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02.
Februar '17

Hilfe- ich habe keine Versicherung – was tun, wenn die private Krankenversicherung rückwirkend kündigt?


Ein immer wiederkehrendes Szenario und leider häufen sich die Fälle derzeit mal wieder. Ich möchte und werde hier keine Namen von einigen Vertrieben oder gar Namen einzelner Berater nennen und sicherlich ist nicht immer der Berater (mit-) schuld. Dennoch gab es in den ersten vier Wochen des Jahres einige Hilferufe von Menschen, welche den Blog hier lesen oder einfach durch Google bei der Suche hier landeten.

Es geht um Rücktritte, Anfechtungen, rückwirkende Risikozuschläge (nennt sich dann auch rückwirkende Vertragsanpassung) und weitere Fälle. Eines haben aber alle gemeinsam. Zunächst einmal ist der Versicherungsschutz keinesfalls mehr wie er war. Mit dem ersten Schreiben des Versicherers kommt das böse Erwachen und die Ratlosigkeit, daher möchte ich diesen Beitrag nutzen um einige grundlegende Fragen zu beantworten.

Eines ist auch klar, ohne jemanden „der sich damit (wirklich) auskennt“ wird es kaum gehen, allein hier zu agieren macht es in vielen Fällen noch schlimmer. Daher sind der Berater, Rechtsanwälte aber auch Versicherungsberater mit einer Spezialisierung auf die Private Krankenversicherung oder zumindest auf Rücktritt und Anzeigepflichtverletzung die richtigen Ansprechpartner. Doch einige allgemeine Fragen lassen sich durchaus auch allgemein beantworten und schaffen zumindest weitere Klarheit. Generell gilt: Auch der Versicherer hat zunächst einmal kein Interesse an einem Rücktritt oder einer rückwirkenden Anfechtung eines Vertrages. Schließlich macht es ihm Arbeit, der Kunde hat Ärger und „Stress“ und so wird dieses vorher genau geprüft. Auf der anderen Seite sind Versicherer auch für Ihr Kollektiv aller Versicherten verantwortlich und so müssen diese im Interesse aller handeln. Daher gilt es zu überprüfen ob die Angaben im Antrag richtig und vollständig gemacht wurden.

Zunächst geht es also um die Frage nach den unterschiedlichen Begriffen. Daher greife ich diese auf und versuche einen kurzen Überblick mit den passenden Paragraphen zu geben.

Der Rücktritt vom Vertrag

Grundlage für einen solchen Rücktritt ist der Paragraph 19 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG). Hier regelt der Gesetzgeber was passiert, hat der Antragsteller unrichtige oder nicht vollständige Angaben über seinen Gesundheitszustand gemacht.

§ 19 Anzeigepflicht

(1) Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen. Stellt der Versicherer nach der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor Vertragsannahme Fragen im Sinn des Satzes 1, ist der Versicherungsnehmer auch insoweit zur Anzeige verpflichtet.

(2) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Absatz 1, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.
(3) Das Rücktrittsrecht des Versicherers ist ausgeschlossen, wenn der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt hat. In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zu kündigen.
(4) Das Rücktrittsrecht des Versicherers wegen grob fahrlässiger Verletzung der Anzeigepflicht und sein Kündigungsrecht nach Absatz 3 Satz 2 sind ausgeschlossen, wenn er den Vertrag auch bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände, wenn auch zu anderen Bedingungen, geschlossen hätte. Die anderen Bedingungen werden auf Verlangen des Versicherers rückwirkend, bei einer vom Versicherungsnehmer nicht zu vertretenden Pflichtverletzung ab der laufenden Versicherungsperiode Vertragsbestandteil.
(5) Dem Versicherer stehen die Rechte nach den Absätzen 2 bis 4 nur zu, wenn er den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hingewiesen hat. Die Rechte sind ausgeschlossen, wenn der Versicherer den nicht angezeigten Gefahrumstand oder die Unrichtigkeit der Anzeige kannte.
(6) Erhöht sich im Fall des Absatzes 4 Satz 2 durch eine Vertragsänderung die Prämie um mehr als 10 Prozent oder schließt der Versicherer die Gefahrabsicherung für den nicht angezeigten Umstand aus, kann der Versicherungsnehmer den Vertrag innerhalb eines Monats nach Zugang der Mitteilung des Versicherers ohne Einhaltung einer Frist kündigen. Der Versicherer hat den Versicherungsnehmer in der Mitteilung auf dieses Recht hinzuweisen.

Was bedeutet der Rücktritt nun für Sie als Kunden?

Zunächst einmal bedeutet der Rücktritt, der Vertrag hat nicht bestanden. Der Versicherer macht einen „Schritt zurück“ und tut so, als habe er mit Ihnen nie einen Vertrag geschlossen. Dadurch ergibt sich meist ein weiteres Problem, was ist mit den bereits bezahlten oder gerade eingereichten Rechnungen?

