Artikel mit ‘Pflegeergänzung’ getagged

21.
November '17

Wie die Deutsche Familienversicherung (DFV) ihre Kunden am Telefon zu einem schlechteren Vertrag überreden will – Achtung bei Anruf!


Es ist wie eine Geschichte aus einem schlechten Film und zeigt einmal mehr, am Telefon und ohne Unterlagen sollten keine Geschäfte gemacht werden, schon gar keine die eine lebenslange Folge haben können und für solche, wo es keine Unterlagen vorab für gibt. Doch einmal der Reihe nach, dann sehen und verstehen Sie auch schnell, warum die Masche nicht nur unfair, sondern sehr grenzwertig ist.

Die Vorgeschichte und der Altvertrag

Im Jahre 2012 beriet ich eine Kundin in Sachen Pflegezusatzversicherung. Diese wichtige und notwenige Absicherung dient dazu, im Pflegefall eine ergänzende Vorsorge zu haben und damit bei Eintritt in die Pflegebedürftigkeit die Sicherheit zu haben gut versorgt zu sein. Neben der zu geringen und gesetzlich vorgeschriebenen Pflegepflichtversicherung entschied sich meine Kundin gemeinsam mit mir für einen Pflegezusatzschutz nach dem Tarif Pflege Plus der Deutschen Familienversicherung. Das war in 2012, der Antrag wurde durch mich als Makler bei der DFV eingereicht und sodann auch problemlos policiert.

Als Zusatzbaustein sollte eine Beitragsrückgewähr gewählt werden. Durch diesen Baustein wird sichergestellt, auch im Falle des Todes der versicherten Person wird es hier eine Rückzahlung geben, die Beiträge fließen also ggf. an die Erben wieder zurück. Ein Blick in die Bedingungen von damals zeigt und die genaue Verfahrensweise dieses Rückzahlungsmodell, welches einiges an Mehrbeitrag kostete.

Durch das Modell der Rückerstattung wird also, bei Tod der versicherten Person, die Summe der Beiträge ausgezahlt. Klar gibt es keine Zinsen, aber die Beiträge fließen zurück. Doch soviel zur Vorgeschichte, der Versicherer hat es damals so angeboten und ich es geneinsam mit meiner Kundin so abgeschlossen. Es besteht also ein Vertrag welcher von uns als Makler vermittelt und betreut wird und regelmäßig bezahlt wird.

Der Anruf bei der Kundin, oder besser mehrere

Nun, fast fünf Jahre nach dem Abschluss des Vertrages und während der laufenden Beitragszahlung gab es einige Veränderungen in der Pflegeversicherung. Aus den damals vorhandenen Pflegestufen (0 bis 4) sind heute Pflegegrade geworden. Diese gesetzliche Änderung wirkt sich natürlich auch auf die Pflegezusatzversicherung aus und führt zu einer zwingenden Anpassung der Verträge. Dabei wurden diese Änderungen zum 01. Januar 2017 eingeführt und vom Gesetzgeber durch die Pflegereform beschlossen. Für die Versicherer bedeutet das aber auch, alle Verträge müssen angepasst werden und damit an neues, geltendes Recht angepasst.

Soweit ist es auch kein Problem, haben andere Unternehmen die Anpassungen und Überleitungen längt gemacht, schließlich besteht das neue Gesetz schon seit Anfang des Jahres. Nicht aber die Deutsche Familienversicherung, denn diese hat noch ein anderes Problem. Man hat wohl etwas Stress, Stress mit dem Aufsichtsamt.

Makler wird ignoriert, Kundin mehrfach angerufen

Nun versucht man sich irgendwie aus der Affäre zu ziehen und da kommt ja die Umstellung gerade recht. Die zuständige Aufsichtsbehörde findet nämlich die Lösung mit der Beitragsrückgewähr gar nicht so schön und daher muss die irgendwie weg. Weg oder eben gelöst werden. Was macht also die Deutsche Familienversicherung? Sie versucht die Kunden anzurufen und denen das möglichst schmackhaft zu verkaufen.

