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08.
September '16

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2017 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2017


Auch in diesem Jahr, pünktlich Anfang September, sind die neuen Größen zur Sozialversicherung bekannt gegeben und für Arbeitnehmer kommen höhere Beiträge, für PKV Versicherte aber auch ein höherer Arbeitgeberzuschuss. Haufe veröffentlichte wie immer die neuen, noch vorläufigen Grenzen für die Sozialversicherung 2017. Vorläufig ja, da noch die finale Bestätigung durch die Bundesregierung fehlt, in den letzten Jahren waren aber immer die vorläufigen auch die finalen Werte. Daher finden Sie hier die neuen Zahlen, gültig ab 2017 und ebenfalls die neue Berechnung des Arbeitgeberzuschusses, des maximalen Beitrages zur Kranken- und Pflegeversicherung und mehr.

sv-werte-2017-veraenderungenBeitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2016

Die bisherige Grenze betrug in 2016 monatlich 4.237,50 € oder 50.850 € jährlich. Ab dem 01. 01. 2017 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von monatlich 4.350 €/ jährlich 52.200 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2017:

52.200 € (2016: 50.850), monatlich 4.350 €

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2017 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2017 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV

7,3% x 4.350 € = 317,55 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2017 (bisher 309,34 €, +8,21 €)

Damit bekommen Arbeitnehmer die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, zukünftig monatlich 8,21 € mehr Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung, maximal jedoch 50% des Beitrages.

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,55% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,275%

1,275% x 4.350 € = 55,76€ = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2017 (bisher 49,79 €, +5,67 €)

Auch für die private Pflegepflichtversicherung erhöht sich der Beitragszuschuss um 55,76 €.

Durch die veränderten Werte steigt zudem auch der Höchstbeitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Der bisherige Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung in der GKV 2016 lag bei maximal 728,86 € und verändert sich nun wie folgt:

Krankenversicherung: 4.350 € * 14,6% = 635,10 € (bisher 618,68 €, 16,44 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.350 €* (2,55% + 0,25% (Kinderlose)) =  121,80 € (bisher 110,18 €, +11,62 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 756,90 € (bisher 728,86 €, +28,04 €) pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.350 € * (7,3%) = 317,55 € (bisher 309,34 €, +8,21 €)

Pflege: 4.350 € * (1,275% + 0,25%)= 66,34 € (bisher 60,38 €, +5,96 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2017: 383,89 € (bisher 369,72 € + 14,17 €) zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben, Eine Übersicht der Zusatzbeiträge finden Sie hier)

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze haben ab dem 1.1.2017 somit eine monatliche Mehrbelastung von mindestens 14,17 € zu zahlen, zuzüglich dem Zusatzbeitrag welchen die gesetzliche Kasse einkommensabhängig erheben kann.

Natürlich verändert sich auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und steigt um 1.350 € und damit von bisher 56.250 € (in 2016) auf 57.600 € in 2017.

allgemeine Versicherungspflichtgrenze 2017: 57.600 € p.a. oder 4.800 € mtl. (brutto)

besondere Versicherungspflichtgrenze 2017: 52.200 € p.a. oder 4.350 €

Beitragsbemessungsgrenze KV 2017 ebenfalls bei 52.200 € p.a. oder 4.350 €

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 56.250 € p.a. und 57.600 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2017 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2017

West: 76.200 € oder 6.350 € monatlich (in 2016 74.400 € €, ein Plus von 1.800 €)

Ost: 68.400 € oder 5.700€ monatlich (in 2016 64.800 €, ein Plus von 3.600 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik 

sv-groessen-2017-vorr

27.
April '16

Arbeitgeberzuschuss: Wie Sie auch für Frau und Kind einen PKV Zuschuss vom Arbeitgeber bekommen


Der Zuschuss vom Arbeitgeber ist für Angestellte welche in der privaten Krankenversicherung versichert sind, ein nicht unerheblicher Baustein zur Zahlung des Beitrages. Der Arbeitgeber zahlt- das müsste er ja in der gesetzlichen Krankenkasse auch- einen Beitragszuschuss zur Privaten Krankenversicherung, wenn diese bestimmte Vorgaben erfüllt. Nun führt aber dieser Arbeitgeberzuschuss immer wieder zu Diskussionen und Streit, wobei der Arbeitnehmer meist klein beigibt, denn wer möchte sich schon mit dem Arbeitgeber streiten.