Der Versicherer bekommt in den meisten Fällen durch eingereichte Rechnungen Kenntnis von einer Erkrankung oder vermutet aufgrund eines Rezeptes oder einer anderen Verordnung eine schon bestehende und anzeigepflichtige Erkrankung. Nun muss er reagieren und dabei bestimmte Fristen beachten.

§ 21 Ausübung der Rechte des Versicherers

(1) Der Versicherer muss die ihm nach § 19 Abs. 2 bis 4 zustehenden Rechte innerhalb eines Monats schriftlich geltend machen. Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, zu dem der Versicherer von der Verletzung der Anzeigepflicht, die das von ihm geltend gemachte Recht begründet, Kenntnis erlangt. Der Versicherer hat bei der Ausübung seiner Rechte die Umstände anzugeben, auf die er seine Erklärung stützt; er darf nachträglich weitere Umstände zur Begründung seiner Erklärung angeben, wenn für diese die Frist nach Satz 1 nicht verstrichen ist.

Tritt er [der Versicherer] nun vom Vertrag zurück, so hatten Sie nie einen. Also sind die bestehenden Rechnungen auch nicht zu bezahlen, da hier kein Vertrag und damit auch keine Leistungspflicht bestanden hat.

(2) Im Fall eines Rücktrittes nach § 19 Abs. 2 nach Eintritt des Versicherungsfalles ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet, es sei denn, die Verletzung der Anzeigepflicht bezieht sich auf einen Umstand, der weder für den Eintritt oder die Feststellung des Versicherungsfalles noch für die Feststellung oder den Umfang der Leistungspflicht des Versicherers ursächlich ist. Hat der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht arglistig verletzt, ist der Versicherer nicht zur Leistung verpflichtet.

Das ist insbesondere dann nicht nur ärgerlich sondern finanziell problematisch, falls der Versicherer schon Rechnungen erstattet hat. Und nein, eine Aufrechnung der Rechnungen mit den bereits bezahlten Beiträgen erfolgt nicht generell, sondern, diese Beiträge stehen dem Versicherer ggf. dennoch zu, obwohl Leistungen nicht erbracht werden müssen oder zurückgefordert werden. Das ist auch nachvollziehbar, denn wäre dem anders, dann könnte es der „böse Kunde“ genau darauf anlegen. Passiert mir was und es fällt nicht auf ist alles gut. Fällt es auf, so bekomme ich meine Beiträge wieder und zahle davon die Arztkosten (verbunden mit dem Risiko das es natürlich nicht reicht).

Tritt der Versicherer nicht zurück, weil weder vorsätzlich oder grob fahrlässig etwas falsch oder nicht angeben wurde, so besteht unter Umständen ein Kündigungsrecht.

(4) Das Rücktrittsrecht des Versicherers wegen grob fahrlässiger Verletzung der Anzeigepflicht und sein Kündigungsrecht nach Absatz 3 Satz 2 sind ausgeschlossen, wenn er den Vertrag auch bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände, wenn auch zu anderen Bedingungen, geschlossen hätte. Die anderen Bedingungen werden auf Verlangen des Versicherers rückwirkend, bei einer vom Versicherungsnehmer nicht zu vertretenden Pflichtverletzung ab der laufenden Versicherungsperiode Vertragsbestandteil.

Die Rechte bestehen nicht ewig

(3) Die Rechte des Versicherers nach § 19 Abs. 2 bis 4 erlöschen nach Ablauf von fünf Jahren nach Vertragsschluss; dies gilt nicht für Versicherungsfälle, die vor Ablauf dieser Frist eingetreten sind. Hat der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht vorsätzlich oder arglistig verletzt, beläuft sich die Frist auf zehn Jahre.

§ 22 Arglistige Täuschung

Das Recht des Versicherers, den Vertrag wegen arglistiger Täuschung anzufechten, bleibt unberührt.

Weiterhin kann ein Rücktritt aber dann ausgeschlossen sein, wenn der Versicherer den Vertrag damals auch dann angenommen hätte, wären ihm alle Umstände bekannt gewesen. Das ist meist im Nachhinein schwer (mehr …)

12.
Juli '16

„Das brauchen Sie nicht angeben“ – Warum Sie jetzt Ihren Vertreter oder Makler vor die Tür setzen sollten, schnell!


Update: „Das Investment“ hat die Geschichte ebenfalls aufgegriffen und die „wohl schlechteste Versicherungsmaklerin Deutschlands“ „gekürt“. Hier die Geschichte.

Es gibt so Geschichten, die kann man sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausdenken. Auch wenn ich schon fast zwanzig Jahre in dieser Branche unterwegs bin und schon einiges gesehen habe sehen musste, es gibt immer noch Beispiele wo man nicht nur an dem gesunden Menschenverstand zweifelt, sondern es anscheinend keinerlei gibt. Einen solcher Fälle musste ich leider in den letzten Tagen wieder erleben.

