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17.
September '17

Focus Money testet die PKV oder „Wie man sich das Ergebnis einfach schön rechnet“


Focus Money testet die private Krankenversicherung, OK, keine Pointe. Klar, es ist bald Bundestagswahl und da muss und wird das Thema Krankenversicherung mal wieder aus der Schublade geholt, schließlich steigert es die Auflage. So auch bei Focus Money ein der aktuellen Ausgabe, der Nr. 38/2017.

Sparen Sie sich das Geld, wenn Ihnen nicht das Ding irgendwo kostenlos nachgeworfen wird. Aber dennoch, gestern im Flieger hatte ich die Chance mir mal die Ausgabe mit dem PKV Test anzusehen und habe schon Kopfschmerzen vom ganzen Kopfschütteln. Hier zeigt der Focus mal, wie man es nicht macht und wie man Unwissenheit und anscheinend wenig Ahnung in einen Test packt. Aber es wird eine Serie, denn in den Ausgaben 39-42 folgen weitere Test.

  • – Ausgabe 38: Top-Schutz
  • – Ausgabe 39: Ausgewogene Tarife
  • – Ausgabe 40: Klassik Schutz
  • – Ausgabe 41: Gesundheitsservices
  • – Ausgabe 42: Beamtentarife

Doch in dieser Ausgabe geht es mit dem Besten los, so titelt dieser Artikel auch mit „BESTENS UMSORGT“ und dem Zusatz:

„Vor allem der große Leistungsumfang überzeugt die meisten Privatpatienten. Doch nicht alle Angebote sind auch wirklich top. Welche Tarife besonders leistungsstark sind“

Oh super, endlich mal eine Übereinstimmung. PKV ist Leistung, nicht Preis und nicht billig. Dazu habe ich mehrfach, zuletzt hier mit dem Artikel

PKV muss man sich leisten können und wollen. Wichtige Auswahl und fundierte Entscheidung

ausführlich geschrieben. Doch schauen wir uns nun den Artikel im Focus an.

Focus Money testet die PKV – das Grundsatzproblem

Eine PKV testet man nicht Anfang September. Warum? Weil es in den letzten Monaten des Jahres Ansagen zur Beitragsanpassung, weiteren Änderungen im Vertrag, der Veränderung der gesetzlichen Vorgaben wie JAEG gibt und somit eine vernünftige Aussage nicht möglich ist. So ein Test hat die Halbwertszeit von wenigen Tagen, dann ist er veraltet und unbrauchbar, wenn er denn vorher jemals brauchbar war, was ich hier sehr in Frage stellen möchte.

Focus Money testet die PKV – Topschutz

So testet der Focus Money also Top Schutz Tarife. Schauen wir doch erstmal was der Topschutz in den Augen des Focus Money denn ist. Die Gesamtbewertung verteilt sich damit auch auf verschiedene Bereiche.

Warum auch immer man bei den TOP Tarifen der Leistung“squalität“ nur 40%, also deutlich unter der Hälfte der Wertung zukommen lässt, wir werden es wohl nie erfahren. Aber die Beitragshöhe hat die identische Gewichtung, wobei sich hier die Frage stellt, warum Beitragshöhe und nicht Beitragsstabilität oder -entwicklung. Das allein mit dieser Übergewichtung der Test schon heute völliger Unsinn ist werden wir gleich merken, nämlich beim Testsieger.

Weiterhin konnten einige Anbieter nach Focus Money Testanforderungen nicht mitmachen, denn diese haben in deren Augen keine „TopSchutz Tarife“. Darunter sind auch die Bayrische Beamten, die Central, die DEVK und die UKV. Auch Concordia und VGH durften nicht mitmachen, weil das Finanzstärkerating fehlt. Württembergische dagegen wollte nicht mitmachen.

Jetzt kann man von diesen Unternehmen halten was man möchte und auch die Central hat viel bis alles falsch gemacht vor einigen Jahren, aber diese Auswahl sieht eher wie gewürfelt aus, oder eben die Kriterien so festlegen, damit auch ja der gewünschte Anbieter oben stehen kann, könnte man zumindest meinen.

