Artikel mit ‘Leistungsfall’ getagged

12.
März '10

Leistungsdauer in der Berufsunfähigkeitsversicherung – wie lange muss, was kann?


Als Fortsetzung zu der Reihe von Blogbeiträgen zur Berufsunfähigkeitsversicherung geht es heute um die Dauer der Versicherung.

Grundsätzlich kann man diese bei Vertragsbeginn festlegen oder auch Modelle mit einer lebenslangen Rente wählen.

Dabei müssen unterschiedliche Begriffe zunächst geklärt werden:

Versicherungsdauer: bezeichnet die Dauer des Versicherungsschutzes. Innerhalb dieser Zeit „muss“ der Versicherungsfall eingetreten sein, damit eine Rentenzahlungs-/ Leistungspflicht ausgelöst wird.

Leistungsdauer: bezeichnet, anders als die Versicherungsdauer nicht den Zeitraum bis zu dem Versicherungsschutz besteht, sondern den Termin bis zu welchem eine Rente-/ Leistung erbracht wird. Der Leistungsfall muss aber in der Versicherungsdauer eingetreten sein. So können diese Termine unterschiedlich sein. Versicherungsschutz bis 65, Rente bis zum 67. Lebensjahr zum Beispiel.

Beitragszahldauer: bezeichnet den Zeitraum in welchem Beitragspflicht besteht

Nachdem die Begriffe klar sind, stellt sich oft die Frage welche Zeiträume gewählt werden sollen.

Pauschal kann auch hier keine Empfehlung gegeben werden, da es von einer Reihe von Faktoren abhängig ist. Wie bereits im Artikel zur Rentenhöhe gesagt, sind individuelle Umstände zu berücksichtigen.

– Wie sieht die eigene Vermögenssituation aus

– Welchen Zeitraum kann ich durch eigene Mittel überbrücken?

– Ist eine vorherige Inanspruchnahme (mit Abschlägen) der gesetzlichen Rente möglich?

– Auf welches Endalter ist meine private Altersvorsorge ausgerichtet und kann diese vorzeitig genutzt werden?

– Gibt es (Immobilien-)kredite bis zu einem bestimmten Endalter?

– Ist mietfreies Wohnen sichergestellt (falls eigene Immobilie vorhanden) und ab wann?

Bedenken Sie bitte auch, das im Fall einer Berufsunfähigkeit genug Mittel übrig sein sollten, um die Altersvorsorge zu sichern. Oft wird bei der BU vergessen, das dann keine Beiträge mehr in die (gesetzliche wie auch private) Altersvorsorge gezahlt werden und somit ein sehr kleiner Anspruch dort nur besteht. Dieses führt zu einer großen, finanziellen Belastung nach der BU Rentenzahlung.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeit

Leitfaden zur Berufsunfähigkeit

22.
Februar '10

Garantierte Rentensteigerung in der Berufsunfähigkeitsversicherung


In der letzten Woche konnten Sie bereits einiges zur dynamischen Erhöhung der Berufsunfähigkeitsrente lesen. Dabei handelt es sich um die jährliche Anpassung der Rente vor Eintritt der Berufsunfähigkeit.

Ist jedoch der Leistungsfall eingetreten, so ist diese Anpassung nicht mehr möglich. Gerade bei Eintritt der Rente in jüngeren Jahren kann das aber schnell zum finanziellen Desaster werden.

Heute mögen 1.500 EUR Rente durchaus ausreichend sein- was aber ist in 10, 15, 20 oder 30 Jahren?

Aus 1.000 EUR Rente werden bei einer Inflationsrate von 2% p.a. in 15 Jahren nur noch 743 EUR (Kaufkraft), in 20 Jahren sind diese dann nur noch 672 EUR wert.

Was kann man aber dagegen tun?

Bei Eintritt der Berufsunfähigkeit wird neben der vereinbarten, garantierten Rente auch eine Beteiligung an den Überschüssen des Versicherers gezahlt. Diese ist aber abhängig vom Erfolg des Unternehmens, den Kapitalmärkten und der Anlagepolitik und Erträgen aus Kapitalanlagen. Dieses ist zwar „nett“, aber eben nicht garantiert.

Bei einigen Unternehmen gibt es daher vertraglich zugesicherte Rentensteigerungsgarantien. Die so genannte „garantierte Rentensteigerung“ kann bei einigen, lange nicht allen, Versicherern vereinbart werden. Diese sichert dann eine vertraglich zugesagte Steigerung der Rente um den vereinbarten Prozentsatz.

Dieses stellt somit einen Ausgleich des Kaufkraftverlustes dar und ist, auch wenn dafür ein Beitragszuschlag zu zahlen ist, dringend zu empfehlen.

21.
Januar '10

Krankschreibung in der privaten Krankenversicherung – was Sie beachten müssen


Das Thema Krankengeld ist eines der wichtigen Punkte in der Privaten Krankenversicherung. Sichert dieses doch bei einer vertraglich bestehenden Arbeitsunfähigkeit das weitere Einkommen und schafft somit finanzielle Sicherheit.

