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17.
August '17

Deutscher Ring Kranken und Signal Iduna Kranken verschmelzen – die Folgen für Versicherte


Es war abzusehen und angekündigt, denn schon vor einigen Jahren war bei den ersten Schritten klar „das wird irgendwann eins“. Versicherte des Deutscher Ring Krankenversicherung aG bekamen Post, plötzlich mit blauem Logo. Hauptsitz ist Dortmund statt Hamburg und so langsam wurde das rote Logo des Deutschen Rings kleiner, die Signal Iduna Farbe blau überwog.

Artikelhinweis: Aus Deutscher Ring wird Signal Iduna

Schon im letzten Jahr habe ich somit dieses Szenario beschrieben, auch wenn ich es sehr schade finde von der Gesamtentwicklung, schauen wir uns hier einmal die Folgen für die Versicherten an und beleuchten unter anderem einmal die Frage, ob Sie als versicherte Kunden etwas tun müssen, sollten, können oder dürfen. Doch das Ganze einmal der Reihe nach.

Gibt es den Deutschen Ring nicht mehr?

Nein, zumindest nicht als eigenständiges Unternehmen, denn dieser ist zusammen mit der Signal Krankenversicherung zusammengefasst. Im Handelsregister kann man sich das (kostenpflichtig) abrufen und ansehen. Hier stimmt meiner Meinung nach ein Datum nicht, aber dort heisst es:

SIGNAL IDUNA Krankenversicherung a.G.

Die Gesellschaft ist als übernehmender Rechtsträger nach Maßgabe des Verschmelzungsvertrages vom 29.08.2017 (sollte wohl 29.06.2017 heißen) sowie der Zustimmungsbeschlüsse ihrer Mitgliedervertreterversammlung vom 28.06.2017 und der Mitgliedervertreterversammlung des übertragenden Rechtsträgers vom 29.06.2017 mit dem Deutscher Ring Krankenversicherungsverein a.G. mit Sitz in Hamburg (Amtsgericht Hamburg, HRB 4673) durch Aufnahme verschmolzen.

Die weiteren Details finden sich in dem, ebenfalls zum Download zur Verfügung stehenden Verschmelzungsvertrag, dort heißt es dann:

Auszug aus dem Verschmelzungsvertrag

Die Verschmelzung funktioniert im Innenverhältnis rückwirkend zum 01. 01. 2017.

Das Unternehmen ist damit vom Markt verschwunden, die Marke „Deutscher Ring“ soll aber erhalten bleiben. Daher werden Kunden auch weiterhin Post vom „Deutschen Ring“ bekommen, wenn auch nicht mehr dem „Deutscher Ring Krankenversicherungsverein aG“, sondern der Signal Kranken.

 

Was ändert sich für Kunden?

Generell bleiben natürlich die Verträge, Tarife, Tarifbedingungen und auch die Beiträge unverändert bestehen. Die vertraglichen Verpflichtungen werden durch so eine Verschmelzung nicht berührt. Alle Leistungen die Sie einmal bei Vertragsabschluss versichert haben und hatten, haben Sie auch heute noch.

Auch die neuen Ansprechpartner hat der Deutsche Ring seinen Kunden bereits vor Monaten mitgeteilt und diese ändern sich nicht. Leistungen erhalten Sie dann zukünftig von der Signal Kranken, welche die Rechte und Pflichten vollumfänglich übernommen hat.

Hat diese Verschmelzung Vorteile?

Nun, für einige Kunden kann es durchaus einen Vorteil geben. Bereits vor einem Jahr hatte ich über den so genannten Tarifwechsel nach §204 des VVG geschrieben, also der gesetzlichen, vertraglichen Garantie des Versicherers einen Tarifwechsel in so genannten „gleichartigen“ Versicherungsschutz zu ermöglichen.

Bisher konnten die Kunden des Deutschen Rings im Rahmen des Tarifwechsels in die Tarife des DR wechseln. Im Wesentlichen standen damit die beiden Tarife ESPRIT und COMFORT+ mit Ihren unterschiedlichen Tarif- und SB Stufen zur Verfügung. Das ändert sich nun etwas, denn mit der Verschmelzung sprechen wir über ein gemeinsames, einzelnes Unternehmen.

