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Artikel mit ‘Unsinn’ getagged
03.
Februar '12
Es ist wie so oft. Ein Fernsehsender oder eine Zeitschrift sucht einen Artikelaufhänger. Natürich muss er reißerisch sein, ein bisschen auf die Tränendrüse drücken und vorallem, es muss einen bösen Buben geben. Diesen hat die Sendung Ratgeber Geld, ausgestrahlt am 28. 01. 2012 vom Bayrischen Rundfunk, nun in der Privaten Krankenversicherung gefunden. Die Continentale Krankenversicherung in Dortmund soll der Bösewicht sein und so ist in der Rückschau der Sendung auch die ganze Halbwahrheit nachzulesen.
In dem Artikel geht es sogleich um mehr als halbwahre Aussagen, nämlich falsch. So geht es mit Aussagen wie:
„Die private Krankenversicherung ködert Neueinsteiger mit günstigen Tarifen und im Alter kann es dann richtig teuer werden. Wenn man soweit überhaupt kommt – denn kerngesund muss man sein um reinzukommen in die Private, wehe dem, der nicht jede Vorerkrankung angibt, der fliegt ganz schnell wieder raus.“
Komisch, hätte man richtig recherchiert, wären wohl ganz andere Ergebnisse zu Tage gekommen, die passen aber kaum zum reißerischen Beitrag. Natürlich finden wir im Bereich der Privaten Krankenversicherung Anbieter, welche nicht seriös kalkulieren oder kalkuliert haben. Gar zweisteige Beitragsanpassungen sind keine Seltenheit, wenn die Kalkulation nicht passt. Doch wer glaubt auch, er spare in der PKV 300 EUR und mehr gegenüber einem gesetzlich Versicherten, habe dann noch mehr Leistungen und beitragsstabil, ja das soll es dann auch noch sein. Das ist das Modell einen klassischen Perpetuum Mobile, das gibt‘s leider auch in der PKV nicht.
Ob man nun kerngesund sein muss, das mag auch einmal in Frage gestellt werden. Vorerkrankungen sind bis zu einem gewissen Grad grundsätzlich kein Problem und werden durch die Vereinbarung von Risikozuschlägen ausgeglichen. Im Bereich der Zusatzversicherungen sind auch Leistungsausschlüsse möglich. Die Höhe des Zuschlages ist natürlich davon abhängig, was der Versicherte tatsächlich hat und wie sich dieses auf die Kalkulation gegenüber einem gesunden Kunden auswirkt. Das ist aber genau das Prinzip der Privaten Krankenversicherung.
Anzugeben sind all die Vorerkrankungen, nach denen der Versicherer ausdrücklich und in Schriftform fragt, so steht es im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), welches die Grundlage aller Verträge bildet. Wer diese Angaben wissentlich oder gar vorsätzlich falsch macht, der muss auch mit den Folgen leben. Diese können nachträgliche Zuschläge, Rücktritte oder auch Ausschlüsse sein.
Dieses ist auch bei dem Fall von Sonja S. geschehen. Die Frage nach den Vorerkrankungen wurde mit nein beantwortet, obwohl es anscheinend einige Behandlungen gegeben hat. Damit ist der Vertrag einfach unter falschen Voraussetzungen zu Stande gekommen.
„Sonja S. musste beim Versicherungsantrag Gesundheitsfragen ausfüllen, das übernahm ihr Vertreter für sie. Vorerkrankungen erachtete er wohl als nicht so wichtig oder ließ sie gar unter den Tisch fallen.“
Leider lässt der Beitrag offen, ob es sich um einen Vertreter der Continentalen, einen Mehrfachagenten oder einen Makler (Unterschiede zwischen den Beratertypen) gehandelt hat. Bei den beiden erstgenannten wäre zu beweisen, was die Kundin dem Vertreter tatsächlich gesagt hat. Die Kenntnis des Vertreters ist mit der Kenntnis der Gesellschaft gleichzusetzen. Ist also nachweisbar, das die Kundin zum Beispiel per Mail den Versicherungsvertreter von allen Erkrankungen informiert hat, dieser diese aber nicht eingetragen hat, so wäre ein Anwalt hier der richtige Ansprechpartner um den Rücktritt zu prüfen.
Dennoch sei jedem geraten, die Gesundheitsfragen genau zu lesen und im Detail zu beantworten. Nur so lassen sich solche Nichtangaben korrigieren oder vermeiden. Verantwortlich für den Antrag und die Angaben ist (auch) der Kunde, nur der kennt seine Krankengeschichte.
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Tags: Anzeigepflicht, ARD, ARD Ratgeber Geld, Basistarif, Unsinn
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21.
