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04.
November '15

So sparen Sie sich 4.595,40€ in nur einem Monat oder: „Warum der Abschluss der wichtigen Berufsunfähigkeitsversicherung noch im Dezember bares Geld bedeutet“


Siegel BU 31.12.Versicherungsthemen sind oftmals lästig und gerade wenn es schon auf Weihnachten und Jahresende zugeht hat man vieles im Kopf, nur eben nicht Versicherungen. Dennoch ändert das nichts an der Wichtigkeit der Absicherung gegen das Berufsunfähigkeitsrisiko und zum Jahresende ändert sich einiges, wie jedes Jahr. Wie der Kollege Helberg heute schon schrieb, am 1. Januar haben Sie Geburtstag.

Haben Sie nicht? Doch! Versicherungstechnisch haben Sie bei den meisten Gesellschaften am 1. Januar Geburtstag und werden in der Nacht vom 31.12. auf den 1.1. ein Jahr älter, denken Sie beim anstoßen doch daran sich (und allen anderen) zum „Versicherungsgeburtstag“ zu gratulieren. 🙂

Dieses „Herzlichen Glückwunsch“ kann aber schnell einige tausend Euro kosten. Warum und wie das geht, erkläre ich heute in diesem Beitrag. Gleiche Regelungen gelten im Übrigen auch in der privaten Krankenversicherung, welche sich dort aber durch eine Anwartschaft lösen lassen, in der BU Absicherung ist das etwas anders. Die Gesellschaften verwenden meist die „Jahresregel“ um das Eintrittsalter zu ermitteln. Das bedeutet aber, das Sie ab dem 1.1. ein Jahr älter sind, egal wann Sie Geburtstag haben.

EA Ermittlung IEs gibt aber noch eine andere Variante, auch wenn diese von wenigen Unternehmen angewandt wird und in der BU selten bis nicht vorkommt. Bei dieser Regel ist nicht das Jahr entscheidend, sondern die Frage wie lange Sie noch bis zum nächsten Geburtstag Zeit haben, oder vom letzten Geburtstag entfernt sind. Dieses verdeutlicht folgende Übersicht:

EA Ermittlung IIDa die häufigere Variante die Jahresregel ist, entschiedet sich die Eintritts- und damit auch die dauerhafte Prämie in der BU oder Krankenversicherung in der Nacht vom 31.12. auf den 1.1., da werden Sie ein Jahr älter.

Ich habe bereist viele Male geschrieben, das eine Entscheidung für den Wechsel in die Private Krankenversicherung oder der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung genau überlegt und sorgsam geplant sein will. Der –> richtige Weg zur passenden Berufsunfähigkeitsversicherung ist daher mit Arbeit verbunden und damit meine ich nicht nur Arbeit für mich, sondern auch für Sie.

Schauen wir und nun aber einmal die Unterschiede an, welche durch den verspäteten Abschluss in 2016 entstehen. Es handelt sich dabei nur um einen Monat, da der Beginn der BU immer der 1. eines Monats ist, kann der Antrag zum 1.12. oder aber zum 1.1.16 gestellt werden. Der Vorteil für den 1. Januar ist der, Sie müssen einen Monatsbeitrag weniger zahlen. Wenn eine bestehende Police besteht und diese –> beendet werden soll, weil Leistungen oder Bedingungen nicht (mehr) passen, so habe ich hier beschrieben wie das geht. Die Auswirkungen können da gravierend sein. Am Beispiel eines Ingenieurs und seiner Absicherung gegen die Folgen einer Berufsunfähigkeit schauen wir uns einmal die Unterschiede an.

Als Eckdaten verwenden wir einen Ingenieur (Berufsgruppe A1), welcher eine Monatsrente von 2.000 € versichern möchte. Diese soll einen Schutz bis zum Rentenalter, also dem Endalter 67 bieten und enthält einen garantierte Rentensteigerung und eine Klausel zur Leistung bei längerer Arbeitsunfähigkeit. Das Risiko liegt also für den Versicherer (Abschluss in 2015, Eintrittsalter 30 Jahre) bei:

2.000 € Monatsrente, BU Eintritt sofort

also: 2.000 € * 12 Monate * 37 Jahre Restlaufzeit = 888.000 € (+ Rentensteigerungen)

Entscheidet sich unser Interessent zum 01.12. den Antrag zu stellen, so fallen in unserem Beispiel folgende Prämien an.

