01.
Februar '18

Kinderkrankengeld – Wer zahlt, wenn mein Kind krank ist – unterschiedliche Regelungen für GKV und PKV versicherte Kinder


Es gibt so Themen, über die habe ich in der Vergangenheit bereits mehrfach geschrieben und dennoch führen diese immer und immer wieder zu Rückfragen und Unverständnis. Daher möchte ich das Thema Kinderkrankengeld durchaus noch einmal aufgreifen und anhand einfacher Schaubilder und Übersichten einmal die unterschiedlichen Möglichkeiten und Regelungen klarmachen. Es geht um das Thema Krankengeld, genauer ein Krankentagegeld bei der Erkrankung eines Kindes. Dabei spielt es eine entscheidende Rolle, wie die Eltern versichert sind und wo das Kind damit einen entsprechenden Versicherungsschutz hat. Auch ist es wichtig zu wissen, wer sich genau mit dem Kind krankschreiben lässt. All diese Szenarien schauen wir uns heute einmal an und beleuchten die unterschiedlichen Varianten.

Wann benötige ich überhaupt ein „Kinderkrankengeld“?

Der Begriff ist nicht normiert und soll nur der Veranschaulichung dienen. Es geht- korrekter- um das „Kranken(tage)geld bei der Erkrankung eines Kindes. Wer selbst Kinder hat oder solche plant, der wird sich früher oder später mit dem Thema auseinandersetzen müssen, denn Kinder werden nun einmal krank. Sei es das kleine „Wehwehchen“, welches aber dazu führt, dass ein Besuch der Kindertagesstätte oder der Schule unmöglich macht, oder eine schwere Erkrankung die eine intensive Betreuung des Kindes erfordert.

Regelungen im Gesetz

Das Sozialgesetzbuch regelt dabei die Fragen zur Freistellung eines Elternteils, falls das Kind eine Betreuung bedarf. Dabei ist zunächst einmal zu unterscheiden. Einerseits geht es um die Frage wer wann und wie lange zu Hause bleibt, auf der anderen Seite geht es um die Weiterzahlung des Einkommens in diesem Fall. Grundlage bildet hier der Paragraph des Gesetzes. So ist hier geregelt:

§ 45 Krankengeld bei Erkrankung des Kindes

(1) Versicherte haben Anspruch auf Krankengeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, daß sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. § 10 Abs. 4 und § 44 Absatz 2 gelten.

(2) Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte längstens für 20 Arbeitstage. Der Anspruch nach Satz 1 besteht für Versicherte für nicht mehr als 25 Arbeitstage, für alleinerziehende Versicherte für nicht mehr als 50 Arbeitstage je Kalenderjahr. Das Krankengeld nach Absatz 1 beträgt 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt der Versicherten, bei Bezug von beitragspflichtigem einmalig gezahltem Arbeitsentgelt (§ 23a des Vierten Buches) in den der Freistellung von Arbeitsleistung nach Absatz 3 vorangegangenen zwölf Kalendermonaten 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts aus beitragspflichtigem Arbeitsentgelt; es darf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze nach § 223 Absatz 3 nicht überschreiten. Erfolgt die Berechnung des Krankengeldes nach Absatz 1 aus Arbeitseinkommen, beträgt dies 70 Prozent des erzielten regelmäßigen Arbeitseinkommens, soweit es der Beitragsberechnung unterliegt. § 47 Absatz 1 Satz 6 bis 8 und Absatz 4 Satz 3 bis 5 gilt entsprechend. (Anm. Berechnung und weitere Infos hier)

(3) Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 haben für die Dauer dieses Anspruchs gegen ihren Arbeitgeber Anspruch auf unbezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung, soweit nicht aus dem gleichen Grund Anspruch auf bezahlte Freistellung besteht. Wird der Freistellungsanspruch nach Satz 1 geltend gemacht, bevor die Krankenkasse ihre Leistungsverpflichtung nach Absatz 1 anerkannt hat, und sind die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt, ist der Arbeitgeber berechtigt, die gewährte Freistellung von der Arbeitsleistung auf einen späteren Freistellungsanspruch zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege eines erkrankten Kindes anzurechnen. Der Freistellungsanspruch nach Satz 1 kann nicht durch Vertrag ausgeschlossen oder beschränkt werden.

(4) Versicherte haben ferner Anspruch auf Krankengeld, wenn sie zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres erkrankten und versicherten Kindes der Arbeit fernbleiben, sofern das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist und nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,

a) die progredient verläuft und bereits ein weit fortgeschrittenes Stadium erreicht hat,
b) bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativmedizinische Behandlung notwendig oder von einem Elternteil erwünscht ist und
c) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.
Der Anspruch besteht nur für ein Elternteil. Absatz 1 Satz 2, Absatz 3 und § 47 gelten entsprechend.

(5) Anspruch auf unbezahlte Freistellung nach den Absätzen 3 und 4 haben auch Arbeitnehmer, die nicht Versicherte mit Anspruch auf Krankengeld nach Absatz 1 sind.

