24.
Oktober '14

Deutscher Ring Krankenversicherungen mit Beitragsanpassungen im Bestand zum 01.01.2015 und Leistungsverbesserungen


Gestern hatte ich bereits zu den Anpassungen im Bestand der Axa Krankenversicherung geschrieben, heute nun noch schnell vor dem Wochenende einige Informationen zum Deutschen Ring, dem Krankenversicherer aus dem Signal Iduna Konzern.

Im Bestand der BisexTarife, also den noch nach Männern und Frauen getrennten Tarifen der Privaten Krankenversicherung. In den “Hauptverkaufstarifen dem Esprit und dem Comfort+ wird es keine Anpassungen geben. Einige Infos zur Entwicklung dieser Tarife (noch nicht aktualisiert) finden Sie durch Klick auf die Tarifnamen.

Beitragsveränderungen finden zum Januar also in folgenden Tarifen statt:

A, S11, S12, S92, ZN100 für Frauen

für Männer in den Tarifen D50, ZN50, Z50, BSS, Classic, Classic+

EspritM, Esprit MX, EspritX, ProfiM, ProfiS, RAS, RSS, PIT Beihilfe

den Beihilfetarifen BK, BKW, BE, BEW, BKE, BP, BDE bei Männern, Frauen nur in BE, BEW, BKE, BDE, B220, B420, PIT Beihilfe

für Kinder in den Classic und Classic+, RAS, RSS, BDE

Die Tagegelder pro008-29 (v) und pro 043-365 (v) werden bei Männern und Jugendlichen ab 16 angepasst, der pro43-pro365 Bereich auch bei den Frauen

Die Pflegetagegelder PTG1, PTG2 und PT bei Kindern, die dent+ bei Frauen und med+ Tarife bei Männern, Frauen und Kindern

Leistungsänderungen zum 01. 01. 2015

Eine Beitragsanpassung schafft auch die Möglichkeit die festen, absoluten Betragsgrenzen zu überprüfen, weshalb es in einigen Tarifen zu Verbesserungen kommt. Diese gelten jedoch (noch) nicht in den nicht angepassten Esprit und Comfort+ Tarifen.

In dem stationären Tarif S11 (und S92) steigt das ausgezahlte Ersatz Krankenhaustaggeeld bei Nutzung des Zwei- statt des versicherten Einbettzimmers von 16 EUR auf 18 EUR täglich, bei Nutzung der Regelleistung statt dem Einbettzimmer von täglich 37 EUR auf 42 EUR.

In dem Zahntarif ZN100 erhöhen sich die Summenbegrenzungen in den ersten Vertragsjahren. (in Klammern immer der alte Wert). Im ersten Jahr werden nun 3.650 EUR statt 3.300 EUR, im 2. Jahr 5.110 EUR (4.630 EUR) und  im 3. Jahr 6.570 EUR (statt bisher nur 5.960 EUR) erstattet. Die Grenze für die 100%ige Erstattung steigt von 660 EUR auf 730 EUR, der Heil- und Kostenplan muss zukünftig erst ab 4.000 EUR vorr. Kosten statt bisher bei 3.500 EZR eingereicht werden.

Im Tarif ZN50 betragen die neuen Grenzen 3.650/5.110/6.570€ statt bisher 3.300/4.600/5.900€, Heil- und Kostenpläne sind hier ab 4.000 EUR einzureichen. Im Tarif D50 1.825/2.555/3.285€, HKP ab 4.000 EUR.

Die Jahreshöchstgrenzen im Tarif Z50 steigen von 3.300 auf 3.650€.

Interessant sind die Änderungen durchaus auch für Versicherte der Einstiegstarifserie Classic (+).

Bisher galten 660/1.320/1.980/2.640/3.300 und 3.960€ als Höchstsätze der ersten 5 bzw. ab dem 6. Jahr, nun sind es 730/1.460/2.190/2.920/3.650 und 4.380€ pro Jahr, Der Heil- und Kostenplan ist ebenfalls erst ab 4.000 EUR nötig. Ebenso steigt die Erstattung bei Heilmitteln um 25 auf 250€.

Die Großschadentarife ProfiM und Profi S erfahren ebenfalls Änderungen bei Zahnleistung, dem Ersatz Krankenhaustagegeld und der Unterbringung der Begleitperson. So gelten zukünftig folgende Grenzen:

1. Jahr 3.650/ 2. Jahr 4.5.110 3. Jahr 6.570€, Heil- und Kostenplan ab 4.000€ (alt: 1. Jahr 3.300/ 2. Jahr 4.600/ 3. Jahr 5.900€, Heil- und Kostenplan ab 3.500€)

Das Ersatzkrankenhaustagegld steigt von 32 auf 36€ und die Unterbringung der Begleitperson von 26 auf 30€.

