Artikel mit ‘ARD’ getagged

09.
November '12

Bonitätsprüfung beim Arzt? ARD PlusMinus vom 07. 11. 2012


In der Sendung aus der letzten Woche ging es unter anderem um eine Bonitätsprüfung von Patienten. In der Sendung berichten die Redakteure darüber, das Patientendaten an externe Dienstleister übermittelt werden (können) und dort eine Überprüfung der Bonität stattfinden kann. Diese gibt es Arzt Hinweise darauf, wie solvent der Patient ist und ob es „lohnt“ diesem Zusatzleistungen anzubieten.

Die so genannten Individuellen Gesundheitsleistungen (IGel) lassen eine Versorgung auch über das gesetzliche Maß hinaus statt. Um eine Beurteilung vornehmen zu können und zu entscheiden ob hier mehr Chancen oder mehr Risiken vorhanden sind, müssen zunächst einige Hintergründe klar sein. Dabei geht es hier nicht um die Leistungen, welche durch die gesetzliche Krankenkasse bezahlt werden, sondern ausschließlich um erweiternde Leistungen.

Wann darf ein Arzt eine solche Anfrage machen?

Die Anfrage und somit eine Übermittlung von persönlichen Daten ist in den Vorschriften zum Datenschutz geregelt. Hierbei ist nur dann eine Anfrage möglich, wenn der Patient einer solchen Prüfung vorher schriftlich zugestimmt hat. Dieses geschieht im Rahmen der Erfassung der Patientendaten. Der Arzt wird Ihnen meist mit dem Anamnesebogen ein Formular übergeben, welche die Abrechnung und Abwicklung über externe Dienstleister erlaubt. Die Health AG aus dem Beitrag ist nur einer der möglichen Anbieter.

Was erhält der Arzt als Ergebnis?

Bei vielen Systemen wird der Patient nach einem Ampelsystem bewertet. Dieses soll Auskunft über die Zahlungsbereitschaft und die Bonität des Patienten geben und dem Arzt die Entscheidung erleichtern, Zusatzleistungen anzubieten oder das Ausfallrisiko zu minimieren. Ist das Ergebnis grün, so wird der Arzt ggf. anbieten, ergänzende Versorgung und Leistungen durchzuführen, welche nicht von der GKV bezahlt werden. Bei einem roten Ergebnis, also schlechter Bonität des Patienten werden unter Umständen keine weiteren Leistungen angeboten oder Vorleistungen verlangt.

Warum tuen die Ärzte das?

Auch eine Arztpraxis ist nichts anderes als ein wirtschaftlich denkendes Unternehmen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Praxen müssen bezahlt werden, der Arzt möchte auch für seine Tätigkeit entlohnt werden und ist nicht der „heilige Samariter“. Klar das hier auch versucht wird, individuelle Leistungen anzubieten oder Nichtzahlungen von Rechnungen zu verhindern. Nehmen wir als Beispiel ein MRT oder CT, welches nicht notfallmäßig indiziert ist. Hier entstehen Kosten von 400- 600 EUR und ich kann den Arzt durchaus verstehen, der „sicher gehen will“ sein Geld auch zu bekommen. Worin hier der „Skandal liegen soll“ ist mir noch nicht ganz klar.
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06.
September '12

ARD Doku: „Die Nein-Sager“ – so groß kann das Sommerloch doch gar nicht sein?


Mehrfach die letzten Tage war in Ankündigungen in der ARD zu hören. Man, genauer die Panorama Redaktion hatte einen Bericht produziert, in dem es mal wieder um die bösen Versicherungen geht- die ja immer Nein sagen, wenn gezahlt werden soll. Wer also heute Abend nichts besseres zu tun hatte, der sag vielleicht den Beitrag im Ersten. Schon die Ankündigung war typisch polemisch. Die böse Barmenia Versicherung wollte doch einen Unfall nicht regulieren. Schade das es nicht um Fakten und Tatsachen ging, sondern von Beginn an eine Meinung gemacht werden sollte, die war sicher nicht „Pro Versicherung“.

Schade ebenso, der Beitrag ist keineswegs neu und gut recherchiert, sondern eine billige Wiederholung eines Alten Sendebeitrages. Es ging neben dem Barmenia Fall auch mal wieder um den besagten Fall der Allianz. Das ist anscheinend Fernsehen, es muss polemisch sein, es muss immer um die Bösen Versicherer gehen und eine sachliche Berichterstattung ist einfach nicht gewünscht drin.

