29.
Juli '14

Mehrbett-, Zweibett- oder Einbettzimmer? Was kostet das eigentlich?


Es gibt so Tage, da tauchen im Chat plötzlich gehäuft Fragen zu einem Thema auf und ich nutze auch hierbei diese Gelegenheit einige der Fragen hier gesammelt zu beantworten. Die Fragesteller selbst haben natürlich bereits ihre persönliche Antwort erhalten, dennoch kann es für den einen oder anderen Leser ja durchaus auch von Interesse sein.

Gestern ging es im Chat, welchen Sie übrigens über den roten Button “Fragen?” an der linken Bildschirmseite jederzeit erreichen können, um Fragen zur Versorgung mit unterschiedlichen Zimmern im Krankenhaus. Und das Thema etwas besser zu verstehen schauen wir uns zunächst einmal die Versorgung in der gesetzlichen Krankenkasse an.

In welches Zimmer komme ich als gesetzlich Versicherte (GKV)?

Wenn Sie als gesetzlich Krankenversicherter in ein Krankenhaus eingeliefert werden, so werden sie gemäß den medizinischen Erfordernissen behandelt und untergebracht. Das bedeutet auch, wenn keine medizinischen Gründe zwingend für eine Unterbringung in einem Einzelzimmer sprechen (das kann eine Infektion oder auf eine andere medizinische Indikation sein) dann werden sie das Zimmer mit jemandem teilen müssen. Ob das eine Person, zwei, drei oder gar sieben Personen sind, dass alles hängt von der Ausstattung des Krankenhauses und der Verfügbarkeit der Zimmer ab. Für einen Schwerverletzten auf der Intensivstation gelten natürlich andere Kriterien wie für einen Patienten mit „nur einem“ gebrochenem Bein.

Vereinfacht kann man daher sagen, dass es nicht planbar ist, ob sie vielleicht das Glück haben werden in einem Zweibett- oder sogar Einbettzimmer zukommen. Die Unterbringung in einem Einbettzimmer ohne medizinische Notwendigkeit ist für einen gesetzlich versicherten Patienten nahezu ausgeschlossen.

Was ist wenn das Krankenhaus vorwiegend Zweibettzimmer besitzt?

Es gibt durchaus Krankenhäuser in Deutschland, dort ist die Unterbringung in Zweibettzimmern mittlerweile Standard geworden. Wenn Sie also in so einer Klinik behandelt werden, so bekommen sie auch als gesetzlich Versicherte mit großer Wahrscheinlichkeit ein Zweibettzimmer. Anders als einen zahlender Patient (das kann ein gesetzlich Versicherte oder auch ein privat versichert der Kunde mit entsprechender Wahlleistungsvereinbarung sein) haben sie jedoch keine Garantie auf die Unterbringung im Zweibettzimmer. Machen ist die Belegungszahlen erforderlich, so können Sie das Krankenhaus jederzeit wieder in ein Mehrbettzimmer verlegen. Gerade in den Universitätskliniken die oft schon sehr lange bestehen, gibt es noch eine Reihe von Stationen die nicht modernisiert sind. Dabei geht es gar nicht final um die Belegung mit einem, zwei oder drei Patienten, sondern vielmehr um weiteren Komfort wie ein eigenes Bad, eigene Dusche und diese eben nicht mit sieben oder mehr weiteren Personen teilen zu müssen.

Das mag alles bei einem Aufenthalt von einem oder zwei Tagen durchaus verständlich sein, aber je nach Erkrankung ist es nicht nur nervig sondern oftmals auch sehr unangenehm. Selbst bei kleineren Untersuchungen wie einer Koloskopie ist ein eigenes Bad “mehr als angenehm”.