Doch was sind/ waren die genauen Anforderungen an die 40% Gewichtung für die Leistung? Das lesen wir in dem Kasten über dem Test. Alle TOP Schutz Tarife mussten daher folgendes erfüllen:

  • – Kostenerstattung für Heilpraktiker
  • – Kostenerstattung für Psychotherapie
  • – Kostenerstattung für Krankenfahrstühle
  • – Kostenerstattung für Implantate
  • – Unterbringung im Einbettzimmer (hier ist der Testsieger schon raus, mehr dazu gleich)
  • – Zahnersatz mindestens 80%

Warum nun der Testsieger eben Testsieger ist, das werden wir nie erfahren. Allein bei dem (ob es nun richtig und wichtig ist steht auf einem anderen Blatt) Kriterium Einbettzimmer ist der Tarif der AXA und damit der VITAL 300 als Testsieger falsch. Aber hey, der sollte unbedingt drin sein, so scheint es. Also wurde das hier extra aufgeweicht., Man hat ein Krankenhaustagegeld dazu genommen. 50 € mit denen der Versicherte dann die Differenzkosten zu Einbettzimmer vom Zweibettzimmer zahlen kann.

Das mag in vielen Kliniken auch ausreichend sein, aber nehmen wir einmal das DRK Krankenhaus in Berlin (Differenz Ein-Zweibett = 73 €, Vivantes Berlin Differenz 70 € und viele mehr). Daher ist ein KHT von 50 € eben KEIN Ersatz für eine echte und versicherte Leistung bei Einbettzimmern. Zudem weisst der Focus explizit darauf hin.

„bewertet … nur solche Leistungen, auf die der Versicherte einen verbindlichen Anspruch hat“.

Super ist es dann doch, wenn speziell für den (gewünschten?) Testsieger all diese guten Vorsätze über den Haufen geworfen werden. Doch am Ende wird es noch besser oder eher schlimmer. Übrigens wäre nach den Kriterien oben wäre auch die Central mit dem privat.1 Tarif drin, aber dann bedurfte es da natürlich auch so einer Ausnahme wie bei dem Testsieger Axa Vital.

Focus Money testet die PKV – Testsieger der keiner ist

Schlimm ist aber nicht nur die Verteilung von 40% auf Leistung, 40% auf Beitragshöhe und damit keinerlei Aussage zur Entwicklung und Stabilität, sonder auch die Beitragsbewertung mit Stand „6/2017“. In einem Test für September wird der Datenstand JUNI verwendet. Was genau hat man mit den Testergebnissen gemacht und was genau spräche dagegen diese kurz vor dem Druck zu aktualisieren? Ach ja, dann wäre die Reihenfolge also eine andere.

Ich halte solche Test sowieso nicht für sinnvoll, eher schaden diese bei einer richtigen und gut geplanten Auswahl. Nicht nur in die Beratung gehören mehr Angaben als diese je hier erfasst werden könnten, aber insbesondere der Eindruck ist der falsche. Der Versicherer welcher hier „gewinnt“ wird schnell einen Sonderdruck verwenden, das LOGO als Testsieger einbauen und seine Vermittler informieren. Diese rennen dann damit rum und verkaufen Ihren Tarif als besten im Test.

Hier ist es aber noch deutlicher. Hier wird ein vermeintlicher Testsieger gekürt, der nach den Kriterien nicht nur keiner ist, sondern auch noch einen falschen Eindruck erweckt. Normalerweise müsste und dürfte der Tarif nach den eigenen Kriterien gar nicht dabei sein. Ein Tarif der Central (auch hier ist es keine Wertung) gehört aber da rein.

Die Anpassungen der letzten Jahre waren überdurchschnittlich, denn der Tarif ist viel zu billig. Aber: Auch hier einfach vergessen oder bewusst ignoriert. Klar, die Finanzstärke des Versicherers wird hier mit AA- bewertet, der Zweite und dritte „Testsieger“ bekommt ein A+ und ein AA. Wie das zusammenpasst? Ich weiss es nicht.

Auch der AN Beitrag inkl. SB (also die Beiträge + 1/12 SB) ist bei dem Anbieter Nr. 2 geringer, die Finanzstärke besser. Dennoch… auch hier wird das Ergebnis ignoriert. Nehmen wir das notwenige Krankentagegeld dazu, so wird der Vorteil für den Zweitplatzierten noch deutlicher.