Der Arbeitgeber muss also, bei nachgewiesener Erkrankung eines Kindes, die Mutter oder den Vater von der Tätigkeit freistellen. Hierbei gibt es zunächst noch keinen Unterschied ob das Kind und/ oder die Elternteile in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert sind. Dabei zählt hier einzig und allein die Verpflichtung dem Arbeitnehmer die Betreuung seines Kindes zu ermöglichen.

Ist es nur ein Tag, oder vielleicht auch zwei oder drei, so sollte sich die Frage der Lohnfortzahlung auch nicht weiter problematisch darstellen. Teilen Sie Ihr Einkommen durch dreißig Tage, ist der Lohnausfall durchaus überschaubar. Auch hier gelten dann die Höchstgrenzen und die entsprechende Beitragsbemessungsgrenze. Im Jahre 2018 gelten maximal 4.425 EUR als anrechenbares Einkommen. Die vollständigen Sozialversicherungswerte finden Sie im Beitrag.

Krankengeld in der gesetzlichen Krankenkasse

Für die ersten sechs Wochen einer Erkrankung ist der Arbeitgeber zunächst verpflichtet, bei einer Erkrankung des Arbeitnehmers selbst, diesem das Gehalt/ den Lohn zu 100% weiter zu zahlen. Die so genannte Lohnfortzahlung sichert dem Arbeitnehmer somit auch dann ein Einkommen zu, wenn dieser krankheitsbedingt ausfällt.

Krankentagegeld in der privaten Krankenversicherung

Auch wer privat krankenversichert ist, hat in der Regel einen entsprechenden Tarifbaustein versichert. Dieses Krankentagegeld ist ein Baustein in der PKV, welcher den Verlust des Einkommens bei Angestellten ab der 6. Woche (bei Selbstbestätigung und Freiberuflern auch vorher), absichert und damit für die finanzielle Sicherheit sorgt.

Dennoch haben wir hier auch eine vergleichbare Situation, denn auch hier müsste das Kind eine entsprechende Absicherung abschließen, „seinen“ Verdienstausfall somit versichern und dann dafür sorgen, diesen ersetzt zu bekommen. Nun hat das Kind aber auch kein Einkommen und damit auch keinen direkten Verdienstausfall, es sorgt eben mit seiner Erkrankung nur für einen „Folgeeffekt“ bei Mama und Papa, denn wenn diese zu Hause bleiben müssen, haben die kein Einkommen.

Fehlende Versicherbarkeit des Kindes

Ist also Mama und auch Papa gesund, dann greift deren Krankenversicherung nicht, denn hier fehlt es zunächst am Versicherungsfall. Dieser setzt eine Erkrankung voraus. Nun kommen einige Ärzte auf die Idee, bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Schnupfen des Kindes einfach die Mutter auch „krank“ zu schreiben, was aber Betrug ist, wenn diese doch gesund ist.

Stationär – Rooming In oder Krankenhaustagegeld

Wird das Kind stationär aufgenommen, so ist ein solcher Fall durchaus versicherbar. Bei vielen Versicherern ist dabei ein so genanntes „Rooming-In“, also die Miteinweisung eines Elternteils versicherbar. Damit kann Mama oder Papa mit ins Krankenhaus und das Kind da betreuen. Möchte man nun genau diesen Fall absichern, so ist der Abschluss eines KrankenHAUStagegeldes möglich. Dieses zahlt dann bei Erkrankung des Kindes diesem einen festen Eurobetrag pro Tag in dem dieses im Krankenhaus liegt.
Für ein Krankenhaustagegeld von 100 EUR pro Tag müssen Sie bei einem kleinen Kind ca. 0,70 € monatlich, pro 10 Euro Tagessatz an Beitrag aufwenden und haben so das Problem zumindest für den schlimmsten Fall gelöst. Ambulant bleibt das Problem aber weiterbestehen.

Daher schauen wir uns nun die unterschiedlichen Konstellationen in der privaten Krankenversicherung und gesetzlichen Krankenkasse an. Mit dem nun folgenden Schema können Sie ganz einfach herausfinden, ob es einen Anspruch auf Lohnfortzahlung/ Krankengeld gibt.

Wichtig: In der privaten Krankenversicherung gibt es derzeit zwei Versicherer mit einer entsprechenden Lösung. Die SIGNAL (siehe auch hier im älteren Beitrag) und die SDK in den neueren Tarifen (und nur in denen)

Doch die Regelungen in den beiden Tarifen sind auch noch unterschiedlich. Fangen wir mit der SDK an.

SDK mit Leistungen aus dem ambulanten Haupttarif

Eine Regelung findet sich in den Tarifbedingungen. Dort heißt es:

19. Pauschale zur Kinderbetreuung

Erkrankt ein nach diesem Tarif versichertes Kind, zahlen wir für die Betreuung eine Pauschale von 250 EUR.

Voraussetzungen:

o Das Kind hat das 12. Lebensjahr noch nicht vollendet und
o eine andere im Haushalt des versicherten Kindes lebende Person kann das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen und
o ein Elternteil muss zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege des erkrankten Kindes mindestens vier Arbeitstage nacheinander der Arbeit fernbleiben. Dafür benötigen wir eine ärztliche Bescheinigung. Wir erstatten die Pauschale einmal im Kalenderjahr. Dabei berücksichtigen wir die Leistungen für eine Pauschale für die Kinderbetreuung aus anderen Tarifen.