Dabei sind die Regelungen recht eindeutig und wer das Gesetz liest, die Kommentare dazu zu Rate zieht und vielleicht noch versucht die Zusammenhänge zu erkennen der merkt schnell – alles ganz einfach. Aufgrund vieler Fragen in den letzten Tagen, hier einmal eine etwas detailliertere Auflistung dessen, was Sie wissen müssen.

Wer bekommt den Arbeitgeberzuschuss?

Der Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung wird an privat versicherte Arbeitnehmer gezahlt. Dabei regelt das Sozialgesetzbuch V die Voraussetzungen und insbesondere der § 257 ist hier entscheidend. Dort heist es:

(2) Beschäftigte, die nur wegen Überschreitens der Jahresarbeitsentgeltgrenze oder auf Grund von § 6 Abs. 3a versicherungsfrei oder die von der Versicherungspflicht befreit und bei einem privaten Krankenversicherungsunternehmen versichert sind und für sich und ihre Angehörigen, die bei Versicherungspflicht des Beschäftigten nach § 10 versichert wären, Vertragsleistungen beanspruchen können, die der Art nach den Leistungen dieses Buches entsprechen, erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Beitragszuschuß.

Generell ist hiermit klar, der Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung steht zunächst einmal dem Arbeitnehmer selbst zu. Zudem all den Versicherten Personen, die nach §10 einen Anspruch auf Familienversicherung( –> also die kostenlose mitversichern in der GKV, wenn denn der Arbeitnehmer nicht in der PKV wäre) hätten.

Was muss der Vertrag zur PKV erfüllen?

Auch die Private Krankenversicherung muss Vorgaben erfüllen, denn nur dann wenn diese sich an die Vorgaben hält, ist der Vertrag und seine Bestandteile zuschussfähig.

(2a) Der Zuschuss nach Absatz 2 wird ab 1. Januar 2009 für eine private Krankenversicherung nur gezahlt, wenn das Versicherungsunternehmen
1. diese Krankenversicherung nach Art der Lebensversicherung betreibt,
2. einen Basistarif im Sinne des § 152 Absatz 1 des Versicherungsaufsichtsgesetzes anbietet,
2a. sich verpflichtet, Interessenten vor Abschluss der Versicherung das amtliche Informationsblatt der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht gemäß § 146 Absatz 1 Nummer 6 des Versicherungsaufsichtsgesetzes auszuhändigen, welches über die verschiedenen Prinzipien der gesetzlichen sowie der privaten Krankenversicherung aufklärt,
3. soweit es über versicherte Personen im brancheneinheitlichen Standardtarif im Sinne von § 257 Abs. 2a in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung verfügt, sich verpflichtet, die in § 257 Abs. 2a in der bis zum 31. Dezember 2008 geltenden Fassung in Bezug auf den Standardtarif genannten Pflichten einzuhalten,
4. sich verpflichtet, den überwiegenden Teil der Überschüsse, die sich aus dem selbst abgeschlossenen Versicherungsgeschäft ergeben, zugunsten der Versicherten zu verwenden,
5. vertraglich auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichtet,
6. die Krankenversicherung nicht zusammen mit anderen Versicherungssparten betreibt, wenn das Versicherungsunternehmen seinen Sitz im Geltungsbereich dieses Gesetzes hat.

Diese Voraussetzungen werden heute durch alle deutschen Privaten Krankenversicherer erfüllt. Wäre auch unklug wenn nicht, denn dann würde ein Kunde sich nicht da versichern können und der Versicherer stände ohne Kunden da. Haben Sie also einen privaten Versicherungsschutz in Deutschland oder planen einen solchen Abschluss, dann sollte die Erfüllung der Vorgaben kein Problem sein.

Bekomme ich den Zuschuss für meine Frau/ meinen Mann?

Diese Frage ist eine der am häufigsten gestellten Fragen, gerade hier gibt es immer und immer wieder Streit und Rückfragen seitens des Arbeitgebers und Unverständnis auf Seiten der Versicherten. JA, der Arbeitgeberzuschuss wird unter bestimmten Voraussetzungen auch für (mehr …)

08.
September '15

Neue Rechengrößen der Sozialversicherung 2016, neuer Arbeitgeberzuschuss 2016


UPDATE: Die vorläufigen Zahlen 2017 finden Sie hier im

Beitrag zu den Sozialversicherungswerten 2017

Und täglich jährlich grüßt das Murmeltier. So, oder so ähnlich könnte es lautet, wenn die neuen Grenzen für die Sozialversicherung im Herbst bekannt werden, so auch dieses Jahr. Haufe veröffentlichte wie immer die neuen, noch vorläufigen Grenzen für die Sozialversicherung 2016. Vorläufig ja, da noch die finale Bestätigung durch die Bundesregierung fehlt, in den letzten Jahren waren aber immer die vorläufigen auch die finalen Werte. Daher finden Sie hier die neuen Zahlen, gültig ab 2016 und ebenfalls die neue Berechnung des Arbeitgeberzuschusses, des maximalen Beitrages zur Kranken- und Pflegeversicherung und mehr.