Ein solcher Anruf ist zudem etwas fragwürdig, denn in dem damaligen Antrag findet sich keine wirkliche Zustimmung zur telefonischen Kontaktaufnahme, warum auch. Die Kundin hatte sich damals bewusst über einen Makler beraten lassen und dann für einen solchen Abschluss entschieden. Warum dieser Makler nicht informiert wird und ich daher von der Umstellungsidee gar nichts weiss, ist die eine spannende Frage. Mit welcher Erlaubnis und Berechtigung die Deutsche Familienversicherung dann aber mehrfach bei der Kundin anruft und telefonisch eine Umstellung machen möchte, das ist schon dreist.

Kundin möchte nichts am Telefon abschließen, dann kommt eine Mail

So gibt es einen Anruf, dann noch einen, dann wieder einen. Irgendwann reicht es meiner Kundin und Sie teilt mit, man möchte doch bitte eine E-Mail schicken mit dem Anliegen, damit sie dieses besprechen kann, damit dieses ggf. auch mit dem (damaligen und heutigen) Berater kontrolliert und überprüft werden kann und man einfach etwas in der Hand hat. Daraufhin bekam die Versicherte dann eine E-Mail, die sah so aus:

Hier sind gleich mehrere Dinge spannend.

Ich habe dann der DFV einmal mitgeteilt, ich hätte schon gern mal Bedingungen des neuen, geplanten Vertrages und der Umstellungen und das alles gern vorher. Jetzt kann man sagen: „OK, haben die vielleicht vergessen“, aber ich habe dann als Antwort bekommen:

Bedingungen verschicken wir nicht, schon gar nicht vorher. Sie als Makler müssten das ja wissen und ich verstehe gar nicht, warum Sie sich so aufregen. (Anm. ich habe mich gar nicht aufgeregt, nur nach der Faxnummer des Vorstandes gefragt und eine Beschwerde beim BaFin angekündigt).“

Auf meinen Hinweis, weder wir noch die Kundin werden etwas am Telefon abschließen oder unterschreiben, wo der Versicherer nicht einmal in der Lage und Willens ist, simple Vorschriften des Versicherungsvertragsgesetzes und der sonstigen Verordnungen zu erfüllen, wurde mir ernst (mehr …)

21.
Mai '15

Was Sie bereits zu Beginn der Schwangerschaft bedenken sollten, zu spät bedeutet nie mehr


Manchmal häufen sich die weniger schönen Nachrichten, gestern war so ein Tag. Nachdem erst ein schwer kranker Mensch Hilfe benötigte, welche diese derzeit auch zu bekommen scheint, erreichte mich gestern noch ein anderer Fall. Auch hier ist eine Situation eingetreten, welche sich nicht mehr korrigieren lässt, gerade deshalb möchte ich aber unbedingt darauf hinweisen. Zunächst einmal sei jedoch klar, es lässt sich nicht jedes Lebensrisiko versichern, man kann sich nicht vor allem und jedem schützen, aber es gibt bestimmte Bereiche, da sichert ein rechtzeitiges Handeln die finanzielle Existenz.

In meinem etwas älteren Beitrag „Tun Sie Ihrem Kind und sich einen Gefallen, da habe ich bereits zum Thema der Pflegeergänzungsversicherung für Kinder geschrieben und (hoffentlich) deutlich machen können, wie wichtig diese Absicherung bzw. die Gedanken daran bereits weit vor der Geburt sind.

Doch was war passiert?

Ein Paar entschließt sich eine Familie zu gründen, ein Kind zu bekommen und auswärts Zweisam- eine Dreisamkeit werden zu lassen. Das ist nicht allzu ungewöhnlich und passiert, zum Glück, viele Male im Jahr. Gerade wenn die Schwangerschaft festgestellt wird und die werdenden Eltern das erste Ultraschallbild mit noch zittrigen Händen festhalten, dann beginnen auch die Wünsche und Gedanken, das hoffentlich alles gut geht.

Jede Entwicklung in der Schwangerschaft wird verfolgt, der Bauch wird größer, der Geburtstermin rückt näher und zwischendurch gibt es durchaus auch die Bedenken, dass etwas nicht ganz glatt laufen könnte. Aber natürlich passiert einem das selbst nicht, natürlich hofft man das alles gut geht und somit überwiegt die Freude und „schlechte Gedanken schnell verdrängt“. Sowas auch in dem Beispiel, von dem ich heute erzählen möchte, erzählen deshalb weil es so richtig ist sich rechtzeitig Gedanken zu machen und sprechende Vorkehrungen zu treffen.