Hier ist die Hürde schon ziemlich hoch, wenn es auch ausreicht, dass nur das Kind in dem Tarif versichert ist. Wer also selbst anderweitig in der PKV versichert ist und nur sein Kind bei der SDK versichern möchte, der hat auch hier Anspruch auf einmal jährlich maximal 250 EUR.

Lösung der Signal Krankenversicherung – aus KT Tarif

Zunächst einmal ein entscheidender Unterschied. Hier bei der Signal folgt die Leistung nicht aus dem Krankenversicherungstarif (ambulant oder stationär), sondern aus dem Tarif für das Krankentaggeld des versicherten Elternteils. Die Hürden sind hier höher, die Leistung jedoch auch. Schauen wir auch hier in die Bedingungen.

4 Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes

Es besteht ein Anspruch auf Krankentagegeld, wenn es nach ärztlichem Zeugnis erforderlich ist, dass die versicherte Person zur Beaufsichtigung, Betreuung oder Pflege ihres nach Versicherungsbeginn erkrankten und beim Versicherer privat krankheitskostenvollversicherten Kindes der Arbeit fernbleibt, eine andere in ihrem Haushalt lebende Person das Kind nicht beaufsichtigen, betreuen oder pflegen kann und das Kind das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat.
Anspruch besteht in jedem Kalenderjahr für jedes Kind längstens für 10 Arbeitstage, jedoch für nicht mehr als insgesamt 25 Arbeitstage.
Die zeitliche Begrenzung verlängert sich einmalig auf 100 Arbeitstage, wenn das Kind nach ärztlichem Zeugnis an einer Erkrankung leidet,
a) bei der eine Heilung ausgeschlossen, diese austherapiert ist und
b) die lediglich eine begrenzte Lebenserwartung von Wochen oder wenigen Monaten erwarten lässt.

Der Anspruch auf Krankentagegeld bei Erkrankung des Kindes entfällt, wenn gegen den Arbeitgeber ein Anspruch auf bezahlte Freistellung von der Arbeitsleistung besteht. Arbeitnehmer haben einen Nachweis ihres Arbeitgebers über unbezahlte Freistellung vorzulegen.

Gegenüber der SDK ist die Lösung hier deutlich umfangreicher. Es gibt nicht nur eine Pauschale von 250 EUR und es müssen auch zudem nicht vier Tage am Stück sein. Aber: Es muss hier auch der privat versicherte Elternteil dann zuhause bleiben. Dann zahlt die Signal hier aber das versicherte Krankengeld und das bis zu 10 Tagen pro Kind und maximal 25 bzw. bei unheilbaren Krankheiten für 100 Tage. Das können schnell tausende Euro sein, da ein Tagegeld von 100 EUR und mehr nicht so selten ist.

Eine entscheidende Voraussetzung haben wir aber noch. Eltern und auch das Kind müssen bei der Signal versichert sein, beide vollkostenversichert und es muss ein Krankentagegeld nach dem Tarif ESP-VA 43, ESP-VA 92, ESP-VA 183, ESP-VA 274 oder ESP-VA 365 bestehen.

Gilt das nun auch für Kunden des Deutschen Rings?

Nach dem Zusammenschluss (ich berichtete hier)

*** LINK **

sind auch ehemalige Deutsche Ring Kunden nun Kunden der Signal. Diese haben aber auch das alte Tagegeld des Deutschen Rings nach den Tarifen pro43 oder pro43v. Würde der Versicherte den Tarif umstellen, was innerhalb der Gesellschaft durchaus praktikabel ist, so bestünde auch hier ein Leistungsanspruch.

Eine Umstellung sollte aber nicht voreilig erfolgen. Vielmehr sind hier die Leistungen im Detail zu vergleichen und auch Punkte wie „10faches KT bei Geburt eines Kindes“ beim Dt. Ring zu berücksichtigen. Dennoch kann hier- durch eine Umstellung- eine Leistung nachträglich eingeschlossen werden.

Leistungen in GKV und PKV hier nicht vergleichbar

Eines konnten Sie nun schnell erkennen. Die Leistungen in der privaten Krankenversicherung sind nicht immer besser und auch nicht immer direkt vergleichbar. Auch wenn es im Einzelfall wichtig sein kann, eine Krankenversicherung sollte keinesfalls anhand dieses einzelnen Kriteriums ausgewählt werden und die Leistungen in der GKV sind auch hier begrenzt. Je kleiner das Einkommen des GKV versicherten Elternteils, so kleiner auch die tatsächlichen Zahlungen und der Verdienstausfall. Zudem sind- siehe oben im Text- auch die Leistungen der GKV hier sehr begrenzt und keineswegs für eine dauerhafte Versorgung bei chronischen Krankheiten und die Kompensation aller Kosten ausreichend.