Auch ist die AXA eine der wenigen, welche explizit die Arzthonorare auf den 5fachen Satz deckeln, andere begrenzen diese nicht und leisten einfach „über der Gebührenordnung“. Kein Wort davon, man möchte ja dem Testsieger nichts nachsagen.

Focus Money testet die PKV – Elementare Fehler im Test

Auch die Beitragsbewertung enthält elementare Fehler. So wurde der reine Tarifbeitrag gewertet. Nicht berücksichtig und einfach vergessen wurden dabei nicht nur die Pflegepflichtversicherung, sondern auch das elementar wichtige und unverzichtbare Krankentagegeld. Hier wird dadurch mit völlig sinnlosen, nichtssagenden und verwirrenden Zahlen um sich geworfen. Wer ernsthaft glaubt, für einen Arbeitnehmeranteil von 251,02 € ohne oder 276,02 € mit Selbstbeteiligung, bekommt er einen Schutz im AXA VITAL, der muss leider enttäuscht werden. Ist aber auch blöd mit korrekten Zahlen zu arbeiten und dem Leser finale und richtige Zahlen zu präsentieren.

Richtig wäre für den Datenstand 06/2016 also:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 359,50 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 44,13 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 547,53 €  / AN Anteil: 273,77 € 

Berücksichtigen wir aber bereits bekannte Tarifanpassungen zum 01. Januar, so haben zweit-, dritt oder weiter hinten platzierte Tarife Beitragsgarantien abgegeben. Die AXA wird hingegen deutlich anpassen, wie bereits hier im Blog zu lesen (Link nochmals unten am Ende).

Mit dem 01. 01. 2018 verändert sich der Beitrag daher wie folgt:

  • Monatsbeitrag AXA VITAL 300 U = 467,40 €
  • Monatsbeitrag PremZahn U = 81,80 €
  • Gesetzlicher Zuschlag: 54,92 €
  • Monatsbeitrag KHT/50 = 14,20 €
  • KUR 2,40 €
  • Krankentagegeld T42/ 100 € = 45,50 €
  • = GESAMT: 666,22 € (+ 118,69 €)  / Arbeitnehmeranteil 2018: 343,19 € ( +69,42 € oder +25% )

Betrachten wir also den Gesamtbeitrag (also inkl. PKV) so erwartet den, der heute den Testsieger abschließt, eine Anpassung von 21% oder beziehen wir uns rein auf den Arbeitnehmeranteils dann sogar 25%, obwohl der AG Zuschuss in 2018 nochmals steigt.

–> Arbeitgeberzuschuss und Sozialversicherungswerte 2018 

Focus Money testet die PKV – falsch, unvollständig, unverantwortlich

Halten wir also fest. Gewonnen hat in einem Test ein Testsieger, bei welchem die Kriterien „Mindestanforderungen“ nicht erfüllt sind, für den aber eine Ausnahme gemacht wird und ein Krankenhaustagegeld dazu gebastelt wird und ein Tarif, der Anpassungen von 10-38% bekommen wird zum Januar.

Dazu ist dieses keinesfalls überraschend. Jeder der auch nur einigermaßen mit dem Thema PKV vertraut ist, der kann sich nach den Zahlen selbst ausmalen, der Tarif ist nicht nur zu billig sondern hat gravierende Probleme in der Kalkulation.

Wer mit so einem Testergebnis dann noch herumläuft und damit wirbt, der macht sich mitschuldig. Keineswegs trägt dieser verschobene Test zu einer Aufklärung bei oder bietet überhaupt irgendeine Hilfe, sondern verwirrt und schafft falsche Erwartungen.

Wer also bis hier gelesen hat und jetzt noch so einen Test kauft, liest und auch dann noch danach handelt… Entschuldigung! aber: Selbst schuld!

Alle bisherigen und leider auch eher missglückten Tests des Focus Money finden Sie

HIER IN DER ARTIKELÜBERSICHT zum Focus Money

21.
März '17

„Die besten Tarife für….“ warum Sie es ignorieren oder die Zeitung verbrennen soll(t)en


Egal ob (Fach-) Zeitschriften, Onlineportale oder meist zweifelhafte E-Mail Newsletter, diese Überschrift haben Sie bestimmt schon einmal irgendwo gelesen.