Änderungen auch in den Beihilfetarifen für Beamte:

In den BP Tarifen beträgt das Ersatzkrankenhaustagegeld nun (bezogen auf 100%) 100 EUR und damit 10 EUR mehr als bisher. Ein Heil- und Kostenplan ist bei den Tarifen B120 nun erst ab 3.500 EUR einzureichen und für nicht genutzte stationäre Leistungen steigen die Sätze ebenfalls. Bei den gesamten Stationärleistungen von 17,50 auf 22€, nur Privatarzt von 5,20 auf 6€ und vor- und nachstationäre Behandlung von 10,40 auf 12€. Die Zahlen gelten ebenso für den B320 und B220.

Abschließend noch die Zahnhöchstgrenzen, die Summenberenzungen für den Zusatztarif dent+. 1. Jahr 4.000€ statt 3.5o0, 2. Jahr 5.600 statt 4.900€, 3. Jahr 7.200 (bisher 6.300€) und 4. Jahr 16.000€ statt 14.000€ nach der bisherigen Regelung.

Insgesamt setzt der Deutsche Ring hier seine Anpassung der absoluten Grenzen fort, welche auch in der Vergangenheit bereits an die steigenden Kosten und die Inflation angepasst worden sind.

Die Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und den Fragebogen können Sie zur Feststellung des Bedarfs gern nutzen. Sollten Sie noch in den Classic Tarifen versichert sein, so überlegen Sie bitte ob ein Wechsel in einen leistungsfähigeren Tarif nicht sinnvoll ist.

23.
Oktober '14

Beitragsanpassungen zum 01. 01. 2015 im Bestand der Axa und DBV Krankenversicherung


Zahlen für das Neugeschäft und damit die potentiell interessant(er)en Kunden veröffentlichen die Gesellschaften meist sehr frühzeitig. Schon Mitte des Jahres waren daher Beitragsgarantien für das Neugeschäft ab 2015 bekannt und die Gesellschaften nutzen dies als Marketinginstrument. Nun, zum Jahresende folgen auch immer mehr Gesellschaften mit den Tendenzen für das Bestandsgeschäft.

Hier zeigen sich die Tarife, welche zum 01. Januar 2015 eine Anpassung erfahren müssen, da zum Beispiel die Kosten stärker gestiegen sind, wie erwartet wurde. Informationen warum Beiträge angepasst werden, habe ich bereits in meinem Beitrag zusammengefasst.

Die AXA und ihr Tochterunternehmen, die DBV Krankenversicherung haben nun veröffentlicht, welche Tarife für welche Personengruppen angepasst werden müssen.

Steigende Beiträge ergeben sich daher in den aufgelisteten Tarifen:

0140 für Männer, 0145 für Männer und 0152 für Kinder, 0300+344 für Frauen

für Männer zudem die 541, 541N, AKUT, B300A, B315A-320A, BS15N-40N, BZ, CKB,

für Frauen weiterhin B300, B315A-320A, BSB30, CKB, CKZ

für nahezu alle Personen und Tarifgruppen werden die Beitragsentlastungsbausteine angepasst (BEA) und auch eine große Anzahl von oft verkauften Kompakttarifen erfahren- teils deutliche- Anpassungen, so zum Beispiel:

ECORA bei Männern und Frauen in unterschiedlichen SB Stufen, EGPROF

VA1002, 1002N, VISION 2/3, VITAL Tarife mit 250, 600, 750, 900 EUR SB

VITAL Z bei Kindern, Jugendlichen und Frauen

V-START N/ NA und auch ZB25/N

ELementar, EL400, EL Bonus, ELBonusU, EP, ES, ESP, ESPA100, ESPB100, K2, KG1, KGSU

Anpassungen finden auch in den Tarifen der Pflegepflichtversicherung PVN und PVB und in Zusatztarifen statt.

Beitragsanpassung kein Grund zur Kündigung

Nur weil ein Tarif eine Beitragsanpassung erfährt, ist dieses sicher kein Grund zur Kündigung und übereiltem Verlassen des Versicherers. Dennoch sollten Sie Ihre Tarifauswahl immer mal wieder hinterfragen und überlegen, ob der Tarif noch zu den Anforderungen passt oder sich diese vielleicht über die Jahre verändert haben.

