Artikel mit ‘Selbstständige’ getagged

25.
Januar '12

Versicherungspflicht für Freiberufler? Was folgt daraus und bietet es Vorteile?


Die Diskussion ist so alt, wie das System selbst. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wer denn nun zwangsweise in die gesetzlichen Rentenkasse einzahlen muss und wer die Wahl hat, Art und Höhe der Vorsorge selbst zu entscheiden. Auch stellt sich immer wieder die Frage wie viel Zwang nötig ist, damit auch Selbstständige und Freiberufler tatsächlich etwas für ihre Altersvorsorge tun.

Gerade in wirtschaftlich schlechteren Zeiten ist die Altersvorsorge oftmals der 1. Teil, der Streichungen zum Opfer fällt. Dabei ist es gerade der Teil, der das Einkommen im Alter sichern soll. Natürlich muss es auch in der jetzigen Zeit passen. Was nutzt eine hohe Vorsorge, wenn dafür derzeit kein Geld übrig bleibt.

Wie ist die Situation bei Angestellten?

Angestellte zahlen monatlich einen prozentualen Betrag in die gesetzliche Rentenversicherung. Ab dem 1.1.2012 sind es 19,6 % des beitragspflichtigen Bruttoeinkommens. Der Beitrag wird dabei hälftig zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber aufgeteilt. Doch nicht jedes Einkommen unterliegt den Abgaben. Die so genannte Beitragsbemessungsgrenze ist der Betrag, bis zu welchem das Einkommen beitragspflichtig wird. Das bedeutet, dass alle Einkünfte darüber hinaus nicht mehr zu Grunde gelegt werden und auf diese kein Beitrag zu zahlen ist. Dabei ist die Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung nicht zu verwechseln mit der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung.
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10.
Juni '10

Existenzgründer und die gesetzliche Kasse – holen Sie sich Geld zurück


In der vergangenen Woche schrieb ich bereits etwas zu dem Thema „Selbstständige und die Beitragsberechnung in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV)

Auch habe ich dort erklärt- eine rückwirkende Erstattung ist nicht möglich, nur die Änderung der zukünftigen Beitragszahlungen ist denkbar. Grundlage ist hier der §240 des Sozialgesetzbuches V.

Jedoch gibt es auch hierbei Ausnahmen.

Gerade wenn Sie sich in der Gründung der Selbstständigkeit befinden, so ist es unmöglich einen Steuerbescheid vorzulegen. Dieses führte in einem Fall zu der Frage wie die Beiträge zu berechnen sind.

Die Kundin machte sich selbstständig und beantragte die freiwillige Versicherung in der GKV. Aufgrund einer Schätzung/ Prognose des geplanten Einkommens wurde diese (so sahen die Prognosen aus) zu dem Höchstbeitrag von 544,50 EUR von der Barmer GEK eingestuft. Ein Krankentagegeld wurde nicht versichert.

Leider entwickelte sich das Geschäft nicht so wie erwartet und es erging nun der erste Einkommensteuerbescheid für das Jahr 2008. Dieser wies nur ein beitragspflichtiges Einkommen von knapp 2.200 EUR aus und somit deutlich weniger als die geschätzten Zahlen.

Vorbildlich reichten wir diesen mit der Kundin bei der GKV ein, wonach der folgende Bescheid erging:

Beitrag alt (rückwirkend ab 1. 5. 2009) 544,50 EUR

Beitrag neu (rückwirkend ab 1. 5. 2009) 362,64 EUR

Daraus ergibt sich eine monatliche Ersparnis von mehr als 180 EUR. Die Rückzahlung von mehr als 2000 EUR und die geringere Einstufung ab 04/2010 wird die Kundin sicher freuen.

ABER: Diese Einstufung gilt maximal bis zum nächsten Einkommensteuerbescheid für 2009. Sobald dieser vorliegt ist eine Einreichung bei der Kasse erforderlich. Denken Sie daran, auch hier nochmals der Hinweis aus dem entsprechenden Bescheid:

Was Sie also tun können:

Überprüfen Sie die Beitragseinstufung der gesestzlichen Kasse

Wann haben Sie den letzten Bescheid eingereicht und welches Einkommen war dort genannt?