26.
Januar '18

WWK erhöht Berufsunfähigkeitsversicherung bis zu 40%, warum die Sonderangebote für WWK Kunden jedoch nicht immer gut sind


Die WWK hat in den letzten Wochen und Monaten Schlagzeilen gemacht. Bis zu 40% sollen die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung erhöht werden und dieses ist zum 01. 01. 2018 auch passiert. Doch was war der Grund? Was gibt es für Alternativen und warum sind nicht alle „Sonderangebote anderer Unternehmen“ besser? Viele Fragen erreichten mich in den letzten Tagen und Wochen, obwohl ich keinen einzigen WWK Kunden im Bestand habe. Kollegen haben schon dazu geschrieben und auch die Sonderangebote und Möglichkeiten von anderen Gesellschaften aufgezeigt.WWK Erhöhung Beiträge

Natürlich, des einen Leid ist des anderen Freud und schnell kommen Versicherer auf die Idee „die unzufriedenen WWK Kunden können doch zu uns, wir müssen nur Werbung machen.“

Die Signal hat eine solche Aktion laut Info eines Interessenten bereits angeboten, auch die Stuttgarter und die Swiss Life sind mit „Sonderaktionen an den Markt gegangen“ um noch etwas vom Kuchen abzubekommen. Doch bringt das etwas? Stimmt es wirklich, dass ein Wechsel des Versicherers das Problem lösen kann und von „gut zu böse“ gewechselt wird?

Ob das so ist und was hinter den Angeboten steckt, das schauen wir uns heute einmal etwas detaillierter an. Am Ende des Beitrages finden Sie zudem noch Hinweise und verlinkte Unterlagen um den wirklich passenden BU Schutz zu finden. Aber erst einmal der Reihe nach.

Woher kommen diese großen Anpassungen?

Das Zauberwort heißt hier „Überschüsse“, also Gewinne aus vorwiegend Kapitalanlagen, denn wir sprechen hier von einem kapitalgedeckten System. Nicht jeder der eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließt wird auch berufsunfähig, auch wenn die Zahl derer, die es zumindest einige Jahre sind, ständig zunimmt.

Somit bekommt Ihr Versicherer Beiträge und kann diese anlegen/ mit denen arbeiten. Für diese Anlage(n) bekommt er im Normalfall Zinsen und diese Zinsen wieder Zinseszinsen. So vermehrt sich das Geld, wie auf einem normalen Sparbuch. OK, der Vergleich hinkt ein kleinwenig, gibt es doch auf dem Sparbuch gerade keine Zinsen mehr. Aber auch in anderen Anlageformen sind die Zinsen gesunken. Was die „Häuslebauer“ freut, ist den Anlegern von Festgeldern, Anleihen und dergleichen ein Dorn im Auge und führt zu deutlich weniger Einnahmen.

Was das nun mit der BU zutun hat, das hängt mit den zwei Begriffen „Brutto- und Nettobeitrag“ oder „Zahlbeitrag“ zusammen. Der Versicherer weiß, oder glaubt zu wissen, was seine Anlagen an Zinsen und Erträgen bringen und gibt Ihnen davon bereits heute etwas ab, die so genannte Überschussbeteiligung. Mit dieser ergibt sich eine Differenz, eine zwischen Brutto- und Nettobeitrag. Kostet der BU Schutz also normalerweise 80 € im Monat und weiß der Versicherer er bekommt 30 € wieder heraus, so bucht dieser bei Ihnen auch nur 50 € ab. Clever, oder? Klingt ja auch besser wenn wir Ihnen nur den Nettobeitrag nennen, ist ja so viel weniger.

Clevere Onlinevergleichportale wie „check24“ nennen hier gar nicht den wirklichen Beitrag in den Vergleichen, sondern nur den geringeren Zahlbeitrag. Klicken Sie sich durch, finden Sie eine Angabe mit dem kunstvollen Namen „Brutto-Netto-Spread“ und eine Prozentzahl dahinter. Bei 30% ist der Bruttobeitrag dann einfach 30% höher, können Sie ja „mit einem Dreisatz einfach selbst ausrechnen“, meint das Vergleichsportal.

Dumm nur, der Nettobeitrag, also der Betrag welcher um die Überschüsse bereits vermindert wurde (die NICHT garantiert sind), ist nur die halbe Wahrheit. Wichtig und im schlimmsten Falle dauerhaft zu zahlen ist der Bruttobeitrag, also der „wirkliche Beitrag“.

Die WWK hat nun gemerkt: „Mist, die Überschüsse erreichen wir nicht mehr und haben auch in Zukunft wohl eher Probleme diese zu erreichen, also müssen wir die Beiträge anpassen.“

Das führt also dazu, die Überschüsse zu senken und den Kunden nette Briefe zu schreiben. Eine solche Anpassung ist auch durchaus normal und verständlich, kann es doch jeder an seiner eigenen Geldanlage sehen. Auch wenn Aktien derzeit gut „laufen“, ist es mit Sparbüchern und Festgeldern eher mau. Doch eine Anpassung bis zu 40% verärgert nicht nur die Kunden, wir reden auch hier schnell einmal über 20, 30, 40 € monatlich. Warum nur ist diese so hoch?

Wie ist der Unterschied bei anderen Versicherern?

