28.
August '15

RechnungsApps für mobile Geräte- welche PKV bietet es schon an und „muss“ eine PKV dieses zukünftig haben?


Gestern schrieb ich bereits über eine solcher Apps, die Barmenia RechnungsApp welche nun auch das Einreichen von „normalen“ Rechnungen ermöglicht und damit das Versenden per Post erspart und eine Erstattung (laut Erfahrung eigener Kunden) deutlich beschleunigt. Auch andere Unternehmen bieten RechnungsApps an und unterstützen den Versand per Foto.

Wie es funktioniert?

Es ist ganz einfach. Bietet die Gesellschaft an nur Rechnungen mit den beiden QR Codes (eA und eP) zu scannen, so wird kein Foto der Rechnung angefertigt, sondern der Code gescannt. Die Gesellschaft ruft damit die Informationen direkt bei der Privatärztlichen Verrechnungsstelle ab und übernimmt die Daten in Ihre Abrechnung. Werden diese Infos abgerufen, lässt sich theoretisch auch eine Einreichung der Rechnung nachvollziehen und die Verrechnungsstelle könnte einen weiteren Abruf sperren. (siehe Nachteile unten)

Bietet die Gesellschaft aber auch die erweiterte Funktion an, so kann einfach ein Foto von einem Rezept oder einer Rechnung ohne Code gemacht werden und dieses an den Versicherer geschickt. Letztendlich ist es nichts anderes als das, was das Unternehmen sonst selbst tut, Belege scannen und zuordnen, danach vernichten. Diese Scanfunktion sichert das Einreichen aller Belege, ungeachtet eines Codes auf der Rechnung und schafft daher ein „komplett papierloses Einreichen“.

Gerade für Beamte dürfte es zukünftig etwas einfacher sein. Bisher mussten die Rechnungen eingereicht werden, bekamen einen Erstattungsvermerk von der Beihilfestelle und gingen dann an die PKV, welche den Rest erstatten konnte. Dieser Zwischenschritt entfällt nun.

Wer es anbietet?

Einige Unternehmen gehen diesen Weg mittlerweile. Hier eine kleine Übersicht, Stand 08/2015. Zum Download einfach auf das gewünschte Symbol klicken, dieses führt Sie direkt in den Store zur kostenfreien App. Klicken Sie auf das Logo der Gesellschaften, so kommen Sie zu deren Seite für Apps und elektronische Helfer.

allianzAllianz Private Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: Allianz RechnungsApp für iOS Geräte, Allianz RechnungsApp für Android Geräte

barmeniaBarmenia Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: Barmenia RechnungsApp für iOS Geräte, Barmenia RechnungsApp für Android Geräte, Blogbeitrag Barmenia App

centralCentral Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: Central RechnungsApp für iOS Geräte, Central RechnungsApp für Android Geräte

dkvDKV Deutsche Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: DKV RechnungsApp für iOS Geräte, DKV RechnungsApp für Android Geräte

hansmerkurHanse Merkur Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS, Android ab „Sommer 2015“

Links: HanseMerkur RechnungsApp für iOS, HanseMerkur RechnungsApp für AndroidBlogbeitrag HanseMerkur App

hallescheHallesche Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: Hallesche RechnungsApp für iOS Geräte, Hallesche RechnungsApp für Android Geräte

ukvUKV Union Krankenversicherung (und Versicherungskammer Bayern)

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: UKV RechnungsApp für iOS Geräte, UKV RechnungsApp für Android Geräte, Versicherungskammer Bayern RechnungsApp iOS

Welche Nachteile es gibt?

Grundsätzlich bietet es zunächst einmal Vorteile wenn ich meine Rechnungen nicht mehr eintüten und per Post versenden muss. Das Original bleibt zukünftig beim Kunden, was theoretisch dazu führen könnte, das ein Betrüger diese Rechnung woanders noch einmal einreichen kann. Sonst war das Original weg und ein weiteres Einreichen unmöglich. Da aber auch ggf. eine Zweitschrift angefordert werden konnte, war es zukünftig vielleicht etwas komplizierter, wer betrügen will findet aber einen Weg, früher und auch heute.

Disclaimer: Alle Logos (c) der jeweiligen Gesellschaft, iOS ist eine Marke von Apple, Android eine Marke von Google.

27.
August '15

Barmenia RechnungsApp – alle Rechnungen papierlos einreichen


Die kleinen Programme auf dem Smartphone, mit denen bisher bestimmte Rechnungen eingereicht werden konnten, sind den meisten bekannt. Dennoch gibt es immer noch Beschränkungen. So können meist nur Rechnungen eingereicht werden, welche die zwei QR Codes, also die kleinen schwarz-weissen Pixel auf der Rechnung aufweisen. Das ändert sich nun aber, zumindest für Kunden der Barmenia.