„Die besten Tarife für Angestellte/ Selbstständige/ Sportler/ Warmduscher oder sonst wen.“

Und hier beginnt auch das eigentliche Problem, hier werden für verschiedene Sparten in der Versicherungswirtschaft Rankings und Ratings aufgestellt, welche eine zweifelhafte Auswahl und Sicherheit vermitteln. Oft dienen solche Überschriften als „Aufreißer“ für einen Artikel und am Ende finden sie dann Tabellen oder Übersichten mit dem besten Tarif.

Das Dumme an der ganzen Sache ist nur, dass es den besten Tarif eben nun einmal nicht gibt und auch nicht geben kann. Speziell bei der Absicherung von biometrischen Risiken, also zum Beispiel der Absicherung der Arbeitskraft bei Berufsunfähigkeit, der Absicherung der Gesundheit durch eine private Kranken(zusatz)versicherung oder auch des eigenen Lebensabends durch eine entsprechende Altersvorsorge.

Wer ein wenig länger darüber nachdenkt wird schnell den Grund meiner Skepsis erkennen. Nur weil ein Produkt für mich passt, passt es für Sie noch lange nicht, Nein es kann sogar gänzlich falsch sein und eine solche Auswahl große Risiken bergen.

Warum „ziehen“ solche Artikel (Leser an)

Das Problem bei der Auswahl des passenden Versicherungsschutzes ist oftmals die Unübersichtlichkeit und die Unverständlichkeit von Versicherungsbedingungen. Da liegen dann plötzlich einhundert Seiten kleingedruckter Text vor Ihnen und Sie hadern mit sich selbst. Gedanken wie „Soll ich das wirklich alles lesen?“ oder „Muss ich das jetzt lesen?“ schwirren Ihnen durch den Kopf und eigentlich sagt ihr innerer Schweinehund: „Lass es bleiben und vertraue dem Versicherer oder deinem Berater/ Vertreter“. Auch Aussagen wie

„Ach, irgendwie sind die Bedingungen doch alle gleich und ein Wort/ ein Satz mehr oder weniger kann doch nicht so schlimm sein.“

höre ich immer wieder.

Das ist auch durchaus nachvollziehbar, denn (außer mir und ein paar Kollegen) gibt es wohl niemanden der so etwas gern liest, über Stunden Bedingungen auswertet, mit Textmarker „bewaffnet“ und vor Bergen von Papier. Und natürlich ähneln sich Versicherungsbedingungen in ganz vielen Aussagen und es finden sich gleiche Sätze bei dem einen und anderen Versicherer wieder. Doch nicht in den Gemeinsamkeiten, sondern in den Unterschieden liegt die Gefahr.

Link: Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Wenn sie eben auf den oben stehenden Link geklickt haben und dort ein wenig blättern, dann finden Sie gegenübergestellte Versicherungsbedingungen, welche sich oftmals nur in wenigen Worten unterscheiden. Diese Wortwahl ist es aber, die am Ende bei der Beantragung der versicherten Rente darüber entscheidet, ob eine Leistung erbracht wird oder eben nicht. Es sind keinesfalls die Versicherer die immer nach Auswegen suchen, die böse sind und nie zahlen wollen, es ist oft der große Unterschied zwischen dem was abgeschlossen wurde (und damit versichertes) und der (oftmals falschen) Erwartungshaltung. Da wird in blumigen Worten ausgemalt, dass sie doch den absoluten Luxus und Superschutz in ihrer privaten Krankenversicherung gekauft haben (oder kaufen sollen), dummerweise „vergisst“ ihr Berater Ihnen die Ausschlüsse, Einschränkungen und sonstigen Beschränkungen des Tarifes zu erklären und Sie glauben ihm und gehen von einem High End Schutz aus. Einen Schutz den sie so jedoch gar nicht haben. (mehr …)

30.
Juni '14

Der Unsinn hat einen Namen „Die beliebtesten Versicherer aus Vermittlersicht“


Es gibt bekanntlich viel Unsinn in der Branche, viele Test die eher gewürfelte Ergebnisse haben und dem Kunden mehr Schaden zufügen, manchmal gar in den Ruin treiben als die erhoffte Hilfe zu bieten. Vermittler wie Kunden wissen irgendwann nicht mehr was und wem sie glauben sollen. Da kommen Auswertungen, Ratings und Test oftmals gerade den „Kollegen“ recht, die noch ein „Verkaufsargument“ brauchen oder eine „Bestätigung für eine Empfehlung“.

