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01.
August '13

Kosten für Rechtsstreite steigen ab 01. 08. 2013- Absicherung gerade bei hohen Streitwerten wichtig


Rechtsstreite sind unangenehm, dauern lange und machen das Leben nicht gerade einfacher. Dennoch bringen Sie in vielen Fällen nicht nur Klarheit, sondern sichern auch die Möglichkeit an zugesicherte Versicherungsleistungen zu kommen, für den Fall das der Versicherer nicht leistet oder seine Leistung verweigern möchte. Gerade in den Bereichen der Personenversicherungen haben wir es sehr oft mit extrem hohen Streitwerten zu tun. So kann eine Klage gegen eine Bersufsunfähigkeitsversicherung schnell sechsstellige Streitwerte nach sich ziehen, auch in der Privaten Kranken(zusatz)versicherung sind hohe Kosten denkbar.

Was ändert sich zum 01. August 2013?

Auch bisher waren gerichtliche Verfahren langwierig und teuer, aber will man deshalb auf seine berechtigten Ansprüche verzichten? Sicher nicht! Durch das „Zweite Gesetz zur Modernisierung des Kostenrechts (2. Kostenrechts-Modernisierungsgesetz- 2. KostRMoG)“ steigen die Kosten für Rechtsstreite ab heute nochmals an. Auch wenn die Steigerungen nötig sind, um Rechtsanwälten angemessene Honorare und Gerichten eine höhere Kostendeckung zu ermöglichen, so belasten diese doch den Kläger erneut.

Um circa 16% steigen die Kosten für gerichtliche Auseinandersetzungen, schätzt der GDV.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Um es etwas besser zu verstehen, hier etwas „Zahlenmaterial“. Im ersten Fall gehen wir von einem Streitwert von 20.000 EUR aus. Das kann in der Privaten Krankenversicherung der Streit um ein teures Hilfsmittel, längerfristige Medikamente oder eine Operation sein. Die Kosten sind hier im Vergleich von „vor- und nach“ dem 01. 08. 2013 zu sehen und weisen auch die Kosten eines Vergleichs aus. Bei einer vergleichsweisen Einigung vor Gericht reduzieren sich die Gerichtskosten zwar, aber der Anwalt bekommt eine so genannte Vergleichsgebühr. Auch habe ich das gesamte Prozessrisiko mit aufgelistet, also den Betrag der im Falle eines Unterliegens zu zahlen ist, denn dann fallen neben eigenen Kosten auch die der Gegenseite an. Nicht berücksichtigt sind weitere Kosten für Gutachter, Zeugenauslagen und dergleichen.

Kostenrisiko KV RAKosten

Hier recht gut zu erkennen, die Steigerung von knapp 800 EUR zum Einen, aber viel wichtiger das Kostenrisiko insgesamt. Ohne entsprechende Rechtsschutzversicherung von vielen kaum zu tragen. Im Falle der Klage auf Zahlung einer Berufsunfähigkeitsrente sieht es noch etwas „schlimmer“ aus, denn hier ist der Streitwert deutlich höher. Ich habe bewusst (mehr …)

30.
Juli '10

Fluch und Segen von Onlinevergleichsrechnern für Versicherungen


Heute fragte in einem Verbraucherforum für Versicherungen ein Nutzer nach einem Vergleichsrechner. In seinem Beitrag schrieb er:

Hi an alle, Versicherungen heut zu Tage zu vergleichen ist ja sehr anstregend. Weiß jemand wo man das schnell und vor allem kostenlos machen kann? …also wo es auch nicht so kompliziert ist?

Damit sind wir jedoch wieder bei dem Grundproblem von komplexen Versicherungssparten. Der (Internet-)Nutzer erwartet möglichst schnelle Informationen und Vergleichsrechner, eine schneller Prämienberechnung und somit ein- für ihn augenscheinlich- tolles Ergebnis.

Die Erwartungshaltung des Nutzers lässt sich in „einfachen“ Sparten wie einer Haftpflicht, Hausrat oder Autoversicherung vielleicht noch erfüllen, in komplexen Versicherungssparten wie der Krankenversicherung, einer Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder der Altersvorsorge ist dieses unmöglich.

Allein die Private Krankenversicherung bietet mehr als 800 Kriterien wo sich die Tarife unterscheiden. Diese sind selbst mit umfangreicheren Vergleichsrechnern nicht mehr darstellbar. Denn selbst wenn der Interessent eine entsprechende Auswahl treffen könnte und jedes Kriterium kennt, so ist es in vielen Bereichen nicht zu überblicken welche (finanziellen) Auswirkungen solche Entscheidungen haben (können).

Sollten Sie also auch nach einem Online Vergleichsrechner für die Private Krankenversicherung suchen und vielleicht sogar „tolle Vergleichsrechner“ finden, so hinterfragen Sie diese genau. Lesen Sie Bedingungen, versuchen diese zu verstehen und betrachten Sie nicht nur die Kriterien sondern auch die Folgen aus einer falschen Auswahl.

Ähnliche Umstände gelten in der Absicherung bei Berufsunfähigkeit. Auch hier spielen so viele Kriterien eine Rolle um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Und wie kommen Sie nun zum passenden Produkt:

Nun, da Sie ja keinen Vergleichsrechner nutzen sollen, stellt sich zu recht die Frage wo das passende Produkt herkommen soll. Zunächst empfehle ich Ihnen sich online und in verschiedenen Fachinformationen einige Grundlagen zu beschaffen. Hilfreich sind hier zum Beispiel der Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung oder zur Berufsunfähigkeit.

Sollten Sie Beamter sein und sich über die Dienstunfähigkeit oder Beihilfeversicherung informieren wollen, so bietet die Internetseite meines Kollegen Hr. Harms entsprechende Leitfäden, Kriterienfragebögen und mehr.

Nachdem Sie nun Grundlagen der Systeme und Hinweise zu den Modellen und Tarifen erhalten haben- suchen Sie sich einen spezialisierten Berater. Spezialisiert? Ja, denn auch ihr Berater, Makler oder Vermittler ist kein „Alleskönner“.  Wer Ihnen vorgaukelt er könne alles, am besten noch Finanzierung, Vorsorge, Investment und sonstige Anlagen dem würde ich persönlich misstrauen. Allein die Neuerungen im Bereich der PKV verschlingen so viel Zeit wenn der Berater auf dem aktuellen Stand sein will, da bleiben nur noch wenige Stunden Zeit sich um alle anderen Bereiche zu kümmern.

Hinterfragen Sie daher ruhig kritisch die Erfahrung und die Kenntnisse- schließlich ist es eine lebenslange Entscheidung.