23.
Juni '16

Generali Vitality – Daten gegen Rabatt


Gesünder leben mithilfe der Lebens-/ Berufsunfähigkeitsversicherung, genau das verspricht die Generali Lebensversicherung mit ihrem neuen Programm Vitality. Da schon vor Beginn des Programms im Juli diesen Jahres Berichte geschrieben und Kritiken laut werden, hier einmal etwas zusammengefasst die Erklärung was Vitality ist, wie es funktioniert und was der Versicherungsnehmer (und natürlich die Versicherungsgesellschaft) davon hat.

Vitality – Die Idee hinter dem Produkt

Viele kennen Bonusprogramme aus verschiedenen Bereichen des Lebens und auch die eigene Gesundheit ist davon nicht ausgenommen. Wer heute in der gesetzlichen Krankenkasse versichert ist, der sammelt in dem Bonusheft stimmte beim Zahnarzt und genießt damit am Ende Vorteile in der Erstattung. Also hier eher kein „Geld zurück“ sondern eher ein „Mehr an Leistung“. Auch das Smartphone um sogenannte Fitness Tracker haben in der letzten Zeit einen enormen Zuspruch erfahren und werden immer beliebter. Viele Menschen lieben es ihren Trainingsfortschritt festzuhalten, zu sehen ob bestimmte Trainingsmaßnahmen einen Erfolg bringen und um es mit einem Filmzitat des A Team zu sagen „Ich liebe es, wenn ein Plan funktioniert“.

Deutschland ist keineswegs der erste Markt wo dieses Konzept ausprobiert und an getestet wird, in Südafrika ist die Markteinführung lange gewesen und das Produkt nach Aussagen der Macher erfolgreich. Bis zu 25 % Rabatt können Teilnehmer bei Discovery Südafrika bekommen, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen. Wer sich gesund ernährt, sich fit hält und den entsprechenden Status dokumentiert, erhält für seine Versicherung einen Nachlass, Rabatte bei Einkäufen und Rabatte für Fitnessstudios und weitere Partner. Auch in Großbritannien existiert so ein Modell bereits, die Discovery ist dort mit ihrem Produkt am Markt, bei der weltweiten Vermarktung soll die Hannover Rück helfen.generali

Vitality – Wer kann es nutzen?

Ab Juli 2016 wird dieses Modell derzeit bei zwei Produkten eingeführt. Es handelt sich um die Berufsunfähigkeitsversicherung der Generali und die Risiko Lebensversicherungen der Dialog Lebensversicherung. Die Kunden dieser beiden Gesellschaften können sich für das Programm entscheiden und damit von den Vorteilen zitieren. Eine Teilnahme ist natürlich freiwillig und kann auch während der Laufzeit verändert werden. Laut Auskunft des Versicherers entscheidet der Kunde aktiv selbst ob er Daten an den Versicherer übermittelt oder sich (auch später noch) dagegen entscheidet.

Eine Ausweitung auf die Krankenversicherung ist derzeit geplant, angedacht ist ein Start in dieser Produktsparte im Jahr 2017.

Vitality – Wie es funktioniert

Für die Kunden, welche sich für das Produkt entscheiden, gibt es unterschiedliche Stufen. Als erstes muss der Kunde in dem entsprechenden Kundenportal die dort hinterlegten Fragebögen ausfüllen. Damit werden Daten wie Größe, Gewicht aber auch der Blutzucker oder Cholesterinspiegel erfasst. Ebenfalls interessiert den Versicherer wie sportlich aktiv der Kunde ist und welche Essgewohnheiten er hat. Aus all diesen Daten wird ein (fiktives) Vitality-Alter berechnet und dem Kunden angezeigt. Alleine diese Information (Sie sind älter als in Wirklichkeit) soll zu einem Anreiz verhelfen, mehr für sich zu tun.

Wer sich so eine Einschätzung allein nicht zutraut, der kann bei den Linda Apotheken einen kostenfreien Gesundheitsscheck durchführen lassen. Ebenfalls bieten die Fitnessstudios der Fitness-First Kette einen vergünstigten CheckUp an. Nachdem diese Eingaben im Kundenportal oder CheckUp Untersuchungen gemacht sind, geht es weiter mit dem zweiten Schritt.

Aufgrund der gemachten Angaben schlägt das Programm auf Basis des aktuellen Gesundheitszustandes individuelle Ziele vor. Wer also einen zu hohen (jedoch medizinisch teilweise umstrittenen) Body Mass Indes (BMI) hat, dem wird zur Reduzierung des Gewichtes geraten. Wer zu wenig Sport macht, dem wird hier eine Steigerung empfohlen. Ergeben sich aus den gemachten Angaben bedenkliche Gesundheitswerte, so geht das Programm hier zu einem Arztbesuch.

Freilich bleibt es auch nach so einer Empfehlung jedem selbst überlassen, welche konkreten Schritte er unternimmt wie er diese auch durchhält. Viele kennen das vom Jahresanfang. Da werden Silvester hochgesteckt Ziele festgesetzt und spätestens nachdem die ersten Wochen des Jahres verstrichen sind ist davon nichts mehr war. Dem will die Generali mit ihrem Programm entgegenwirken, es sollen kleinere und realistisch erreichbare Ziele gesteckt werden.

Für die Höhe der zu erreichenden Vorteile ist hier der sogenannte Status wichtig. Jeder Nutzer beginnt mit den Bronzestatus und kann sich über die Laufzeit bis auf Silber, Gold und später Platin steigern. Für erreichte 15.000 Punkte steigt der Kunde in den Silberstatus, mit gleichen Steigerungsstufen dann in die jeweils weiteren Stufen auf. Die Generali erklärte, für eine Dreiviertelstunde joggen gibt es 150 Punkte. Mehr tatsächlich zweimal die Woche und damit mehr als 100 mal im Jahr laufen geht, der hat den Silberstatus in der Tasche. Für 4.000 Punkte muss der Kunde erklären, dass er mit dem Rauchen aufgehört hat. Ob ein Nichtraucher bereits zu Beginn diese 4.000 Punkte bekommt, ist noch nicht bekannt.