Jetzt haben solche Test ja bekanntlich Kriterien. Kriterien welche manchmal unsinnig gewählt sind, manches Mal erfüllen auch die Testsieger nicht einmal die gesetzten Kriterien und dann, wenn Sie denken es geht nicht schlimmer, dann lesen Sie Schlagzeilen wie:

Beste Krankenversicherung aus Maklersicht

Die Favoriten der Vermittler in BU/Arbeitskraftabsicherung

Das passiert so jedes Quartal auf’s Neue und jedes Mal der gleiche Schwachsinn Unfug. Die Idee ist sicherlich dem Leser zu sagen: „Hey, schau her. Deine (Makler-)Kollegen finden den Versicherer XYZ gut und Du verkaufst den noch nicht? Dann mal schnell los, wird ja einen Grund haben warum die Kollegen den toll finden.“

Wie kommen die Ergebnisse der Studien zu Stande? 

Nun, das ist einfach. Der Verlag bzw. das Haus welches die Analysen im Auftrag durchführt, sucht sich nach mir nicht bekannten Kriterien Makler und Mehrfachagenten aus und schreibt diese per Mail an. Dort wird dann ein Link zu einer Umfrage mitgeteilt und in etwa 15 Minuten können die Teilnehmer dann wählen, welcher Versicherer „toll“ ist und welcher eben nicht.

Nachdem die zufälligen Tipps Angaben des Einzelnen ausgewertet worden sind, entsteht dabei eine „Studie“ die zusammen mit etwas Text an die Presse verschickt wird. Branchenzeitschriften, Online-Portale und manchmal auch Endkundenmagazine schreiben dann darüber. Interessierte und einige Versicherer dürfen diesen Unsinn dann käuflich erwerben und machen damit wiederum Werbung bei Maklern, Kunden oder wo auch immer.

Teilnehmer sind Sockenliebhaber

Augenscheinlich, denn wie sonst würden Sie solche Einladung zur Umfrage denn verstehen?

Einladung PKV Umfrage

Bei der Einladung wurden mir- wie allen anderen Teilnehmern- die Verlosung von Socken angeboten. Jeder 20. Teilnehmer gewann somit ein Paar Funktionsstrümpfe. Dazu hab es noch ein Seminar und Abos der Zeitung „Die Welt“ zu gewinnen. Irgendwie müssen die potentiellen Teilnehmer ja dazu überredet werden, bei diesem „größten Schwachsinn der Branche“ mitzumachen.

Manchmal, ja machmal gibt es auch eine Reise zu gewinnen.

Reise Gewinn

Wer kauft das Ergebnis und was kostet es?

Vermutlich (Zahlen und Daten zur Auflage liegen mir nicht vor) werden die Versicherer diese Studie erst einmal kaufen, schließlich muss man ja dort wissen wie gut das eigene Ergebnis war und ob es sich lohnt damit zu werben. Auch können Sie diese Studien kaufen, wenn Sie denn 1.775 EUR netto in den Papierkontainer werfen wollen. Sollten Sie nur ansatzweise darüber nachdenken das zu tun, bitte werfen Sie es hierhin.

Preise Asscompact Studie

Unterstellen wir also einmal, die aktuelle PKV Studie (siehe Einladung oben) wurde von 50 Versicherern, einigen Branchenunternehmen und vielleicht noch ein oder zwei Einzelpersonen gekauft. Dann sähe die Rechnung so aus:

75 * 1.775 EUR = 133.125 EUR

./. Jahresabos Die Welt 15* 500 EUR = 7.500 EUR

./. 369 Makler * 97 EUR = 35.793 EUR wenn alle Teilnehmer zum Seminar gingen und diesen voll zu zahlen wäre

./. 19*40 EUR für Socken = 760 EUR

= 89.072 EUR Gewinn

Wenn Sie also mal… Adressen und Telefonnummern von Maklern gibts ja online. 🙂

Was sagt das Testergebnis über das Unternehmen und Ihre Auswahl?

