18.
Juli '16

Kann ich auch Online Apotheken und Dienstleister nutzen und meine Rechnungen bei der PKV einreichen?


Eigentlich ein Thema welches ich in der Vergangenheit schon einmal beschrieben habe, doch heute gab es gleich zwei Gründe dieses noch einmal zu tun. Einmal geht es um die Frage welche Medikamente ich in einer Online-/ Internetapotheke bekomme, die zweite ob ich Hilfsmittel wie hier eine Fazienrolle auch „irgendwo“ im Internet kaufen kann und diese dann bei meiner privaten Krankenversicherung einreichen. Doch der Reihe nach und immer schön eins nach dem anderen.

Medikamente bei Onlineapotheken aus dem Internet

Grundsätzlich gelten die Tarifbedingungen zu Ihrer privaten Krankenversicherung. Dabei ist es wichtig zu wissen, welche Vorgaben der Versicherer Ihnen macht, auch hinsichtlich der Verordnung.Versandapotheke internet Rezept Ablauf

Generika – kein Markenprodukt, aber wirkstoffgleich

Mittlerweile finden wir in der privaten Krankenversicherung durchaus Unternehmen, welche bei der Erstattungshöhe unterscheiden, ob es sich um ein Generika Medikament oder ein Originalpräparat handelt. Dabei will ich gar nicht bewerten welches besser ist, damit könnte man eine „Glaubensauseinandersetzung“ führen und jeder muss nun selbst für sich entscheiden ob er mit dem (teilweise deutlich) günstigeren Medikament eines „Nachahmers“ oder aber mit dem Originalpräparat versorgt werden möchte.

Was sind Generika? (Auszug Signal Iduna Vers. Bedingungen Start Tarif)

Generika sind Arzneimittel, die einem bereits auf dem Markt befindlichen, als Markenzeichen eingetragenen Präparat in der Zusammensetzung gleichen, in der Wirksamkeit und Sicherheit entsprechen und in der Regel preiswerter angeboten werden. Wie alle anderen Arzneimittel auch, werden Generika vor ihrer Zulassung nach strengen Kriterien untersucht und geprüft. Ob zu einem Originalpräparat ein Generikum existiert, können Sie bei Ihrem Apotheker erfahren.

Selbst Mediziner sind sich nicht ganz eins darüber, ob die Medikamente nun wirklich (besonders hinsichtlich der Nebenwirkungen) gleich sind. Aber wie gesagt, Ihre Entscheidung.

Signal Iduna Start Unisex

Ist eine solche Regelung in Ihren Tarifen vorhanden, so müssen Sie selbst darauf achten und den Arzt oder Apotheker auf so eine Regelung in Ihrem Tarif hinweisen. Dabei ist es wichtig zu prüfen ob es ein Generika gibt, oder (falls nicht) eine Alternative zur Verfügung steht.

Internetapotheken, kann ich diese nutzen?

Damit ein Medikament für die private Krankenversicherung erstattungsfähig ist, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein. Diese finden sich zum einen in den Musterbedingungen der privaten Krankenversicherung (Link), zum anderen kann der Versicherer weitere Regelungen in den eigenen Bedingungen und den Tarifbedingungen festlegen. Die Nutzung von Internetapotheken ist heute eine gängige Praxis. Apotheke Auszug Musterbedingungen

Anders als die Apotheke vor Ort, Sie einfach mit ihrem Rezept hingehen können, funktioniert das in der Internetapotheke ein klein wenig anders. Dabei muss unterschieden werden ob es sich um rezeptpflichtige oder rezeptfreie Medikamente handelt Und ob diese vom Arzt verordnet worden sind. Zwingende Voraussetzung ist somit eine ärztliche Verordnung. Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse können auch Medikamente verordnet werden, die in der gesetzlichen Kasse nicht mehr erstattungsfähig sind. Dazu gehören zum Beispiel Medikamente bei Erkältungen. Auch wenn das Medikament frei verkäuflich ist, müssen Sie (um es erstattet zu bekommen) zwingend einen Arzt aufsuchen und dieser muss Ihnen ein Rezept ausstellen. Normalerweise gehen Sie jetzt mit diesem Rezept in die Apotheke, legen es vor und bekommen daraufhin ihr Medikament. Bei einer Internetapotheke funktioniert das so natürlich nicht ganz.

Bei Medikamenten die nicht rezeptpflichtig sind, können Sie die Bestellung einfach über die Internetseite des Anbieters durchführen und lassen sich das Medikament nach Hause schicken. Zusammen mit der ärztlichen Verordnung (dem Rezept, welches eine Diagnose enthalten muss oder zusätzlich zum Rezept die Behandlungsrechnung mit Diagnose) und der Rechnung des Internetanbieters schicken Sie beides zusammen zu Ihrer privaten Krankenversicherung.

Bei Medikamenten welche rezeptpflichtig sind, ist das hingegen etwas komplizierter. Da die Apotheke (und damit auch die Internetapotheke) Ihnen ein solches Medikament nur dann aushändigen darf wenn das Rezept vorgelegt wird, müssen Sie dieses zunächst einmal an die Internetapotheke schicken. Das geschieht auf dem Postweg, einige wenige Anbieter lassen auch die Zusendung als gescanntes Dokument zu. Rechtlich ist das etwas schwierig, da sie dieses Rezept ja dann mehrfach verwenden könnten. Nachdem das Rezept also in der Internetapotheke vorliegt, kommen Sie Ihre Medikamente und die entsprechende Rechnung nach Hause geschickt und reichen diese gemeinsam bei der privaten Krankenversicherung ein.

Bei Medikamenten die Sie regelmäßig benötigen, ist so eine Abwicklung über die Apotheke im Internet durchaus möglich. Denn diese Medikamente werden nicht akut am gleichen Tag benötigt, sondern sind auf Vorrat zu Hause gelagert. Bekommen Sie ein neues Konzept, so schicken Sie es weg, bekomme das Medikament usw. Bei akuten Erkrankungen, welche eine Einnahme des Medikaments sofort erforderlich machen oder um eine schnelle Einnahme empfehlenswert ist, eignen sich die Apotheken aus dem Internet nur bedingt.

Jetzt könnte man natürlich man natürlich hingehen und die akut benötigten Medikamente vor Ort holen, alles andere (kostengünstiger?) aus dem Internet bestellen. Damit ergibt sich ein Vorteil, entweder für Sie (wenn sie die Medikamente im Rahmen ihrer Selbstbeteiligung allein zahlen, oder für die privaten Krankenversicherer da er damit weniger Kosten. Am Ende profitieren sie auch hier davon, der weniger Kosten bedeutet weniger Beitrags. Auf der anderen Seite muss man natürlich auch berücksichtigen, eine Apotheke vor Ort steht eine Versorgung für dringend benötigte Medikamente sicher. Das können die Internetanbieter in der Regel nicht. Heute Morgen entstand bei Twitter eine kleine Diskussion darüber, ob es jetzt empfehlenswert ist die Medikamente im Netz zu bestellen. Zum Missfallen eines anderen Beteiligten dieser Diskussion äußerte ich meine persönliche Meinung dahingehend, dass ich es nicht schön finde nur die dringenden Sachen in der Apotheke vor Ort zu besorgen, alle anderen im Internet zu bestellen. Ich brauche und von einer dauerhaften Erkrankung regelmäßig Medikamente, komme jedoch trotzdem nicht in die Verlegenheit diese im Internet zu bestellen. Der Grund ist für mich relativ einfach, ich empfinde es als „Ausnutzung“ die Medikamente die ich schnell bzw. sofort brauche vor Ort zu holen und alles andere einfach im Netz zu bestellen. Dabei geht es mir gar nicht um die Beratung in der Apotheke, die brauchen speziell chronisch erkrankte Patienten in der Regel nicht (mehr), sondern vielmehr um eine faire Behandlung die Apotheke vor Ort, denn ich möchte diese auch in den nächsten Jahren weiter nur wenige Meter von meinem Zuhause entfernt wissen.

