26.
Mai '16

KT plus der ARAG, das Krankentagegeld als Lösung bei Berufsunfähigkeit?


Der eine (die KV) zahlt nicht mehr, während die andere (Berufsunfähigkeitsversicherung) noch nicht zahlt. Das ist dann dieser Super-Gau der eintreten kann und einige Versicherte an das Ende der finanziellen Möglichkeiten bringt. Doch wo genau das Problem liegt und wie die ARAG Krankenversicherung dieses lösen möchte, das schaue ich mir hier im Artikel einmal genauer an.

Das Problem bei dem Übergang von Arbeits- zu Berufsunfähigkeit

Um überhaupt zu verstehen warum es hier ein Problem gibt, ist die Definition beider „Zustände“ zu klären. Bereist in anderen Artikeln zum Übergang von Krankentagegeld zur Berufsunfähigkeit bin ich genau auf dieses Thema eingegangen. Es kann durchaus passieren, der Krankentagegeldversicherer stellt eine Berufsunfähigkeit im Sinne seiner Bedingungen fest und beendet dann nicht nur die Leistung, sondern auch den Vertrag für die Krankentagegeldversicherung. Dann folgt eine so genannte

Nachleistungspflicht

Das ist- vereinfacht erklärt- nichts anderes als der Zeitrum, in dem eine Zahlung des Krankentagegeldes auch dann noch erfolgt, wenn eigentlich schon Berufsunfähigkeit vorliegt und damit die Leistung beendet ist. Eine solche Regelung findet sich in den Musterbedingungen für die Krankentagegeldversicherung MB/KT und damit auch in den Bedingungen der einzelnen Versicherer. Dort heisst es zunächst:

(1) Das Versicherungsverhältnis endet hinsichtlich der betroffennen versicherten Personen (…) b)  mit Eintritt der Berufsunfähigkeit. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50 % erwerbsunfähig ist. Besteht jedoch zu diesem Zeitpunkt in einem bereits eingetretenen Versicherungsfall Arbeitsunfähigkeit, so endet das Versicherungsverhältnis nicht vor dem Zeitpunkt, bis zu dem der Versicherer seine im Tarif aufgeführten Leistungen für diese Arbeitsunfähigkeit zu erbringen hat, spätestens aber drei Monate nach Eintritt der Berufsunfähigkeit;

Wer also berufsunfähig ist, der bekommt noch drei Monate Krankentagegeld (als maximale Leistungsdauer) und dann endet der Vertrag und die Zahlung. Eine Umstellung auf eine Anwartschaft ist jedoch möglich.KT BU Übergang

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG Krankenversicherung

Mit dem neuen Produkt der ARAG Krankenversicherung möchte diese einige Punkte verbessern, welche bisher in den Bedingungen der Krankenversicherung nicht optimal gelöst sind. Weiterhin ist ein Abschluss ohne Gesundheitsprüfung möglich, zumindest fast. Mehr dazu aber gleich.

Die Eckdaten des Produktes:

  • – abgestimmte Formulierung der Definition „Was ist Berufsunfähigkeit“ zwischen dem BU Versicherer und der ARAG

Doch bevor jetzt alle in Freudensprünge ausbrechen, gerade weil der Schutz ohne Gesundheitsprüfung beworben wird, schauen wir uns das doch einmal im Detail an. Zunächst einmal wurde die Definition der Berufsunfähigkeit angepasst. Bisher heisst es in den Musterbedingungen MBKT dazu in §15 (1) b, Satz 2:

Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund im bisher ausgeübten Beruf auf nicht absehbare Zeit mehr als 50% erwerbsunfähig ist.

Abweichend dazu hat die ARAG in den Bedingungen zum KT plus vereinbart:

„Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn die versicherte Person nach medizinischem Befund infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall voraussichtlich mindestens sechs Monate ununterbrochen ihren zuletzt ausgeübten Beruf nicht zu mindestens 50% ausüben kann.“

Diese neue, verbesserte Formulierung entspricht der Regelung in den Bedingungswerken vieler BU Versicherer und ist besser und genauer formuliert.

  • – Verzicht auf das ordentliche Kündigungsrecht (nach drei Jahren oder solange die BU besteht)

Das haben andere Unternehmen durchaus schon länger, den Verzicht auf das Kündigungsrecht. Die ARAG geht hier einen geteilten Weg. Zunächst einmal besteht ein Kündigungsrecht auf welches nach drei Jahren verzichtet wird. Besteht aber die BU Absicherung weiter (die zeitgleich beantragte), so verzichtet der Versicherer auch in den ersten drei Jahren auf das Kündigungsrecht, wenn die BU beitragspflichtig besteht.

ARAG KT plus Kündigungstecht AVB

Wer nun seine Berufsunfähigkeitsversicherung stundet, beitragsfrei stellen muss weil er während der Krankheit kein Geld hat oder warum auch immer, für den gilt der Wegfall des Kündigungsrechtes NICHT. Das Wort „beitragspflichtig“ in dem Satz mit der bestehenden BU ist also eher kritisch.

  • – Nachleistungspflicht in der Krankenversicherung auf 6 Monate verlängert

Klingt gut. Nicht nur drei sondern sogar sechs Monate wird das Krankengeld gezahlt, auch wenn schon Berufsunfähigkeit besteht. Aber:

ARAG KT plus Nachleistunng AVB

Die BU muss somit nicht nur bestehen, auch der Antrag auf Leistungen aus der BU Versicherung muss gestellt werden, zudem darf kein Leistungsausschluss der Grund sein, warum hier nicht geleistet wird. Wer also bei Abschuss der BU einen Ausschluss bekommt, der hat hier keine Verlängerung auf sechs Monate.

– Anpassungsmöglichkeiten bei gestiegenem Nettoeinkommen und alle drei Jahre

Gerechnet ab dem Jahr 2015 findet alle drei Jahre eine Anpassung statt. Frühestens in 2018 bietet die ARAG dann eine Erhöhung des Krankentagegeldes an. Diese ist an die Entwicklung des Verbraucherpreisindexes gekoppelt und beträgt maximal 10%. Wer sein Krankentagegeld aber innerhalb der letzten 24 Monate vor dieser Anpassung aufgrund des veränderten Nettoeinkommens angepasst hat, der darf hier nicht erneut anpassen.