Mit dem letzten Update der BarmeniaRechnungsApp für iPhone und iPad lassen sich nunmehr alle Rechnungen und Rezepte online zur Erstattung einreichen. Keine Beschränkung mehr auf bestimmte Verrechnungsstellen, keine Beschränkung ob die Rechnung einen QR Code besitzt oder nicht.

Neue Funktionen von Version 3.0.1
Die Barmenia RechnungsApp wurde umfassend erneuert und erweitert:

**Ab sofort alle Belege einreichen**
Mit der neuen Version können Sie sämtliche Arztrechnungen, Rezepte, Verordnungen und Heil- und Kostenpläne mit der App einreichen. Auch wenn diese keine Barcodes haben.

**Bearbeitungsstatus**
Erhalten Sie Push-Benachrichtigungen über den Bearbeitungsstatus Ihrer eingereichten Belege. So wissen Sie nicht nur, dass die Belege eingegangen sind, sondern sie werden auch benachrichtigt, sobald die Barmenia Ihre Belege bearbeitet hat. Bitte erlauben Sie der App bei der Installation, Ihnen Push-Nachrichten senden zu dürfen. Nachträglich können Sie die Erlaubnis auch unter Einstellungen -> RechnungsApp -> Mitteilungen erteilen.

**Leistungsabrechnung online**
Sobald Sie die Benachrichtigung über den Abschluss der Bearbeitung erhalten haben, können Sie die Abrechnung im PDF-Format im Online-Kundencenter www.meine-barmenia.de abrufen.

**Login/Anmeldung**
Wir haben den Login zur App mit dem Login zum Online-Kundencenter der Barmenia www.meine-barmenia.de synchronisiert. Sie brauchen jetzt keine zusätzliche Anmeldung oder Registrierung mehr.

Damit ist die Barmenia eine der ersten private Krankenversicherer, welcher eine Abrechnung ausschließlich online zulässt und den lästigen Papierkram erspart. (alle Screenshots (c) BARMENIA Vers.)

BarmeniaIII BarmeniaIV

Wie kommen Sie nun an die App?

Zunächst einmal benötigen Sie ein passendes Gerät. Das kann ein iPhone, der iPod oder ein iPad sein. Im AppStore laden Sie sich die kostenfreie App herunter. LINK für Apple Geräte.

Für die Android Geräte wird die neue Version der App (3.0) erst Anfang  September 2015 im Store verfügbar sein. Link für Google Android, Weitere Informationen auf der Seite der Barmenia

Was ist sonst zu tun?

Bevor Sie die App „richtig“ nutzen können, benötigen Sie Zugangsdaten. Hierzu ist eine einmalige und kostenfreie Registrierung unter dem folgenden LINK nötig. Nutzen Sie bereits den OnlineAccount unter „Meine Barmenia“, so entfällt eine erneute Registrierung. Falls nicht erhalten Sie die Zugangsdaten per Post, da dieses aus Datenschutzgründen und Sicherheitsaspekten nötig ist.

Dann los!

Ist all das erledigt, so können ab sofort die Rechnungen getrost zu Hause bleiben. Der übliche Versand per Post kann entfallen. Einfach Foto der Rechnung oder des Rezeptes machen und die Leistungsabrechnung online oder in der App verfolgen und als pdf bekommen und speichern. Schnell und einfach so zusagen.

Wie sind Ihre Erfahrungen mit der App? Nutzen Sie diese schon?

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24.
August '15

„Ich habe mich doch gegen den Schutz entschieden“, ja und? Es ist IHRE Entscheidung und IHR Risiko.


Manchmal frage ich mich tatsächlich ob es an der Hitze liegt, oder ob es einfach Kollegen gibt die „schlechte Verlierer“ sind. Bevor ich diesen Artikel weiter schreibe, möchte ich zunächst einmal klarstellen, dass es keinesfalls viele solcher Meinungen gibt und viele Kollegen hier meine Auffassung teilen. Dennoch finde ich es offen gesagt eher befremdlich, was „bei uns in der Branche“ stellenweise so passiert. Doch der Reihe nach. In einer Gruppe wo wir uns innerhalb der Branche austauschen, erwähnte beschwerte sich ein Berater darüber, dass ein Kunde sein Angebot nicht annehmen möchte. Er fragte daher nach, ob dem „Kunden“ (der ja keiner wurde) Aufwendungen zu berechnen seien, da er sich nun anders entschieden hat und „recht blöd“ kommt.

Zunächst einmal kennen wir alle den genauen Ablauf der Beratung nicht, dennoch wird die Kundin einen Grund haben, aus welchem Grund auch immer gegen das Angebot entschieden zu haben. Vielleicht hat sie einfach für sich gemerkt das sie sich eine solche Absicherung so nicht leisten kann? Vielleicht hat sie aber auch noch einen weiteren Berater kontaktiert und dieser hat ihr ein (aus ihrer Sicht) besseres Angebot unterbreitet. Vielleicht hat sie auch geerbt oder sieht plötzlich keinen oder einen anderen Absicherungsbedarf für sich? Wir wissen es einfach nicht. Der Kollege hat natürlich hier Zeit und Arbeit investiert. Vielleicht ist es sogar zur Kunden gefahren und hat seine Zeit „geopfert“ und ist nun sauer darüber, dass die Kunden nicht bei ihm abschließen möchte. Dazu sei noch erwähnt, dass es kein Makler ist (der also über eine Vergütung vom Versicherer verfügen würde), sondern ein Berater der gegen Honorar (34d, aber auch als auch 34h GewO) berät.