Zusammenfassend lässt sich also festhalten, dass ein gesetzlich versicherter Patient durchaus in ein Zweibettzimmer kommen kann, zum einen aber keine Garantie besteht unter anderen eine Verlegung jederzeit möglich ist. Bei einem Privatpatienten oder auch jedem anderen Patienten der bereit ist die Mehrkosten zu zahlen, lässt sich diese so genannte Wahlleistung bei Einweisung in das Krankenhaus oder auch während des Aufenthaltes vereinbaren. Dabei nennt das Krankenhaus vorab die Mehrkosten und die darin enthaltenen Leistungen. Oftmals sind neben dem Zwei- oder dem Einbettzimmer noch das Telefon, manchmal der Internetzugang, die Tageszeitung oder irgend andere Leistungen enthalten.

Welche Kosten entstehen?

Eine pauschale Aussage oder gar eine Richtlinie die die Kosten für stationäre Wahlleistungen regelt gibt es nicht. Vielmehr ist es also von dem Krankenhaus, der dortigen Kalkulation und auch dem Standard der Zimmer abhängig, welche Mehrkosten gegenüber der normalen Regelversorgung entstehen. Der Verband der privaten Krankenversicherung vor einiger Zeit mit der deutschen Krankenhausgesellschaft auf gewisses geeinigt, welche in einer Vereinbarung zusammengefasst worden sind. Dort hat man sich darauf verständigt, dass für bestimmte Zusatzleistungen Preisspannen angesetzt werden können. Ein Zimmer mit separatem WC, separater Dusche oder sonstigen Sanitärausstattungen soll bei einem Zweibettzimmer mit neun Euro, bei einem Einbettzimmer mit zwölf Euro maximal zu Buche schlagen. Für Komfortleistungen wie Telefon, Internetanschluss, Audioanlage, Safe und mehr ist eine Preisspanne von sechs (Zweibett) zwangsweise sieben Euro bei einem Einbettzimmer angedacht. Auch für täglichen Handtuchwechsel oder das zur Verfügung Stellen einer Tageszeitung oder weiteren Besonderheiten sollen maximal elf Euro Zuschlag erhoben werden können.

Bei dieser einzusetzen sind jedoch nur eine Vereinbarung und nicht als verbindlicher Standard für alle Krankenhäuser anzusehen. Weiterhin ist hierbei noch zu berücksichtigen, dass sich Ausstattungsmerkmale addieren können und somit höhere Zuschläge entstehen. Damit sie aber eine Vorstellung darüber bekommen, welche Gesamtzuschläge für einen Zweibettzimmer oder aber ein Einbettzimmer derzeit durchschnittlich gezahlt werden, finden Sie in der unten stehenden Grafik die Übersicht- sortiert nach Bundesländern- der durchschnittlichen Mehrkosten im Jahre 2013.

Grafik Zuschläge Ein-Zweibettzimmer

Möchten Sie also in einem Zweibettzimmer untergebracht werden, sowie das am günstigsten in Sachsen Anhalt zu einem Preis von durchschnittlich 30 €, wogegen in Nordrhein-Westfalen deutlich mehr als 50 € zu zahlen sind. Für die Versorgung in einem Einbettzimmer zahlen Sie in Sachsen knapp 65 €, in Berlin sind dafür durchschnittlich 118 € zu zahlen.

Wer bezahlt diese Kosten?

Dabei muss unterschieden werden wie sie derzeitig versichert sind. Für gesetzlich Versicherte Kunden bestehen unterschiedliche Möglichkeiten. Während die gesetzliche Krankenkasse nur die Regelleistung zahlt, lässt sich die Wahlleistung natürlich aus eigener Tasche Tag für Tag dazu bezahlen. Sie erhalten vom Krankenhaus eine entsprechende Rechnung, bei längeren Aufenthalten kann es durchaus passieren dass eine Vorleistung oder ein Abschlag erforderlich wird.

Wer diese Kosten nicht allein tragen möchte, der kann sich hier mit einer Zusatzversicherung schützen.