Dezember '11
Momentan herrscht mal wieder große Verunsicherung. Der Grund liegt mal wieder bei der Central Krankenversicherung die mit einem Schreiben an einige Kunden. Auch die Gothaer Krankenversicherung hatte ja im letzten Jahr etwas eigenartige Auffassungen zum Prozedere der Kündigung bzw. eines Widerrufes zur Privaten Krankenversicherung (PKV)
Für Verwirrung sorgte die letzten Tage ein Schreiben der Central Krankenversicherung AG, welche als Antwort an einen kündigenden Kunden wie folgt antwortete. (Quelle: Central, zur Vergrößerung bitte auf das Bild klicken)
Einige Kollegen, Vertriebe und auch einige Mitbewerber greifen das Thema auf und beschweren sich über die Dreistigkeit ein Original zu fordern. Darin wird unterstellt, ein Fax reiche nicht mehr aus. Das steht da aber nicht. (weiterlesen …)
Tags: Central, Kündigung, Unsinn
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24.
Oktober '11
Es ist schon fast wie “täglich grüßt das Murmeltier”. Focus Money testet mal wieder in einer “Testreihe” die Tarife der privaten Krankenversicherung. In der Ausgabe 39 ging es um “Klassik Tarife”, Ausgabe 41 kannte dann die besten “ausgewogenen Tarife” und nun geht es um den “TopSchutz” in der Ausgabe 43. Die Beihilfetarife werden kann in der Ausgabe 47 getestet.
Dumm nur, das man aus dem letzten Focus Money PKV Test nichts, aber auch gar nichts gelernt hat. Aber was soll’s, auch die Wirtschaftswoche konnte es ja vor kurzem nicht ansatzweise besser.
Noch bevor ich den Focus Money in der Hand hatte, hatte ich vom Testsieger ein Mailing “wie gut man bewertet wurde”. Nicht, das der Tarif NK Bonus der Halleschen schlecht wäre, sicher nicht. Ich bin selbst seit 1998 dort versichert und auf meinen Bedarf passt dieser gut. Dennoch sind die Aussagen aus dem Test mal wieder mehr als fragwürdig. Doch schauen wir einmal im Detail in den Test.
Franke und Bornberg, die meiner Meinung nach eine etwas eigenartige Auffassung von Tests haben, stand hier beratend zur Seite. Im einleitenden Text wird zunächst noch einmal auf die Wichtigkeit der Bonität des Anbieters hingewiesen, weiterhin erwähnt wie wichtig eine dauerhafte Bezahlbarkeit der Privaten Krankenversicherung (PKV) doch ist.
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Tags: Focus Money, Hallesche, NK Bonus, Test, Unsinn, Zeitschrift
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12.
Oktober '11
Es gibt ja in der Branche der Versicherungs- und Finanzunternehmen immer wieder den Begriff der “FinanzHaie”. Das sind oft die, die das schnelle Geld auf Kosten der Kunden verdienen wollen. Auch die Sparkasse Osnabrück will und muss natürlich Geld verdienen. Doch muss das so sein?

Homepage der Sparkasse Osnabrück am 08. 10. 2011, (c) Sparkasse Osnabrück
Gerade bei sehr langfristig orientierten Produkten wie der Privaten Krankenversicherung, der Absicherung bei Berufsunfähigkeit oder auch jedweder Form der Altersvorsorge (oder auch Zukunftsplanung) ist eine solide Auswahl des Produktes und der Absicherung wichtig. Das sollte von einem unabhängigen Fachmann bewertet, analysiert und gemeinsam mit dem Kunden erörtert werden.
Beitrag: Wie finde ich den passenden Makler, Berater, Vertreter und woran erkenne ich diesen?
Die Sparkasse Osnabrück wirbt auf der eigenen Homepage und per Bannerwerbung auf anderen Internetseiten nun für die Beratung und den Abschluss eines entsprechenden Vertrages zur Zukunftsvorsorge und hat sogar eine Belohnung dabei. Einen 15 EUR Kinogutschein für den Film “Twilight 4: Breaking Dawn – Biss zum Ende der Nacht.”
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Tags: Sparkasse Osnabrück, Unsinn, Werbung
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09.
August '11
So oder so ähnlich klingen momentan Zeitungsanzeigen, Werbemails oder Anrufe. Klar, der Eine oder Andere wird hier schnell hellhörig, klappt doch “morgen wird es teurer” fast immer. Schnell beraten und verkauft, schnell unterschrieben und oftmals schnell wieder bereut. Der so gemachte Schritt in die Private Krankenversicherung (PKV) ist nur eins, der definitiv falsche Weg.
Warum zahlen Männer (bisher) weniger als Frauen?
Die Erklärung dafür liegt in der Kalkulation und unter anderem in der Lebenserwartung. Eine Private Krankenversicherung (PKV) muss ihre Leistungen bis zum Lebensende eines Versicherten erbringen und das Tag für Tag, Jahr für Jahr. Lebt somit ein Versicherter nur 60 statt 70 Jahre, so “spart” die PKV 10 Jahre Kosten, da keine Leistungsausgaben mehr anfallen. Für die Kalkulation ist es demnach wichtig zu wissen, wie lange die durchschnittliche Lebenserwartung ist. Laut Statistischem Bundesamt hatte ein, im Jahre 2009 geborener, Junge eine Lebenserwartung von 77,46 Jahren. Ein zum gleichen Zeitpunkt geborenes Mädchen allerdings 82,57 Jahre, lebt also statistisch gesehen voraussichtlich mehr als 5 Jahre länger. In diesen Jahren wollen die Kosten für Arztbesuche, Medikamente und sonstigen Gesundheistkosten aber auch bezahlt werden und unter anderem deshalb zahlten die Frauen bisher mehr für die private Krankenversicherung als Männer.
