24.
August '16

Danke für das Vertrauen – ich bin wieder da


Regelmäßige Leser des Blogs haben es sicher längst gemerkt und ich war überrascht wie viele von Ihnen mir geschrieben haben, das „ihr PKV-BU Blog“ offline ist. Viele haben Ihre Hilfe angeboten.

Angriff statt technischem Problem

Als am letzten Samstag während meines Urlaubs die erste Info kam, dass meine Seite und auch der Blog nicht erreichbar sind, dachte ich an ein kleines Problem. Es passiert ja durchaus einmal, das der Server einmal „Husten“ hat und kurzzeitig nicht erreicht werden kann. Also begab ich mich kurz auf die Suche und konnte den Fehler nicht finden. Zugegeben, ich bin auch IT technisch nicht das Genie oder geschweige denn ein „Könner“, ich lasse das machen. Wie ich auch hier die Spezialisierung auf bestimmte Themen meines Blogs lebe, so nutze ich auch für persönliche (technische) Belange Spezialisten.

Später stellte sich heraus, es sollte ganz anders sein. Nachdem es kurzzeitig wieder ging, gleiches Problem wieder. Der Server hatte „sich nicht erkältet“, sondern wurde beschossen. Beschossen mit Datenpaketen und damit in die Knie gezwungen. Besser ist der so genannte „DoS Angriff“ bei Wikipedia erklärt, vereinfacht ist es aber eine Überlastung die den Server und damit die Seite(n) ausschaltet.

Das Gute daran

Ich bin ja von Natur aus Optimist. Also wird es auch hier an der Sache etwas Gutes geben und das gibt es auch. In den letzten fast fünf Tagen offline, in denen ich auch noch im Urlaub war, habe ich zumindest über den technischen Aufbau und die Möglichkeiten viel gelernt.

Wir haben nun Sicherheitsmechanismen eingebaut, welche zumindest in Zukunft solche Angriffe erschweren sollten. Garantien gibt es natürlich keine und auch der Angreifer entwickelt sich weiter. Auch werde ich alles das was machbar ist rechtlich ausschöpfen um zumindest einen Verursacher zu ermitteln.

Keine Daten betroffen

Der Angriff bezog sich „nur“ auf die Website, also auf den Blog und die Internetseite. Kundendaten, Informationen über Kunden etc. waren und sind nicht betroffen, da diese auf einem Offlinesystem ohne Verbindung zu den Webservern gespeichert sind.

Jetzt geht es weiter

Ab der kommenden Woche geht es hier ganz normal weiter. Neue Informationen aus den Bereichen Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit und Vorsorge kommen dann auch wieder regelmäßig und hoffentlich ohne besondere Unterbrechungen.

Im Hintergrund arbeite ich noch an einigen spannenden Neurungen für die Seite und den Blog, dazu aber erst in den kommenden Wochen und Monaten mehr.

Danke!

Allen meinen Kunden, Interessenten und vielen Lesern der Branche nochmals herzlichen Dank für die Treue, danke für die vielen Angebote zur technischen Hilfe und Danke auch das Sie alle noch und wieder da sind.

Falls Sie es noch nicht getan haben, melden Sie sich doch gern für meinen Newsletter an. Für zukünftige schnelle Informationen, selbst im Falle eines Serverausfalls, biete ich hiermit eine weitere Informationsquelle. Hier können Sie sich zum Newsletter anmelden.

Vielen Dank für die Treue

Ihr Sven Hennig

Newsletteranmeldung

16.
August '16

Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) risikolos möglich?!


Eine immer wieder auftretende Frage bei der Beratung zur Privaten Krankenversicherung (PKV) ist die, nach der Kündigung der Vorversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse.

Kann diese schon gekündigt werden, wenn noch keine neue Versicherung bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) abgeschlossen wurde, oder muss/ sollte man waren bis hier eine Annahme besteht?

Die Erklärung liefert auch hier, der Blick in die aktuelle Gesetzgebung. Dabei spielen des Sozialgesetzbuch V (SGB V) und das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) eine Rolle.