Vitality – Die Vorteile

Mit gesunder Ernährung und damit einem längeren Leben und einem Gefühl von mehr Agilität und Fitness lockt man aber niemanden mehr „hinter dem Ofen hervor“. Am einfachsten lassen sich Menschen jedoch mit Geld motiviert. Hier einige Beispiele für die Rabatte und Vergünstigungen des Programms:

  • – 40 % Nachlass auf Adidas Sportartikel
  • – eine 40 % vergünstigte Mitgliedschaft in den Fitness First Studios
  • – 40 % Preisnachlass für einen Fitnesstracker bei Garmin oder Polar
  • – 39 % Rabatt bei den Weight Watchers
  • – Preisnachlässe bei Kursen zur Raucherentwöhnung
  • – bis zu 40 % Rabatt bei Expedia
  • – 10 % Rabatt auf die Generali Berufsunfähigkeitsversicherung
  • – 7 % Beitragsnachlass für die Dialog Risikolebensversicherung

Die Rabatte in den Versicherungsprodukten können durch einen höheren Punktwert noch gesteigert werden. So lassen sich aus den 10 % in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch 16 % Rabatt machen, aus den 7 % werden maximal 11 %. Doch wer jetzt glaubt er meldet sich an und tut dann nichts mehr, den muss ich leider enttäuschen. Der bei Abschluss angebotene Rabatt entfällt wieder, wenn nach einer gewissen Zeit keine entsprechende Aktivität vorhanden ist. Wer sich also auch während der Laufzeit gegen eine Datenweitergabe entscheidet und damit dem Versicherer die Möglichkeit nimmt einen Prozess der Entwicklung zu kontrollieren, der muss dann wieder den normalen Beitrag zahlen.

Vitality – Die Kritik

Schauen wir uns einmal das Payback Programm an, so geben Menschen bereitwillig Auskunft über das kleinste Detail ihres Einkaufs, offenbaren Details wann sie wo, wie und was genau eingekauft haben und vieles mehr. So ähnlich ist es auch hier, denn die Kunden bezahlen mit ihren Daten. Kritiker werfen dem Versicherer vor, gute Kunden (oder zumindest gesund lebende Kunden) zu übervorteilen und ihnen dafür Daten zu entlocken. Das kann man so sehen, denn es werden natürlich einiges an Daten weitergegeben. Doch schauen wir uns realistisch einmal in unserem eigenen Leben um. Wir verwenden bereitwillig Armbänder um unsere Fitness zu überprüfen, nutzen unser Smartphone zu sehen wann wir wo gewesen sind, messen unseren Blutdruck und erfassen andere persönliche Parameter um sie dann in eine App einzutragen. All diese Daten werden natürlich verwendet, ausgewertet und gespeichert. Wer das nicht will, der darf solche technischen Hilfsmittel nicht nutzen.

Auch wer sich für dieses Programm entscheidet, der weiß dass der Versicherer Daten verwendet und im Gegenzug mit einem preislichen Nachlass bezahlt. Der Versicherer verspricht sich davon das die Kunden gesünder leben und damit am Ende länger leben. Das kann für die Risikolebensversicherung durchaus dazu führen, dass der Versicherer innerhalb der Vertragslaufzeit nicht leisten muss. Auch in der Berufsunfähigkeit gibt es eine Reihe von Erkrankungen welche auf Bewegungsmangel und ungesunde Ernährung zurückzuführen sind, wir hier sein Bewusstsein stärkt nicht nur sich selbst sondern auch dem Versicherer.

Vitality – Soll ich meine bestehende Berufsunfähigkeitsversicherung nun wechseln?

Natürlich nicht. Dieses neue Produkt und der entsprechende Beitragsnachlass mag für den einen oder anderen ein interessanter Aspekt sein. Jedoch ist es absolut keinen Grund ein bestehendes Produkt, wenn es denn passend ist und sorgfältig ausgewählt war, zu kündigen. Ist das Produkt jedoch unpassend oder haben Sie sich bei Abschluss nicht genug Gedanken gemacht, so finden Sie in meinem Artikel: „Wie beende ich meine falsche, unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?“ einige Tipps und Hinweise wie sie reagieren sollten.

Das wichtigste Kriterium für eine Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Leistungen. Nur wer hier ein besonderes Augenmerk auf die Auswahlkriterien für die Berufsunfähigkeitsversicherung legt und sich an den garantierten Leistungen in den Versicherungsbedingungen orientiert, nur der wird langfristig auch zufrieden sein im Leistungsfall die versicherte Rente erhalten. In meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung finden Sie weitere, grundlegende Details.

Vitality – Erste Wahl bei Neuabschluss?

Auch wer sich heute erst neu für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung oder einer Risikolebensversicherung interessiert, der sollte bei all den Vorteilen die so ein Bonusprogramm bieten kann niemals den Blick auf die wichtigen Dinge verlieren. Wichtig sind in diesem Zusammenhang neben den Versicherungsbedingungen auch die Daten zu dem Unternehmen, die Gesundheitsfragen in dem Antrag und die weiteren Vertragsdetails. Wichtige Leistungen wie eine garantierte Rentensteigerung, eine Leistung bei Arbeitsunfähigkeit über einen gewissen Zeitraum und viele andere Leistungspunkte spielen eine entscheidende Rolle.

Bei den Rabatten oder Bonusmodellen ist es am Ende wie in der Beitragsrückerstattung der Krankenversicherung oder der Prämien ihrer Krankenkasse. Wenn alle anderen Parameter passen, das Produkt und alle Rahmenbedingungen ihren Bedarf erfüllen, dann können Sie solche Vorteile gerne mitnehmen. Erfreuen Sie sich an den Rabatten, setzen Sie diese sinnvoll ein und so haben alle was davon. Niemals jedoch sollten Sie einen wichtigen, langfristigen Versicherungsvertrag nach einem Rabatt auswählen. Genauso wie niemals die Versicherungsprämie das erste und entscheidende Auswahlkriterium sein sollte.

Vitality – Fazit

Auch wenn derzeit zunächst einmal kritische Stimmen laut werden, die sich über die Verwendung von Daten beschweren und die sich über die Ausnutzung von jungen, gesunden Kunden echauffieren, ich bin mir relativ sicher dass wir in Zukunft noch mehr solche Tarifmodelle am Markt finden werden. Es wird niemand gezwungen sich für einen solchen Tarif oder für eine solche Gesellschaft zu entscheiden, auf der anderen Seite wird es genug Kunden geben die bereitwillig ihre Daten preisgeben um davon einen Vorteil zu erhalten. Darin ist auch grundsätzlich nichts Verwerfliches, solange sich alle Beteiligten von vornherein klar sind, was sie genau dort kaufen und unterschreiben. Gerade Menschen aus der jungen Zielgruppe könnte ich mir durchaus vorstellen.

