18.
Juli '14

Welche Versicherungen Sie nach Geburt ihres Kindes wirklich brauchen und wann es sinnvoll ist für Schutz zu sorgen


Schwangerschaft die nicht zu Ende gehen will, Monate um Monate warten und dann, dann ist er endlich da der große Tag. Das eigene Kind wird geboren, unbeschreibliche Gefühle überkommen die Eltern, Sie können ihr Glück kaum fassen. Ja Sie, Sie die oder der gerade den Beitrag lesen und vielleicht in einer ähnlichen Situation sind.

Alles ist neu, ungewohnt und die neuen, fisch gebackenen Eltern sind übervorsichtig und wollen nur das Beste für Ihr Kind.

Baby_1

Schon Monate zuvor wurde an alles gedacht. Das neue Zimmer eingerichtet, Babysachen gekauft und alles genau geplant und vorbereitet. Oder es ist noch gar nicht soweit und Sie gehören zu denen, die sich im Vorfeld informieren und genau wissen wollen was zu beachten ist, denn ganz im Taumel der Gefühle nach der Geburt gehen wichtige Fragen manchmal unter. Die Fragen nach den nötigen Versicherungen für Neugeborene und Kleinkinder. Daher habe ich einige wichtige Punkte einmal zusammen geschrieben, so vergessen Sie nichts und können unbesorgt ihr neues Glück genießen.

Vor der Geburt

Eine der wichtigsten Versicherungen, wenn nicht die wichtigste für das Neugeborene ist die Krankenversicherung. Kosten für Geburt, Arzt und Untersuchungen wollen schließlich bezahlt werden. Daher ist es schon vor der Geburt wichtig zu wissen, wo das Kind zukünftig krankenversichert sein wird.

Sind beide Eltern in einer gesetzlichen Krankenkasse, so ist es einfach. Das Kind wird im Rahmen der Familienversicherung beitragsfrei mitversichert und hat einen identischen Leistungsanspruch in der GKV wie alle anderen auch. Ist ein Elternteil privat versichert, ändert sich die Frage aber etwas.

Anders als vielfach vermutet haben auch Eltern die NICHT verheiratet sind und wo einer der beiden in der GKV, der andere in der PKV versichert ist ein Wahlrecht wo das Kind versichert werden KANN.

Dazu habe ich Ihnen hier einmal eine Übersicht vorbereitet, hier lassen sich im einfachen Ja-Nein Verfahren die Fragen nach der Versicherung beantworten. Übersicht als pdf: Wo muss das Kind versichert werden 

ACHTUNG: Es besteht aber selbst dann, Zum Rest des Artikels »

17.
Juli '14

Kieferothopädische Behandlung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und Sonderverträge für Bayern – PLUS: verbesserte Versorgung durch Zusatzversicherungen


KFO, drei Buchstaben die oft harmlos klingen, dann aber doch am Ende ins Geld gehen und manchmal Familien an die Grenze dessen bringen, was diese zu leisten in der Lage sind. Gerade bei mehreren Kindern und dem damit höheren Bedarf an Behandlung, sind die Kosten schnell im vierstelligen Bereich. Einige Kassen haben diese Leistungen jedoch verbessert und bieten Ihren Kunden mehr Versorgung. Da die Fragen immer wieder kommen, hier mal einige weitere Hinweise und Möglichkeiten der Absicherung.

KIG- Kieferothopädische Indikationsstufen (I-V)

Die Behandlungsbedürftigkeit ist in verschiedene Stufen eingeteilt. Je nachdem welche Art der Zahnfehlstellung vorliegt, welche konkreten Beschwerden und Befunde bestehen, danach lassen sich diese in unterschiedliche Gruppen einteilen. Hiernach richtet sich am Ende auch, welche Erstattungen die gesetzlichen Krankenkasse leisten bzw. wie hoch Erstattungen privater Zusatzversicherungen sein können und werden. Die Techniker Krankenkasse hat eine detaillierte Übersicht hierzu veröffentlicht, welche unter dem Link abgerufen werden kann.