Das Sozialgesetzbuch ist zunächst einmal zuständig für die Kündigung der gesetzlichen Kasse. Maßgebend ist hier der § 175 SGB V und dort heißt es:

Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Daraus ergibt sich, das eine Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse selbst dann erfolgen kann, wenn noch gar keine Private Absicherung besteht, sich der Versicherte noch gar nicht sicher ist, ob er überhaupt in die PKV wechseln möchte oder ähnliches.

Die Kündigung wird zunächst nicht wirksam. Erst WENN das Bestehen einer anderweitigen Absicherung für den Krankheitsfall nachgewiesen wird, so wird die Kündigung wirksam. Ein Praxisbeispiel:

Ein Arbeitnehmer möchte zum 01. Januar in die PKV wechseln, hat aber noch keinen Tarif oder Versicherer ausgewählt und auch noch keine Anträge gestellt. Damit ist nicht klar, ob und wie eine Annahme erfolgen wird.

Dieser kann dennoch bereits jetzt seine gesetzliche Kasse kündigen. Durch eine Kündigung im Oktober 2011 wird der Wechsel zum 01. 01. 2012 möglich. (Ende des übernächsten Monats). Damit bleibt mehr als genug Zeit, sich um eine richtige Absicherung und den passenden Tarif zu kümmern.

Reicht er nämlich keine Bescheinigung einer neuen Versicherung ein, so bleibt die Mitgliedschaft in der bisherigen Kasse, wie gehabt, bestehen. Es ändert sich absolut nichts. Wartet er aber bis er eine neue Annahme hat, also zum Beispiel bis November, so kann er dort erst neu zum 01. 02. oder eben entsprechend später kündigen.

Wer also zeitnah wechseln möchte, der sollte den bestehenden GKV Schutz kündigen, dann eine entsprechende Auswahl der Tarife in der PKV beginnen und ggf. nach Abschluss die Bescheinigung bei der Vorversicherung einreichen.

Kündigungsvordrucke finden Sie im Downloadbereich

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Anwartschaft in der PKV

10.
August '16

18 Monate Bindungsfrist und die falschen Aussagen der Krankenkasse


Die Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse scheint einigen Mitarbeitern der GKV anscheinend nicht geläufig zu sein, oder vielleicht ist es sogar „Masche“ um den Kunden zu verunsichern? Ich kann mir kaum erklären, dass Mitarbeiter der mhPlus es nicht besser wissen sollten, dennoch liegen mir mittlerweile mehrere solcher Aussagen vor. Darum halte ich es für wichtig und sinnvoll diese Aussagen einmal klarzustellen, die damit verbundene Verwirrung etwas aufzuklären.

Die 18-monatige Bindungsfrist – was ist das?

Bei dieser Frist von 18 Monaten handelt es sich um eine gesetzliche Regelung, welche sich im Paragrafen 175 des Sozialgesetzbuches V nachlesen lässt. Die grundsätzliche Idee dahinter ist einen regelmäßigen, vielleicht sogar monatlichen, Wechsel der gesetzlichen Krankenkasse zu verhindern. Dieses würde für alle Beteiligten einen immensen Verwaltungsaufwand bedeuten, daher hat der Gesetzgeber hier eine sprechende Frist eingeführt. Die genaue Formulierung finden Sie im Abs. 4 des Paragrafen 175, diese lautet:

(4) Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Wer also seine Krankenkasse wechseln möchte, der kann das natürlich tun. Dabei ist eine Kündigung risikolos und zum Ende des übernächsten Monats auszusprechen. Wer also im Monat August 2016 eine Kündigung an seine Krankenkasse versendet (Kündigungsvordrucke finden Sie hier), der kann die Krankenkasse zum 1. November 2016 verlassen, denn die Kündigung wird zum „Ende des übernächsten Monats“ und damit zum 31. Oktober wirksam.

Die 18-monatige Bindungsfrist – Ausnahmen

Beitragserhöhungen, richtigerweise eine Erhöhung des individuellen Zusatzbeitrages der Krankenkasse, verhelfen dem Versicherten ebenfalls zu einer entsprechenden Kündigungsmöglichkeit. In der Fortsetzung des oben zitierten Paragrafen 175 SGB V heißt es deshalb weiter:

Erhebt die Krankenkasse nach § 242 Absatz 1 erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird.