Die Gefahr die ich allerdings sehe, dass es wieder Vertreter und Berater geben wird, die den Rabatt und den vermeintlich günstigen Preis als Argument missbrauchten um den (jungen) Kunden in solch ein Produkt zu treiben. Und spätestens wenn der Rabatt das einzig plausible und vernünftige Argument für das Produkt ist, dann stimmt irgendetwas nicht.

Lassen Sie sich also auch von einem Rabatt oder Bonussystem nicht locken, hinterfragen sie insbesondere die Bedingungen, die Eckdaten des Vertrages und alle Modalitäten sorgfältig und lassen sich lieber einmal mehr zusätzlich beraten und wählen Sie einen Makler ihres Vertrauens um sich für ein langfristiges Produkt zu entscheiden. Die Arbeitskraft ist neben der Gesundheit das wichtigste Gut was sie haben, wer dieses für einen vermeintlichen Rabatt in einem Fitnessstudio schlecht absichert, wird später mit den Folgen leben müssen.

21.
Juni '16

Wer versichert mich ohne Risikozuschlag? Warum ein solcher Ansatz vollkommen falsch ist


Die Auswahl der privaten Krankenversicherung gehört sicher zu einem der umfangreichsten Prozesse die es in der Versicherung Welt gibt. Schließlich sprechen wir über einen (im besten Fall) lebenslangen Vertrag, der nicht so ohne weiteres wieder gelöst werden kann. Gerade wenn später gesundheitliche Probleme dazu kommen, so ist ein Wechsel der privaten Krankenversicherung nicht nur wenig sinnvoll, sondern in vielen Fällen auch schlicht und ergreifend nicht möglich.

Grund für diesen Beitrag sind immer wieder Anfragen nach dem Motto:

Gebrochen war mein Ellbogen links und mein Mittelhandknochen rechts. Alle Kosten hierzu zahlt die BG.

Ist es realistisch ohne RZ das unterzubekommen?

Auch neigen Interessenten für die private Krankenversicherung dazu, keinen Zuschlag für Erkrankungen zahlen zu wollen, welche zum Beispiel mit freiverkäuflichen Medikamenten bezahlt werden kann. Daher möchte ich diesen Beitrag nutzen, um ein wenig Licht in das Dunkel zu bringen und zu erklären warum sowohl bei der privaten Krankenversicherung als auch bei der Berufsunfähigkeitsversicherung ein solcher Auswahlprozess nach den Kriterien „Wer nimmt mich ohne Zuschlag?“ der falsche Ansatz ist.

Risikozuschläge für „kleine Wehwehchen“?

Auch wenn der Frühling fast vorbei ist, so sind doch eine Reihe von Menschen von Heuschnupfen geplagt. Dieses ist mal schlimmer und dann wieder besser, und führt am Ende dazu, dass sich der Versicherte irgendwie mit dieser Erkrankung arrangiert. Irgendwann weiß man einfach, an welchen Tagen man besser nicht vor die Tür gehen soll, meidet blühende Wiesen oder andere allergieauslösende Orte. Viele von Ihnen wissen oder merken wenn es losgeht und gehen dann schnell einmal in die Apotheke um sich ein entsprechendes Medikament zu besorgen. Diese Medikamente sind oftmals frei verkäuflich und kosten nicht wirklich viel Geld. Ein paar Nasentropfen und etwas für die Augen ist schnell gekauft, morgens einmal ein wenig Medizin hinein geträufelt und es lässt sich auch mit einem Heuschnupfen entspannt durch den Tag kommen.

Jetzt ist es jedoch so weit, ein Antrag auf private Krankenversicherung soll gestellt werden. Dabei werden natürlich gesundheitliche Beeinträchtigungen abgefragt, die meisten Versicherer haben für Heuschnupfen und Allergien zudem einen separaten Fragebogen. Hier geht es darum relativ detailliert zu erfahren, wie die konkreten Beschwerden aussehen und wie diese behandelt werden. Wahrheitsgemäß tragen Sie also ein, dass sie im Frühjahr regelmäßig an Heuschnupfen und dessen Folgen leiden. Weiterhin ergänzen Sie wahrheitsgemäß, dass sie sich dafür in der Apotheke ein frei verkäufliches Medikament holen. Die Kosten hierfür von ca. 10-20 € haben sie bisher immer selbst gezahlt und werden sie zukünftig weiter zahlen, schließlich fallen diese unter die Selbstbeteiligung der zukünftigen, privaten Krankenversicherung.

Nachdem sie nun (hoffentlich keinen Antrag, sondern) die Risiko Voranfrage gestellt haben, staunen Sie nicht schlecht. Der Versicherer möchte für diese Allergie/den Heuschnupfen einen Risikozuschlag. Dieser Zuschlag wird monatlich auf den Krankenversicherungsbeitrag gerechnet und soll 11,30 € monatlich betragen. Schnell rechnen Sie einmal hoch, das sind im Jahr immerhin Mehrkosten in Höhe von 135,60 €. Diese fallen natürlich nicht nur im ersten Jahr, sondern auch in den Folgejahren an.

Auf den ersten Blick stehen also Kosten von 10-20 € einem Zuschlag von 135 € gegenüber. Das mag auf den ersten Blick ungerechtfertigt sein, dennoch aus eigener Erfahrung eine kleine Beispielsrechnung. Ich habe neben Heuschnupfen einige andere Allergien, Karotten, einige Gewürze und etwas Obst. Über viele Jahre habe ich absolut keine Beschwerden gehabt, eines morgens jedoch wachte ich mit deutlichen Anzeichen auf. Angeschwollenes Gesicht, völlig unklare allergische Symptome, und in Ansatz eine Idee woher es kommt. Da es am Tag immer schlimmer wurde, entschied ich mich einen Arzt aufzusuchen, welchem Wort in ein Krankenhaus eingewiesen hat. Für den kurzen Aufenthalt wurden folgende Kosten berechnet. (Es interessiert nicht die Verweildauer, sondern die Diagnose bestimmt die Kosten)

Allergie KH

Hierbei handelt es sich im übrigen ausschließlich um die Kosten, welche das Krankenhaus berechnet hat. Es sind noch keine Kosten für den Arzt, die Behandlung und die Diagnostik enthalten, diese Folgen mit einer separaten Rechnung. Die zweite Rechnung (Arzt-und Labor) betrug nochmals etwa 1.500 €. Selbst wenn also ein Krankenhausaufenthalt vermeidbar gewesen wäre, wobei ich froh war zu diesem Zeitpunkt dort zu sein, werden hier Kosten von über 1.000 € entstanden.