Zehn Jahre in der PKV und jetzt wechseln?

In meinem letzten Beitrag habe ich erklärt, dass der eigene Schutz in der privaten Krankenversicherung regelmäßig überprüft werden muss. Auch habe ich dort dargelegt, dass es sinnvoll sein kann einen bestehenden Krankenversicherungsschutz auch wieder aufzugeben, wenn der Versicherungsschutz nicht dem eigenen Bedarf entspricht. Doch was hier passiert ist, hat nichts mit Kundenberatung oder gar Kunden Interessen zu tun, das ist einfach unverantwortlicher Unsinn und die Kunden muss es ausbaden.

Was ist passiert?

Eine privat versicherte Angestellte hatte einen Versicherungsschutz in einem Kompakttarif einer privaten Krankenversicherung. Kein Luxus aber ein Tarif mit dem man (wenn es zu den eigenen Ansprüchen passt) durchaus leben kann. Zudem gibt es einen weiteren Tarif, welcher die Wahlleistungen im Krankenhaus (also das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung) absichert(e) und ein Krankengeld welches mit 100 € pro Tag etwas niedrig ist. Nun ist die Kundin schon zehn Jahre dort versichert, Versicherungsbeginn war im Jahr 2005. Vollkommen zurecht stellt sich jetzt die Frage, warum jemand nach so langer Versicherungszeit überhaupt in die Verlegenheit kommt sein Versicherungsschutz zu kündigen. Nun, die alte Krankenversicherung erhöhte zum Jahresende des letzten Jahres ihren Beitrag um knapp 110 € und somit ergab sich ein neuer Gesamtbeitrag von 780 €. Darin enthalten war die Pflegepflichtversicherung, dass Zweibettzimmer und die Wahlleistungen Chefarzt, ein Krankentagegeld und der Krankenversicherungsschutz.

Das ist aber recht viel? Richtig, denn die Kunden ist erst mit etwas über 45 Jahren in die private Krankenversicherung gewechselt. Ob das zu dem Zeitpunkt so sinnvoll und ratsam war, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ist aber nun so. Nach der Anpassung des Beitrages nutzte die Kunden die erste Verärgerung darüber um sich nach einer Alternative umzusehen. Nach etwas suchen bei „Tante Google“ landete diese auch auf einem dubiosen Anfrageformular und wurde kurz darauf von einer Maklerin aus dem Norden der Republik kontaktiert. Nach einigen Gesprächen lautete die Empfehlung, den Versicherungsschutz doch zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Schließlich würde die Monatsprämie dann um 138 € sinken, was der Kundin natürlich recht war.

Äpfel mit Birnen verglichen

Ohne ins Detail zu gehen, fallen mir mindestens 40 Kriterien ein, in welchen der neue Tarif schlechter ist als der bisherige Schutz. Auch hat man wohl das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung einfach vergessen. Doch was macht das schon, schließlich war es ja 138 € monatlich günstiger.

Neben der Tatsache dass die Kunden gleichzeitig natürlich aus der alten „Bisexwelt“ in die neue „Unisexwelt“ gewechselt ist und nebenbei auch das Umwandlungsrecht in den Standardtarif einfach verloren gehen, sträuben sich mir, bei so viel Unsinn und Profitgier, die Nackenhaare. Da kommt ein Makler/eine Maklerin und lässt ernsthaft eine Kunden mit zehn Jahren vor Versicherungszeit, vorhandenen Vorerkrankungen und einem Alter von 55 Jahren die private Krankenversicherung wechseln. So viel (entschuldigen Sie bitte) Dummheit auf einen Haufen kann es normalerweise gar nicht geben.

„Das Glaukom brauchen sie nicht angeben“

Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur das hier der Kunden (versicherungstechnisch) das eigene Grab geschaufelt wurde, es wurden auch gleich noch einige Falltüren versteckt. So leidet die Kunden unter einem Glaukom, Sie kennen es vielleicht unter dem Namen Grüner Star. Eine solche Augenerkrankung führt in der privaten Krankenversicherung je nach Ausprägung zu einer Ablehnung oder einem (höheren) Risikozuschlag. Das ist auch verständlich, denn können doch hieraus weitere notwendige Untersuchungen und Behandlungen entstehen, welche schlichtweg Geld kosten. Geld welches das Versicherten Kollektiv tragen muss und wenn’s denn bei Antragstellung schon bekannt ist in Form eines Risikozuschlag ausgeglichen werden muss. Weiterhin gibt es einige Behandlungen des Rückens, insbesondere hier Massagen, Wärmepackungen und ähnliches.