Krankenhaustagegeldversicherung

Hierbei handelt es sich um eine Versicherung, welche einen festen Geldbetrag pro Aufenthaltstag im Krankenhaus zahlt. Der Geldbetrag ist bei Abschluss der Versicherung festzulegen und kann meist nur mit neuer Gesundheitsprüfung erhöht werden. Daher ist darauf zu achten, dass diese gegebenenfalls an die aktuelle Entwicklung der Krankenhauskosten angepasst wird.

Der Vorteil der Krankenhaustagegeldversicherung liegt darin, dass sie den Geldbetrag frei verwenden können. Entscheiden Sie sich also bei einer Behandlung gegen die Wahlleistung, so steht Ihnen das Geld zur freien Verfügung.

Der Nachteil der Krankenhaustagegeldversicherung besteht in der Anpassungsmöglichkeit und der Tatsache, dass die Geldbeträge vielleicht zukünftig nicht ausreichen um die Kosten zu finanzieren.

Stationäre Zusatzversicherung

Hierbei handelt es sich um eine Versicherung welchen meist nicht nur die Kosten für die Wahlleistung der Unterbringung abdeckt, sondern zusätzlich die Kosten für eine privatärztliche Behandlung. Das kann, muss aber nicht der jeweilige Chefarzt sein. Ebenso gut kann ein besonders spezialisierter Oberarzt der passende Arzt sein, welcher dann die entsprechende ärztliche Leistung privat an Sie/Zusatzversicherung abweichend.

Der Vorteil einer stationären Zusatzversicherung liegt darin, dass die tatsächlich entstandenen Kosten für eine Unterbringung in einem besseren Zimmer und/oder die verbesserte ärztliche Leistung, welche privat abgerechnet wird beglichen wird.

Der Nachteil gegenüber der reinen Krankenhaustagegeldversicherung liegt in der eingeschränkten Verwendungsmöglichkeit. Einige Versicherer bieten jedoch bei Nichtinanspruchnahme der Wahlleistung Unterkunft oder privat ärztliche Versorgung ein so genanntes Ersatz-Krankenhaustagegeld an. Sie erhalten dann, vergleichbar zur Krankenhaustagegeldversicherung, eine Zahlung pro Tag des stationären Aufenthaltes, quasi als Entschädigung dafür dass sie die Leistungen des Versicherers nicht genutzt haben.

Private Krankenversicherung

Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung lässt sich ein bestehender Tarif welcher nur Regelleistungen abdeckt nicht durch eine Zusatzversicherung aufwerten. Denn anders als für einen gesetzlich Versicherten existieren solche Zusatzkomponenten in der privaten Krankenversicherung so nicht. Um in der PKV also in den Genuss der besseren Versorgung und der Kostenerstattung für die Wahlleistungen zukommen, dazu muss der eigene Tarif eine solche Leistung vorsehen.

Ob das so ist, das können Sie mit einem Blick auf die Versicherungsbedingungen ihres Vertrages klären. Finden Sie dort im klein gedruckten eine entsprechende Formulierung wie “Regelleistungen”, so sind solche Leistungen nicht versichert. Ist in ihrer Vertragsbedingungen aber von privat-/chefärztlicher Behandlung die Rede, so besteht auch Versicherungsschutz für diese Zusatzleistungen.

Bei den meisten Unternehmen ist für eine Erhöhung des Versicherungsschutzes (und der Einschluss von Wahlleistungen ist so eine) eine neue Gesundheitsprüfung möglich. Bevor Sie also so eine Leistung einschließen können, machen sich bitte genau Gedanken über den bestehenden Versicherungsschutz und prüfen Sie mit einem Spezialisten die Möglichkeiten zur Veränderung und Optimierung.

Fazit

Als gesetzlich krankenversichert können Sie für die Wahlleistungen eine Zusatzversicherung abschließen oder die Kosten selbst tragen. In der PKV ist hierzu eine Tarifveränderung nötig, welche genau geprüft werden sollte. Auch existieren teilweise Angebote mit wenigen oder vereinfachten Gesundheitsfragen, so das hier auch bei Vorerkrankungen ein Schutz nicht in jedem Fall ausgeschlossen ist.

