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22.
April '10

Dread Disease oder Berufsunfähigkeitsversicherung ?


In verschiedenen Foren wird derzeit die Frage diskutiert, ob eine Berufsunfähigkeitsversicherung sinnvoll ist, oder ob es nicht besser sei eine so genannte „Dread Disease“ Versicherung abzuschließen. Um das jedoch beurteilen zu können, klären wir zunächst einmal die Begriffe.

Berufsunfähigkeitsversicherung:

Hier wird eine Leistung für den Fall der Berufsunfähigkeit erbracht. Dabei ist in der Regel Voraussetzung, dass der Versicherte zu mind. 50% seinen Beruf nicht mehr ausüben kann. (Weiterhin können Staffelregelungen mit anteiligen Renten von 25- 75% vereinbart werden)

Abgestellt wird hier aber immer und ausschließlich auf die Frage der Berufsunfähigkeit und die konkrete Tätigkeit. Hierbei ist es (bis auf Ausschlüsse) unerheblich, warum diese Berufsunfähigkeit eingetreten ist und wodurch diese ausgelöst wurde.

Ist der Zustand der BU eingetreten, so wird die vereinbarte (monatliche) Rente solange gezahlt, wie der Zustand der Berufsunfähigkeit fortbesteht, längstens natürlich bis zum vertraglich vereinbarten (Leistungs-)Endalter.

Dread Disease od. Schwere Krankheiten Versicherung:

Wie der Name schon sagt handelt es sich um eine Absicherung gegen (bestimmte) schwere Krankheiten. Bei Auftreten einer, im Vertrag klar definierten, Erkrankung wird eine festgelegte Summe zur einmaligen Auszahlung gebracht.

Hierbei ist der berufliche Hintergrund oder sonstige Einflüsse unerheblich. Es wird eine Krankheit und deren Kriterien die zu erfüllen sind, vorher festgelegt. Daher ist auch die Eintrittswahrscheinlichkeit für den Versicherer einfach(er) zu kalkulieren und die Prämien für die DD Versicherung sind somit kleiner als die der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Ob die Versicherung nach Eintritt einer definierten Krankheit beendet ist, oder weiter laufen kann (und für eventuelle andere def. Krankheiten zahlt) ist vertraglich zu vereinbaren.

Vor- und Nachteile der Varianten:

Eine „Schwere Krankheiten Versicherung“ ist immer nur eine Ausschnittsdeckung. Es gibt einen (kleinen) Teil von Erkrankungen die mit dieser Form der Absicherung gut versichert werden können. Die dann zu erbringende Einmalzahlung kann frei verwandt werden. Ist der Patient später wieder geheilt, so erfolgt keine Rückforderung oder dergleichen, denn der Versicherungsfall war ja eingetreten. Der entscheidende Vorteil ist somit das schnell verfügbare Kapital. Davon könnten zum Beispiel eine teure Behandlungen im Ausland, Umbaumaßnahmen oder sonstige Anschaffungen finanziert werden. Der entscheidende Nachteil liegt aber in dem gleichen Punkt. Einmal Kapital, dann keine weiteren Zahlungen.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung handelt es sich um eine Volldeckung. Hierbei ist der Grund des Eintritts egal und es wird ein voller Schutz für den Tatbestand der Berufsunfähigkeit geboten. Es erfolgt jedoch (bis auf wenige Tarife und Optionen) keine Einmalzahlung, sondern eine Rentenzahlung bis zum Ende der vereinbarten Vertragslaufzeit. Der Vorteil hierbei liegt in einer langfristigen Absicherung und der Sicherstellung des Einkommens über den kompletten Vertragszeitraum. Die BU Rente ersetzt das laufende Arbeitseinkommen.

Das ideale Produkt?:

… wäre ein Mix aus Beidem. Wenn es die finanziellen Möglichkeiten zulassen, so kann eine Kombination gewählt werden. Zum Beispiel kann eine Einmalzahlung von 100.000 EUR zur Kostendeckung aller plötzlichen Aufwendungen und zur Überbrückung bis zur BU Rente eingesetzt werden (wenn es sich denn um eine der definierten Krankheiten handelt).

Im Anschluss sollte aber dennoch eine entsprechende Berufsunfähigkeitsversicherung vorhanden sein, damit die laufenden Kosten gedeckt werden.

Auch bei Versicherten wo der Beruf nicht definiert werden kann (Selbstständige die mehrere Unternehmen haben und/ oder so vielschichtige Tätigkeiten ausüben, die sich nicht klar umreißen lassen), oder solche die eine Absicherung gegen die Berufsunfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen, ist eine Prüfung der Versicherbarkeit in der Dread Disease Versicherung angeraten. Hier ist jedoch unbedingt auf eine angemessene Höhe der Versicherungssumme zu achten.

Bei einer Einmalzahlung von 500.000 EUR und einer angenommenen Verzinsung der Anlage von 3%, ergäbe sich bei Kapitalerhalt immerhin eine Rente (lebenslang) von monatlich 1.250 EUR. Dieses lässt sich, je nach Alter des Versicherten, auch als Kapitalverzehr kalkulieren.

Eine allgemeingültige Empfehlung kann somit nicht gegeben werden. Sollten Sie sich mit der Absicherung der Arbeitskraft oder der schweren Krankheiten beschäftigen, ziehen Sie am besten einen spezialisierten Berater zu Rate.

Weiterführende Informationen:

Leitfaden zur Berufsunfähigkeitsabsicherung

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Blogbeiträge rund um die Berufsunfähigkeit