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Artikel mit ‘Unsinn’ getagged
19.
Januar '10
Eigentlich liegt es mir fern die Werbekampagnen von “Kollegen” zu kommentieren. Aber eigentlich ist es auch kein Kollege, wenn man es korrekt betrachtet. Warum? – das lesen Sie weiter unten.
Gestern erreichte mich eine Mail mit einer “interessanten” Betreffzeile. Hier wurde mir doch eine Private Krankenversicherung (PKV) angeboten und ich sollte noch Steuern sparen. Genau lautete die Zeile wie folgt:
“Patient 1.Klasse ab 49 Euro und Steuern sparen“
Da ja immer alle oft und gern auf “Schnäppchensuche” sind schaute ich mir das doch mal genauer an. Da öffnete ich die Mail und mich lachte folgendes Bild an:

Da sollte es doch möglich sein mich für 49 EUR pro Monat in der Privaten Krankenversicherung zu versichern. Steuern spare ich dabei auch noch- besser geht es kaum.
Im Kleingedruckten unter dem Bild findet sich dann zunächst dieses:

Das ist natürlich dumm, denn 20 bin ich leider schon seit einigen Jahren nicht mehr. Aber nun interessieren mich doch brennend die Details des Tarifes, welche dort angeboten werden. Durch kicken auf das “hier” sollen mir ja die wesentlichen Leistungsmerkmale des Tarifes angezeigt werden. Zu meiner Überraschung werden dort aber folgende, sehr allgemeine Informationen angezeigt:

Was das nun bitte mit den “wesentlichen Leistungsmerkmalen” der ausgewählten Privaten Krankenversicherung zu tun hat ist mir noch nicht ganz klar.
Fazit:
Vergessen Sie solchen Unsinn. Glauben Sie wirklich man kann das Krankheitsrisiko monatlich für weniger Geld absichern als man für eine Mobilfunk Flat bezahlt? Das wird und kann nicht vernünftig funktionieren. Der Versicherer der dieses anbietet wird immer mit entscheidenden Ausschlüssen und Einschränkungen arbeiten, Lücken in den Bedingungen ausgleichen die privat dann nicht mehr zu finanzieren sind.
Und nun noch zu der oben angesprochenen Frage warum es kein “Kollege” ist:
…zumindest keiner im eigentlichen Sinne. Trotz der Zulassung als Versicherungsmakler (kann man im Register und im Impressum nachlesen) ist der Betreiber ein Leadportal. Eigene Aussage:
Qualifizierte Neukunden für unabhängige Finanzexperten!
Jetzt können Sie Ihre Umsätze vervielfachen. Wir liefern Ihnen Neukunden aus Ihrem PLZ-Gebiet. Buchen Sie Leads aus unserem vorselektierten Bestand und wählen Sie hierbei aus bis zu 30 verschiedenen Versicherungs- und Finanzsparten.
Es werden Adressen generiert welche an Berater und Finanzdienstleister verkauft werden. Das ist selbst durchaus legitim und keinesfalls verwerflich, denn das Betreiben von Internetportalen kostet natürlich Zeit, Geld und Aufwand.
Bedenklich finde ich nur die Aussagen hier in der Werbung. Da wird mit vermeintlich billiger Absicherung geworben, dazu für ein lebenslanges Produkt und der Berater trifft auf einen Interessenten mit einer völlig falschen Vorstellung.
Angeboten wird dann in dem Formular:
Wir helfen Ihnen dabei, die optimale Private Krankenversicherung zu finden. Vergleichen Sie unverbindlich und individuell Tarife aus bis zu 50 Gesellschaften. Jetzt das Formular ausfüllen:
Ob dann das Angebot von dem Anbieter kommt wage ich zu bezweifeln. Eher wird es so sein das ein Berater, welcher die Adresse teuer gekauft hat (LINK zu den Preisen/ Anbieter), Sie anruft und mit seiner Beratung beginnen will/ wird.
Auch das ist nicht schlimm und legitim, nur sollte dann die Werbung eben auch so sein.
Was Sie also tun sollten:
Bevor Sie sich für eine PKV Entscheiden machen Sie sich Gedanken über die Auswahlkriterien und über die Möglichkeiten und Folgen des entsprechenden Versicherungsschutzes. Sie entscheiden unter Umständen heute ein- und letztmalig über den Gesundheitsschutz des weiteren Lebens.
Und eins… lassen Sie sich Zeit. Fällen sie Entscheidungen zu lang bestehenden Produkten und Lösungen erst nach sorgfältiger Information, Aufklärung und nach fundierten Gesprächen mit Spezialisten.