Beitragsbemessungsgrenze zur Kranken- und Pflegeversicherung 2016

Die bisherige Grenze betrug in 2015 monatlich 4.125 € oder 49.500 € jährlich. Ab dem 01. 01. 2016 sind in der Kranken- und Pflegeversicherung Beiträge bis zur neuen Beitragsbemessungsgrenze von 50.850 € zu zahlen.

Beitragsbemessungsgrenze KV 2016:

50.850 € (2015: 49.500), monatlich 4.237,50 €

Damit verändern sich zwangsläufig weitere Werte. Der Arbeitgeberzuschuss 2016 errechnet sich demnach wie folgt:

Für das Jahr 2016 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV

7,3% x 4.237,50 € = 309,34 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2016 (bisher 301,13 €, +8,21 €)

Damit bekommen Arbeitnehmer die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, zukünftig monatlich 8,20 € mehr Zuschuss zu Ihrer Krankenversicherung, maximal jedoch 50% des Beitrages.

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,35% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,175%

1,175% x 4.237,50 € = 49,79€ = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2016 (bisher 47,44 €, +2,35 €)

Auch für die private Pflegepflichtversicherung erhöht sich der Beitragszuschuss um 2,35 € auf 49,49 €.

Durch die veränderten Werte steigt zudem auch der Höchstbeitrag welcher für die gesetzliche Krankenkasse zu zahlen ist. Der bisherige Beitrag für Kranken- und Pflegeversicherung in der GKV 2015 lag bei maximal 709,50 € und verändert sich nun wie folgt:

Krankenversicherung: 4.237,50 € * 14,6% = 618,68 € (bisher 602,25 €, 16,43 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.237,50 €* (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  110,18 € (bisher 107,25 €, +2,931 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 728,86 € (bisher 709,50 €, +19,36 €) pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.237,50 € * (7,3%) = 309,34 € (bisher 301,13 €, +8,21 €)

Pflege: 4.237,50 € * (1,175% + 0,25%)= 60,38 € (bisher 58,78 €, +1,60 €)

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2016: 369,72 € (bisher 359,91 € + 9,81 €) zuzüglich des Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben, Eine Übersicht der Zusatzbeiträge finden Sie hier)

Arbeitnehmer mit einem Einkommen über der Beitragsbemessungsgrenze haben ab dem 1.1.2016 somit eine monatliche Mehrbelastung von mindestens 9,81 € zu zahlen, zuzüglich dem Zusatzbeitrag welchen die gesetzliche Kasse einkommensabhängig erheben kann.

Natürlich verändert sich auch die Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) und steigt um 1.350 € und damit von bisher 54.900 € (in 2015) auf 56.250 € in 2016.

allgemeine Versicherungspflichtgrenze 2016: 56.250 € p.a. oder 4.687,50 € mtl. (brutto)

besondere Versicherungspflichtgrenze 2016: 50.850 € p.a. oder 4.237,50 €

Beitragsbemessungsgrenze KV 2015 ebenfalls bei 50.850 € p.a. oder 4.237,50 €

Liegt Ihr Jahreseinkommen zwischen 54.900 € p.a. und 56.250 €, so werden Sie dadurch voraussichtlich ab dem 1. Januar 2016 versicherungspflichtig in der GKV und müssen sich auf Antrag befreien lassen. Diese Befreiung gilt nur für den einen Grund (steigende Beitragsbemessungsgrenze) unwiderruflich, mehr Informationen in meinem Beitrag „Wie kann ich in der PKV bleiben

Die Beitragsbemessungsgrenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung beträgt in 2016

West: 74.400 € oder 6.200 € monatlich (in 2015 72.600 €, ein Plus von 2.100 €)

Ost: 64.800 € oder 5.400€ monatlich (in 2015 62.400 €, ein Plus von 2.400 €)

Vollständige Werte finden sich in meiner neuen Übersicht. Diese steht zur freien Verwendung (unverändert) jedermann zur Verfügung. Download als pdf und als Grafik 


02.
September '15

Die Krankenkasse will jetzt eine Nachzahlung für die Kinder, beendet die Familienversicherung und das rückwirkend?