Das ist ein Grund, warum in der Beratung unbedingt immer und ausschließlich er Bruttobeitrag zunächst das relevante Kriterium ist. Nur der bestimmt den maximalen Beitrag (zumindest in der Regel) und ermöglicht so eine saubere und sichere Kalkulation. Denn der Nettobeitrag ist- auch wenn er sich über Jahre nicht verändert hat- eben kein Garant für einen solch niedrigen Beitrag in den nächsten Jahren.

Dazu schauen Sie sich einmal die Zahlen in folgender Tabelle an. Ich habe bewusst auch die Versicherer ausgewählt, welcher derzeit gerade mit Sonderangeboten „um die Ecke kommen. Die Auswahl ist keineswegs auf Leistungen bezogen oder eine Empfehlung, diese soll nur einmal zeigen, wie groß die Spannen sind.

Grundlage ist ein Maschinenbauingenieur mit 30 Jahren als Eintrittsalter und einem BU Schutz bis 67. Keine (wenn auch wichtigen) Bausteine wie AU Klauseln, Rentensteigerungen oder Dynamiken sind im Vertrag, nur der reine, einfache BU Schutz.

Wir können also entweder einen Versicherer wählen, welcher nur einen Unterschied von 22% zwischen Brutto und Nettobeitrag hat, aber auch einen welcher 48% Unterschied hat. Bei dem einen liegt das Risiko einer Beitragssteigerung bei 27,64 € über die Laufzeit, bei dem anderen dagegen bei 98,17 €.

Was Ihnen niemand sagt und sagen kann, ob und wann eine Anpassung der Überschüsse erfolgen muss. Einige Unternehmen gehen offen mit den Vergangenheitsdaten um und sagen dann auch, wann eine Anpassung erfolgte. Das kann ein Anhaltspunkt sein, ist aber keineswegs eine Garantie.

An der Tabelle ist recht einfach zu sehen, wie groß die Unterschiede sein können. Während sich bei der Signal der Netto-/Zahlbeitrag fast verdoppeln kann, ist es bei der Alten Leipziger nur ein Unterschied von 27 € und das, wo beide Unternehmen einen annähernd gleichen Zahlbeitrag haben. Wer also den Signal Schutz wählt, muss nicht schlecht bedient sein, kauft sich aber ein deutlich höheres Risiko für Beitragserhöhungen ein.

Maßnahmen für WWK Kunden (und andere)

Zunächst einmal ist so eine Anpassung ärgerlich, denn diese bedeutet eine ungeplante Mehrbelastung bei identischem Versicherungsschutz. Ob eine Kündigung und damit ein Wechsel zu einem anderen Unternehmen sinnvoll und richtig ist, ist pauschal nicht zu sagen.

Wie man einen solchen Schutz ggf. aber kündigen kann, habe ich in meinem Beitrag hier vor einiger Zeit bereits erklärt. Dabei spielt die Zahlweise eine entscheidende Rolle.

Wie beende ich (m)eine falsche und unpassende Berufsunfähigkeitsversicherung?

Dennoch ist eine Kündigung sofort und ohne zu überlegen keine Option. Auch wenn die Verärgerung groß ist, einen Schutz gibt man erst dann auf, wenn der neue Versicherer bereits angekommen hat und klar ist, hier auch den passenden Schutz zu bekommen.

Schauen Sie sich nach Alternativen um, abseits von Sonderangeboten

Die LockSonderangebote der Versicherer vergessen Sie am besten ganz schnell wieder. Machen Sie sich in Ruhe Gedanken. Etwas Positives hat es für einige in jedem Fall. Die Versicherer haben in den letzten Jahren immer und immer wieder die Bedingungen verbessert und neue Leistungen aufgenommen. Zeitgleich ist für einige Berufe (meist die „besseren“ Berufsgruppen wie Akademiker, kaufmännisch tätige Versicherte, Ingenieure) der Schutz preiswerter geworden. Auch mit einem nun höheren Eintrittsalter kann es durchaus ein preiswerterer Schutz werden. Selbst wenn dem nicht so ist, lassen sich ggf. dennoch zu gleicher oder gering höherer Prämie besser formulierte Bedingungen und mehr Leistungen einkaufen.

Aber es gibt auch Nachteile.

Fristen zur Anzeigepflicht beginnen neu zu laufen. Der Gesundheitszustand kann sich verändert haben und bei dem neuen Versicherer zu Risikozuschlag oder Ausschlüssen führen. Auch hier ist Beratung wichtig. Mit Hilfe anonymer Ausschreibungen lassen sich Risiken vorab einschätzen und bewerten. So tappen Sie nicht in die Falle von gespeicherten Daten und abgelehnten Anträgen.

Was Sie nun tun sollten

Zunächst einmal beschäftigen Sie sich mit dem Thema. Dabei spiel die Frage nach der

eine große Rolle. Hier gilt es zu klären, welcher Bedarf HEUTE vorhanden ist und nicht einfach die Daten aus dem alten Vertrag zu übernehmen. Da müssen Endalter, Zusatzbausteine und Optionen besprochen werden und geklärt, was SIE WIRKLICH BRAUCHEN.

Dann stellt sich die nächste Frage, dazu brauchen Sie aber Informationen. Schauen Sie einmal in den

und füllen Sie letzteren so spontan als möglich und mit dem Stand heute aus.