Auch die Signal Versicherungen haben und hatten eigene Tarife und die Kunden konnten sich im Rahmen des Tarifwechsels innerhalb diesen Tarifen bewegen. Klar spielen hier Mehrleistungen, Zuschläge für Mehrleistungen oder ein so genannter Mehrleistungsverzicht eine Rolle, aber nun ist es möglich auch Kunden aus einem (ehemaligen) Signal Tarif den Tarifwechsel in die ehemaligen Tarife des Dt. Rings zu ermöglichen, ebenso in die andere Richtung.

Ob ein solcher Tarifwechsel für Sie in Frage kommt, sinnvoll ist und welche Tarife oder Tarifmodelle in Frage kommen, dass ist nur in einer individuellen Beratung zu klären.

26.
April '17

Versichererwechsel mitten im Jahr und die komplette Anrechnung der Selbstbeteiligung?


Sie kennen das ja bereits. Fragen die per E-Mail, über das Kontaktformular oder den LiveChat bei mir landen, schaffen es oft auf den Zettel auf meinem Tisch. Wiederholen sich die Fragen dann auch von anderen Lesern, so wird daraus oft ein Blogbeitrag oder ein kurzer Eintrag bei Facebook. Einen solchen Fall hatte ich in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal, scheint gerade vielen auf der Seele zu brennen. Daher nutze ich den heute nochmal im LiveChat gefragten Fall für diesen Beitrag.

Die Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung

Mit so einem Modell erspart sich der Versicherer kleine Rechnungen und damit viel Verwaltungsaufwand. Auch wenn heute bei vielen Unternehmen RechnungsApps hoch im Kurs stehen und die Abrechnung für den Kunden erleichtern, am Ende kostet das Einreichen und Abrechnen der Belege Geld.

Durch die Vereinbarung einer so genannten Selbstbeteiligung, fast jeder kennt diese von seiner Autoversicherung, wird ein Teil des Schadens nicht bezahlt oder erst ab einer bestimmten Schadenhöhe das Einreichen von Rechnungen überhaupt sinnvoll.

Großer Unterscheid zum Auto – Selbstbeteiligung in der PKV gilt pro Jahr, nicht pro Fall

Während in der Autoversicherung die Selbstbeteiligung pro Schadenfall gilt, ist das in der Krankenversicherung zum Glück nicht so. Hier wird ein fester (oder prozentualer und dann auf einen Betrag gedeckelter) Betrag pro Kalender- oder Versicherungsjahr

(ob bei Ihnen das Versicherungs- oder Kalenderjahr gilt, lesen Sie in dieser Übersicht)

von der Erstattung abgezogen. Reichen Sie vorher Rechnungen ein, so wird dieser Betrag nicht erstattet, ist die Rechnung bereits höher so erfolgt eine anteilige Erstattung.

Rechnungen die unter die SB fallen sollten Sie daher noch nicht einreichen und zu Hause sammeln, denn schon das „zum Versicherer schicken“ verhindert unter Umständen die Beitragsrückerstattung. Wer aber weiss, im Jahr erreiche ich diese durch noch geplante Behandlungen oder chronische Erkrankungen, der kann diese auch einfach Einreichen, so muss man alle Belege nicht selbst sammeln. Dann erfolgt vom Versicherer eine Mitteilung über die Tarifliche Leistung und der Hinweis, eine Erstattung erfolgt nicht, da noch (wie hier 300,61 €) and restlicher Selbstbeteiligung offen sind.

Das passiert dann einfach solange, bis eine Erstattung über der Selbstbeteiligung erfolgen kann, die wird dann wie versichert ausgezahlt.

Unterjährige Selbstbeteiligung

Nun gibt es diverse Gründe, warum ein Vertrag kein volles Kalenderjahr besteht. Eine private Krankenversicherung kann zum Beispiel erst am 1.4. eines Jahres beginnen, wenn der Kunde vorher noch in der gesetzlichen Krankenkasse versichert war. Auch ein Berufs-/ Jobwechsel führt zu so einem unterjährigen Beginn.