Bei einigen Medikamenten oder freiverkäuflichen Heilmitteln (zum Beispiel solche wärmenden Bandagen bei Rückenschmerzen) sind die Unterschiede tatsächlich in vielen Fällen recht hoch. Natürlich muss man Versandkosten berücksichtigen und das alles in Relation sehen. Auf der Internetseite von medizinfuchs.de lassen sich zum Beispiel die Preise für verschiedene Medikamente und Anbieter vergleichen. Kaufen Sie regelmäßig Medikamente selber oder benötigen Sie als chronisch kranker Patient dauerhaft Medikamente, so spricht nichts dagegen mit der Apotheke „zu verhandeln“. Sprechen Sie mit der Apotheke ruhig einmal und nehmen Sie den Ausdruck mit den anderen Preisen mit. Gerade bei Medikamenten die frei verkäuflich sind haben auch die Apotheken eine entsprechende Spanne. So habe ich durchaus schon Medikamente/ Wärmebandagen vor Ort zum fast identischen Preis wie dem Internet gekauft.

Faszienrolle

Heil- und Hilfsmittel aus dem Internet

Eine weitere Anfrage heute Morgen beschäftigte sich mit einem kleinen Hilfsmittel, welches gegen Rückenschmerzen helfen soll. Eine sogenannten Faszienrolle. Viele von ihnen werden das vielleicht aus dem Fitnessstudio kennen, damit lassen sich bestimmte Muskelgruppen trainieren und somit Verspannungen vorbeugen. Oben auf dem Bild sehen Sie einige solcher Rollen, welche Sie zum Beispiel bei Amazon bestellen können. Dazu erreichte mich folgende Frage:

Moin,
so auf die schnelle :
Brauch ich für eine Behandlungsreihe  (Massage/Chiropraktik) eine Überweisung vom Orthopäden zum Therapeuten?
Fällt eine Faszienrolle (bei Amazon) unter die Hilfmittel meines Vertrages?
Zunächst einmal benötigen Sie in jedem Fall für eine Behandlung einen Therapeuten eine entsprechende Verordnung. Diese Verordnung muss ein Arzt ausstellen, oder der Heilpraktiker wenn es in ihrem Vertrag versichert ist. Bitte beachten Sie hierbei auch, dass bei Verordnungen durch Heilpraktiken gegebenenfalls Leistungseinschränkungen zu beachten sind. Wer sich also von einem Therapeuten mit einer Massage behandeln lassen möchte, der geht vorher zum Arzt (das muss nicht zwingend der Orthopäde sein) bekommt ein entsprechendes Rezept/eine Verordnung. Nur nebenbei der Hinweis, einige Versicherer beschränken die Heilmittel (dazu gehören auch Massagen) in ihren Bedingungen, mehr Informationen finden Sie auch in meinem Artikel zu den Heilmitteln.
Der zweite Teil der Frage bezog sich auf einen Link zu Amazon. Die sogenannte Faszienrolle ist ein Hilfsmittel, welches dazu dient körperliche Beschwerden zu lindern oder auszugleichen. Ob eine solche Rolle dazu geeignet ist und ob diese auch in ihrem Vertrag versichert ist, sind entscheidend davon ab welche Regelungen ihren Vertrag zu Grunde liegen.

Kann ich bei Internethändlern (die keine Apotheke sind) kaufen?

Dennoch benötigen Sie auch hier eine entsprechende Verordnung, also ein Rezept. Aufgrund der Regelung zu dem Bezug aus der Apotheke (die wir oben schon einmal bei den Medikamenten als Auszug aus den Bedingungen hatten) ist ein Kauf bei Amazon oder anderen Internet anbieten (wenn diese keine Apotheke oder Sanitätshaus sind) nicht möglich. Die Bedingung des Bezuges aus der Apotheke wäre nicht erfüllt und das Hilfsmittel daher auch bei entsprechenden Rezept nicht erstattungsfähig. Einige Versicherer sind hier durchaus bereit Ausnahmen zu machen, diese sind aber individuelle Vereinbarungen die niemals für alle gelten und immer vorher abzusprechen sind und am besten schriftlich bestätigt werden sollten.
Sollte Ihr Versicherer und Tarif eine solche Erstattung nicht vorsehen, so können Sie natürlich das (selbst bezahlte) Hilfsmittel im Internet erwerben. Dabei steht es ihm natürlich frei dieses bei dem Anbieter zu kaufen der ihnen persönlich am besten gefällt. Bei dem Bezug von Hilfsmitteln sehen die meisten Versicherer generell spezielle Regelungen vor. Dieses kann zum Beispiel sein, dass die Hilfsmittel direkt über den Versicherer zu beziehen sind oder bei einem von diesem beauftragten Unternehmen. Dabei ist eine generelle Aussage hier schlecht möglich.

Das Fazit

Aus Kostengründen kann es durchaus ein Stück Medikamenten sinnvoll sein, Medikamente kostengünstiger im Internet zu bestellen. Achten Sie bitte darauf, dass es sich um eine deutsche Internetapotheke handelt, mit einer entsprechenden Zulassung. Bitte bedenken Sie auch, dass es etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt, als der Besuch in der Apotheke um die Ecke. Natürlich haben nicht alle Apotheken alle Medikamente vorrätig, das gilt sowohl für Medikamente bei Internetapotheken, aber natürlich auch vor Ort. Damit das Medikament in der privaten Krankenversicherung erstattungsfähig ist, muss es zusammen mit der Rechnung und der entsprechenden Diagnose (diese kann auch auf der beigelegten Arztrechnung sein) bei der Versicherung eingereicht werden.
14.
Juli '16

Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!


Die gesetzlichen Krankenkassen haben bekanntlich irgendwie chronisch kein Geld. Das führt auch dazu, dass immer genauer geprüft wird, wo noch welches herzubekommen ist. Einer der Krankenkassen die im Moment sehr viel prüfen (auch gemessen an den Anfragen die mich hier zu erreichen) ist die BKK mhPlus, eine Krankenkasse welche in den vergangenen Jahren durchaus durch günstige Beiträge aufgefallen ist. Im Augenblick geht es hier jedoch um Nachforderungen, Nachforderungen nicht von einigen hundert, sondern von durchaus fünfstelligen Eurobeträgen.