KIG I bis 5

1.) Grundversorgung der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Die gesetzlichen Kassen leisten, abhängig von der KIG und abhängig vom Alter des Versicherten unterschiedlich viel. Vereinfacht kann festgehalten werden, KIG I und II bedeutet keine Leistung in der GKV, KIG III bis V jedoch schon. Eine weitere Voraussetzung ist zudem, das der Versicherte das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hat. (Ausnahmen bei schweren Kieferverformungen, die sowohl kieferchirurgisch als auch –orthopädisch behandelt werden sollten)

Ist dei GKV generell leistungspflichtig, so wird immer das bezahlt, was medizinisch notwenig und wirtschaftlich ist, also nicht das was der Zahnarzt unter Umständen empfiehlt oder für sinnvoll hält, auch nicht das was der Patient für gut befindet oder was ihm besser gefällt. Geleistet wird also für die Regelversorgung, dabei wie folgt:

GKV Leistung KFOI

 

 

 

 

 

 

2.) Sonderverträge einiger Gesetzlicher Kassen (in Bayern)

Nach §73c SGB V ist es Gesetzlichen Kassen möglich, besondere Behandlungsverträge zu schließen. Dieses ist in Bayern geschehen, so sind derzeit folgende Kassen beteiligt. LINK

BKK Salzgitter, BKK Publik, energie-BKK, BKK TUI, BKK ALP plus, BKK VICTORIA und D.A.S., E.ON Betriebskrankenkasse, BKK vor Ort, Vaillant BKK, BKK Merck, BKK PricewaterhouseCoopers, BKK Ernst & Young, BKK MAHLE, WMF BKK, BKK Würth, BKK MAN und MTU München, Audi BKK, BKK TEXTILGRUPPE HOF, BKK Kassana, BKK N-ERGIE, SKD BKK, BKK KBA, BKK FTE, BKK KRONES, BKK Faber-Castell & Partner, BKK STADT AUGSBURG

Gegenüber der GKV Grundversorgung ergeben sich hier folgende Verbesserungen:

in der Regel nicht mehr als 30 Minuten Wartezeit je Behandlungstermin in der Praxis

Kostenübernahme einer professionellen Zahnreinigung pro Jahr bei festsitzenden Spangen

Kostenübernahme für verschiedene Spezialbrackets und hochelastische, zahnschonende Nickel-Titan-Drähte

Bei Komplikationen wird ein unabhängiger Qualitätsausschuss für Sie tätig.

keine zeitlichen Lücken durch qualifizierte Vertretungen bei kieferorthopädischen Behandlungen

ausführliche Beratung durch den Kieferorthopäden oder Zahnarzt während der gesamten Behandlung

Auch wenn ich meine, gerade die letzten beiden Punkte sollten eh selbstverständlich sein, so sind diese doch in dem Sondervertrag geregelt. Auch bei dieser verbesserten Versorgung gilt die Nichtleistung bei KIG I und II, ebenso wie die nicht mögliche Erstattung bei weiteren, zahnschonenden Maßnahmen über die Grundversorgung hinaus. Link zu Infos der teilnehmenden Audi BKK

 

3.) Verbesserte Versorgung durch private Zusatzversicherungen 

Der Markt der privaten Versicherungen (als Ergänzung zur GKV) ist relativ überschaubar. Ein Beispiel für eine solche ergänzende Versorgung (die aber bis zum 7. Lebensjahr abgeschlossen sein muss) ist die Württembergische mit dem Tarif SGKU. Dieser Leistet als Ergänzung für die Mehrkosten gegenüber der GKV Versorgung,

Leistungen bei bestehendem Leistungsanspruch gegenüber der GKV

Erstattungsfähig sind 80% der Aufwendungen für kieferorthopädische Behandlungen, soweit diese nicht unter den Leistungsanspruch gegenüber der GKV fallen (Mehrkosten) . Die Erstattung der Aufwendungen ist begrenzt auf einen erstattungsfähigen Rechnungsbetrag von 2 000 Euro . Die maximal mögliche Erstattung beträgt demnach 1 600 Euro.