Wenn Sie auf diesen Beitrag gekommen sind, dann haben Sie vielleicht nach Begriffen wie „Nachversicherung“ Kinder oder dem „Ende der Familienversicherung“ gesucht und die Suchmaschine hat Sie hier her gebracht. Die gesetzlichen Krankenkassen scheinen momentan ganz massiv mit der Prüfung der Voraussetzungen der Familienversicherung beschäftigt zu sein. So werden Fragebögen an Versicherte verschickt und es wird rückwirkend geprüft ob denn eine solche kostenfreie Familienversicherung für die Kinder überhaupt möglich ist und war. Hierbei stellen die gesetzlichen Krankenkassen oft fest, das die Kinder gar keinen solchen Anspruch haben und doch einen Beitrag in der GKV zahlen müssten.

FamilienversWann entfällt die Familienversicherung?

Zunächst einmal ist zu prüfen, wo beide Elternteile versichert sind. Dazu habe ich bereits eine Übersicht vorbereitet, hier können Sie- oben angefangen- einfach selbst für sich einmal den Weg entlanggehen und prüfen, wo das Kind denn versichert werden müsste. Weitere Informationen finden Sie auch in dem Beitrag „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„, welchen ich bereits vor einiger Zeit veröffentlicht habe.

Kinder wo versichern 2015

Doch natürlich können sich die Umstände auch ändern und sind der GKV dann anzuzeigen, damit diese erneut prüfen kann. Üblicherweise verschicken die gesetzlichen Krankenkassen hierzu Fragebögen. Fragebögen nach dem Einkommen des Partners, Fragebögen die den Familienstand abfragen und prüfen sollen, ob nicht zwischenzeitlich eine Hochzeit stattgefunden hat.

Familienversicherung- für wen eigentlich kostenfrei?

Wer überhaupt für die Familienversicherung in Frage kommt, das regelt der §10 des Sozialgesetzbuches V. Hier finden wir in schönen Juristendeutsch die Erklärungen, wann und wer kostenfrei in der Familienversicherung zu versichern ist. Dieses bildet auch die Grundlage der Entscheidung, denn die Kassen handeln hier nicht nach Gutdünken, sondern (meist zumindest) nach dem Gesetz.

„Rupfen wir“ den Paragraphen doch mal etwas auseinander und schauen uns an wie es genau aussieht.

§ 10 Familienversicherung

(1) Versichert sind der Ehegatte, der Lebenspartner und die Kinder von Mitgliedern sowie die Kinder von familienversicherten Kindern, wenn diese Familienangehörigen
1.
ihren Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Inland haben,
2.
nicht nach § 5 Abs. 1 Nr. 1, 2, 3 bis 8, 11 oder 12 oder nicht freiwillig versichert sind,
3.
nicht versicherungsfrei oder nicht von der Versicherungspflicht befreit sind; dabei bleibt die Versicherungsfreiheit nach § 7 [Anm. geringfügige Beschäftigung] außer Betracht,
4.
nicht hauptberuflich selbständig erwerbstätig sind und
5.
kein Gesamteinkommen haben, das regelmäßig im Monat ein Siebtel der monatlichen Bezugsgröße [somit 405 € monatlich in 2015] nach § 18 des Vierten Buches überschreitet; bei Renten wird der Zahlbetrag ohne den auf Entgeltpunkte für Kindererziehungszeiten entfallenden Teil berücksichtigt; für geringfügig Beschäftigte nach § 8 Abs. 1 Nr. 1, § 8a des Vierten Buches beträgt das zulässige Gesamteinkommen 450 Euro.
(…)
(2) Kinder sind versichert
1.
bis zur Vollendung des achtzehnten Lebensjahres,
2.
bis zur Vollendung des dreiundzwanzigsten Lebensjahres, wenn sie nicht erwerbstätig sind,
3.
bis zur Vollendung des fünfundzwanzigsten Lebensjahres, wenn sie sich in Schul- oder Berufsausbildung befinden oder ein freiwilliges soziales Jahr oder ein freiwilliges ökologisches Jahr im Sinne des Jugendfreiwilligendienstegesetzes oder Bundesfreiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz leisten; wird die Schul- oder Berufsausbildung durch Erfüllung einer gesetzlichen Dienstpflicht des Kindes unterbrochen oder verzögert, besteht die Versicherung auch für einen der Dauer dieses Dienstes entsprechenden Zeitraum über das fünfundzwanzigste Lebensjahr hinaus; dies gilt ab dem 1. Juli 2011 auch bei einer Unterbrechung oder Verzögerung durch den freiwilligen Wehrdienst nach § 58b des Soldatengesetzes, einen Freiwilligendienst nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz, dem Jugendfreiwilligendienstegesetz oder einen vergleichbaren anerkannten Freiwilligendienst oder durch eine Tätigkeit als Entwicklungshelfer im Sinne des § 1 Absatz 1 des Entwicklungshelfer-Gesetzes für die Dauer von höchstens zwölf Monaten,
4.
ohne Altersgrenze, wenn sie als behinderte Menschen (§ 2 Abs. 1 Satz 1 des Neunten Buches) außerstande sind, sich selbst zu unterhalten; Voraussetzung ist, daß die Behinderung zu einem Zeitpunkt vorlag, in dem das Kind nach Nummer 1, 2 oder 3 versichert war.
(3) Kinder sind nicht versichert, wenn der mit den Kindern verwandte Ehegatte oder Lebenspartner des Mitglieds nicht Mitglied einer Krankenkasse ist und sein Gesamteinkommen regelmäßig im Monat ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt und regelmäßig höher als das Gesamteinkommen des Mitglieds ist; bei Renten wird der Zahlbetrag berücksichtigt. [Anm. hier haben wir den Fall- Ehepartner PKV versichert und über JAEG liegendem Einkommen]
(4) Als Kinder im Sinne der Absätze 1 bis 3 gelten auch Stiefkinder und Enkel, die das Mitglied überwiegend unterhält, sowie Pflegekinder (§ 56 Abs. 2 Nr. 2 des Ersten Buches). Kinder, die mit dem Ziel der Annahme als Kind in die Obhut des Annehmenden aufgenommen sind und für die die zur Annahme erforderliche Einwilligung der Eltern erteilt ist, gelten als Kinder des Annehmenden und nicht mehr als Kinder der leiblichen Eltern. Stiefkinder im Sinne des Satzes 1 sind auch die Kinder des Lebenspartners eines Mitglieds.
(5) Sind die Voraussetzungen der Absätze 1 bis 4 mehrfach erfüllt, wählt das Mitglied die Krankenkasse.