VWB Ing 2000 30J Beg 12-2015

Kann sich der Interessent noch nicht entscheiden, so besteht natürlich das Risiko weiterer Erkrankungen oder einfach „Wehwehchen“, das soll aber hier gar nicht das Thema sein. Erfolgt der Abschluss zum 1.1.2016, so ist dieser nicht mehr 30, sondern versicherungstechnisch 31 Jahre alt. Daher ändert sich die Prämie in unserem Beispiel auf die folgenden Werte. (alle anderen Zahlen bleiben unverändert, für den Versicherer verringert sich das Risiko von 888.000 auf 886.000 €, eine Monatsrente müsste er, selbst bei sofortiger BU, weniger zahlen.

VWB Ing 2000 30J Beg 1-2016

Hieraus ergibt sich somit ein Unterschied in der Prämie von 10,35 € monatlich. (bezogen auf die Zählprämie). Betrachtet man die maximal mögliche (Brutto-) Prämie, so ist der Unterschied mit monatlich 16,16 € noch weitaus höher. Doch bleiben wir erst einmal bei dem Betrag, der auch abgebucht wird. Die Differenz klingt auf den ersten Blick schon nicht gerade wenig und ist bei anderen Versicherern auch durchaus teilweise geringer und natürlich von der Altersgruppe, dem Tarif und vielen weiteren Faktoren abhängig. In unserem Beispiel zahlt der Ingenieur über die Laufzeit folgende Mehrprämien:

(163,65 € – 147,49 €) = 10,35 € * 12 * 37 Jahre = 4.595,40 € 

HALT!, werden jetzt die ersten rufen, er zahlt ja dann erst ab Januar einen Beitrag. Korrekt, daher müssen wir von dem Mehrbeitrag noch den Monatsbeitrag für den Monat Dezember abziehen. Also beträgt der Mehrbeitrag „nur noch“ 4.595,40 € – 94,39 € und damit 4.501,01 €.

Noch einmal und nur das es klar ist. Durch einen Monat späteren Versicherungsbeginn (also 1.1.) erhöht sich die Beitragsbelastung um mehr als 4.500 € in den Zählbeiträgen und über 7.000 € in den Bruttobeiträgen. Dennoch sollte NIEMAND eine solche Entscheidung überstürzen.

Der Weg zur richtigen und (noch wichtiger) passenden BU Absicherung lautet:

1.) Bilden Sie sich weiter! Lesen Sie bitte die Informationen zu den –> Auswahlkriterien und insbesondere den –> LEITFADEN zur BU genau durch

2.) Laden Sie sich bitte den –> Kriterienfragebogen zur BU herunter und füllen den (soweit möglich) aus

3.) Stellen Sie gern Ihre –> Anfrage zur BU und/ oder zur –> Überprüfung Ihrer bestehenden Police

Senden Sie mir diese zusammen mit dem Fragebogen gern zu und lassen mich wissen, wann wir dazu telefonieren wollen. Dann klären wir gemeinsam was zu tun ist.

Erst dann folgen die Schritte 4.) die Versicherer- und Tarifauswahl und der wichtige Schritt Nr. 5.) die anonyme Voranfrage und Ausschreibung bei den infrage kommenden Unternehmen. Hier ist besonders die genaue Beschreibung des Berufs, der erreichte Abschluss und die Frage nach Mitarbeiterverantwortung und weiteren Risiken entscheidend. Nur dann wird die Prämie auch passend und Sie erhalten die korrekte Einstufung des Berufes, hier liegen schnell weitere Tausende Euro versteckt. 

BU Überprüfung SiegelWeiter geht es im Schritt 6.) mit der Aufbereitung der Anfrageergebnisse, Auswertung der Gesundheitsfragen und der Vorbereitung und Betreuung der Antragstellung. Nur so finden wir gemeinsam und mit entsprechender Vorbereitung den passenden Schutz oder kommen auch zu dem Ergebnis das es (derzeit) nicht machbar ist oder es Alternativen zur BU bedarf.

So lässt sich- auch noch mit einem Beginn im Dezember- der passende Schutz finden. Selbst wenn der Antrag nicht bis zum 1.12. gestellt werden kann oder bereits ein Versicherungsschutz besteht und dieser noch angepasst oder beendet werden muss, ist dieses mit einer entsprechenden Vorbereitung noch in 2015 zu realisieren, oftmals reichen auch kleinere Anpassungen im bestehenden Vertrag um diesen auf den aktuellen Stand zu bringen.