Wenn auch die Maklerin anscheinend keine Ahnung von dem Krankenversicherungsthema hatte, eines wusste sie wohl sehr genau: Werden die Angaben zum Gesundheitszustand vollständig und wahrheitsgemäß gemacht, so führt das entweder zu einem Zuschlag oder die neue Krankenversicherung wird das Risiko ablehnen. Damit ihr das gar nicht erst passiert und sie umsonst gearbeitet hat, rät sie der Kunde es gar nicht erst anzugeben. Die Kundin fragt noch einmal nach und bekommt auch hier die Aussage, dass auch sie nicht anzugeben. Ein fataler Irrtum, wie sich später zeigen wird.

Kniebeschwerden, Arthrose, Rücktritt

Es kommt wie es kommen muss. Auch wenn es vorher keine Beschwerden dazu gab, nur wenige Monate nach dem Beginn des Versicherungsschutzes, im April 2016 treten bei der Kunden Kniebeschwerden auf. O. k., das ist in dem Alter >50 Jahre jetzt nicht so sonderbar mögen sich vielleicht denken, ist es auch nicht. Schließlich ist die Kunden dafür krankenversichert und lässt die Operation am Knie durchführen. Alles verläuft gut, die Rechnung vom Arzt und der Operation kommt und die Kundin reicht diese bei ihrer neuen Krankenversicherung an. Die Hansemerkur Krankenversicherung tut genau das, was jeder andere Versicherer auch getan hätte. Bei (größeren) Behandlungen und Beschwerden kurz nach dem Beginn der Versicherung wird eine sogenannte Anzeigepflichtverletzung geprüft. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit der Verletzung der torvertraglichen Anzeigepflicht. Das bedeutet vereinfacht nichts anderes, als ob die Kunden alle Angaben im Antrag wahrheitsgemäß gemacht hat. Ist der Versicherer (bewusst oder eben aufgrund von falschen Informationen) belogen worden, so wird er im Sinne des Versichertenkollektives die Chance nutzen von dem Vertrag zurückzutreten. Das muss er auch tun, denn sonst wäre eine vernünftige Prämienkalkulation nicht möglich.

Nochmals, der Hansemerkur Krankenversicherung ist hier kein Vorwurf zu machen. Der Versicherungsmaklerin ist hier nicht nur Vorsatz zu unterstellen, als juristischer Laie wäre durchaus auch ein Betrugsvorwurf denkbar. Das müssen natürlich andere Stellen klären, und das ist auch nichts hier im Beitrag und im Blog klären will. Es geht hier aber nicht um eine kleine vergessene Angabe bei den Gesundheitsfragen, es geht um eine bewusst falsche Aussage gegenüber der Kunden, eine vorsätzliche Falschangabe im Antrag und das alles nur, damit die eigene Provision nicht gefährdet ist.

Es ist eine Schande für den Berufsstand des Versicherungsmaklers, es ist eine Schande für die gesamte Branche, dass solche Menschen Betrüger hier immer noch tätig sind. Natürlich musste die Versicherungsmaklerin wissen und befürchten, dass mit der korrekten Angabe aller Gesundheitsfragen der Abschluss in Gefahr war. Natürlich musste sie ahnen dass sie dann nicht einen Cent verdienen wird, was alleine schon an einem unsinnigen Vergütungssystem liegt. Doch darum geht es nicht, es geht vielmehr darum dass hier bewusst ein falscher Ratschlag gegeben wurde.

Kunde haftet für seine Angaben

Jetzt können Sie natürlich einwenden, schließlich habe die Kunden doch den Antrag unterschrieben. Schließlich haben die Kunden am besten über ihre gesundheitlichen Beschwerden und Probleme Bescheid gewusst. Schließlich hätte sie doch wissen müssen das diese Angaben zu machen sind, denn der Versicherer weist in seinem Antragsformular auf folgendes hin:HM VVA Hinweis

Ja natürlich hätte sie es wissen müssen, natürlich hätte die Kunden nachfragen müssen und die Angaben gegebenenfalls sorgfältiger machen. Doch wenn diese explizit nochmals bei ihrer Maklerin nachfragt, und diese mir versichert dass solche Angaben nicht zu machen sind, was hätten Sie getan?

Nachdem Kunden nun ihre Rechnungen eingereicht hatte und auf die Erstattung wartete, kann stattdessen eine weitere Nachfrage. Es sollten Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden um die entsprechenden Angaben im Antrag zu prüfen. Die Ärzte haben natürlich ihre Angaben wahrheitsgemäß und vollständig gemacht. (mehr …)

14.
Dezember '15

Anfragezeiträume bei Personenversicherungen und ein großer Irrtum zur Angabepflicht


In den letzten Tagen kam mal wieder ein Thema auf, welches selbst unter (Fach-)Kollegen zu großen Diskussionen führt, wie das dann wohl erst bei Laien, Interessenten und dem Antragsteller sein muss? Dabei geht es um die Frage, welche Angaben der Versicherer nach Kenntnis der bei der Risikoprüfung verwenden darf, wenn er diese vielleicht sonst gar nicht abgefragt hätte. Um diese Frage etwas ausführlicher zu beantworten, schauen wir uns das an einem konkreten Beispiel einmal an, welcher gerade jetzt bei der Beitragsanpassung und dem Wunsch nach einer Reduzierung des Risikozuschlages (—> Beitragsanpassung bei der Axa) durchaus häufiger auftreten kann.