Die Mutter des Kindes informierte also ihren Versicherungsvertreter bei einer großen Gesellschaft über die Schwangerschaft und fragte noch nach welcher Besonderheiten es für die Untersuchungen zu beachten gibt. Dabei sollte noch bedacht werden, für die Mutter bestand Versicherungsschutz für so genannte Regelleistungen, also Mehrbettzimmer und den Dienst habenden Arzt. Nachdem die Fragen geklärt waren, gibt es also nur noch abzuwarten bis zur Geburt.

Leider dann nicht so erfreulich

Neben der Freude über die Geburt des Kindes kam auch die bittere Wahrheit, dass das lang erwartete Baby leider nicht als kerngesundes Kind auf die Welt kam. Eine Vorerkrankung, mehrere kleinere Beeinträchtigungen und ein Tumor bedeuten auf jeden Fall, eine Reihe von weiteren Behandlungen wird nötig sein, Ärzte werden in den nächsten Jahren einer der ständigen Begleiter des kleinen Kindes und es wird natürlich eine ganze Reihe von Kosten verursachen.

Wie sich genau diese Kosten auswirken, ob es Kosten für ärztliche Behandlungen, Krankenhausaufenthalt, Heil-und Hilfsmittel oder gar Kosten bei Pflegebedürftigkeit sein werden, das ist heute noch endlich offen und überhaupt nicht zu sagen. Da bringt auch Spekulationen wenig, wichtig ist nur zu klären wie diese Kosten übernommen werden können.

… und hier liegt der Fehler

Das nun erkrankte Kind, oder besser das nicht vollständig gesund geborene Kind, kann natürlich im Rahmen eines normalen Antrages nicht mehr nachversichert werden. Die Anträge auf eine Kranken- oder Pflegezusatzversicherung werden bei bestimmten Vorerkrankungen schlichtweg abgelehnt. Aber da gibt es durch die Neugeborenennachversicherung, der Versicherer muss doch das Kind versichern? Vollkommen richtig, aber diese Nachversicherung erstreckt sich nun einmal (falls keine andere, verbesserte Regelung in den Bedingungen zu finden ist) nur auf den Versicherungsumfang, den die Eltern abgeschlossen haben.

Die (nun nicht mehr machbar) Lösung

In diesem Falle sind also stationäre Zusatzleistungen nicht nach versicherbar, da die Mutter diese nicht in ihren Versicherungsschutz eingeschlossen hat und der Vater gesetzlich krankenversichert ist. Auch eine stationäre Zusatzversicherung besteht hier leider nicht, auch hier wäre sonst die Option der Nachversicherung zu prüfen.

Leider hat der damalige Berater auch an die Pflegezusatzversicherung nicht gedacht. Wäre es ein Leichtes gewesen, bei Beginn der Schwangerschaft eine entsprechend umfangreiche Absicherung für die Eltern zu wählen. Es wäre simpel zu lösen gewesen, hätte man sich dort entweder um eine Verbesserung des Versicherungsschutzes der Mutter (was zu dem Zeitpunkt problemlos funktioniert hätte) oder um eine stationäre, ambulante und/oder zahnärztliche Ergänzungsvereinbarung zur gesetzlichen Krankenkasse des Vaters gekümmert. Und was noch viel wichtiger ist: die Absicherung der Eltern durch eine Pflegezusatzversicherung hätte auch hier eine Nachversicherung des Kindes und somit eine Absicherung ohne neue Gesundheitsprüfung ermöglicht.

Aufgaben für Kunden und Vermittler

Bereits bei der Familienplanung:

Schauen Sie sich unbedingt den eigenen Versicherungsschutz an. In welchem Umfang sind sie selbst versichert? Welcher Versicherungsschutz besteht für den Vater/die Mutter?