15.
September '15

Erhöhung der Berufsunfähigkeitsversicherung ohne neue Gesundheitsprüfung – teilweise möglich- hier lesen wie


Die Berufsunfähigkeitsversicherung zählt mit Abstand zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt, denn ohne Einkommen sind auch andere Absicherungen und auch eine Altersvorsorge meist nicht machbar. Dennoch gibt es eine Reihe von Menschen die eine solche Absicherung nicht oder nur zu sehr erschwerten Bedingungen bekommen. Daher empfehle ich, wie auch viele andere Experten aus diesem Bereich, eine frühzeitige Absicherung. Doch es gibt eine Menge an Menschen, welche sich seinerzeit für einen zu geringen Schutz entschieden haben und daher heute nicht ausreichend abgesichert sind. Jedoch haben viele Verträge eine Lösung, zumindest eine für einen kleinen Schub. So lassen sich durch oftmals vorhandene Nachversicherungsgarantien die zu kleinen Renten anpassen und auch ohne neue Gesundheitsprüfung erhöhen.

Diese so genannten Nachversicherungsgarantie funktionieren natürlich nicht unbegrenzt und auch nicht ganz ohne Ereignis. Eine solche Erhöhung der versicherten Rente ohne eine neue Gesundheitsprüfung ist nur in einem bestimmten Rahmen (meist sind das maximal 500 € Monatsrente pro Ereignis) und auch nur bis zu einer Gesamthöchstrente möglich. Bei vielen Gesellschaften liegt dieser Höchstrente bei 30.000 € Jahresrente, was abhängig vom Einkommen für viele Menschen durchaus ausreichend ist.

Eines haben jedoch all diese Lösungen gemeinsam, sie sind an bestimmte, vorher klar definierte Kriterien geknüpft und nur wer sich daran hält bekommt eine entsprechende Anpassung ohne neue Gesundheitsprüfung. Daher sollten Sie sich unbedingt mit dem bestehenden Vertrag auseinandersetzen, sich genauestens die Regelungen bei der Nachversicherung ansehen und genau überlegen welche Ereignisse aktuell oder vielleicht in der Zukunft auf Sie zutreffen können. Beispielhaft seien hier die Geburt eines Kindes, die Hochzeit oder auch eine Scheidung, der Wechsel in dieser Beständigkeit oder eine neue berufliche Tätigkeit genannt. Der Versicherer definiert hier ganz klar und eindeutig was, wann und wie eine Erhöhung stattzufinden hat. Schauen wir uns hierzu ein Beispiel an, die aktuellen Bedingungen der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung (SBU01.2015) des Volkswohlbundes, dort heisst es:

Ereignisabhängige Nachversicherungsgarantie

(2) Sie haben das Recht, die Anwartschaft auf Berufsunfähigkeitsrente während der Beitragszahlungsdauer zu bestimmten Zeitpunkten unter den nachfolgend genannten Bedingungen ohne erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen.
Diese Erhöhung kann vorgenommen werden bei

a) Heirat der versicherten Person,
b) Geburt eines Kindes der versicherten Person,
c) Adoption eines Kindes durch die versicherte Person,
d) Scheidung der versicherten Person,
e) Tod des Ehegatten der versicherten Person,
f) Wechsel der versicherten Person in die volle berufliche Selbstständigkeit,
g) Ausscheiden aus der gesetzlichen Rentenversicherung (z. B. Handwerker bei Erfüllung der Mindestpflichtversicherungszeit),
h) erstmaliger Überschreitung der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung,
i) Reduzierung oder Wegfall der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit der versicherten Person aus einer arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersversorgung oder einem berufsständischen Versorgungswerk, in dem die versicherte Person aufgrund einer Kammerzugehörigkeit pflichtversichert ist,
j) Erwerb und Finanzierung einer selbstbewohnten Immobilie mit einem Finanzierungsbetrag von mindestens 100.000 Euro,
k) Erhöhung des regelmäßigen jährlichen Bruttoeinkommens der versicherten Person von mindestens 10 % (Karrieresprung z. B. Beförderung, Gehaltserhöhung durch Wechsel des Arbeitgebers),
l) Abschluss einer Berufsausbildung (einschließlich Studium) oder
m) Abschluss einer beruflichen Qualifikation (z. B. Meisterbrief, Promotion).