So beginnen Sie ganz ergebnisoffen eine Beratung und sehen dann, welchen Tarif und welche Gesellschaft Sie heute wählen werden. Das heisst nicht, dass auch ein Wechsel sinnvoll ist und erfolgen muss, das verschafft Ihnen aber Sicherheit eine Alternative zu haben.

Anpassungen werden Sie ggf. auch bei anderen Unternehmen erwarten, aber diese ist bei der WWK schon sehr deutlich. Nur bei einem Wechsel zu anderen Unternehmen die gerade mit „Sonderangeboten“ werben, schauen Sie bitte genau und recht kritisch.

Weitere Auswahlkriterien und die Anfragemöglichkeit finden Sie hier unter dem Punkt:

Auswahlkriterien für eine BU Absicherung

25.
Januar '18

DKV Beitragsanpassung zum 01. 04. 2018 – erste Zahlen


Viele Gesellschaften überprüfen die Tarife und passen die Beiträge zum Jahresende an. Doch einige, darunter Debeka, HUK aber auch die DKV haben durchaus Termine innerhalb des Jahres. Eine solche Anpassung der Beiträge findet dann zu einem anderen, meist immer identischen Termin im Jahr statt.

Anpassung bei der DKV in folgenden Tarifen

Zum 01. 04. 2018 findet daher in einigen Tarifen der DKV – Deutsche Krankenversicherung eine Beitragsanpassung statt. Dabei sind derzeit zunächst die Zahlen für die Neugeschäftsbeiträge bekannt, diese lassen sich nicht unbedingt 1:1 auf die Bestandstarife übertragen. Dennoch, eine Tendenz lässt sich hieraus durchaus ableiten.

Angepasst werden folgende Tarife:

BestMed ECO (BME 1) zwischen 6 und 12% Erhöhung

  • Zusätzlich hier eine Erhöhung der Selbstbeteiligung um 50 €

BestMed KOMFORT (BMK 0-2) zwischen 4 und 11 % Erhöhung

BestMed KOMFORT (BMK 3) zwischen 12 und 16% Erhöhung (Kinder Senkung der Beiträge)

  • Zusätzlich hier eine Anpassung der Selbstbeteiligung um 240 € pro Jahr

BestMed ECO (BME 2) zwischen 9 und 19 % nur bei Kindern und Jugendlichen

Weiterhin werden in der Zusatzversicherung einige Tarife im Bereich der Pflegezusatzversicherung (Tarife KombniMed KFP) und des Kurtagegeldes (Kombi Med KUR) angepasst. Anpassungen liegen hier zwischen einem und neunzehn Prozent.

Was können Sie tun?

Zunächst einmal Ruhe bewahren, denn eine voreilige und unüberlegte Entscheidung bringt keinem etwas. Ich habe zu den Anpassungen der Beiträge bereits in einem Beitrag zum Jahresende einiges geschrieben.

Beitragserhöhung in der PKV und Vorsicht vor den Neppern, Schleppern, Bauernfängern!

Dennoch gilt es auch hier, die Tarife auf Ihren aktuellen Bedarf hin zu überprüfen. Dabei ist es besonders wichtig zu wissen und zu hinterfragen, wie die damalige Auswahl zustande kam und ob die Tarife noch dem aktuellen Bedarf entsprechen. Eine Hilfestellung geben Ihnen die

Ebenso lässt sich dann damit eine Tarifumstellung innerhalb der Gesellschaft prüfen und anfragen. Das können Sie selbst veranlassen, sollten sich aber hierzu fachmännische Hilfe holen um hier auch die richtigen Tarife auszuwählen und nicht vom „Regen in die Traufe“ zu kommen.

12.
Januar '18

Geplant: Rückkehr zur paritätischen Versorgung – so steigt der Arbeitgeberzuschuss für PKV Versicherte dann an


Hätte, könnte, würde, sollte… so zumindest sollten wir diese Meldung Stand heute sehen, denn derzeit steht nichts fest. Nach 24-stündigen Sondierungen meldete n-tv soeben, man habe sich in den Sondierungen bei CDU und SPD auf eine Rückkehr zur paritätischen Finanzierung der Krankenversicherung geeinigt.

Was das bedeuten „würde“ und wie es sich dann für die heute privat Versicherten Arbeitnehmer auswirkt, das schauen wir uns hier einmal genauer an.

Nochmals die „Warnung“. Es ist nur ein Stand in den Sondierungen, kein Punkt in einem Koalitionsvertrag, geschweige denn ein Gesetz, eine Verordnung oder sonst dergleichen.

Wie sieht die Finanzierung der Krankenversicherung heute aus?

Wer heute in der gesetzlichen Krankenkasse als Arbeitnehmer versichert ist, der bekommt einen Teil des Beitrages von seinem Arbeitgeber bezahlt. Im Augenblick sieht das wie folgt aus:

Der Grundbeitrag in der GKV liegt in der Krankenversicherung bei 14,6%, welcher zur Hälfte von beiden Beteiligten, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer getragen wird. 

Dazu kommt aber der sogenannte „kassenindividuelle Zusatzbeitrag“ welchen jeder Krankenkasse für sich festlegt und welcher ebenfalls prozentual vom Einkommen berechnet wird. So kann eine Kasse hier noch weitere 1, 1,5 oder auch 2% Beitrag einnehmen, welcher aber von dem Arbeitnehmer allein zu tragen sind.