Daraus ergab sich in unserem Forum eine kleine Diskussion und viele der Kollegen teilen meine Meinung. Einen Haken „an die Sache“ zu machen, zu bestätigen das kein Versicherungsschutz besteht, das Risiko jedoch aus Sicht des Beraters weiter vorhanden ist und sich die Kundin bitte dringend Gedanken um einen entsprechenden Versicherungsschutz machen muss sollte.

Es ist am Ende immer der Interessent oder die Interessentinnen, welche sich des Risikos bewusst sein müssen und welche die Kosten für den notwendigen Versicherungsschutz auch tragen. Es sind nicht wir als Berater, bei denen monatlich die Beiträge abgebucht werden. Es ist der Kunde, welcher bereit sein muss für ein vorhandenes Risiko und dessen Absicherung zu zahlen. Ist diese Bereitschaft nicht da, so kann es zum einen daran liegen, dass sich jemand tatsächlich einen Versicherungsschutz für den Fall der Berufsunfähigkeit oder einen notwendigen Versicherungsschutz im Falle der Pflegebedürftigkeit nicht leisten kann oder will, oder aber anscheinend in der Beratung die Notwendigkeit nicht klar geworden ist.

Vielleicht hat die Dame gar nicht verstanden, wie groß Ihr Risiko ist und das hier gerade im Falle des Verlustes der Arbeitskraft Kosten in Millionenhöhe entstehen und dann auch eine Altersvorsorge nicht mehr tragbar ist. Im weiteren Verlauf schrieb dann der Kollege, das die Interessentin nun keine BU und kein Riester abschließen will und er daher die Unterlagen über einen Gerichtsvollzieher zurücksenden will, denn nur so sind die gerichtsverwertbar zugestellt.

Vielen Kollegen erscheint diese Verfahrensweise deutlich überzogen und schadet aus meiner Sicht eher als sie nützt. Natürlich ist ein Schriftstück in einem Brief auch als Einschreiben nicht gerichtsverwertbar zugestellt. Natürlich ist nur die persönliche Zustellung durch einen Gerichtsvollzieher (oder gegen Quittung durch eine andere Person) ein Nachweis darüber, dass der Inhalt eines Briefes bzw. ein spezielles Schriftstück tatsächlich bei der Empfängerin angekommen ist. Doch ist es so ein „Theater“ tatsächlich wert? Schadet nicht ein solches Vorgehen eher dem Ruf des Beraters, vielleicht sogar dem Ruf der Branche?

Der Berater hier hat anscheinend Angst davor, die Kundin könne später im Falle einer möglichen Berufsunfähigkeit kommen  und ihn haftbar machen. Doch haftbar wofür? Es war eine Interessentin, welche sich des Risikos der Berufsunfähigkeit und der notwendigen Absicherung der Altersvorsorge durch Riester anscheinend bewusst war. Dann hat sie in einer Beratung entsprechende Angebote bekommen und sich am Ende dagegen entschieden. Dieser Wunsch wurde anscheinend gegenüber dem Vermittler klar geäußert. Warum sollte ein Richter hingehen und hier ein Verschulden im Rahmen der Beratung sehen, wenn die Interessenten sich aktiv und bewusst gegen eine Absicherung entschieden hat? Ich sehe, wie viele andere Kollegen auch, hier keinerlei Haftungsfall und auch keine Gefahr. Und selbst wenn, dann gäbe es noch eine entsprechende Berufshaftpflichtversicherung, welche hier leistungspflichtig wäre oder zumindest mit der Abwehr des Anspruches befasst sein wird.

Kann der Berater Auslagen und Kosten berechnen?

Das kann er sogar, wenn er es dann vorher vereinbart hat und hierzu klare (am besten schriftlich) Regelungen mit dem Interessenten bestehen. Solche Regelungen muss der Kunde kennen, bewusst akzeptieren und sich der Konsequenz bewusst sein. Bietet ein Berater so eine Vereinbarung an, könnte sich der Kunde noch vor der Beratung dagegen entscheiden, falls ihm dieses nicht gefällt.

Etwas anders sieht es bekanntlich bei den Versicherungsberatern aus, hier geht es vielmehr um eine Beratung welche nach Stunden abgerechnet wird. Ähnlich wie ein Rechtsanwalt oder Steuerberater ist hier kein Abschluss geschuldet, sondern vielmehr wird der Zeitaufwand der Beratung bezahlt. Informationen zu den unterschiedlichen Arten von Vermittlern habe ich in meinem Artikel „Der Weg zum passenden Berater in Versicherungs- und Finanzfragen, ein Schaubild“ einmal zusammengestellt.