(4) Für die Erhöhungen gelten folgende Grenzen:
– Die neue Berufsunfähigkeitsrente muss mindestens um 50 Euro monatlich höher als die vor der Erhöhung vereinbarte Berufsunfähigkeitsrente sein.
– Für jedes Ereignis im Rahmen der Ereignisabhängigen Nachversicherungsgarantie gemäß Absatz 2 darf die Erhöhung für alle bei uns bestehenden Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsversicherungen in der Summe 500 Euro Monatsrente nicht überschreiten.
– Durch Erhöhungen im Rahmen der Ereignisabhängigen Nachversicherungsgarantie gemäß Absatz 2 darf die insgesamt bei uns vereinbarte Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrente 2.500 Euro monatlich nicht übersteigen.
– Durch Erhöhungen im Rahmen der Versorgungsgarantie gemäß Absatz 3 darf die insgesamt bei uns vereinbarte Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrente 4.000 Euro monatlich nicht übersteigen.
– Die gesamte Anwartschaft auf Berufs-, Erwerbsunfähigkeits- und Grundfähigkeitsrente einschließlich anderweitig bestehender privater und betrieblicher Anwartschaften darf nach der Erhöhung im Rahmen der Individuellen Nachversicherungsgarantie gemäß Absatz 1 und der Ereignisabhängigen Nachversicherungsgarantie gemäß Absatz 2 nicht mehr als 85 % (für Beamte nicht mehr als 25 %) bzw. im Rahmen der Versorgungsgarantie gemäß Absatz 3 nicht mehr als 80 % des regelmäßigen jährlichen Nettoeinkommens betragen.

Sehr gut zu erkennen sind die unterschiedlichen Voraussetzungen. So darf eine solche Erhöhungs-Rente nur maximal 500 € monatlich betragen und es sind unterschiedlichste Höchstgrenzen zu beachten. Das durchaus positive an der Formulierung ist jedoch, dass hier nur die Verträge berücksichtigt werden, welche bei dem Versicherer selbst bestehen. Lediglich die Angemessenheitsgrenze im letzten Absatz bezieht sich auch auf andere Verträge die nicht bei dem Versicherer selbst bestehen. Das bedeutet also, wer einen solchen Versicherungsschutz hiermit zum Beispiel 1.500 € monatlich abschließt und einen anderweitigen Versicherer mit der gleichen Rente betraut, hat durchaus eine Chance auf höhere Nachversicherungsgarantie (immer unter der Voraussetzung die Rente passt zum Einkommen).

Doch wer jetzt glaubt er bleibt mit einer geringen Rente versichert und in höherem Alter und mit steigendem Risiko wird die Rente dann schnell erhöht, der wird enttäuscht. Das geht natürlich nicht, den der Versicherer hat eine weitere Regelung in seine Bedingungen geschrieben.

(6) Die Ereignisabhängige Nachversicherungsgarantie gemäß Absatz 2 und die Versorgungsgarantie gemäß Absatz 3 erlöschen 20 Jahre vor dem vereinbarten Ablauf der Rentenleistungsdauer, jedoch nicht bevor die versicherte Person das 45. Lebensjahr vollendet hat und nicht innerhalb von fünf Jahren nach Versicherungsbeginn.

Bei einer abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente bis zum 67. Lebensjahr ist also auch mit 45 bei diesem Unternehmen Schluss. Risikoeinschränkungen (–> Zuschlag oder ein Ausschluss) gelten für die Erhöhung gleichermaßen, identisch mit dem Ursprungsvertrag.

Eine Verbesserung dieser sonst durchaus üblichen Höchstgrenzen finden wir in den aktuellen Bedingungen der –> Canada Life SBU, welche im letzten Jahr ihr neues Produkt vorgestellt haben. Hierzu ist jedoch anzumerken, dass dieser Versicherer bisher nicht durch umfangreiche Erfahrung in der Berufsunfähigkeitsversicherung bekannt war und hier natürlich auch andere Kriterien weiterhin zu berücksichtigen sind. In den Bedingungen heißt es hier:

2 Die zusätzliche monatliche Rente darf pro Ereignis maximal 1.000 Euro, jedoch nicht mehr als 50 % der bislang versicherten monatlichen Rente betragen. Zudem darf der Gesamtbetrag der monatlichen Rente nach erfolgter Anpassung den Betrag von 10.000 Euro nicht übersteigen. Darüber hinaus darf die Summe aller versicherten Renten aus sämtlichen für die versicherte Person bei Canada Life bestehenden Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr als 60 % des jährlichen Bruttoeinkommens der versicherten Person betragen.

3 Sie können die Option innerhalb von 6 Monaten nach Eintritt des jeweiligen Ereignisses ausüben. Den Eintritt des jeweiligen Ereignisses und die Einkommensverhältnisse der letzten 3 Kalenderjahre müssen Sie in geeigneter Form nachweisen (beglaubigte Kopie). Wir können außerdem weitere notwendige Auskünfte und Nachweise verlangen.