Die Falle „Arztakte“

Zunächst also ein Fall wo es um einen Neuantrag geht. Oftmals versuchen ja Kunden (und Berater) durchaus, auf den ersten Blick unnötige, Arbeit zu vermeiden. Also wird schnell einmal die Krankenakte angefordert und dann in der Anfrage mehr oder minder ungefiltert verwendet. So wird diese dann dem Versicherer im Rahmen der Voranfrage oder- schlimmer- des Antrags zur Verfügung gestellt. Gerade wenn aber hier Krankheiten und Beschwerden verzeichnet sind, welche über den Anfragezeitraum im Antrag hinausgehen, kann sich hierdurch ein größeres Problem ergeben. So kommt der Versicherer zu Informationen, die er bei korrekt ausgefülltem Antrag nicht gehabt hätte.

Universalanträge- mehr Fluch als Segen

Ein ähnliches Problem sind solche Universalanträge oder Anfrageformulare die oftmals verwendet werden, damit der Kunde nicht „so viele Formulare ausfüllen muss“ und schließlich will er das sowieso nicht, so meinen zumindest viele Berater. Gerade bei Vertrieben sind solche Universalanträge, oftmals noch selbst entwickelt, ein beliebtes Instrument um die Arbeit begrenzen und damit schnell zum Geschäft zu kommen. Doch ist es das wirklich wert?

Natürlich finden sich bei einigen Vertrieben in den Anträgen unterschiedliche Fragen, so kann diese lauten: „Untersuchungen in den letzten 10 Jahren, bei Gesellschaft XYZ aber nur 5, bei Gesellschaft B 3 Jahre“. Solche Fragen können vor allem eins: Fehler produzieren. Schon die Antragstellung und richtige Beantwortung mit einer normalen Frage im Antrag ist schon nicht immer einfach, wer aber will dann noch jede Frage für jede Gesellschaft einzeln anpassen?

Somit ist die Gefahr etwas zu vergessen oder falsch zu beantworten deutlich höher, auf der anderen Seite laufen Sie schnell Gefahr viel mehr von sich preiszugeben, als der Versicherer eigentlich erfahren müsste. Eigentlich? Ja, denn nur das, wonach der Versicherer ausdrücklich und in Schriftform fragt, nur das müssen Sie dann auch angeben. Nicht weniger, aber eben auch nicht unnütz mehr. Klingt doch ganz simpel, oder?

Fragt ein Versicherer nach Untersuchungen der letzten 3 Jahre, so ist alles davor raus aus der Antwort. Verwenden Sie aber ein Formular eines anderen Unternehmens zur Anfrage und wird dort nach 5 Jahren gefragt, so geben Sie Informationen preis, Zahlen womöglich lebenslang einen Zuschlag für etwas, was nicht hätte sein müssen. Schöne Grüße an den, der ihnen das eingebrockt hat.

Nutzt der Versicherer die Informationen die er „mehr“ weiss?

Fangen wir mit einem anderen Beispiel an, das verdeutlicht es sehr gut und macht verständlich was ich Ihnen sagen will. Es geht dabei um den Prozess der Antragstellung, also für den Versicherer ein „Neukunde“.

Nehmen wir an Sie wären nicht Versicherer, sondern ein Handwerksunternehmen. Ihr Außendienstmitarbeiter kommt mit einem dicken Auftrag zurück in die Firma und erzählt stolz, der Kunde hat das Angebot angenommen. Alle sind zufrieden, bis der Innendienst die Daten in die Kundenverwaltung eingibt und da fällt etwas auf. Der Kunde war schon mal Kunde. Es ist Jahre her und beinahe war es vergessen. Leider hat dieser besagte Kunde damals seine Rechnung nicht, oder vielleicht nur sehr schleppend und nach einer Klage bezahlt. Diese Information haben Sie natürlich jetzt wieder „auf dem Schirm“. Was passiert? Je nachdem wie es der Firma geht und wie gravierend die unregelmäßige Zahlung damals war, wird es vielleicht mit einer Vorauszahlung, kürzeren Abständen bei der Abschlagszahlung oder aber zu einer Ablehnung des Auftrages kommen. Warum? Weil Sie etwas wissen, was ihnen der Interessent heute nicht gesagt hat, muss er ja auch nicht.

Auf die Versicherung übertragen bedeutet das aber dann auch, das Informationen die nun einmal da sind, auch verwertet werden. Da wird es keine Abschlagszahlung geben, aber einen Risikozuschlag für Vorerkrankungen, Vorerkrankungen die Sie normalerweise nicht gekannt hätten.