Angebotssammler und „Besserwisser“

Es gibt natürlich unbelehrbare Interessenten. Menschen, die alles meinen besser zu wissen und besser zu können und der den Berater sowieso als einen „geldgierigen Versicherungsheini“ sieht. Da ist jemand der soll die Arbeit machen, Angebote rechnen und am Ende entscheidet sich der Kunde es doch beim Versicherer direkt einzureichen. Das sind solche Menschen, die möchte man auch als Berater nicht haben. Doch solche Menschen habe ich in den letzten Jahren ein-, vielleicht zweimal erlebt. Menschen die sich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen und einen Rat wollen, die Fragen eher vorher schon einmal nach, wie denn meine Beratung honoriert wird. Entscheidet sich dennoch jemand gegen ein Angebot, dann ist es vielen Menschen oftmals sogar unangenehm das ich für den Aufwand nicht bezahlt werden. Doch zum Einen finde ich es persönlich sehr ehrlich, wenn jemand sagt „ich kann es mir nicht leisten“ oder „ich will es mir nicht leisten“, als nach kurzer Laufzeit den Vertrag wieder zu kündigen.

60 Monate Haftung

Berate ich heute einen Kunden zum Thema Berufsunfähigkeit, so dauert dieses gern mehrere Stunden. Es beginnt bei der Auswahl der ersten Kriterien zur Berufsunfähigkeit, setzt sich über die Erstellung von Tarifvergleichen, Analysen und die Auswertung von Bedingungen fort. Dann folgen einige Telefonate, Beratungen und Gespräche und irgendwann ist man so weit, dass sich einige Tarife herauskristallisiert haben und wir mit den Ausschreibungen beginnen können. Jetzt beginnt der nächste Schritt, Kontakt mit Versicherern, dass Verhandeln über die richtige Berufsgruppe, die richtige Klausel oder den passenden Zuschlag. Vom ersten Kontakt bis zur eigentlichen Versicherung vergehen nicht nur Wochen, manchmal Monate, sondern es stecken auch gern einmal 10-20 Beratungsstunden darin. Zahlt der Versicherer nunmehr eine Courtage in Höhe von, zum Beispiel, 2.000 €, so klingt das nach viel Geld. Das ist es auch, betrachtet man ausschließlich die Summe. Doch es sind zwei ich wichtige Punkte zu beachten. Zum einen wird hiermit der komplette Beratungsaufwand honoriert, zum anderen ist es ein Betrag der in den nächsten fünf Jahren (teilweise oder vollständig) zurückzuzahlen ist, falls der Kunde den Vertrag wieder kündigt.

Die Beratung hat aber trotzdem stattgefunden, die Beratung hat Zeit gekostet, es ist ein Aufwand entstanden der dann nicht (oder nicht ausreichend) vergütet wird. Genauso ist es in dem Fall, wo der Kunde vielleicht aufgrund von Vorerkrankungen nicht versicherbar ist. Daher ist es immer eine Art „Mischkalkulation“ und die Beträge sollten niemals losgelöst von dem eigentlichen Aufwand betrachtet werden.

Entscheidet sich der Versicherte nach einem Jahr anders oder kann sich den Versicherungsschutz dann nicht mehr leisten, so sind von unseren 2.000 € etwa 1.600 € an den Versicherer zurückzuzahlen. Für den Beratungsaufwand von 5,10 oder 20 Stunden bleibt dann eine Vergütung von knapp 400 € übrig.

Mir ist es wichtig das Sie als Kunde und Interessent durchaus verstehen, wie sich unsere Vergütung zusammensetzt. Daher habe ich hier in einigen Sätzen versucht kurz zu erläutern, wieder Vergütungssystem bei Versicherungsmakler funktioniert.

Angebote schreiben ohne Abschluss ist durchaus üblich

Auch wenn der Kollege hier in diesem speziellen Fall verärgert sein mag, auch in anderen Branchen werden Angebote geschrieben, Kunden besucht und es wird viel Zeit in Beratung und Erklärung investiert. Auch dort entscheiden sich Interessenten gegen ein Angebot, für einen anderen Anbieter oder gegen ein (Bau-) Vorhaben. Da sind wir wieder bei der oben angesprochenen „Mischkalkulation“.

Manchmal kommen Interessenten durchaus erst nach Jahren zurück und möchten erneut beraten werden. Merken erst dann das einer damals getroffene Entscheidung vielleicht nicht ganz korrekt war und der Versicherungsschutz doch, so wie vom Berater empfohlen, sinnvoll ist. Es gibt durchaus Fälle, da kommt die Einsicht zu hochwertigem Versicherungsschutz erst dann, wenn es nicht mehr geht. Mit gesundheitlichen Beschwerden, sonstigen Einschränkungen oder einem schlechteren Beruf (im Sinne der Berufsgruppeneinstufung) folgt dann oftmals das böse Erwachen und ein leidvolles „hätte ich doch auf Sie gehört“.