Es gelten also zum einen weitaus höhere Renten in der Anpassung, auf der anderen Seite stellt die Begrenzung auf 50 % der bisher Versichertenrente ebenfalls eine nicht zu unterschätzende Grenze dar.

Eine andere Form, die Ausbaugarantie

Einige Unternehmen haben zusätzlich zur Nachversicherungsgarantie noch eine andere Form der Anpassung ohne Gesundheitsfragen vereinbart. Auch wir schauen wir uns dazu ein konkretes Beispiel an und betrachten die aktuellen Bedingungen der selbstständigen Berufsunfähigkeitsversicherung der Alten Leipziger. In dem Bedingungswerk (Stand 2015) gibt es die so genannte Ausbaugarantie. Dazu heißt es in den Versicherungsbedingungen:

Ausbaugarantie

Innerhalb von fünf Jahren nach Vertragsbeginn kann die versicherte Berufsunfähigkeitsrente ohne erneute Risikoprüfung durch den Abschluss einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung erweitert werden. Ist das Alter des Versicherten bei Vertragsbeginn unter 15 Jahren, besteht die Ausbaugarantie bis zum Alter 20. Haben Sie eine Rentenversicherung mit Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung gewählt, ist eine erneute Risikoprüfung nur erforderlich, sofern der jährliche Hauptversicherungsbeitrag für die innerhalb der letzten fünf Jahre im Rahmen der Nachversicherungs- und Ausbaugarantie abgeschlossenen Verträge die Summe von 12.000 EUR übersteigt.

Die Ausbaugarantie für den Berufsunfähigkeitsschutz besteht nur, wenn

– das Alter des Versicherten zum Zeitpunkt der Ausübung der Ausbaugarantie nicht höher als 35 Jahre ist,
– eine ggf. eingeschlossene neue Jahresrente mindestens 600 EUR bzw. bei Abschluss einer selbständigen Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens 1.800 EUR beträgt,
– die gesamte Jahresrente aus allen bei uns bestehenden Versicherungen (einschl. der neu abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente) nicht mehr als 30.000 EUR beträgt,
– eine angemessene Relation zum Einkommen nicht überschritten wird (d.h. die gesamte Jahresrente einschließlich der neu abgeschlossenen Berufsunfähigkeitsrente und einschließlich anderweitig bestehender Berufsunfähigkeitsanwartschaften darf 70 % des letzten jährlichen Bruttoeinkommens des Versicherten bzw. bei Selbständigen 70% des durchschnittlichen Gewinns vor Steuern der letzten drei Jahre nicht übersteigen),
– keine Berufsunfähigkeit des Versicherten nach § 2 vorliegt und
– keine Arbeitsunfähigkeit des Versicherten nach § 3 vorliegt, sofern Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit vereinbart sind.

Diese Möglichkeit ist vor allem für diejenigen interessant, die bei Beginn des ursprünglichen Vertrages ein geringeres Einkommen hatten oder aus finanziellen Gründen eine zu geringe Rente versichert haben. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung für sein Kind (möglich bei der Alten Leipziger ab dem zehnten Lebensjahr) versichert hat, der kann diese Möglichkeit der Erhöhung sogar bis zum 20. Lebensjahr nutzen und damit zum Ende der Ausbildung oder während des Studiums eine entsprechende Anpassung vornehmen lassen. Aber auch wer vor dem 30. Lebensjahr eine Absicherung abgeschlossen hat, profitiert von der maximal möglichen Dauer von fünf Jahren und kann bis zu seinem 35. Lebensjahr auf einen maximalen Betrag von 2.500 € Monatsrente erhöhen.

Interessant ist in diesem Zusammenhang noch eine andere Formulierung welche sich im folgenden Absatz der Versicherungsbedingungen widerspiegelt.

Im Rahmen der für unsere Tarife geltenden Regelungen kann für den neu abgeschlossenen Vertrag eine Dynamik vereinbart werden und – sofern bisher ein Schlussalter von mindestens 60 Jahren vereinbart wurde – ein neues Schlussalter von bis zu 67 Jahren.

Somit lässt sich selbst ein zu niedrig gewähltes Endalter im Rahmen der Ausbaugarantie oder auch der Nachversicherung bis auf maximal 67 erhöhen und eine vergessene –> Dynamik einschließen.