Ein ähnliches Problem ergibt sich dann, wenn Sie bereits früher einmal bei einem Versicherer waren oder schon mal ein nicht anonymer Antrag gestellt wurde. Auch hier sind Informationen vorhanden, die ggf. verwendet werden. Ärgerlich aber nicht ausgeschlossen.

Darf er das?

Klar darf er. Entschuldigen Sie bitte die deutlichen Worte, aber wenn der Antragsteller oder gar der Berater so „dämlich“ ist, mehr anzugeben als er muss, dann muss der Kunde leider mit den Konsequenzen leben. Das mag vielleicht jetzt hart klingen, aber das ist ein lösbares Problem, wenn es denn bekannt ist.

Die Lösung

Nur damit eines klar ist. Alles, aber auch wirklich alles nachdem der Versicherer fragt (ggf. auch erst auf Nachfrage oder mit zusätzlichen Fragebögen) ist zu beantworten. Weiterhin sind alle Angaben richtig und vollständig zu machen. Wer also eine Kontrolluntersuchung angeben muss, der muss dem Versicherer zugestehen nachzufragen, was denn genau kontrolliert wurde und ob es vielleicht vorher eine andere Diagnose gab oder gibt. Aber mehr angeben müssen Sie eben auch nicht und auch wenn der Versicherer Antragsangaben nicht nachfragt und erst später merkt er hätte gern noch was gewusst, dann ist das bitte sein Problem.

Daher gilt in der Antragstellung eine einfache Regel:

Zum sammeln von Informationen können Sie gern allgemeine Formulare FÜR DIE EIGENE RECHERCHE verwenden. Bei der Antragstellung und/ oder der Vorantrage für eine verbindliche Einschätzung verwende ich für meine Kunden ausschließlich die Formulare und die Antrags-/ Gesundheitsfragen der jeweiligen Gesellschaft.

Klar muss man bei drei Gesellschaften die angefragt werden sollen dann auch drei Formulare, vielleicht sogar noch dreimal einen speziellen Fragebogen etc. ausfüllen, macht aber nix. Das „bisschen Mehrarbeit“ rechnet sich sehr schnell wieder, wenn Sie danach keinen oder einen kleineren Zuschlag zahlen müssen.

Voranfragen und die richtige Vorgehensweise entscheiden somit über die Prämie heute und den nächsten Jahren/ Jahrzehnten, das sollte es Ihnen wert sein.

27.
August '14

„Fordern Sie bloß vor Antragstellung keine Krankenakte bei der Kasse an, könnte was schlimmes drin stehen“ – wer solche Tipps von seinem Makler bekommt, kann auch gleich aufhören


Bei manchen Aussagen von vermeintlichen Kollegen frage ich mich, ob der Kunde nicht lieber schnell genug laufen sollte, wenn er solche Ratschläge bekommt. Ein solches Erlebnis hatte ich vorgestern, als ich einen Artikel las, geschrieben von/ mit einem Direktor eines Finanzdienstleisters der selbst als Makler registriert ist. Die Überschrift klang durchaus noch vielversprechend, hieß es doch: „Ärzte gehen zu sorglos mit Diagnosen um“.

Stimmt, dachte ich im Stillen und las bei einer Tasse Kaffee weiter. Doch was dann in dem Artikel über die Berufsunfähigkeitsversicherung und die Antragstellung geschrieben wurde, das lies mir die Haare zu Berge stehen. In diesem Beitrag hier soll es nur um eine Aussage gehen, mit den anderen beschäftige ich mich in einem weiteren Artikel.

Auch wenn der „Kollege“ in einem Forum für Makler zwischenzeitlich eingeräumt hat, er wäre falsch bzw. unvollständig zitiert worden, bleibe aber im wesentlichen bei der Aussage:

(…) Ich rate aber davon ab, sich bei der Krankenversicherung einen Auszug aus der Krankenakte zu holen.

Warum?

Manche Ärzte gehen in ihren Abrechnungen zu sorglos mit Diagnosen um. So landen auch einige Diagnosen, von denen die Patienten nichts wissen – und die oftmals irrelevant sind – in ihrer Krankenakte. Weiß ein Patient nichts davon, kann er das auch nicht in seinem BU-Antrag angeben. Hat er allerdings die Kenntnisse aus den abgerechneten Diagnosen bei der Krankenkasse, muss er diese auch angeben.

Der Prozess der Antragstellung

Anträge für biometrischen Risiken, also Krankenversicherungen, Absicherungen gegen Berufsunfähigkeit, Lebensversicherungen und viele andere Produkte erfordern die Aufklärung über den Gesundheitszustand des Kunden. Nur wenn dieser wahrheitsgemäße Angaben macht und klar auflistet was er hatte, nur dann kann der Versicherer das Risiko ordentlich einschätzen und eine risikogerechte Prämie anbieten. Das führt auf der anderen Seite aber eben auch zu höheren Prämien bei bestehenden Vorerkrankungen, sogar einer Ablehnung oder einer Klausel um bestimmte Krankheiten vom Schutz auszuschießen.