  • – keine extra Gesundheitsprüfung wenn gleichzeitig BU beantragt und angenommen wird

Keine Gesundheitsprüfung für das Krankentagegeld. Das klingt aber erst einmal besser als es ist. Richtig ist, der Antrag der ARAG Krankenversicherung enthält KEINE Gesundheitsfragen. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Eine Beantragung dieses KTplus ist nur möglich, wenn ZEITGLEICH ein Berufsunfähigkeitsschutz bei einem der folgenden Versicherer beantragt wird. Ist dieser aber schon vorhanden, so ist das nicht möglich.

ARAG KT plus BU Versicherer

Der Hintergrund ist einfach. Mit der Beantragung einer Berufsunfähigkeitsversicherung (selbstständige BU oder aber die Berufsunfähigkeitszusatzversicherung mit einer versicherten Rente) erfolgt bei dem BU Versicherer eine Gesundheitsprüfung. Nimmt dieser den Antrag an, so unterstellt die ARAG das es „schon passen wird“ und nimmt auch den Antrag auf Krankentagegeld an. Dazu hat sich der Versicherer mit vier Maklerpools zusammen getan. Beide Anträge müssen über den Pool eingereicht werden, der Pool informiert dann die ARAG das dieser Antrag angenommen wurde, dann kann auch der KT Antrag angenommen werden.

ARAG KT plus Annahme AVB

  • – KT plus in 5 Euro Schritten zwischen 15 und 30 Euro Tagessatz möglich

Die maximale Absicherungshöhe liegt bei 30 Euro, also 900 Euro im Monat. Ohne ein anderweitig bestehendes Krankengeld wird das also nicht reichen. Für einen gesetzlich Krankenversicherten Arbeitnehmer ist das durchaus machbar, denn der bekommt neben seinem Krankengeld aus der Gesetzlichen Krankenkasse dann auch das der ARAG. Wer privat krankenversichert ist, der sollte zudem UNBEDINGT DARAUF ACHTEN, das ein solcher Abschluss eines weiteren Krankengeldes dem alten Versicherer angezeigt werden muss. Wird dieses nicht getan, besteht eine Verletzung der vertraglichen Obliegenheiten, welches sogar zu einer Kündigung des bestehenden Vertrages führen kann. –> Mehr Infos zum Krankentagegeld und dem Bedarf

ARAG KT plus – Die Prämien

Die Prämien des KT plus richten sich- wie üblich- nach dem Entrittalter bei Vertragsabschluss und dem Tagessatz. Dabei ist das aktuelle Kalenderjahr minus Geburtsjahr die Rechnung für das Eintrittsalter. Die Prämien beginnen bei 3,60 € für 15 Euro Tagessatz bei einem 18-jährigen bis hin zu 30,60 Euro bei 30 Euro Tagessatz bei einem/einer sechzigjährigen/r.

KT plus ARAG Beiträge

Ihr Weg zum ARAG KT plus

Zunächst einmal müssen Sie versicherungsfähig sein. Das sind sowohl Angestellte aber auch Selbstständige welche einen Arbeitsausfall absichern wollen und müssen. Weiterhin muss zeitgleich ein Versicherungsschutz für die Berufsunfähigkeit abgeschlossen werden. Dafür sollte ein bestehender Schutz nicht leichtfertig aufgegeben werden, nur wenn dieser nicht passt und eine Annahme zu neuen Konditionen besser ist, nur dann ist eine Änderung nötig und sinnvoll.

Nachdem diese Voraussetzungen erfüllt sind, sind folgende Schritte sinnvoll und nötig.

1.) Machen Sie sich Gedanken über die passende Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu lesen Sie bitte eimal die Auswahlkriterien zur BU, im Leitfaden Berufsunfähigkeit finden Sie weitere Informationen

2.) Füllen Sie nun den Kriterienfragebogen zur Berufsunfähigkeitsversicherung aus

3.) Finden Sie gemeinsam mit Ihrem Berater den passenden Schutz zur Berufsunfähigkeit, stellen Sie eine anonyme Voranfrage und klären so vorher die Annahme

Wenn all diese Schritte erledigt sind, dann überlegen Sie im Rahmen der Beratung ob das ergänzende KT plus der ARAG für Sie sinnvoll ist und beantragen dieses dann parallel.

Unterlagen und Vertragliches zum KT plus der ARAG

Mein Fazit

Das Krankentagegeld KT plus der ARAG ist eine gute Idee, welche leider nur auf einen kleinen Kundenkreis passt. Wichtig ist in jedem Fall der gleichzeitige Abschluss mit der BU, nicht nachher, nicht später, zeitgleich. Aber hier ist es auch Aufgabe des Vermittlers den Kunden auf solche Möglichkeiten hinzuweisen. Weiterhin sind bestehende Verträge bei anderen Unternehmen unbedingt zu berücksichtigen und diese Versicherer im Rahmen der vertraglichen Obliegenheiten zu benachrichtigen. Interessant ist aber die Absicherungsmöglichkeit von Studenten, dazu in einem weiteren Beitrag mehr.

Ob ein solches ergänzendes Krankentaggeld notwenig ist oder bereits mit einem bestehenden Vertrag abgedeckt ist, das hängt auch davon ab welcher BU Schutz besteht. Durch die kürzlich bei einigen Unternehmen eingeführten Regelungen zur BU Leistung auch bei bestehender Arbeitsunfähigkeit ist auch hier eine entsprechende Absicherung und die Schließung der Lücke gegeben.

Lesehinweis: Leistungen aus der Berufsunfähigkeitsversicherung bei längerer Krankschreibung auch ohne BU

24.
Mai '16

Kinder: Welche Krankenversicherung ist die passende für mein Kind?


Vor nunmehr einigen Jahren habe ich schon einmal dazu geschrieben, damals ging es um die Aussage „Mein Kind muss ja dann auch in die PKV„. Aufgrund vieler Nachfragen greife ich das Thema gern noch einmal auf und versuche einmal mehr etwas Licht ins Dunkel zu bringen. Die Nachversicherung des Neugeborenen oder auch die Versicherung von Kindern nach der Hochzeit ist immer wieder ein „spannendes Thema“ und sorgt leider immer wieder für Verwirrung.

Krankenversicherung für das Kind – Die Möglichkeiten

Generell gibt es immer und für jedes Kind eine Wahlmöglichkeit, wie der Versicherungsschutz aussehen soll. Dabei spielt es auch keine Rolle, wenn kein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist, selbst dann könnte das Kind dort versichert werden. Ob das wirtschaftlich sinnvoll ist, das steht auf einem anderen Blatt, es geht aber.