25.
Juli '14

Höhere Zuzahlungen und weniger kostenfreie Medikamente für gesetzlich Versicherte ab dem 1.7.2014


Alles wird teurer, oder? Auch wenn dieser allgemeine Satz nicht stimmt, so trifft es ab dem 1. Juli 2014 doch auf die Zuzahlungen für die Medikamente zu, die gesetzlich versicherte Kunden in der Apotheke zu entrichten haben. Durch Änderungen zum Juli fallen viele Medikamente nun wieder unter die Zuzahlungspflicht und sind nicht mehr befreit. Der Grund liegt in der Senkung der Erstattungshöchstsätez durch die gesetzlichen Krankenkassen. Dabei werden tausende von Medikamenten betroffen sein und viele Versicherte werden den Satz “Ich bekomme dann von Ihnen noch eine Zuzahlung” nun öfter hören.

Welche Medikamente sind befreit?

Von einer Zuzahlung ausgenommen sind Medikamente nur dann, wenn wenn ihr Preis mindestens 30 Prozent unter dem jeweiligen Festbetrag liegt. Nach Angaben des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) sinkt die Zahl der zuzahlungsbefreiten Medikamente um mehr als ein Drittel von 4.800 auf 3.000 gegenüber dem Vormonat. Damit sind nun nur noch weniger als 10% aller knapp 33.000 Arzneimittel in Deutschland von der Zuzahlung befreit.

Was ist das genau und wie viel muss ich zahlen?

Die Zuzahlung ist der Betrag, welchen der Versicherte direkt in der Apotheke zu einem Medikament als Eigenanteil zahlen muss. Zunächst einmal wird geprüft, ob das Medikament unter die Liste der zuzahlungsfreien Arzneimittel fällt. Diese ist aktuell auf den Seiten des GKV Spitzenverbandes abzurufen und lässt Sie vorab prüfen, ob etwas zu zahlen ist. Dabei sind die Listen nach Wirkstoff oder Medikament sortiert abrufbar.

Übersicht zuzahlungsbefreiter Arzneimittel sortiert nach Arzneimittel-Name, Stand 15.07.2014

Übersicht zuzahlungsbefreiter Arzneimittel sortiert nach Wirkstoff, Stand 15.07.2014

Wenn Sie also wissen möchten, wie hoch der Preis für ein Medikament ist und ob eine Zuzahlung anfällt, dann lässt sich dieses online oder mit Hilfe der Listen prüfen. Ist das Medikament nicht befreit und daher nicht in der Liste enthalten, so ist hierfür eine Zuzahlung zu entrichten. Diese berechnet sich wie folgt:

Den Preis eines Medikamentes finden Sie bei Ihrer Apotheke, bei vielen Online-Apotheken oder bei dem Vergleichsportal medizinfuchs. Danach kann es dann losgehen. Ist das Medikament nicht befreit, so finden Sie hiermit die Zuzahlung heraus.

Zuzahlung GKV Medikamente

Im Rahmen der privaten Krankenversicherung (PKV) gilt dieses Modell der Zuzahlungen nicht. Hier ist die Leistung davon abhängig, welche Vereinbarungen in dem konkreten Tarif getroffen wurden. Ist eine Selbstbeteiligung vereinbart oder finden sich Einschränkungen bei der Versorgung mit Originalpräparaten? Diese Infos finden Sie in Ihren Versicherungsbedingungen.

 

24.
Juli '14

Tun Sie (sich und) ihrem Kind etwas Gutes- die Nachversicherungsoption in der Pflegeergänzungsversicherung


Es gibt so Fälle, Anfragen und Geschichten, da muss ich als Makler der sich schon mehr als 14 Jahre im PKV und BU Absicherungsgeschäft tummelt, auch schlucken. Gerade wenn es um schwere Krankheiten und Behinderungen bei Kindern geht und diese zudem noch nicht ausreichend abgesichert sind oder einfach falsch/ nicht vollständig beraten wurden.