Spätestens bei Beginn der Schwangerschaft, besser vorher:

Jetzt geht es die letzten, wichtigen Vorkehrungen zu treffen. Ist die Mutter und/oder der Vater in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, so prüfen Sie unbedingt die Möglichkeit einer ambulanten/stationären und/oder zahnärztlichen Ergänzungsvereinbarung zur GKV. Diese sichert entsprechende (Mehr-) Leistungen und ermöglicht Eltern wie auch dem Neugeborenen einen angepassten und umfangreichen Versicherungsschutz.

Denken Sie jetzt unbedingt an die Bereiche der Pflegeversicherung und sorgen Sie dafür das mindestens ein Elternteil eine entsprechende Absicherung mindestens drei Monate vor Geburt besitzt. Und nehmen Sie bitte nicht den errechneten Geburtstermin, sondern beantragen Sie den entsprechenden Versicherungsschutz sofort. Eine Frühgeburt torpediert sonst die Dreimonatsregel und verhindert den vielleicht dann doppelt wichtigen Versicherungsschutz.

Ist ein Elternteil privat krankenversichert (PKV) so machen sie sich noch einmal Gedanken zu den Auswahlkriterien der privaten Krankenversicherung und überlegen ob die Leistungen, die Selbstbeteiligung und der Versicherungsumfang dementsprechend, was aktuell für Sie wichtig und gewollt ist.

Die letzten Wochen vor der Geburt

Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass man es kaum erwarten kann das der/die Kleine nun endlich da. Man möchte das Lächeln sehen, es berühren und fühlen und einfach nur eine tolle Zeit zusammen verbringen. Daher bereiten Sie bereits jetzt alles notwendige vor, damit die entsprechende Nachversicherung reibungslos verläuft.

Schon jetzt können die notwendigen Tarife besprochen, nach Meldeformulare oder Anträge ausgefüllt werden und fertig vorbereitet zuhause liegen. Informieren Sie Ihren Berater oder nehmen Sie direkt Kontakt zu mir auf, sobald das Kind auf der Welt ist um alles notwendige zu veranlassen und keine wichtigen Schritte zu vergessen. Gemeinsam sorgen wir dafür, dass das Kind den passenden, notwendigen und vor allem zeitgemäßen Versicherungsschutz bekommt.

Und die Familie aus unserem Beispiel?

Durch die fehlerhafte nicht vollständige Beratung des damaligen Vertreters wurde hier nicht nur die Möglichkeit verspielt dem Kind weitere Leistungen (zum Beispiel gezielte, freie Krankenhauswahl, privatärztliche Behandlung, besondere Leistungen bei Alternativmedizin und vieles mehr) zu sichern, es wurde auch die Bilder zusätzliche Absicherung verschlafen. Dazu gehört neben der Absicherung bei Pflegebedürftigkeit auch zum Beispiel die Option auf eine Nachversicherung in einer Schwere-Krankheiten-Versicherung.

Nochmals und in aller Deutlichkeit. Man kann, muss und soll keineswegs jedes mögliche Lebensrisiko versichern. Aber gerade wenn das Kind krank oder mit Beeinträchtigungen/Behinderungen geboren wird, dann können alle betroffenen Eltern ein Lied davon singen wie schwer ist ohnehin schon ist, auch ohne zusätzlich finanzielle Probleme zu haben. Diese lassen sich auch nicht in jedem Fall mit einer Versicherung lösen, aber Geld zu haben sich mehr oder andere/bessere Behandlungsmethoden zu erkaufen oder sich finanzielle Freiräume für eine optimale Betreuung des Kindes zu sichern, sind zu diesem Zeitpunkt goldwert und sichern im schlimmsten Fall die Zukunft des Kindes.

Und falls Sie diesen Artikel bis hier gelesen haben, aber gar nicht Kunde sondern Berater oder Versicherungsvertreter sind, dann denken Sie bitte bei jedem Gespräch Ihrem Kunden, indem er eine Familienplanung, Schwangerschaft oder dergleichen erwähnt, daran diesen umfassend über seine Möglichkeiten aufzuklären. Die Entscheidung darüber, ob die zukünftigen Eltern bereit und in der Lage sind sich einen solchen umfassenden Versicherungsschutz zu erkaufen, überlassen Sie doch bitte den Eltern selbst und zeigen Ihnen die entsprechenden Möglichkeiten auf. Entscheidet sich der Kunde dagegen, ist auch dieses überhaupt kein Problem, aber informiert werden muss er erst einmal um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

