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29.
August '11

Central Krankenversicherung vor radikalen Veränderungen – was passiert mit den Versicherten?


Ein Bericht der Financial Times vom gestrigen Sonntag sorgte durchaus für einigen Gesprächsstoff. Der Redakteur Fromme schrieb dort von gravierenden Veränderungen innerhalb der Central Krankenversicherung.

Bei dem Unternehmen handelt es sich um den, zum Generali Konzern gehörenden Krankenversicherer. Die Central hatte in der Vergangenheit mehrfach für Aufsehen gesorgt. So berichtete ich bereits über die Tarifschließungen Anfang August und zweistelligen Beitragsanpassungen zum Jahreswechsel. Weiterhin musste der Versicherer eingestehen, das Konzept mit den Billigtarifen sei nicht wie geplant aufgegangen. Daher zog das Kölner Unternehmen Konsequenzen und stellte in seinem, erst 2009 eingeführten VARIO Tarifwerk, die untere Tariflinie schnell wieder ein.

Die Berichte der Financial Times gehen nun noch einen Schritt weiter, sind aber noch nicht bestätigt. Demnach plant das Unternehmen die Einstellung des eigenen Außendienstes, die Reduzierung des Maklervertriebes und weitere radikale Veränderungen im Vorstand.

Vorstandschef Teuscher sagte, dass die Auflösung des eigenen Vertriebs noch nicht beschlossen ist. „Wir prüfen die Einstellung des Außendienstes und die Möglichkeit, dass sich die Vermittler für andere Vertriebswege entscheiden können„, sagte er der FTD. Beim Maklervertrieb, der von rund 70 Mitarbeitern betreut wird, sei kein kompletter Verzicht geplant, sagte er. „Doch hier erwarten wir einen scharfen Rückgang im Geschäft.“ Deshalb müssten Kapazitäten angepasst werden. (Quelle: FTD.de vom 28.8.11)

Auch für bereits dort versicherte Kunden kann sich vor diesem Hintergrund ein Handlungsbedarf ergeben. Das bedeutet zwar nicht, dass nun alle dort versicherten PKV Kunden das Unternehmen schnell verlassen müssen, dennoch sollten sich die Versicherten die neue Situation bewusst machen.

Es hat sich binnen der letzten 2 Jahre (nach Tarifeinführung des Vario Tarifs im Juni 2009) viel getan, nicht unbedingt zum Positiven. Nur weil Tarife nicht wie gewünscht wachsen bedeutet zwar keine Explosion der Beiträge, aber die veränderte Strategie kann durchaus Auswirkungen auf die Bestände haben.

Was sollten Central Versicherte nun tun?

Wenn Sie bei der Central Krankenversicherung versichert sind, dabei ist es egal ob in den alten Tarifen (KN oder EKN, CV3H oder CVP, KEH oder in den neuen Vario Tarifen), überlegen Sie sich zunächst ob die Anforderungen an die gewünschte Private Krankenversicherung  noch passen und ggf. angepasst werden müssen.

Für die Auswahl finden Sie einige Hinweise in meinem Leitfaden zur Entscheidungsfindung zur Privaten Krankenversicherung und im Kriterienfragebogen zur PKV.

Nachdem Sie diese Kriterien für sich festgelegt und überprüft haben, setzen Sie sich mit Ihrem Berater zusammen und überlegen gemeinsam was zu tun ist. Treffen Sie keine übereilten Entscheidungen, bedenken aber bitte auch die Kündigungsfristen welche ggf. zu beachten sind.

Weitere Informationen:

Soll ich in den VARIO Tarif der Central wechseln?

Kündigungstermine in der Privaten Krankenversicheurng

Wechsel der Privaten Krankenversicherung für 2012

Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung

29.
Juli '11

Central Krankenversicherung: Tarifschließungen per sofort, Beitragserhöhungen im zweistelligen Prozentbereich zum Jahresende – wie geht es weiter?


Da gab es früher mal ein Sprichwort mit den“ Ratten und dem sinkenden Schiff“, oder so ähnlich. An dieses musste ich eben denken, als mir mein, ebenfalls im PKV Bereich tätiger, Maklerkollege eine Mail der Central weiterleitete. Diese hatte er von „seinem Betreuer“ bei der Central Krankenversicherung erhalten hatte. Dort informiert die Central seine Maklerpartner über zwei gravierende Punkte.