Dazu muss man unterscheiden an wen Sie geraten. Ein qualifizierter Berater wird Ihnen erklären können wie schwachsinnig solche Ergebnisse sind und auch deutlich machen, warum es für Ihre eigenen Auswertung absolut gar nichts bringt. Es ist so, als fragten Sie 20 Verkäuferinnen welche Marke/ welchen Hersteller sie bei dem neuen Anzug gut findet. Kaufen Sie dann diese Marke?

Nicht? Weil die Marke so gar nicht ihrem Geschmack entspricht, oder vielleicht Anzüge macht die für Ihre Figur oder den Bedarf unsinnig sind? So zinnhaltig wie eine solche Empfehlung ist diese Studie auch.

Wissen Sie warum die Makler/ Mehrfachagenten die Gesellschaften gut finden?

Vielleicht ist die Berechnungssoftware toll? Vielleicht klappt die Betreuung durch den Maklerbetreuer gut, es gab gerade einen Bonus, die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter dort sind besonders hübsch, das Logo ist schön, die Abwicklung geht schnell, oder was auch immer.

Kollegen die es nutzen- Maklerjob verfehlt!

Ganz klar und auch wenn es vielleicht überheblich klingen mag (so ist es nicht gemeint), aber Berater die solche oder auch andere fragwürdige Tests verwenden, haben für mein Verständnis den Beruf des Maklers nicht verstanden. Marktauswahl, Recherche und Begründung der Empfehlung, das ist genau die Tätigkeit.

Ob ein Tarif, Versicherer oder ein Service anderen Kollegen gefällt oder nicht, das kann und muss dem Makler in der Beratung egal sein.

Und nur am Rande: Teilgenommen haben 369 Makler, ja 369! 

23.
April '14

Finanztest- Kritik an vielen Ecken… hoffentlich fruchtet diese auch bei den „Testern“


In der letzten Woche veröffentlichte Finanztest den neuen „PKV Test“. Leider war es wie befürchtet, oder anders… es war viele, viel Schlimmer als gedacht.

Finanztest verunsichert Verbraucher erneut mit dilettantischem Test zur Privaten Krankenversicherung (PKV)

Aus dem Debakel und der Kritik des BU Tests im letzten Jahr wurde nichts, aber auch gar nichts gelernt und Finanztest steht immer noch auf dem hohen Ross „wir sind besser, können alles besser und sind über jeden Zweifel erhaben“. Schließlich haben sie gegenüber Maklern und Beratern einen ganz großen Vorteil, die Redaktion, die Tester und keiner sonst dort haftet für den Unsinn den man verbreitet, auch dann nicht, wenn der Leser/ Kunde nachweislich Schaden durch so eine Empfehlung nimmt.

In diesem Beitrag daher mal einige Kritiken zusammengefasst.

Die Ärztezeitung hat das Thema letzte Woche schon aufgegriffen: „Falsche Hochrechnungen, PKV kontert Stiftung Warentest

Der Versicherungsmonitor berichtetet, der Versicherungsbote brachte ein Interview mit mir.

Arne Lotse vom finanzdiskurs geht auf die Fehler im Test in deinem Bligbeitrag ein und hat einen schönen „Apfelvergleich“.

Will sagen: Mal angenommen, ich habe einen Apfelbaum und daran wachsen so wenig Äpfel, dass ich mir von jemandem 14 Äpfel leihen muss, um alle mit Äpfeln zu versorgen. Und am Ende bleiben 8,5 Äpfel übrig. Wie viele Äpfel sind dann an meinem Baum zu viel gewachsen? Richtig. Keiner. Ich hätte mir einfach nur 5,5 Äpfel, die ich zu WENIG hatte, leihen müssen.  LINK zum Beitrag

Thorulf Müller, Versicherungsberater und Publizist schrieb ebenfalls dazu und geht nochmals auf inhaltliche Fehler ein und stellt die kostenpflichtige Analyse in Frage.