Wer seinem Kind jedoch auch KFO Leistungen ermöglichen möchte (und diese nicht selbst zahlen kann oder will), die zum Beispiel in der KIG I und II erfolgen sollen, für den gilt folgendes:

Leistungen ohne bestehendem Leistungsanspruch gegenüber der GKV

Erstattungsfähig sind 80% der Aufwendungen für kieferorthopädische Behandlungen, soweit hierfür insgesamt kein Leistungsanspruch gegenüber der GKV besteht . Die Erstattung der Aufwendungen ist begrenzt auf einen erstattungsfähigen Rechnungsbetrag von 4 000 EUR . Die maximal mögliche Erstattung beträgt demnach 3 200 EUR.

4.) Versorgung als Privat versichertes Kind

Zunächst kann nicht jedes Kind in die PKV und selbst wenn es kann, muss es nicht. Mehr dazu in meinem Beitrag “Mein Kind muss ja dann auch in die PKV“. Anders als in der GKV ist die Erstattungsleistung in der privaten Krankenversicherung anders und keineswegs einheitlich geregelt. Ist die Maßnahme hier medizinisch notwenig, so wird gemäß Tarif geleistet. Das kann eine Leistung bis zu 100% sein, muss es aber nicht. In den meisten Tarifen gilt auch hier das Höchstalter von 18 Jahren zu Behandlungsbeginn, oder ein Unfall als Ursache bei späteren Behandlungsmaßnahmen.

Die Erstattungen sind dann davon abhängig, wie der Tarif diese regelt. Beispiele können so aussehen:

sowie 90% für Zahn- und Kieferregulierung (kieferorthopädische Behandlung). Für die Erstattung gelten folgende erstattungsfähige Rechnungshöchstbeträge: – vom 1. bis 3. Kalenderjahr insgesamt 10.000,00 EUR, – ab 4. Kalenderjahr unbegrenzt

oder

Kieferorthopädische Maßnahmen – zu 80 %, wenn dem Versicherer vor Beginn der kieferorthopädischen Maßnahme ein Heil- und Kostenplan vorgelegt wurde und der Versicherer hierzu eine Kostenzusage erteilt hat, ansonsten nur zur Hälfte des vorgenannten Erstattungssatzes

Fazit und Wann abschließen?

Die Versorgung bei Kieferorthopädischen Leistungen ist in der GKV nicht immer ausreichend, teilweise durch Sonderverträge verbessert. Dennoch besteht bei KIG I und II eine recht ordentliche finanzielle Belastung, oder man kann sich diese Versorgung nicht leisten, was auch nicht der Weg ist. Ob eine Zusatzversicherung für Ihr Kind sinnvoll ist und wann diese abzuschließen ist, das besprechen wir gern RECHTZEITIG vorher. Denn: Sobald eine Behandlung antraten ist (und das ist diese auch wenn der Arzt sagt “da müsste man mal was tun”), dann ist es zu spät, wie ein Kollege neulich in einer geschlossenen Gruppe bei Facebook fragte.

Guten Abend! Tochter meiner Kundin braucht eine Zahnspange. Zahnzusatz nicht vorhanden, Behandlung ist definitiv angeraten… Gibt es einen VR der hier noch einspringt? Zuzahlung zur Klammer über 2.000 Euro…

Antwort: Nein, keine legale. :-)

16.
Juli '14

Credit Life und Rheinland Versicherungen mit neuem Produkt: Der Existenz-Rente, einer Erwerbsunfähigkeitsrente in der Schickt 1, einer Rüruprente mit lebenslanger Rentenzahlung


Da haben wir wieder einmal ein neues Produkt. Die Credit Life hat ab sofort eine neue Form der Absicherung gegen Erwerbsunfähigkeit im Programm und vertreibt dieses ausschließlich über den Außendienst der Rheinland Versicherungen, dem Maklermarkt soll das Produkt ab dem III. Quartal 2014 jedoch auch zur Verfügung stehen.