1.) Tarifschließungen zum 01. 08. 2011

Nachdem die DKV es vor nicht langer Zeit vorgemacht hatte und ihre „Einstiegstarife“ einfach zum 01. 01. 2012 schließen wird, zieht die Central nach und geht einen noch rigoroseren Weg. Innerhalb weniger Tage (von Bekanntgabe bis Wirksamkeit) werden die Tarife im Einstiegsbereich geschlossen. Dabei handelt es sich um die Tarife der so genannten „EcoLine“.

Von der Schließung sind somit alle folgenden Tarife betroffen:

ECOline-Tarife KE, EKE, KEH, BSS, BSSN

Gut, nun könnte man ja meinen das es nur die logische Konsequenz aus der Einführung der neuen Vario Tarife im Jahre 2009 gewesen ist und es absehbar war, sich auf die neuen Tarife zu konzentrieren. Aber auch der Vario ist betroffen. Aus dem ehemals dreiteiligen Tarifwerk (ECO – PLUS – TOP) wird ein zweiteiliges, denn auch die untere Linie der Vario Tarife (Vx3xSx) ist geschlossen. Damit wird eines der Argumente der Central, die einen Wechsel von „Basisschutz“ in Topschutz“ angeboten hatten, schlichtweg wegrationalisiert. Aufgrund der Probleme mit Nichtzahlern und des Nichtnutzen der Optionsrechte sei der Schritt unumgänglich, schreibt die Central weiter.

An diesem Beispiel ist auch recht deutlich zu erkennen, was Wechselrechte als Verkaufsargument bingen. Wenn es einfach Tarife oder Tarifstufen nicht mehr gibt, so sind auch Wechseloptionen einfach ad absurdum geführt und nur sehr bedingt aussagekräftig.

Wenn Sie sich also für einen Tarif entscheiden, so sollte es auf keinen Fall das einzige oder wichtigste Kriterium sein. Aber auch für die geschlossenen Tarife bietet sich ein Tarifwechsel nach 204 VVG an, den sollten Sie in jedem Fall überlegen.

2.) Beitragsanpassungen zum 01. 01. 2012

Als zweite Botschaft folgen nun erste Infos zu den Anpassungen im Neugeschäft ab 01. 01. 2012. Erschreckend Erstaunlich ist dabei die Aussage zu der Anpassungshöhe. Vergleicht man dazu einmal die Beitragsanpassungen zu, 01. 01. 2011 der Central, mag sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Auch das Beispiel eines Bestandskunden zur Beitragsentwicklung in der Vergangenheit, die natürlich keine Garantie für die Zukunft ist, macht nicht unbedingt Mut. In der Ankündigung heißt es nun:

Unsere ersten Hochrechnungen zeigen, dass wir auch im Jahr 2012 deutliche Beitragserhöhungen sowohl im Neugeschäft als auch im Bestand haben werden. Nach dem aktuellen Stand unserer Analysen rechnen wir mit Erhöhungen im zweistelligen Bereich. Im Neugeschäft kann dies eine durchschnittliche Erhöhung von rund 20% für die PLUSline bedeuten sowie eine durchschnittliche Erhöhung von rund 10 % für die TOPline. Dabei können einzelne Tarife um diese Durchschnittswerte streuen. Sobald die neuen Prämien vom Treuhänder bestätigt sind, werden wir Sie informieren.

Wie genau die Anpassungen im Bestand aussehen werden, ist noch nicht ansatzweise bekannt. Es ist aber durchaus anzunehmen, dass diese Anpassungen sich in ähnliche Richtungen bewegen.

Wie immer gilt aber auch hier: Eine Garantie bietet keine Gesellschaft und keine Entwicklung in der Vergangenheit. Dennoch gibt es Versicherer die weniger vertriebsorientiert arbeiten und mehr Wert auf konstante Entwicklungen statt Neugeschäft um jeden Preis legen.

Bei der Auswahl der Privaten Krankenversicherung beachten Sie bitte zunächst, das Tarife auf den eigenen Bedarf passen müssen und alle „weichen Faktoren“ wie Unternehmen, Beitragsentwicklung und Kennzahlen als weitere Komponenten bei der Auswahl eine nicht fassbare Rolle spielen, da sich diese ständig ändern können.

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22.
Juni '11

DKV schließt einige Vollkostentarife zum 01. 01. 2012


Das hat ja nicht lange gehalten. Im Jahr 2009 führte die DKV Ihre BestMed Tarife ein und bot diese in verschiedenen Tarifstufen an. Dabei standen die Zahlen hinter dem „BM“ als Tarifbezeichnung für die Höhe der Leistungen.