Weiterführende Informationen:
Leitfaden Private Krankenversicherung
Auswahlkriterien zur PKV
Kriterienfragebogen als ausfüllbare pdf Datei

Tags: 49EUR, PKV, Unsinn, Versprechen, Werbung
Veröffentlicht in Allgemein, Krankenversicherung | 5 Kommentare »
22.
Oktober '09
Wie bereits im Blogbeitrag zur PKV Beratung hier geschrieben mache ich wohl vieles falsch. Warum nur dauert meine Beratung zur PKV mehrere Stunden, warum sind viele verschiedene Termine nötig und warum müssen meine Kunden vorher den Kriterienfragebogen und Gesundheitsfragebogen ausfüllen?
Klar, weil man nur dann festlegen kann was man versichern möchte, welche Ansprüche gestellt werden und wie diese erfüllt werden. “Nebenbei ist es noch nicht ganz unwichtig zu wissen, ob überhaupt eine Versicherung möglich ist. Was alles anzugeben ist bei den Gesundheitsfragen schrieb ich in meinem Beitrag “Gesundheitsfragen – was muss ich alles angeben?“.
Wie bereits geschrieben war die Beratung zur Privaten Krankenversicherung in diesem speziellen Fall nicht gerade hilfreich. In den angekündigten 29 Minuten und 10 Sekunden wurden auch noch die Gesundheitsfragen beantwortet. Fragen nach einer Allergie, welche ich seit Jahren habe, wurden mit der Antwort “können Sie weglassen, ist nicht so schlimm beantwortet. Dazu kamen Fragen nach mehrmaliger Einnahme von Asperin, wegen öfter mal auftretender Kopfschmerzen. Diese wurden nicht durch einen Arzt untersucht, sondern durch Einnahme einer Tablette kuriert. Auch hier hieß es salopp “das wäre nicht so wichtig”.
Einem anderen meiner Kunden wurde von der gleichen Beraterin, welche im Übrigen “Diplom Gesundheitswirtin” ist (suchen Sie mal im Internet was das ist), gesagt das er sein Gewicht ruhig ein bisschen reduzieren kann, denn schließlich schwankt das ja meist und man muss das nicht so genau angeben.
Auch Fragen nach Metall im Körper (nach einer Operation) wurden als “nicht relevant” abgetan. Dabei sind diese Angaben schlichtweg “lebensnotwendig” da die Folgen recht unangenehm sind. Der Versicherer nutzt dieses berechtigter Weise als Rücktrittsmöglichkeit.
Ergebnis: Der Kunde steht ohne Versicherungsschutz dar bzw. kommt im schlechtesten Fall nur noch in den Basistarif bei einem anderen Unternehmen. Wie ein Berater so “beraten” kann ist mir unklar. Natürlich verdient er mit dem Abschluss Geld- ich übrigens auch- aber wie dieses so, in nicht mal einer halben Stunde gehen soll- ich versteh es nicht.
Heute sind die Antrags-/ Vertragsunterlagen angekommen…
Hm, schon erstaunlich. Eine gesetzlich vorgeschriebene Erstinformation gibt es nicht. Auf der Visitenkarte sind fast keine Informationen, geschweige denn wird dort der Status oder ähnliches genannt. Ich werde berichten wie es weiter geht. Nach zwei Telefonaten werden wir mal sehen was die zuständigen Aufsichtsbehörden dazu antworten.

Tags: Berater, PKV, Unsinn
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21.
Oktober '09
Manchmal frage ich mich in welcher Branche ich eigentlich arbeite. Über manch eigenartige Werbung kann man ja denken was man will und die Gothaer Krankenversicherung hat sich bekanntlich mit einer Vermeintlichen Beitragsgarantie für Hilfsmittel nicht gerade mit Ruhm bekleckert. (ich berichtete hier)
Nun kommt aber etwas neues, mit dem der Versicherer das Klientel der Makler besser für sich erschließen möchte. Und womit geht das wohl besser als mit einem RAP Video.
Dieses wird passenderweise gleich unter einer neuen Domain mit dem Namen RAPDUELL veröffentlicht. Link zum Video
Hier mal der Text (Copyright liegt bei der Gothaer, Hervorhebungen und Unterstreichungen durch mich.)
1. Strophe
Makler Gang
Hey dudes, was geht’n – was geht hier. Überall hört man nur Krise und so’n negativ Gewirr.
Gothaer Gang
Mach ma lässig – chill – wir sind keine Zocker mit unsren Top-Products wird euer Business flotter.
2. Strophe
Makler Gang
Ihr habt keinen Plan, protzt mit euren Sachen die Kunden geh’n in Deckung, wie dann Kohle machen?
