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21.
November '12

Antrag zur PKV oder BU und „bitte schicken Sie mir auch ihre EC Karte und die PIN dazu“


Falls Sie noch darüber nachdenken eine private Krankenversicherung oder eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen, so denken Sie daran mir auch gleich noch Ihre EC Karte per Post zu schicken und die PIN nicht zu vergessen.

„Der spinnt doch“ werden Sie vielleicht denken oder „klar, dann kann ich Ihnen ja auch gleich mein Geld schenken“ und JA, recht haben Sie. Leider scheinen Sie das nicht tun zu wollen, oder? Warum bitte unterschreiben dann Menschen blanko Anträge auf Private Krankenversicherung? In einer Mail eines Interessenten hieß es wie folgt:

Hallo Herr Henning, ich hatte im Jahr 2008 eine Depression mit Klinikaufenthalt, allerdings noch Pflichtversichert.

Dann wechselte ich in die PKV. Der Versicherungsvertreter machte es möglich durch blanko Unterschriebenen Antrag. 2010 hatte ich einen Hörsturz blieb auf den Behandlungskosten sitzen und flog aus der PKV. Sehen sie eine Möglichkeit eine priv. Kasse für mich zu finden? Bitte melden sie sich bei mir…

Ich dachte erst ich lese nicht richtig, aber es war leider nicht der erste Fall. In einem weiteren hatte der Berater die Unterschrift auf dem noch leeren Antrag vom Kunden eingefordert und das- bitte nicht lachen- so begründet:

„Sie wissen ja, wie wichtig die richtigen Angaben im Antrag sind. Daher unterschreiben Sie den bitte hier unten mal schon, dann kann ich die Angaben zu Hause in Ruhe für Sie eintragen.“

Sorry aber hier fehlt mir jedwedes Verständnis. Da werden blanko Anträge unterschrieben, von denen die (finanzielle) Zukunft abhängt und es werden sich null, aber auch absolut gar keine Gedanken gemacht, welche Folgen das haben könnte? Klar kann man nun sagen, der Vermittler wird es schon richtig machen. Aber hey… wer mit solchen Argumenten eine Unterschrift ergattert und dem gehört der Job verboten und er sollte nie wieder Kunden beraten dürfen.

Was glauben Sie denn warum er das macht?

Klar, weil er sonst kein Geld verdient. Es kann ja sein, dass der Versicherer bei richtigen Angaben einen Risikozuschlag verlangt oder vielleicht den Antrag sogar ablehnen wird? Und dann- ja dann „ist doof“, da keine Provision verdient. Darum werden Anträge immer und immer wieder, jeden Tag auf’s neue frisiert wie „coole Autos“. Doch hierbei besteht ein großer Unterschied. Während bei Autos die Lebensdauer begrenz ist und das Teil irgendwann mal verschrottet wird, ruiniert eine solche falsche Absicherung ihr Leben.

Was passiert wenn der Versicherer es raus bekommt?

Und glauben Sie mir, vieles bekommt er raus. Spätestens wenn Rechnungen eingereicht werden beginnt die Prüfung einer so genannten Anzeigepflichtverletzung. Dabei geht es um die Frage, ob die Anträge im Antrag auch der Wahrheit entsprachen und keine weiteren Erkrankungen und Behandlungen erfolgten. Mehr Informationen dazu auch in den folgenden Artikeln: (mehr …)