Erstes Versicherungsjahr anteilig

Beginnt der Schutz also erst am 1.4. und die jährliche Selbstbeteiligung beträgt 600 €, so reduziert sich diese FÜR DAS ERSTE JAHR um 150 € für die Monate Januar, Februar und März. Damit kann der Versicherte im Rest des Jahres die reduzierte SB von 450 € geltend machen.

Keine Reduzierung bei vorzeitigem Ende

Etwas anders sieht es nun bei der Frage des vorzeitigen Endes einer Versicherung aus. Die folgende Frage aus dem LiveChat verdeutlicht das genauer:

Hallo, ich habe zum 1. April meine private KV gewechselt und bei der alten KV nun alle Belege von Januar bis März eingereicht. Der alte Versicherer hat mir nun die volle Selbstbeteiligung für das ganze Jahr abgezogen, obwohl ich auf den Wechsel hingewiesen habe. Ich habe angenommen, dass die Selbstbeteiligung anteilmäßig auf die drei Monate umgerechnet wird? Liege ich da falsch?

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22.
April '16

Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung


Wer die Wahl hat, hat die Qual. Jeder, der nicht zu den Krankenversicherungspflichtigen gehört, also jeder, der kein Arbeitnehmer ist oder die Versicherungspflichtgrenze von 56.250 Euro pro Jahr übersteigt, kann wählen, ob er sich gesetzlich oder privat krankenversichern möchte. Während die Höhe der Beitragssätze in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) festgelegt ist, allerdings seit 2016 mit einem Zusatzbeitrag versehen werden kann, werden bei den privaten Krankenversicherungen (PKV) die Tarife nach statistischen Angaben berechnet. Und zwar danach, wie viel die medizinische Versorgung eines Versicherten im Laufe seines Lebens – statistisch gesehen – kosten wird. Dabei setzt sich der Beitrag aus dem Risikoanteil, dem Verwaltungskostenanteil und dem Sparanteil zusammen. Und dann wäre da noch die Leistung: Je mehr man als Versicherter haben möchte, umso höher werden die Beiträge.

Geld sparen durch Tarifwechsel innerhalb der VersicherungDas heißt aber nun nicht, dass die Beiträge in der PKV immer stabil bleiben. So werden Beiträge regelmäßig angepasst. Grund dafür sind zum einen die Fortschritte in der Medizin, zum anderen die immer höhere Lebenserwartung. Diese Erhöhungen können auf Dauer gesehen für den Versicherten teuer werden. Die Lösung: Ein Tarifwechsel innerhalb der Versicherung, der erheblich Geld sparen lässt. Dabei gibt es jedoch einiges zu beachten!

Wann sich ein Tarifwechsel lohnt

In schöner Regelmäßigkeit kreieren private Krankenversicherungen neue Tarife, von denen bereits Versicherte allerdings wenig bis gar nichts mitbekommen. Denn die Versicherungen präsentieren diese Tarife nur denen, die als Neukunden angelockt werden sollen. Und diese erhalten natürlich weitaus günstigere Preise. Das heißt aber nicht, dass alteingesessene Kunden nicht auch in den Genuss dieser günstigeren Tarife kommen können – und das bei oftmals gleichen Leistungen. Was der Kunde, der sparen möchte, jetzt tun muss ist einfach: Vergleichen! Im Idealfall mit einem guten Versicherungsberater. Der Experte von Krankenversicherung.com ist überzeugt: „Wer seinen Vertrag vom Experten untersuchen lässt, kann oft erhebliche Prämieneinsparungen erzielen.“ Auf keinen Fall sollte direkt die Versicherung nach einem günstigeren Tarif angefragt werden, da diese natürlich kaum Interesse haben wird, von bereits Versicherten für gleiche Leistungen weniger Geld zu bekommen. Und auch bei der Eigensuche nach einem günstigeren Tarif kann man schnell den Überblick verlieren, denn Versicherer haben oftmals mehrere hundert Tarife im Angebot.