So überprüfen Sie Ihren bestehenden Vertrag

Zunächst einmal benötigen Sie die aktuelle Police und zudem die zu Grunde liegenden Versicherungsbedingungen. Weiterhin sollten Sie sich erst einmal Gedanken dazu machen, welche Rente überhaupt im Optimalfall erforderlich ist. Eine Hilfestellung bietet Ihnen der folgende Artikel:

–> Ermittlung der richtigen und passenden Absicherung Schüler bei Berufsunfähigkeit

Danach prüfen Sie bitte weiterhin, ob wichtige Komponenten wie zum Beispiel die –> garantierte Rentensteigerung (auch Leistungsdynamik genannt) oder eine Klausel für Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit enthalten ist/sein soll.

Jetzt sollten Sie überlegen, ob der bisherige Versicherungsschutz den gewünschten –> Auswahlkriterien für die Berufsunfähigkeit entspricht und es daher „lohnenswert ist“ den Schutz zu erweitern. Ist dem nicht so, so wäre jetzt zu prüfen ob überhaupt ein anderweitiger Versicherungsschutz noch möglich ist. Nicht jede Vorerkrankung die abgabepflichtig ist führt auch zu einem beschränkten Versicherungsschutz oder einer höheren Prämie. Zu der Frage „–> Klausel oder Zuschlag in der Berufsunfähigkeitsversicherung?“ Habe ich Ihnen ebenfalls viele wichtige Informationen zusammengetragen.

Wichtig: –> Kündigen Sie niemals eine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung bevor nicht ein neuer, besser passender Versicherungsschutz abgeschlossen ist und Ihnen die Versicherungspolice vorliegt.

So nutzen Sie die Nachversicherungsgarantien optimal aus

Sobald Sie die Überprüfung ihres bestehenden Vertrages abgeschlossen haben (in vielen Fällen ist es besser sich –> hierzu an einen Spezialisten zuwenden, der Ihnen wichtige Kriterien zur Überprüfung nennen kann), notieren Sie sich alle möglichen Ereignisse und die maximale Rente, welche Ihnen zur Erhöhung noch verbleibt.

Überlegen Sie dann ebenfalls, wie wahrscheinlich es ist das eines dieser Ereignisse in naher Zukunft eintritt und ob die maximale Rente auf welche erhöht werden kann überhaupt ausreicht.

BU Überprüfung SiegelNur wenn Sie sicher sind, dass

1.) der Vertrag passt,

2.) die Rente mit der Erhöhung ausreicht,

3.) die Bedingungen zeitgemäß sind und sie heute keinen besseren Vertrag bekommen, erst dann können sie verbindlich über eine solche Erhöhung entscheiden. Natürlich verbleibt hier immer die Gefahr, dass eine Erhöhung wegen eingetretener Berufsunfähigkeit (durch einen Unfall oder eine plötzliche Krankheit) nicht durchgeführt werden kann.

Daher sollten Sie solche Entscheidungen niemals übereilt treffen aber auch niemals auf die lange Bank schieben.

15.
Mai '15

Warum Sie ihre bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung jetzt überprüfen sollten


BU Überprüfung Siegel„Aber ich habe doch schon eine Berufsunfähigkeitsversicherung“ ist einer der häufigsten Sätze, welcher in der Beratung immer mal wieder vorkommt. Das Problem daran ist, dass es für viele einfach auch schön bequem ist, sich mit dem Thema nicht noch einmal oder immer wieder auseinander zusetzen. Leider ist das in der Praxis er der falsche Weg. Denn wie viele andere Sachen im Leben auch, verändern sich die Bedingungswerke in der Berufsunfähigkeitsversicherung und wurden in den letzten Jahrzehnten stetig verbessert. Auf der anderen Seite ändert sich die persönliche Einkommenssituation, vielleicht sind Kinder in der Familie dazugekommen und es bedarf nun einer ganz anderen Art von Absicherung.

Verbesserte Bedingungswerke automatisch auch für mich?

Schauen wir uns die Bedingungswerke in der Berufsunfähigkeit der letzten Jahre oder gar Jahrzehnte an, so hat sich hier viel getan. Waren früher Verweisung auf andere Berufe, umfangreiche Ausschlüsse und Leistungseinschränkungen die Regel, so geht es in heutigen Bedingungswerken sehr verbraucherfreundlich zu. Versicherer haben zusätzliche Komponenten, so zum Beispiel die garantierte Rentensteigerung im Leistungsfall oder die Leistung schon bei Arbeitsunfähigkeit eingeführt und somit die Möglichkeit seine Leistung schnell und dauerhaft zu bekommen deutlich erhöht.