Zusammengefasst muss man jedoch einige Punkte erwähnen:

1.) Informieren Sie sich ausführlich und umfangreich über das bestehende Risiko. Suchen Sie sich dann einen entsprechenden, qualifizierten Vermittler der Ihnen bei der Beschaffung des Versicherungsschutzes helfen kann.

2.) Gegen eine zweite Meinung spricht überhaupt gar nichts, hilft es Ihnen doch besser zu verstehen und Aussagen des Vertreters oder Maklers besser einschätzen zu können. Die „Beschäftigung“ von 4, 5 oder mehr Vermittlern mit dem gleichen Risiko macht dagegen keinen Sinn. Ich persönlich finde es hilfreich und fair, wenn mir der Interessent zu Beginn der Beratung einen Hinweis gibt, dass es noch mehrere Kollegen gibt die er angefragt hat. Damit kann nicht nur der Kunde, sondern auch der Vermittler einschätzen, wie viel Zeit und Arbeit er hier investieren möchte, auch auf die Gefahr hin dass es „umsonst ist“.

3.) Entscheiden Sie sich für einen Abschluss, dann tun Sie es bitte auch bei dem Berater der Ihnen den entscheidenden Tipp gab, die beste Beratung ablieferte, am verständlichsten erklärte oder ihnen für die langfristige Betreuung besten gefällt. Ich halte es persönlich für unfair dann bei einem Versicherer direkt abzuschließen. Die Prämie unterscheiden sich nämlich nicht. Es wird also nicht billiger, nur weil der Makler oder Vermittler „ausgeschaltet wird“. Und wer eine gute Arbeit gemacht hat, der sollte dafür auch bezahlt werden.

4.) Wenn Sie sich generell gegen eine Absicherung entscheiden, so ist auch hier Fairness wünschenswert. Sagen Sie dem Berater doch durchaus warum eine Absicherung nicht infrage kommt oder dass sie sich für die Absicherung bei einem Kollegen entschieden haben. Niemand wird Ihnen hier böse sein, Ehrlichkeit währt auch hier am längsten.

Solange sie sich bewusst sind welches Risiko Sie selbst tragen können und wollen und fair mit ihrem gegenüber umgehen, so wird ihnen auch niemand böse sein wenn es zu keinem Abschluss kommt. Oftmals rufen Menschen bei mir an, die nur eine Frage zu einem bestehenden Vertrag haben, oder fragen im Chat hier auf der Seite nach. Vielen von denen ist es unangenehm das ich dafür nicht honoriert werden. Dennoch muss ich nicht hungern, wenn ich einem Menschen 20 Minuten zuhöre und weitere 20 Minuten Tipps gebe. Und auch Sie können ihren Teil zu einer gelungenen Beratung beitragen. Informieren Sie sich ausführlich, fragen Sie nach, lesen Sie gemeinsam mit Ihrem Berater Bedingungen und sind sie einfach interessiert. Es ist Ihr Risiko, es ist Ihre erkaufte Sicherheit, aber es ist auch Ihr Portemonnaie.

17.
August '15

Der Versicherer verlangt einen Zuschlag oder Ausschluss in der Berufsunfähigkeitsversicherung- geht es auch ohne?


Risikozuschläge oder Leistungsausschlüsse sind in der Berufsunfähigkeitsversicherung ein durchaus gängiges Mittel um Vorerkrankungen zu berücksichtigen und somit auch Menschen zu versichern, die nicht „ganz gesund sind“. Dennoch ist hierbei einiges zu beachten, sonst wird ein solcher Ausschluss schnell zum Problem im Leistungsfall. Mit einer Einschränkung, egal ob Zuschlag oder Ausschluss begrenzt der Versicherer sein Risiko. Dieses ist auch nötig, da die Prämien so kalkuliert sind, wie Sie für einen gesunden Versicherten erforderlich sind. Liegen nun Vorerkrankungen vor, welche das Risiko berufsunfähig zu werden erhöhen, so müssen diese berücksichtigt werden.

Zuschlag oder besser Ausschluss?

Das kommt darauf an. Eine generelle Aussage gibt es hier nicht, jedoch gilt Eines immer. Mit einem Zuschlag bleibt der Versicherungsschutz voll erhalten, kostet nur eine höhere Prämie. Bei einem Ausschluss wird der Schutz dagegen begrenzt oder ausgehöhlt und ist nicht mehr in allen Bereichen vorhanden. Wer schon einmal Rückenerkrankungen hatte, dem wird ein vollständiger Versicherungsschutz meist verwehrt bleiben. Dabei ist es bei einigen Unternehmen selbst bei „einfachen“ Verspannungen, die doch „jeder mal hat“ so, das schnell ein Ausschluss in den Vertrag geschrieben wird.