Allein deshalb, weil eine Allergie als Vorerkrankung zusteht und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit für einen erneuten Ausbruch vorhanden ist, ist ein entsprechender Zuschlag auf den Krankenversicherungsbeitrag zu zahlen. Addieren wir nun die Kosten für den stationären Aufenthalt und die Arzt-und Laborkosten, so kommen wir auf einen Betrag von 3.456 €. Heruntergerechnet auf den Risikozuschlag, müsste unser Patient somit 25,6 Jahre den Risikozuschlag zahlen, um nur die Kosten für diesen einen Krankenhausaufenthalt und die Diagnostik auszugleichen. So einfach funktioniert natürlich die Kalkulation in der Versicherung nicht, denn natürlich kann auch ein Patient der keine allergische Vorerkrankung hat, genau die gleiche Situation kommen.

Dennoch zeigt es sehr gut, wie hoch Kosten mit einer vermeintlich „kleinen Erkrankung“ entstehen können. Daher hängt die Höhe des Risikozuschlag keinesfalls direkt damit zusammen, wie hoch die aktuellen Kosten für ein Medikament sind.

Wenn die Erkrankung ein anderer zahlt?

Nun gibt es Erkrankungen, für welche es einen anderen Kostenträger gibt. Es können zum einen Erkrankungen während des Wehrdienstes sein, hier ist ein separater Kostenträger auch für die Folgen verantwortlich. Auf der anderen Seite können Kosten (wie oben in der ersten Anfrage) durch eine Berufsgenossenschaft übernommen werden. Diese Kosten sind dann durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit entstanden, fallen nicht der (bisherigen gesetzlichen oder neuen privaten) Krankenversicherung zur Last.

Sind die Kosten klar und eindeutig abzugrenzen und ist es daher unmöglich das hier für weitere Kosten für die neue private Krankenversicherung entstehen können, so ist ein Risikozuschlag hierfür eher unwahrscheinlich. Schließlich bedeutet diese Vorerkrankung keine Mehrkosten gegenüber einem anderen, gesunden Versicherten. Ist eine Abgrenzung allerdings nicht genau möglich und bestehen zum Beispiel noch „Rückstände aus Operationen“ (Metall im Körper) die noch entfernt werden müssen, kann ein Risikozuschlag trotzdem erhoben werden. Der Grund liegt hier darin, dass während einer solchen Metallentfernung, also einer Operation, weitere Komplikationen entstehen können die dann nicht mehr eindeutig abgrenzbar sind.

Kann ein Risikozuschlag verändert werden?

Ja, und das in beide Richtungen. Ein Risikozuschlag in der privaten verändert sich automatisch, wenn der Beitrag in der privaten Krankenversicherung durch eine Beitragsanpassung erhöht wird. Im gleichen Verhältnis wie der Beitrag steigt dann auch der Risikozuschlag. Dies ist auch notwendig, denn Kostensteigerungen in der privaten Krankenversicherung führen dazu, dass Beiträge in der PKV ansteigen, damit müssen auch Mehrkosten ausgeglichen werden. Sie durch Vorerkrankungen also höhere Kosten zu erwarten und wurde hierfür ein Risikozuschlag erhoben, so ist dieser im gleichen Verhältnis zu erhöhen.

Wurde zu Vertragsbeginn ein Risikozuschlag und hat sich die Risikoeinschätzung seitdem verändert, sind Erkrankungen nicht mehr aufgetreten oder bereits ausgeheilt, so ist hier eine Reduzierung dieses entsprechenden Zuschlags zu beantragen. Dazu sollten Sie detailliert darlegen, welche Erkrankungen sich in welcher Form verändert haben und eine Reduzierung des Risikozuschlag beantragen. Sollte der Versicherer dem nicht zustimmen, so wenden Sie sich bitte an einen entsprechenden Berater, der Ihnen hier weiterhelfen kann. Auch eine anonyme Risikovoranfrage mit den aktuellen Daten (bei den gleichen Versicherer) kann einen Überblick dazu geben, wie eine heutige Einschätzung bei einer vergleichbaren Erkrankung aussehen würde.

Mit diesen Informationen lässt sich einer entsprechenden Reduzierung des bestehenden Risikozuschlages ein wenig Nachdruck verleihen. Dabei noch ein kleiner Hinweis. Während der Vertragslaufzeit neu aufgetretenen Erkrankungen dürfen bei der Betrachtung zur Reduzierung des Risikozuschlag nicht berücksichtigt werden. Haben Sie also bitten Rückenbeschwerden einen Risikozuschlag von 20 € in ihrem Vertrag und zukünftig soll dieser reduziert werden, so spielt ein neu aufgetretenen Bluthochdruck keine Rolle. Der Versicherer kann also nicht sagen: „Jetzt haben wir bei dem Patienten höhere Kosten durch den Blutdruck, daher reduzieren wir den Risikozuschlag für den Rücken nicht.“

Wer versichert mich nun ohne Zuschlag?

Wie viele Sachen im Leben, hat auch ein Risikozuschlag zwei Seiten. natürlich ist es verständlich dass jemand ein Abschluss des Vertrages keinen unnötigen Zuschlag zahlen möchte. Auch ein Risikozuschlag hat jedoch zwei Seiten. Eine solche Risikobewertung wird nicht nur bei Ihnen vorgenommen, sondern natürlich auch bei anderen Versicherten. Durch einen Risikozuschlag sind ausreichende Mittel vorhanden, damit die Mehrkosten für diesen Patienten daraus finanziert werden können. Nimmt eine Gesellschaft nun jedoch für eine Erkrankung keinen Zuschlag, alle anderen aber schon, so kann dies ein Hinweis sein, dass sich die Beitragsentwicklung schlechter darstellen wird. In der Gesamtbetrachtung hat also auch ein Risikozuschlag eine (positive) Berechtigung. Sichert er doch in dem Gesamtbestand des Versicherers eine risikogerechte Kalkulation und dementsprechend eine stabile(re) Beitragsentwicklung.

Der Ansatz, sich also mit einem möglichst kleinen, oder gänzlich ohne Zuschlag zu versichern, ist daher falsch. Es geht in der privaten Krankenversicherung und auch in der Berufsunfähigkeitsversicherung oder an anderen Versicherungssparten immer darum, ein ausgewogenes Verhältnis zu erreichen. Daher sind Risikozuschläge und Ausschlüsse durchaus berechtigt. Ausschlüsse in der Krankenversicherung nicht möglich, in der Berufsunfähigkeitsversicherung hingegen schon. Dort lassen sich mit einem entsprechenden Ausschluss Vorerkrankungen gänzlich vom Versicherungsschutz ausschließen.