Leider gelten diese Leistungsverbesserungen nicht automatisch für Bestandskunden, da diese in den alten Bedingungswerken nicht kalkuliert worden sind und dafür dementsprechend keine Prämie zur Verfügung steht. Wer also als Bestandskunde von solchen Verbesserungen profitieren möchte, der muss aktiv werden und gemeinsam mit seinem Berater überprüfen, ob eine Anpassung des bestehenden Versicherungsschutzes möglich ist.

Dazu sollte im Rahmen einer anonymen Voranfrage geklärt werden, wie die heutige Risikoeinschätzung für den Versicherten aussieht. Dabei geht es zunächst einmal nicht um das höhere Eintrittsalter, es geht vielmehr um den heutigen Gesundheitszustand. Leistungsverbesserungen sind in der Regel mit einer neuen Gesundheitsprüfung versehen und sollten daher genau überlegt sein.

Risikozuschläge, veränderte Gesundheit, neuer Bedarf

Auch die Risikopolitik hat sich bei den Versicherern durchaus positiv verändert. Für viele Berufsgruppen ist der Versicherungsschutz in der Vergangenheit günstiger geworden, das hängt aber auch damit zusammen das risikoreichere Berufe in noch detaillierter gefächerte Berufsgruppen eingeteilt wurden und Versicherer sich hier die „guten Risiken“ sichern möchten. In der Praxis bedeutet das für Ingenieure, kaufmännische Angestellte, Personen in den Berufsgruppen 1-2 eine teilweise deutliche Verbesserung. So ist es in der Praxis durchaus möglich, dass jemand trotz eines fünf, sechs oder gar sieben Jahre höheren Eintrittsalters ein verbessertes Bedingungswerk zu einer fast identischen Prämie bekommen kann. Auf der anderen Seite hat das zur Folge, dass die „schlechten Berufsgruppen“ deutlich mehr für ihren Versicherungsschutz bezahlen müssen.

Daher kann es keine generelle Empfehlung für einen möglichen Wechsel geben, sondern es geht vielmehr darum genau zu prüfen wie das bestehende Bedingungswerk im Vergleich zum heute möglichen Versicherungsschutz aussieht, das gilt insbesondere für die Leistungsseite aber natürlich auch für die zu zahlende Versicherungsprämie.

Schlechteres Bedingungswerk ohne Ausschluss oder neue mit besseren Leistungen und Ausschlüssen

Nun ist es nicht so unüblich, dass sich der Gesundheitszustand von Personen mit steigendem Alter verändert und damit auch die Wahrscheinlichkeit berufsunfähig zu werden. Auf der anderen Seite verändert sich der Gesundheitszustand oftmals auch positiv, Menschen machen mehr Sport, verlieren Gewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können sich durchaus wieder verbessern. Auch einmal aufgetretene Allergien oder sonstige körperliche Beeinträchtigungen können ausheilen oder keine Beschwerden mehr verursachen. Wer hier aus „alten Zeiten“ dann noch Risikozuschläge oder Ausschlüsse in seinem Versicherungsschein hat, der könnte womöglich einen besseren und umfangreicheren Versicherungsschutz bekommen, wenn er sich dann darum kümmern würde.

In die andere Richtung ist es natürlich auch möglich. Haben Sie früher ein schlechteres Bedingungswerk abgeschlossen, waren damals aber gesund und haben dementsprechend keine Einschränkungen wie Ausschlüsse oder Zuschläge in ihrem Vertrag, so ist es genau zu überlegen ob ein heute deutlich größerer Leistungsumfang einen vielleicht zu vereinbarenden Ausschluss aufwiegt.

AU Übersicht in BU Verträgen

Arbeitsunfähigkeit als neues, leistungserleichterndes Kriterium

Noch im letzten Jahr war es ein einziger Anbieter und vielleicht ein, zwei kleinere Regelungen, welcher eine Berufsunfähigkeitsrente auch dann erbrachte, wenn eine bestimmte Zeit Arbeitsunfähigkeit vorlag. Gerade bei länger andauernden Krankheiten, Unfällen aber auch der kompletten Palette der psychischen-und psychosomatischen Erkrankungen (das muss nicht zwingend das Burn-Out sein) ist es oft für Ärzte sehr schwierig eine Prognose darüber zu treffen, ob die- oder derjenige jemals wieder in seinen Beruf zurückkehren kann und wann das sein wird. Im eigenen Bekanntenkreis war die Dame mehr als drei Jahre nicht in der Lage ihren Beruf auszuüben, da stellt sich recht schnell die Frage wie lange Arbeitsunfähigkeit besteht und wann dieses fließend in eine Berufsunfähigkeit übergeht. Die große Gefahr besteht dann darin, dass der Krankentagegeldversicherer nicht mehr leistet, der Berufsunfähigkeit Versicherer aber noch nicht leistet. Da nützt die beste Absicherung wenig, wenn die beiden Verträge sich nicht vertragen und somit einer nicht mehr unter anderen noch nicht zahlt.