Schwere Kost, oder? Aber im Prinzip ganz einfach, wie auch auf dem oben genannten Bild zu sehen. Wichtig ist eine genaue Prüfung, wichtig ist auch regelmäßig die Voraussetzungen zu prüfen, denn sonst folgt irgendwann das böse Erwachen. Und versuchen Sie gar nicht erst zu glauben, die „merken das eh nicht“. Die Kassen haben chronisch kein Geld, die Kassen sind aber nicht allein, sondern der Gesetzgeber alle anderen am System beteiligten Teile wollen diese Überprüfung auch. Wenn es die bisher nicht gab, seien Sie versichert- die Kasse merkt es irgendwann.

Wie weiss die Kasse davon?

Einige Menschen vergessen es aber, andere finden es lästig und wieder andere spekulieren drauf, die gesetzliche Krankenkasse wird schon nicht drauf kommen und nicht mehr nachfragen. Das passiert sogar manchmal, aber nur für eine gewisse Zeit und verursacht danach mehr Probleme und mehr Stress als Ihnen lieb ist.

Zunächst einmal sind SIE in der Pflicht, nicht die Kasse. Der §10 SGB V schreibt daher weiter:

(6) Das Mitglied hat die nach den Absätzen 1 bis 4 Versicherten mit den für die Durchführung der Familienversicherung notwendigen Angaben sowie die Änderung dieser Angaben an die zuständige Krankenkasse zu melden. Der Spitzenverband Bund der Krankenkassen legt für die Meldung nach Satz 1 ein einheitliches Verfahren und einheitliche Meldevordrucke fest.

Dazu gehören geänderte Einkommensverhältnisse, ein neuer Job, der Wechsel in die PKV, der Austritt aus einer PKV, die Geburt eines Kindes, aber auch die Hochzeit, denn diese ändert die Voraussetzungen meist gravierend. Also merken: Sie müssen melden, auch dann wenn die Krankenkasse nicht explizit fragt!

Doch die Kassen versenden, wenn denn zumindest ein Anhaltspunkt da ist, entsprechende Fragebögen,

Was will die Kasse wissen?

Hier werden die Einkommensdaten des Versicherten und der Partnerin/ des Partners abgefragt und die Daten der Kinder. Alter, Berufsausbildung, Einkommen. Nun meinen viele: „Mein Kind hat doch sowieso kein Einkommen, brauche ich auch nicht ausfüllen“. Ja, für viele Kinder trifft das zu. Haben Sie aber Geld auf die Kinder übertragen und das angelegt, die Kinder aus steuerlichen Gründen an der Firma beteiligt oder die Kinder haben selbst geerbt und Sie verwalten es nur, auch dann erzielen Kinder ein Einkommen und können über die Grenze kommen.