In meinen bisherigen Blogbeiträgen zum Thema Krankentagegeld hatte ich vorrangig die Themen Anpassung des Krankengeldes und Übergang zur Berufsunfähigkeit beschrieben. Hier soll es nun um den eingetretenen Leistungsfall gehen.

Als Arbeitnehmer und auch Selbstständiger in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) erhalten Sie von Ihrem Arzt den berühmten „gelben Schein“. Einen Teil schicken Sie an die Krankenkasse, den anderen zum Arbeitgeber. In der Privaten Krankenversicherung (PKV) ist dieses etwas anders. Auch hier geben Sie eine Bescheinigung beim Arbeitgeber ab und weiterhin informieren Sie (am besten schriftlich, zumindest aber telefonisch (mit Notiz des Anrufes und des Ansprechpartners) Ihre private Krankenversicherung.

Diese schickt Ihnen dann ein so genanntes „Pendelattest“ und weitere Unterlagen. Dieses Attest „pendelt“ dann solange zwischen Ihnen/ ihrem Arzt und der Privaten Krankenversicherung bis Sie wieder gesund geschrieben sind.

Der Arzt vermerkt jedes mal das Datum und bestätigt die Krankschreibung auf diesem Attest. Bitte beachten Sie aber dabei, das das Krankengeld rückwirkend gezahlt wird, also immer bis zum Datum der Bescheinigung, nie im Voraus (wenn der Arzt schreibt Sie bleiben noch zwei Wochen krank). Eine zeitliche Begrenzung (wie in der GKV auf 78 Wochen) kennt die private Krankenversicherung nicht. Hier wird das Krankentagegeld kalendertäglich und unbegrenzt gezahlt. (Ausnahme: Es tritt Berufsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit ein)

Weiterhin haben Sie nicht nur Rechte (das KT zu bekommen) sondern auch Pflichten, so genannte Obliegenheiten.

Diese sind in den so genannten MB/KT, den Musterbedingungen zur Krankentagegeldversicherung geregelt. Unter §9 der pdf Datei finden Sie einige wichtige Pflichten:

(1) Die ärztlich festgestellte Arbeitsunfähigkeit ist dem Versicherer unverzüglich, spätestens aber innerhalb der im Tarif festgesetzten Frist, durch Vorlage eines Nachweises (§ 4 Abs. 7) anzuzeigen.

(7) Eintritt und Dauer der Arbeitsunfähigkeit sind durch Bescheinigung des behandelnden Arztes oder Zahnarztes nachzuweisen. Etwaige Kosten derartiger Nachweise hat der Versicherungsnehmer zu tragen.

Weiterhin sind auch Anfragen des Unternehmens (diese werden meist mit einem Fragebogen verschickt) im Rahmen der so genannten vertraglichen Obliegenheiten zu beantworten, soweit dieses für die erbringung der Leitung erforderlich ist:

(2) Der Versicherungsnehmer und die als empfangsberechtigt benannte versicherte Person (vgl. § 6 Abs. 3) haben auf Verlangen des Versicherers jede Auskunft zu erteilen, die zur Feststellung des Versicherungsfalles oder der Leistungspflicht des Versicherers und ihres Umfanges erforderlich ist.

Auch Untersuchungen sind (in gewissem Umfang) zu erfüllen, ebenso darf der Versicherungsnehmer nicht die Genesung behindern.

(3) Auf Verlangen des Versicherers ist die versicherte Person verpflichtet, sich durch einen vom Versicherer beauftragten Arzt untersuchen zu lassen.

(4) Die versicherte Person hat für die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit zu sorgen; sie hat insbesondere die Weisungen des Arztes gewissenhaft zu befolgen und alle Handlungen zu unterlassen, die der Genesung hinderlich sind.

(5) Jeder Berufswechsel der versicherten Person ist unverzüglich anzuzeigen.

Und zuletzt sei noch ein sehr wichtiger Punkt erwähnt.

Sie dürfen während der Zeit der festgestellten Arbeitsunfähigkeit keinerlei beruflicher Tätigkeit nachgehen. Auch das „nur mal im Büro vorbeischauen“ wird in verschiedenen Urteilen recht unterschiedlich bewertet. Der Versicherungsfall und somit die Grundlage zur Bezahlung des Krankengeldes ist aber:

(3) Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person ihre berufliche Tätigkeit nach medizinischem Befund vorübergehend in keiner Weise ausüben kann, sie auch nicht ausübt und keiner anderweitigen Erwerbstätigkeit nachgeht.

Sind Sie also „nur“ nicht in der Lage voll, sonder können vielleicht 4 Std. arbeiten, so besteht (es sei denn es gibt besondere Regelungen bei Teil- AU) keine Leistungspflicht. Auch dann nicht wenn der Arzt Ihnen ein so genanntes „Hamburger Modell“ zur Wiedereingliederung verordnet. Dieses ist in jedem Fall mit dem Versicherer abzustimmen.

Weitere Informationen:

Krankentagegeld und Berufsunfähigkeit – was passiert?

Höhe des Krankentagegeldes

Urteile zum Krankentagegeld