Wer also heute einen Beitritt in einer gesetzlichen Krankenkasse erklärt und diese führt zum 1. Januar nächsten Jahres einen Zusatzbeitrag ein bzw. erhöht den bestehenden Zusatzbeitrag, der kann die Kasse auch zu diesem Zeitpunkt wieder verlassen. Dabei ist es unerheblich, ob die 18 Monate zu diesem Zeitpunkt bereits abgelaufen sind.

Wechsel in die private Krankenversicherung

Auch das scheint bei einigen Mitarbeitern nicht angekommen zu sein, oder man will es vielleicht auch bewusst nicht hören. Es gibt durchaus eine Reihe von Krankenkassenmitarbeitern, welche dem kündigenden Versicherten sogar schriftlich mitteilen, ein Wechsel wäre nicht möglich. Hier wird auf die Bindungsfrist Bezug genommen und dem Versicherten mitgeteilt dass er erst nach 18 Monaten die gesetzliche Krankenkasse in Richtung der privaten Krankenversicherung verlassen kann.

Diese Aussage ist jedoch unsinnig und widerspricht dem Paragrafen 175 des Sozialgesetzbuches. Denn der Versicherte ist natürlich 18 Monate an die Wahl seiner Krankenkasse gebunden, er entscheidet sich aber für eine (private) Versicherung und hierbei gibt es keine Bindungsfrist. Wenn Sie also aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln möchten, so besteht das normale Kündigungsrecht zum Ende des übernächsten Monats und dieses losgelöst von einer festgelegten Bindungsfrist.

Artikelhinweis: „Sie können erst nach 18 Monaten kündigen“ – Bindungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse bei Übertritt in die PKV?!

Sollte Ihnen Ihre Krankenkasse etwas anderes mitteilen, so antworten sie auf dieses Schreiben und lassen das nicht so im Raum stehen. Eine mögliche Antwort könnte lauten:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

Sie haben mir mitgeteilt, dass eine Kündigung meiner Mitgliedschaft in ihrer Krankenkasse erst nach Ablauf der 18 Monate möglich sein soll. Diese Aussage ist jedoch falsch. Unter Verweis auf Paragraf 175 des Sozialgesetzbuches fünf bin ich an die Wahl meiner Krankenkasse 18 Monate gebunden, ich werde jedoch keine neue Krankenkasse, sondern eine private Krankenversicherung wählen.

Aus diesem Grund übersenden Sie mir bitte binnen 14 Tagen die Kündigungsbestätigung. Sollten Sie weiterhin an ihrer Auffassung festhalten, so übersenden Sie mir bitte einen widerspruchsfähigen Bescheid mit entsprechender Rechtsbehelfsbelehrung.“

In neun 99 % der Fälle folgt auf ein solches Schreiben an entsprechende Kündigungsbestätigung. Andernfalls können Sie jetzt im Rahmen des schriftlichen Widerspruchs gegen die Entscheidung vorgehen, dieses ist zwingend notwendig um rechtliche Handhabe dagegen zu haben.

Die 18-monatige Bindungsfrist – rückwirkende, freiwillige Kinderversicherung

Ein besonderer Fall ergibt sich dann, wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend die beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder streicht. Die genauen Details und alle Einzelheiten zu der wegfallenden Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse habe ich bereits in dem folgenden Artikel zusammengetragen:

Artikelhinweis: Wenn die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend Geld für die Kinder will – was Sie tun können und sollten!

In solch einer Situation findet sich ein Sonderfall. Stellt die gesetzliche Krankenkasse rückwirkend fest, dass eine beitragsfreie Familienversicherung für die Kinder nicht mehr besteht, so muss diese tätig werden. Im praktischen Ablauf funktioniert das so, dass rückwirkend die beitragsfreie Familienversicherung endet. Sie bekommen dann von der gesetzlichen Krankenkasse einen „Antrag auf freiwillige Versicherung“ und beantragen damit eine Weiterversicherung Ihres Kindes in der gesetzlichen Krankenkasse.