Da die Marketingabteilung nicht willens oder in der Lage war, habe ich als Kollege (nicht verdeckt als Kunde) bei einem Außendienstmitarbeiter der Rheinland Versicherung ein Angebot angefordert. Hr. Sobolewski war so freundlich mir ein Angebot zu rechnen. Ich hatte vorher schriftlich um Bedingungen und ein Angebot gebeten, welches mit dem Hinweis “ausschließlich Rheinland Ausschließlichkeit. (Das Schreiben vom 11.7. liegt hier vor)

Art und Aufbau der Existenz Rente

Es handelt sich zunächst einmal um ein Produkt der Schicht eins, also eine Basis-/ Rüruprente, welche einen Schutz bei (und ausschließlich bei) voller Erwerbsminderung bietet. Dieses ist, anders als die Berufsunfähigkeit ein Zustand, in welchem Sie nicht nur ihren Beruf nicht mehr ausüben können, sondern gar keiner Tätigkeit mehr nachgehen (können). In den Versicherungsbedingungen heißt es dazu:

Volle Erwerbsminderung liegt vor, wenn ärztlich prognostiziert wird, dass die versicherte Person wegen Krankheit, Körperverletzung oder Behinderung voraussichtlich für mindestens 12 Monate außerstande ist, unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes mindestens drei Stunden täglich erwerbstätig zu sein. Bei der Beurteilung, ob eine Beschäftigung unter den üblichen Bedingungen des allgemeinen Arbeitsmarktes möglich und zumutbar ist, kommt es ausschließlich auf die gesundheitlichen Einschränkungen der versicherten Person an. Die Arbeitsmarktlage ist nicht zu beachten.

Ob Sie also eine Beschäftigung finden spielt keine Rolle. Überspitzt bedeutet es, wenn Sie mind. 3. Stunden im Bett sitzend Briefe falten oder Kugelschreiber zusammen bauen können, dann ist die EU (Erwerbsminderung) nicht gegeben und der Vertrag nicht leistungspflichtig. Auch eine Anerkennung der EU Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung löst nicht pauschal eine Leistung aus, auch dann ist “normal” zu prüfen.

Credit Life Exitenz Rente

Abweichend zur Definition der Berufsunfähigkeit ist hier auch nur die Rede von Krankheit, Körperverletzung und Behinderung. Der (mehr als altersentsprechende) Kräfteverfall ist hier ebenfalls nicht genannt.

Das Produkt selbst ist- gemäß den Vorgaben der Basisrenten- steuerlich absetzbar. Vereinfacht bedeutet dies, das die Ausgaben bis zu 20.000 EUR (Verheiratete 40T) zunächst (in 2014) zu max. 78% absetzbar sind. Dieser Prozentsatz steigt bis 2025 auf 100%. Im Gegenzug sind die Leistungen (also die Rentenzahlungen) steuerlich zu berücksichtigen. Bei einem angenommenen Rentenbeginn in 2014 ergibt sich ein Anteil von 68%, welcher zur Besteuerung heran gezogen wird. Dieser Satz steigt bis 2012 um jährlich 2% auf 80%, ab dann um jährlich 1% auf 100% im Jahre 2040.

Was ist das besondere an dem Produkt?

Es handelt sich- wie bereits oben geschrieben- um eine Basisrente, welche jedoch nur im Fall der Erwerbsminderung eine Rente zahlt, also einen reinen Risikoschutz darstellt. Dabei wird heute bei Antragstellung eine gewünschte Rentenhöhe versichert. Diese wird dann, wenn eine Erwerbsminderung eintritt, lebenslang gezahlt. Dieses gilt aber nur, wenn die Erwerbsminderung vor dem 55. Lebensjahr eingetreten ist. Bei späteren Versicherungsfällen reduziert sich die Rente gemäß folgender Tabelle:

Credit_Life_Exitenzschutz_Rentenentwicklung

Wer also nach dem 55. Lebensjahr erwerbsunfähig wird, der bekommt statt der versicherten Rente nur noch 50% oder entsprechend weniger, je nachdem wann er EU wird. Ab dem 60. Lebensjahr sind es dann nur noch 10% der versicherten Rentenzahlung.

