Artikel mit ‘Sonderkündigung’ getagged

04.
Dezember '13

Central Krankenversicherung senkt Tarifbonus, Folge sind höhere Zahlbeiträge und dennoch besteht kein Sonderkündigungsrecht?!


Update II: Telefonate und einige Mail mit dem Pressesprecher der Central, Hr. Voigt. VIELEN DANK für die schnelle Klärung, rechtsverbindliche Zusicherung der Kündigungsmöglichkeit am Ende des Beitrages. Der offene Punkt zur fehlenden Belehrung zu den Kündigungsrechten ist in Klärung.

Update: Anruf von der Barmenia. Hier sieht man das anders. Eine Beitragsveränderung ist ausreichend und es besteht ein Sonderkündigungsrecht, wenn man den Bonus im eigenen Haus senken müsste, was derzeit nicht der Fall ist. 

Wer bei einem Privaten Krankenversicherer versichert ist, der hat nicht nur Pflichte, sondern auch Rechte. Eines dieser Rechte ich die Möglichkeit den Versicherer wieder zu verlassen und sein Vertragsverhältnis dann zu kündigen, wenn der Versicherer die Beiträge erhöht. Die Grundlage dafür findet sich im Versicherungsvertragsgesetz (VVG) und genau im Paragraphen 205.

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

Wie genau der Ablauf hierzu ist, welche Fristen zu beachten sind und was es sonst bei der Kündigung zu bedenken gibt, das habe ich in meinem Beitrag „Kündigung der privaten Krankenversicherung nun länger möglich“ bereits beschrieben.

Ein realer Fall eines Interessenten und Bloglesers soll nun doch keine Kündigungsmöglichkeit schaffen, obwohl dieser Kunde ab Januar nicht mehr 533,74 EUR sondern 554,65 EUR monatlichen Beitrag zahlen soll? Diese Erhöhung von 20,91 EUR (+ 3,91% in Bezug auf den Gesamtbeitrag)

Was genau war passiert?

Der Leser ist Kunde der Central Krankenversicherung und in den folgenden Tarifen versichert, welche sich hier im Scan des Versicherungsscheins für 2013 gut erkennen lassen.

Central_Tarifbonus_2

Interessant war- schon damals- die Information über „zeitlich befristete Gutschriften“. Hierbei handelt es sich um eine freiwillige Gutschrift, welche der Versicherer gewährte um die Beitragsbelastung zu reduzieren. Der freiwillige „Rabatt“ betrug für den Kunden hier 41,05 EUR monatlich und reduzierte (mehr …)

11.
November '11

Versicherer in der PKV erhöht die Selbstbeteiligung – darf der das?


Einige Kunden werden diese Jahr doppelt erstaunt sein, wenn die Post der Privaten Krankenversicherung eintrifft. So wird es nicht nur eine (teilweise deutliche) Anhebung der Beiträge geben, sondern zudem noch eine Anpassung der Selbstbeteiligung. Gerade die Kunden der Central Krankenversicherung sind davon betroffen.

Gerade bei den Kunden, denen bei Vertragsabschluss eher das Blaue vom Himmel versprochen wurde und die sich dann für einen Tarif mit geringer Selbstbeteiligung entschieden haben, diese werden davon nicht gerade erfreut sein. Doch die erste Frage, die sich in solchem Fall immer stellt ist:

Darf der Versicherer denn die Selbstbeteiligung so einfach erhöhen?

Ja, dieses ist eine andere Form der Beitragsanpassung, die dem Versicherer zusteht. Dabei ist nicht festgeschrieben welche der Formen (Anhebung der Beiträge oder Anhebung der Selbstbeteiligung) dieser nutzt, oder auch beide in der Kombination.

Die Voraussetzungen für diese Regelung findet sich im Versicherungsvertragsgesetz (VVG), genauer im §203. Dieser lautet auszugsweise:

(2) Ist bei einer Krankenversicherung das ordentliche Kündigungsrecht des Versicherers gesetzlich oder vertraglich ausgeschlossen, ist der Versicherer bei einer nicht nur als vorübergehend anzusehenden Veränderung einer für die Prämienkalkulation maßgeblichen Rechnungsgrundlage berechtigt, die Prämie entsprechend den berichtigten Rechnungsgrundlagen auch für bestehende Versicherungsverhältnisse neu festzusetzen, sofern ein unabhängiger Treuhänder die technischen Berechnungsgrundlagen überprüft und der Prämienanpassung zugestimmt hat. Dabei dürfen auch ein betragsmäßig festgelegter Selbstbehalt angepasst und ein vereinbarter Risikozuschlag entsprechend geändert werden, soweit dies vereinbart ist.“

Was genau darf der Versicherer tun, was nicht?
(mehr …)

02.
August '10

Die Private Krankenversicherung 2011 und was Sie beachten sollten


Kaum ist die zweite Jahreshälfte angelaufen, schon häufen sich in den letzten Wochen wieder die PopUp Fenster auf Internetseiten. Hier wird oft ein schneller Wechsel der Privaten Krankenversicherung (PKV) versprochen und der schnelle Vergleich suggeriert. Dabei werden „lockende Angebote“ mit möglichst viel Geldersparnis angeboten und natürlich nur die positiven Merkmale herausgestellt.

