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17.
Januar '11

Gastbeitrag: Dienstunfähigkeitsversicherung: Anbieter auf dem Rückzug?


Nachdem zuletzt auch ERGO die Dienstunfähigkeitsklausel in seinen Bedingungen geändert hat, wird es für Beamte immer schwieriger, eine private Absicherung ohne erhebliche Einschränkungen zu finden.

Die Vermutung liegt nahe, dass Versicherer weitere Pensionierungswellen und damit verbundene hohe Kosten fürchten. Und sich weitere Versicherer aus der „Beamtenabsicherung“ zurückziehen.

Noch gibt es eine kleine Anzahl Versicherer (ca.10), die Berufsunfähigkeitsversicherungen mit Dienstunfähigkeitsklauseln bieten, doch die Klauseln sind sehr unterschiedlich, und nicht alle leisten das, was sich der Versicherte hiervon verspricht.

Wünschenswert wäre z.B. , dass der Versicherer, sobald der Dienstherr den Beamten für dienstunfähig erklärt, sich der Entscheidung des Dienstherren anschließt , ohne weitere (möglicherweise einschränkende/ verzögernde) Prüfungen vornehmen zu können . Die sollte gleichermaßen für Beamte auf Widerruf, Probe und Lebenszeit gelten.

Die Klauseln vieler Anbieter sind aber nicht eindeutig formuliert.

Hier einige Beispiele:

Sofern keine besonderen beruflichen oder gesundheitlichen Risiken vorliegen, gilt für Beamte im öffentlichen Dienst auf Lebenszeit, auf Widerruf oder auf Probe die Versetzung in den Ruhestand bzw. die Entlassung wegen Dienstunfähigkeit und begrenzter Dienstunfähigkeit ausschließlich aus gesundheitlichen Gründen als vollständige Berufsunfähigkeit.

oder

Berufsunfähigkeit kann von Beamten auch durch Vorlage der Verfügung über die Entlassung oder dauernde Versetzung in den Ruhestand belegt werden, wenn gleichzeitig nachgewiesen wird, dass diese Verfügung nach ärztlicher Beurteilung und ausschließlich wegen eines körperlichen Gebrechens oder einer Schwäche der körperlichen oder geistigen Kräfte erfolgt (Vorlage des amtsärztlichen Gutachtens). In diesem Fall werden wir keine weiteren Untersuchungen gemäß § 4 Absatz 2 durch von uns beauftragte Ärzte verlangen. Die Leistungen werden dann ab dem Entlassungs- bzw. Versetzungstermin erbracht. Der Ausschluss der Verweisung (siehe Absatz 1) gilt auch hier.

Berufsunfähigkeit liegt auch vor, wenn ein versicherter Beamter vor Erreichen der gesetzlich vorgesehenen Altersgrenze infolge seines Gesundheitszustandes wegen dauernder Dienstunfähigkeit aufgrund eines amtsärztlichen Zeugnisses … in den Ruhestand versetzt wird.

Bei Entlassung wegen Dienstunfähigkeit gilt dies längstens für einen Zeitraum von 24 Monaten. Danach muss Berufsunfähigkeit nach den Absätzen 1 bis 4 vorliegen, die der Versicherte zu beantragen und nachzuweisen hat.

oder auch

Werden vor Vollendung des 46. Lebensjahres der versicherten Person Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt, gilt bei Beamten des öffentlichen Dienstes gilt die Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit.

Bei der Auswahl einer geeigneten Versicherung sollte beispielsweise darauf geachtet werden, dass keine Einschränkungen beim versicherten Beamtenstatus bestehen, der Versicherer möglichst keine zusätzliche Prüfung des vornimmt, die Dienstunfähigkeitsklausel für die Dauer des Vertrages / Berufslebens als Beamter bestand hat.