Dieses können Sie auch mit den Auswahlkriterien überprüfen und den Fragebogen zur Hilfe nehmen. Stellen Sie dann fest, dass eine Anpassung an den neuen Bedarf erforderlich ist, so denken Sie zunächst über eine Tarifanpassung und einen Wechsel innerhalb der Gesellschaft nach. Nur wenn dieses langfristig nicht zu realisieren ist, erst dann sind andere Optionen zu prüfen.

Weitere Informationen:

Komplette Tarifliste mit Beitragstendenzen

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung und Fragebogen

15.
Oktober '14

Rot, grün, blau oder gelb? Was die unterschiedlichen Farben des Rezeptes bedeuten und wann es eingelöst werden muss


Rezepte, nicht die die beschreiben wie sie ihre Lieblingssuppe zubereiten, sondern die die der Arzt Ihnen ausstellt um Sie von einer Krankheit zu heilen, genau um diese Art von Rezepten soll es heute gehen.

Wer schon einmal war bei seinem Arzt gesessen hat, einen Blick über dessen Schreibtisch wirft, der sieht unterschiedlich bunte “Zettel”. Doch warum verwendet der Arzt verschiedene Farben, will er doch mit allen nur ein Medikament für seinen Patienten verordnen.

KassenrezeptFangen wir mit dem am häufigsten verwendeten Rezept an. Das rosarote Rezept kennt jeder, der in einer gesetzlichen Krankenkasse versichert ist und ein Medikament verordnet bekommt. Hiermit erkennt der Apotheker sofort, dass es sich um ein Medikament handelt, welches die gesetzliche Krankenkasse (gegebenenfalls mit Zuzahlung) erstattet.

Auf diesem Rezept sind also Medikamente verzeichnet, welche apothekenpflichtig und verschreibungspflichtig sind. Ausnahmen sind jedoch bei Medikamenten und Hilfsmittel möglich, die unter die “bedingt verordnungsfähig” Kategorie fallen, wie auch bei bestimmten Medizinprodukten.

Für dieses Rezept gibt es zwei unterschiedliche Fristen. Zunächst einmal kann der Patient das Rezept binnen drei Monaten bei der Apotheke einlösen und hat auch so lange ein Anrecht, das verordnete Medikament zu bekommen.

Aber Achtung: die gesetzliche Krankenkasse muss das Medikament nur dann erstatten, wenn es binnen einen Monats nach Aufstellung auch eingelöst wird. (ob der Monat genau 28, 30 oder 31 Tage hat, wird von den Krankenkassen unterschiedlich gehandhabt und ist gegebenenfalls von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich) Nur bei einer Einreichung binnen 28 Tagen ist der Apotheker sicher, auch sein Geld zu bekommen, daher kann er durchaus danach die Einreichung (wenn durch GKV erstattet werden soll) verweigern.

Auf der Internetseite des gemeinsamen Bundesausschusses können Sie nachlesen, welche Medikamente verschreibungspflichtig sind.

pkvrpblau_1Das nächste Rezept ist ein blaues. Dieses Rezept wird bei Privatpatienten verwendet, wobei es keine zwingender Formvorschrift gibt. Der Arzt kann Ihnen ebenso gut auf einem weißen Blatt Papier, einem grünen Rezept (siehe unten), einem Bierdeckel oder der Rückseite eines Kassenzettel ein Medikament verordnen.

Ein solches Privatrezept hat eine Gültigkeit von drei Monaten. Durch dieses andersfarbige Rezept weis der Apotheker sofort, es handelt sich um einen Privatpatienten und dieser zahlt sein Medikament vollständig in der Apotheke und bekommt es (soweit versichert) von der PKV erstattet.

Je nach versichertem Tarif kann eine Erstattung hier natürlich auch eingeschränkt sein, und nur eine Verordnung bedeutet nicht zwingend dass die private Krankenversicherung das Medikament auch bezahlt.

gruenes_rezeptDas grüne Rezept: Genau betrachtet handelt es sich um gar kein Rezept im eigentlichen Sinne, denn der Arzt empfiehlt hier seinem Patienten ein bestimmtes Medikament. Auch für so genannte Lifestyleprodukte kann der Arzt dieses nutzen.

Es handelt sich dabei um nicht verschreibungspflichtige aber dennoch apothekenpflichtige Medikamente. Alle Verordnungen auf einem grünen Rezept müssen vom Patienten selbst bezahlt werden. Ein Beispiel für Medikamente sind bestimmte Präparate bei leichten Erkältungen, die nicht verordnungsfähig sind.

