09.
September '14

Sozialversicherungswerte 2015 als vorläufige Werte bekannt- darunter auch der Arbeitgeberzuschuss und die (steigende) Jahresarbeitentgeldgrenze (JAEG 2015)


Und jährlich grüßt das Murmeltier, oder so ähnlich. Die noch vorläufigen Werte zur Sozialversicherung 2015 sind nun bekannt und sollen im Oktober vom Bundeskabinett verabschiedet werden. Bis dahin gelten diese zwar nur unter Vorbehalt der Zustimmung, in der Vergangenheit wurden diese jedoch immer so gebilligt. Daher hier für Sie die neuen Werte, wonach sich auch der Zuschuss zur Privaten Krankenversicherung richtet, der so genannte Arbeitgeberzuschuss für 2015. (Werte für 2014 zum nochmals nachlesen)

Die Zahlen für die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung und die der Versicherungspflichtgrenze werden immer sehnsüchtig erwartet, entscheidet diese Grenze doch auch darüber wer sich privat versichern darf und ob ein PKV Versicherter Angestellter ggf. wieder versicherungspflichtig wieder in die gesetzliche Krankenkasse (GKV) muss.

Die Jahresarbeitentgeltgrenze 2015 wird demnach bei 54.900 € (mtl. 4.575 €) liegen und steigt damit gegenüber den Vorjahreswerten um 1.350€, der gleiche absolute Anstieg wie im letzten Jahr (2014 lag diese bei 53.550 €), ebenso ändert sich daher die besondere Versicherungspflichtgrenze (für alle bis zum 31. 12. 2002 PKV Versicherten) auf 49.500€ (2014: 48.600 €, + 900€) .

Da auch die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung um 900 € pro Jahr oder 75 € pro Monat steigt (diese liegt dann bei 49.500 € oder 4.125€ pro Monat), ändert sich auch der Höchstbeitrag zur Gesetzlichen Krankenkasse und der Arbeitgeberzuschuss. Dieser berechnet sich dann in 2015 wie folgt:

Arbeitgeberzuschuss zur Privaten Krankenversicherung 2015

Für das Jahr 2015 ergibt sich somit folgende Berechnung:

14,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,3%

+ ggf. einkommensabhängiger Zusatzbeitrag in der GKV

7,3% x 4.125€ = 301,13 € (bisher 295,65 €, +5,48 €) = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2015 

Der Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung berechnet sich wie folgt:

2,05% Pflegevers. Beitragssatz, davon tragen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je 1,025%

1,025% x 4.125€ = 42,28 € (bisher 41,51 €, +0,77 €) = AG Zuschuss zur Pflegepflichtversicherung 2015

Der Höchstbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung steigt demnach ebenfalls an und berechnet sich für das Jahr 2015 wie folgt:

Gesamtbetrag zur GKV:

Krankenversicherung: 4.125 € * 14,6% = 602,25 € (bisher 627,75 €, -25,50 € + Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.125 € * (2,05% + 0,25% (Kinderlose)) =  94,86 € (bisher 93,15 €, +1,72 €)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 697,11 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse einkommensabhängig erheben kann

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.125 € * (7,3%) = 301,13 €

Pflege: 4.125 € * (1,025% + 0,25%)= 52,60 €

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2015: 353,73 € (+ Zusatzbeitrag der GKV, einkommensabhängig wenn erhoben)

Hier noch einmal alle Zahlen im Überblick:

Zum Rest des Artikels »

08.
September '14

Lasik: Warum die “Nichtnennung” in den Tarifen besser ist, als eine Nennung bestimmter Beträge


So lange ich die Einführung der Unisextarife noch gar nicht her und ich kann mich an einen (norddeutschen) Versicherer erinnern, der schrieb dann noch vollmundig: “In unseren verbesserten Tarifen der Unisexwelt sind nun auch Leistungen für z.Bsp. Lasik-Operationen enthalten, ein klarer Fortschritt für unsere Kunden.” Doch ist dem so?