Das sollte man bei einem Tarifwechsel wissen:

  • Versicherte in einem Alttarif – der oftmals gar nicht mehr angeboten wird – zahlen mehr, weil
    • das Durchschnittsalter der Tarifgemeinschaft steigt
    • die Versicherten häufiger krank werden
    • für Behandlungen höhere Kosten gezahlt werden müssen
  • Höhere Kosten in Tarifen entstehen, wenn viele Gesunde wechseln. Der Experte spricht dabei von „Entmischung“. Ergo halten sich die Einnahmen und die Kosten nicht mehr die Waage, die Tarife werden erhöht!
  • Je länger man in einem Tarif versichert ist, umso vielversprechender ist es, einen Tarifwechsel zu vollziehen.
  • Sofern ein Wechsel in einen Tarif mit besseren Leistungen erwägt wird, muss man damit rechnen, dass der Versicherte einen Risikozuschlag verlangen kann.
  • Auch eine erneute Gesundheitsprüfung oder eine Wartezeit, in der die höheren Leistungen nicht in Anspruch genommen werden können, ist möglich.
  • Bei einer negativen Gesundheitsprüfung kann der Versicherer die höheren Leistungen ausschließen.

Im Übrigen ist ein Tarifwechsel immer einem Versicherungswechsel vorzuziehen. Der Grund sind vor allem die sogenannten Altersrückstellungen. Diese werden von Versicherungen angelegt, da damit zu rechnen ist, dass im Alter häufigere Behandlungen notwendig sind. Damit die Versicherungsprämien bezahlbar bleiben, werden die Altersrückstellungen angespart. Bei einem Tarifwechsel bleiben diese erhalten, bei einem Versicherungswechsel nicht.

Versicherer versuchen den Tarifwechsel ihrer Kunden zu verhindernTarifwechsel in der privaten Krankenversicherungen

Dass die Versicherungsgesellschaften wenig Interesse daran haben, für die gleiche Leistung weniger Geld einzunehmen, liegt auf der Hand. Aus diesem Grund versuchen viele Versicherer dem Kunden Steine in den Weg zu legen und kommen oft mit Behauptungen daher, die so nicht stimmen:

  • Ein Tarifwechsel kann nur gegen eine Gesundheitsprüfung stattfinden.
  • Ein Tarifwechsel ist an einen Risikozuschlag gebunden.
  • Der günstigere Tarif ist nur für Neukunden.
  • Der Tarif kann nur von bestimmten Jahrgängen abgeschlossen werden.
  • Es ist nicht möglich, bei gleichem Versicherungsschutz weniger zu zahlen. Dies ist unvereinbar!
  • Das Wechselverfahren ist kompliziert und zeitaufwändig.

Durch diese Behauptungen soll ein Tarifwechsel verhindert werden, dann dieser lässt die Versicherungsgesellschaften das Geld, das durch niedrigere Prämien gespart wird, verlieren und gleichzeitig werden die attraktiven Tarife für Neukunden kaputtgemacht.

Kein Wunder, dass die Versicherungsunternehmen so reagieren. Auch wenn die privaten Zusatzversicherungen in den letzten Jahren gestiegen sind, die Zahl der Versicherten mit Krankenvollversicherung stagniert.

Jahr Krankenvollversicherung Priv. Pflegeversicherung Priv. Zusatzversicherung

Jahr Krankenvollversicherung Priv. Pflegeversicherung Priv. Zusatzversicherung
2009 8.811.000 9.534.000 21.478.000
2010 8.896.000 9.593.000 21.969.000
2011 8.976.000 9.667.000 22.499.000
2012 8.956.000 9.620.000 23.071.000
2013 8.890.000 9.538.000 23.895.000
2014 8.834.000 9.473.000 24.342.000

Quelle: de.statista.com

Tarifwechsel: Beispiele und Ersparnisse

Spätestens zum Jahresende hin werden viele Versicherte der PKV daran erinnert, dass die Versicherungsprämien der Krankenversicherung steigen. Denn dann flattern regelmäßig Schreiben ins Haus, die eine Erhöhung für das kommende Jahr vorsehen. Spätestens dann sollte man aktiv werden und die Erhöhung nicht einfach hinnehmen. Ein paar unverbindliche Rechenbeispiele sollen die Ersparnis bei einem Tarifwechsel deutlich machen.