Die Prämien und der Unterschied zur BU

Um das Produkt einordnen zu können, hier zwei unterschiedliche Beispiele zu den versicherten Renten und den dazu gehörenden Prämien. Im ersten Fall handelt es sich um einen 30jährigen Dipl. Ingenieur (Maschinenbau), welcher eine monatliche Rente von 1.000 EUR absichert. Diese wird dann bis 55. auch zu 100% gezahlt, danach reduziert sich diese bis zum Alter 60 auf 100 EUR monatliche, aber lebenslange Rentenzahlung. Die Prämie beträgt dann 97,85 EUR brutto, der derzeitige Zahlbetrag (vermindert um die Überschüsse) 63,60 EUR monatlich.

Da es im Bereich der BU Anbieter, also einem umfangreicheren Schutz als dem gegen Erwerbsunfähigkeit auch schon Anbieter mit einer lebenslangen Rentenzahlung gibt, habe ich einen solchen verglichen. Dabei ist die Auswahl der LV 1871 KEINE Wertung, nur ein Produkt zum Vergleich.

Nachteil des hier verglichenen BU Produktes: Es gibt keine steuerliche Berücksichtigung, da es sich um einen Vertrag der Schicht 3 handelt. Vorteil jedoch, es gibt auch keine Versteuerung der BU Rente und diese wird viel früher gezahlt. Der Versicherer hat hier nur einen Prognosezeitraum von 6 Monaten UND er prüft ob der BERUF nicht mehr ausgeübt werden kann, nicht ob irgendeine Erwerbstätigkeit ausgeübt werden kann.

Credit Life Prämienvergleich

Fazit

Auch für das Produkt der Existenz Rente gibt es sicherlich einen Markt und es ist zweifelsohne eine Innovation. Innovation besonders deshalb, da es bisher wenige bis keine reinen Risikoabsicherungen in der Schicht eins gab, es wurden dabei meist BU Produkte mit einer Rüruprente verbunden. Hauptzweck war hier die Vorsorge, nicht unbedingt der Risikoschutz. (Eine Ausnahme stellt das von MLP oft beworbene Rürup BU Produkt dar LINK)

Wer sich jedoch mit einem umfangreichen Risikoschutz beschäftigt, der sollte sich zunächst Gedanken über den Absicherungsbedarf machen und überlegen, ob nicht eine Berufsunfähigkeitsversicherung (mit einer umfangreicheren Absicherung) die bessere Wahl ist. Ein Erwerbsunfähigkeitsschutz ist hingegen eine “Worst-Case” Absicherung, die hier m.E. zu schnell die Rente reduziert, da die Leistungsfälle oft erst nach dem 55. Lebensjahr eintreten.

Die Bedingungen der Existenz Rente finden Sie hier als pdf

09.
Juli '14

Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen, ein Schaubild


Die Welt er Vermittler, Makler, Vermögens- und Finanzberater ist nicht nur voller Missverständnisse, auch Mythen halten sich wacker und über Generationen hinweg. Selbst vermeintliche (Fach-) Journalisten bekommen “es nicht auf die Reihe” den Versicherungsvertreter von einem Versicherungsmakler auseinander zu halten.

Auch bei Vermögensberatern denken die meisten an unabhängige Berater die das Vermögen der Kunden mehren. Das diese an bestimmte Gesellschaften gebunden sind und auch nur diese vermitteln können, das ist nicht nur wenig bekannt, wird von diesen auch gekonnt hinter tollen Begriffen wie “Konzeptberatung” und Vermögensplanung verborgen. Bereits in meinem Beitrag zu den unsäglichen Aussagen des DVAG Beraters habe ich (ganz passend zur Fußball-WM) einmal dargestellt, wer bei und mit wem in einer Mannschaft spielt.

Nur der Makler (und der Versicherungsberater der hier auf dem Feld fehlt) spielt mit dem Kunden, andere Vermittlertypen sind mit dem Versicherer in einem Team.