Nicht gleich den ersten Vorschlag akzeptieren

Nicht jeder Vorschlag des Versicherers ist gleich akzeptabel. Gerade bei Vorerkrankungen gibt es vollkommen unterschiedliche Einschätzungen und Auffassungen und oft hilft es, wenn ein qualifizierter Berater einmal nachhakt. Hier ist es insbesondere wichtig, vollständige Unterlagen von Ärzten und sonstigen Heilbehandlern zu besorgen und genau prüfen, welche Informationen wo abgefragt werden. Alle Fragen sind natürlich wahrheitsgemäß zu beantworten, mehr Antworten wie Fragen gestellt werden müssen natürlich nicht gegeben werden. So heisst es auch hier: Beratung nutzen und sorgfältig arbeiten. Eine falsche Angabe kann teilweise große Folgen haben, wenn dadurch ein Ausschluss „provoziert wird“.

Oftmals verwenden die Unternehmen eigene Fragebögen. Generelle „Anfragebögen“ taugen aber gerade einmal für eine erste Auswahl mit dem Berater. Für Voranfragen, Ausschreibungen und dergleichen sollten immer die Fragebögen und das Antragsformular des Versicherers selbst verwendet werden. Nur so ist sichergestellt, das im Antrag nicht nachher doch noch etwas anzugeben ist, was vorher nicht bedacht wurde.

Klauseln sind verhandelbar- Zuschläge auch!

Je nach Unternehmen sind die Klauseln vorgefertigt oder werden individuell erstellt. So ist eine Klausel:

„Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Erkrankungen der Wirbelsäule und deren Folgen“

eher ungünstig, denn hiermit ist einfach alles was die Wirbelsäule betrifft „raus aus dem Schutz“. Wird so eine Klausel wegen Verspannungen oder sonstigen Rückenbeschwerden verhängt, so ist die in den meisten Fällen inakzeptabel. Warum? Weil das Risiko von Unfällen und/ oder Infektionskrankheiten bei Ihnen nicht größer oder kleiner ist, als bei anderen Kunden welche die Verspannungen nicht hatten.

Dagegen könnte die verbesserte Klausel lauten:

„Ausgeschlossen vom Versicherungsschutz sind Erkrankungen der Wirbelsäule und deren Folgen. Nicht vom Ausschluss betroffen und damit in Versicherungsschutz eingeschlossen sind Tumorerkrankungen, Unfälle und Infektionskrankheiten und deren Folgen.“

Mit der zweiten Version der Klausel ist der Versicherungsschutz weitaus weniger beschränkt. All das was durch Unfälle oder auch Infektionen passieren und zur Berufsunfähigkeit führen kann ist hierbei wieder enthalten. Von selbst werden einige Versicherer diese „bessere“ Klausel meist nicht anbieten. Ist der Antragsteller aber mit dem ersten Vorschlag zufrieden, so akzeptiert wer vielleicht einen deutlich schlechteren Schutz als möglich.

Kann ich einen Zuschlag in einen Ausschluss umwandeln?

Auch das „kommt darauf an“ und ich zum Einen davon abhängig wie die genauen Vorerkrankungen aussehen. Lässt sich die Erkrankung begrenzen und ist zum Beispiel nur „ein Körperteil“ betroffen, so ist das durchaus eine Möglichkeit die Prämie wieder zu reduzieren. Entscheidend ist aber hier die Frage ob ein solcher Ausschluss sinnvoll möglich ist. Bei Allergien wird dieses schwer sein, da diese nicht nur mehrere Organe und oft den ganzen Körper betreffen. Schließt man nun Allergien gänzlich samt deren Folgen aus, so besteht unter Umständen auch für spätere Hautausschläge kein Versicherungsschutz. Wer dagegen ein verletztes Knie hat, der kann die „Knieerkrankungen und Folgen“ natürlich ausschließen. Auch hier stellt sich die Frage wie sinnvoll das ist, was letztendlich auch vom Beruf abhängig ist.

und einen Ausschluss in einen Zuschlag?

der ist schon schwerer umzuwandeln und wird von dem Versicherer meist nicht angeboten. Der Grund ist hier einfach im Risiko zu sehen. Weiss der Versicherer das ein Organ oder Körperteil schon „vorgeschädigt ist“ und bietet er hierzu einen Ausschluss an, so ist die Erkrankung abgrenzbar. Dieses wird meist nicht durch einen Zuschlag sinnvoll versicherbar, oder der Zuschlag ist so hoch, das es wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.

Entfällt der Zuschlag/ Ausschluss später wieder?