Auch bei gut bezahlten Ferienjobs, der kleinen Firma des Kindes die mal „schnell eine Internetseite programmiert“ oder sonst etwas cleveres anbietet, auch hier sind die Voraussetzungen zu prüfen und oft fallen die Kinder hiermit aus der Familienversicherung heraus. An eine Berufsausbildung denken die meisten noch, vorher wird es aber oft vergessen.

Wenn die Krankenkasse nun rückwirkend Geld will

Familienversicherung stellt die Krankenkasse zu dem Zeitpunkt fest, wo diese von den Umständen Kenntnis hat. Melden Sie der Kasse also „Hurra, wir haben heute geheiratet!“, so ist es recht unkompliziert. Sie entscheiden sich das Kind in der GKV zu versichern und zahlen dort einen Beitrag, oder aber Sie versichern das Kind bei dem Wegfallen der Familienversicherung in der PKV und zahlen den Beitrag dort. Das ist nicht nur unkompliziert, sondern für alle Beteiligten sicher.

Problematischer wird es dann schon, wenn eine solche Meldung nicht erfolgte und Sie vielleicht nun merken: „Mist, das hätte ich schon vor einem Jahr melden müssen.“ Informieren Sie die Kasse also verspätet über Umstände welche zum Entfall der beitragsfreien Familienversicherung führen, so wird auch verspätet eine Beitragspflicht festgestellt. Die Krankenkasse muss dann auch für diesen Zeitraum Beiträge berechnen. Für die freiwillige, gesetzliche Krankenversicherung eines Kindes fallen je nach Unternehmen ca. 165 € Beitrag monatlich an, für die Kranken- und Pflegeversicherung gemeinsam. Für solche Beträge kann das Kind auch privat versichert werden, wenn die Tarife passen, der Gesundheitszustand des Kindes eine Versicherung möglich macht und die Leistungen sorgfältig ausgewählt sind. Dabei sind nicht nur die Vorteile der PKV zu berücksichtigen, auch Nachteile existieren in einzelnen Bereichen in der PKV. Je nach Tarif können Leistungen zum Beispiel bei Kur, Betreuung von Kindern, Hilfsmitteln, Heilmitteln und auch bei der Krankschreiben der Eltern vorhanden sein. Ob sich diese für Sie persönlich als relevant auswirken, das gilt es VOR einem Abschluss genau zu überlegen.

Arbeitgeberzuschuss für mein Kind, auch rückwirkend und auch in der GKV?

Der Arbeitgeber des Elternteils, welches in der Privaten Krankenversicherung versichert ist, der zahlt einen Zuschuss in Höhe von 50% auf den Beitrag (begrenzt auf die Höchstbeträge die sich jährlich ändern, Zahlen 2015 finden Sie hier). Ist der Höchstbetrag noch nicht verbraucht, so ist hier auch ein Zuschuss für das Kind möglich, wenn dieses auch in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Bleibt das Kind (auch gegen Beitrag) in der GKV, so ist dieses nicht möglich. Dieses ist durch ein Urteil des Bundessozialgerichtes entschieden. „Kein Zuschuss des Arbeitgebers mehr für gesetzlich Versicherte Kinder des Arbeitnehmers, Urteil des Bundessozialgerichts B 12 KR 4/11 R

Wenn Sie auf das folgende Bild klicken, können Sie mithilfe des kleinen Rechners (als Exceldatei) schnell sehen, ob von Ihrem AG Zuschuss noch etwas frei ist. Den verbleibenden Zuschuss sehen Sie unten.

GKV AG Zuschuss Kinder

Allein der fehlende AG Zuschuss ist natürlich KEIN Grund das Kind in der PKV zu versichern, es gibt eine Reihe von Faktoren die bei der Überlegung eine Rolle spielen sollten. Entscheiden Sie sich rückwirkend für die private Krankenversicherung für das Kind und es findet sich ein Versicherer der bereit ist den Schutz auch rückwirkend abzuschließen, so entsteht aber rückwirkend kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss.

Rückwirkende PKV und raus aus der GKV nachdem die nun Geld wollen?