In der letzten Woche fragte ein Kollege nach einer Absicherung eines Kindes. Das Kind war zu früh geboren und zudem mit einer bzw. wohl mehreren körperlichen und geistigen Behinderungen auf die Welt gekommen. Neben dem Down Syndrom gab es weitere Erkrankungen und auch wenn das heute nicht vorherzusagen ist und niemand weiss wie sich die Medizin entwickelt, eines scheint klar zu sein, das Kind wird lebenslange Pflege benötigen und immer auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Wie viel Menschen sind Pflegebedürftig?

Aufschluss über die “Größe des Problems” gibt die Pflegestatistik des Bundes. Leider liegen derzeit öffentlich nur die Zahlen 2011 vor, was aber unerheblich ist für das Problem, denn die Anzahl steigt eher, als sie fällt:

Pflege nach Alter 2011

Bei Kindern und Jugendlichen handelt es in vielen Fällen um eine sehr lange Pflege, da diese oft auf Krankheiten oder angeborene Schäden zurück zu führen ist. Die finanziellen Folgen einer solchen (lebenslangen) Betreuung sind noch nicht absehbar, klar ist aber: Es wird Geld kosten, viel Geld.

Selbst wenn in jungen Jahren des Kindes die Pflege noch durch die Eltern übernommen werden kann (diese dann aber oftmals nicht mehr arbeiten können und dadurch das Einkommen fehlt), irgendwann ist dieses nicht mehr möglich.

Absicherung der Pflege für Kinder?

Wie in dem oben genannten Bild gut zu erkennen, es gibt derzeit mehr als 67.700 Kinder die Pflegebedürftig sind. Dabei handelt es sich “nur” um 3% der Pflegebedürftigen insgesamt, das ist jedoch vollkommen irrelevant. Wichtig ist zu wissen, das Kosten im vierstelligen Bereich jeden Monat aufs neue anfallen. Das ist nicht nur die Betreuung, häusliche Krankenpflege, spezielle Kindergärten und Schulen und vieles mehr.

Wird das Kind gesund geboren, ist eine solche Absicherung völlig problemlos zu bekommen. Antrag stellen und fertig! (Man muss es auch machen, nicht nur denken “ich könnte es mal”.

Bestehen aber schon bei Geburt Erkrankungen oder Behinderungen oder werden diese kurz nach Geburt festgestellt, so ist ein Abschluss verbaut. Die Gesundheitsfragen in der Pflege sind zwar bei vielen Gesellschaften reduziert und nicht so umfangreich wie in der Krankenversicherung, dennoch ist es nicht ganz so einfach einen Schutz zu bekommen. Ein Beispiel für die Fragen sähe so aus:

Fragen Hallesche Olga

Es geht doch! Nachversicherung über die Eltern

Etwas anders sieht es aber aus, wenn die Eltern bereits eine eigene Absicherung haben und das Kind danach geboren wird. Auch hier gelten, wie in der Privaten Krankenversicherung, die Optionen zur Kindernachversicherung. So muss das Kind (bis zur Höhe des Schutzes der Eltern) keine Gesundheitsprüfung durchlaufen und kann einfach angemeldet werden. Selbst wenn dann sofort Pflegebedarf besteht, so ist der Versicherer von Beginn an in der Leistungspflicht, im “schlimmsten Fall” schon dann, wenn noch nicht einmal die erste Prämie abgebucht wurde.

Ungeachtet dessen, das eine Pflegeversicherung sinnvoll und notwenig ist und jeder einen ergänzenden Schutz haben sollte, ungeachtet dessen ist gerade bei Kinderwunsch eine solche Absicherung unerlässlich.

Und nein, kurz vor der Geburt abschließen geht nicht, denn für die Nutzung der Kindernachversicherung muss der Schutz mindestens 3 Monate bestehen.