Beide Eltern sind in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Für den Fall das beide Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse sind, hat das Kind zu 99% der Fälle einen Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung. Diese Regelungen finden sich im §10 des Sozialgesetzbuches V. Voraussetzungen wie „nicht selbstständig tätig“ und keine eigenen Einkünfte über der Geringfügigkeitsgrenze dürften bei den Kindern erfüllt sein. Dann besteht hier die kostenfreie Versicherung in der Familienversicherung eines Elternteils. Das kann der Vater, ebenso aber die Mutter sein. Da es bei einigen gesetzlichem Kassen besondere Leistungen gibt, ist auch hier genau zu überlegen wo das Kind angemeldet wird. Einen Vergleich der GKV Leistungen finden Sie in meinem Onlinevergleich der Krankenkassen.

GKV Kassensuche

Natürlich kann das Kind auch in der privaten Krankenversicherung versichert werden. Was es hier nicht gibt ist die Nachversicherung für Neugeborene ohne Gesundheitsprüfung, denn dazu bedarf es einer Vordersicherung eines Elternteils. Aber Dennoch kann ein „normaler Antrag“ mit Gesundheitsfragen und Risikoprüfung gestellt werden. Hierzu wird bei den meisten Gesellschaften die U1 und U2 Untersuchung benötigt. Ist das Kind dann privat versichert, so dürfen natürlich keinesfalls Leistungen doppelt abgerechnet werden. Es muss daher VOR Behandlungsbeginn entschieden werden, ob diese Behandlung nun „GKV oder PKV“ sein soll, denn auch der Arzt oder das Krankenhaus muss das vorher wissen. Dennoch gibt es Leistungen in der GKV, welche die private Versicherung so nicht kennt.

Ein Elternteil in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Hier wird es dann schon etwas schwieriger, da es nicht mehr ganz so einfach zu prüfen ist. Ist ein Elternteil in der gesetzlichen Krankenkasse und der/ die andere in der privaten Krankenversicherung versichert, so bestehen für das Kind mehrere Möglichkeiten. Für die vereinfachte Prüfung können Sie zunächst einmal dieses Schema verwenden. Hier „hangeln“ Sie sich von oben nach unten durch, damit Sie am Ende sehen ob ein Anspruch auf kostenfreie Familienversicherung besteht.

Wo sind die Kinder zu versichern Im Anschluss an diese Prüfung ergibt sich dann die Möglichkeit der kostenlosen Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse (auch hier wieder mit der Option sich dennoch für die Private Versicherung zu entscheiden), aber auch die Möglichkeit das keine beitragsfreie Familienversicherung besteht. Ist dem so, so ist auch in der gesetzlichen Krankenkasse ein Beitrag hierfür zu zahlen. Hier einige Beispiele (Stand Mai 2016)

Kinderbeiträge als freiwilliges Mitglied in der GKV

  • – DAK  – 150,09 € zzgl. 25,08 € Pflegepflicht = 175,17 € mtl.
  • – AOK – 145,25 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 168,01 € mtl.
  • – Barmer GEK – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – BKK 24 – 146,22 € zzgl. 25,18 € Pflegepflicht = 174,40 € mtl.
  • – IKK – 149,13 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 171,89 € mtl.
  • – HKK – 141,28 € zzgl. 22,76 € Pflegepflicht = 164,04 € mtl.

Besonderheit: Ein Partner selbstständig mit schwankendem Einkommen

Immer wieder ergibt sich hier das Problem des spät feststellbarem oder schwankendem Einkommen. Gerade bei Selbstständigen werden das Einkommen und die Steuerbescheide erst weit in der Zukunft festgestellt. Zudem kann die Krankenkasse in den Satzungen entsprechende Regelungen treffen, welche eine Anrechnung bestimmter Einkommen-/ Einkunftsarten berücksichtigt.

Da Problem: Wird nun ein Einkommen erst im Folgejahr festgestellt, so ist dieses umgehend der Krankenkasse zu melden. Diese prüft dann erneut die Frage, ob eine Familienversicherung möglich ist und das auch rückwirkend. War bisher von einer beitragsfreien Versicherung ausgegangen und ändert sich das durch den Steuerbescheid oder die nachgewiesenen Einkünfte, so fordert die Krankenkasse eine Nachzahlung. Im meinem Artikel: „Die Krankenkasse fordert eine Nachzahlung und beendet die Familienversicherung rückwirkend“ habe ich genau dieses Problem beschrieben. Für viele Versicherte wird dieses dann oftmals eine große finanzielle Belastung, denn die Nachzahlung ist oftmals mehrere tausend Euro hoch.

Ein Beispiel:

Die Familienversicherung wird im August 2016 neu geprüft, da der Steuerbescheid für das Jahr 2015 erst erging. Die Krankenkasse stellt daher fest, für beide Kinder besteht seit dem 1.1.2015 kein Anspruch auf Familienversicherung mehr. Daher fordert diese:

Kind 1: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Kind 2: Beitrag Januar bis Dezember 2015 = 170 Euro mtl. =  2.040 Euro

Beitrag Januar 2016 bis August 2016 = 175 Euro mtl. = 1.400 Euro

Gesamtforderung: 6.880 Euro zzgl. laufender 350 Euro mtl.

Haben die Eltern das Geld dann nicht zurückgelegt, weil diese es nicht wussten oder davon ausgegangen waren eine rückwirkende Änderung ist nicht möglich, so tuen die über 6.000 Euro „mal eben schnell“ ganz schön weh. Daher sollten Sie, schon bei Anfertigung des Jahresabschlusses und der Fertigstellung der Steuererklärung mit der Krankenkasse sprechen. Einige Krankenkassen fragen zudem am Jahresende mit einem entsprechenden Fragebogen zur Familienversicherung die Einkommensverhältnisse ab.