Der richtige Weg zur passenden privaten Krankenversicherung ist somit nicht der, über den geringsten Zuschlag. Der richtige Weg ist der, über den passenden Tarif, individuell passenden, richtigen Leistungen und damit einer Absicherung die zu dem jeweiligen Interessenten passt. Ebenso kann während des Prozesses der Risikovorprüfung die Erkenntnis eintreten, dass der Weg in die private Krankenversicherung oder der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung derzeit nicht sinnvoll möglich ist. Dann spricht man von einer Zurückstellung des Antrages, wenn es sich um ein Risiko handelt was noch ausheilen muss und welche später versicherbar ist. Ebenfalls ist bei einigen Vorerkrankungen eine Versichertenkarte nicht gegeben, der Versicherer muss im Sinne des Kollektivs diesen Antrag ablehnen.

Fazit:

Wenn Sie also gerade auf der Suche nach einem passenden Versicherungsschutz für die private Krankenversicherung, Pflegezusatzversicherung oder die Berufsunfähigkeitsversicherung sind, so lassen Sie mich bitte nicht davon leiten wir Sie zu einem möglichst kleinen Zuschlag versichert. Risikozuschläge und Ausschlüsse sind in der Absicherung von biometrischen Risiken bei Vorerkrankungen völlig normal, notwendig und berechtigt. Wichtig ist das der Vertrag den Sie abzuschließen zu gedenken zu Ihnen passt und den individuellen Leistungswunsch abdeckt. Weitere Informationen dazu finden Sie auch:

Wenn Sie weitere Fragen haben, können Sie diese gerne über das LiveChat Fenster links oder über mein Kontaktformular stellen.

17.
Juni '16

Deutscher Ring Krankenversicherung wird Signal Iduna – was sich für Kunden ändert


Der Deutsche Ring gehört seit Jahren und sicherlich mit Abstand zu den empfehlenswertesten Krankenversicherern in der privaten Krankenversicherung. Er war einer der ersten, die erkannt haben, dass Leistung und garantierte Aussagen in den Bedingungen ein entscheidendes Kriterium für die Auswahl der privaten Krankenversicherungen sein müssen. Nur was in den Bedingungen garantiert ist, nur das kann auch am Ende in einem Fall der Fälle eingeklagt werden und auch nur auf dieses entsteht ein entsprechender Rechtsanspruch. Aus diesem Grund haben sich die Bedingungen der privaten Krankenversicherung in den letzten Jahren drastisch verändert. Von schwammigen und unvollständigen Aussagen hin zu klaren Bedingungsaussagen und deutlich verbesserten Formulierungen. Auf der anderen Seite haben sich die Versicherer verändert, die Reduzierung auf tatsächliche Bedingungsaussagen und der Wegfall von Kulanzleistungen sind nur zwei dieser Punkte. Zu Recht beschränken sich die Versicherer bei ihrer Leistungserstattung darauf, was in den Bedingungen geregelt ist und verzichten auf Kulanzleistungen. Kulanz ist am Ende eine Veruntreuung von Versichertengeldern. Die Krankenversicherer stellen jedoch auch fest, dass unter steigendem Kostendruck und geringerer Kapitalerträge Fusionen und Zusammen-schlüsse unumgänglich sind. So wurde schon vor einigen Jahren der Deutsche Ring Krankenversicherung in die Signal Iduna eingegliedert, blieb aber bisher als völlig eigenständiger Versicherer bestehen. Ich halte nach wie vor die Tarife Esprit und Comfort+ für durchaus empfehlenswerte Tarife, wenn der Leistungsumfang zu den gewünschten Vorstellungen passt.Signal Iduna und Dr Ring

Aus Deutscher Ring wird nun (mittelfristig) Signal Iduna

Aktuell sehen wir jedoch eine Veränderung, die ich persönlich nur bedingt gut finde. Ich kann nachvollziehen, dass Versicherer auch aus Kostengründen versuchen, Leistungsmanagement und andere Kostenträger zusammen zu legen und daraus eine Ersparnis zu generieren. So ist es natürlich gegenüber einem Hersteller einfacher als großer Versicherer mit vielen Versicherten aufzutreten um vielleicht über Rabatt-verträge oder sonstige Vergünstigungen zu sprechen. Versicherte des Deutschen Ring haben in der letzten Woche Post bekommen. Darin wird ihnen mitgeteilt, dass der Vertrag, in dem sie bisher versichert waren, zwar unverändert bestehen bleibt, aber eine neue Versicherungsnummer bekommt. Diese Versicherungsnummer ist an die Signal Iduna – Systematik angegliedert und so verschwinden die mit K beginnenden Versicherungsnummern des Deutschen Ring und werden durch eine Zahlenkombination in der Systematik der Signal Iduna ersetzt. Auch wenn Erfahrungen mit Krankenversicherern und zwar insbesondere der Leistungsabwicklung eher subjektiv sind, dennoch sind meine Erfahrungen mit der Abrechnung bei der Signal Iduna eher schlecht. Leider hat sich dieses auch bei Abrechnungen des Deutschen Ring in der letzten Zeit durchgesetzt, so zumindest die Erfahrung von Kunden die am Ende als Feedback bei mir ankommt. Viele meiner Kunden nehmen die Abrechnung selbst vor, sodass ich die Rechnungen gar nicht zu Gesicht bekomme. Dennoch hört man immer wieder, dass das neue, vorgeschaltete Servicecenter nicht die nötige Kompetenz besitzt und oftmals zugesicherte Rückrufe nicht erfolgen. Hoffen wir mal, dass sich das mit der Umstellung und Eingliederung in die Signal Iduna ändert.

Was passiert mit meinem Vertrag?

Eine der wohl wichtigsten Fragen, die Kunden beschäftigt ist diese, was passiert mit meinem Vertrag in der privaten Krankenversicherung, was wird aus meinen Leistungen und was passiert mit meinen Prämien. Zunächst einmal ist diese Frage relativ einfach zu beantworten, es passiert nichts. Der große Vorteil der privaten Krankenversicherungen ist die Tatsache, dass Leistungen garantiert sind, sich diese während der Vertrags-laufzeit keinesfalls einseitig verändern können. Das bedeutet, dass die Leistungen  für die Sie sich seinerseits bei Vertragsabschluss entschieden haben unverändert bestehen bleiben, egal ob auf Ihrer zukünftigen Versicherungskarte „Deutscher Ring“ oder „Signal Iduna“ als Versicherer geschrieben steht. Was sich ändern kann, das sind die Modalitäten in der Leistungsabwicklung und die Frage wann und wie schnell und durch wen die Leistungen erstattet werden. Der Vertrag, die derzeitige Prämie und der Leistungsumfang ändern sich nicht.