Wie war es bisher in den alten Bisextarifen?

Früher, als es noch eine Kalkulation abhängig vom Geschlecht des Versicherungsnehmers gab, da gab in vielen Tarifen keine Nennung von “brechkraftverändernden Operationen”, landläufig auch unter dem Begriff Laser-OP der Augen bekannt. Bei dieser (teuren) Operationsmethode werden mittels Laserkorrektur die Sehschärfen korrigiert und daher eine Brille und/ oder Kontaktlinsen überflüssig.

Wie lange ein solcher Operationserfolg anhält und ob im Alter dennoch Altersfehlsichtigkeit oder andere Augenerkrankungen auftreten, welche eine Brille erforderlich machen, das ist nicht vorhersehbar und kann auch nicht ausgeschlossen werden.

Viele der alten Tarife wurden zu Zeiten geschrieben, da war an eine Operation der Augen mit einem Laser nicht zu denken. In der Vorsehung gab es vielleicht schon erste Ansätze, aber es war undenkbar dieses in der Praxis an Patienten durchzuführen und somit gab es auch keine Veranlassung diesen Bestandteil in die Versicherungsbedingungen aufzunehmen.

Muss der Versicherer dennoch leisten? Wie wurde erstattet?

Klassisches Argument der Versicherer bezieht sich immer auf die medizinische Notwendigkeit, denn diese ist recht einfach als Grund anzuführen, wenn man denn nicht leisten will. So schrieb einer dieser norddeutschen Unternehmen seinem Kunden:

Lasik_HM_ASZG

Offen gesagt geht mir diese vermeintliche Argumentation “wir müssen doch gar nicht zahlen” auf den Keks und es gibt da immer und immer wieder Unternehmen, welche regelmäßig negativ auffallen. Warum negativ? Nun, weil man anscheinend die Frage der medizinischen Notwendigkeit nicht verstanden hat oder besser nicht verstehen will und zu dumm faul ist, sich mit den eigenen Versicherungsbedingungen auseinander zu setzen.

Versichert ist die medizinisch notwenige Heilbehandlung

Schön ist ja zumindest einmal, das der Sachbearbeiter in der Lage war, diesen Teil richtig aus den Bedingungen abzulesen. Versichert ist die medizinisch notwendige Heilbehandlung, welche geeignet ist ein Leiden zu lindern oder eine Erkrankung zu heilen. Gleich im nächsten Satz widerspricht sich der Versicherer dann aber selbst, denn er schreibt “zum Ausgleich der Sehschwäche für Brillen und Kontaktlinsen”.

Also, jetzt mal ganz langsam und ganz von vorn. Versichert ist die HeilBEHANDLUNG. Wenn Sie sich eine Brille auf die Nase setzten oder Kontaktlinsen tragen, dann können Sie (solange die drauf bzw. drin ist/ sind) besser sehen, soweit hat das jeder verstanden?

Was genau ist hierbei die BEHANDLUNG? Also die um das Leiden zu lindern oder zu beheben? Komisch das dieses hier bewusst unter den Tisch gekehrt wird und der Kunde für dumm verkauft wird. Die medizinisch notwenige Heilbehandlung ist- so auch die Meinung einer ehemaligen BGH Richterin- die Laser-OP und eben nicht das tragen einer Brille.

Weitere Informationen zum Thema:

Lasik und die Medizinische Notwendigkeit

Central zahlt nun doch die Lasik OP

Hanse Merkur- nun droht man auch noch mit “vertraulichen Informationen”

und mehr Artikel zum Thema Lasik

Das versteht selbst ein Laie, aber dennoch versucht die H. den Versicherungsnehmer hier mal wieder für dumm zu verkaufen.