Dann gehe ich rückwirkend in die PKV

Spätestens wenn die Nachforderung der gesetzlichen Krankenkasse kommt, überlegen viele die Kinder noch „schnell“ in der Privaten Versicherung versichern zu lassen. Einige Berater finden da angeblich sehr kreative Lösungen und meinen das das alles ganz einfach sei. Fakt ist aber:

  • eine rückwirkende Versicherung in der PKV über mehrere Jahre ist nicht möglich
  • laufende Behandlungen verhindern oft einen Wechsel, gerade wenn zum Beispiel Kieferorthopädie als Behandlungsform ansteht oder der Arzt dieses schon einmal angeraten hat
  • bereits erbrachte Leistungen (Arztabrechnungen, Medikamente etc.) wären zurück zu zahlen
  • ein nachträgliches Einreichen bei der PKV geht aber auch nicht, da die Leistungen vor der Annahme des Antrags liegen

Damit ist ein solcher Weg meist keine sinnvolle Option, schließlich bleiben Sie auf einer Menge Kosten sitzen, wenn die Kinder auch nur zu „Kleinigkeiten“ beim Arzt waren. Dieser hat über das GKV Budget abgerechnet. Würde sich das ändern, müsste dieser ggf. rückwirkend eine Privatrechnung stellen, die GKV fordert zurück und vieles mehr. Das rechtfertigt den Aufwand meist nicht.

Die Lösung

Machen Sie sich am Besten vor der Geburt, oder noch besser schon vor der Familienplanung Gedanken wie die Versicherung der Kinder aussehen soll. Beachten Sie dabei bitte auch die nicht immer beitragsfreie Versicherung der Mutter, während der Elternzeit.

Lesetip: In der Elternzeit ist gerade NICHT jeder beitragsfrei in der GKV versichert

Weiterhin denken Sie bitte auch daran rechtzeitig zu überlegen welchen Versicherungsschutz das Kind benötigt, denn hier ist bei vielen Unternehmen eine Vorversicherungszeit von drei Monaten nötig. In der Praxis bedeutet dies, der Schutz für die Eltern sollte so abgeschlossen werden das auch bei einer eventuellen Frühgeburt (oder besser gerade dann) schon die Vorversicherungszeiten erfüllt sind. Nur dann lassen sich die Kinder im Rahmen der Neugeborenennachversicherung ohne Gesundheitsprüfung mitversichern und genießen von Geburt an Versicherungsschutz.

PKV oder GKV für das Kind?

Diese Frage lässt sich generell nicht beantworten. Abhängig von persönlichen Vorgaben zu Leistungen und Prämien über eine eventuelle familiäre Vorbelastung mit Krankheiten können beide Systeme sinnvoll sein. Zu beachten ist aber hier noch eines. Einen Arbeitgeberzuschuss gibt es für das Kind nur dann, wenn dieses in einer privaten Krankenversicherung versichert ist. Ist das Kind hingegen gegen Beitrag in der GKV, so besteht hier kein Arbeitgeberzuschuss und das obwohl der Beitrag mit knapp 170 Euro monatlich nicht so klein ist.

Auch gibt es Leistungsbausteine die zwar in der gesetzlichen Kasse, nicht aber zwingend in jedem PKV Schutz enthalten sind. Nur ein Beispiel ist das Krankentagegeld bei Erkrankung eines Kindes.

Lesetip: Krankentagegeld in der PKV bei Erkrankung eines Kindes

Auch Leistungen wie Mutter-Kind-Kuren oder auch Vater-Kind-Kuren sind in der PKV anders gelöst. Hierzu gibt es entsprechende Kurtagegelder und Kurtarife, meist ist dieses aber nicht pauschal im „Haupttarif“ enthalten.

Besonderheit Beamte

Ist ein Elternteil, ganz egal ob Mutter oder Vater, verbeamtet und erhält daher Beihilfe, so besteht auch für das Kind in den meisten Fällen ein Beihilfeanspruch. Dieser beträgt i.d.R. 80% der beihilfefähigen Aufwendungen. Das bedeutet das jede Arztrechnung zuerst an die Beihilfestelle geht, diese davon 80% (im Rahmen der erstattungsfähigen Kosten) übernimmt und danach der private Krankenversicherer den Rest trägt. Natürlich gelten hier die Beschränkungen des gewünschten Versicherungsschutzes.

Beihilfeanspruch günstiger als Arbeitgeberzuschuss: Bekommen Sie für das Kind 80% der Arztkosten erstattet, so ist das die bessere Wahl. Der Arbeitgeberzuschuss beträgt maximal 50% des Beitrags, im Rahmen der Höchstzuschüsse. Auch hier besteht die Nachversicherung nur dann, wenn die Vorversicherungszeiten erfüllt sind.

Was Sie tun müssen

Ja müssen, nicht sollten. Handelt es sich um ein Kind welches noch nicht geboren ist, so können Sie die folgenden Schritte einfach „abarbeiten“

  1. Klären Sie, wo die Mutter versichert ist und wie (freiwillig, pflichtig, privat krankenversichert?)
  2. Klären Sie gleiches für den Vater
  3. Bestehen Zusatzversicherungen, wenn ja wo, seit wann, mit welchem Versicherungsumfang
  4. Besteht eine Optionsversicherung um in die PKV wechseln zu können?
  5. Ist ausreichender Pflegeergänzungsschutz vorhanden? –> Lesetip: Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes
  6. Lesen Sie den Was Sie zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten – jetzt oder nie
  7. Überlegen Sie sich, welchen Leistungsumfang das Kind später in seinem Versicherungsschutz haben soll

Ist das Kind schon auf der Welt und Sie haben vielleicht vor zu heiraten oder schon geheiratet dann sollten Sie sich einmal folgende Punkte anschauen:

  1. Wie ist die Mutter derzeit versichert?
  2. Welcher Schutz besteht für den Vater?
  3. Haben Sie als Eltern eine Zusatzversicherung?
  4. Bestehen schon Zusatzversicherungen für das Kind?
  5. Weiss die GKV von der Hochzeit, falls das Kind noch familienversichert ist?

In beiden Fällen suchen Sie sich bitte einen ausreichend qualifizierten Berater, denn gerade hier gibt es viel was durch eine verlorene Frist, eine vergessene Anmeldung oder einfach durch Unwissenheit fatale Folgen haben kann.

Lieber fragen Sie einmal mehr nach, einmal zu viel ist besser! Fehler die bei der Anmeldung gemacht werden und sich nicht mehr korrigieren lassen, ziehen sich sonst wie ein roter Faden durch das Leben des Kindes, denn nicht nur zu Beginn, auch während der kompletten Versicherungszeit lassen sich einige Punkte nicht mehr korrigieren.

Weitere Informationen finden Sie:

Fragen stellen Sie gern über die Live Chat Funktion oder einfach per E-Mail, oder rufen Sie einfach an.