Das soll sich nun ändern. Also vielleicht.

In den Sondierungen erklärte man, man wolle zurück zur paritätischen Versorgung. Dazu gäbe es dann grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die eine wäre, die Kassen legen auch weiterhin einen Zuzatzbeitrag fest, dieser wird dann aber auch von dem Arbeitgeber bezuschusst. Das hätte zur Folge, dass die Arbeitnehmer weniger, die Firmen aber wieder mehr Beiträge zahlen müssten. An der Finanzierungssituation der Kassen ändert das freilich nichts, denn diese müssen mit gleichem Geld auskommen, kommt nur von einem anderen Zahler.

Die zweite Möglichkeit wäre auch hier, es gibt keinen Zusatzbeitrag mehr, jede Kasse legt zukünftig dann einfach wieder (das hatten wir ja alles schon) einen Beitragssatz fest und dieser ist einfach zur Hälfte zu zahlen.

Was bedeutet das für PKV Versicherte?

Heute bekommt ein PKV Versicherter einen Zuschuss zur Krankenversicherung. Dieser beträgt 50% des PKV Beitrages, maximal aber den Betrag, den der Arbeitgeber für einen GKV Versicherten zahlt. Also ist der AG Zuschuss gedeckt auf den GKV Höchstbeitrag (14,6%) und diesen max. auf die Jahresarbeitentgeltgrenze. Die Zahlen für 2018 finden Sie hier:

Neue Rechengrößen zur Sozialversicherung 2018 und neuer Arbeitgeberzuschuss 2018 – Sozialversicherungswerte im Überblick

Fällt nun der Zusatzbeitrag weg und die Kassen müssen wieder Gesamtbeträge nennen, so ergibt sich auch hier ein durchschnittlicher Beitragssatz in der GKV. Auch heute wird schon der durchschnittliche Zusatzbeitrag ausgewiesen. Dieser Beträgt in 2018 1%.

Bei der Rückkehr zur paritätischen Versorgung berechnet sich der AG Zuschuss dann wie folgt:

14,6% + 1% = 15,6%

Davon zahlt der Arbeitgeber 50%, also 7,8 statt bisher nur 7,3%. In Zahlen bedeutet dieses dann:

15,6% GKV Beitrragssatz, davon trägt der Arbeitgeber 7,8%

7,8% x 4.425€ = 345,15 € = AG Zuschuss zur Krankenversicherung 2017 (bisher 323,03 €, + 22,12 €)

WÜRDE es also so kommen, stiege der AG Zuschuss um monatlich 22,12 €, so der Versicherte den Höchstbeitrag erreicht und damit der Beitrag zur Krankenversicherung max. zuschussfähig ist. Bis zu einem neuen PKV Beitrag (OHNE PFLEGE) von 690,30 € wäre somit auch zukünftig ein Zuschuss von 50% möglich.

Warten wir einmal die Sondierungen, dann mögliche Koalitionsgespräche ab.

21.
Dezember '17

Termine und Fristen zum Jahresende – freie Beratungszeiten und ein kurzes Fazit


So, nun ist es wieder soweit. Die letzten Tage vor Heiligabend und nur noch wenige Tage bis Silvester und damit dem Ende des alten Jahres. Auch in diesem Jahr ist es nicht anders, das kennt jeder aus anderen Branchen genau so. Anfragen, Tarifumstellungen oder Neuanträge sollen irgendwie noch bis zum Jahresende erledigt werden, auch wenn dieses in vielen Fällen recht unmöglich oder unwahrscheinlich erscheint. Daher möchte ich die Gelegenheit nutzen um einige wichtige Daten und Abläufe hier kurz zusammenzufassen und für einige Situationen und Anliegen Hinweise zu geben.

Muss ich jetzt schnell entscheiden oder geht das in 2018 auch noch?

Generell gilt, Sie müssen gar nichts. Wer nun meint schnell eine Entscheidung für oder gegen eine Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder einen Schutz in der privaten Kranken(zusatz)Versicherung treffen zu wollen, den muss ich leider enttäuschen. Es ist illusorisch jetzt noch anzufangen und ohne bisherige Vorarbeit oder Tarifauswahl noch einen Antrag stellen zu wollen. Jedes Jahr auf’s neue überlege ich, zwischen den Tagen einmal „frei“ zu machen, tue es dann aber aufgrund eigener Fristsachen doch nicht. Dennoch möchte ich Ihnen den guten Rat geben, falls noch nicht final entschieden und damit alle Vorarbeit geleistet, machen Sie es im nächsten Jahr, ganz in Ruhe. Entscheidungen sollten gut überlegt, durchdacht und begründet sein.

Hier einige Lesetips:

Ich habe eine Beitragserhöhung bekommen, was muss ich bis wann tun?