• Ein 40-jährigen Selbstständiger zahlt bisher 427,00 € monatlich. Durch einen Tarifwechsel reduziert sich die Versicherungsprämie auf monatlich 323,00 €. Das ist eine Ersparnis von 104 € im Monat. Davon gehen einmalige Beratungskosten für den Versicherungsexperten in Höhe von 742,56 € weg, bleibt für das erste Jahr eine Ersparnis von 505,44 €. Nach dem zweiten Jahr hat man sich bereits 1.753,44 € gespart und nach fünf Jahren sind es 5.497,44 €.
• Ein 49-jähriger Angestellter, der über der Versicherungspflichtgrenze liegt, zahlt in seinem alten Tarif 620,00 €. Nach dem Wechsel in einen neuen Tarif zahlt er nur noch 330,00 €, eine Ersparnis von 290,00 € monatlich. Abzüglich der Beratungskosten von 2.070,60 € spart er sich im ersten Jahr nach dem Wechsel 1.409,40 €. Nach dem zweiten Jahr hat er sich 4.889,40 € gespart, nach fünf Jahren 15.329,40 €.
• Eine 74-jährige Rentnerin zahlt 735,00 € in ihrem alten Tarif und wechselt in einen neuen, in dem sie nur noch 506,00 € monatlich zahlen muss. Die Ersparnis von 229,00 € im Monat bedeutet – abzüglich der Beratungskosten von 1.635,06 € eine Ersparnis von 1.112,94 € im ersten Jahr. Nach dem zweiten Jahr hat sie bereits 3.860,94 € eingespart, nach dem fünften Jahr sind es 12.104,94 €.

Diese Rechenbeispiele zeigen deutlich, wie sinnvoll es ist, die Tarife der privaten Krankenversicherung zu vergleichen und im Fall des Falles zu wechseln.

Disclaimer: Bei dem Artikel handelt es sich um einen Gastbeitrag, welcher hier im Blog veröffentlicht wird.

10.
April '14

Der Unsinn stirbt nicht aus- wie aus „PKV für 59 EUR!“ jetzt „sparen Sie 40% ohne Wechsel der Gesellschaft“ wurde


Es ist nicht verwunderlich, dennoch macht es das Leben für die seriös arbeitenden Vermittler nicht wirklich einfacher und fördert keineswegs den (teilweise berechtigt) schlechten Ruf der gesamten Branche. Gemeint sind Werbeanzeigen, Pop-up Fenster und sinnlose Werbemails von zweifelhaften Anbietern.

Waren es in den letzten Jahren noch Versprechungen wie „59 EUR für die Private Krankenversicherung“ und wurde mit solchem Unsinn nicht nur der falsche Ansatz gesetzt, sondern auch völlig „verkehrte“ Zielgruppen in die Private Krankenversicherung geschickt, so sind es heute genau diese Menschen, denen skrupellose Vermittler ein zweites Mal Geld abnehmen wollen.

Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen, schrieb ich schon vor Jahren und meine das nach wie vor so. Es gibt eine große Gruppe von Menschen die in die Private Krankenversicherung könnten, es aber definitiv nicht sollten.

PKV- Zielgruppen

Nun ist es natürlich nicht so, das für jede Person aus jeder Gruppe identische Voraussetzungen gelten und nicht auch ein Existenzgründer der „richtige Kandidat“ für die PKV sein kann, aber für viele ist es daher keine Option. Gerade wenn sich der Gründer die „Beiträge in der GKV nicht leisten kann“, dann ist es die falsche Option in die Private Krankenversicherung (PKV) zu gehen. Hier sind die Kostenrisiken, Eigenbeteiligungen und die Entwicklung dann nicht nur unüberschaubar, sondern bergen auch große Risiken.