20.
Mai '16

So bekommen Sie Ihre Kopie der Krankenakte vom Arzt


„Dann muss die Versicherung erst anfragen.“ Diese Aussage ist eine leider immer wieder gern gehörte, wenn Patienten Ihren Arzt nach einer Kopie der Krankenakte fragen. Die ist aber nicht nur falsch, sondern zudem vollkommener Unsinn. Ärzte glauben leider manchmal, sie entscheiden das erst einmal so und viele Patienten lassen das dann „um den lieben Frieden willen“ auch einfach so stehen. Leider ist es gerade das, was es nicht unbedingt einfacher macht.

Habe ich einen Anspruch auf eine Kopie meiner Krankenakte?

Ja, es ist keine Großzügigkeit, besonderes Entgegenkommen oder gar eine Serviceleistung für die eine Rechnung folgt. Der Anspruch ergibt sich aus dem Paragraphen 10 der Berufsordnung, dort heisst es genau:

§ 10 Dokumentationspflicht
(1) Ärztinnen und Ärzte haben über die in Ausübung ihres Berufes gemachten Feststellungen und getroffenen Maßnahmen die erforderlichen Aufzeichnungen zu machen. Diese sind nicht nur Gedächtnisstützen für die Ärztin oder den Arzt, sie dienen auch dem Interesse der Patientin oder des Patienten an einer ordnungsgemäßen Dokumentation.

(2) Ärztinnen und Ärzte haben Patientinnen und Patienten auf deren Verlangen grundsätzlich in die sie betreffenden Krankenunterlagen Einsicht zu gewähren; ausgenommen sind diejenigen Teile, welche subjektive Eindrücke oder Wahrnehmungen der Ärztin oder des Arztes enthalten. Auf Verlangen sind der Patientin oder dem Patienten Kopien der Unterlagen gegen Erstattung der Kosten herauszugeben.

Falls also Ihr Arzt eine eigene Sicht auf die Dinge hat, ein Blick in die Berufsordnung hilft. Diese steht auf der Internetseite der Bundesärztekammer unter diesem Link zur Berufsordnung zur Verfügung.

Auch für Unterlagen anderer Ärzte, die der (Haus-)Arzt in seiner Akte hat, gilt diese Auskunftspflicht. Natürlich sind Entlassungsberichte auch bei der Klink verfügbar, aber gerade Arztbriefe sind am einfachsten auch beim eigenen Arzt zu bekommen, gleiches gilt für Laborbefunde.

Warum wollen Ärzte oft eine Anfrage der Versicherung?

Stellt eine Versicherung eine Arztanfrage, so bekommt der Versicherer hierfür auch eine Rechnung. Die anrechenbaren Kosten richten sich nach der Gebührenordnung für Ärzte und erstatten dem Arzt den (zusätzlichen) Aufwand, der durch die Beantwortung entsteht. Dabei geht es auch um Kosten für Schreibarbeiten, Kopien, die Tätigkeiten der Arzthelferin und dergleichen. Das ist auch völlig in Ordnung, denn wenn die Versicherung ein Attest möchte, Rückfragen hat oder konkrete Fragen stellt, so muss der Arzt für diese Dienstleistung auch angemessen honoriert werden. Versicherer bieten oft zudem einen „Geschwindigkeitszuschlag“ an. Antworten Ärzte innerhalb von X Tagen, so zahlt die Gesellschaft meist mehr. Das soll die Zeit in der eine Anfrage beantwortet wird (was sonst durchaus bei einigen Wochen dauert) verkürzen und den Antragsprozess vereinfachen.

Der Hauptgrund ist also die Bezahlung der Anfrage.

Darf der Arzt dem Patienten Kosten in Rechnung stellen?

Auch hierzu gibt die oben bereits verlinkte Berufsordnung Auskunft. Im Abschnitt drei des Paragraphen 10 heisst es dazu genau:

Auf Verlangen sind der Patientin oder dem Patienten Kopien der Unterlagen gegen Erstattung der Kosten herauszugeben.

Die Kosten für eine Kopie sollte allerdings angemessen sein. Ich habe schon Antworten von Ärzten gelesen, die einen Euro pro kopierte DIN A4 Seite wollten, dieses ist nicht nur frech sondern auch einfach unhaltbar. Sollten Ihnen solche Kosten angeboten werden, fragen Sie einmal nach.

Kosten im Rahmen von zehn bis dreißig Cent pro kopierter A4 Seite sollten ausreichen. Auch das Porto, falls Sie die Unterlagen nicht selbst abholen, müssen Sie natürlich erstatten. Das heraussuchen der Unterlagen ist aber nicht mit einer zusätzlichen Gebühr belegt.

Was passiert, falls der Arzt nicht mehr tätig ist?

Hat ein Arzt seine Praxis aufgegeben, muss eine Verwahrung der Unterlagen sicher gestellt werden. Die Aufbewahrungsfrist besteht für zehn Jahre. Ist die Praxis im Rahmen der Übernahme an einen Kollegen gegangen und praktiziert der weiter, so fragen Sie die Unterlagen am besten dort an. Auch diese Regelung zur Aufgabe und zur Verjährung der Ansprüche finden wir, Sie ahnen es schon, in § 10 der Berufsordnung.

(4) Nach Aufgabe der Praxis haben Ärztinnen und Ärzte ihre ärztlichen Aufzeichnungen und Untersuchungsbefunde gemäß Absatz 3 aufzubewahren oder dafür Sorge zu tragen, dass sie in gehörige Obhut gegeben werden. Ärztinnen und Ärzte, denen bei einer Praxisaufgabe oder Praxisübergabe ärztliche Aufzeichnungen über Patientinnen und Patienten in Obhut gegeben werden, müssen diese Aufzeichnungen unter Verschluss halten und dürfen sie nur mit Einwilligung der Patientin oder des Patienten einsehen oder weitergeben.

Also gilt hier: Neuen Arzt nach der Übergabe direkt um die Akte bitten, oder den alten Arzt anschreiben, oder aber Kopien anfordern.

Was kann ich tun, falls der Arzt sich weigert?