Gothaer Gang
Hey Maklerdudes denkt doch mal weit Absicherung der Arbeitskraft klingt immer gescheit.
3. Strophe
Makler Gang
Bla, bla, bla fällt euch nichts Neues ein auf so ne Standard-BUZ fällt doch kein Kunde rein.
Gothaer Gang
Ej,Yo, Ej da seid ihr schief gewickelt nur für euch ham wir die smarte FondsBUZ entwickelt.
Und damit nicht genug – nein – wir machen’s fat FondBUZ Rürup Renten Mega Duett! Das heißt, mit der Asche von Vater Staat finanziert ihr euren Kunden die FondsBUZ clever und smart.
Check it out men!
Aha, so stelle ich mir den Verkauf einer Berufsunfähigkeitsversicherung auch vor. Unabhängig davon das dieses ein Werbefilm an Makler ist, also Interessenvertretern und Sachwaltern des Kunden, was soll das??
Wenn ich böse wäre würde ich dem Unternehmen unterstellen man müsse sich mal hier “auf eine andere Ebene bewegen”. Weg von den Bedingungen und vertraglichen Aussagen, hin auf eine emotionale Ebene des Verkaufens. So stelle ich mir keine Beratung vor, auch keine Ansprache eines Unternehmens als Vertragspartner.
Das mag nun altmodisch klingen, so alt bin ich aber noch gar nicht
Aber es mag sich jeder sein eigenes Bild machen.
Übrigens:
LINK zu den Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung und einen Kriterienfragebogen

Tags: BUZ, Gothaer, RAP Video, Unsinn
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15.
Oktober '09
Bereits in der Ausgabe 40/2009 hat FocusMoney versuchte die Komforttarife der Privaten Krankenversicherung zu testen. Bereits da hatte ich in meiner Ausarbeitung (LINK) recht deutlich dargestellt, warum der Test nicht zu gebrauchen ist und mehr schadet als er bringt. Auch hier im Blog konnten Sie dieses bereits nachlesen.
Als Grundlage hatte ich den Chefredakteur Hr. Pöpsel angeschrieben und meine Bedenken geäußert. Leider ohne jedwede Reaktion, geschweige denn einer Stellungnahme. Doch nun ist mir auch fast klar warum. In der gestern erschienenen Ausgabe 43/2009 veröffentlicht man nun den 2. Teil unter der Überschrift “PATIENT ERSTER KLASSE”. Also sollen hier augenscheinlich nun wohl die besten Tarife getestet werden, also mehr als Komfortschutz.
FocusMoney schreibt dazu im Text:
“… und welche Tarife die besten Leistungen zu bezahlbaren Preisen bieten, erfahren Sie auf den folgenden Seiten- …”
Erstaunlich das einerseits von besten Tarifen die Rede ist, andererseits aber geschrieben steht es gäbe in der Ausgabe 45/2009, also in 2 Wochen einen weiteren Test der Serie, die “Top-Schutz Tarife”. Heute meint man nur die “Ausgewogenen Tarife bei bezahlbarem Schutz für hohe Leistungen” zu testen.
Auch in diesem zweiten Test hat man es anscheinend nicht geschafft, oder vielleicht einfach keine aktuelle Software gefunden, die Prämien aktuell zu halten. Bei dem “Testsieger” der AXA ist hier die alte Prämie enthalten. Die Anpassung per 2010 hat man “vergessen” und nicht mal erwähnt das es eine solche gibt. Damit Sie es aber wissen: Die neuen Prämien der Axa in der dort getesteten Kombination liegt bei Männern bei 299,29 EUR (also immerhin +17,44 EUR oder +6,1% aus den Ursprungsbeitrag) oder bei den Frauen bei 430,52 EUR (+27,32 EUR oder 6,77%).
Bei einer Gewichtung von 40% für den Beitrag (40% Leistung und 20% Finanzstärke) ergeben sich hier schon anschauliche Verschiebungen. Da der Anbieter unter Rang 5 zum Beispiel nicht anpasst, sollte der auf 3 kommen, wenn es “richtige” Zahlen wären. Ich hatte nicht erwartet das man alle neuen Prämien kennt, aber ein Hinweis auf die Anpassungen wäre schon hilfreich gewesen.