Was kostet der Schutz? 

50 EUR Tagegeld in der Pflegeversicherung (hier Tarif Olga Flex) und somit monatlich 1.500 EUR zusätzlich verfügbar für Pflege, Förderung und/ oder technische Hilfsmittel erfordern einen Beitragsaufwand von 8 EUR monatlich.

Noch Fragen? Mehr Infos zur Pflegeergänzung auch hier.

18.
Juli '14

Welche Versicherungen Sie nach Geburt ihres Kindes wirklich brauchen und wann es sinnvoll ist für Schutz zu sorgen


Schwangerschaft die nicht zu Ende gehen will, Monate um Monate warten und dann, dann ist er endlich da der große Tag. Das eigene Kind wird geboren, unbeschreibliche Gefühle überkommen die Eltern, Sie können ihr Glück kaum fassen. Ja Sie, Sie die oder der gerade den Beitrag lesen und vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.

Alles ist neu, ungewohnt und die neuen, fisch gebackenen Eltern sind übervorsichtig und wollen nur das Beste für Ihr Kind.

Baby_1

Schon Monate zuvor wurde an alles gedacht. Das neue Zimmer eingerichtet, Babysachen gekauft und alles genau geplant und vorbereitet. Oder es ist noch gar nicht soweit und Sie gehören zu denen, die sich im Vorfeld informieren und genau wissen wollen was zu beachten ist, denn ganz im Taumel der Gefühle nach der Geburt gehen wichtige Fragen manchmal unter. Die Fragen nach den nötigen Versicherungen für Neugeborene und Kleinkinder. Daher habe ich einige wichtige Punkte einmal zusammen geschrieben, so vergessen Sie nichts und können unbesorgt ihr neues Glück genießen.

Vor der Geburt

Eine der wichtigsten Versicherungen, wenn nicht die wichtigste für das Neugeborene ist die Krankenversicherung. Kosten für Geburt, Arzt und Untersuchungen wollen schließlich bezahlt werden. Daher ist es schon vor der Geburt wichtig zu wissen, wo das Kind zukünftig krankenversichert sein wird.

Sind beide Eltern in einer gesetzlichen Krankenkasse, so ist es einfach. Das Kind wird im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert und hat einen identischen Leistungsanspruch in der GKV wie alle anderen auch. Ist ein Elternteil privat versichert, ändert sich die Frage aber etwas.

Anders als vielfach vermutet haben auch Eltern die NICHT verheiratet sind und wo einer der beiden in der GKV, der andere in der PKV versichert ist ein Wahlrecht wo das Kind versichert werden KANN.

Dazu habe ich Ihnen hier einmal eine Übersicht vorbereitet, hier lassen sich im einfachen Ja-Nein Verfahren die Fragen nach der Versicherung beantworten. Übersicht als pdf: Wo muss das Kind versichert werden 

ACHTUNG: Es besteht aber selbst dann, Zum Rest des Artikels »

17.
Juli '14

Kieferothopädische Behandlung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und Sonderverträge für Bayern – PLUS: verbesserte Versorgung durch Zusatzversicherungen


KFO, drei Buchstaben die oft harmlos klingen, dann aber doch am Ende ins Geld gehen und manchmal Familien an die Grenze dessen bringen, was diese zu leisten in der Lage sind. Gerade bei mehreren Kindern und dem damit höheren Bedarf an Behandlung, sind die Kosten schnell im vierstelligen Bereich. Einige Kassen haben diese Leistungen jedoch verbessert und bieten Ihren Kunden mehr Versorgung. Da die Fragen immer wieder kommen, hier mal einige weitere Hinweise und Möglichkeiten der Absicherung.