Eine immer wieder aufkommende Frage betrifft die Zuschläge und Ausschlüsse in der Zukunft. Hierbei muss unterschieden werden weshalb der Zuschlag oder Ausschluss vereinbart wurde. Hatten Sie Nackenverspannungen aufgrund einer sportlichen Betätigung und der Versicherer hat hierfür einen Ausschluss formuliert und nun ist Jahre lang alles in Ordnung gewesen, so kann durchaus der Entfall des Ausschlusses angestrebt werden. Sind die Vorerkrankungen leicht, so bieten einige Unternehmen auch gleich bei Abschluss eine so genannte „Nachschau“ nach X Jahren an. Das ist die Zusicherung den Zuschlag oder Ausschluss nach einer bestimmten Zeit zu überprüfen. Dazu ist es sinnvoll sich die Antragsfragen für einen Neuantrag zu dem Zeitpunkt noch einmal anzuschauen. Werden die Vorerkrankungen da nicht mehr angabepflichtig, so stehen die Chancen recht gut den auch aus bestehenden Verträgen zu verbannen.

Zuschläge hingegen sind bei vielen Unternehmen als dauerhafte Zuschläge über die gesamte Laufzeit kalkuliert und sind daher zu beginn niedriger angesetzt. Hier ist ein Entfall deutlich schwieriger und oftmals verlangen Unternehmen hier einen Neuantrag, neue Bedingungen und ein neues Eintrittsalter.

Ist die Einschätzung bei allen Versicherern gleich?

Ganz gewiss nicht. Oftmals herrscht aber genau diese Meinung vor und es wird vorschnell eine Entscheidung akzeptiert. Daher gilt gerade in der wichtigen Absicherung gegen Berufsunfähigkeit: Ausschreibungen, Voranfragen und die Suche nicht nur nach dem passenden Bedingungswerk, sondern auch nach der richtigen Annahmeentscheidung gehört in die Hände von Profis. Natürlich könnten Sie auch viele Versicherer anschreiben und um eine Einschätzung bitten, diese dann selbst vergleichen, versuchen zu verhandeln und sich mit den Prüfern auseinandersetzen. Aber warum sollten Sie das (vielleicht sogar mit schlechteren Aussichten) tun, wenn doch eine Beratung die gleichen Monatsbeiträge hervorbringt und einen besseren Schutz ermöglicht?

Weitere Informationen zum passenden BU Schutz finden Sie auch bei den Auswahlkriterien und in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit.

12.
August '15

Gleiches Hilfsmittel, oder doch nicht? Urteil des Bundesgerichtshofes IV ZR 181/14


Manche Fälle müssen einfach höchstrichterlich entschieden werden, wenn die Entscheidungen der Vorinstanzen nicht mehr ausreichen oder nicht „richtig“ sind. Ein solcher Fall lag dem Bundesgerichtshof nun auch zur Entscheidung vor, da es in den Vorinstanzen des Landgerichtes, aber auch des Oberlandesgerichtes Stuttgart zu keiner „nachvollziehbar richtigen“ Entscheidung für beide Parteien gekommen war. Am 24. Juni 2005 nahm der BGH zu einem Fall Stellung, welche die Formulierung zu Hilfsmitteln in einem Tarif der privaten Krankenversicherung, in diesem Falle der Signal Iduna, zum Anlass hatte.

Worum ging es genau?

Zunächst einmal stritten die Parteien um die Rechnung für eine „Badeprothese“, welche mit einem stolzen Betrag von 8.297,56 € zu Grunde lag und welche der Versicherer bezahlen sollte. Auch hier ganz generell ein interessantes Beispiel zu sehen, wie schnell hohe Kosten in der privaten Krankenversicherung entstehen können, die man vielleicht auf den ersten Blick gar nicht vermutet. Nun mag man, die etwas über 8.000 €, gar nicht als „riesigen Betrag“ ansehen, jedoch muss hierzu angemerkt werden, dass der Versicherte bereits mit einer Kniegelenksprothese versorgt war. Diese, mit einem Akku gespeiste Prothese, war mit elektronischen Bauteilen (Sensoren und Mikroprozessoren) ausgestattet welche den Bewegungsablauf durch einen elektrischen Antrieb steuerten. Die „erste Prothese“ hatte Anschaffungskosten in Höhe von ca. 44.000 €. Hier wird klar, warum ich in meinen Beratungen von hohen prozentualen Eigenanteilen bei einer Hilfsmittelversorgung Apparate, denn in den meisten Fällen besteht bei den Kunden nicht das Vermögen 5- bis 10.000 € schnell einmal „nebenbei“ aus der eigenen Tasche zu bezahlen.