Erstaunlich ist auch die Beschreibung des “Testsiegers”. Da schreibt doch FocusMoney
“in der Regel nicht nur bis zu den Höchstsätzen der Gebührenordnung, sondern bei vorheriger Zusage auch darüber hinaus”
Komisch, bei Zusage… bekomme ich die? Was ist wenn nicht und wie verträgt sich das mit der Aussage in den Bedingungen die da lautet:
Nr. 10 Gebührenordnungen
Als Leistungen der Heilbehandlung gelten die in den jeweils gültigen Gebührenordnungen für Ärzte, Zahnärzte, Psychologische Psychotherapeuten/Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeuten und Hebammen sowie Gebührenverzeichnissen für Heilpraktiker aufgeführten Positionen, die dem Grunde nach erstattungspflichtig sind. Diese werden bis zu den in oben genannten Gebührenordnungen bzw. Gebührenverzeichnissen festgelegten Höchstsätzen erstattet, sofern der Tarif nichts anderes vorsieht. Nicht erstattet werden Mehrkosten, die durch eine abweichende Honorarvereinbarung entstanden sind, es sei denn, der Versicherer hat solche Mehrkosten vor Beginn der Behandlung schriftlich als erstattungsfähig anerkannt.
Nur für den Stationären Bereich gibt es eine Erweiterung, auch nur dann wenn es um persönlich vom Chefarzt erbrachte Leistungen geht.
(2) Stationäre Heilbehandlung
In Erweiterung der Nr. 10 TB 2009 “Gebührenordnungen” werden für vom liquidationsberechtigtem Chefarzt persönlich erbrachte Leistungen im tariflichen Rahmen auch ohne vorherige Zusage Kosten bis zum 5-fachen Satz der Gebührenordnung für Ärzte erstattet, wenn eine rechtsgültige, individuelle “abweichende Vereinbarung” gemäß § 2 der Gebührenordnung für Ärzte getroffen wurde.
Hier werden nicht nur nicht ganz richtige, sondern falsche Aussagen getroffen. Wie Sie oben in den Bedingungen nachlesen können sind die Regelungen etwas anders. Auch hebt FocusMoney in seinem Test auf der Seite 72 (gelber Kasten) die Vorzüge des Testsiegers hervor. Das schreibt man:
“Dort werden vom Chefarzt persönlich erbrachte Leistungen sogar bis zum 5fachen Satz erstattet.”
Dumm nur, das der zweite im Test und sogar der Anbieter auf Rang 7 gar keine Beschränkungen enthält und einfach “über den 3,5 fachen Satz hinaus leistet”. Warum dann die Einschränkung auf den fünffachen Satz positiv sein soll ist mir nicht klar.
Nicht erwähnt werden auch die Preis- Leistungsverzeichnisse bei Zahnersatz etc. So kann sich die Erstattung von augenscheinlichen 75% auch auf unter 50% entwickeln, aber das scheint FocusMoney nicht so sehr zu interessieren.
Weiterhin werden hier angebliche Eintrittswahrscheinlichkeiten berücksichtigt. Kann mir FocusMoney erklären wie wahrscheinlich es ist, das ich krank werde oder nicht? Kann mir der Autor oder das Beratungsunternehmen erklären wann und ob ich jemals einen Rollstuhl, ein Hilfsmittel oder sonstige Leistungen brauche? Natürlich ist es statistisch erwiesen das nur jeder X-te Versicherte in seinem Leben einen Rollstuhl braucht. Aber nur weil die Wahrscheinlichkeit klein ist, verzichte ich da auch auf den Schutz?
Alles in Allem will und werde ich hier nicht jedes Detail dieses fragwürdigen Test kommentieren, aber lesen Sie selbst, machen sich ein Bild und schauen das die für Sie wichtigen Kriterien erfüllt werden. Das sind definitiv nicht die hier genannten, denn es fehlen einige wichtige und andere sind derart eigenartig wenn nicht falsch dargestellt. Nunja, man möge sich fragen wessen und welches Interesse dahinter steht.
Informationen zum Weiterlesen:
Auswahlkriterien zur PKV (LINK)
Kommentar zum ersten Teil des Tests in Ausgabe 40/2009 (LINK)

Tags: FocusMoney, PKV Test, Unsinn
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05.
Oktober '09
Es passieren Fälle, da kann man immer nur mit dem Kopf schütteln und hoffen das es für den Antragsteller/ Betroffenen irgendwie noch gut ausgeht. So auch in diesem Fall von dem Nutzer “Energiewirt” in einem Internet-Forum für die Private Krankenversicherung.
Hier beschreibt der Nutzer (mit dem ich zwischenzeitlich zu den Details telefonieren konnte) einen Fall wie er so einfach nicht passieren darf. Nun zu den Einzelheiten:
Ich habe am 16. Juli 2009 im Zuge eines Existenz Gründungsberatungsgespräches bei einem Fachmann, der gleichzeitig für die Hanse Merkur tätig ist, einen Antrag für eine private Krankenversicherung unterschrieben. Bei diesem Gespräch wurde mir nur eine Mappe mit Kleingedruckten und dem Antragsdurchschlag ausgehändigt.