Nun, meist hilft der Verweis auf die Berufsordnung. Ärzte kennen die natürlich und wissen auch um die Verpflichtung. Dennoch kommt der Hinweis „dann soll die Versicherung mal anfragen

Artikel: Kopie der Arztakte ist kein Goodwill des Arztes

Sollte das auch nicht helfen, dann bleibt Ihnen nur die Anfrage an die Ärztekammer. Die entsprechenden Kontaktdaten der zuständigen Landesärztekammern finden Sie hier auf der Seite der Bundesärztekammer.Adressen Landesärztekammern

Dabei reich, wie geschrieben, oft schon der Hinweis.

Gilt eine solche Auskunftspflicht auch für Krankenhäuser?

Ja, denn diese sind auch zu einer Aufbewahrung verpflichtet. Aus Erfahrung hilft hier meist die schriftliche Anfrage an die Aufnahme oder Patientenbetreuung der Klinik und die Zusage, die Kopierkosten zu übernehmen. Natürlich könnten Sie auch versuchen anzurufen, aber hier spielt der Datenschutz eine Rolle. Geben Sie bei der Anfrage ihre persönlichen Daten an, wenn Sie wissen am besten auch noch das Behandlungsdatum, Entlassungsdatum oder/ und die Station auf der Sie waren. Das müssen Sie nicht zwingend, macht aber die Bearbeitung leichter und verhilft Ihnen schneller zu der gewünschten Information.

Musterformular zur Anforderung der Krankenakte

Damit es für Sie etwas einfacher wird, habe ich Ihnen ein Musterformular erstellt. Dieses können Sie sowohl an Krankenhäuser als auch an den Arzt senden. Dort enthalten sind alle nötigen Daten und auch der Hinweis der Kostenübernahme.

Wichtig ist Ihre Unterschrift, nur mit der wird der Arzt oder das Krankenhaus Ihre Daten herausgeben wollen und dürfen. Das Formular finden Sie hier im Downloadbereich zum kostenfreien herunterladen als pdf. Speichern Sie das Dokument lokal ab und klicken Sie dann in die einzelnen Felder, um Ihre persönlichen Daten einzutragen.Arztanfrage

Eine Frist zu setzen ist angemessen, dann können Sie hier gleich nachhaken falls nichts passiert.

Und es funktioniert, wie Sie bei dem Kollegen Schlattmeier, der bzw. dessen Kundin dieses Formular auch genutzt hatte.

Arztanfrage Schlattmeier

Und auch wenn es etwas mehr Arbeit für Sie ist, es ist immer besser

18.
Mai '16

Barmenia Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung


OK, zumindest für eine bestimmte Zielgruppe ist es eine Möglichkeit an einen vereinfachten Schutz zu kommen. Doch schauen wir uns das Produkt und besser die Voraussetzungen für eine Abschluss einmal genauer an. Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung handelt es sich um einen Test. Wie lange genau dieses fortgesetzt wird, ist noch nicht klar, natürlich kann der Versicherer so eine Aktion auch wieder beenden, derzeit ist es aber als langfristige Aktion angelegt.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung – Voraussetzungen

Zwingende Notwendigkeit, um in den Genuss der vereinfachten Prüfung zu kommen, ist ein festgelegtes Ereignis. Nur wenn dieses Auftritt, ist eine solche Antragstellung möglich. Aber das ist doch dann eine –> Nachversicherungsgarantie? Nicht ganz, denn während die Nachversicherungsgarantie hier nur für bestimmte Kunden, nämlich die schon versicherten gilt, ist diese Aktion für alle offen, also auch diejenigen welche noch gar keinen Schutz haben. Dazu ist es erforderlich, eines der folgenden, festgelegten Ereignisse zu erfüllen:

  • – Heirat
  • – Geburt/ Annahme eines Kindes
  • Aufnahme einer Berufstätigkeit nach erfolgreichem Abschluss eines Hochschul-/Fachhochschulstudiums
  •  Aufnahme der Berufstätigkeit in einem anerkannten Ausbildungsberuf nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung
  • Kauf einer Immobilie mit einem Verkehrswert von mindestens 50.000 EUR zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz
  • Aufnahme eines Darlehens von mindestens 50.000 EUR zur Errichtung einer Immobilie zur Eigennutzung oder zur Gründung einer eigenen beruflichen Existenz

Jetzt aber nicht zu früh freuen, denn es gelten weitere Voraussetzungen, welche zwingend erfüllt sein müssen.Barmenia mit vereinfachter BU, Vorgaben

Dabei wird schnell klar, es ist keine BU für jeden, aber kann bei einigen durchaus eine Option sein. Ich schreibe bewusst KANN, denn jetzt schauen wir uns einmal die vereinfachten Gesundheitsfragen an.

Zunächst einmal werden allgemeine Fragen gestellt. Diese lauten:Barmenia BU Sonderantrag Mai 2016 allgemeine Fragen

Dabei ist noch uze beachten, das maximal 60% des Bruttoeinkommens der letzten drei Jahre (nur bei erstmaliger Aufnahme der Berufstätigkeit gilt das aktuelle Einkommen) versichert werden können. Dieses ist auch dann relevant, wenn die 18.000 Euro Jahresrente nicht erreicht werden.

Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachter Gesundheitsprüfung – Gesundheitsfragen

Jetzt folgen mehrere Fragen zum Gesundheitszustand. Die erste bzw. der erste Teil ist simpel, es geht nur um Größe und Gewicht.

Gesundheitsfragen 1Dann folgt die Frage nach einer anerkannten Behinderung, auch die ist noch recht einfach zu beantworten, das sollte der Versicherte wissen.Gesundheitsfragen 2

Die nächste Frage beschäftigt sich mit dem Medikamentenkonsum. In den letzten fünf Jahren und nicht länger als einen Monat verordnet wurden. Damit sind alle Blutdruck-/ Schilddrüsenpatienten ebenso raus, wie jedwede andere Art der Erkrankung, welche eine regelmäßige Medikation bedarf. Interessant ist die Formulierung „Verordnung„. Wer also im Frühjahr sechs Wochen in die Apotheke läuft und sich Allergietabletten holt, der muss diese nicht angeben, wer sich diese vom Arzt verschreiben lässt aber schon. Gesundheitsfragen 3Weiterhin hat die Barmenia in diese Frage gleich noch die psychotherapeutischen Diagnosen gepackt, also die Frage wer beraten, behandelt oder untersucht wurde. Dabei zählen Psychotherapeuten ebenso wie Psychologen, nicht aber der Heilpraktiker.