Deckelung der Courtagen, Weniger Neugeschäft?!

Der Gesetzgeber hat diesen „Alle müssen in die PKV“-Vertrieben das Leben schwerer gemacht und durch Begrenzung der Vergütung in der PKV, über längere Stornohaftungszeiten (mehr …)

28.
August '13

Gibt es eine Steigerung von unseriös? Hier ein Beispiel zur PKV-Beratung einige Verkäufer


Es ist wie in jeder Branche, es gibt gute Berater, es gibt schlechte Berater und es gibt solche wo man hofft diesen nie zu begegnen und nur hoffen kann dass es keinen gibt der darauf reinfällt. Dass die Versicherungsbranche nicht den besten Ruf hat, das hat sie sich in vielen Fällen sicherlich selbst zuzuschreiben, dass aber manche Berater anscheinend sogar keine Skrupel zu haben scheinen, das wird an diesem Beispiel wieder recht deutlich.

Um die Geschichte zu verstehen, vielleicht etwas Information vorweg. Heute im Laufe des Vormittags erhielt ich eine Anfrage über die Homepage von einem bereits in der PKV versicherten Kunden. Nennen wir ihn für den weiteren Beitrag Herr M. Dieser besagte Herr M. ist im Jahre 1957 geboren, mittlerweile also 56 Jahre alt und seit ca. 23 Jahren in der privaten Versicherung versichert. Da er in den neuen Bundesländern lebt(e) hat er sich damals (vielleicht auch aus Gründen einer falschen Beratung oder aus reinen Kostengründen) für einen so genannten „Osttarif“ entschieden. Diese Tarife wurden in der privaten Krankenversicherung ausschließlich in den neuen Bundesländern eingebunden und hatten eine geringere Prämie als die bundesweit geöffneten Tarife. Der Grund ist relativ einfach, waren doch die Kosten für ärztliche Honorar, Heilmittel oder sonstige medizinische Behandler damals deutlich geringer.

Entschieden hatte sich der Kunde seinerzeit für einen Tarif BSK der Deutschen Krankenversicherung (GKV). In der heutigen Anfrage der oben angesprochenen E-Mail fand sich dann unter anderem folgender Hinweis:

„Wo sind Sie versichert und zu welchem Tarif? DKV BSK, PVN (geschlossen)

Derzeitiger Monatsbeitrag 434,-

Sonstige Anmerkungen mit weiteren Erhöhungen ist zu rechnen. Ich möchte

ab Renteneintritt mögl. konstant bleiben.“

Wir sprechen also von einem privat Krankenversicherten Kunden, welche mit 56 Jahren einen Beitrag von monatlich 434 € zahlt und als Ingenieur selbstständig (in einem der neuen Bundesländer) wohnt und tätig ist. Dieser Kunde wurde nun von einem Berater Verkäufer kontaktiert und ihm wurde angeboten doch eine bessere Lösung für seinen Versicherungsschutz zu finden. Soweit ist hieran nichts falsches festzustellen, spontan würde man sicherlich an einen Tarifwechsel nach Paragraph 204 VVG denken. Hintergrund dazu ist sicherlich auch die Tatsache, dass die Beiträge in den „Osttarifen“ aufgrund der gestiegenen Gesundheitskosten teilweise recht deutlich gestiegen sind.

Doch was dann als „Angebot“ von dem Berater kommt, das hat mit Beratung, seriös und fair nichts zu tun. Schön aber, dass „Ihre Zufriedenheit“ das Ziel des Beraters ist, was man sich dann auch als Firmenslogan überlegt hat. Doch weiter mit den Fakten.

Dagegen der Berater hin und sendet dem Kunden keinen Vorschlag oder eine Hilfestellung zum Tarifwechsel bei der DKV, sondern geht ernsthaft hin und will ihn dazu überreden in einen neuen Tarif der Hanse Merkur zu wechseln. Dabei handelt es sich (mehr …)