Spätestens wenn das Schreiben zum Entfall der Familienversicherung kommt, denken sich viele Versicherte: Schließe ich schnell rückwirkend eine PKV für mein(e) Kind(er) ab, dann bin ich weg und muss dort nichts nachzahlen. So einfach geht es aber nicht. Zum Einen lehnen es viele private Krankenversicherer einfach ab, einen rückwirkenden Schutz über Jahre anzubieten, zum anderen stellt sich die Frage nach bereits erbrachten Leistungen. Natürlich waren Sie bisher davon ausgegangen, das Kind ist familienversichert in der GKV. Also hatten Sie eine Versichertenkarte der gesetzlichen Krankenkasse und waren damit auch beim Arzt. Selbst wenn es nur Vorsorgeuntersuchungen oder eine Impfung war, der Arzt hat diese Leistungen als Kassenleistung abgerechnet und die Kasse ist hierfür aufgekommen.

„Dann zahle ich es denen zurück“

Auch das ist eher problematisch bis unmöglich. Viele Kassen wollen und können gar nicht einzeln auflisten, welche Leistungen berechnet und welche Kosten entstanden sind. Es kann einfach nachvollzogen werden bei welchen Ärzten Sie waren, das war es aber auch schon. Wird nun die Mitgliedschaft in der gesetzlichen Krankenkasse rückwirkend aufgehoben, so haben Sie Kassenleistungen beansprucht ohne Mitglied gewesen zu sein.

„Die PKV kann doch froh sein, bekommen doch Geld für nix“

Da sind wir schon beim nächsten Problem. Würde die GKV Ihnen die Kosten aus der Zeit in Rechnung stellen, so könnten diese in der PKV nicht eingereicht werden. Der Versicherungsschutz kann zwar zurück datiert werden, auch Prämien werden fällig, der eigentliche Versicherungsbeginn ist aber der Tag der Annahme des Antrages, der Tag an dem Sie das Kind nun in der privaten Krankenversicherung versichern wollen. Rechnungen welche davor entstanden sind, sind schlichtweg nicht erstattungsfähig. Bei einem rückwirkenden Wechsel bleiben Sie daher auf den Kosten für bereits erfolgte Behandlungen sitzen. Das kann zu verschmerzen sein, wenn es ein, zwei Vorsorgeuntersuchungen waren, es wird problematische je mehr es ist.

Weiteres Problem- Selbstständige und schwankendes Einkommen

Schwankt das Einkommen von Jahr zu Jahr weil ein Partner selbstständig ist, ergibt sich hieraus noch ein weiteres Problem. Sinkt das Einkommen unter die JAEG, so kann hier schnell wieder der Anspruch auf Familienversicherung vorhanden sein. Das weiss man aber erst dann, wenn die Steuererklärungen fertig gestellt sind und die Bescheide vorliegen. Dann heisst es ggf. wieder raus aus der PKV und rein in die kostenfreie GKV. Ob das gewünscht und sinnvoll ist, hängt auch von der Entwicklung des Einkommens ab. Wie stark ändert sich das? Wie sieht es im kommenden Jahr aus? Wann kommt der Steuerbescheid?

Und falls doch PKV, welche?

Auch hier stehen viele Überlegungen an. Nur in den wenigsten Fällen ist der Tarif und die PKV des Vaters oder der Mutter auch für die Kinder die richtige. Kinder haben gänzlich andere Auswahlkriterien, gänzlich andere Vorgaben für den Umfang des Versicherungsschutzes und andere Prioritäten. So kann Roaming In im Krankenhaus, Kieferorthopädie und Versorgung von Heilmitteln (Logopäden zum Beispiel) wichtiger und anders sein. Viele andere Bereiche wie Heilmittel, ärztliche Versorgung im Krankenhaus sind anders zu gewichen.

Daher hat auch hier die genaue Auswahl des passendem Schutzes oberste Priorität. (–> Auswahlkriterien PKV)

Was genau zu tun ist, wenn die Post der GKV kommt.

1.) Zuerst einmal sollten Sie Ruhe bewahren, Panik und Aufregung hilft hier niemandem. Es ist alles lösbar, auch wenn erst einmal hohe vierstellige Beträge im Raum stehen.

2.) Niemals voreilig und ohne Rat handeln, nichts ausfüllen, nichts wegschicken. Berater konsultieren! Bevor Sie also handeln, sprechen Sie mit jemandem der sich damit auskennt. Es ist nicht ausreichend „irgendeinen“ zu fragen, auch nicht irgendeinen der „was mit Versicherungen macht“. Sie brauchen Rat, qualifizierten und begründeten Rat von einem, der Ihnen helfen kann. Das kann der spezialisierte Makler der PKV sein, das kann ein Versicherungsberater sein oder auch beide in Kombination.