Diese Angaben werden dann in den Antrag eingetragen, ggf. sind weitere Fragebögen zu beantworten und wenn das alles noch nicht reicht, so wird der Versicherer eine Arztauskunft bei dem Behandler einholen oder weitere Nachforschungen anstellen.

Was, wenn falsche Angaben in der Akte stehen?

Ärzte sind auch nur Menschen und Menschen machen Fehler. So passiert es täglich mehrfach, das Diagnosen nicht korrekt erfasst werden, ein Zahlendreher in einer ICD Ziffer den Patienten mit Bluthochdruck plötzlich zum Asthmatiker machen kann oder Erkrankungen in den Akten stehen, die der Patient nie hatte.

Aus „mir geht es heute irgendwie nicht so gut, bin etwas überarbeitet“ wird ein „Erschöpfungssyndrom“, aus „ich brauche mal eine Massage“ schnell ein HWS Syndrom, was eine Antragstellung in der BU-Absicherung schon sehr erschweren kann.

Solche Falschen Angaben lassen sich- einvernehmlich mit dem Arzt- in vielen Fällen lösen. Lösen in dem man diesen erneut aufsucht, Beschwerden klarstellt und falsche Angaben auch aus der Krankenakte gelöscht werden müssen, wenn diese nachweislich nicht zutreffen. Je früher Sie solche falschen Angaben bemerken, je einfacher ist es noch, diese zu korrigieren. Wer nach 5, 6, 8 Jahren aber kommt und meint „ich hatte aber nur etwas verspannten Nacken und kein HWS“, der wird es sehr schwer haben, so der Arzt dann überhaupt noch praktiziert.

Neben den menschlichen Fehlern passieren bei einigen Ärzten auch andere. So werden Diagnosen zur Abrechnung „etwas aufgehübscht“, die eigene Abrechnung etwas „frisiert“ und damit der eigene Geldbeutel etwas mehr gefüllt. Klar ist eine kompliziertere Diagnose, die zudem noch besser vergütet wird, für den Arzt bares Geld wert. Wer privat krankenversichert ist, für den ist es hier etwas einfacher. Auf den Rechnungen die der Patient nach Behandlungsende erhält, ist stets eine Diagnose angegeben. Kontrollieren Sie diese bitte genau und reklamieren eine solche Diagnose gleich. Auch falls das Argument „Brauchen wir doch nur für die Abrechnung“ kommt, so bestehen Sie auf einer neuen Rechnung und vor allem einer Korrektur der Krankenakte.

Bei einem GKV Patienten ist das schon etwas schwieriger, denn dort gibt es keine Rechnung. Dennoch hilft auch hier von Zeit zu Zeit eine Abfrage bei der GKV, ein aktueller Auszug aus der Krankenakte und auch hier: Kontrollieren Sie das was da steht und lassen sich Arztberichte in Kopie aushändigen. Einfach abheften oder einscannen und haben Sie zu Hause ihre eigene Krankenakte.

Wer was weiss, muss es angeben

Klar, wenn Sie Diagnosen kennen und der Versicherer in seinem Antrag danach fragt, dann sind diese anzugeben und führen bestenfalls zu Rückfragen, manchmal zu Zuschlägen und im schlimmsten Fall zu einer Ablehnung.

Wenn Sie aber nichts tun und es verschweigen oder einfach sich nicht informieren, so sitzen Sie auf einem Pulverfass und können sich das monatliche Überweisen auch gleich sparen. Warum? Weil der Versicherer seine Chance zur Verweigerung der Leistung nutzen wird- Berechtigt!

Was, wenn ich nichts weiss?

Anzugeben ist das, wovon man Kenntnis hat, das ist schon korrekt soweit. Würde also ein Arzt eine Diagnose bewusst verschweigen (vielleicht weil es aus psychologischen Gründen erforderlich ist), dann wäre diese eine Diagnose dem Patienten auch nicht bekannt. Das ist aber eher ein seltener Fall.

Generell gilt folgende Verfahrensweise:

1.) Besorgen Sie sich alle Unterlagen von Ärzten, Kopien von der Krankenakte etc.

2.) Finden Sie in den Unterlagen zu 1.) weitere Verweise auf Ärzte, Arztbriefe oder Hinweise auf stationäre Aufenthalte, so fragen Sie auch hier an.

3.) Auch eine Anfrage bei der GKV oder der bisherigen Krankenversicherung ist m.E. angezeigt, zumindest ist dem in den meisten Fällen so.

Wenn sich dort Fragen oder falsche Angaben ergeben, so setzten Sie sich mit dem Arzt und/ oder dem Krankenhaus zusammen und klären dieses VOR Antragstellung. Nur so gehen Sie sicher, keine Angaben zu vergessen.