Wenn die Gesellschaft Ihren Tarif angepasst hat und Sie über einen Tarifwechsel innerhalb der eigenen Gesellschaft nachdenken (was immer erst eine Option ist), dann können Sie auch im Januar oder zu einem anderen Termin in 2ß18 noch problemlos wechseln. Dazu ist es nicht nötig jetzt etwas zu überstürzen. Zudem sind die Gesellschaften jetzt zwischen den Tagen so überlastet, das es sinnvoll nicht möglich ist eine Berechnung für Umstellungen zu bekommen. Daher… lassen Sie es bleiben und genießen Sie die Weihnachtstage und den Start in das neue Jahr. Danach schauen Sie sich ganz in Ruhe einmal den Kriterienfragebogen an und überlegen dann, welche Leistungen Ihnen wie wichtig sind. Mit Hilfe dieser Daten lässt sich eine entsprechende Tarifumstellung planen und überlegen, ganz ohne Zeitdruck und Stress.

Auch in dem Artikel

Wenn Sie jedoch zu einem anderen Versicherer wechseln möchten oder „müssen“, dann ist es nun schon nahezu zu spät. Eine Beratung heute neu zu beginnen und alles noch fristgerecht schaffen zu können ist nahezu unmöglich. Durch die Beitragsanpassung ist ein Sonderkündigungsrecht vorhanden, hier ist also eine Beendigung des alten Vertrages noch möglich, bis Jahresende zumindest.

Grundlage ist hier der Paragraph 205 des VVG:

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Aber Achtung. Die Versicherung muss den Nachweis ggf. erbringen, wann Ihnen die Beitragsanpassung zugegangen ist. Schreibt diese zum Beispiel nur „im November“ auf Ihre Schreiben, so besteht ein Kündigungsrecht ggf. auch noch länger. Denn ein Zugang wäre auch am 30.11. oder gar 1.12. noch möglich und es sind von da an zwei Monate Zeit.

ABER: Eine Kündigung wird nur wirksam, wenn der neue Versicherer rechtzeitig angenommen hat und eine entsprechende Folgeversicherungsbestätigung ausgestellt hat.

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Nun gibt es Fälle, wo jemand seine Anpassung bzw. das Schreiben nicht bekommen hat, es bei der Post verloren ging oder sonst eine solche Info nicht zugestellt wurde. Diese Menschen bekommen es dann erst mit, wenn im Januar ein höherer Beitrag ab gebucht wurde. Was dann zu tun ist und wie und wo sich die Fristen dann verlängern, das lesen Sie hier:

Meine Krankenkasse lässt mich nicht raus, weil die 18 Monate nicht erfüllt sind

Das ist das nächste Problem, die Bindungsfrist in der GKV. Einige gesetzliche Krankenkassen legen das Gesetz gern so aus, wie es ihnen gerade in den Kram passt. Da wird schnell einmal behauptet „Sie können nicht kündigen, weil Sie ja noch keine 18 Monate versichert sind.“ Das ist leider totaler Unsinn. Auch wenn die Kassen das gern meinen, eine Bildungsfrist gibt es beim Wechsel in die PKV nicht. Was Sie nun tun können, lesen Sie hier:

Anders sieht es bei Wahltarifen aus, diese sind nicht immer so ohne weiteres kündbar, auch nicht bei einem PKV Wechsel.

Gibt es sonst Fristen zu beachten?

Wichtig ist in dem Zusammenhang noch eins. Denken Sie in jedem Fall, auch falls Sie schon einen Antrag gestellt haben, an die Übersendung des Nachweises zur Vorversicherung an die Krankenkasse oder den letzten Versicherer. Nur dann wird eine Kündigung wirksam. In der Absicherung bei Berufsunfähigkeit gilt hier zudem ein neues Eintrittsalter im Jahr 2018, bis auf wenige Ausnahmen. Einige wenige Versicherer haben die 6-Monatsregel, was nichts anderes bedeutet, als das Sie 6 Monate vor und nach Ihrem Geburtstag das gleiche Alter haben. Wer also im August geboren ist, hat noch bis Februar zeit das Alter „2017“ zu nutzen.

Frohe und ruhige Weihnachten

Auch in diesem Jahr einen ganz großen Dank. Dank insbesondere an großartige Kunden und Interessenten, Leser des Blogs und alle Kollegen. Es ist mir eine riesige Freude in der Beratung zu erklären und auch durchaus dem oder der einen oder anderen abzusagen und den Rat zu geben, nichts zu tun oder da zu bleiben wo man ist.

Nicht alle die in eine PKV könn(t)en müssen und gehören auch dahin. Anscheinend liege ich mit meiner Beratung nicht so falsch, wie Sie unter den aktuellen Referenzen hier gern nachlesen können.

KUNDENREFERENZEN

Ihnen und Ihren lieben wünsche ich nun eine wunderbare besinnliche Zeit. Ich werde vom 27. bis voraussichtlich 29. oder 30. Dezember auch erreichbar sein, wenn Sie also Fragen haben, fragen Sie gern! Sonst lassen Sie sich aber nicht hetzen und schon gar nicht überreden. Überzeugen und hinter einer Entscheidung stehen ja, Verkaufsdruck und ein „Sie müssen aber unbedingt heute“ sind eher die falschen Ratgeber.

Ihnen alles Gute für ein tolles Jahr 2018 und wir lesen, sehen oder hören und dann.

Ihr Sven Hennig