Muss ich jetzt handeln?

Aktuell besteht für Versicherte des Deutschen Ring, die zukünftige Versicherte der Signal Iduna werden könnten, kein konkreter Handlungsbedarf. Wie eben schon beschrieben bleibt der Leistungsumfang der Tarife identisch. Es bestehen auch weiterhin zwei separate Krankenversicherer, was bedeutet, dass die Kollektive nicht miteinander vermischt werden. Sollten Sie also Veränderungen in Ihrem Vertrag vornehmen wollen, so können Sie das im Rahmen Ihrer Möglichkeiten bei dem Deutschen Ring Krankenversicherung tun. Tarifwechsel aus dem Esprit in den Comfort+ aus dem Comfort+ in den Esprit sind weiterhin uneingeschränkt möglich, wobei bei Mehrleistungen eine neuerliche Gesundheitsprüfung erforderlich ist. Für Versicherte mit dem Zusatzbaustein „Futura“ bestehen auch weiterhin die vertraglich vereinbarten Optionsrechte. Sodass hier in den ersten fünf Jahren jeweils zum 1. Januar eines Jahres in einen höherwertigen Tarif gewechselt werden kann. Dieser höherwertige Tarif ist nach wie vor der Comfort+ des Deutschen Ring, und kein Tarif der Signal Iduna.

Tarifwechsel zwischen den Gesellschaften

In der privaten Krankenversicherung existiert zudem ein sogenanntes Tarifwechsel-recht, geregelt ist dieses im Paragraphen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes.  Mit diesem Tarifwechselrecht wird dem Kunden die Möglichkeit geschaffen, eine Tarifleistung zu verbessern oder in einen neueren Tarif mit  sogenanntem „gleichartigen Versicherungsschutz“ zu wechseln. Dieser Wechsel ist möglich innerhalb der Tarife einer Gesellschaft. Das bedeutet, dass Versicherte des Deutschen Ring nicht in Tarife der Signal Iduna wechseln können, zumindest im Moment noch nicht. In der Vergangenheit haben wir in der Branche einige solche Wechselmöglichkeiten jedoch gesehen. So gab es für Versicherte der damaligen Globale Krankenversicherung oder auch der späteren Viktoria Krankenversicherung nach der Eingliederung  in die DKV entsprechende Tarifwechselmöglichkeiten. Auch wenn Gesellschaften diese Tarifwechsel ungern erwähnen, so ist ein solcher Wechsel innerhalb der gleichen Gesellschaft, also rechtlich zusammengefasst im gleichen Unternehmen, durchaus möglich. Ein solcher Tarifwechsel könnte sich somit auch zukünftig für Versicherte des Deutschen Ring in Richtung Signal Iduna Tarife und für Versicherte der Signal Iduna  in Richtung der Tarife des Deutschen Ring ergeben. Dieses ist aktuell und Stand heute nicht möglich.

Wohin schicke ich meine Rechnungen?

Auch die Erstattung von Rechnungen ist derzeit unverändert. Mit dem Schreiben, welches Sie vom Deutschen Ring in der letzten Woche erhalten haben sollten, sind neue Versicherungsnummer und auch die neue Adresse beziehungsweise aktuelle Telefonnummern mitgeteilt worden. Die Leistungsabwicklung erfolgt wie bisher über die gewünschten Kontaktwege. Anders als bisher können Sie das Portal „Meine Signal“ zukünftig ebenfalls für Ihre Verträge der Deutschen Ring Krankenversicherung nutzen und somit die Erweiterungen für die Einsicht in Abrechnungsunterlagen, Änderung von Kundendaten und das Einreichen von Rechnungen nutzen. Die geplante Fusion oder die geplante Zusammenlegung der Bestände war wohl auch ein Grund dafür, warum es beim Deutschen Ring in der Vergangenheit keine App oder alternativ eine andere Möglichkeit der elektronischen Einreichung von Rechnungen gab. Dieses ist zukünftig anders.

Fazit

Auch zukünftig sind Sie mit Ihrem Tarif Esprit oder Comfort+, welcher seiner Zeit beim Deutschen Ring  Krankenversicherung abgeschlossen wurde, genauso gut aufgehoben wie bisher. Dennoch gilt es nicht nur jetzt sondern auch in der Vergangenheit schon den Versicherungsschutz in der privaten Krankenversicherung regelmäßig zu überprüfen und zu hinterfragen ob die gewünschten Leistungen noch dem entsprechen, was an Leistungsniveau gewünscht ist. Auch zukünftig sollten Sie daher den Tarif und den Versicherungsschein nicht einfach gelesen in der Schublade liegen lassen, sondern regelmäßig sich mit Hilfe der Auswahlkriterien der privaten Krankenkasse dazu Gedanken machen, ob ein solcher Versicherungsschutz noch den Wünschen und Zielen entspricht. Ist dem nicht so, so bieten sich Anpassungsmöglichkeiten innerhalb der Tarife des Deutschen Ring, zukünftig wohl auch innerhalb der Tarife der Signal Iduna. Eine Kündigung oder ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft allein aufgrund der Tatsache, dass die Gesellschaften nun fusionieren oder in sonstiger Form zusammengelegt werden, besteht in jedem Fall nicht. Dennoch ist zu beachten, dass sich Kennzahlen, Beitragsentwicklung und die Veränderung der Unternehmenskennzahlen aus einer solchen Entwicklung ergeben könnten. Sollten Sie dazu Fragen haben, so zögern Sie bitte nicht Ihren Berater, mich oder den Versicherer direkt anzusprechen. Auch bei Vertragsänderungen, der Nachversicherung von Kindern nach der Geburt oder der Veränderung von Kranken-tagegeldtarifen hat sich gegenüber dem derzeitigen Stand nichts geändert. Vielleicht können Sie zukünftig Ihr Kind nicht nur in dem Esprit oder Comfort, sondern auch in den Tarifen der Signal Iduna Krankenversicherung nachversichern. Dieses bleibt dann zu diskutieren, wenn die Geburt ansteht oder die Nachversicherung aktuell wird. Auch der Übergang zwischen Krankentagegeld– und Berufsunfähigkeitsversicherung ist neu zu überprüfen und im Auge zu behalten. Gerade wenn die Krankenversicherung und die Berufsunfähigkeitsversicherung eine unterschiedliche Definition verwenden, und unterschiedliche Auffassungen darüber haben, wann Berufsunfähigkeit eingetreten ist, kann hier schnell eine Lücke entstehen.