Der BM1 mit den schwächsten Leistungen und steigerbar bis zum BM5 mit maximaler Leistungsstufe.

Anscheinend war die Begeisterung bei den Tarifen nicht so groß wie erwartet und die Kunden für diese Tarife rannten der DKV (Deutsche Krankenversicherung AG) wohl eher nicht die Türen ein. Nur so ist es zu erklären, dass der Versicherer zum 01. 01. 2012 (so eine Vorabmeldung) nun Tarife einfach schließt.

In dem BestMed Tarifwerk handelt es sich um die Tarife BM1 (Produktinfo BM1 der DKV) und BM2 (Produktinfo BM2).

Leistungsseitig wird man am Markt wohl eher nichts vermissen. Beide Tarife waren mit einem Hausarztmodell (Was bedeutet Haus- oder Primärarztmodell) ausgestattet und boten geringe Leistungen. Im Zahnbereich waren dieses 50 oder 60% bei Zahnersatz und aus sonst waren nur Mindestleistungen versichert. Daher wird der Markt es verschmerzen können, denke ich.

Doch für Kunden in den neuen Bundesländern wird es nun doch eng mit Tarifen (die speziellen „Osttarife“). Denn nicht nur die oben genannten Bestmed Tarife sollen zum Jahresende ein abruptes Ende finden, auch die Tarife BS9 (Produktübersicht BS5 der DKV) und BS5 (Produktübersicht BS5)werden beendet und geschlossen.

Weitere Tarife die es ab dem Jahreswechsel nicht mehr geben wird, sind der SMART/PLU (Produktinfo DKV Smart/PLU) und auch der ehemalige Tarif ET2 der Victoria Krankenversicherung (die in der DKV eingegliedert ist/ wurde) wird es nicht in die nächsten Jahre schaffen. (Produktinfo der DKV zum ET2)

Was ändert sich für den Neukunden bei einer Tarifschließung?

Dieser kann die oben genannten Tarife nicht mehr abschließen, diese werden nach der Schließung einfach nicht mehr angeboten. Heute, wo eine solche Information bereits bekannt ist, sollte natürlich ein Abschluss eines solchen Tarifs nicht mehr stattfinden oder sehr genau überlegt sein.

Am Markt gibt es eine fast unüberschaubare Zahl an Tarifen, welche andere und zum Teil bessere Leistungen bieten, deutlich bessere Prämienstabilität aufwiesen in der Vergangenheit und nicht aus dem Hause DKV sein müssen. Bevor jedoch eine Auswahl stattfinden kann, informieren Sie sich bitte ausführlich über die -für Sie- wichtigen Kriterien bei der Tarifauswahl in der Privaten Krankenversicherung (PKV) und lassen sich ausreichend Zeit.

Was passiert mit mir, wenn ich dort schon versichert bin?

Eine Schließung eines Tarifs bedeutet nicht, das Ihr Vertrag endet. Der Vertrag mit dem Versicherer bleibt auch nach einer Schließung unverändert bestehen. Auch besteht kein Sonderkündigungsrecht oder eine außervertragliche Möglichkeit zur Beendigung des Tarifs. Solange Sie wollen (und nicht kündigen) sind und bleiben Sie daher in dem Tarif versichert, es ändert sich nichts für Sie.

Dennoch sollten Sie prüfen, ob der gewählte Versicherungsschutz noch den Bedürfnissen und den eigenen Anforderungen entspricht. Alle diese Tarife hatten/ haben zum Teil erhebliche Lücken und stellen den Versicherten mehrfach schlechter als den gesetzlich Versicherten. Die Systeme sind zwar nicht direkt vergleichbar, jedoch staunen die Versicherten manchmal nicht schlecht, wenn diese sich vor Augen führen was alles nicht versichert ist. Schauen Sie sich durchaus die Bereiche Reha- und Anschlußheilbehandlung an, weiterhin die Leistungen zu Hilfsmitteln und Heilmitteln, aber auch Fragen zu Leistungsbausteinen wie gemischten Anstalten sollten gestellt werden.

Kann ich meinen Tarif wechseln und wann geht das?

Grundsätzlich bestehen mehrere Möglichkeiten des Wechsels. Zunächst kann der Versicherungsschutz auf Antrag verbessert und gewechselt werden. Dabei bedenken Sie bitte, dass eine Verbesserung der Leistungen eine neue Risikoprüfung bedingt und der Versicherer den Wechsel auch ablehnen kann.

