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27.
Februar '13

Ein „Pokal“ für die Gothaer Krankenversicherung – Umsetzung der Mindestkriterien auch für die Bestandskunden


UPDATE: (Ich habe mal einige Aussagen noch ergänzt, alles in kursiv“) Weitere Interpretation erübrigt sich damit meines Erachtens und nun wieder zurück zum Tagesgeschäft. Hierzu hier die Pressemitteilung der Gothaer.

In der Vergangenheit waren die Gothaer Krankenversicherung und ich nicht immer die besten „Freunde“. Da gab es die „berühmte“ Hilfsmittelgarantie die in meinem Blog zuerst kritisiert wurde und dann wie ein Lauffeuer durch die Branche ging. Doch Versicherer sind lernfähig und die Gothaer hatte danach bereits reagiert. Das es hier aber tatsächlich Veränderungen und ein Umdenken im Konzern gibt und die Gothaer sich verändern und verbessern möchte, das zeigt ein aktuelles Beispiel.

Die so genannten Mindestkriterien, eine Empfehlung des PKV Verbandes, die zu einem (Mindest-) Leistungsumfang in der Privaten Krankenversicherung führen, werden von den meisten Unternehmen umgesetzt. Nicht nur ich schreibe und spreche von den Mindestkriterien, auch die Gesellschaften tun das. Das Druckstück des PKV Verbandes liegt mir vor. Jedoch muss klar sein, das es eine Empfehlung und keine verbindliche Anforderung an die Unternehmen ist, das stünde dem PKV Verband im Übrigen auch nicht zu. Während es die Hanse Merkur nicht wirklich schafft die Kriterien umzusetzen, geht die Gothaer noch einen Schritt weiter als andere Unternehmen. Als erstes und derzeit einziges Unternehmen genießen nicht nur die Neukunden in den neuen Unisextarifen die Vorteile der Mindestkriterien, sondern auch für den Bestandskunden wurde eine Lösung geschaffen. In einer mir vorliegenden Mail teilte die Gothaer Krankenversicherung mit, wie dieses umgesetzt wird.

Wie funktioniert die Umsetzung?

Es wird ein Zusatzbaustein geschaffen, welcher den Namen MediMPlus trägt. Dieser Tarifbaustein stockt die Leistungen für Kunden der Uni- und Bisextarife MediVita und Medi Start auf. So heißt es weiter:

Folgend noch einige Rahmendaten zur anstehenden Produkteinführung:

– frühster Versicherungsbeginn: 1. April 2013

– Policierbarkeit ab 1. Juli 2013

Leistungsumfang: PKV-Mindestleistungen (offener Hilfsmittelkatalog, 50 Sitzungen amb. Psychotherapie, Suchtentwöhnung; darüber hinaus Hospizversorgung und Palliativleistungen)

– Tarifbaustein ist Unisex – Kombinationsmöglichkeit auch mit Bisex-Tarifen MediVita und MediStart möglich

Welche Leistungen sind versichert?

Der Tarifbaustein wertet somit die Leistungen der bestehenden Tarife auf und ermöglicht ohne Veränderung des alten Tarifs eine Erhöhung der Leistungen. In den Versicherungsbedingungen sind die Leistungen dann auch detailliert beschrieben und es sind folgende Bereiche Bestandteile des Versicherungsschutzes:

Psychotherapie: 70% der 21.- 50. Sitzung (die ersten 20 Sitzungen kommen aus dem Grundvertrag). Voraussetzung ist jedoch eine vorherige schriftliche Leistungszusage vor Beginn der Behandlung

Entziehungs-/ Entwöhnungsbehandlungen: 80% für eine 2. und 3. stationäre Entziehungsmaßnahme, dabei wie üblich nur die allgemeinen Krankenhausleistungen, weiterhin 80% für drei ambulante Entziehungsmaßnahmen. Dabei ist jedoch eine Begrenzung auf die Regelhöchstsätze (2,3fach) der Gebührenordnung vorhanden, das hätte man durchaus etwas „großzügiger“ lösen können. Wie auch bei anderen Unternehmen üblich, ist hier vorher eine schriftliche Zusage erforderlich, um die Erfolgsaussichten zu prüfen.