21.
April '15

Die pflegebedürftige Finanztest testet mal wieder- heute Pflegezusatzversicherungen in der Ausgabe 05/2015


Das mit dem Testen ist dir bei Finanztest bekanntlich so eine Sache. Nicht nur bei dem unsäglichen Test zur Berufsunfähigkeitsversicherung im vorletzten Jahr (ich befürchte ja offen gesagt einen neuen im Juli), auch bei dem „Test“ zur privaten Krankenversicherung hat sich die Zeitschrift nicht gerade mit Ruhm klettert. Dabei gewannen nicht nur Testsieger welche die eigenen Mindestkriterien nicht erfüllen, der Verbraucher wurde auch mehr als einmal in die Irre geführt. Und jedes Mal wenn man glaubt „beim nächsten Mal, da lernen Sie daraus und es wird bestimmt besser“ wird der Leser wieder und wieder enttäuscht.

In der neuesten Ausgabe des Blattes mit dem blauen Logo geht es um die Absicherung im Pflegefall. Neben der Berufsunfähigkeitsversicherung, welche die eigene Arbeitskraft und das daraus resultierende Einkommen stützt, ist die Pflegezusatzversicherung eine der wichtigsten Bausteine überhaupt. Dieses liegt nicht nur daran, dass die Lebenserwartung in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer weiter gestiegen ist, sondern insbesondere auch daran, dass die Medizin zwar auf der einen Seite ein längeres Leben ermöglicht, es auf der anderen Seite aber leider in vielen Fällen ein Leben in Pflegebedürftigkeit bedeutet. Klassischer Familienverbände mit vielen Kindern und Generationenhäusern nehmen er ab, Kinder gehen nicht nur beruflich sondern oft auch örtlich ganz andere Wege und können zeitlich und finanziell eine „Rund um die Uhr Betreuung“ überhaupt nicht mehr sicherstellen. Und selbst wer eine solche Betreuung der eigenen Eltern zeitlich einrichten kann, selbst für den ist die körperliche und emotionale Belastung ohne eine weit reichende externe Unterstützung kaum denkbar. Und weil das so ist, geht es sich vor den finanziellen Folgen einer Pflegebedürftigkeit zu schützen.

Pflege nach Alter 2011

Was Pflege kostet

Die Finanztest beginnt ihren Artikel mit einer kleinen Geschichte, welche von einer Wohngruppe handelt. Hier leben acht pflegebedürftige Personen in einer Art WG zusammen, werden von ein bis zwei Pflegekräften betreut und teilen sich Bäder und Küche. Ob eine solche Betreuung für einen selber etwas ist, oder für die eigenen Eltern? Das muss jeder für sich allein entscheiden und eine pauschale Lösung gibt es nicht. Neben der Wohngruppe werden heute viele pflegebedürftige zuhause betreut, von Angehörigen, durch ambulante Pflegedienste oder durch Unterstützung im Bekannten-und Verwandtenkreis.

Wie viel die Pflege tatsächlich kostet, das ist im Voraus sehr schwierig und schon gar nicht pauschal zu sagen. Es ist abhängig von der erreichten Pflegestufe, dem Umfang der Pflege (Wie oft muss der Pflegedienst kommen? Was genau ist zu tun? Ist die Pflege auch oder nur nachts erforderlich?)  Viele Angehörige versuchen die Pflege zunächst allein zustimmen. Da geht es am Tag in die Firma und am Nachmittag und Abend geht der Zweitjob los, die Pflege der Mutter, des Vaters oder naher Angehöriger. Das ist auch für eine kurze Zeit kein Problem, Pflege ist aber häufig ein Dauerzustand. Sprechen Sie einmal mit Angehörigen von Pflegebedürftigen und fragen Sie diese mal wie aufwändig und anstrengend das ist.