Realität und Polemik:

Natürlich, das ist völlig unstrittig, gibt es hunderte, tausende Fälle die von Unternehmen abgelehnt werden. Viele davon sind unberechtigt und viele davon führen erst nach Diskussionen, Einschalten von Makler, Berater oder Anwälten zu einem akzeptablen Ergebnis und oftmals müssen Gerichte entscheiden. Gerade hierbei ist es nicht nur wichtig, sondern unablässig, das die Bedingungen des Vertrages so optimal als möglich sind. (mehr …)

03.
Februar '12

Ratgeber Geld vom 28. 01. 2012 – Falschaussagen und Halbwahrheiten zur „bösen Privaten Krankenversicherung (PKV)“


Es ist wie so oft. Ein Fernsehsender oder eine Zeitschrift sucht einen Artikelaufhänger. Natürich muss er reißerisch sein, ein bisschen auf die Tränendrüse drücken und vorallem, es muss einen bösen Buben geben. Diesen hat die Sendung Ratgeber Geld, ausgestrahlt am 28. 01. 2012 vom Bayrischen Rundfunk, nun in der Privaten Krankenversicherung gefunden. Die Continentale Krankenversicherung in Dortmund soll der Bösewicht sein und so ist in der Rückschau der Sendung auch die ganze Halbwahrheit nachzulesen.

In dem Artikel geht es sogleich um mehr als halbwahre Aussagen, nämlich falsch. So geht es mit Aussagen wie:

„Die private Krankenversicherung ködert Neueinsteiger mit günstigen Tarifen und im Alter kann es dann richtig teuer werden. Wenn man soweit überhaupt kommt – denn kerngesund muss man sein um reinzukommen in die Private, wehe dem, der nicht jede Vorerkrankung angibt, der fliegt ganz schnell wieder raus.“

Komisch, hätte man richtig recherchiert, wären wohl ganz andere Ergebnisse zu Tage gekommen, die passen aber kaum zum reißerischen Beitrag. Natürlich finden wir im Bereich der Privaten Krankenversicherung Anbieter, welche nicht seriös kalkulieren oder kalkuliert haben. Gar zweisteige Beitragsanpassungen sind keine Seltenheit, wenn die Kalkulation nicht passt. Doch wer glaubt auch, er spare in der PKV 300 EUR und mehr gegenüber einem gesetzlich Versicherten, habe dann noch mehr Leistungen und beitragsstabil, ja das soll es dann auch noch sein. Das ist das Modell einen klassischen Perpetuum Mobile, das gibt‘s leider auch in der PKV nicht.

Ob man nun kerngesund sein muss, das mag auch einmal in Frage gestellt werden. Vorerkrankungen sind bis zu einem gewissen Grad grundsätzlich kein Problem und werden durch die Vereinbarung von Risikozuschlägen ausgeglichen. Im Bereich der Zusatzversicherungen sind auch Leistungsausschlüsse möglich. Die Höhe des Zuschlages ist natürlich davon abhängig, was der Versicherte tatsächlich hat und wie sich dieses auf die Kalkulation gegenüber einem gesunden Kunden auswirkt. Das ist aber genau das Prinzip der Privaten Krankenversicherung.

Anzugeben sind all die Vorerkrankungen, nach denen der Versicherer ausdrücklich und in Schriftform fragt, so steht es im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), welches die Grundlage aller Verträge bildet. Wer diese Angaben wissentlich oder gar vorsätzlich falsch macht, der muss auch mit den Folgen leben. Diese können nachträgliche Zuschläge, Rücktritte oder auch Ausschlüsse sein.

Dieses ist auch bei dem Fall von Sonja S. geschehen. Die Frage nach den Vorerkrankungen wurde mit nein beantwortet, obwohl es anscheinend einige Behandlungen gegeben hat. Damit ist der Vertrag einfach unter falschen Voraussetzungen zu Stande gekommen.

„Sonja S. musste beim Versicherungsantrag Gesundheitsfragen ausfüllen, das übernahm ihr Vertreter für sie. Vorerkrankungen erachtete er wohl als nicht so wichtig oder ließ sie gar unter den Tisch fallen.“

Leider lässt der Beitrag offen, ob es sich um einen Vertreter der Continentalen, einen Mehrfachagenten oder einen Makler  (Unterschiede zwischen den Beratertypen) gehandelt hat. Bei den beiden erstgenannten wäre zu beweisen, was die Kundin dem Vertreter tatsächlich gesagt hat. Die Kenntnis des Vertreters ist mit der Kenntnis der Gesellschaft gleichzusetzen. Ist also nachweisbar, das die Kundin zum Beispiel per Mail den Versicherungsvertreter von allen Erkrankungen informiert hat, dieser diese aber nicht eingetragen hat, so wäre ein Anwalt hier der richtige Ansprechpartner um den Rücktritt zu prüfen.

Dennoch sei jedem geraten, die Gesundheitsfragen genau zu lesen und im Detail zu beantworten. Nur so lassen sich solche Nichtangaben korrigieren oder vermeiden. Verantwortlich für den Antrag und die Angaben ist (auch) der Kunde, nur der kennt seine Krankengeschichte.
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