Makler Vertreter Fussball

Um das Ganze aber etwas einfacher zu machen und Ihnen einen Weg an die Hand zu geben, den passenden Berater zu finden und sich auch über die Konsequenzen der Auswahl (wie Bindung an Gesellschaften und den rechtlichen Status) klar zu werden, habe ich gestern das alles einmal in ein Schaubild gegossen.

Beginnen Sie einfach oben links und hangeln sich durch die Fragen. Am Ende steht nicht nur der für Sie passende Vermittlertyp, Sie kennen dann auch gleich noch die Kerneigenschaften dieses Typus. Die Übersicht können und sollen Sie gern verteilen, vielleicht bringt es etwas Aufklärung und verhindert falsche, alte Ansichten.

Für die Kollegen gilt: Teilen erlaubt, solange die Bilder und die pdf unverändert bleiben. Auch ein Einbinden auf der eigenen Seite ist kein Problem.

Die pdf Version der Datei finden Sie unter dem Link: Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen

Der Weg zum passenden Berater II

Und sollten Sie bisher gedacht haben, der Berater wäre unabhängig und es wäre einfach nur das passende Produkt, dann können Sie diese “Empfehlung” nun einmal hinterfragen. Wie ich bereits gestern bei twitter schrieb…

08.
Juli '14

Eigenwillige Auffassungen, falsche Aussagen und in der Diskussion dann einfach löschen- der DVAG Vermögensberater Stefan Mussler steht dann nicht einmal zu seiner falschen Aussage


Es ist ein kleines gallisches hessisches Dorf, Entschuldigung, die Kreisstadt Gelnhausen in der es einen Berater der Deutschen Vermögensberatung gibt. Dieser scheint nicht so gut auf Makler zu sprechen zu sein oder vielleicht hat ihm einer “unserer Zunft” mal im Kindergarten das Spielzeug weg genommen? Ich weiss nicht, was Stefan Mussler bewegt hat, einen ganzen Berufsstand zu diskreditieren und dann in der Diskussion einfach einzuknicken und alles zu löschen.

Ich habe so gar nichts gegen andere Berater, auch nicht gegen andere Meinungen, machen Sie doch Diskussionen erst interessant und sind das Salz in der Suppe. Wie langweilig wäre es wohl, wenn alle das selbe denken würden, keiner mal mit einer Aussage aneckt? Doch eines sollte immer gelten- es muss die Wahrheit sein, nicht beleidigend und keine Straftatbestände erfüllen, oder? Das ist zumindest mein Verständnis von Rechtsstaat und Kommunikation. Anscheinend sieht das aber Hr. Mussler etwas anders und ich kann mir nicht vorstellen, das diese Aussagen durch den Arbeitgeber des Herrn gedeckt sind.

Da spülte doch Facebook einen Beitrag in meine Timeline, welcher mal die bösen Makler zu recht weisen sollte. Damit meine Leser auch was davon haben…

10441156_10201347218802876_2684288519265248217_n

Ich habe bereits in einigen Blogbeiträgen die Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Vermittlern und Beratern versucht zu erklären. Vielleicht hätte dieser Autor auch mal lesen sollen, oder zumindest sich einmal genauer informieren wie das denn so ist mit den Vertragsverhältnissen, denn anscheinend ist ihm das noch nicht ganz so geläufig. Also hier nochmals zum Verständnis.

Ein Vertreter der DVAG, der sich gern “Vermögensberater” nennt, weil es ja besser klingt und so gar nicht nach Versicherungen und Vertreter aussieht, der ist Vertreter, Vertreter welcher an einzelne Gesellschaften gebunden ist, daher auch “gebundener Versicherungsvertreter”. Ob der sich nun Vermögens- oder Allfinanzberater nennt, sicher ist in jedem Fall: Sie bekommen nur die Produkte und Anbieter angeboten, mit welchem die DVAG Verträge hat. Dabei gibt es so genannte Premium-Partner. Diese stellen die Produkte für die DVAG, so ist es die Central Krankenversicherung, die Aachen Münchener Lebensversicherung (für Lebensversicherungen, BU Produkte, Riester), dazu noch eine Bausparkasse und einige Partner mehr. Die Partner können Sie auf den Internetseiten der Deutschen Vermögensberatung nachlesen.