Änderung des Familienstandes und Einkommensänderung nicht angezeigt

Einmal im Jahr bekommen viele gesetzlich Versicherte Familien Post, dort fragen die gesetzlichen Krankenkassen Veränderungen in der Familiensituation und den Einkommensverhältnissen ab. Einige Krankenkassen haben das in den letzten Jahren durchaus etwas schleifen lassen, was aber nicht bedeutet das Sie Änderungen in ihrem Familienstand, ein verändertes Einkommen oder sonstige Veränderungen im versicherten Status nicht anzeigen müssten. Dabei betrifft es in der Regel die Prüfung der Familienversicherung nach Paragraf 10 des Sozialgesetzbuches V. Hier findet sich die Regelung dafür, wann und unter welchen Umständen die Kinder in der gesetzlichen, kostenlosen Familienversicherung sein können.

Anzeige der Hochzeit vergessen

Ich kann das ja verstehen. Da haben sie gerade die Hochzeit hinter sich gelassen, Steuern in ein glückliches Leben als kleine, neue Familie und da hat man bekanntlich anderes zu tun, als die gesetzliche Krankenkasse zu informieren. Auch in den Flitterwochen gibt es sicherlich interessantere Themen als die gesetzliche Krankenkasse. Wenn diese dann noch nicht mal zur Hochzeit gratuliert, gerät es gänzlich in Vergessenheit. Doch damit haben wir schon das erste Problem. Ist ein Ehepartner privat krankenversichert und der andere in der gesetzlichen Kasse, so waren die Kinder bisher beitragsfrei familienversichert in der GKV. Nach der Hochzeit findet jedoch eine Prüfung statt, die es vorher so nicht gegeben hat. Mithilfe eines Familienfragebogens prüft die gesetzliche Krankenkasse das Einkommen der Ehepartner und entscheidet danach ob eine weitere, kostenfreie Familienversicherung überhaupt möglich ist.

Wo sind die Kinder zu versichern

Auf der hier abgebildeten Übersicht können Sie selbst schon einmal nachprüfen, ob nach ihrer Hochzeit eine solche Familienversicherung kostenfrei bestehen bleiben kann. Liegt jedoch das Einkommen des privat versicherten (Angestellten) oberhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze, also höher als 56.250 €, so besteht für die bisher gesetzlich Krankenversicherten Kinder eine Beitragspflicht. Diese tritt mit Änderung des Umstandes ein, so mit der Hochzeit. Von diesem Zeitpunkt an müssen die Kinder einen Beitrag von ca. 165 €+ ca. 20 € Pflegepflichtversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse bezahlen.

Die Alternative dazu ist, dass Sie die Kinder in der privaten Krankenversicherung versichern können. Dabei ist es nicht erforderlich, dass dieses die gleiche Krankenversicherung ist, in der Sie selbst versichert sind. Wichtig ist aber zu beachten, dass bei einer gesetzlichen, beitragspflichtigen Versicherung keinen Anspruch auf den Zuschuss durch den Arbeitgeber besteht.

Sondersituation Selbstständige

Ist der privat Krankenversicherter Elternteil jedoch selbstständig tätig, so gestaltet sich die Situation hier noch etwas komplizierter. Das Einkommen bei selbstständigen ist in der Regel nicht konstant, sondern verändert sich je nach Auftrags- und Kundensituation pro Jahr. Das weitere Problem besteht nun darin, dass ein Einkommen eines selbstständigen in der Regel erst im Folgejahr oder manchmal sogar noch später durch einen Steuerbescheid festgestellt werden kann. Das bedeutet, dass erst zu diesem Zeitpunkt eine Klarheit darüber besteht, ob das Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze gelegen hat. Dabei ist die jeweilige JAEG des entsprechenden Jahres maßgebend. Kommt nun der Steuerbescheid für das Jahr 2014 erst im Jahr 2016, so ist die Krankenversicherung (die gesetzliche) natürlich darüber zu informieren, und das möglichst umgehend. Die Pflicht für diese Information resultiert aus den Vorgaben im Sozialgesetzbuch V. Durch das Überschreiten der Grenze entfällt (rückwirkend) die Familienversicherung für das Kind. Damit ist klar, dass auch rückwirkend für die gesetzliche Krankenkasse des Kindes ein Beitrag fällig wird. Selbst für nur ein Jahr sprechen wir über Beiträge größer 2.000 €. Stellt die gesetzliche Krankenkasse fest, dass noch weiter zurückliegende Beiträge nicht erbracht sind, so wird diese nach fordern. Oftmals sind die Nachforderungen gerade bei mehreren Kindern dann schnell fünfstellig.

Kind geboren und „vergessen“

Das ist in vielen Fällen ein anderes und manchmal sogar komplizierteres Problem. Das Kind wird geboren und die Mutter meldet es einfach bei sich in der gesetzlichen Kasse an, so „macht man das eben“ und niemand sieht darin ein Problem, auch die gesetzliche Krankenkasse nicht, denn meist weiss diese nicht einmal von der privaten Krankenversicherung des Ehepartners. Das wird aber recht schnell zu einem Problem, denn irgendwann bekommt auch die gesetzliche Krankenkasse es heraus und dann stehen wir wieder vor dem gleichen Problem (wie oben bei der Hochzeit beschrieben). Die gesetzliche Krankenkasse berechnet die Beiträge, rückwirkend!

Doch anders als bei der Frage des späteren Wechsels eines Elternteils in die gesetzliche Krankenkasse haben wir hier noch einen anderen Anspruch. Besteht eine private Krankenversicherung bereits zur Geburt des Kindes bei einem Elternteil, so hat das Kind Anspruch auf die sogenannte neugeborene Nachversicherungsgarantie. In der Praxis bedeutet das, ist der Vater oder die Mutter bereits drei (bei manchen Gesellschaften einen) Monats privat krankenversichert, so muss die PKV das Kind versichern. Dabei spielt es keine Rolle ob das Kind zu diesem Zeitpunkt gesund ist, oder ob Vorerkrankungen und/oder Behinderungen vorliegen.

In mehreren Beiträgen zur Versicherung von Neugeborenen versuche ich immer und immer wieder zu erklären, wie wichtig der Versicherungsschutz für das Neugeborene ist. Nur bei entsprechender Vorversicherung der Eltern können die Kinder unabhängig vom Gesundheitszustand versichert werden. Eine Sammlung von Artikeln zum Thema Neugeborene und Kinder nach Versicherung finden Sie hier im Blog:

Die Situation: bei Geburt ein Elternteil privat, der andere gesetzlich

Eine solche Situation ist bei der Geburt von Kindern nicht wirklich selten. Ein Elternteil ist bereits privat krankenversichert, das zweite jedoch in der gesetzlichen Krankenkasse. Völlig unabhängig von der Frage wo das Kind tatsächlich zukünftig versichert sein sollte und auch völlig unabhängig davon wie sich vielleicht die Versicherungssituation in der Familie noch verändert, das Kind hat einen vertraglichen Anspruch auf Nachversicherung. Das bedeutet dass der private Krankenversicherung dem Kind einen Versicherungsschutz anbieten muss, der maximal dem Versicherungsniveau des dort versicherten Elternteils entspricht.

Diese vertragliche Garantie gilt natürlich nur bei dem Versicherer, bei dem auch das Elternteil versichert ist. Das Kind wird nach Vollendung der Geburt entsprechend angemeldet. Diese Anmeldung ist etwas anderes als eine Antragstellung, denn es gibt hier keine Gesundheitsprüfung. Die Geburt eines Kindes können Sie mir über das Kontaktformular einfach mitteilen. Nachdem dies passiert ist, erhalten Sie einen Versicherungsschein für das Kind.

Sollten Sie zu diesem Zeitpunkt nicht verheiratet sein, oder trotzdem noch ein Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung bestehen, so kann diese genutzt werden. Die neugeborene Nachversicherungsgarantie ist allerdings nur einmalig nach Geburt nutzbar entsprechende Anmeldefristen sind zu beachten. Wer sich also dann entscheidet das Kind doch zunächst in der gesetzlichen Krankenkasse zu lassen, der sollte die private Krankenversicherung in eine sogenannte Anwartschaft umwandeln. Nun mit diesem Weg sichern Sie sich die Möglichkeit das Kind später (in sie es vielleicht müssen, aber aus gesundheitlichen Gründen sonst nicht mehr können) in die private Krankenversicherung zurückzuholen. Auch eine Umwandlung in eine Zusatzversicherung ist jetzt möglich und sinnvoll. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch noch, für ein gesetzlich versichertes Kind besteht kein Anspruch auf Arbeitgeberzuschuss, für ein privatversichertes Kind jedoch schon.

Post von der GKV, wir wollen Beiträge, rückwirkend!

Stellt die gesetzliche Krankenkasse nun fest, eine beitragsfreie Familienversicherung war fälschlicherweise vorhanden und somit unberechtigt, so schreibt diese die Versicherten an. Ein solches Anschreiben bedeutet meist, es kostet Geld, viel Geld. In einem der mir vorliegenden Fälle sieht das dann so aus.

mh Plus 1 Kindernachversicherung

Damit ist klar, die kostenlose Familienversicherung endet nun zum 30.11.2013. Ab diesem Zeitpunkt sind Beiträge als freiwilliges Mitglied zu zahlen, oder alternativ ein anderer Versicherungsschutz nachzuweisen. Das ist rückwirkend aber nicht so einfach, denn auch eine Versicherung geht nur in die Zukunft, schließlich lassen sich Schäden in der Vergangenheit nicht versichern. Teilweise gibt es aber eine Lösung.

Kann ich mit den Kindern auch rückwirkend in die PKV?

Eine rückwirkende Aufnahme der Kinder ist meist nicht möglich. In der PKV ist zudem keine Neugeborenennachversicherungsgarantie oder sonstige Option mehr vorhanden, die Kinder ohne eine Gesundheitsprüfung zu versichern. Das bedeutet, Antragstellung geht nur mit kompletter Risikoprüfung. Dazu haben die Versicherer unterschiedliche Vorgaben, denn nicht jeder nimmt auch die Kinder allein. Ob der gewünschte Versicherer Ihr Kind auch versichert, das können Sie meiner

Übersicht, wo die Kinder zu versichern sind

entnehmen. Dennoch sollte nicht vorschnell gehandelt werden. Es ist auch hier elementar wichtig, zunächst einmal den passenden Versicherungsschutz zu bekommen, das heißt aber zunächst zu ermitteln was Sie / Ihr Kind wirklich brauchen. Da steht schon die GKV mit vielleicht einigen tausend Euro Nachzahlung vor der Tür, dann soll es auch noch eine „teure PKV“ sein? Nun, Sie entscheiden sich auch hier für eine längere Beziehung. Meist bis zur Ausbildung und/ oder bis nach dem Studium bleiben die Kinder in der PKV der Eltern versichert. Es wird zwar im Rahmen der studentischen Tarife etwas billiger, generell muss der Schutz aber passen. Achten Sie in jedem Fall aber darauf, dass ein solcher PKV Schutz Umwandlungsrechte enthält. Dieser muss Ihnen die Möglichkeit bieten, im Falle einer Versicherungspflicht in der GKV (nach der Ausbildung) oder auch einem neuen Entstehen der Familienversicherung, aus der Voll KV einen Zusatzschutz zu machen. Nichts ist teurer als eine begonnene Kieferorthopädiebehandlung, welche dann mittendrin durch einen Wechsel von PKV zu GKV unterbrochen wird. Der eine zahlt nicht mehr, der andere kann nicht zahlen weil nicht vor Behandlungsbeginn genehmigt und so weiter.

Bekomme ich einen Nachlass wenn alle in einer Versicherung sind?

Auch diese Frage wird oft gestellt und ist einfach zu beantworten. NEIN. Eine rabattieren der Beiträge aufgrund vieler Personen in einem PKV Vertrag gibt es nicht. Genau wie es auch in der gesetzlichen Krankenkasse keinen Rabatt gibt. In der privaten Versicherung ist dieses einfach mit der Risikokalkulation zu erklären. Beiträge für die Kinder werden individuell und nach Alter, gewünschten Leistungen und Gesundheitszustand berechnet, da ist ein Rabatt schlecht möglich. Dennoch kann es manchmal von Vorteil sein, die eigene PKV zu wählen. Ob dem so ist, das hängt auch vom Vertrag ab, in dem Sie selbst derzeit versichert sind.

Wie lange habe ich Zeit?

Gar nicht. 🙂 Es ist ja nun schon einiges an Zeit vergangen, also die GKV hat schon Unterlagen angefordert, spätestens hier sollten Sie dann auch in Richtung der PKV nötig werden. Machen Sie sich dringend Gedanken über die

Auswahlkriterien in den Tarifen des Kindes

und den gewünschten Versicherungsschutz. Erst wenn dieses passiert ist, erst dann lassen sich die gewünschten Tarife ermitteln und gemeinsam mit Ihrem Berater schon die Voranfragen vorbereiten. Hierzu können Sie, nahezu unabhängig vom Alter des Kindes, schon einmal die Unterlagen vorbereiten. Diese habe ich Ihnen unten in einer „ToDo Liste“ zusammengestellt.

Was ist mit abgerechneten Behandlungen?

Auch wenn das Kind rückwirkend in die private Krankenversicherung soll, das ist meist nicht so einfach. Die meisten Unternehmen versichern die Kinder hier nur bis zu einem Zeitraum von 3 Monaten rückwirkend. Über einen Sondervertrag sind hier bei einigen meiner Kunden bis zu 9 Monate, manchmal sogar ein Jahr möglich. Ob dieses Modell für Sie in Frage kommt, das ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu senden Sie mir gern eine E-Mail oder nutzen das Anfrageformular hier auf der Seite.

Bereits in der GKV abgerechnete Behandlungen werden von dieser auch zurückgefordert. Dabei ist es nicht ganz unwichtig vor einer eventuellen Rückdatierung zu wissen, welche Behandlungen auftraten, welche Ärzte besucht wurden. Dieses ist nicht nur für die Antragstellung in der PKV, auch für die Rückforderung der gesetzlichen Kasse relevant. Einige Krankenkassen nennen Ihnen diese kosten ganz freimütig, andere wiederum tun sich hier sehr schwer. ACHTUNG: Diese Kosten welche von der GKV zurückgefordert werden, können NICHT bei der neuen, rückdatierten privaten Krankenversicherung eingereicht werden. Der Versicherungsbeginn kann zwar weiter zurückliegen, jedoch liegt der Leistungsbeginn nicht vor dem Ausstellen der neuen Police, und das ist meist jetzt, also nach den Behandlungen.

Welche Unterlagen brauche ich

Um überhaupt erst einmal zu überlegen welches System und welcher Versicherungsschutz für Ihr Kind passt, benötigt es etwas Arbeit. Schauen Sie sich daher schon einmal unter dem Punkt Auswahlkriterien hier auf der Seite um. Dann beschäftigen Sie sich mit Ihren Wünschen zum Schutz des Kindes. Und nein, „Hauptsache es ist billig“ ist kein passendes Auswahlkriterium. Diese Wünsche tragen Sie dann bitte in den

Kriterienfragebogen ein

auch der Fragebogen zur Antragsvorprüfung hilft schon weiter, ebenso ein Scan oder eine Kopie der Untersuchungsberichte aus dem U Heft.

Hier bitte daran denken, auch die linke Seite (selbst wenn die leer ist) ist mit zu kopieren.

Nachdem dieses alles zusammen gesammelt ist, schauen wir gern weiter nach dem passenden, für Sie relevanten Schutz und optimieren den gemeinsam.

12.
Juli '16

„Das brauchen Sie nicht angeben“ – Warum Sie jetzt Ihren Vertreter oder Makler vor die Tür setzen sollten, schnell!


Update: „Das Investment“ hat die Geschichte ebenfalls aufgegriffen und die „wohl schlechteste Versicherungsmaklerin Deutschlands“ „gekürt“. Hier die Geschichte.

Es gibt so Geschichten, die kann man sich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausdenken. Auch wenn ich schon fast zwanzig Jahre in dieser Branche unterwegs bin und schon einiges gesehen habe sehen musste, es gibt immer noch Beispiele wo man nicht nur an dem gesunden Menschenverstand zweifelt, sondern es anscheinend keinerlei gibt. Einen solcher Fälle musste ich leider in den letzten Tagen wieder erleben.

Zehn Jahre in der PKV und jetzt wechseln?

In meinem letzten Beitrag habe ich erklärt, dass der eigene Schutz in der privaten Krankenversicherung regelmäßig überprüft werden muss. Auch habe ich dort dargelegt, dass es sinnvoll sein kann einen bestehenden Krankenversicherungsschutz auch wieder aufzugeben, wenn der Versicherungsschutz nicht dem eigenen Bedarf entspricht. Doch was hier passiert ist, hat nichts mit Kundenberatung oder gar Kunden Interessen zu tun, das ist einfach unverantwortlicher Unsinn und die Kunden muss es ausbaden.

Was ist passiert?

Eine privat versicherte Angestellte hatte einen Versicherungsschutz in einem Kompakttarif einer privaten Krankenversicherung. Kein Luxus aber ein Tarif mit dem man (wenn es zu den eigenen Ansprüchen passt) durchaus leben kann. Zudem gibt es einen weiteren Tarif, welcher die Wahlleistungen im Krankenhaus (also das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung) absichert(e) und ein Krankengeld welches mit 100 € pro Tag etwas niedrig ist. Nun ist die Kundin schon zehn Jahre dort versichert, Versicherungsbeginn war im Jahr 2005. Vollkommen zurecht stellt sich jetzt die Frage, warum jemand nach so langer Versicherungszeit überhaupt in die Verlegenheit kommt sein Versicherungsschutz zu kündigen. Nun, die alte Krankenversicherung erhöhte zum Jahresende des letzten Jahres ihren Beitrag um knapp 110 € und somit ergab sich ein neuer Gesamtbeitrag von 780 €. Darin enthalten war die Pflegepflichtversicherung, dass Zweibettzimmer und die Wahlleistungen Chefarzt, ein Krankentagegeld und der Krankenversicherungsschutz.

Das ist aber recht viel? Richtig, denn die Kunden ist erst mit etwas über 45 Jahren in die private Krankenversicherung gewechselt. Ob das zu dem Zeitpunkt so sinnvoll und ratsam war, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Es ist aber nun so. Nach der Anpassung des Beitrages nutzte die Kunden die erste Verärgerung darüber um sich nach einer Alternative umzusehen. Nach etwas suchen bei „Tante Google“ landete diese auch auf einem dubiosen Anfrageformular und wurde kurz darauf von einer Maklerin aus dem Norden der Republik kontaktiert. Nach einigen Gesprächen lautete die Empfehlung, den Versicherungsschutz doch zu einem anderen Versicherer zu wechseln. Schließlich würde die Monatsprämie dann um 138 € sinken, was der Kundin natürlich recht war.

Äpfel mit Birnen verglichen

Ohne ins Detail zu gehen, fallen mir mindestens 40 Kriterien ein, in welchen der neue Tarif schlechter ist als der bisherige Schutz. Auch hat man wohl das Zweibettzimmer und die privatärztliche Behandlung einfach vergessen. Doch was macht das schon, schließlich war es ja 138 € monatlich günstiger.

Neben der Tatsache dass die Kunden gleichzeitig natürlich aus der alten „Bisexwelt“ in die neue „Unisexwelt“ gewechselt ist und nebenbei auch das Umwandlungsrecht in den Standardtarif einfach verloren gehen, sträuben sich mir, bei so viel Unsinn und Profitgier, die Nackenhaare. Da kommt ein Makler/eine Maklerin und lässt ernsthaft eine Kunden mit zehn Jahren vor Versicherungszeit, vorhandenen Vorerkrankungen und einem Alter von 55 Jahren die private Krankenversicherung wechseln. So viel (entschuldigen Sie bitte) Dummheit auf einen Haufen kann es normalerweise gar nicht geben.

„Das Glaukom brauchen sie nicht angeben“

Doch es kommt noch schlimmer. Nicht nur das hier der Kunden (versicherungstechnisch) das eigene Grab geschaufelt wurde, es wurden auch gleich noch einige Falltüren versteckt. So leidet die Kunden unter einem Glaukom, Sie kennen es vielleicht unter dem Namen Grüner Star. Eine solche Augenerkrankung führt in der privaten Krankenversicherung je nach Ausprägung zu einer Ablehnung oder einem (höheren) Risikozuschlag. Das ist auch verständlich, denn können doch hieraus weitere notwendige Untersuchungen und Behandlungen entstehen, welche schlichtweg Geld kosten. Geld welches das Versicherten Kollektiv tragen muss und wenn’s denn bei Antragstellung schon bekannt ist in Form eines Risikozuschlag ausgeglichen werden muss. Weiterhin gibt es einige Behandlungen des Rückens, insbesondere hier Massagen, Wärmepackungen und ähnliches.

Wenn auch die Maklerin anscheinend keine Ahnung von dem Krankenversicherungsthema hatte, eines wusste sie wohl sehr genau: Werden die Angaben zum Gesundheitszustand vollständig und wahrheitsgemäß gemacht, so führt das entweder zu einem Zuschlag oder die neue Krankenversicherung wird das Risiko ablehnen. Damit ihr das gar nicht erst passiert und sie umsonst gearbeitet hat, rät sie der Kunde es gar nicht erst anzugeben. Die Kundin fragt noch einmal nach und bekommt auch hier die Aussage, dass auch sie nicht anzugeben. Ein fataler Irrtum, wie sich später zeigen wird.

Kniebeschwerden, Arthrose, Rücktritt

Es kommt wie es kommen muss. Auch wenn es vorher keine Beschwerden dazu gab, nur wenige Monate nach dem Beginn des Versicherungsschutzes, im April 2016 treten bei der Kunden Kniebeschwerden auf. O. k., das ist in dem Alter >50 Jahre jetzt nicht so sonderbar mögen sich vielleicht denken, ist es auch nicht. Schließlich ist die Kunden dafür krankenversichert und lässt die Operation am Knie durchführen. Alles verläuft gut, die Rechnung vom Arzt und der Operation kommt und die Kundin reicht diese bei ihrer neuen Krankenversicherung an. Die Hansemerkur Krankenversicherung tut genau das, was jeder andere Versicherer auch getan hätte. Bei (größeren) Behandlungen und Beschwerden kurz nach dem Beginn der Versicherung wird eine sogenannte Anzeigepflichtverletzung geprüft. Dabei handelt es sich um die Möglichkeit der Verletzung der torvertraglichen Anzeigepflicht. Das bedeutet vereinfacht nichts anderes, als ob die Kunden alle Angaben im Antrag wahrheitsgemäß gemacht hat. Ist der Versicherer (bewusst oder eben aufgrund von falschen Informationen) belogen worden, so wird er im Sinne des Versichertenkollektives die Chance nutzen von dem Vertrag zurückzutreten. Das muss er auch tun, denn sonst wäre eine vernünftige Prämienkalkulation nicht möglich.

Nochmals, der Hansemerkur Krankenversicherung ist hier kein Vorwurf zu machen. Der Versicherungsmaklerin ist hier nicht nur Vorsatz zu unterstellen, als juristischer Laie wäre durchaus auch ein Betrugsvorwurf denkbar. Das müssen natürlich andere Stellen klären, und das ist auch nichts hier im Beitrag und im Blog klären will. Es geht hier aber nicht um eine kleine vergessene Angabe bei den Gesundheitsfragen, es geht um eine bewusst falsche Aussage gegenüber der Kunden, eine vorsätzliche Falschangabe im Antrag und das alles nur, damit die eigene Provision nicht gefährdet ist.

Es ist eine Schande für den Berufsstand des Versicherungsmaklers, es ist eine Schande für die gesamte Branche, dass solche Menschen Betrüger hier immer noch tätig sind. Natürlich musste die Versicherungsmaklerin wissen und befürchten, dass mit der korrekten Angabe aller Gesundheitsfragen der Abschluss in Gefahr war. Natürlich musste sie ahnen dass sie dann nicht einen Cent verdienen wird, was alleine schon an einem unsinnigen Vergütungssystem liegt. Doch darum geht es nicht, es geht vielmehr darum dass hier bewusst ein falscher Ratschlag gegeben wurde.

Kunde haftet für seine Angaben

Jetzt können Sie natürlich einwenden, schließlich habe die Kunden doch den Antrag unterschrieben. Schließlich haben die Kunden am besten über ihre gesundheitlichen Beschwerden und Probleme Bescheid gewusst. Schließlich hätte sie doch wissen müssen das diese Angaben zu machen sind, denn der Versicherer weist in seinem Antragsformular auf folgendes hin:HM VVA Hinweis

Ja natürlich hätte sie es wissen müssen, natürlich hätte die Kunden nachfragen müssen und die Angaben gegebenenfalls sorgfältiger machen. Doch wenn diese explizit nochmals bei ihrer Maklerin nachfragt, und diese mir versichert dass solche Angaben nicht zu machen sind, was hätten Sie getan?

Nachdem Kunden nun ihre Rechnungen eingereicht hatte und auf die Erstattung wartete, kann stattdessen eine weitere Nachfrage. Es sollten Ärzte von der Schweigepflicht entbunden werden um die entsprechenden Angaben im Antrag zu prüfen. Die Ärzte haben natürlich ihre Angaben wahrheitsgemäß und vollständig gemacht. Zum Rest des Artikels »

11.
Juli '16

Bestehenden Schutz in der PKV JETZT überprüfen – So geht’s!


Die private Krankenversicherung passt nicht für jeden. Viele die heute dort versichert sind, die sollten da nicht sein. Klar, Berater, Vertreter und Makler verdienen Ihr Geld damit, das es zu einem Abschluss kommt, dennoch gehört es einfach dazu auch mal „nein zu sagen“, nein wenn es eine offensichtlich falsche Entscheidung ist. Leider passiert es nicht und nicht nur das ist ein Grund für völlig unsinnige Billigtarife in der Privaten Krankenversicherung.

Lesetipp: Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen

Zu der Frage warum Existenzgründer eben gerade nichts in der PKV zu suchen haben (bis auf wenige Ausnahmen) und wer denn nun eigentlich dort gut aufgehoben ist, dazu schreibe ich sicher die Tage noch einmal etwas ausführlicher. Heute geht es aber um einen anderen Punkt.

Leider wird die private Krankenversicherung oftmals noch am Fließband beraten. Auch wenn es vielfach „nicht das Steckenpferd“ des Beraters ist, so wird doch nicht die Kooperation mit einem versierten Kollegen genutzt, sondern schnell mal in die Runde gefragt was denn vermittelbar sei und dem Kunden (völlig ahnungslos oftmals) ein Tarif empfohlen. Auf der anderen Seite merken Kunden erst spät(er) ob der Tarif passt, der Versicherer dem entspricht was die eigenen Vorstellungen waren und sind. Leider wissen viele zudem nicht einmal, was denn die eigenen Vorstellungen sind, denn wenn niemand sagt was es alles am Markt gibt, dann können Sie auch nicht beurteilen ob Ihnen solche Kriterien wichtig sind. Schon lange habe ich für diese „Grundlagenkenntnisse“ einen Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien zur PKV aufgeschrieben.

Wer erst im Leistungsfall merkt „Oh, mein Tarif war falsch“, der kann oftmals nicht wirklich etwas ändern. Wer aber rechtzeitig noch einmal drauf schaut und sich überlegt ob alles so passt, der kann zumindest noch einiges „glatt ziehen“.

Was tun wenn der bestehende PKV Schutz nicht passt

Das kommt zunächst darauf an wie die Auswahl zu Stande kam, warum es der eine Tarif wurde und was die Alternativen waren. Gerade wenn der Abschluss bei einem Vertreter erfolgte, dann sollte und muss sich jeder klar sein, der hat in der Regel nur die Gesellschaft anbieten, welche er auch vertritt. Eine Ausnahme sind Mehrfachagenten, das ist aber eher eine Seltenheit. Auch ein Vermögensberater der Deutschen Vermögensberatung ist in der Krankenversicherung (wie in anderen Sparten auch) einer Gesellschaft verpflichtet. Für die PKV ist das die Central Krankenversicherung, in der Berufsunfähigkeitsversicherung die Aachen Münchener Lebensversicherung.

Lesetipp: Die unterschiedlichen Beratertypen in der Versicherungsberatung und -vermittlung

Kann ich einen bestehenden PKV Schutz kündigen?

Ja, können Sie, jederzeit und unter Beachtung der vertraglichen Mindestlaufzeiten (Übersicht über Kündigungsfrist und Mindestlaufzeiten) ist eine Kündigung generell mit einer Frist von 3 Monaten zum Ende des Versicherungsjahres möglich. Bei dem Großteil der Gesellschaften entspricht das Versicherungsjahr dem Kalenderjahr, so ist eine Kündigung also immer bis zum 30. September eines Jahres und dann mit Wirkung zum 01.01. des Folgejahres möglich. Eine solche Kündigung sollte aber niemals voreilig oder „nur mal so“ erfolgen, denn auch wenn eine Versicherungspflicht besteht und somit eine Kündigung vielleicht gar nicht wirksam wird, so gilt das nicht unbedingt für Krankentagegelder und andere Bausteine des Vertrages, also immer genau überlegen.

Tarifauswahl wie bei Neuabschluss

Der erste Schritt ist also immer die Überprüfung des bestehenden Versicherungsschutzes. Eine solche Überprüfung sollte so stattfinden, als würden Sie heute einen ganz neuen Schutz auswählen. Also legen Sie zunächst mit Hilfe des Kriterienfragebogens die Auswahlkriterien fest und überlegen sich dabei, was Ihnen heute wichtig ist. Das kann durchaus etwas anders aussehen, anders als es noch bei Abschluss der Fall war.

Oft höre ich Sätze wie „Aber so viele Fragen hat mir mein Berater bei Abschluss gar nicht gestellt“ und „muss ich das wirklich alles ausfüllen“? Ja, denn die Entscheidung für oder gegen eine PKV, für oder gegen eine Gesellschaft und für oder gegen einen speziellen Tarif ist wie eine Ehe, Sie binden sich an den Versicherer in „guten und in schlechten Zeiten„.

Erst wenn diese Grundlagen feststehen, legen Sie (mit Hilfe eines spezialisierten Beraters) den alten Tarif daneben und überprüfen, welche Leistungen dieser Tarif enthält und welche fehlen oder „überflüssig“ sind. Sollten Sie eine entsprechende Gegenüberstellung von mir wünschen, so schreiben Sie mir hierzu bitte mit Klick auf diese ANFORDERUNG EINES PKV Tarifvergleiches eine E-Mail.

Analyse und Entscheidungsgrundlage

Ist diese Analyse erfolgt, Sie wissen Sie zunächst einmal „wo Sie stehen, wissen also welche Leistungen vielleicht drin sein sollten, es aber nicht sind. Ebenso können Sie einschätzen ob ein solcher Versicherungsschutz etwas ist, mit dem Sie alt werden können und wollen. Ist dem nicht so, so gibt es zwei Möglichkeiten:

Tarifwechsel nach 204 VVG

Das ist immer die erste Überlegung. Wenn nicht ganz gravierende Dinge gegen einen Verbleib bei der Gesellschaft sprechen, so ist ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft die erste Überlegung. Dabei sollte aber auch überprüft werden, wie „safe der Vertrag ist“. Wurden bei Antragstellung alle und damit meine ich wirklich alle nötigen Angaben in den Gesundheitsfragen gemacht? Schlummert hier vielleicht ein Pulverfass was bei der ersten großen Rechnung (und der dann folgenden Prüfung einer Anzeigepflichtverletzung) „hochgeht“? Gehen Sie einmal in sich und überlegen genau welche Angaben erfragt wurden und was eingetragen ist. Hat Ihr Berater lapidar abgewunken und sind Sätze gefallen wie:

„Das brauchen Sie nicht angeben, das ist ja nur Bagatelle“ oder „wenn es ausgeheilt ist, brauchen wir es nicht aufschreiben“ aber auch „freiverkäufliche Medikamente? Die brauchen wir nicht angeben!“

Alle das sind gern gehörte Sätze und diese „brechen Ihnen im Leistungsfall das Genick„. Auch wenn bei der Analyse mit dem Kriterienfragebogen heraus kommt, es fehlen viele Leistungen die Sie (jetzt) gern hätten oder gar Leistungen von denen Sie dachten diese wären im Tarif enthalten, dann sind das eindeutige Anzeichen den Schutz anzufassen und zu reagieren, jetzt, wo Sie es gesundheitlich noch können.

Dabei erheben auch die derzeitigen Versicherer dann für die Mehrleistungen Zuschläge und führen eine Gesundheitsprüfung durch, nichts anderes als bei einem neuen Abschluss passieren würde. Dennoch ist es wichtig eine solche Überprüfung regelmäßig vorzunehmen.

Kündigung und neue Ausrichtung

Manchmal ist es dennoch sinnvoller den Versicherer zu verlassen.

  1. Ja, Sie sind dann ein Jahr älter.

  2. Ja, Sie müssen dann in die Unisextarife, sind vielleicht nicht mehr in den alten Bisextarifen.

  3. Ja, Sie haben nicht mehr das alte Eintrittsalter und Fristen und Summenbegrenzungen beginnen neu.

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29.
Juni '16

Berufsunfähig und was jetzt? Lösungen damit Sie nicht durch das Netz fallen


In diesem Blog finden Sie eine Vielzahl von Beiträgen zum Thema Berufsunfähigkeit, beginnend mit der richtigen Antragstellung und der anonymen Voranfrage, über die richtigen Auswahlkriterien für den Vertrag zur Berufsunfähigkeitsversicherung und vieles mehr. Dennoch besteht in Deutschland nur bei 17 % aller Deutschen einer Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, wie eine aktuelle Studie der Zurich Versicherung gerade einmal wieder veranschaulicht. Es gibt durchaus viele andere Länder, wo ist deutlich besser aussieht. Für ein berufliches Projekt in Hongkong beispielsweise habe ich mir schon vor Jahren die dortigen Absicherungen angeschaut, mehr als die Hälfte aller dort lebenden Personen sind gegen das Risiko bei Berufsunfähigkeit versichert.

Fehlendes Bewusstsein für die Absicherung

Warum ist das so und warum gelingt es Versicherern, Verbraucherschutzverbänden und dem Staat nicht eine entsprechende und flächendeckende Absicherung der Bürger zu erreichen? Das hängt auch etwas damit zusammen, dass immer noch die Meinung vorherrscht „Der Staat wird schon für mich sorgen“. Dieser Aussage ist jedoch fatal, denn ein Berufsunfähigkeitsschutz besteht nur für Versicherte welche vor dem 1.1.1961 geboren sind. Alle anderen haben nur einen Versicherungsschutz gegen Erwerbsminderung.

Unterschied zwischen Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung

Früher (und für die älteren Versicherten) bestand ein Versicherungsschutz durch die gesetzliche Rentenversicherung im Falle der Berufsunfähigkeit. Wer also Beiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt hatte (Achtung: Selbstständige und Freiberufler haben das meist nicht) und die notwendigen Wartezeiten erfüllt hat (bei Auszubildenden reichte dies nicht) bekam eine Versorgung, wenn er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Die Definition zur Berufsunfähigkeit bezieht sich daher immer auf den konkreten Beruf, die ausgeübte Tätigkeit und die Frage ob ich diese Tätigkeit in dem bisher ausgeübten Umfang noch ausüben kann. Wer also bisher einen acht Stunden Tag hatte und davon nur noch weniger als vier Stunden arbeiten kann, der ist berufsunfähig. Der Versicherungsschutz in der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung besteht in der Regel weltweit, 24 Stunden rund um die Uhr und bei allen Tätigkeiten. (Zu beachten sind natürlich Ausschlüsse und Einschränkungen in dem individuell gewählten Vertrag)

Bei der Erwerbsminderung hingegen geht es nicht um den konkreten Beruf. Hier wird geprüft ob Sie mehr als sechs oder drei Stunden arbeiten können. Dabei geht es wie gesagt nicht in den Beruf den Sie gelernt oder ausgeübt haben, es geht um die (theoretische) Möglichkeit überhaupt einer Erwerbstätigkeit nachgehen zu können. Wer also noch irgendetwas tun kann, mindestens sechs Stunden der erhält keinerlei Rente. Natürlich haben sie dann Anspruch auf entsprechende Grundsicherung, also Sozialhilfe. Hier werden natürlich die entsprechenden Voraussetzungen geprüft, vorhandenes Vermögen angerechnet und vieles mehr. Wer zwischen drei und 6 Stunden arbeiten kann, der erhält zumindest die halbe Erwerbsminderungsrente, was mit ein paar hundert Euro zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel ist. Auch hier bleibt nur die Sozialhilfe/Grundsicherung.

„Mit passiert doch nichts“

Mit dieser Einstellung kann man natürlich durchs Leben gehen und einigen gelingt das durchaus. Es gibt Menschen die sind zum Glück nie krank, lieben bis ans Lebensende zufrieden und ohne nennenswerte Erkrankungen und schlafen irgendwann in Frieden ein. Leider wissen wir nicht ob das auch bei uns zutrifft. Gerade in den letzten Jahren haben sich die Chancen auf Heilung bei einer Vielzahl von Krebserkrankungen deutlich verbessert, dennoch führen viele Diagnosen zumindest zu einer zeitweisen Berufsunfähigkeit. Wer ein, zwei oder drei Jahre nicht arbeiten kann, danach aber wieder in seinen Beruf zurückgekehrt hat auch während dieser Zeit einen Anspruch auf die versicherte Berufsunfähigkeitsrente. Berufsunfähigkeit bedeutet daher nicht „den Kopf unter dem Arm zu tragen“, sondern ist auf den konkreten Beruf bezogen.

„Ich sitze im Büro, was soll da schon passieren das ich nicht mehr arbeiten kann?“

… und zum Psychiater gehe ich sowieso nicht. Auch diese Aussage kommt immer wieder, wenn man über das Thema Berufsunfähigkeit spricht. Was soll mir passieren, im Büro kann ich irgendetwas machen. Die Frage ist jedoch, bin ich leistungsfähig genug um einen Beruf ausüben zu können? Kann ich mit einer Erkrankung, nach einem Unfall oder einen Kräfteverfall tatsächlich noch Vollzeit arbeiten? Auch hier gilt die entsprechende Prüfung der 50 %. Lässt meine Erkrankung also eine Ausübung des Berufes von unter 4 Stunden noch zu, so kann ich das natürlich tun ohne einen Rentenanspruch zu verlieren. Erst wenn die Berufsunfähigkeit zu mehr als 50 % nicht mehr gegeben ist, erst dann endet die Rente.

Dazu kommt, dass gerade in den letzten Jahren die psychischen und psychosomatischen Erkrankungen drastisch zugenommen haben. Etwa ein Viertel aller Berufsunfähigkeitsfälle führen zu einer Leistung aufgrund einer „F-Diagnose“. Hierbei handelt es sich um Erkrankungen aus dem psychischen und psychosomatischen Bereich. Diese können stressbedingt sein, können auf übermäßige Belastung zurückzuführen sein und können natürlich auch als Begleiterscheinungen zu anderen Erkrankungen auftreten.““

Lesetipp: Die richtige Absicherung gegen Folgen einer Krebserkrankung

Wenn Sie zahlen sollen, zahlen sie dann doch nicht

Auch das ist eine immer wieder gern genommene Aussage um den Abschluss einer entsprechenden Versicherung hinauszuzögern und/oder vor sich herzuschieben. Es ist einfach das eigene Gewissen zu beruhigen, wenn ich mir ständig einrede, dass der Versicherer im Leistungsfall sowieso nicht zahlen. Einmal ganz überspitzt formuliert. Was ist besser? Ein Versicherer der vielleicht Zeit oder kein Versicherer?

Natürlich werden die Versicherer im Falle der Leistungsprüfung die Bedingungen genau prüfen. Da werden Anträge und die Angaben in diesen geprüft um zu klären ob bei Antragstellung keine Angaben richtig und vollständig gemacht. Stellt sich dann heraus das Angaben verschwiegen worden sind, zahlt der Versicherer zurecht nicht. Daher ist es elementar wichtig, sich vorher entsprechende Gedanken dazu zu machen und die Antragstellung sauber vorzubereiten.

Wenn Sie sich mit den Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit intensiver beschäftigen, dann werden Sie sehen dass einzelne Formulierungen in den Bedingungen über eine Leistung oder eben gegen eine Leistung entscheiden können. Lesen Sie gern einmal meinen Leitfaden zur Berufsunfähigkeit und schauen sich die unterschiedlichen Formulierungen an. Oftmals entscheidet ein einzelnes Wort oder eine einzelne Formulierung darüber, ob der Leistungsfall eintritt oder nicht. Wenn Sie sich hier (und damit meine ich vor der Antragstellung) Gedanken dazu machen welche Leistungen und welche Bausteine Ihnen wichtig sind, und wann sie konkret eine Leistung benötigen, dann finden Sie auch den passenden Versicherungsschutz.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Die „mache ich morgen“ Einstellung ist leider auch viel zu weit verbreitet. Natürlich ist für viele das Thema Versicherungen und dazu noch das Kleingedruckte nicht unbedingt die Bettlektüre bevor Sie abends das Licht ausmachen. Dennoch ist es notwendig und elementar wichtig sich mit eben diesen Versicherungsbedingungen auseinanderzusetzen und zu lernen und verstehen welche Leistungen in dem Vertrag enthalten sind und in welchen Bereichen eben auch kein Versicherungsschutz besteht. Nur wer versteht wann der Versicherer nicht leisten muss, wird auch Verständnis haben, wenn er dann später berechtigt nicht leistet.

Ausgestaltung des Vertrages entscheidet über die Leistung

Es gibt keinen allumfassenden und für jeden geeigneten Versicherungsschutz. Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist eines der individuellen Produkte am Markt. Es geht immer darum möglichst umfangreich abgesichert zu sein, dabei aber die Premiere noch bezahlbar zu halten. Aus diesem Grund ist es zwingend erforderlich sich über die Höhe der Absicherung und das Endalter Gedanken zu machen. Natürlich kostet ein Versicherungsschutz bis zum 67. Lebensjahr mehr monatlichen Beitrag als ein Versicherungsschutz bis 60. Bei einer Rente von 2.000 € monatlich sprechen wir aber auch über einen Leistungsunterschied von 168.000 €. Irgendwo muss das Geld ja kommen, und daher ist ein Versicherungsschutz dementsprechend teurer. Wer heute dreißig Jahre alt ist und sich für die nächsten 37 Jahre versichern möchte, der erreicht schnell einen Millionenbetrag.

Für Kinder und Jugendliche ist eine Absicherung gegen das Risiko Berufsunfähigkeit mit dem Alter von zehn Jahren möglich. Zum Rest des Artikels »