Die dritte Frage hat es aber in sich. Es wird nach Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsparates gefragt, auch hier binnen der letzten fünf Jahre. Kriterien aber hier: wiederholt aufgetreten oder länger als einen Monat behandelt. Richtig, das steht ODER. Zweimal Rückenschmerzen in 5 Jahren, mal Hand hoch wer die nicht hatte?Gesundheitsfragen 4

Damit haben wir schon einmal kräftig ausgedünnt und die nächste Frage ist fast schon egal, denn damit ginge in der Regel die JA Antwort bei Frage zwei einher. Es wird nun gefragt ob es eine Tumordiagnose gab, zudem begrenzt auf bösartige Tumore oder (auch) gutartige Hirntumore. Ebenfalls ist hier der bloße Verdacht auf eine solche Diagnose abgabepflichtig. Das dann auch noch nach HIV gefragt wird, ist fast schon selbstredend.Gesundheitsfragen 5

Und nun folgt eine abschließende Erklärung. Es darf binnen der letzten fünf Jahre KEIN Antrag ABGELEHNT, ZURÜCKGESTELLTGesundheitsfragen 6

Damit wurde auch der letzte ausgeschlossen. Wer also schon mal einen Antrag gestellt hat und dort vielleicht mit einem Zuschlag angenommen wurde, der ist auch hier „raus aus der Geschichte“ und kann die Aktion nicht nutzen. Am Ende stellt sich die Frage wer hier noch übrig bleibt, der sonst nicht auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung bekäme.

Denn:

– max. 60% des Bruttos der letzten drei Jahre

– max. 1.500 Euro ergänzende Monatsrente in diesem Rahmen

– keine Medikamente (siehe Frage oben)

– keine abgelehnten oder mit Zuschlag oder Ausschluss angenommenen Anträge

– unter 35 Jahre

– nicht mehr als einmal Rücken-/ Bewegungsapparatbeschwerden

Damit sind zumindest von meinen Kunden nahezu 100% raus aus der Geschichte. Was am Ende bleibt ist eine gute Idee aber und so viele Einschränkungen, das diese niemand nutzen kann. Klar, der Versicherer muss die Bestände schützen, sehe ich auch als richtig und wichtig an, denn nur wenn er das tut, bleiben auch die Beiträge stabil und der Kunde ist zufrieden.

Fazit:

Neben der guten Idee und dem Marketing was dafür betrieben werden kann, hilft das nur wenigen Kunden weiter. Wenn Sie also nicht die Fragen alle mit „nein“ beantworten können, dann sollten Sie sich um einen passenden Berater bemühen. Nicht jede Frage mit „JA“ bedeutet auch, das Sie keinen Versicherungsschutz  bekommen. Nicht jede Angabe einer Erkrankung bedeutet einen Ausschluss. Wichtig und richtig ist, all das wahrheitsgemäß anzugeben was war, nichts zu verschweigen, denn sonst können Sie das Geld lieber sinnvoller in gutes Essen investieren, da der Versicherer am Ende bei falschen Angaben nicht zahlen muss.

In einem Satz: Gut gemacht, mittelmäßig umgesetzt. (auch zum Schutz der eigenen Bestände jedoch)

Der Weg zur richtigen BU führt daher wie immer über die Auswahl mit den Auswahlkriterien und dem Kriterienfragebogen BU, dazu den Leitfaden als begleitende Lektüre und einem Berater der versteht was er tut und nichts vorschnell Anträge stellt. Sollten Sie eine Anfrage haben, so können Sie diese gern hier stellen oder mir eine E-Mail schreiben.

13.
Mai '16

Warum 80 Euro Krankentagegeld doch keine 2.400 Euro Monatseinkommen sind – eindeutig zu wenig


Wer privat krankenversichert ist, der hat (hoffentlich) neben der eigentlichen Krankenversicherung auch ein Krankentagegeld. Das Krankentaggeld ist eine Leistung, welche separat versichert werden muss und nicht- wie in der gesetzlichen Krankenkasse bei Angestellten- automatisch enthalten ist.

Oftmals versichern Kunden auf Rat Ihres Vermittlers oder Beraters ein solches Krankentagegeld in dem Vertrag ihrer Krankenvollversicherung. Schauen Sie mal in Ihren eigenen Vertrag, welchen Betrag lesen Sie dort? Viele Versicherer geben die Leistung als eine Zahl hinter der Tarifbezeichnung an. Ein Tarif KT43/80 bedeutet somit, die Leistung beginnt nach dem 43. Tag und umfasst einen Betrag von 80 Euro Tagessatz.

Wie funktioniert das Krankentaggeld?

Betrachten wir Arbeitnehmer, so ist der Arbeitgeber für die ersten sechs Wochen einer Krankschreibung verantwortlich. Hier wird weiterhin das bisherige Nettoeinkommen als so genannte Lohnfortzahlung erbracht. Vereinfacht ausgedrückt, Sie sind krank geschrieben und bekommen dennoch Lohn. In den ersten sechs Wochen einer Krankheit brauchen sich somit Arbeitnehmer keine weniger Sorgen zu machen. Einige Arbeitgeber gehen dabei noch weiter. Diese können die Lohnfortzahlung ausdehnen und einige Unternehmen staffeln diese zudem bis zu sechs Monaten.

Doch zurück zur Standardversion. Nach den sechs Wochen Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber leistet die gesetzliche Krankenkasse. Doch was eigentlich?

Berechnung des Krankentaggeldes für gesetzlich Versicherte?

In unserem Beispiel nehmen wir einen kinderlosen Arbeitnehmer mit 3.000 Euro Brutto und 1.882 Euro netto (Steuerklasse 1). Zunächst gilt die Grundlage: 70% vom Bruttoeinkommen, aber nicht mehr als 90% vom Nettoeinkommen darf das, auf den Tag herunter gerechnete, Krankengeld betragen.