Zweiter Widerspruch

Versichert ist immer nur die medizinisch notwenige Heilbehandlung. Würde man der (unsinnigen) Argumentation folgen, so bedeutet dieses eine Erstattung von medizinisch nicht notwenigen Leistungen in den neuen Tarifen, was wiederum ein Verstoß gegen die Bedingungen darstellen würde. Oder ist eine identische Behandlung bei Kunden der Alttarife nicht, bei den Kunden der neuen Tarife aber nun plötzlich medizinisch notwenig? Doch da es sich um einen laufenden Fall handelt, möchte ich hier zumindest den Ausgang abwarten.

Schlechterstellung in neuen Tarifen?

Dennoch ist bei einigen Unternehmen eine Veränderung zu sehen. Die Einführung der Unisestarife hat man auch dazu genutzt, neben vielen Verbesserungen einige Schlechterstellungen durch die Hintertür einzuführen. Auch wenn es auf den ersten Blick ja gut klingt, wenn nun auch solche Leistungen für Lasik etc. versichert sind, sind diese doch oft mit einer Betragsgrenze verbunden. Weiterhin haben einige Versicherer hier Wartezeiten eingeführt und erstatten erst “X Jahre nach Beginn oder nur alle X Jahre”. Auch einmalige Erstattungen während der Vertragslaufzeit sind am Markt vorhanden, was ich zudem für bedenklich halte.

Den “Vogel” schließt jedoch die Hanse Merkur ab, denn diese hat in dem neuen “Top Tarif” des eigenen Hauses, dem Tarif AZP, die wohl unsinnigste Lösung am Markt gefunden. Zukünftig werden Kunden in diesen Tarifen (im Vorgängertarif ASZG müsste man wohl wegen fehlender Regelung unbegrenzt erstatten) gigantische 260 EUR pro Auge erstattet und das sogar noch als Verbesserung verkauft- frech, finde ich. Positiv heben sich in den Unisextarifen die Axa und die Debeka ab, welche 100% der entstehenden Kosten erstatten, ganz ohne Begrenzung oder Wartezeiten. Auch 2.000 EUR bei der Barmenia (nach 2 Jahren Versicherungszeit) sind eine durchaus ordentliche Reglung.

Etwas eng könnten Erstattungen von 1.000 EUR EINMALIG (während der Laufzeit des Vertrages) bei ARAG und Union werden, ebenso die Regelung der Württembergischen, welche nur dann die 1.500 EUR pro Auge überweist, wenn keine Brille möglich ist.

Was zahlt die GKV?

Gesetzlich Versicherte Kunden haben in der Regel keinen Anspruch auf Kostenerstattung für solche Operationen. Diese Leistung ist nicht Bestandteil einer gesetzlichen Krankenkasse und daher darf diese gar nicht erstattet werden.  Einige private Versicherer bieten hierzu Zusatztarife an und erstatten dann anteilig eine solche OP. (Beispiel: Nürnberger Krankenversicherung mit neuen Zusatztarifen für Sehen, Hören und Vorsorge – fast ohne Gesundheitsfragen

04.
September '14

Und wie geht es Ihren Verwandten so? Wie Sie mit solchen Fragen des Versicherers umgehen (sollten)


Gesundheitsfragen können manchmal schon ein heikles Thema sein. Der Versicherer möchte gern alles vieles wissen und fragt daher möglichst ausführlich und machmal offen und ohne zeitliche Begrenzung nach Behandlungen, Untersuchungen und manchmal auch nach “Beschwerden”, was die Beantwortung nicht unbedingt einfacher macht.

Dabei geht es- berechtigterweise- darum, eine möglichst genaue Risikoeinschätzung zu bekommen, denn der Versicherungsschutz soll zwar bezahlbar sein, aber muss auf der anderen Seite auch finanzierbar bleiben, daher ist eine Selektion des Risikos erforderlich. Dagegen ist auch rein gar nichts einzuwenden, doch gibt es so Versicherer da fragt man sich, wo die Grenze(n) ist/ sind.