Eine besondere Gültigkeit gibt es für dieses Rezept nicht.

BTM RezeptDas besondere, gelbe BTM Rezept. Es gibt noch ein weiteres Rezept, welches Sie hoffentlich nicht so schnell brauchen. Es handelt sich hierbei um das so genannte Betäubungsmittelrezept. Mit diesem Rezept verordnet der Arzt Medikamente, welche unter das Betäubungsmittelgesetz fallen. Hierbei handelt es sich um stärkere Schmerzmittel, oder weitere Betäubungsmittel.

Dieses Rezept ist nur sieben Tage gültig. Es muss also innerhalb dieser sieben Tage bei der Apotheke eingelöst sein, der Ausstellungstag zählt hier als ein Tag mit. Ein Rezept, welches am 01.01. ausgestellt wird, ist somit am 8.1. abgelaufen. Hat der Apotheker das Medikament nicht vorrätig, so könne es bestellen. Wichtig ist aber das rechtzeitige einreichen, das Rezept danach seine Gültigkeit verliert.

Es besteht aus einem Original und zwei Durchschlägen, wovon eines bei dem Arzt verbleibt, die anderen beiden gehen zunächst zur Apotheke. Dieses besondere Rezept ist mit fälschungssicheren Merkmalen ausgestattet, und an weitere strenge Auflagen gebunden. Mehr Informationen zu der rechtlichen Grundlage und den genauen Vorgaben finden Sie unter anderem auf Wikipedia. Diese Rezepte müssen vom Arzt gesondert aufbewahrt werden, immer unter Verschluss gehalten und die Verordnungen werden durch die Bundesopiumsstelle überprüft. (Mehr Informationen)

Was müssen Sie nach beachten?

Wenn Sie sich nicht alle unterschiedlichen Fristen und Abläufe vermerken wollen, dann sollten Sie Ihre Rezepte immer sofort nach Verordnung einlösen. Meist empfiehlt auch der Arzt eine sofortige Einnahme Und es macht wenig Sinn die Rezepte zuhause zu lagern.

Ob sie das Rezept (falls Sie privat versichert sind) direkt einreichen, oder zusammen mit den Arztrechnungen aufheben um eine eventuelle Beitragsrückerstattung nicht zu gefährden, das hängt von Ihrem Tarif und den persönlichen Vorgaben ab. Als Privatpatient sollten Sie zudem darauf achten, dass auf dem Rezept eine Diagnose angegeben ist, oder sie dieses zusammen mit der entsprechenden Arztrechnung einreichen. Nur so kann der Versicherer erkennen, welche Erkrankung zu dem verordneten Medikament gehört.

Danke auch an Hr. Powalowski für die fachlichen Ergänzungen als Apotheker.

09.
Oktober '14

WWK mit neuer BU Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen- gültig bis Ende Dezember


Gestern schrieb ich hier im Blog bereits über die Notwendigkeit des BU-Abschlusses noch in 2014, nun folgt auch eine Lösung für all diejenigen, welche gesundheitlich “nicht ganz fit” sind und daher eher den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung mit vereinfachten Gesundheitsfragen in Erwägung ziehen.

Nachdem die Signal Iduna ihre aktuelle BU Aktion bis Jahresende verlängert hat (KLICK! für mehr Infos), folgt nun auch die WWK mit einer neuen Aktion bis zum Jahresende. Die Versicherer scheinen durchaus Gefallen an solchen Aktionen zu finden, und so wiederholen sich diese Aktionen aus dem letzten Jahr.

WWK BU Aktion 2014Wer kann mitmachen?

Die WWK hat diese Aktion mit vereinfachten Gesundheitsfragen nicht auf bestimmte Berufe, auch nicht auf ein Eintrittsalter und auch nicht auf besondere Freizeitrisiken beschränkt, so dass nahezu jeder (der in der Berufsunfähigkeit bei der WWK versichert werden kann) an dieser Aktion teilnehmen darf.

Welche Rente ist möglich?

Anders als bei der Signal Iduna mit (unschlagbaren) 2.000 € monatlich, sind bei der WWK Lebensversicherung bis zu 1.000 € monatlicher BU Rente versicherbar. Unter Berücksichtigung bereits bestehender anderer Absicherungen dürfen hierbei maximal 2.500 € monatlich oder 60 % vom Bruttoeinkommen (Durchschnitt der letzten drei Jahre vor Antragstellung) beantragt werden.