Bisher hielt ich das XING Netzwerk für eines der solideren Netzwerke. Nachdem aber dort Nutzer Fragen an die anderen Nutzer stellen können, geht so ein Unsinn auch dort weiter. Dabei musste ich letzte Woche eine „Frage“ eines vermeintlichen Kollegen sehen, welcher genau auf den Zug „Jahresende, Ersparnis, PKV“ aufgesprungen zu sein scheint.

T.G. fragt (20.07.2010 )

Wenn Sie die Möglichkeit hätten vor der kommenden Beitragsanpassung Ihren Tarif bei der Privaten Krankenversicherung in einem kurzen Telefonat mit denen aller 42 Gesellschaften zu vergleichen, gemäß Ihren Leistungsvorgaben, würden Sie für ein paar hundert Euro die 30min Zeit investieren?

(Hervorhebungen durch mich)

Da frage ich mich ernsthaft welchen Teil von diesem Unsinn man zuerst in Frage stellen soll. Das eine Beratung in so kurzer Zeit nicht gehen kann, hatte ich bereits in verschiedenen Blogbeiträgen erläutert. Wie bitte soll denn ein Laie in wenigen Minuten verstehen welche Leistungsbereiche es gibt, wie wichtig diese sind und wo die Bedeutung der einen oder anderen Auswahl liegt?

Wie soll ein Laie verstehen, dass ein einzelnes Wort in den Bedingungen die Leistung oder Einschränkung bedeutet und das wo er gar keine Kenntnis über die Auswirkungen hat und diese auch in 30 Minuten nicht bekommen kann?

In einem meiner Blogbeiträge in der letzten Woche ging es genau um eine solche Art von Beratung. Hier wurde in sogar weniger als 30 Minuten eine komplette PKV verkauft und hätte den Kunden definitiv im Leistungsfall deutlich fünfstellige Beträge gekostet.

Ich kann es gar nicht oft genug sagen. Tun Sie nichts ohne ausreichend überlegt zu haben. Auch wenn Ihnen Versicherungsbedingungen nicht unbedingt wie die tollste Bettlektüre vorkommen, lesen Sie Bedingungen, den Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung und die Auswahlkriterien in der PKV. Erst dann entscheiden Sie in Ruhe und wohl überlegt ob ein Wechsel Sinn macht.

Weitere Beiträge:

Kündigung der PKV wegen Beitragserhöhung

So schlimm kann Beratung in der PKV sein- leider

07.
September '09

Sonderkündigungsrecht der Privaten Krankenversicherung (PKV) bei Versicherungspflicht


In der letzten Woche begegnete mir eine Anfrage, welche ich zunächst nicht so richtig einordnen konnte. Es ging um die Frage der Kündigung der PKV bei Versicherungspflicht. Das ist m.E. eindeutig geregelt.

Zur Situation:

Es handelte sich um einen Versicherten der bis 31. 08. 2009 selbstständig war und nun, ab 1. September eine neue Tätigkeit gefunden hatte. Mit seinem Einkommen von etwas über 2.000 EUR Brutto war dieser ganz klar versicherungspflichtig. (Grundlage: §5 SGB V)

Schauen wir uns zunächst die Gründe an:

Bei den, im § 5 definierten Grundlagen tritt zunächst zwingen Versicherungspflicht in der GKV ein. Nur wenn Tatbestände aus dem §8 greifen, so kann man sich unter Umständen von dieser Pflicht befreien lassen.

In diesem Fall traf keine der Gründe zu. Daher trat Versicherungspflicht ein und der Arbeitgeber musste den Kunden zweifelsfrei versicherungspflichtig in einer GKV anmelden. Das wusste dieser aber anscheinend nicht und verweigerte eine solche Anmeldung mit dem Hinweis, „Sie waren doch privat versichert“.

Anscheinend traf der Kunde aber auch bei seinem Privaten Krankenversicherer, der Hanse Merkur, im Servicecenter auf keinen der so recht wusste was er sagt. Man teilte dem Kunden telefonisch mit, er möge doch bitte regulär kündigen, das ginge zum Ende des Jahres.

Dieses ist natürlich Unsinn. Denn §13 (3) der Musterbedingungen (MB/KK) (Direktlink) ermöglicht in solch einem Fall eben ein Sonderkündigungsrecht. Zu beachten sind die Nachweisfristen von 2 Monaten. Dann endet der Schutz der PKV eben zum Eintreten der Versicherungspflicht in der GKV.

Denken Sie also in solch einem Fall daran, diese dem Privaten Versicherer dieses rechtzeitig nachzuweisen und somit kein Frist zu versäumen.