Rechtsverhältnisse bei Beratern

Nur um einmal klar zu stellen warum ich so “allergisch” reagiere wenn es um das Verzerren von rechtlichen Verhältnissen geht, ich habe die unterschiedlichen Positionen einmal in zwei Bilder verpackt. Fangen wir mit dem Vermögensberater an. Dieser hat eine vertragliche Beziehung, einen Handelsvertretervertrag mit der DVAG. Diese kümmert sich im Hintergrund um die Abwicklung der Verträge, verhandelt mit Produktpartnern und berechnet die Einheiten, welche der Berater bekommt. Diese Einheiten werden dann, je nach Karrierestufe, mit einem Faktor multipliziert und ergeben die Vergütung, welche die DVAG an den Vermögensberater zahlt.

Dieser Vermögensberater besucht den Kunden, verkauft die Versicherungsverträge die er kann (denn er darf eben nur die Produktpartner der DVAG verkaufen und berät den Kunden bei der Antragsaufnahme und betreut ihn später ggf. auch weiter. Im Bild sieht das dann so aus.

DVAG Berater

Der Kunde bekommt dann von der Versicherungsgesellschaft die Police und hat auch mit dieser ein Vertragsverhältnis. Schäden werden natürlich nicht von der DVAG oder dem Berater bezahlt, sondern von der Gesellschaft.

Bei einem Makler sieht das etwas anders aus. Zunächst berät auch dieser seinen Kunden. Bereits seit langem hat der Bundesgerichtshof klargestellt, der Makler ist so genannter Sachwalter des Kunden, steht also rechtlich im Lager des Versicherungsnehmers und ist damit betraut, die passende Absicherung zu finden, den Kunden über Risiken aufzuklären und ist eben gerade nicht an einzelne Gesellschaften gebunden.

Ziel ist es auch hier- wie bei der DVAG- dem Kunden eine passende Absicherung zu besorgen. Anders als beim Vermögensberater stehen dem Makler hier aber alle Gesellschaften offen und er muss dafür Sorge tragen, das der Versicherungsschutz zum Bedarf des Kunden passt. Tut der Makler dieses nicht, so haftet er für eine Falschberatung und muss dafür eine entsprechende Versicherung nachweisen. Die Haftung bei Versicherungsvertretern liegt bei der Gesellschaft für welche er vermittelt. “Baut der Vertreter Mist”, so haftet die Gesellschaft “für die er Mist gebaut hat”.

Makler

Stellen Sie sich ein Fußballfeld vor, der Vergleich passt ja während der WM gerade recht. Da gibt es Gesellschaften, Konzerne wie die DVAG oder andere Allfinanzvertriebe, Makler und den Kunden. Jetzt können Sie sich selbst aussuchen, in welcher Mannschaft Sie mit wem gern gemeinsam spielen möchten.

Makler Vertreter Fussball

Maklerpools – beeinflussen diese die Unabhängigkeit?

Stein des Anstoßes in dem Beitrag “contra Makler” des Beraters war jedoch ein Maklerpool. Wie oben nachzulesen soll ein solcher Pool angeblich die Unabhängigkeit des Maklers verhindern. Um das zu verstehen ist es erst einmal sinnvoll zu erklären, was ein solcher Maklerpool eigentlich ist und was dieser tut.

Ein Maklerpoool ist- vereinfacht ausgedrückt- eine Zwischenstelle zwischen Makler und Gesellschaft. Will ein Makler bei einem Unternehmen einen Antrag einreichen und dafür vergütet werden, so benötigt er eine vertragliche Vereinbarung, eine Courtagezusage. Das bedeutet also, ich müsste (gäbe es keine Pools) mit allen Gesellschaften einen Vertrag schließen, bekäme von jeder Gesellschaft eine monatliche Abrechnung und wenn es auch nur für wenige Cent Betreuungscourtage wären.

Alternativ kann ich auch mit einem Pool einen Vertrag schließen, dieser wiederum Zum Rest des Artikels »


%d Bloggern gefällt das: