Artikel mit ‘unfähig’ getagged

26.
Januar '11

Die unendliche Geschichte mit einem Kölner Krankenversicherer Teil III


Leser meines Blogs haben bereits im letzten Jahr den ersten und zweiten Teil dieser scheinbar unendlichen Geschichte lesen können. Doch nun wird es nicht nur albern, sondern zudem auch noch dreist.

Zum Anfang und der Entwicklung der Geschickte bitte erst die angesprochen beiden Teile lesen. Dabei muss man sich schon vor Augen halten, wir haben 2011 und sprechen von einer Kündigung aus dem Jahr 2009. Die Central Krankenversicherung hat es nun nach exakt 14 Monaten nicht einmal ansatzweise geschafft, diese Geschichte zu lösen.

Da auf normale Post und E-Mails, wie auch auf Faxe eine Reaktion mehr erfolgte, lies ich dann im letzten Jahr den Entwurf der Klageschrift, die bisherigen Schreiben und weitere Unterlagen per Gerichtsvollzieher bei dem Vorstand der Central in Köln zustellen. Das hat dann zumindest teilweise gefruchtet. Danach wurde dem Kunden zumindest eine Aufhebung bestätigt. Noch immer zum falschen Termin, noch immer ohne entsprechende Bescheinigungen, aber immerhin etwas.

Somit ist zunächst einmal klar, das der Vertrag bei denen beendet ist. Nur weil der neue Krankenversicherer auf die Vorversicherungsbescheinung (die die Central ja nicht in der Lage ist auszustellen) verzichtet hat, wurden dort die Rechnungen bezahlt.

Die Klage ist mittlerweile am zuständigen Gericht in Frankfurt anhängig und ich bin sehr gespannt, wie dieses weiter geht.

Der nächste Schritt der Unfähigkeit

Heute erreichte mich eine Mail mit dem Betreff „Es nervt so“ von dem betroffenen Kunden und ohne zu Lesen, gar ohne den Absender zu lesen wusste ich, es kann sich nur um meinen „Lieblingsversicherer“ handeln. So war es dann auch. Der Kunde hatte mal wieder Post vom „Hessischen Amt für Versorgung und Soziales“ erhalten. Dort sei ein neues Bußgeldverfahren gegen ihn anhängig, schrieb man dem Kunden und nun soll er zu der Sache gehört werden. Man beachte dabei den Zeitraum um den es geht:

Dabei hatte die Central dem Kunden auf mein Drängen im Dezember bereits eine Bestätigung geschickt, demnach sei die Meldung vom 05. 12. an das Amt ungültig. Angeblich sei eine Rücknahme dieser Meldung nicht möglich. Auch hielt man es aber nicht für nötig, das zuständige Amt zu informieren, der Kunde könne „ja dieses Schreiben zu seiner Entlastung einreichen“.

Ach so ist das also. Der Versicherer ist unfähig in seinen eigenen Unterlagen zu recht zu kommen, nicht in der Lage korrekt zu handeln, Kündigungen und Schreiben zu beantworten, zu lesen und auch ordentlich abzuwickeln, aber der Kunde kann sich ja schön selbst kümmern.

Das zum Thema Kundenservice.

Über den weiteren Verlauf der Klage werde ich Sie auf dem Laufenden halten. Ich hoffe sehr, einen kompetenten und versierten Richter zu bekommen und eine zufriedenstellende gerechte Entscheidung zu erhalten. Das was ich jedoch persönlich schlimm finde, es gibt keinerlei Entschuldigung an den Kunden, nicht mal ansatzweise eine Reaktion und dergleichen.

Und wenn nicht der Kunde hier so geduldig wäre und das nun auch „durchzieht“, so hätte die Taktik „wir als Central sind größer, stärker und sitzen das jetzt aus“ mal wieder geklappt.

Allen den es ähnlich geht… NICHT UNTERKRIEGEN LASSEN! Bestehen Sie auf Ihr Recht und klagen dieses im Notfall ein. Fehler passieren überall, es arbeiten Menschen in Unternehmen, die machen auch mal Fehler, keine Frage. Aber es kann nicht sein, dass hier der Kunde (der ja immerhin in der Vergangenheit nicht wenig Geld gezahlt hat) hier so hängen gelassen wird.

28.
Juli '10

So schlimm und unfähig kann Beratung zur PKV sein- Leider!


Es gibt Sachen auf dieser Welt, die gehören verboten. Verboten zum einen weil diese gegen bestehende Gesetze verstoßen und, was viel schlimmer ist, den Kunden (Versicherten) in ein so großes finanzielles Loch fallen lassen, dass dieser da nie wieder heraus kommt.

In der letzten Woche schrieb ich im Blogbeitrag Unsinniger PKV Werbung- wie finde ich einen Dummen der darauf rein fällt- Teil III über eine vermeintlich neutrale Internetseite. Diese bot eine Beratung zur privaten Krankenversicherung an. Auch hatte ich dort angekündigt einmal eine Anfrage dort zu stellen und dann mit dem „Kollegen“ zu sprechen.

Hier folgt nun Teil I der, aus meiner Sicht schlimmen, Geschichte.

Einen Tag nach der Anfrage erhielt ich von einem Datensatzverkäufer eine E-Mail mit dem Hinweis, man habe die Anfrage an einen zuständigen Berater weitergeleitet. Dieser „Adresshändler“ scheint sich um den Datenschutz und dergleichen wenig bis gar nicht zu scheren. Auch eine E-Mail Signatur mit den Pflichtangaben für eine GmbH scheint diesen Anbieter nicht zu interessieren, die fehlte nämlich gänzlich. Aber eine Mailadresse war angegeben.

Spannend war folgende Formulierung in der Mail:

Ein auf Ihre Bedürfnisse optimal angepasstes Angebot soll das Ergebnis der Beratung sein.

Zuvor sei noch angemerkt, dass es in der PKV mehr als 500 Kriterien gibt die man besprechen kann und sollte und der Kunde mehr als eine E-Mail braucht um die Hintergründe zu verstehen. Keine 30 Minuten nach dieser Mail schrieb mir ein „Berater“, er sei nun für mich zuständig.

Diese Mail war so dreist, das ich kurz davor war einen entsprechenden Anruf zu tätigen. Ein Auszug aus dieser Mail hier:

Um eine Analyse der Möglichkeiten zu erstellen, benötige ich folgende Angaben.

Wünschen Sie ein 2-Bettzimmer mit Chefarzt? Wäre eine SB bis 300,-€ pro Jahr für Sie ok.?

In welcher Höhe benötigen Sie ein Krankentagegeld und ab welcher Woche?

Das waren alle Fragen die anscheinend nötig sein sollen um mir eine Private Krankenversicherung zu verkaufen. Ein Produkt, welches ich (mit gerade 33) die nächsten 30, 40 oder 50 Jahre mit mir herum trage und mich dieses vor den finanziellen Folgen schützen soll.

Weitere Fragen zur beruflichen und privaten Situation gab es nicht, klar- ist ja auch unwichtig ob ich noch drei Kinder will, welche habe oder dergleichen. Auch ist völlig unklar ob ich Leistungen wie Reha, Hilfsmittel, Auslandsaufenthalte und so etwas versichern will. Aber- so dachte ich- kommt vielleicht noch.

Ich antwortete also auf diese drei Fragen und versandte meine Mail an den „Berater“ um 11:54 Uhr. Die Antwort folgte um 12:06 Uhr. Also nach nicht einmal 12 Minuten hat man den für mich passenden Tarif gefunden und schrieb mir, man habe die passenden Tarife gefunden und schicke mir mal drei, ich könne einen aussuchen.

Die Anlage war eine „Analyse“ welche die Beiträge verglich und den billigsten, den 3. und 5. in der Liste anbot. Warum gerade diese? Keine Ahnung.

Dazu gab es eine Kurzbeschreibung des Tarifs, die Beiträge und falsche Informationen zur Versorgung bei einigen Naturheilverfahren. Hierfür kann sicher der Berater weniger, sondern eher der Softwareanbieter. Die „unwichtigen“ Fragen nach Hilfsmitteln (und somit nach hohen Kostenrisiken) hat der tolle Berater gleich mal nicht mit ausgedruckt, denn die Tarife sind hier vermeintlich schlecht. Somit würde ich als Kunde wohl hier auf tausenden und abertausenden Euro an Kosten sitzen bleiben und mich deutlich gegenüber der GKV verschlechtern.

Gesetzlich vorgeschriebene Informationen wie Produktinformationen, Bedingungen, eine Erstinformation zu dem Berater etc. gab es natürlich auch nicht. Warum auch- was der Kunde nicht weiss kann ihn auch nicht verschrecken.

Um 20:08 Uhr des selben Tages wurde mir der Antrag übersandt mit der Bitte diesen doch nun auszufüllen und zurück zu senden. Die ganze „Beratung“, welche eigentlich keine war da dieses nur aus 4 Mails bestand, dauerte somit keinen halben Tag.

Fazit:

Weil solche (Entschuldigung vorab für die nun folgenden deutlichen Worte) Deppen auf dem Markt rumlaufen und nicht in der Lage sind die Tragweite des Unsinns zu erkennen, den die produzieren, leidet nicht nur die Branche. Das allein ist nicht schön, aber Versicherungen und deren Beratung gehört seit jeher nicht zu den beliebtesten Berufen.

Nein, viel schlimmer und vom Gesetzgeber nicht ausreichend kontrolliert ist die Tatsache der Beratung. Solche Abschlüsse und Abläufe führen den Kunden später in den finanziellen Ruin. Natürlich kann man darauf hoffen, dass es eine Vermögenschadenhaftpflichtversicherung gibt und diese vielleicht, nach Jahren des „durch die Gerichte ziehens“ auch zahlt, sicher ist dieses aber nicht.

Der Versicherte steht hier mit unkalkulierbaren Risiken da und kann noch nicht einmal etwas dafür. Da werden Menschen in die PKV gelockt und über Risiken nicht aufgeklärt. Der Berater, den es vielleicht- und in diesem Falle hoffentlich- bald nicht mehr gibt ist dieses doch sch… egal.

Lassen Sie sich bitte nie, niemals von solchen Leuten beraten. Fragen Sie nach, lassen Sie sich Unterlagen zeigen und fordern Sie den Nachweis, dass diese Menschen etwas davon verstehen was sie tun und eine entsprechende Zulassung haben. Solange es blauäugige Kunden gibt wird es auch immer solche schwarzen Schafe auf dem Markt geben.

Und eine (ungewöhnliche) Bitte habe ich noch:

Verbreiten Sie diesen Artikel bitte wo immer Sie können. Facebook, Twitter oder Mail, was auch immer möglich ist. Es kann nicht sein das hier Menschen in den Ruin getrieben werden, weil diese gar keine Möglichkeit haben Aussagen zu hinterfragen und dann reinfallen.

Ich werde in den nächsten Wochen die weitere (rechtliche) Entwicklung hier berichten.

25.
Januar '10

Gemischte Anstalten – nicht wichtig ?! Wie schlecht kann Qualifikation eines Beraters sein?


Ich weiss gar nicht mehr wie oft ich schon solche Fälle erlebt habe. Da gab es die PKV Beratung in 29 Minuten und 10 Sekunden oder aber den Fall des einen mehr oder minder qualifizierten Vermittlers der zum Weglassen von Gesundheitsangaben riet. Letzten Freitag, kurz nach 20 Uhr im letzten Gespräch des Tages gab es wieder zwei solche, wovon ich zumindest einen nicht vorenthalten möchte.

Ein von mir beratener Kunde wird wegen einer Frage zur Geldanlage (nicht mein Gebiet) durch seinen M** Berater aufgesucht. Nachdem man so ins Gespräch kommt erzählt der Kunde vom Thema PKV. Er beschäftigt sich gerade damit.

Nachdem der Berater „das auch kann“ macht dieser ein Angebot und es kommt zu einigen Fragen und folgendem Austausch (sinngemäß wiedergegeben, K: = Kunde, B: = Berater)

K: Ich hab da mal sowas gelesen von gemischten Anstalten. Wie ist das denn hier und sind die wichtig?

B: Ne, brauchen Sie nicht, wenn Sie ins Krankenhaus müssen wird es gezahlt, sonst braucht man das nicht.

Da ja die Leistungspflicht in gemischten Anstalten ja auch „gar nicht“ wichtig ist und auch Regelungen zu Kur-, Reha- und Anschlußheilbehandlungen gänzlich unwichtig sind. Wie es kommt das so was „draußen“ beraten wird, nunja. Aber es wird noch besser:

K: Ich habe da noch ne Frage zum Krankengeld. In der GKV wird dieses ja 78 Wochen gezahlt, in der PKV doch unbegrenzt, oder?

B: Nein, Nein. Auch in der PKV endet dieses nach 1,5 Jahren. Länger gibt es das auch da nicht.

Aha, und warum ist das dann eines der großen Unterscheide die Betrachtung der unterschiedlichen Leistungsdauern bei dem Krankentagegeld und der Frage was ist BU, AU und Invalidität? Und als ob diese Sachen nicht genug Beweis für die (fehlende) Qualifikation des Beraters waren, kam dann noch was:

K: Es gibt doch offene und geschlossene Kataloge bei den Hilfsmitteln. Aber bei den geschlossenen hab ich doch dann irgendwann ein Problem, es wird doch nur das gezahlt was drin steht, nicht wahr?

B: Nein, Hr. X, da brauchen Sie sich keine Sorgen machen. Das wird jährlich/ in regelmäßigen Abständen angepasst. Dazu muss man sich nicht Gedanken machen.

Manchmal frage ich mich ernsthaft was der zu beratene Kunde verbrochen haben muss, um an so einen Berater zu gelangen. Erst wird er im Zweifel von einem vermeintlichen Online Vergleich zu einer Anfrage aufgefordert (Blog Beiträge „unsinnige Werbung“) dann landet er bei einem Vermittler der keine Ahnung hat. Sorry. Nichts gegen Fehler- die passieren immer und überall wo gearbeitet wird, aber man sollte als Berater schon wissen wovon man spricht, sich spezialisieren oder es eben anderen überlassen.

Weiterführende Informationen:

Leitfaden Private Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur PKV

Kriterienfragebogen als ausfüllbare pdf Datei