Aufgrund der bestehenden Versicherungspflicht schließt eine solche freiwillige Versicherung direkt an die weggefallene Familienversicherung an. Dabei kann es durchaus passieren, dass die gesetzliche Krankenkasse Nachzahlungen von einigen tausend Euro verlangt, da die Familienversicherung zum Beispiel für ein oder auch mehrere Jahre rückwirkend zu zahlen ist. Bei einem Beitrag von ca. 175 € (freiwillige Krankenversicherung für Kinder inklusive der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung) ergeben sich schon bei einem Jahr rückwirkenden Schutz Beiträge von 2.100 €. Nun entscheiden sich durchaus einige Eltern dafür, die Kinder dann privat zu versichern. Da eine private Krankenversicherung unmöglich einen rückwirkenden Versicherungsschutz über mehrere Jahre sicherstellen kann, ist zunächst einmal die Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse und die anschließende Kündigung nötig.

Auch hier berufen sich die gesetzlichen Krankenkassen dann gern einmal auf die 18-monatige Bindungsfrist. Wechselt das Kind jedoch in die private Krankenversicherung, dann gilt diese Frist auch hier nicht. Zum besseren Verständnis auch hier ein Beispiel.

Nehmen wir an die beitragsfreie Familienversicherung nach Paragraf 10 Sozialgesetzbuch V entfällt rückwirkend zum 1. Januar 2016. Nehmen wir weiterhin an die Kinder sollen zukünftig privat krankenversichert werden. Dann muss zunächst eine Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse mittels Antrag erklärt werden, diese könnte dann in gleichem Atemzug in dem Monat August wieder gekündigt werden.

Damit wären die Kinder bis zum 1. Januar 2016 gesetzlich beitragsfrei in der Familienversicherung, vom 1. Januar bis 31. Oktober 2016 freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse und ab dem 1. November 2016 in der privaten Krankenversicherung. Die gekündigte Mitgliedschaft der Kinder wird dann zum Ende des übernächsten Monats, also hierzu Ende Oktober beendet. Eine 18-monatige Bindungsfrist besteht hier nicht.

Die 18-monatige Bindungsfrist – Zusammenfassung

Ob es sich bei den Aussagen der gesetzlichen Krankenkasse um einen Einzelfall und damit um die Unwissenheit eines einzelnen Mitarbeiters handelt, das vermag ich nicht zu beurteilen. Ich hoffe sehr dass keine Methode dahintersteckt und so wissentlich falsche Informationen an den Kunden gegeben werden. Spätestens wenn man um einen widerspruchsfähigen Bescheid bittet, wurden die Aussagen bisher nahezu immer zeitnah korrigiert.

Wichtig ist die Information, die Bindungsfrist von 18 Monaten gilt nur dann, wenn sie sich für eine andere gesetzliche Krankenkasse entscheiden. Daniel jedoch glaubt erteilt der gesetzlichen Krankenkasse einfach mit, dass er sich privat krankenversichert möchte und wechselt dann doch in eine andere gesetzliche Krankenkasse umso der Frist zu entgehen, den muss ich leider enttäuschen. Durch die notwendige Folgeversicherungsbescheinigung erhält die alte Krankenkasse Kenntnis von dem neuen Versicherer und wird eine falsch ausgestellte Kündigungsbestätigung dann natürlich korrigieren.

04.
August '16

Pokémon Trainer Unfallversicherung von Knip – warum Du die lieber nicht abschließen solltest und was dennoch sinnvoll ist


Nicht zum ersten Mal erkläre ich hier, dass ich einige Schritte im Marketing von Knip, Clark & anderen Fintechs (richtiger Insurtechs) sehr mag. Die Gründer der Apps „mischen den Markt etwas auf“ und zeigen auch den Versicherern, aber auch Versicherungsvertretern und -maklern das hier Veränderungen stattfinden können und werden. Ob das positiv oder negativ zu bewerten ist, das will ich mal vollkommen dahingestellt lassen, ich habe in meinem Artikel

Sind die Fintechs „Clark, Knip, Getsafe, mobilversichert.de
 & Co“ wirklich kostenlos? Nicht ganz, SIE bezahlen mit IHREN Daten und Ihrem bisherigen Betreuer

ausführlich erklärt wie das Modell aussieht und wo die Vor- und Nachteile liegen. In den letzten Tagen und Wochen machten zwei andere Punkte „Schlagzeilen“. Zuerst einmal Pokémon Go, das Spiel das mittlerweile schon von über 16 Millionen Menschen in Deutschland gespielt wurde oder wird. Menschen treffen sich in Parks, in der Stadt, laufen über Wiesen und sammeln kleine, elektronische Figuren auf Ihrem Smartphone. Einen Haken hat die Sache jedoch, wer ständig auf sein Smartphone schaut, der hat manchmal einfach keinen Blick für seine Umwelt.