Lesetip: Übergang von Krankentagegeld zu Berufsunfähigkeit

Lesetip: Warum sechs Monate Krankschreibung nicht automatisch Berufsunfähigkeit bedeuten

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie auch hier auf der Seite unter dem Punkt Berufsunfähigkeit bzw. unter dem Menüpunkt Krankenversicherung und dann Krankentagegeld.

15.
Juni '16

Unfallversicherung – brauche ich nicht, ich habe doch eine Berufsunfähigkeitsversicherung


Diese Aussage höre ich in der Beratung relativ häufig, denn oftmals werden die unterschiedlichen Versicherungssparten vermischt und es ist nicht klar welche Versicherungen für welche Leistungen verantwortlich sind. Aus diesem Grund nutze ich auch heute wieder einen Blogbeitrag um etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

BU Unfall PflegeNatürlich gibt es Leistungsfälle, bei denen die Berufsunfähigkeitsversicherung, sondern auch die Unfallversicherung eine Leistung für ein und denselben Versicherungsfall erbringen muss. In vielen Fällen gibt es zwar Überschneidungen, nicht aber gleiche Leistungen. Daher fangen wir zunächst mit der unterschiedlichen Definition an.

Die Unfallversicherung

In der Unfallversicherung wird für Schadenfälle geleistet, die den Unfallbegriff erfüllen. Ein Unfall ist demnach ein festes Ereignis, welches in den Versicherungsbedingungen nach ganz speziellen Kriterien definiert ist.

„Ein Unfall ist demnach ein plötzlich und von außen auf den Körper wirkendes Ereignis (Unfallereignis) welches unfreiwillig eine Gesundheitsschädigung hervorruft.“

Dabei muss diese Gesundheitsschädigung in den meisten (anderweitige Leistungen mal außen vor gelassen) Unfallversicherungen eine Invalidität hervorrufen, um überhaupt eine Leistung zu erhalten. Eine Invalidität wiederum ist eine körperlich oder geistige dauerhafte Beeinträchtigung der Leistungsfähigkeit. Unfallversicherungen können Nebenleistungen erbringen, dazu gehört ein Unfallkrankenhaustagegeld, dazu gehören auch Bergungskosten oder Behandlungskosten bei kosmetischen Operationen. Das alles sind aber nicht die Kernthemen der Unfallversicherung, Kernthema ist die Absicherung der Invalidität. Haben Sie also einen schweren Autounfall, so spielt in der Regel keine Rolle was die Ursache dafür war, solange keine Ausschlüsse im Vertrag greifen. Hat dieser Unfall eine Gesundheitsstörung zur Folge, welche dauerhaft zur Invalidität führt, so bedingt dieses eine Leistung aus dem Unfallversicherungsvertrag. Natürlich kann durch so einen Unfall auch eine Berufsunfähigkeit ausgelöst werden, wobei wir schon beim nächsten Thema wären.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung

Anders als die Unfallversicherung, kennen wir hier nicht einen Unfall als Voraussetzung einer Leistungspflicht aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Die Unfallversicherung hat also eine feste Vorgabe der Ursache, es muss zwingend ein Unfall als leistungsauslösender Faktor vorhanden sein, in der Berufsunfähigkeitsversicherung ist der erreichte Zustand maßgebend. Daher gibt es auch hier eine feste Definition, aber keine Definition für die Ursache oder den auslösenden Faktor sondern eine Definition für den Zustand:

„Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann.“

Es spielt also keine Rolle warum Sie berufsunfähig geworden sind (ausgenommen natürlich Versicherungsausschlüsse in den Versicherungsbedingungen) sondern es geht vielmehr darum, dass Sie berufsunfähig sind. Dieser Zustand kann durch eine Krankheit, durch mehr als einen altersentsprechenden Kräfteverfall (bei einigen Versicherern reicht ein altersentsprechender Kräfteverfall) oder eben einen Unfall ausgelöst werden. Kehren wir zurück zu unserem Beispiel mit dem Autounfall von eben, so kann es natürlich passieren, dass ein Versicherter nach einem Unfall eine Leistung aus der Unfallversicherung bekommt und im Anschluss daran oder parallel dazu eine Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Berufsunfähigkeitsversicherung – Unfallversicherung, die Unterschiede

Die meisten Unfallversicherungen sind mit einer Invaliditätssumme ausgestattet, wobei es auch Verträge mit einer Unfallrente gibt. Schauen wir uns zunächst die Verträge mit der Invaliditätssumme an. Eine festgelegte und im Vertrag enthaltene Summe stellt die Grundleistung bei einer verbleibenden Invalidität dar. Zum besseren Verständnis auch hier ein Beispiel:

Der Verlust eines Armes (oder der vollständige Verlust der Gebrauchsfähigkeit des Armes) bedingt eine Invalidität von 70%. (Anmerkung: Es gibt durchaus Versicherungen, die andere Gliedertaxen für die Festlegung der Invalidität verwenden, die bestimmten Berufsgruppen eine spezielle Gliedertaxe anbieten und zudem eine Progressionsstaffel in ihre Bedingungen integrieren). Bei der Mehrheit der Verträge handelt es sich jedoch um eine Invaliditätsgrundsumme, welche nach unterschiedlichen Modalitäten gesteigert wird. Bei der vollständigen Verletzung des Armes werden also 70% der vereinbarten Invaliditätsgrundsumme geleistet.  (Ist eine Progression vorhanden kann dieser Satz um das 5-fache oder mehr gesteigert werden. ) das bedeutet, bei einer versicherten Invaliditätsgrundsumme von 100.000 Euro wär hier eine Leistung von 70%, also 70.000 Euro fällig. Ist der Arm allerdings nur zur Hälfte in seinem Gebrauch eingeschränkt, so besteht eine Invalidität von 35% (die Hälfte der 70%) und das führt zu einer einmaligen Leistung von 35.000,00 Euro.