Weiterhin darf die versicherbare Dynamik (was ist das eigentlich?) maximal 3 % betragen. Es bestehen zudem alle im Vertrag enthaltenen Nachversicherungsgarantien. Auch das ist er ungewöhnlich, da die Versicherer meist bei solchen BU Aktionen eine solche Nachversicherung ausschließen.

Welche Gesundheitsfragen stellt der Versicherer?

Dazu sehen wir uns einmal den Antrag genauer an und betrachten dabei jeder einzelne Gesundheitsfrage für sich. Die erste Frage ist dabei, wie üblich, die Frage nach Größe und Gewicht. Bei der zweiten Frage geht es dann jedoch an die Vorerkrankungen.

2.) Hatten Sie in den letzten fünf Jahren wegen der gleichen Erkrankung mindestens vier Mal Arzt- oder Arztpraxiskontakt (ambulant, stationär oder wegen Medikamentenverschreibung) oder sind Sie in den letzten fünf Jahren operiert worden oder sind in den nächsten 12 Monaten ärztlicherseits Untersuchungen oder Behandlungen angeraten? Vorsorgeuntersuchungen ohne konkreten Beschwerde- oder Krankheitsanlass und ohne pathologischen Befund, Zahnarztbehandlungen, Behandlungen wegen Erkältungen oder beschwerdefrei ausgeheilten Haushalts- oder Sportverletzungen mit weniger als einer Woche Krankheitsdauer können für diese Erklärung ignoriert werden.

O.K., da hat der Versicherer viele Fragen in eine gepackt. Zunächst einmal geht es um die letzten fünf Jahren vor Antragstellung (also nicht Kalenderjahre sondern 60 Monate zurück). Hier möchte er wissen, ob sie wegen einer Erkrankung mindestens vier mal Kontakt zum Arzt/oder der Praxis hatten. Das kann also auch ein Wiederholungsrezept sein, was sie sich zwar regelmäßig abholen, welches aber keine Behandlung erfordert.

Entscheidend wird hier sein was der Versicherer in seiner Akte notiert hat. Ohne Einsicht in die Krankenakte wird diese Frage niemand sauber und sicher beantworten können. Nur Erkrankungen, welche binnen einer Woche ausgeheilt waren (Und Vorsorgeuntersuchungen, Erkältungen und Zahnarztbehandlungen), fallen hier nicht darunter und können daher ignoriert werden. Damit wird diese Frage für eine Reihe von Kunden mit ja zu beantworten sein und die Aktion für diese er nicht infrage kommen.

Danach folgt eine weitere Frage, welche lautet:

Bestehen bei Ihnen derzeit körperliche, psychische oder geistige Beeinträchtigungen (z.B. Missbildungen, Folgen von Operationen oder Unfällen, Bandscheibenvorfall, Wirbelsäulenschaden, Amputationen, Hirnleistungsstörungen, Gedächtnisverlust), wurde bei Ihnen eine Minderung der Erwerbsfähigkeit (MdE), ein Grad der Schädigungsfolgen (GdS), eine Behinderung (GdB) oder eine Wehrdienstbeschädigung (WDB) anerkannt oder in den letzten 12 Monaten beantragt?

Auch diese Frage hat es “in sich” Anführungsstriche oben, in es geht um derzeitige Beeinträchtigungen. Diese können laut der Fragestellung körperlich, psychisch oder geistig sein und demnach fällt fast alles darunter, was irgendwie eine Beeinträchtigung des Versicherten darstellt. Dabei ist die Ergänzung der Frage zur Minderung der Erwerbsfähigkeit, bestehende Behinderung und dergleichen er schon “proforma”, da dieses schon im ersten Teil der Frage erfasst wird. Angabepflichtig sind hier somit auch psychische Beschwerden (zum Beispiel am Arbeitsplatz) oder auch Kopfschmerzen die regelmäßig mit frei verkäuflichen Medikamenten behandelt werden (und demnach keinen Arzt Kontakt, wie in Frage zwei erfasst, erfordern).

Damit sind die eigentlichen Gesundheitsfragen auch schon erledigt, nun folgen noch Fragen zur bestehenden Absicherung und ebenfalls zu bereits abgelehnten Anträgen.