– Ist eine Neuberechnung möglich?

26.
Februar '09

Krankentagegeld für Selbstständige in der GKV III


Ergänzend zu meinen bisherigen Informationen zum Krankengeld für Selbstständige in der gesetzlichen Krankenversicherung lesen Sie nun die neuste Pressemitteilung des Bundesgesundheitsministeriums.

Krankengeldwahltarife

Mit dem Gesetz wird auch das Fünfte Buch Sozialgesetzbuch geändert. Selbständigen und unständig bzw. kurzzeitig Beschäftigten wird als zusätzliche Option neben den Wahltarifen die Wahl des „gesetzlichen“ Krankengeldanspruchs ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit ermöglicht.

Die Neuregelung im Überblick:

Freiwillig versicherte Selbstständige können einen Krankengeldanspruch ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit entweder über das „gesetzliche“ Krankengeld zum allgemeinen Beitragssatz oder einen Wahltarif absichern. Auch darüber hinausgehende Absicherungswünsche (z. B. höhere oder früher einsetzende Krankengeldansprüche) können über Wahltarife realisiert werden.

Unständig und befristet Beschäftigte können für den Krankengeldanspruch ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit zwischen dem „gesetzlichen“ Krankengeld zum allgemeinen Beitragssatz und einem Wahltarif wählen. Weitere Ansprüche können über Wahltarife abgesichert werden.

Versicherte der Künstlersozialkasse (KSK) haben weiterhin einen Anspruch auf „gesetzliches“ Krankengeld ab der siebten Woche der Arbeitsunfähigkeit. Wer vor der siebten Woche Krankengeld beziehen will, muss dafür auch künftig einen Wahltarif abschließen.
Dies vermeidet ungerechtfertigte Belastungen durch die Einführung von Krankengeldwahltarifen. Wahltarife dürfen künftig keine Altersstaffelungen mehr enthalten. Bestehende Wahltarife enden mit Inkrafttreten der Neuregelung.

So ist das eben mit Frau Schmidt. Erst rein- dann raus- dann wieder anders.

05.
August '08

Riester-Verträge für Selbstständige?


„nein, die sind doch nur was für Angestellte, wegen der Förderung und so.“

So oder so ähnlich lauten die Meinungen, wenn man sich bei Kunden, Kollegen oder Bekannten mal so umhört. Aber umdenken ist manchmal angesagt- wie auch jetzt.

Ab 2009 verlieren die klassischen Fondssparpläne erheblich an Attraktivität. Eine mögliche Alternative könnte hier der Riester-Fondssparplan sein- und das nicht nur für Angestellte sondern auch für Selbstständige die keinen Anspruch auf die Förderung haben. Aber Warum?

Riester Verträge haben unabhängig von der Förderung einen entscheidenden Vorteil- sämtliche Erträge in der Ansparphase sind steuerfrei, denn versteuert wird erst in der Phase der Auszahlung. Ja ja, werden Sie jetzt denken, ist doch dann egal- aber weit gefehlt.

Die Verträge werden dann nicht mit dem Ertragsanteil, sondern in der Regel mit einem günstigeren Satz belegt. Diese Verfahrensweise wurde nun durch das Bundesfinanzministerium in einer Verwaltungsanweisung bestätigt.

Selbstständige die in einen mindestens 12 Jahre laufenden Vertrag einzahlen und diesen erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres ausbezahlt bekommen müssen nur die Hälfte der „Erträge“ versteuern. Bei Wahl einer lebenslangen Rentenzahlung erfolgt nur die Besteuerung des Ertragsanteils. Das ist meist günstiger als die Abgeltungssteuer.

Hinweis: Diese Information kann eine Beratung und solide Planung der Altersvorsorge nicht ersetzen. Bei Fragen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.