Da gibt es “Experten” wie die Skandia, dort findet sich im Antrag auf Absicherung gegen “Schwere Krankheiten” folgende Frage:

Skandia Antrag 2012 DD

So heisst es da:

Sind bei Ihren Eltern oder Geschwistern vor dem Alter von 65 Jahren Herz-Kreis- lauferkrankungen, Schlaganfall, Krebs, Zuckerkrankheit, Alzheimer, Parkinson, Multiple Sklerose oder andere Erbkrankheiten vorgekommen?

Gut, mit Eltern oder Geschwister haben wir den Kreis der Personen schon etwas begrenzt, wenigstens etwas. Auf der anderen Seite sind umfangreiche Erkrankungen und zudem “weitere Erbkrankheiten” aufgeführt, was eine Beantwortung nicht unbedingt einfacher macht.

Was, wenn ich es nicht weiss? 

Anzugeben ist natürlich nur das, was Ihnen auch bekannt ist. Wer also von seinen Verwandten nicht weiss, das diese krank sind, dem ist auch nicht zuzumuten dieses anzugeben. Auch der Zeitpunkt an dem der Patient davon wusste, ist meist nicht klar definiert. Aber: Wenn bekannt, ist es anzugeben!

Was, wenn ich es weiss und nicht angebe?

Geben Sie es nicht an, so ist es eine klassische Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht. (Was ist das?) Dieses kann zur Folge haben, dass der Versicherer später von der Verpflichtung zur Leistung frei ist/ wird und Sie somit keinen Versicherungsschutz haben.

Muss ich die Angehörigen fragen?

Nein, es geht um den Kenntnisstand heute, wer also nicht von einer Erkrankung weiss, der muss diese auch nicht angeben. Überspitzt bedeutet das aber auch, wissen Sie morgen davon, wäre es nicht nach zu melden. Jedoch ist es in der Praxis nicht ganz einfach, im Leistungsfall zu belegen wann eine solche Kenntnis erfolgt ist.

Was sind die Folgen von falschen Angaben und wie weiss der Versicherer davon?

In der Praxis “verrät” sich der Kunde meist selbst. Gerade bei schweren Erkrankungen versucht der Arzt durch Fragen zur Anamnese heraus zu finden, ob es bereits eine familiäre Vorgeschichte gibt. Dadurch landen dann solche Angaben in der Krankenakte und irgendwann auch bei dem Versicherer. Diese Nachfrage ist aus medizinischer Sicht auch vertretbar, denn der Arzt will ja möglichst viel vom Patienten erfahren, um diesen optimal behandeln zu können.

Auf der anderen Seite muss nicht jeder seine Krankengeschichte mit der Familie besprechen, auch hier gibt es wie überall keine Verpflichtung das zu tun.

Wie lassen sich Fehler vermeiden?

Ich persönlich würde die Frage im Antrag streichen und nicht beantworten. In der Praxis bei unseren Kunden zeigt es, das zumindest einige Versicherer hiermit kein Problem haben. Falls doch, so gibt es auch andere Unternehmen.

02.
September '14

Standard Life mit neuer BU Aktion mit vereinfachten (aber doch komplizierten) Gesundheitsfragen


Aktionen zum Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung gab es bereits in der Vergangenheit und auch die Standard Life hatte bereits mehrfach so eine Aktion. Anscheinend hat man hier aber nun gemerkt, das es doch “zu einfach war”, oder wie sonst ist es zu erklären, das man nun recht “eigenwillige” Gesundheitsfragen verwendet?

Wie mein Kollege Helberg bereits gestern schrieb, ist es mehr als genau zu überlegen ob diese Aktion überhaupt in Frage kommt und wenn, dann nur nach genauster Recherche der Gesundheitsfragen. Warum? Dazu unten mehr.