WWK Aktionsantrag Fragen 4 und 5Besonderheiten:

Es gibt noch eine (ungewöhnliche) Besonderheit in dem Antrag. Der Beginn des Vertrages ist fix auf den 1.1.2015 eingetragen, das bedeutet auch dass der Versicherer zwar mit dreimonatigen beitragsfreien Versicherungsschutz wird, der Vertrag selbst aber dem neuen Rechnungzins (und damit einer höheren Prämie und dem Eintrittsalter 2015 unterliegt. Diese sollten Sie bei dem Vergleich mit anderen Angeboten beachten.

Fazit:

Der Tarif und die dazu zu Grunde liegenden Versicherungsbedingungen des Produktes BioRisk der WWK Versicherungen haben vor-und Nachteile wie jeder andere Tarif am Markt auch. Ob also diese Aktion infrage kommt oder ob vielleicht eine andere Aktion/ein anderer Tarif besser auf Ihre Bedürfnisse passt, das finden Sie unter anderem anhand der Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung (Klick zu weiteren Infos! heraus.

Die Gesundheitsfragen sind meiner Meinung nach mit Vorsicht zu genießen, da aufgrund der Formulierung und einer (nur) beispielhaften Aufzählung umfangreiche Angaben gemacht werden müssen. Wer auch nur eine Frage mit ja beantworten muss, der muss weiterhin den Standardantrag des Versicherers nutzen und kann nicht auf die vereinfachten Fragen dieser Aktion zurückgreifen. Dennoch wird es auch für diese Aktion ein entsprechendes Klientel geben, bitte prüfen Sie aber genau und fordern in jedem Fall vor Antragstellung entsprechende Auszüge aus der Krankenakte (Musterformulare hier!) an um sicher zu gehen, keine ansprechende Erkrankung zu vergessen.

Weitere Unterlagen:

Aktions-Antrag Berufsunfähigkeit 2014

Versicherungsbedingungen Tarif BS05

08.
Oktober '14

Die wichtige Absicherung gegen Berufsunfähigkeit wird zum 1. Januar 2015 deutlich teurer- warum sie trotzdem überlegt und in Ruhe überlegen sollten


Dieser Satz „Alles wird teurer“ gehört auch zu den letzen, die man manchmal schon nicht mehr hören kann. Doch es gibt Entwicklungen, welche nun einmal unumstößlich sind und dazu führen, dass eine wichtige Absicherung ab einem bestimmten Termin teurer wird. Vor einer solchen Veränderung stehen wir auch bei der Absicherung gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit und damit in vielen Fällen dem Beginn einer finanziellen Katastrophe.

In diesem Beitrag soll es gar nicht um das Produkt der Berufsunfähigkeit selbst gehen, das können Sie auf meiner Homepage in aller Ausführlichkeit unter dem Punkt Berufsunfähigkeit nachlesen, es soll aber darum gehen wie Sie diesen Versicherungsschutz noch rechtzeitig bekommen. Die Versicherer verstehen es natürlich auch, solche Termine verkaufsfördernd auszunutzen und werden nicht nur mit steigenden Prämien, sondern viele Berater drängen gerade jetzt auf einen schnellen Abschluss. Frei nach dem Motto „kaufen Sie lieber heute, morgen wird’s teuer“ werden leider auch in diesem Jahr wieder viele unüberlegte Entscheidungen getroffen werden, welche sich im Anschluss nicht nur als falsch herausstellen, sondern in einigen Fällen auch nicht mehr zu korrigieren sind.

Was genau passiert zum 1. Januar 2015?

Zu diesem Termin ändert sich der Garantie Zins in der Lebensversicherung, wovon also auch die Absicherung gegen Berufsunfähigkeit betroffen sein wird. Dieser, für die Kalkulation der Beiträge wichtige Zins, wird von derzeit 1,75 % auf 1,25 % gesenkt. Diese Senkung führt also dazu, dass mehr Beiträge aufgewendet werden müssen, um am Ende der Vertragslaufzeit zu dem gleichen Ziel zu kommen. Schauen wir uns zunächst einmal ein ganz einfaches Beispiel, völlig losgelöst von der Versicherung, an und versuchen damit den Einfluss des Zinssatzes auf das gewünschte Ergebnis plastisch darzustellen.

Zins und Endkapital

Wie Sie hier gut erkennen können, erhalten Sie bei gleicher monatlicher Sparrate am Ende mehr als 3.600 € weniger ausgezahlt, dieses ist allein dadurch bedingt, dass der Zinssatz sich um vergleichsweise kleine 0,5 % verringert hat. Um auf das gleiche Resultat zu kommen, müssten sie monatlich statt der bisher angefachten 100 € nun 108,28 € ansparen. Das wiederum bedeutet einen monatlichen Mehraufwand von mehr als 8 %.