Insgesamt stellt sich aber die Frage, ob man nicht aus Sicht der Versicherer und der Versicherungsvermittler Finanztest einfach mal den Stecker ziehen sollte. Auch das Analyseangebot halte ich für unzulässig. Finanztest begibt sich meines Erachtens hier auf dünnes Eis, wenn Sie im Einzelfall konkrete Beratung anbietet. Das sollte meiner Ansicht nach einmal rechtlich gewürdigt werden. Dies ist aber den Juristen und Richtern in diesem Land vorbehalten. weiterlesen…

Der Versicherungsmakler Thomas Schösser kommt ebenfalls zu einem vernichtenden Ergebnis und schreibt:

Ich glaube, dass einen kranken Menschen in erster Linie interessiert, ob und in welcher Höhe er anfallende Krankheitskosten erstattet bekommt, egal wie häufig diese statistisch gesehen vorkommen. Man kann sich ja nicht aussuchen, welche Krankheiten und damit im Zusammenhang stehenden Kosten auf einen zukommen. Die Frage müsste meines Erachtens vielmehr lauten, welche Krankheitskosten bzw. Konstellationen können dem Kunden finanziell quasi das Genick brechen? weiterlesen…

Der erste nutzt leider den vermeintlichen Test auch schon, obwohl die Concordia unberechtigt in dem Test ist, da diese die von FT selbst besetzten Mindestkritierien so nicht erfüllt, aber das mach dem Versicherer so gar nichts. Was so ein Siegel kostet und warum es die Versicherer nutzen? Das lesen Sie in meinem Beitrag von gestern.

Der erste nutzt den Unsinn schon: Concordia Krankenversicherung zum Finanztest PKV Test und was der “Spaß” kostet

Als „faules Osterei“ beschreibt Makler Frank Rindermann den Finanztest und geht auch noch einmal auf die Zulässigkeit der „Beratung“ ein:

Ich frage mich, ob nicht der Verkauf der „Analysen“ gegen Gebühr und auch die Versicherungsvergleiche selbst, als „Versicherungsberatung“ gewertet werden könnten, die gesetzliche geregelt wird und für die eine offizielle Zulassung erforderlich ist (welche Finanztest meines Wissens nicht besitzt). Die Auszeichnung von „Testsiegern“ und deutlich gekennzeichnete „Empfehlungen“ von Versicherungstarifen, kommen einer „Beratung“ durch die Klassifizierung von Musterkunden und Musterkriterien, in denen sich einzelne Personen wiederfinden können, meinem Verständnis nach zumindest sehr nahe. Dieser Umstand sollte einmal juristisch geprüft werden.

Etwas mehr aus Sicht der Beihilfe und daher der Beamten, für die Finanztest die PKV uneingeschränkt und immer empfahl, „zerlegt“ Kollege Lars U. Harms den Test und weisst auf die deutlichen Gefahren hin.

Finanztest hätte vieles besser machen können als noch 2006. Will man es nicht oder kann man es nicht besser? Vielleicht wird es finanziell auch uninteressant, wenn man Verbrauchern keinen billigen Versicherer mehr mit umfangreichen Leistungen präsentieren kann – das vermag ich nicht zu beurteilen. Leid tun mir Verbraucher, wenn sie Schaden nehmen würden, weil sie sich auf solche Testergebnisse für einen unpassenden Tarif entscheiden. weiterlesen…

Finanztest hat bisher- in ihrer charmant ignoranten Art- noch nicht einmal reagiert. Nur der Twitter Account schrieb mit einem Kollegen, antwortete dann aber auf meine Frage(n) nicht mehr.

Warten wir einmal ah, die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

22.
Juni '13

Finanztest Berufsunfähigkeitsversicherungen (2013) – 75% der Tarife sehr gut?! Immer noch im Tal der Ahnungslosen und resistent gegen Kritik- warum der Test so gar nichts bringt und bei der Tarifauswahl sogar schadet


Es gibt Institutionen, welche sogar staatlich als „Verbraucherschutz“ (mit-) finanziert werden und dennoch mehr Schaden anrichten können, als sie dem Laien bei der Auswahl des Produktes helfen. Ein „glorreiches“ Beispiel für- leider wiederholten- hanebüchenen Unsinn liefert Finanztest in der aktuellen Ausgabe 7/2013 einmal mehr. Schade, denn auch diesmal wird der Leser der 4,90 EUR teuren Ausgabe der Zeitschrift in die Irre geführt und mit fachlich mehr als fragwürdigen Testergebnissen in eine Richtung gedrängt, welche bei einem so wichtigen Thema wie der Absicherung gegen das Berufsunfähigkeitsrisiko fatal sein kann. Ab Seite 58 der Ausgabe geht es unter dem Titel „Sehr gut bei Berufsunfähigkeit“ um einen Test der am Markt befindlichen Produkte. Nach den Halbwahrheiten und falschen Aussagen im Test 2012 (Link: Finanztest und die Halbwahrheiten zur Berufsunfähigkeit) sollte man eigentlich annehmen, dass es diesmal besser wird, leider wird diese Hoffnung wieder einmal enttäuscht.