3.) Besorgen Sie alle Unterlagen. Neben dem Schreiben der GKV sind alle Fakten wichtig. Seit wann bestehen die Umstände? (also seit wann verheiratet, Einkommen der Kinder, Wechsel in PKV) Nur wenn alle Fakten da sind, nur dann lässt sich eine Strategie entwickeln. Das kann die rückwirkende PKV in einem „günstigen“ Tarif sein, die Bezahlung der Rechnungen die an die GKV erstattet werden müssen und dann sofort die Umstellung in den passenden Schutz. Das kann aber auch heißen: Nachzahlen in der GKV und dann überlegen. Oder auch andere Wege die möglich sind. Daher ist hier eine genaue Analyse aller Fakten nötig.

4.) Alle Unterlagen scannen oder Faxen und die Anfrage über das Kontaktformular oder per E-Mail senden.

5.) Alles weitere lässt sich nun besprechen. Bitte teilen Sie mir eine Telefonnummer und eine Erreichbarkeit mit, oder nutzen Sie auch den Chat hier links auf der Seite oder die Telefon-Beratung (03838/307533)

Und falls Sie Menschen kennen, die in einer ähnlichen Situation sind und derzeit noch hoffen das die Gesetzlichen Krankenkasse „nichts merkt“, weisen Sie diese einfach mal auf diesen Beitrag hin. Auch wenn die Post heute noch nicht kam, die Kassen brauchen Geld und versuchen (zu recht übrigens) die Beiträge einzufordern. Reagieren Versicherte gar nicht auf die Anforderungen, dann werden auch für die Kinder schnell mal Höchstbeiträge festgesetzt. Das sind dann etwas über 700 € monatlich pro Kind, nicht mehr die 165 €. Warum? Weil die Kasse dann zunächst und ohne Unterlagen davon ausgeht, das Kind hat weitere Einkünfte, etwas anderes ist ja nicht belegt.

11.
November '14

Sozialversicherungswerte 2015- darunter auch der Arbeitgeberzuschuss und die (steigende) Jahresarbeitentgeldgrenze (JAEG 2015)


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UPDATE: Neue (noch vorläufige) Sozialversicherungswerte für 2016 bekannt. HIER mehr Infos!

Und jährlich grüßt das Murmeltier, oder so ähnlich. Die noch vorläufigen Werte zur Sozialversicherung 2015 sind nun bekannt und sollen im Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Bis dahin gelten diese zwar nur unter Vorbehalt der Zustimmung, in der Vergangenheit wurden diese jedoch immer so gebilligt. Daher hier für Sie die neuen Werte, wonach sich auch der Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung richtet, der so genannte Arbeitgeberzuschuss für 2015. (Werte für 2014 zum nochmals nachlesen)

Die Zahlen für die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und die der Versicherungspflichtgrenze werden immer sehnsüchtig erwartet, entscheidet diese Grenze doch auch darüber wer sich privat versichern darf und ob ein PKV Versicherter Angestellter ggf. wieder versicherungspflichtig wieder in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) muss.

Die Jahresarbeitentgeltgrenze 2015 wird demnach bei 54.900 € (mtl. 4.575 €) liegen und steigt damit gegenüber den Vorjahreswerten um 1.350€, der gleiche absolute Anstieg wie im letzten Jahr (2014 lag diese bei 53.550 €), ebenso ändert sich daher die besondere Versicherungspflichtgrenze (für alle bis zum 31. 12. 2002 PKV Versicherten) auf 49.500€ (2014: 48.600 €, + 900€) .

Da auch die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung um 900 € pro Jahr oder 75 € pro Monat steigt (diese liegt dann bei 49.500 € oder 4.125€ pro Monat), ändert sich auch der Höchstbeitrag zur Gesetzlichen Krankenkasse und der Arbeitgeberzuschuss. Dieser berechnet sich dann in 2015 wie folgt:

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung 2015

Für das Jahr 2015 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV

7,3% x 4.125€ = 301,13 € (bisher 295,65 €, +5,48 €) = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2015 

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,35% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,175%

1,175% x 4.125€ = 48,46 € (bisher 41,51 €, +5,93 €) = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2015

Der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt demnach ebenfalls an und berechnet sich für das Jahr 2015 wie folgt:

Gesamtbetrag zur GKV:

Krankenversicherung: 4.125 € * 14,6% = 602,25 € (bisher 627,75 €, -25,50 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.125 € * (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  107,25 € (bisher 93,15 €, +14,10 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 709,50 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.125 € * (7,3%) = 301,13 €

Pflege: 4.125 € * (1,175% + 0,25%)= 58,78 €

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2015: 359,91 € (+ Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben)

Hier noch einmal alle Zahlen im Überblick:

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