Und wie wirkt sich das auf die Berufsunfähigkeitsversicherung aus?

„Ich will er für eine Risikovorsorge und nichts ansparen“ könnte jetzt die erste Reaktion sein, und damit haben Sie natürlich recht. Einer Berufsunfähigkeitsversicherung sollte zunächst einmal der Absicherung des Risikos dienen und nicht an einen Sparanteil gekoppelt sein. Dennoch wirken natürlich auch hier die „Kräfte“ des Zins und Zinseszinseffektes und verändern den notwendigen Beitrag. In ihrem Beitrag zu der Berufsunfähigkeitsversicherung ist neben einem Risikoanteil eben auch der Beitragsanteil enthalten, welche mit dem Kalkulationszins berechnet ist und verzinst wird. Wird also ein geringerer Zins zugrunde gelegt, so sind am Anfang höhere Prämien (in unserem Beispiel oben der Sparanteil) erforderlich, um am Ende auf den gleichen Versicherungsschutz (in unserem Beispiel das Grundkapital) zu kommen.

Wie das genau an einem praktischen Beispiel aussieht, das habe ich hier einmal für Sie berechnet:

BU Beitrag 2014 und 2015

Schauen wir uns diese Zahlen nun einmal genauer an, so lassen sich zwei Punkte feststellen. Durch den gesunkenen Garantie Zins muss unser Beispielkunde für seinen Versicherungsschutz zur Berufsunfähigkeit monatlich einen 10,48 € höheren Beitrag aufwenden. Durch die Anrechnung der Überschüsse ergibt sich bei dem zu zahlenden Beitrag eine Erhöhung von 7,96 € bzw. etwas über 7 % Steigerung. Es mag auf den ersten Blick ein geringerer bzw. noch zu verkraften der Betrag sein, rechnen wir diesen aber auf die Versicherungslaufzeit (bis zum Endalter 67) hoch, so zahlt unser Kunde in diesem Beispiel 3.536,21 € mehr Beitrag. Dieses ist dann wiederum ein doch recht beachtlicher Betrag.

Natürlich ist es anstelle des höheren Beitrages auch möglich, auf einen Teil der Versichertenrente zu verzichten. In diesem Berechnungsbeispiel bekäme der Kunde monatlich etwa 50 € weniger Berufsunfähigkeitsrente, würde er bei einem Abschluss in 2015 den Beitrag zahlen, der in diesem Jahr angefallenen wäre. Auch hier die Hochrechnung auf die Gesamtlaufzeit, so entspricht es einer jährlich um 600 € verringerten Rente, bei 37 Jahren Laufzeit ergibt das dann bis zu 22.200 € weniger in der eigenen Tasche.

Was passiert mit dynamischen Erhöhungen?

Falls Sie in Ihrem Vertrag eine dynamische Anpassung vereinbart haben/vereinbaren wollen, also eine jährliche Erhöhung des versicherten Rentenbetrages, so gilt auch für diese Erhöhungen der heute festgelegte Zinssatz. Die dynamische Erhöhung ist einer Anpassungsmöglichkeit des bestehenden Versicherungsschutzes, diese wird Ihnen jährlich angeboten und kann je nach aktuellem Bedarf angenommen oder auch abgelehnt werden. Das bedeutet, Sie können Ihren Versicherungsschutz auch bei bestehenden Krankheiten im Rahmen der Dynamik erhöhen, und sichern sich somit auch hier heute dauerhaft den entsprechenden Zins von aktuell 1,75 %.

Was tun, falls schon ein Versicherungsschutz besteht?

Für den Fall, dass sie bereits mit einer Absicherung für das Risiko der Berufsunfähigkeit vorgesorgt haben, so gilt hier natürlich der Zinssatz des damaligen Abschlusses. Dieser kann durchaus höher sein, als der heute geltende Zins von 1,75 %. Dennoch sollte auch ein bestehender Versicherungsschutz immer wieder an den Bedarf angepasst werden, und so kann es auch hier erforderlich sein, die Rentenhöhe, das Endalter, oder die Rahmenbedingungen des Vertrages zu überprüfen. Bitte beachten Sie dabei insbesondere die Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit und die (unter Umständen veränderten) persönlichen Anforderungen an den Versicherungsschutz.