Was genau hat es denn überhaupt mit dem “es wird teurer” auf sich und warum nur für Männer?
Bei der hier angesprochenen Prämienerhöhung für Männer handelt es sich um daher die Einführung der so genannten Unisextarife. Bereits in 2006 wurde eine andere Änderung der geschlechtsspezifischen Kosten umgesetzt. Seitdem werden die kalkulatorischen Kosten für Schwangerschaft und Geburt nicht mehr allein von den Frauen getragen, sondern sind in den Tarifen für Männer und Frauen gleichermaßen verteilt. Ab 2012 folgt dann auch die “Vereinheitlichung” der Kosten aufgrund steigender Lebenserwartung. Zukünftig zahlen somit Männer und Frauen den gleichen Beitrag. Da die Kosten aber nicht sinken, ist eine Reduzierung der Beiträge von weiblichen Versicherten nicht einfach möglich. Das hat zur Folge, dass die Kosten für Männer steigen.
Wie hoch sind die Steigerungen denn und wen betreffen diese?
Umgesetzt werden die neuen Prämien für das Neugeschäft in der Privaten Krankenversicherung. Die genaue Prämienerhöhung ist vom Tarif, der Kalkulation und verschiedenen Faktoren abhängig. Daher kann man nicht pauschal sagen, die Prämien erhöhen sich für Männer um X Prozent. Stellen wir uns vor, es gäbe zwei Tarife bei zwei Gesellschaften. Diese wären leistungsmäßig vollkommen identisch, sind aber unterschiedlich von der Anzahl der männlichen und weiblichen Versicherten. Sehr vereinfacht bedeutet dieses folgendes:
Tarif A hat angenommen 1.000 Versicherte, wovon 100 Frauen und 900 Männer sind. Im Tarif B liegt die Verteilung anders. Dieser hat je 500 Männer und Frauen versichert.
Der erste Tarif wird aufgrund der geringen Anzahl von Frauen tendenziell weniger Anpassungsbedarf haben und somit für die Männer geringere Mehrkosten aufweisen als der 2. Tarif. Hier sind deutlich mehr Kosten “aufzufangen” und diese müssen auf die männlichen Versicherten umgelegt werden. Das führt zu einer stärkeren Anpassung in den Tarifen. Wie genau diese aber aussieht, welche Höhe die Anpassung erreichen kann oder wird, werden wir nicht vor 2012 wissen. Diese Darstellung ist allerdings wirklich sehr, sehr vereinfacht und in der Praxis deutlich komplizierter.
Viele Gesellschaften geben daher heute so genannte Beitragsgarantien für Ihre Tarife bis 2012 heraus. So werden die Kunden heute eher in den Tarifen gehalten bzw. Gesellschaften versprechen sich davon, neue Kunden zu gewinnen oder bestehenden keinen Grund zur Kündigung zu geben. Wer dennoch merkt, das der Tarif oder gar der Versicherer nicht zu ihm passt, der muss sich an Mindestvertragslaufzeiten und Kündigungsfristen halten.
Und was ist nun mit der Werbung “noch schnell vor Unisex in die PKV?
Das ist der übliche Werbeunsinn. Genauso wie oftmals zum schnellen Abschluss geraten wird, das hatte ich bereits im Beitrag “Sie müssen sich aber schnell entscheiden- der Unsinn von Verkäufern in der PKV“.
Sollten Sie also bereits freiwillig versichert sein und noch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV), so überlegen Sie sich die Entscheidung für die Private Krankenversicherung sorgfältig. Der Schritt in die Private Krankenversicherung (PKV) will gut überlegt und geplant sein und setzt eines zwingend voraus- ZEIT. Nehmen Sie sich diese einfach und lassen sich nicht drängen. Klar ist es schön, weniger zu bezahlen. Klar ist es schön “noch schnell ein Jahr jünger in die PKV zu können” und natürlich wollen wir alle durchaus preiswerten Schutz und Geld sparen.
Bedenken Sie aber bei der Auswahl nicht nur den momentanen Beitrag. Wichtig sind unter dabei auch:
die Familienplanung
die berufliche Planung
die Leistungswünsche und Auswahlkriterien zur PKV
Tarife und Gesellschaftsdaten und -fakten
und vieles andere mehr. Ohne eine solide und “entspannte” Beratung, sollten Sie sich nicht zu einem vorschnellen Wechsel überreden lassen. Auch Unisextarife oder das Eintrittsalter sind nicht Grund genug, sich übereilt zu entscheiden.
Tags: GKV, PKV, Unsinn, Wechsel
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