Ein immer größer werdendes Problem in diesem Zusammenhang sind die bisher immer noch unerforschten Demenzerkrankungen. Und obwohl viele an Demenz erkrankten körperlich fit sind, müssen diese rund um die Uhr betreut/beaufsichtigt werden. Bereits in frühen Stadien erinnern sich diese Menschen dann nicht mehr an Tageszeiten, Rituale oder Gewohnheiten, müssen beaufsichtigt werden wie Kinder die man nicht allein lassen kann. Und jeder der das im eigenen Bekanntenkreis schon einmal mitbekommen hat weiß, wie anstrengend und nervenaufreibend das sein kann.

Selbst wenn Sie also „nur“ eine Beaufsichtigung für einen Demenzpatienten brauchen, und das vielleicht auch nur 4-5 Stunden pro Tag, so sind das immerhin 25 Stunden die Woche, 100 Stunden im Monat und damit selbst bei nicht fachlich spezialisierten Kräften 800 €, für ausgebildete Pflegekräfte gehen dann nochmal weitere 2-300 € in die Betreuung.Pflegeleistungen Pfelegepflicht 2015

Aber da zahlt doch die Pflegepflichtversicherung

Eine der entscheidende Leistungsvoraussetzungen für eine Leistung aus der gesetzlichen oder privaten Pflegepflichtversicherung ist die Einstufung in eine der Pflegestufen. Neben den Pflegestufen 1-3 existiert die so genannte Pflegestufe null für Demenzpatienten. Wenn Sie bzw. der pflegebedürftige (mehr …)

23.
März '15

Alte Leipziger mit neuem Pflegerentenprodukt AL vita – auch mit vereinfachter Risikoprüfung


Das Thema Pflegezusatzversicherung ist und wird immer wichtiger. Die Leistungen der gesetzlichen und auch privaten Pflegepflichtversicherung sind keinesfalls ausreichend und Kinder haften zudem für ihre Eltern. (–> Link)

Um die Lücken auszugleichen ist neben eines Pflegetagegeldes auch die Pflegerentenversicherung eine Variante der Absicherung. (–> Mehr Infos zu Pflegepflicht vs. Pflegetagegeld)

Bereits im letzten Jahr hat die Hallesche Krankenversicherung, ebenfalls aus dem Konzern der Alten Leipziger, ihr neues Pflegetagegeldprodukt OLGAflex vorgestellt und nun folgt im gleichen Konzern die Pflegerente. Die Alte Leipziger ergänzt damit die eigene Vorsorge bei Berufsunfähigkeit um den wichtigen Baustein des Pflege(renten)schutzes.

Das Produkt wird in zwei Varianten, mit und ohne Wartezeit angeboten, welches sich daher auch in den Gesundheitsfragen unterscheidet und für unterschiedliche Zielgruppen angeboten werden soll.

AlteLeipziger_ALvita_ÜbersichtWer sich für die Option mit der verkürzten Risikoprüfung entscheidet, dem stehen entweder 100% Leistung bei Pflegestufe III, oder die Abstufung 100% PT III und 50% PT II zur Verfügung. Dieses Modell wird gegen Einmalbeitrag angeboten und steht somit Kunden zur Verfügung, welche mit den Mitteln, z.Bsp. aus einer freiwerdenden Lebensversicherung die Pflegeversorgung sicher stellen möchten.

In der Variante mit monatlicher Zahlung kann zwischen drei Möglichkeiten gewählt werden. Neben einer reinen Leistung bei Pflegestufe 3 ist auch eine zusätzliche Zahlung bei Pflegestufe II (50%) oder II und I mit 75 und 25% versicherbar.

Pflegebedürftigkeit aufgrund einer mittelschweren oder schweren Demenz wird in die Pflegestufe II eingestuft. Bei leichten oder mäßigen Demenz werden keine Leistungen fällig.

(mehr …)

24.
Juli '14

Tun Sie (sich und) ihrem Kind etwas Gutes- die Nachversicherungsoption in der Pflegeergänzungsversicherung


Es gibt so Fälle, Anfragen und Geschichten, da muss ich als Makler der sich schon mehr als 14 Jahre im PKV und BU Absicherungsgeschäft tummelt, auch schlucken. Gerade wenn es um schwere Krankheiten und Behinderungen bei Kindern geht und diese zudem noch nicht ausreichend abgesichert sind oder einfach falsch/ nicht vollständig beraten wurden.