Sollten Sie bei dieser Überprüfung feststellen, dass einer Anpassung erforderlich ist, so überlegen Sie bitte rechtzeitig wie und wann dieses passieren soll. Auch hier gilt, eine Veränderung in 2014 kann finanziell deutlich sinnvoller sein, als ein Änderungsantrag in 2015.

Ergibt sich bei der Überprüfung die Notwendigkeit den Versicherungsschutz generell zu wechseln, dann finden Sie in meinem Beitrag Hilfestellung zur Kündigung eines bestehenden Vertrages zur Berufsunfähigkeit.

Ich/mein Kind studier(e)/t noch, kann ich die Konditionen sichern?

Wer heute noch nicht in der Lage ist, einen entsprechenden Vertrag zur Absicherung der eigenen Arbeitskraft abzuschließen, der sollte überlegen ob und wie er sich seine Konditionen erhalten kann. Zunächst einmal gilt für Auszubildende und Studenten, dass diese bereits jetzt einen entsprechenden Schutz haben sollten. Dort geht es weniger um den oben genannten Zins, sondern vielmehr um den eigenen Gesundheitszustand und die heute bessere Berufsgruppe. Weitere Informationen dazu finden Sie in meinen Beiträgen mit Tipps für die Absicherung von Auszubildenden oder dem Beitrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung für Studenten.

Auch diejenigen, welche sich den Beitrag derzeit finanziell nicht leisten können, werden von den Konditionen 2014 nicht unbedingt ausgeschlossen. Auch hier gibt es durchaus Versicherer, welche so genannte „Startoptionen“ anbieten, dabei handelt es sich meist um einen verminderten Anfangsbeitrag und damit einen einfacheren Start bei geringerer Prämie aber dennoch bestehendem, vollständigem Versicherungsschutz. Ob eine solche Option jedoch sinnvoll ist, geht es genau zu überlegen und abzuwägen.

Bitte nichts über allen und in Ruhe überlegen!

Gerade solche Termine zum Jahresende mit der Aussicht auf höhere Beiträge im nächsten Jahr verleiten viele Kunden dazu, sich einen Versicherungsschutz „andrehen zu lassen“ und vorschnell (nur der Konditionen wegen) eine Unterschrift unter einen Antrag zu setzen. Dieses ist jedoch der gänzlich falsche Weg, denn gerade ein so langfristiger Versicherungsvertrag wie bei der Absicherung der eigenen Arbeitskraft, will gut überlegt sein.

Bereiten Sie die Antragstellung sorgfältig vor!

Ein anderer, mindestens genauso wichtiger Aspekt spielt bei der Antragstellung noch eine Rolle. Die Anträge auf Abschluss einer Versicherung bei Verlust der eigenen Arbeitskraft enthalten recht umfangreiche Gesundheitsfragen. Hier geht es insbesondere darum, diese sorgfältig und vollständig zu beantworten. Ab einer bestimmten Rentenhöhe (bei einigen Unternehmen sind es 2.000 €, bei anderen 2.500 € Monatsrente, wobei teilweise bestehende Renten angerechnet werden) werden zudem ärztliche Untersuchungen erforderlich. Hier kann es also durchaus einige Zeit in Anspruch nehmen, denn neben der Antragstellung muss noch ein Arztbesuch organisiert, müssen Laborwerte erhoben und weitere Befunde geklärt werden.

Aus diesem Grund sollten Sie sich rechtzeitig mit der Materie auseinandersetzen und gemeinsam mit Ihrem Berater entscheiden, wann und bis zu welchem Termin ein Handlungsbedarf besteht.

Die übereilte Antragstellung, nur um sich noch vermeintlich gute Konditionen zu sichern, mit „schlampig ausgefüllten Gesundheitsfragen“ kann also ganz schnell nach hinten losgehen und dafür sorgen, dass der komplette Versicherungsschutz im Leistungsfall nichts wert ist. Hier gilt die Devise: lieber sorgfältig arbeiten und vielleicht die Konditionen verpassen, als vorschnell abgeschlossen und später ohne Versicherungsschutz!

Weitere Informationen zur Auswahl des passenden Versicherungsschutzes finden Sie in meinem kostenlosen Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung, unter dem Menüpunkt Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit (KLICK!) und auch mithilfe des Kriterienfragebogens für die Berufsunfähigkeitsversicherung. Falls die Gesundheitsfragen und die Abfragezeiträume problematisch sind, so schauen Sie sich bitte die laufenden Aktionen zur Berufsunfähigkeit mit vereinfachten Gesundheitsfragen (KLICK) etwas genauer an.


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