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21.
September '09

Wie der Wechsel in die PKV noch in 2009 klappt und welche Risiken bestehen


Noch etwas mehr als eine Woche, dann endet der Monat September und somit die letzte Möglichkeit seine gesetzliche Krankenkasse (GKV) für einen Wechsel in die Private Krankenversicherung (PKV) in 2009 zu kündigen.

Hier hatte ich bereits zu den generellen Kündigungsmodalitäten, Mindestvertragslaufzeiten und Fristen gebloggt.

Dennoch, denn diese Frage wird immer und immer wieder gestellt, einmal zum Ablauf anhand eines konkreten Beispiels.

Max Müller ist derzeit als freiwilliges Mitglied in der gesetzlichen Krankenkasse versichert und möchte diese gern verlassen um in die PKV zu wechseln. Hier stellt sich zunächst die Frage wann das geht.

Nach den Vorschriften des Sozialgesetzbuches V ist eine Kündigung zum Ende des übernächsten Monats möglich. In unserem Beispiel also (bei Kündigung im September) zum 30. November.

Warum ist denn der September so wichtig, wenn es doch immer geht?

Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse berechnet sich der Beitrag in der PKV anhand persönlicher Faktoren wie Eintrittsalter und Gesundheitszustand. Daher kann es allein aus Prämiengesichtspunkten sinnvoll sein, noch in 2009 in die PKV zu wechseln (also 1. 12.). Das Eintrittsalter wird meist pauschal aus aktuelles Jahr minus Geburtsjahr berechnet. Haben Sie also am 30. 12. Geburtstag, so werden Sie auch am Anfang des Jahres mit dem höheren Eintrittsalter (was Sie tatsächlich erst Ende Dezember erreichen) eingestuft und die Prämie danach berechnet.

Was tun wenn ich noch keine PKV habe, es mir anders überlege oder mich keine aufnimmt?

Durch die Versicherungspflicht gilt der Grundsatz „immer erst kündigen wenn die neue einen genommen hat“ (für GKV Wechsler) nicht mehr. Kündigen Sie heute die freiwillige GKV Mitgliedschaft, so wird diese erst wirksam wenn eine Mitgliedsbescheinigung einer anderen GKV oder PKV vorgelegt wird. Dazu enthält der §175 (4) folgende Regelung:

Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Weisen Sie diese nicht nach, besteht die Mitgliedschaft fort.

Gilt das auch bei einem Wechsel aus der PKV?

Nein. Hier sollten Sie in jedem Fall erst dann eine Kündigung aussprechen, wenn die schriftliche Annahmebestätigung/ Police der neuen Gesellschaft vorliegt. Verlassen Sie sich nicht auf Vertreteraussagen „wir kriegen das schon hin“ oder „ich hab die Vorab Zusage“. Nur die schriftliche Zusage ist bindend. Sonst laufen Sie Gefahr nur noch in den Basistarif zu kommen.

Was also tun?

Sind Sie in der GKV, so kündigen Sie (wenn ernsthaftes Wechselinteresse in die PKV besteht) Ihre GKV vor dem 30. 09. (Eingang, zumindest per Fax bei der Krankenkasse).

Sind Sie in der PKV erst nach neuer Zusage. Ggf. greift in Ihrem Vertrag ein Sonderkündigungsrecht bei Beitragsanpassung. Ob ein Wechsel von PKV zu PKV überhaupt sinnvoll ist, muss nach Auswahl und Auswertung Ihrer persönlichen Anforderungskriterien geprüft werden.

Ergänzung:

Ich habe zu der unterschiedlichen Auffassung der PKV Unternehmen den Verband angeschrieben und um eine Aussage gebeten. Hier der Link zu dem Anschreiben, die Antwort stelle ich nach Erhalt hier ein.