Die Notwendigkeit einer Absicherung

Die Absicherung gegen die finanziellen Folgen von Berufsunfähigkeit gehört ohne Zweifel zu den wichtigsten Policen im privaten Haushalt. Neben der exitenziellen Haftpflichtversicherung für Schäden an Dritten, sichert der Kunde hier den finanziellen Verlust der Fähigkeit, im eigenen Beruf ein Einkommen zu erzielen. Der gesetzliche Schutz, welcher nur noch für Versicherte die vor 1961 geboren sind vorhanden sind besteht, existiert somit für die meisten nicht mehr. Für alle anderen besteht nur noch eine Grundversorgung gegen die Erwerbsminderung, also die Fähigkeit überhaupt irgendwas am Arbeitsmarkt tun zu können, dabei ist es vollkommen egal um welche Tätigkeit es sich handelt und ob es überhaupt die Chance gibt, einen Job zu bekommen.

Wen testete Finanztest?

Laut den Angaben im Test hat Finanztest die Versicherer mit Niederlassung im Geschäftsgebiet Deutschland gebeten, Angebote zu offerieren, welche in die Auswirkung einflossen. Unter der Überschrift „So haben wir getestet“ heisst es dazu:

„Wir haben alle in Deutschland niedergelassenen Versicherer gebeten, und ihre preiswerteste Berufsunfähigkeitsversicherung für drei Modellkunden (siehe Jahresbeitrag) vorzulegen, die sie in der täglichen Praxis anbieten. Darunter waren selbstständige Verträge (SBU) und die Zusatzversicherungen (BUZ) (…)“

Testergebnis BU 2013 FinanztestWenn also ein Unternehmen nicht antwortet, weil es vielleicht aus den letzten Tests der Finanztest Redaktion gelernt hat und wusste welchen Unsinn man zum Beispiel in 2012 verzapft hat, dann ist der Tarif eben nicht enthalten. Verdeckte Anfragen hält Finanztest für nicht nötig und begründet das auch: „Auf eine verdeckte Erhebung der Tarife haben wir verzichtet, weil es sehr viele gute Angebote gibt.“

Ach stimmt, es sind ja mehr als 70% der Angebote sowieso mit „sehr gut“ bewertet worden, genau sind im Test 58 von 74 Tarifen. (Ein Tarif hat keine Bewertung erhalten, da bei der Interrisk SBU psychische Erkrankungen ausgeschlossen sind).

Wir halten also fest: Gestetet wurden die Tarife, welche die Gesellschaften selbst angeboten haben, wer nicht geantwortet hat, der wurde auch nicht in den Test einbezogen. So findet sich zum Beispiel auch die Golden BU der LV v. 1871 nicht in dem Test, obwohl diese ein durchaus interessantes Tarifwerk bietet und seit 2013 auf eine klassische Einstufung in Berufsgruppen verzichten. Auch die Nürnberger mit einen großen Anzahl an Verträgen (mit teils eigenwilligen Bedingungen) tauchen somit einfach nicht auf. Macht aber auch fast nix, denn Finanztest hat die Kriterien für den Test sowieso sehr eigenwillig festgelegt.

Wie testet Finanztest?

Zunächst unterscheidet Finanztest drei große Testbereiche. So entfallen auf die Versicherungsbedingungen 70% der Bewertung, 20% auf die Ausgestaltung der Anträge und weitere 10% auf das versicherbare Endalter und die versicherbaren Berufe. Löblich, dass hier zumindest mittlerweile erkannt wurde, das Service oder die „subjektive Kundenzufriedenheit“ eher ungeeignete Kriterien sind.

Doch liest man sich die Kriterien in den Versicherungsbedingungen dann einmal genauer durch, so stellt sich die Frage wo die Fortsetzung ist, oder soll das etwa alles gewesen sein? So wurden getestet:

„A: Verzicht auf Abstrakte Verweisung“

Dummerweise hat es Finanztest vergessen oder -was schlimmer wäre- hält es tatsächlich für irrelevant, (mehr …)