Wenn Spieler nur gegeneinander laufen, dann ist das nicht tragisch, gibt eine Beule, tut etwas weh und gut. Schlimmer wird es dann, wenn beim Pokémon Go Spielen die Umwelt total vergessen wird und da kann es schnell einmal zu einem Unfall kommen. OK, ganz so schlimm und tragisch wie die Anbieter dieser Police sehe ich das nicht, wenn man auch nur einigermaßen aufpasst, aber das Risiko besteht natürlich.

Pokemon Go

Pokémon Go „Trainer (Unfall-)Versicherung?

Eines muss man Dennis Just, dem Gründer des „App-Maklers“ Knip lassen, kreative Idee haben er und sein Team durchaus und so springen diese auf den Pokémon Go Hype auf und versuchen dabei ein Geschäft zu machen. Das ist legitim, ob das so aufgeht und es für den Kunden am Ende sinnvoll ist, das schauen wir uns hier einmal an.

Die Unfallversicherung, welche mit dem Zusatz „Pokémon-Versicherung“ durch Knip vertrieben wird, ist nichts besondres, es ist eine „stinknormale“ Unfallversicherung, Risikoträger ist hier die Barmenia Versicherung aus Wuppertal. Dazu schreibt Knip auf der Homepage folgendes:

Knip Pokemon Versicherung 2-8-16

Quelle: Homepage Knip, 3. August 2016

Es handelt sich also um einen normalen Unfallschutz der Barmenia, welcher auch so abzuschließen ist. Aber: Der Schutz endet automatisch nach einem Jahr, sicher ist dann der Hype um das Spiel wieder vorbei, oder warum ist der Schutz dann nicht mehr nötig?

Zudem bekommt Ihr/Sie den Unfallschutz geschenkt, wenn Ihr Euch bis zum 15. 08. 2016 entscheidet. Doch Moment…

Welche Voraussetzungen müssen denn erfüllt werden?

Auch hier finden wir die nötigen Informationen auf der Website von Knip. Dort heisst es, es sind drei Schritte nötig.

1.) Ihr müsst Euch die App laden (und Knip Kunde werden)

2.) Ihr müsst ein Maklermandat bei Knip unterschreiben (Anm. und werft damit Euren bisherigen Berater oder Vertreter raus und die Verträge werden durch Knip betreut!)

3.) mindestens eine Police muss in der App enthalten sein und von Knip verwaltet werden (Anm. also in den Bestand von Knip übergehen)

4.) Ihr müsst die Pokémon Versicherung mobil bestellen (nur bis 15.8. ist diese kostenlos)

OK, das relativiert das „tolle Angebot“ schon wieder

Warum? Nun, schauen wir uns an was andere Anbieter gemacht haben. Für eine Kundenempfehlung bei Clark, einem Mitbewerber von Knip, gab es einige Zeit lang bis zu 150€ Prämie für den Werber. Anders gesagt, es gab 4 solcher Unfallversicherungen a‘ 35€ Jahresbeitrag.

Für einen kostenlosen Unfallschutz von 30.000 Euro bei Invalidität setzt Ihr Euren gewohnten Berater vor die Tür. Was da genau passiert und wie es abläuft, das habe ich in dem oben verlinkten Beitrag erklärt.

Ist der Unfallschutz für Pokémon’s (bzw. -trainer) denn gut?

Klare Antwort. Nein. Es ist nichts halbes und nicht ganzes. Natürlich klingen 30.000€ Grundsumme nicht schlecht, so kommt bei einem Unfall wenigstens ein bisschen Geld, richtig? Nicht ganz. Dazu schauen wir uns einmal ein Beispiel an. Für die Berechnung einer Zahlung gilt in der Unfallversicherung die so genannte Gliedertaxe. Das ist nichts anderes als eine Tabelle, die den Umfang der Leistung regelt. Zu finden unter dem Punkt 2.1.2.2.1. der Bedingungen.