Bruttoeinkommen:  3.300,00 €  max. 4237,50 Euro anrechenbar
Nettoeinkommen:  1.882,00 €
 pro Monat  pro Tag
70% vom Brutto  2.310,00 €  77,00 €
90% vom Netto  1.693,80 €  56,46 €
Abzüge vom Krankengeld
9,350%  gesetzl. Rentenvers.  158,37 €  5,28 €
1,500%  Arbeitslosenvers.  25,41 €  0,85 €
1,175%  Pflegeversicherung  19,90 €  0,66 €
0,250%  Zuschlag kinderlos
(von 80% des Bruttos)
 6,60 €  0,22 €
 Nettokrankengeld   1.483,52 €  49,45 €
 Differenz:  -398,48 € -13,28 €

Dabei gibt es aber noch eine weitere Grenze. Maximal wird immer nur das Einkommen berücksichtigt, für welches auch Beiträge gezahlt wurde. Die Beitragsbemessungsgrenze verändert sich nahezu jährlich und damit ist auch der maximale Wert des Krankengeldes nicht gleich. Im Jahr 2016 liegt die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung bei (heruntergerechnet) 4.237,50 Euro pro Monat. Die genauen Werte zur Sozialversicherung finden Sie im Beitrag „Sozialversicherungswerte 2016 – eine Übersicht

Wer also über dieser Grenze liegt, für den wird die Lücke noch deutlich größer, da das Einkommen darüber nicht angerechnet wird.

Bruttoeinkommen:  5.000,00 €  max. 4237,50 Euro BBG
Nettoeinkommen:  2.825,78 €
 pro Monat  pro Tag
70% vom Brutto  2.966,25 €  98,88 €
90% vom Netto  2.543,20 €  84,77 €
Abzüge vom Krankengeld
9,350%  gesetzl. Rentenvers.  237,79 €  7,93 €
1,500%  Arbeitslosenvers.  38,15 €  1,27 €
1,175%  Pflegeversicherung  29,88 €  1,00 €
0,250%  Zuschlag kinderlos
(von 80% des Bruttos)
 8,48 €  0,28 €
 Netto Krankengeld  2.228,91 €  74,30 €
 Differenz: -596,87 € -19,90 €

Der Unterschied zwischen pflicht- und freiwillig versicherten Angestellten liegt also im wesentlichen in der Differenz zwischen Nettoeinkommen und ausgezahltem Krankentagegeld, denn je mehr Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze übersteigt, desto schmerzlicher ist der Verlust.

Wie hoch ist das Tagegeld für einen privat Versicherten?

Das ist zunächst einmal so hoch, wie Sie es abschließen. Auch hier haben Versicherer Höchstgrenzen festgelegt und lassen nicht alles zu was der Versicherungsnehmer gern möchte. Die Angemessenheit wird von jedem Unternehmen individuell bestimmt und bei Antragstellung geprüft. Auch wird hier im Leistungsfall gem. Versicherungsbedingungen noch einmal ein Blick auf die Frage der Angemessenheit geworfen. Doch eine Sache wird meist vergessen. Die Abzüge.

Bruttoeinkommen:  5.000,00 €
Krankentagegeld:  3.127,28 €
AG Zuschuss PKV  300,00 €
PKV Beitrag: -600,00 €
verfügbares Netto:  2.827,28 €
Abzüge vom Krankengeld  pro Monat
 80 Euro pro Tag =  PKV Krankentagegeld  2.400,00 €
18,7%  gesetzl. Rentenvers. -748,00 €
0,000%  Arbeitslosenvers.  –   €
 PKV Beitrag -600,00 €
 Differenz:  -1.775,28 €

 

Wer in der PKV versichert ist, für den fallen während der Zeit des Krankentagegeldbezuges keine Beiträge für die Arbeitslosenversicherung an. Auch die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung sind freiwillig und müssen nicht bezahlt werden. ABER: Durch die Nichtzahlung fehlen dann Versicherungszeiten in dem eigenen Versicherungsverlauf. Das mag bei kurzen Krankschreibungen für die Rente noch gar nicht so relevant sein, aber es entstehen gefährliche Versicherungslücken.

Wichtig ist die so erworbene Anrechnungszeit für die anrechenbaren Zeiten, die für die Höhe des Bezuges einer Rente als Alters-, Erwerbsminderungs- oder Witwenrente etc. entscheidend sind. Des Weiteren sind für die verschiedenen Rentenarten Mindestversicherungszeiten bzw. Wartezeiten zu erfüllen (z. B. allgemeine Wartezeit von 5 Jahren für Regelaltersrente, Rente wegen Todes, Rente wegen verminderter Erwerbsunfähigkeit), die bei Nichtentrichtung der freiwilligen Beiträge eventuell nicht erfüllt werden können.

Daher ist es empfehlenswert die Beiträge an die gesetzliche Rentenversicherung „freiwillig zu zahlen“.  Der Antrag dazu muss binnen drei Monaten nach Eintritt der Arbeitsunfähigkeit beim zuständigen Rentenversicherungsträger gestellt werden, nur dann ist die nahtlose Versicherung möglich. Kommt der Antrag verspätet, so gilt eine mögliche Rentenversicherung erst dann und damit entsteht eine Lücke. Eine solche „Versicherungspflicht auf Antrag“ kann von Arbeitnehmern nur wahrgenommen werden, wenn dieser im letzten Jahr vor der Arbeitsunfähigkeit zuletzt versicherungspflichtig in der GRV war. Die Beitragsleistung während der AU ist für höchstens 18 Monate möglich.

Höhe der Beiträge

Pro Tag sind maximal 80% des gesetzlichen Rentenversicherungsbeitrages bis zur Höhe der Rentenversicherung-Beitragsbemessungsgrenze (2016: West: 6.200 €, Ost: 5.400 €) versicherbar, z. B. für 2016: 80% * 6.200 Euro * 18,7 % = 927,52 / 30 Tage = 30,91 Euro pro Tag. Höchstens ist jedoch das zuletzt versicherte Arbeitsengelt als Bemessungsgrundlage heranzuziehen. In unserem Beispiel also 80% * 5.000 Euro * 18,7 % = 748 Euro/ 30 Tage = 24,93 Euro pro Tag.

Wäre das Krankengeld unsere Kunden oben richtig, würde es nicht 80 Euro am Tag, sondern fast 140 Euro betragen. Dabei ist zu beachten, das einige PKV Unternehmen die 100%ige Versicherung der Rentenversicherungsbeiträge plus Krankenversicherungsbeitrag NICHT zulassen, sondern Höchstgrenzen haben.

Bitte überprüfen Sie Ihr Krankengeld – JETZT!

Leider ist auch das eigene Krankentagegeld so eine Sache. Irgendwann hat mal irgendwer irgendwo gesagt es müssen X Euro sein. Anpassungen werden oft vergessen oder werden einfach nicht gemacht und im Fall der Leistung geht dann das große Jammern los. Daher: Bitte das eigene Krankengeld überprüfen und auf den passenden Wert anheben.