Die neuen Regelungen bei Arbeitsunfähigkeit in den Berufsunfähigkeitsverträgen sicherlich kein Allheilmittel, schaffen aber eine zusätzliche Sicherheit und erleichtern den Bezug von Leistung sehr. So haben neben der Condor auch Versicherer wie die Allianz, die Nürnberger, die Continentale, der Volkswohl Bund, die Gothaer, Alte Leipziger, Generali und die LV1871 mittlerweile Lösungen und Leistungsverbesserungen bei Arbeitsunfähigkeit fest in ihrer Verträge geschrieben.

Umstellung bei dem eigenen Anbieter oder woanders hin?

Das ist eine Frage, welche sich pauschal nicht beantworten lässt. Es gibt eine Reihe von Versicherern welche eine Umstellung in ein neues Bedingungswerk wie einen Neuvertrag handhaben. Das bedeutet dass sie neben einem neuen Eintrittsalter auch den neuen Gesundheitszustand zur Bewertung heranziehen. Der Nachteil kann hierbei sein, dass dem Versicherer auch aus dem Altvertrag Daten bekannt sind, die nach den neuen Antragsfristen gar nicht mehr abgabepflichtig wären. Liegt dem neuen Vertrag zudem noch ein neues Eintrittsalter zu Grunde, so kann es durchaus sinnvoll sein, sich nicht nur bei dem eigenen Anbieter umzuschauen sondern sich die anderen Lösungen am (heutigen) Versicherungsmarkt genauer anzusehen.

bu_kriterien_1Beschäftigen Sie sich mit Kriterien

Bevor es also an die weitere Auswahl geht, sollten Sie alle relevanten Daten des alten Vertrages besorgen. Dabei geht es insbesondere um:

  • Beginn und Endalter des bisherigen Versicherungsschutzes (oftmals passt das Endalter nicht mehr)
  • Genauer Stand des Bedingungswerke, der Gesellschaft und des Tarifes
  • Wie ist Ihr Beruf definiert? Welche Berufsgruppe liegt dem Vertrag zu Grunde und gilt der Beruf noch?
  • Sind Sie noch in diesem Beruf tätig? (Bei Verbesserungen der Berufsgruppe erfolgt keine automatische Umstufung)
  • passt die Rente noch? (Hilfe zur Rentenhöhe)
  • sind Bausteine wie zum Beispiel die garantierte Rentensteigerung im Vertrag enthalten?

Erst wenn diese Punkte geklärt sind, dann beschäftigen Sie sich bitte mit den Auswahlkriterien des (potentiellen) neuen Vertrages. Hierbei sollten Sie so vorgehen, als würden sie sich heute neu versichern. Starten Sie also mit der Berechnung der richtigen Rente, und legen Sie dann mit Hilfe der Kriterien und des umfangreichen Kriterienfragebogens fest, was für sie heute wichtig ist.

Erst wenn der neue Leistungsumfang klar ist, sollten Sie mit einem Berater gemeinsam prüfen, ob es auch bei ihren bisherigen Gesellschaft einen neuen Tarif gibt, der Ihnen diese Leistung bieten kann. Falls dem so ist, sollten Sie mit Verhandlungen über eine Umstellung bei Ihrem bisherigen Versicherer beginnen. Parallel dazu gilt es einmal zu prüfen was andere Unternehmen Ihnen mit heutigen Gesundheitszustand, Eintrittsalter und Leistungswunsch und Versicherungsschutz bieten können, danach lässt sich aufgrund dieser Daten fundiert entscheiden. Sollten Sie dann zu dem Schluss kommen, dass der bisherige Versicherungsschutz nicht passend ist, dann können sich hier nachlesen, wie sie eine unpassende Versicherung gegen Berufsunfähigkeit beenden können.

Zur besseren Übersicht stelle ich Ihnen gerne einen ausführlichen Leistungsvergleich zwischen ihren bestehenden Versicherungsschutz und möglichen Alternativen bei der eigenen oder anderen Gesellschaften. Hierzu senden Sie mir bitte eine Anfrage mit den Tarifdetails des derzeitigen Schutzes. Sie können auch den LiveChat links am Bildschirm nutzen, oder mir eine E-Mail senden.