Wichtig ist auch, es muss ein DAUERHAFTER Schaden bleiben, eine so genante Invalidität.

 

Invalidität: Die versicherte Person hat eine Invalidität erlitten. Eine Invalidität liegt vor, wenn unfallbedingt – die körperliche oder geistige Leistungsfähigkeit -dauerhaft beeinträchtigt ist. Dauerhaft ist eine Beeinträchtigung, wenn – sie voraussichtlich länger als drei Jahre bestehen wird und – eine Änderung dieses Zustands nicht zu erwarten ist.

Nur ein gebrochener Arm „reicht nicht aus“ um eine Leistung zu bekommen, das ist zwar in einigen anderen Versicherungstarifen durchaus versicherbar, hier aber nicht enthalten. Ist der Arm nun komplett gebrauchsunfähig und das dauerhaft, so können MAXIMAL 70% Invalidität entstehen.

Arm max. 70% von 30.000 Euro = maximal 21.000 Euro

Hand max. 60% von 30.000 Euro = maximal 18.000 Euro

Auge max. 80% von 30.000 Euro = 24.000 Euro

Gehör auf einem Ohr 50%, auf zwei Ohren 80% (nicht 100!)

Wer also seinen Arm nicht mehr richtig bewegen kann, weil die Schulter nach einem Autounfall, Pokémon Unfall oder was auch immer sonst für einem UNFALL geschädigt ist und auch hier dauerhaft, der erhält dann etwas Geld.

Natürlich sind solche Zahlungen „nett“, es ist immer hilfreich Geld zu bekommen, jedoch muss es ausreichend und passend sein.

Niemand weiss wann der Unfall passiert

Daher kann das Geld aus der Unfallversicherung normalerweise nicht ausgegeben werden, sondern sollte dazu dienen davon zu zehren. Doch was passiert bei einer vollständigen Erblindung oder dem Verlust des Hörens auf beiden Ohren durch einen Unfall? Gigantische 24.000 Euro werden ausgezahlt.

OK, was bekommen wir heute bei einer sicheren und langfristigen Geldanlage, sagen wir, 3%? Das entspricht bei einer Auszahlung von 24.000 Euro somit immerhin 720 Euro Zinsen im Jahr oder anders, 60 Euro im Monat. Was fangt Ihr damit an?

Klar bleiben die 24.000 Euro dann theoretisch liegen, aber weil eben nicht planbar ist ob und wann der Unfall eintritt, deshalb müssen sie das auch. Diese Summen sind leider viel zu gering und nahezu lächerlich.

Machen wir es doch mal richtig!

Schauen wir uns einen passenden Unfall-Schutz an, einen der in der Lage ist den Bedarf auch ordentlich zu decken. Nehmen wir einen Schutz mit einer Invaliditätssumme von 100.000 Euro und einer Progression 500%, also einer Steigerung von maximal 500%. Die Entschädigung bei einer verbesserten Gliedertaxe liegt dann bei Verlust beider Ohren bei 100% Invalidität, also 500.000 Euro.

Bekommt Ihr dann 500.000 Euro und müsst diese auch mit „nur 3% Rendite“ anlegen, so sind das im Jahr 15.000 € Ertrag oder anders, 1.250 Euro im Monat. Auch die werden nicht reichen um lebenslang davon leben zu können, auch hier ist eine ordentliche Absicherung bei Berufsunfähigkeit Pflicht.

Aber das ist doch dann teuer?

Ist es? Der Schutz mit max. 500.000 Euro bei Vollinvalidität ist problemlos bei guten Bedingungen für 85 Euro Jahresprämie, also 7 Euro im Monat zu bekommen, verbesserte Bedingungen, mehr Leistung und weniger Ärger.

Schüler sind bereits zur Hälfte der genannten Prämie versicherbar. Dennoch ist der Preis hier nicht alles. Es geht vielmehr um Mehrleistungen, saubere Bedingungen, Zahlungen auch bei Knochenbrüchen und vieles mehr.

Zahlt meine bestehende Unfallversicherung nicht?