Doch genau diese teure Prothese war der „Stein des Anstoßes“, denn mit dieser wollte der Kunde keinesfalls duschen, ins Schwimmbad oder an den Strand gehen. Hier wird er, so der Vortrag, nicht ausschließen können dass diese Prothese mit Spritzwasser in Berührung kommt und dabei beschädigt werden könnte. Aus diesem Grund verordnete der Arzt die strittige Badeprothese, welche weitere 8.400 € kosten verursachte. Nach Auffassung des Versicherten ist der Versicherer hierfür leistungspflichtig, schon allein deshalb weil er sonst an Schwimmbad und Strand nicht teilnehmen könne und seine Mobilität eingeschränkt ist. Die Signal Iduna Krankenversicherung sieht das anders, argumentiert daher dass es einen entsprechenden Überzug für die Prothese gibt, womit ein Schutz gegen Spritzwasser gegeben ist. Hierbei fallen lediglich Kosten von etwa 350 € an, somit deutlich weniger als für eine Badeprothese.

Im Übrigen, so das Argument des Versicherers, schuldet dieser nur die Kostenerstattung für „Hilfsmittel gleicher Art“, einmal innerhalb dreier Kalender. Genau diese Formulierung ist der Ausgangspunkt für die Revision am Bundesgerichtshof, denn das Landgericht gab dem Versicherten recht, das Oberlandesgericht wies die Berufung des Versicherers zurück und der Bundesgerichtshof soll im Wege der Revision nun prüfen.

Was steht in den Versicherungsbedingungen?

Bevor wir uns weiter und eingehend mit der Frage des Hilfsmittels beschäftigen, werfen wir doch einmal einen Blick in die Bedingungen. In den Versicherungsbedingungen des (alten) Tarifs AS 100 ist unter Punkt 1.4 (Hilfsmittel) die 100-prozentige Erstattung des Rechnungsbetrages, abzüglich einer Selbstbeteiligung von 16 € pro Hilfsmittel vorgesehen.

„Hilfsmittel

erstattungsfähig sind die Kosten für technische Hilfsmittel, die körperliche Behinderungen unmittelbar mildern oder ausgleichen sollen. Das sind: Sehhilfen, Arm-und Beinprothesen, (…)

Leistungen für Hilfsmittel gleicher Art sind innerhalb von drei Kalenderjahren erstattungsfähig.“

Bei dem Lesen der Bedingungen wird klar, dass der Versicherer für gleiche Hilfsmittel nicht jedes Jahr erneut aufkommen möchte, sondern hier die Leistung auf einer Versorgung „alle drei Jahre“ begrenzt hat. Eine solche Begrenzung ist durchaus möglich und wird von vielen Versicherern gerade im Bereich der Sehhilfen oft angewandt. So soll nicht jeden Monat eine neue Brille bezahlt werden, sondern erst nach Ablauf von X Jahren. Doch genau diese Formulierung führt nun zum Streit. Ist eine Badeprothese ein Hilfsmittel „gleicher Art“? Oder ist gerade die Badeprothese etwas völlig anderes?

Was passiert, wenn die normale Prothese durch Spritzwasser beschädigt wird und damit Kosten für die Reparatur oder gar eine Neuanschaffung anfallen? Übersteigen diese vielleicht sogar deutlich die Kosten für die zweite Prothese und ist es daher auch im Interesse des Versichertenkollektives die Badeprothese zu bezahlen?

Die Entscheidung

Der Bundesgerichtshof hebt das Berufungsurteil auf und verweist die Sache zurück an das Berufungsgericht. Die Richter sehen hier mehrere Aspekte, die so nicht richtig bedacht wurden. Generell sieht der BGH in der erworbenen Badeprothese eine grundsätzlich erstattungsfähigen Beinprothese im Sinne der oben aufgeführten Formulierung in den Versicherungsbedingungen. Es wird in dem Hilfsmittelkatalog nicht unterschieden, ob es sich um eine Badeprothese oder einer „sonstige Prothese“ handelt. Auch meinen die Richter, dass sich eine medizinische Notwendigkeit nicht bereits aus dem bloßen Umstand der ärztlichen Verordnung ergeben, sehr wohl aber daraus folgt, dass er (Der Versicherte) zur Wiederherstellung seiner Mobilität darauf angewiesen sei. Die Richter in den Vorinstanzen meinten:

„Es sei im übrigen weder dem Kläger noch der Versichertengemeinschaft zuzumuten, die teure Hautprothese der Gefahr auszusetzen, dass ein ihrem Schutz verwendeter Skin-Überzug reiße, elektronische Bauteile Schaden nehmen und hohe Reparatur- oder Ersatzbeschaffungskosten entstünden. Bei einem derart teuren Hilfsmittel müssten Spritzwasserschäden stattdessen zuverlässig ausgeschlossen werden. Das sei nur bei Benutzung der Hauptprothese in nicht spritzwassergefährdeter Umgebung gewährleistet.“

Einen Verstoß gegen die Schadenminderungspflicht sahen die Richter in den Vorinstanzen nicht, da der Überzug insoweit nicht als gleichwertiges, kostengünstigeres Hilfsmittel angesehen werden konnte. Die Beklagte könne sich auch nicht auf die Dreijahresbegrenzung für Hilfsmittel gleicher Art berufen. Die Auslegung der Klausel Zum Rest des Artikels »