Hier sehen wir schon einen elementaren Unterschied. Die Leistung aus der Unfallversicherung, wenn es sich um eine Invaliditätsleistung und nicht um eine Unfallrente handelt, als einmalige Zahlung erbracht. In den meisten Bedingungswerken ist zudem die Voraussetzung ganz klar geregelt, denn hier müssen die Ansprüche in einer bestimmten Frist geltend gemacht werden. So regeln viele Versicherungsbedingungen, dass der Kunde seinen Anspruch auf Invalidität (welcher innerhalb von zwölf Monaten nach dem Unfall eintreten muss) binnen weiterer drei Monate ärztlich nachweisen und geltend machen muss. Tritt also die Unfallfolge nach diesem Zeitpunkt ein, kann alleine deshalb die Leistung verwirkt sein.

In der Berufsunfähigkeitsversicherung ist das hingegen etwas anders, es geht hier um den Zustand der Berufsunfähigkeit, der auch durch eine schleichende, allmähliche Verschlechterung des Gesundheitszustandes eintreten kann. Auch wenn der Vertrag der Unfallversicherung eine Unfallrente enthält, und diese sogar dauerhaft/ bzw. lebenslang bezahlt werden könnte oder kann, ist immer noch der Unfall die zwingende Voraussetzung. Nur wenn der Nachweis einer Beeinträchtigung in einer bestimmten Frist erfolgen kann, löst dieses eine entsprechende Leistung aus. Der Vorteil der Unfallversicherung liegt sicherlich darin, verbessert sich der Zustand später und wird der Kunde nach Jahren wieder in der Lage sein seinen Arm oder seiner Schulter, vielleicht auf Grund neuer medizinischer Entwicklungen zu benutzen, so entsteht hier kein Rückforderungsgrund des Versicherers. Wäre der Kunde berufsunfähig wegen der gleichen Erkrankung, so würde die Rente irgendwann unter Umständen enden, wenn der Kunde durch eine medizinische Entwicklung und damit Verbesserung seines Gesundheitszustandes in der Zukunft wieder arbeiten gehen kann und geht. Die Unfallversicherung ist damit eine sogenannte Ausschnittsdeckung. Sie leistet für einen Ausschnitt der möglichen Erkrankungen und Beeinträchtigungen, wenn diese durch einen Unfall ausgelöst sind. Nun haben die verbesserten Bedingungswerke in der Unfallversicherung durchaus Klauseln, welche zum Beispiel auch das Verheben und damit die Schädigung des Rückens, oder die Infektionen durch den Stich eines Insektes als Unfall ansehen (und damit den Unfallbegriff etwas weiter fassen) dennoch bedarf es immer eines konkreten Anlasses der eine dauerhafte Beeinträchtigung nach sich zieht.

Wer hingegen Berufsunfähigkeit als Risiko versichert, der kann im Falle der eingetretenen Beeinträchtigung immer dann eine Leistung verlangen, wenn dieser Zustand zur Berufsunfähigkeit führt. Dabei ist immer der Beruf wirksam und maßgebend, Zum Rest des Artikels »

09.
Juni '16

ARAG Krankenversicherung schafft Beitragsentlastungstarif BE ab


Das ging mal schnell. Die ARAG Krankenversicherung hatte im März diesen Jahres einen Beitragsentlastungstarif für die Kunden in der Krankenvollversicherung geschaffen.

Beitragsentlastungstarif – Was ist das?

Bei einem so genannten Beitragsentlastungstarif oder auch Beitragsentlastungsbaustein handelt es sich um einen Tarifbaustein in der Privaten Krankenversicherung. Für versicherte Kunden der ARAG Krankenversicherung, welche einen Vollkostentarif abgeschlossen haben, konnte hier ein solcher Baustein zusätzlich abgeschlossen werden. Mehr Informationen finden Sie in meinem Blogbeitrag:

Beitragsentlastung – ein Baustein in der Privaten Krankenversicherung

Mit Hilfe eines solchen Bausteins zahlen Sie heute einen Mehrbeitrag dafür, damit Sie im Alter eine garantierte Entlastung in Ihrer Krankenversicherung haben. Das ist insbesondere dann interessant, wenn Versicherte Ihren Arbeitgeberzuschuss noch nicht ausgeschöpft haben, den Arbeitgeber somit an der Beitragsentlastung im Alter beteiligen können.

Eingeführt im März, abgesetzt im Juni

Das hat ja nicht lange gehalten. Den im März 2016 eingeführten Tarifbaustein BE stellt die ARAG Krankenversicherung per sofort ein. In einer knappen Mitteilung an die Softwarehäuser heißt es dazu:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im März dieses Jahres hat die ARAG Krankenversicherungs-AG die Beitragsentlastungskomponente BE in der Vollversicherung eingeführt. Wir müssen Ihnen mitteilen, dass wir diese ab sofort nicht mehr anbieten. Wir bitten Sie daher, die Beitragsentlastungskomponente BE umgehend aus Ihrer Angebotssoftware zu entfernen.

Über die Gründe kann man nur spekulieren, denn solche Bausteine kosten den Versicherer natürlich Geld. ARAG BE BAPAuch wenn eine Beitragsanpassung für den Baustein unter bestimmten Bedingungen zulässig ist, das Geld muss natürlich erwirtschaftet werden. Dennoch sieht die Nettoverzinsung aus den letzten Jahren, wie auch die durchschnittliche Verzinsung der Kapitalanlagen bei der ARAG Krankenversicherung gar nicht so schlecht aus. ARAG KV NettoverzinsungÜber die Gründe bleibt daher nur Spekulation. Hat die ARAG sich mehr Kunden versprochen, oder waren es zu viele die sich für den Tarif entschieden haben? Wir wissen es nicht. Im Vergleich der Bausteine mit anderen Versicherern lag die AXA eher im unteren Bereich. So koststet bei einem 33jährigen Versicherten die Beitragsentlastung ab 67 pro 10 € Entlastungsbetrag bei der ARAG nur 2,27€ mtl. Barmenia und Dt. Ring verlangen hier mit 2,86€ und 2,80€/10 Euro einen fast 25% mehr Prämie.

Was passiert mit bestehenden Kunden?

Ganz einfach und eindeutig. Nichts!

Wenn Sie bereits bei der ARAG versichert sind und diesen Baustein abgeschlossen haben, so gibt es keinen Grund hieran etwas zu ändern. Wenn der Baustein vor zwei oder drei Monaten gepasst hat, dann wird er das auch heute noch tun. Der Versicherer kann diesen nicht einseitig ändern.

Auch ist das nicht anbieten einer solchen Komponente kein Grund den Versicherer zu wechseln oder zu verlassen, bei Neukunden kann dieses ein Punkt sein der VOR Abschluss zu bedenken ist.