Hinzu kommt dass nicht alleine die Ausgestaltung der Dienstunfähigkeitsklausel entscheidend ist. Vielmehr sind beispielsweise auch zu prüfen, ob der Ruhestandsbeamte zum auf einen anderen Beruf verwiesen werden kann, ob / welche Ausschlüsse bestehen oder ob sich eine Rente auch steigenden Kosten anpasst.

Näheres zur Dienstunfähigkeit, geeignete Klauseln, Ruhegehaltsansprüchen oder zur vertraglichen Ausgestaltung finden Sie auch im Leitfaden für Beamte.

Die Links im Text führen zur Seite von Lars Ulrich Harms – Versicherungsmakler, Spezialist für Beihilfe ergänzende private Krankenversicherungen und Dienstunfähigkeitsversicherungen. Hier erhalten Sie auch Hilfe bei der Vertragsgestaltung und einer passenden Produktwahl.

23.
Juli '09

Berufsunfähigkeit oder besser eine Dienstunfähigkeit? Was ist besser für Beamte?


Jedes Jahr wenn der Termin sich nähert, an dem die Beamten und Beamten auf Probe ernannt werden, stellt sich die Frage auf’s Neue. Soll ich eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit nutzen oder besser eine Dienstunfähigkeitsversicherung abschließen? Auch ist oft nicht klar welche Versicherung was bedeutet und wann leistet.

In meinem Blogbeitrag (LINK) hatte ich bereits die Begriffe versucht zu erläutern. Arbeitsunfähigkeit, Berufsunfähigkeit und Invalidität. Alles drei durchaus verschiedene Dinge, die aber oft „in einen Topf geworfen werden“.

Die „Berufsunfähigkeit“ hat mit der Einführung des neuen VVG nunmehr Ihren Weg ins Gesetz gefunden und ist im §172 nun genau definiert. Dor heißt es nämlich:

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. Als weitere Voraussetzung einer Leistungspflicht des Versicherers kann vereinbart werden, dass die versicherte Person auch keine andere Tätigkeit ausübt oder ausüben kann, die zu übernehmen sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer bisherigen Lebensstellung entspricht.“

Somit ist generell klar und beschrieben was tatsächlich Berufsunfähigkeit ist und wie diese ausgestaltet ist. Gesellschaften können (und haben) diese Definition verbessern und genauere Definitionen und Ausgestaltungen hinzufügen.

„Nun, warum sollte dann eine Dienstunfähigkeitsversicherung besser sein? Wenn ich meinen Beruf nicht ausüben kann bin ich BU, so oder so und bekomme Rente.“

So antworten die Interessenten häufig. Doch die Definition der Dienstunfähigkeit, bzw. richtigerweise die BU Absicherung mit einer „DU Klausel“ geht noch etwas weiter. Bei dem (einzigen) Anbieter mit einer „echten DU Klausel“ heißt es somit in dem §2 der Bedingungen:

c) Bei Beamten des öffentlichen Dienstes gilt die Versetzung in den Ruhestand wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit bzw. die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit als Berufsunfähigkeit.

Diese Formulierung erleichtert die Leistungsanerkennung des Versicherers und schafft Klarheit für den Versicherten, denn die Versetzung in den Ruhestand oder die Entlassung wegen allgemeiner Dienstunfähigkeit ist einfach (durch die Unterlagen des Dienstherren) nachweisbar.

Das heißt nicht, dass nun nur die Dienstunfähigkeit abgeschlossen werden kann und alle BU Anbieter die diese nicht haben ungeeignet sind. Auch hier sind die weiteren Kriterien, insbesondere die hier (LINK) genannten, zu berücksichtigen und sich genau anzuschauen. Erst nach ausführlicher Analyse und Beratung sollte hier eine Entscheidung getroffen werden um „die richtige“ treffen zu können.

Ich möchte dabei an ein Zitat von Bill Gates erinnern, was hier sehr gut passt:

„Die meiste Zeit denke ich an die Zukunft, denn mit ihr verbringe ich den Rest meines Lebens.“

Das gilt auch hier für einen entsprechenden Schutz bei BU/ DU.