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig ist und wir keine Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit aus dieser Versicherung erbringen.

Soweit ähneln diese Leistungen denen, die auch bei anderen Unternehmen vereinbart sind. Leistungen aufgrund von BU wegen Arbeitsunfähigkeit gibt es nur dann, wenn keine „normale“ BU Rente gezahlt wird und die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen besteht.

LINKTIP: Die Unterschiede zwischen Arbeits- und Berufsunfähigkeit lesen Sie hier nach.

Weiter heisst es dann:

Die Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbringen wir während der Leistungsdauer dieser Versicherung und einer andauernden Arbeitsunfähigkeit für maximal 18 Monate. Wenn die versicherte Person während der Leistungsdauer dieser Versicherung mehrfach berufsunfähig infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen (vgl. §2 Abs. 11) wird, ist die Leistungsdauer aufgrund von Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Berufsunfähigkeiten infolge von Arbeitsunfähigkeit zusammen auf 18 Monate beschränkt

Die Leistungspflicht unterliegt auch bei der Generali einer Beschränkung auf 18 Monate, wobei mehrfache Leistungen zusammengerechnet werden. Wird rückwirkend jedoch Berufsunfähigkeit aufgrund anderer Leistungsvoraussetzungen festgestellt, so erfolgt hier (siehe Regelungen unten) keine Anrechnung. Doch nun kommt etwas, was die Regelungen der Generali von denen zum Beispiel der Alten Leipziger unterscheidet. Es heisst da:

Leistungen aufgrund Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit können nur dann verlangt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit aus dieser Versicherung verlangt werden

Das „einfache einreichen“ eines „gelben Scheins“ reicht hier also nicht aus, denn es müssen Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit beantragt werden, also der komplette Leistungsantrag gestellt werden, mit allen bürokratischen Nachteilen. Das ist eine deutliche Einschränkung.

Wenn unsere Leistungsprüfung ergibt, dass die versicherte Person berufsunfähig im Sinne dieser Bedingungen (vgl. § 1 Abs. 1 und §2) ist, erbringen wir mit Beginn der nächsten Monatsrente nach Abschluss der Leistungsprüfung Leistungen wegen Berufsunfähigkeit. Ab diesem Zeitpunkt werden die Leistungen wegen Berufsunfähigkeit aufgrund von Arbeitsunfähigkeit eingestellt.

Wenn wir Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit der versicherten Personen erbringen und nach Abschluss der Leistungsprüfung wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit feststellen, dass eine anderweitige bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt, gilt folgendes:

Wir rechnen den Zeitraum zwischen Ablauf des Monats, in dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist und dem Beginn der Leistungen wegen Berufsunfähigkeit, für den wir Leistungen aufgrund Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbracht haben, auf die maximale Leistungsdauer von 18 Monaten wegen Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit nicht an.

Und noch eine weitere Einschränkung findet sich in den Bedingungen. Dazu müssen wir noch einmal etwas weiter im §2 nachlesen, welcher weiterhin schreibt:

Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person eine auf sie ausgestellte ärztliche Bescheinigung einreicht, die den Anforderungen des §5 Entgeltfortzahlungsgesetz entspricht und die Arbeitsunfähigkeit mindestens 6 Monate ununterbrochen besteht bzw. bestanden hat.

OK, die 6 Monate „bestehen der bestanden haben“ ist (bis auf die Alte Leipziger) marktüblich, jedoch schränkt die Bindung an das „Entgeltfortzahlungsgesetz“ diese Leistung unter Umständen auf die Angestellten ein. Das ist m.E. nicht sauber formuliert. Kundenfreundlich könnte man annehmen, wenn der Arzt einem Selbstständigen oder Freiberufler eine dem Entgeltfortzahlungsgesetz ähnliche Bescheinigung ausstellt, ginge das auch. Versichererfreundlich ausgelegt gilt diese eben nicht. Dazu werde ich die Generali einmal anschreiben und die Antwort nach Erhalt ergänzen.

Was ist, wenn Sie schon Kunde sind?

Für die, die bereits heute bei der Generali versichert sind, gelten diese Bedingungen und Verbesserungen -wie üblich- nicht. Die neuen, verbesserten Bedingungen gelten nur für Neuabschlüsse bzw. Umwandlungen von bestehenden Verträgen, die quasi einem Neuabschluss gleichkommen, denn dort werden neue Gesundheitsprüfungen nötig.

Fazit

Es ist eine Verbesserung für all die, die neu abschließen. Ob Sie das aber bei der Generali tun sollten, das muss anhand individueller Kriterien geprüft werden, denn es gibt in den Bedingungen einige andere Regelungen, welche bedenkenswert sind, wie ich finde. Daher schauen Sie sich bitte die Auswahlkriterien an, lesen den Leitfaden zur Berufsunfähigkeit und dann überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Berater, welches der passende Tarif ist.