Für die Versicherten der BestMed Tarife (BM1 und BM2 somit in diesem Fall) bestehen noch Optionsrechte in den Tarifen. In dem Versicherungsbedingungen (Druckstück 50052656 B 194 (10.10) BDK50134) der DKV heißt es dazu:

2. Optionsrecht – Erleichterter Wechsel innerhalb des BestMed Tarifsystems

2.1 Hat die Versicherung nach einem Tarif aus dem BestMed Tarifsystem für eine versicherte Person bis Eintrittsalter 55 Jahre begonnen, können Sie die Versicherung für diese Person einmalig

entweder zum 1. Januar des 4. Versicherungsjahres

oder zum 1. Januar des 6. Versicherungsjahres

– gerechnet vom erstmaligen Beginn der Versicherung im BestMed Tarifsystem –

zu folgenden erleichterten Bedingungen in einen leistungsstärkeren Tarif des BestMed Tarifsystems umstellen lassen

a) Der Umwandlungsantrag ist mit einem unserer Antragsvordrucke – bei einem Umwandlungsantrag zum 6.

Versicherungsjahr unter Beantwortung der Gesundheitsfragen – zu stellen; er kann frühestens zwei Monate

vor einem der in Satz 1 genannten Termine gestellt werden, er muss uns jedoch spätesten einen Monat vor

dem gewählten Umwandlungszeitpunkt vorliegen. Wir nehmen den fristgerechten Umwandlungsantrag an.

b) Bei einer Umwandlung

· zu Beginn des 4. Versicherungsjahres verzichten wir auf neue Risikozuschläge,

· zu Beginn des 6. Versicherungsjahres können wir – soweit ein erhöhtes Risiko vorliegt – für den hinzukommenden

Teil des Versicherungsschutzes (Mehrleistung) einen Risikozuschlag (s. § 12 Abs. 3 und 4) von maximal 100% des auf die Mehrleistung entfallenden Beitragsanteils verlangen.

c) Die Vereinbarung eines Leistungsausschlusses können wir nicht verlangen.

d) Für laufende Versicherungsfälle wird ab Umwandlungstermin nach den dann geltenden Tarifen – ohne Wartezeiten– geleistet.

e) Der vom Umwandlungstermin an zu zahlende Beitrag richtet sich nach dem dann erreichten Alter der versicherten Person unter Berücksichtigung eventuell erworbener Anrechnungsbeträge1.

Hat Ihr Versicherungsschutz somit im BestMed 1 oder 2 zum 01. 01. 2009 begonnen, so bietet sich ein solcher Wechsel zum 01. 01. 2012 an. Bitte beachten Sie den sehr kurzen Zeitraum der Antragstellung. Diese Umstellung ohne Risikozuschläge kann nur im November 2011 erfolgen. Passiert dieses nicht. ist das Umwandlungsrecht verwirkt.

Prüfen Sie daher sehr genau und rechtzeitig ob und in welchen Tarif Sie wechseln wollen, nur so ist dieses sinnvoll zu lösen.

Was ist mit dem gesetzlichen Tarifwechselrecht?

Das bleibt uneingeschränkt bestehen, unbeachtet der oben genannten Optionen im BestMed. Was es jedoch genau bedeutet und wie es genau funktioniert können Sie in meinem Blogbeitrag Tarifwechsel nach § 204 VVG statt Kündigung bei Beitragsanpassung in der Privaten Krankenversicherung nachlesen.

Dieses Recht sollten die Versicherten der BS5 und BS9 Tarife besonders beachten und sich mit einem möglichen Wechsel des Tarifs oder gar des Unternehmens beschäftigen.

Wird mein Tarif nun schnell teurer wenn er geschlossen ist?

So pauschal ist eine solche Aussage nicht zu treffen und daher weder falsch noch richtig. Entscheidend ist die Kalkulation des Versicherers und die Frage wie vorsichtig/ optimistisch kalkuliert wurde. Durch eine Tarifschließung muss es nicht zu höheren Steigerungen kommen. In der Vergangenheit ist aber genau dieses bei einigen Unternehmen passiert. Die Aussage „das passiert weil keine neuen Kunden hinzukommen“ ist aber auch Unsinn. Gründe sind hier vielfältig und insbesondere von der Kostenentwicklung, den Rücklagen und dergleichen abhängig.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung/ Anforderungsfragebogen

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Alle Blogbeiträge zur DKV