Doch, natürlich zahlt auch ein bestehender Unfallschutz für Eure Unfälle wähnend des Pokémon Go spielens, es sei denn es greifen Ausschlüsse oder Einschränkungen. Im Auto und als dessen Fahrer greift auch hier die Vollkaskoversicherung des Autos. Mindestens ebenso wichtig, wenn nicht wichtiger ist ein entsprechender Haftpflichtschutz, dazu aber mehr in einem anderen Beitrag.

Egal welchen Schutz es betrifft und egal ob schon vorhanden oder neu, wichtig ist, er muss passen! Leider ist das bei vielen Unfallversicherungen am Markt leider auch nicht der Fall. Da wurden irgendwelche Verträge unterschrieben, manche mit Beitragsrückgewähr (cool, gibt Geld zurück, oder?) und andere völlig am Bedarf vorbei. Sind ja „nur 10, 15, 20 Euro im Monat, die fallen oftmals einfach nicht auf und liegen so rum.

Ich zahle Euch die 35 Euro der Pokémon Versicherung

Ja, richtig gelesen. Ich halte den Abschluss einer so geringen Police für völligen Unsinn. Es erzeugt eine falsche Erwartung und führt zu Stress, Ärger und Unterversicherung. Bevor Ihr also so einen Unsinn kauft und damit Eurem bestehenden Berater noch die Betreuung wegnehmen müsst um diesen oder andere Verträge in eine App zu übertragen, ich zahle die 35 Euro.

Warum ich das tue? Weil ich glaube das eine Versicherung mit den oben genannten Summen nicht ausreicht, eine trügerische Sicherheit bietet die keine ist und am Ende zu mehr Stress und Problemen führt. Für jeden Kunden ist ein ordentlicher Unfallschutz wichtig. Dieser sollte aber angemessen sein, egal ob geschenkt oder selbst bezahlt. Weiterhin macht es nur Sinn, wenn dieser auch auf bestehenden Versicherungsschutz abgestimmt ist, geprüft wird ob und welcher Schutz bei Berufsunfähigkeit besteht und die Versicherungen in einem ordentlichen „Gesamtpaket“ mit den bestehenden Policen stehen.

Bedingung für die 35€: Ihr entscheidet Euch für einen ordentlichen, bedarfsgerechten Unfallschutz bis zum 31.12.2016 und wir finden einen passenden Vertrag dazu. Ist dem so, so erhaltet Ihr nach Erhalt der Police den Betrag von 35 Euro ausgezahlt. Als Guthaben auf Eurem Vertrag, als Amazon Gutschein oder was auch immer. Dazu ist es auch nicht nötig andere Verträge in meine Betreuung zu geben (Wie Ihr HIER lesen könnt, ich bin nur in den Bereichen Krankenschutz, Berufsunfähigkeit und biometrische Risiken inkl. Unfallschutz beratend tätig) und Pokémon spielen müsst Ihr auch nicht.

Alle weiteren Infos erhaltet Ihr nach einer Kontaktaufnahme. Entweder über das Kontaktformular, oder per E-Mail, oder den LiveChat links oder sonst wie.

Und jetzt: GO POKÉMON! und viel Spaß Euch!

02.
August '16

Video: Werbespot der Allianz, alles wie vor 35 Jahren?


es ist für mein Verständnis die schönste und passendste Werbung die die Branche hat, daher nutze ich mal die Gelegenheit diese hier in einem Beitrag zu teilen.

Natürlich hat sich vieles verändert, die Branche ist viel komplizierter geworden, viele Produkte sind und bleiben erklärungsbedürftig und trotz Apps, technischen Hilfsmitteln und Beratungsrobotern geht nichts über eine persönliche Beratung von Spezialisten, oder?

Ansichten und Hintergründe zu den FinntechApps, Ihrem Berater in der Tasche, finden Sie in meinem Beitrag

Artikel: Fintech und Apps – Sie bezahlen mit Ihrem Berater

Doch gerade in einer schnelllebigen Welt ist es auch eine Aufgabe eines guten Beraters, mit der Zeit zu gehen. Dazu zählt nicht nur eine schnelle Erreichbarkeit, auch Module wie der LiveChat den Sie hier links unten sehen, oder andere Möglichkeiten.

In jedem Fall…

Ihnen eine gesunde Zeit

und viel Spaß mit dem Spot!