KIG- Kieferothopädische Indikationsstufen (I-V)

Die Behandlungsbedürftigkeit ist in verschiedene Stufen eingeteilt. Je nachdem welche Art der Zahnfehlstellung vorliegt, welche konkreten Beschwerden und Befunde bestehen, danach lassen sich diese in unterschiedliche Gruppen einteilen. Hiernach richtet sich am Ende auch, welche Erstattungen die gesetzlichen Krankenkasse leisten bzw. wie hoch Erstattungen privater Zusatzversicherungen sein können und werden. Die Techniker Krankenkasse hat eine detaillierte Übersicht hierzu veröffentlicht, welche unter dem Link abgerufen werden kann.

KIG I bis 5

1.) Grundversorgung der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Die gesetzlichen Kassen leisten, abhängig von der KIG und abhängig vom Alter des Versicherten unterschiedlich viel. Vereinfacht kann festgehalten werden, KIG I und II bedeutet keine Leistung in der GKV, KIG III bis V jedoch schon. Eine weitere Voraussetzung ist zudem, das der Versicherte das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. (Ausnahmen bei schweren Kieferverformungen, die sowohl kieferchirurgisch als auch –orthopädisch behandelt werden sollten)

Ist dei GKV generell leistungspflichtig, so wird immer das bezahlt, was medizinisch notwenig und wirtschaftlich ist, also nicht das was der Zahnarzt unter Umständen empfiehlt oder für sinnvoll hält, auch nicht das was der Patient für gut befindet oder was ihm besser gefällt. Geleistet wird also für die Regelversorgung, dabei wie folgt:

GKV Leistung KFOI

 

 

 

 

 

 

2.) Sonderverträge einiger Gesetzlicher Kassen (in Bayern)

Nach §73c SGB V ist es Gesetzlichen Kassen möglich, besondere Behandlungsverträge zu schließen. Dieses ist in Bayern geschehen, so sind derzeit folgende Kassen beteiligt. LINK

BKK Salzgitter, BKK Publik, energie-BKK, BKK TUI, BKK ALP plus, BKK VICTORIA und D.A.S., E.ON Betriebskrankenkasse, BKK vor Ort, Vaillant BKK, BKK Merck, BKK PricewaterhouseCoopers, BKK Ernst & Young, BKK MAHLE, WMF BKK, BKK Würth, BKK MAN und MTU München, Audi BKK, BKK TEXTILGRUPPE HOF, BKK Kassana, BKK N-ERGIE, SKD BKK, BKK KBA, BKK FTE, BKK KRONES, BKK Faber-Castell & Partner, BKK STADT AUGSBURG

Gegenüber der GKV Grundversorgung ergeben sich hier folgende Verbesserungen:

in der Regel nicht mehr als 30 Minuten Wartezeit je Behandlungstermin in der Praxis

Kostenübernahme einer professionellen Zahnreinigung pro Jahr bei festsitzenden Spangen

Kostenübernahme für verschiedene Spezialbrackets und hochelastische, zahnschonende Nickel-Titan-Drähte

Bei Komplikationen wird ein unabhängiger Qualitätsausschuss für Sie tätig.

keine zeitlichen Lücken durch qualifizierte Vertretungen bei kieferorthopädischen Behandlungen

ausführliche Beratung durch den Kieferorthopäden oder Zahnarzt während der gesamten Behandlung

Auch wenn ich meine, gerade die letzten beiden Punkte sollten eh selbstverständlich sein, so sind diese doch in dem Sondervertrag geregelt. Auch bei dieser verbesserten Versorgung gilt die Nichtleistung bei KIG I und II, ebenso wie die nicht mögliche Erstattung bei weiteren, zahnschonenden Maßnahmen über die Grundversorgung hinaus. Link zu Infos der teilnehmenden Audi BKK

 

3.) Verbesserte Versorgung durch private Zusatzversicherungen 

Der Markt der privaten Versicherungen (als Ergänzung zur GKV) ist relativ überschaubar. Ein Beispiel für eine solche ergänzende Versorgung (die aber bis zum 7. Lebensjahr abgeschlossen sein muss) ist die Württembergische mit dem Tarif SGKU. Dieser Leistet als Ergänzung für die Mehrkosten gegenüber der GKV Versorgung,