Der Vertragsbeginn wurde damals auf den 01.10.2009 zusammen mit der Existenzgründung terminiert. Bis heute habe ich keinerlei Nachrichten über den Antrag ( genehmigt oder abgelehnt ) bzw. eine Police erhalten. Ich muss noch erwähnen, dass es von Seiten des Beraters keinerlei Aufklärung bezüglich des Kleingedruckten gab ( Widerrufsrecht !!! ). Im Kleingedruckten habe ich nun gelesen, dass man nach erhalt der Police 2 Wochen Zeit hat, die Unterlagen zurückzuschicken, im Falle eines Rücktrittes. Ist das richtig ?
Ich muss dazusagen, dass das mit der Existenzgründung noch nicht in trockenen Tüchern ist. Wenn dann doch selbstständig, dann am Anfang, bis der Laden läuft und absehbar Gewinn abwirft, in der Gesetzlichen versichert sein.
Dazu muss man noch wissen, dass der Interessent 45 Jahre alt ist und 4 Kinder im Alter von 6- 19 Jahren hat. Die Ehefrau ist mit einem Einkommen von 700 EUR brutto (unter dem Einkommen des Mannes) gesetzlich pflichtversichert. Somit stellt sich bei steigendem Einkommen auch noch die Frage nach der Mitversicherung der Kinder. (Link zur Info Kinderversicherung)
Der Berater hat eine Existenzgründungeberatung durchgeführt, welche inkl. des Gespräches zur Privaten Krankenversicherung und dem Ausfüllen des Antrages 45 (!!) Minuten gedauert hat. Die Qualität des Gespräches zur Existenzgründung kann ich nicht beurteilen, will ich auch nicht, jedoch das der Krankenversicherung lässt sich gut einschätzen.
Der Interessent erzählte mir gestern am Telefon, dass das ausfüllen des Antrages ca. 10 Minuten gedauert habe, die Gesundheitsfragen wurden im Schnelldurchlauf vorgelesen und abgehakt. (Link- was anzugeben ist im Antrag)
Der Wechsel in die Private Krankenversicherung wurde mit den Worten “PKV ist viel besser” begründet und zudem ein Tarif (KVG/KVE) der Hanse Merkur angeboten, welcher zumindest in Teilbereichen deutlich schlechtere Leistungen aufweist als die gesetzliche Versorgung. Zudem stellt sich die Frage warum der Kunde mit 45 und als Existenzgründer noch oder sofort in die GKV wechseln sollte.
Dieses sieht eher so aus als habe (Achtung- reine Vermutung) der gute Mann die Möglichkeit der vermeintlichen Beratung zum Unternehmensstart genutzt um irgendwie eines seiner Produkte zu verkaufen, seiner Hanse Merkur Produkte, denn da ist er Versicherungsvermittler.
Wie sich das mit den Aufklärungspflichten die das Versicherungsvertragsgesetz und die Versicherungsvermittlungsverordnung vorschreiben in Einklang zu bringen ist, ist mir noch nicht klar, der Berater wird aber sicher Gründe gehabt haben.
Meines Erachtens hat der Kunde das einzig Richtige getan und bleibt in der gesetzlichen Krankenkasse. Einige dieser Kassen bieten einen Sonderbeitrag für Existenzgründer an, welcher ein niedrigeres Einkommen zu Grunde legt. Das ist hier eine vernünftige und angepasste Lösung, vorallem aufgrund des Alters und der Familiensituation. Auch bei jungen Gründern ist diese Wahl oft die Bessere.
Was Sie also tun sollten:
Bevor Sie sich für eine PKV Entscheiden machen Sie sich Gedanken über die Auswahlkriterien (LINK) und über die Möglichkeiten und Folgen des entsprechenden Versicherungsschutzes (Leitfaden PKV)
Denken Sie daran elementare Risiken wie Berufsunfähigkeit, das Unfallrisiko etc. zunächst abzusichern (neben der angepassten Gesundheitsvorsorge) (Link zu Infos und zum Leitfaden.)
Erst nachdem das erledigt ist sind Fragen wie Altersvorsorge und sonstige Versicherungen/ Absicherungen zu klären.
Und eins… lassen Sie sich Zeit. Fällen sie Entscheidungen zu lang bestehenden Produkten und Lösungen erst nach sorgfältiger Information, Aufklärung und nach fundierten Gesprächen mit Spezialisten.

Tags: Aufklärungspflicht, Beratung, Beratungsqualität, Existenzgründung, GKV, PKV, Unsinn
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