Doch erst einmal zu den Kriterien der BU Aktion, welche ich in folgendem Schaubild einmal zusammengefasst habe:

Standard Life BU Aktion 2014

Standard Life BU Aktion 2014

Zusammengefasst halten wir also fest, es ist eine sehr eingeschränkte Aktion, welche nur mit Kombiprodukten (also Rentenversicherung mit “angehängter Berufsunfähigkeitsversicherung” funktioniert. Zudem ist noch ein Mindestbeitrag von 100€ gefordert und leider sind auch nur 500€ Rente möglich.

Verglichen mit den bis zu 2.000€ bei der Signal Iduna (wenn auch nicht für alle Berufe) ist das eher ein Tropfen auf den heißen Stein.

Die Gesundheitsfragen

Da geht es nun los mit den Gesundheitsfragen die es auch nach meiner Meinung “in sich haben”.

Gesundheitsfragen Standard Life BU Aktion 2014, (c) Standard Life + Helberg Vers.Makler

Gesundheitsfragen Standard Life BU Aktion 2014, (c) Standard Life + Helberg Vers.Makler

OK, die erste Frage ist noch durchaus akzeptabel, auch wenn die Aufzählung recht umfangreich ist, so ist doch die Beschränkung auf “mehr als vier Wochen” eine Vereinfachung der Fragestellung. Durch die zweite Frage hingegen, wird es für einige (wegen dem Übergewicht zum Beispiel) schon schwerer, auch “EKG Veränderungen” sind nicht wirklich genauer definiert. Erhöhte Blut- oder Leberwerte können auch eher einmal ein Zufallsbefund gewesen sein, oder nach “gutem Essen” aufgetreten, dann wäre auch diese Frage mit ja zu beantworten, selbst wenn es einmalig war. Zudem, wer zum Beispiel mit Rücken-/ Nachenschmerzen zu tun hat und das über 4 Wochen in fünf (!) Jahren, der ist auch hier “raus”.

Aber lesen Sie einmal die dritte Frage genauer. Dort geht es um gesundheitliche Beeinträchtigungen und dann ein “zum Beispiel”, also handelt es sich bei den folgenden Aufzählungen um einige Beispiele. Gesundheitliche Veränderungen fallen mir aber viele ein, nicht nur die hier genannten.

Mit der letzten Frage ist es dann fast schon endgültig vorbei, denn hier wird noch das gefragt, was nicht vier Wochen dauerte und auch noch nicht mit der Frage 2 erfasst wurde. Eigentlich müssten Sie vor dem Antrag nur noch mal schnell zum Arzt und etwas nachfragen, dann wäre nämlich das die letzte Inanspruchnahme. :-)

Nach Fragen zu Risikosportarten oder besonderen Freizeitbeschäftigungen wird hingegen nicht gefragt, das ist für den einen oder anderen durchaus positiv.

Fazit

Das Angebot ist nicht besonders umfangreich und die Gesundheitsfragen nicht mal “schnell” zu beantworten. Daher gilt hier besonders: Besorgen Sie sich unbedingt ärztliche Unterlagen, ein Formular dazu finden Sie auch hier.

Aus meiner Sicht gibt es durchaus interessantere Aktionen als diese.

01.
September '14

Optionstarif oder Anwartschaft- wie sichern sich Medizinstudenten die Krankenversicherung für später?


Da hat das Studium noch nicht einmal ganz angefangen und schon sind einige wichtige Fragen zu klären, Fragen wo sich erst in Jahren zeigen wird, ob die Entscheidung richtig war. Dazu kommt, das ganz viele „Spezialisten“ und „Ärzteberater“ plötzlich „auf der Matte stehen“ und kostenlose Seminare und Benefits für Studenten anbieten, ganz ohne Eigennutz natürlich… nicht!

Warum das Ganze?

Nun, Studenten der (Zahn-)Medizin sind ein typisches Klientel für die spätere private Krankenversicherung. Nicht nur weil diese sehr genau wissen, wie Budgetierung funktioniert und was der Kassenpatient oftmals alles nicht (mehr) bekommt, sondern auch weil diese aufgrund Ihres Einkommens in der Lage sein werden, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gute Voraussetzungen also, um sich schon zu Beginn des Studiums oder gar schon davor hierzu Gedanken zu machen.