Aber: Eine pauschale Aussage gibt es auch hier nicht. Es ist immer wichtig im Einzelfall mit einem Spezialisten zu sprechen und zu überlegen, welche genaue Vorgehensweise hier sinnvoll und angebracht ist. Daher —> Informieren und lesen, Sammeln und dann ab zu dem von Ihnen gewünschten Berater. (Welcher Beratertyp passt zu mir?)

 

15.
Juli '13

Muss ich vor der Antragstellung zum Arzt?


Bei der Antragstellung von biometrischen Produkten wie der Kranken-, Berufsunfähigkeits- oder Todesfallversicherung stellen die Versicherer in den Anträgen Gesundheitsfragen, welche den Zustand des Antragstellers möglichst genau erfassen sollen und dem Risikoprüfer auf Seiten des Versicherers die Möglichkeit geben, das Risiko welches versichert werden soll, möglichst genau einzuschätzen.

Eine oft gestellte Frage ist jedoch die, ob eine weitere (über den Antrag hinausgehende) Untersuchung nötig ist und man daher zum Arzt muss. Dieses ist in vielen Fällen zunächst nicht so. Warum „zunächst“, das klären wir gleich.

Mehrere Stufen der möglichen Risikoprüfung

Antragsprüfung

Erstes Mittel der Einschätzung sind die Fragen in den jeweiligen Anträgen. Hiermit kann der Versicherer all das in den Fragen unterbringen, was er zur Einschätzung des Risikos wissen möchte und dieses erfragen. Angabepflichtig ist in diesem Zusammenhang alles, nachdem schriftlich gefragt wurde, nicht weniger aber eben auch nicht mehr.

Eine Operation aus dem Kindesalter ist somit bei Erwachsenen nicht relevant, es sei denn diese hätte Folgen hinterlassen, eine dauerhafte Beeinträchtigung nach der der Versicherer gefragt hat oder es bestehen weiter Beschwerden. Auch regelmäßige und bei einigen Erkrankungen erforderliche (Labor-)untersuchungen um Werte zu überprüfen, sind anzugeben.

Zweites Mittel, wenn die Antworten aus dem Antrag nicht ausreichen, sind spezielle Fragebögen und ergänzende Informationen. Diese fordert entweder der Versicherer an oder ihr Berater wird ihnen solche schon übergeben haben. Dabei gibt es für viele der öfter auftretenden Beschwerden und Erkrankungen solche Bögen, welche bei den Unternehmen jedoch unterschiedlich sind. Rückenschmerzen sind etwas anderes als Rückenschmerzen und daher möchte der Versicherer genau wissen, woher diese kommen, wie sie behandelt wurden und was genau gemacht wurde. Gleiches gilt eben für Allergien und viele andere Erkrankungsbilder.

Schritt Drei, wenn das noch nicht reicht, sind dann weitere Anfragen an den Arzt. In so genannten Arztanfragen fordert der Versicherer gezielt Befunde, Laborwerte oder Befunde aus bildgebender Diagnostik an um sich selbst (ggf. durch einen beratenden Arzt) ein Bild machen zu können. Diese Informationen können Sie besorgen und dem Versicherer oder ihrem Berater geben, oder aber den Versicherer direkt anfordern lassen. Lassen Sie sich dabei vom Arzt Kopien aushändigen, nur so sind Sie sicher welche Informationen dieser herausgegeben hat und können diese auf Richtigkeit überprüfen.

Sollten diese Schritte alle nicht ausreichen, so kann es passieren das Sie zum Arzt müssen und weitere Untersuchungen nötig sind. Das kann von einem neuen Röntgenbild, über eine Untersuchung oder aber Laborwerte gehen, abhängig von der Diagnose oder den Beschwerden.

In der Absicherung der Berufsunfähigkeit oder bei Lebensversicherungen sind solche zusätzlichen Untersuchungen ab bestimmten Versicherungssummen oder BU Renten unumgänglich. Dabei werden je nach Höhe der gewünschten Absicherung die Art der Untersuchung festgelegt. Das reicht von einer körperlichen Untersuchung mit/ ohne Laborwerten bis hin zu EKG‘s oder Belastungstests, schließlich will bei großen Versicherungssummen oder Renten der Versicherer sehr genau wissen wen er da vor sich hat.

Und tun Sie sich bitte einen Gefallen, machen Sie die Angaben richtig und vorallem vollständig. Als ich mal bei einem Kunden saß und Fragen besprechen wollte, da sagte dieser vollkommen ernst zu mir: „Herr Hennig, Sie können alles mit nein beantworten, ich bin kerngesund.“

Auf weitere Nachfrage war er das nicht wirklich. Bluthochdruck und weitere Erkrankungen beeinträchtigten ihn nicht wirklich, solange er seine Medikamente nahm, wie er später eingestand, „gesund“ ist das aber sicher nicht.