In der letzten Woche fragte ein Kollege nach einer Absicherung eines Kindes. Das Kind war zu früh geboren und zudem mit einer bzw. wohl mehreren körperlichen und geistigen Behinderungen auf die Welt gekommen. Neben dem Down Syndrom gab es weitere Erkrankungen und auch wenn das heute nicht vorherzusagen ist und niemand weiss wie sich die Medizin entwickelt, eines scheint klar zu sein, das Kind wird lebenslange Pflege benötigen und immer auf fremde Hilfe angewiesen sein.

Wie viel Menschen sind Pflegebedürftig?

Aufschluss über die „Größe des Problems“ gibt die Pflegestatistik des Bundes. Leider liegen derzeit öffentlich nur die Zahlen 2011 vor, was aber unerheblich ist für das Problem, denn die Anzahl steigt eher, als sie fällt:

Pflege nach Alter 2011

Bei Kindern und Jugendlichen handelt es in vielen Fällen um eine sehr lange Pflege, da diese oft auf Krankheiten oder angeborene Schäden zurück zu führen ist. Die finanziellen Folgen einer solchen (lebenslangen) Betreuung sind noch nicht absehbar, klar ist aber: Es wird Geld kosten, viel Geld.

Selbst wenn in jungen Jahren des Kindes die Pflege noch durch die Eltern übernommen werden kann (diese dann aber oftmals nicht mehr arbeiten können und dadurch das Einkommen fehlt), irgendwann ist dieses nicht mehr möglich.

Absicherung der Pflege für Kinder?

Wie in dem oben genannten Bild gut zu erkennen, es gibt derzeit mehr als 67.700 Kinder die Pflegebedürftig sind. Dabei handelt es sich „nur“ um 3% der Pflegebedürftigen insgesamt, das ist jedoch vollkommen irrelevant. Wichtig ist zu wissen, das Kosten im vierstelligen Bereich jeden Monat aufs neue anfallen. Das ist nicht nur die Betreuung, häusliche Krankenpflege, spezielle Kindergärten und Schulen und vieles mehr.

Wird das Kind gesund geboren, ist eine solche Absicherung völlig problemlos zu bekommen. Antrag stellen und fertig! (Man muss es auch machen, nicht nur denken „ich könnte es mal“.

Bestehen aber schon bei Geburt Erkrankungen oder Behinderungen oder werden diese kurz nach Geburt festgestellt, so ist ein Abschluss verbaut. Die Gesundheitsfragen in der Pflege sind zwar bei vielen Gesellschaften reduziert und nicht so umfangreich wie in der Krankenversicherung, dennoch ist es nicht ganz so einfach einen Schutz zu bekommen. Ein Beispiel für die Fragen sähe so aus:

Fragen Hallesche Olga

Es geht doch! Nachversicherung über die Eltern

Etwas anders sieht es aber aus, wenn die Eltern bereits eine eigene Absicherung haben und das Kind danach geboren wird. Auch hier gelten, wie in der Privaten Krankenversicherung, die Optionen zur Kindernachversicherung. So muss das Kind (bis zur Höhe des Schutzes der Eltern) keine Gesundheitsprüfung durchlaufen und kann einfach angemeldet werden. Selbst wenn dann sofort Pflegebedarf besteht, so ist der Versicherer von Beginn an in der Leistungspflicht, im „schlimmsten Fall“ schon dann, wenn noch nicht einmal die erste Prämie abgebucht wurde.

Ungeachtet dessen, das eine Pflegeversicherung sinnvoll und notwenig ist und jeder einen ergänzenden Schutz haben sollte, ungeachtet dessen ist gerade bei Kinderwunsch eine solche Absicherung unerlässlich.

Und nein, kurz vor der Geburt abschließen geht nicht, denn für die Nutzung der Kindernachversicherung muss der Schutz mindestens 3 Monate bestehen.

Was kostet der Schutz? 

50 EUR Tagegeld in der Pflegeversicherung (hier Tarif Olga Flex) und somit monatlich 1.500 EUR zusätzlich verfügbar für Pflege, Förderung und/ oder technische Hilfsmittel erfordern einen Beitragsaufwand von 8 EUR monatlich.

Noch Fragen? Mehr Infos zur Pflegeergänzung auch hier.