Wie sind Studenten krankenversichert?

Zunächst gilt hier ein wichtiger Grundsatz: Jeder, egal ob er vorher privat oder gesetzlich versichert war, hat mit Beginn des Studiums eine Wahlmöglichkeit. Sie oder er kann selbst entscheiden ob für die Dauer des Studiums eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden soll, oder als Student die gesetzliche Krankenkasse die Absicherung übernehmen soll. Wer schon über die Eltern privat versichert war oder ist, der bleibt in der Regel auch da. Eine Gesundheitsprüfung fällt hier nicht mehr an und so wird der bestehende Schutz einfach umgestellt.

Wer hingegen bisher in der GKV versichert war, der muss eine Entscheidung treffen. Diese gilt- bei allen- verbindlich für das komplette Studium. Ein Wechsel der Versicherung oder der Krankenkasse ist natürlich möglich, nicht aber der Wechsel des Systems. GKV bleibt also während des ganzen Studiums GKV, privat bleibt privat.

Wer sollte in die Private Krankenversicherung?

Pauschal ist so eine Aussage natürlich nicht zu treffen und es kommt in jedem Fall auf die persönliche Situation an. Fakt ist in jedem Fall, ein Wechsel in die PKV weil „es billiger ist“ sollten Sie gleich bleiben lassen, denn wie hier beschrieben, eine PKV muss man sich leisten können und wollen.

Gerade bei Ärzten, die nach dem Studium oft über der JAEG verdienen und sich daher dann privat versichern dürfen, stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand und vielleicht sogar das Eintrittsalter nicht irgendwie mitnehmen lassen, so wäre der spätere Versicherungsschutz auf jeden Fall sicher.

Wie sichert man Gesundheitszustand und/ oder Eintrittsalter?

Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die „Konservierung“ des heutigen Zustandes der Gesundheit kann der Student mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif erreichen. Dabei wird die Gesundheitsprüfung heute durchgeführt und spätere Veränderungen werden nicht berücksichtigt. Oftmals nutzen Studenten während der stressigen Prüfungszeit psychologische Sitzungen um damit klar zu kommen und Stress abzubauen. Eine solche Therapie führt meist später zu einer Ablehnung des Antrags und kann hier mit Options- oder Anwartschaftstarifen verhindert werden.

Die Unterschiede liegen im Detail. Wer heute in der GKV ist und sich auch während des Studiums für die gesetzliche Krankenkasse entscheidet, der kann einen Optionstarif abschließen. Dieser ist einzeln zu bekommen (bei einigen Unternehmen) oder an eine Zusatzversicherung gekoppelt. Das bedeutet dann, es besteht Versicherungsschutz neben der GKV, zum Beispiel für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung und gleichzeitig ist ein Optionsrecht zur Umwandlung in die Vollversicherung enthalten.

Option und Anwartschaft
Wer heute schon in der PKV ist oder das während des Studiums möchte, der sollte genau schauen ob hierbei Optionen noch machbar sind, oftmals verbieten die Versicherer den Abschluss neben einer anderen PKV.

Was ist noch zu beachten? 

Wie oben gut zu sehen entscheidet bei der Option die heutige Auswahl über den Versicherer, nur bei dem lässt sich zukünftig der Vorteil mit dem Gesundheitszustand nutzen. Wer also heute einen Optionstarif abschließen möchte, der sollte sich genau überlegen welcher Versicherer es werden soll und die Auswahlkriterien beachten.

Gerade Medizinstudenten beachten bitte auch den Beitrag zu der Auswahl von Ärztetarifen und Normaltaifen, denn nicht immer ist nur weil “Arzt” drauf steht auch das beste für Ärzte drin.

 


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