Leistungen bei bestehendem Leistungsanspruch gegenüber der GKV

Erstattungsfähig sind 80% der Aufwendungen für kieferorthopädische Behandlungen, soweit diese nicht unter den Leistungsanspruch gegenüber der GKV fallen (Mehrkosten) . Die Erstattung der Aufwendungen ist begrenzt auf einen erstattungsfähigen Rechnungsbetrag von 2 000 Euro . Die maximal mögliche Erstattung beträgt demnach 1 600 Euro.

Wer seinem Kind jedoch auch KFO Leistungen ermöglichen möchte (und diese nicht selbst zahlen kann oder will), die zum Beispiel in der KIG I und II erfolgen sollen, für den gilt folgendes:

Leistungen ohne bestehendem Leistungsanspruch gegenüber der GKV

Erstattungsfähig sind 80% der Aufwendungen für kieferorthopädische Behandlungen, soweit hierfür insgesamt kein Leistungsanspruch gegenüber der GKV besteht . Die Erstattung der Aufwendungen ist begrenzt auf einen erstattungsfähigen Rechnungsbetrag von 4 000 EUR . Die maximal mögliche Erstattung beträgt demnach 3 200 EUR.

4.) Versorgung als Privat versichertes Kind

Zunächst kann nicht jedes Kind in die PKV und selbst wenn es kann, muss es nicht. Mehr dazu in meinem Beitrag “Mein Kind muss ja dann auch in die PKV“. Anders als in der GKV ist die Erstattungsleistung in der privaten Krankenversicherung anders und keineswegs einheitlich geregelt. Ist die Maßnahme hier medizinisch notwenig, so wird gemäß Tarif geleistet. Das kann eine Leistung bis zu 100% sein, muss es aber nicht. In den meisten Tarifen gilt auch hier das Höchstalter von 18 Jahren zu Behandlungsbeginn, oder ein Unfall als Ursache bei späteren Behandlungsmaßnahmen.

Die Erstattungen sind dann davon abhängig, wie der Tarif diese regelt. Beispiele können so aussehen:

sowie 90% für Zahn- und Kieferregulierung (kieferorthopädische Behandlung). Für die Erstattung gelten folgende erstattungsfähige Rechnungshöchstbeträge: – vom 1. bis 3. Kalenderjahr insgesamt 10.000,00 EUR, – ab 4. Kalenderjahr unbegrenzt

oder

Kieferorthopädische Maßnahmen – zu 80 %, wenn dem Versicherer vor Beginn der kieferorthopädischen Maßnahme ein Heil- und Kostenplan vorgelegt wurde und der Versicherer hierzu eine Kostenzusage erteilt hat, ansonsten nur zur Hälfte des vorgenannten Erstattungssatzes

Fazit und Wann abschließen?

Die Versorgung bei Kieferorthopädischen Leistungen ist in der GKV nicht immer ausreichend, teilweise durch Sonderverträge verbessert. Dennoch besteht bei KIG I und II eine recht ordentliche finanzielle Belastung, oder man kann sich diese Versorgung nicht leisten, was auch nicht der Weg ist. Ob eine Zusatzversicherung für Ihr Kind sinnvoll ist und wann diese abzuschließen ist, das besprechen wir gern RECHTZEITIG vorher. Denn: Sobald eine Behandlung antraten ist (und das ist diese auch wenn der Arzt sagt “da müsste man mal was tun”), dann ist es zu spät, wie ein Kollege neulich in einer geschlossenen Gruppe bei Facebook fragte.

Guten Abend! Tochter meiner Kundin braucht eine Zahnspange. Zahnzusatz nicht vorhanden, Behandlung ist definitiv angeraten… Gibt es einen VR der hier noch einspringt? Zuzahlung zur Klammer über 2.000 Euro…

Antwort: Nein, keine legale. :-)


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