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26.
September '16

Beitragserhöhungen und Veränderungen bei den Krankenkassen – Sonderkündigung und Wechseloptionen


Die gesetzlichen Krankenkassen fusionieren weiter und damit verschwinden zum 01. Januar erneut drei Krankenkassen von der Bildfläche. Was genau bedeutet dieses für die Kunden und müssen Sie handeln falls Sie dort versichert sind?

Einige Hintergründe und mehr Informationen auch zur Kündigung finden Sie daher hier in Kürze zusammengestellt.

Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenkasse

Kann es nur geben, wenn die gesetzliche Krankenkasse den Zusatzbeitrag erhöht, denn der eigentliche Beitragssatz ist bei 14,6% festgeschrieben, kommt die Kasse mit dem Satz nicht hin, so muss diese einen Zusatzbeitrag erhaben. Das tun auch unzählige Kassen und berechnen dem Arbeitnehmer allein (der AG beteiligt sich hier nicht mehr) einen Beitrag bis zu 1,8%. In einem älteren Beitrag habe ich dort bereits einige Informationen zum Thema Zusatzbeitrag zusammengetragen, hier der Link:

Zusatzbeiträge der gesetzlichen Krankenkassen

Oftmals wird das aber durchaus unterschätzt. Es sind ja „nur“ 1,…%, ist doch nicht so viel und dabei lohnt der Aufwand nicht, so oft die verbreitete Meinung. Dabei ist der Wechsel einer gesetzlichen Krankenkasse recht unkompliziert und gar nicht schwer.

Kündigungsfrist in der gesetzlichen Krankenkasse

Eine Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse kann immer zum Ende des übernächsten Monats gekündigt werden und ist risikolos. Das heisst genau, kündigen Sie und vergessen die neue Kasse zu beantragen, überlegen es sich anders oder es kommt sonst etwas dazwischen, so passiert… richtig, gar nichts.

Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Sie sind weder ohne Versicherungsschutz noch endet irgendwas wenn Sie den Wechsel verpassen. Der Schutz der alten Krankenkasse endet erst dann, wenn die neue Krankenkasse bestätigt, dass Sie dort sichert sind und auch diese Bescheinigung bei der alten Kasse angekommen ist. In meinem Downloadbereich habe ich Ihnen bereits die entsprechenden Vordrucke für die Kündigung zusammen gestellt.

Download Kündigungsvordrucke für die GKV

gkv-kuendigungsvordrucke

Der Wechsel der GKV kurz erklärt

Um die gesetzliche Krankenkasse zu wechseln prüfen Sie bitte zunächst, ob Sie sich für einen Wahltarif entschieden haben. Haben Sie mit Ihrer Kasse eine

  • – Selbstbeteiligung
  • – Beitragsrückersattung
  • – besondere Versorgungsformen oder ähnliches

vereinbart haben, so gelten hier für die Wahltarife längere Kündigungsfristen bzw. Mindesvertragslaufzeiten.

Haben Sie keinen der Wahltarife, so wird Ihre Kündigung zum Ende des übernächsten Monats wirksam. Grundlage ist hier der Paragraph 175 des Sozialgesetzbuches V.

(4) Versicherungspflichtige und Versicherungsberechtigte sind an die Wahl der Krankenkasse mindestens 18 Monate gebunden. Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen.

Erhebt die Krankenkasse nach § 242 Absatz 1 erstmals einen Zusatzbeitrag oder erhöht sie ihren Zusatzbeitragssatz, kann die Kündigung der Mitgliedschaft abweichend von Satz 1 bis zum Ablauf des Monats erklärt werden, für den der Zusatzbeitrag erstmals erhoben wird oder für den der Zusatzbeitragssatz erhöht wird. Die Krankenkasse hat spätestens einen Monat vor dem in Satz 5 genannten Zeitpunkt ihre Mitglieder in einem gesonderten Schreiben auf das Kündigungsrecht nach Satz 5, auf die Höhe des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes nach § 242a sowie auf die Übersicht des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen zu den Zusatzbeitragssätzen der Krankenkassen nach § 242 Absatz 5 hinzuweisen; überschreitet der neu erhobene Zusatzbeitrag oder der erhöhte Zusatzbeitragssatz den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz, so sind die Mitglieder auf die Möglichkeit hinzuweisen, in eine günstigere Krankenkasse zu wechseln.

frist-zur-kuendigung-gesetzliche-krankenkasse

Jetzt können Sie sich um die neue Krankenkasse kümmern. Diese sollte nicht nur nach dem Beitrag ausgewählt werden. Auch wenn ein Großteil der Leistungen identisch ist, gibt es doch viele unterschiedliche Punkte. Neben Kursen oder speziellen Programmen bei Erkrankungen sind Zusatzleistungen für verschiedenste Bereiche von den Kassen möglich. Einen genaueren Überblick finden Sie in dem interaktiven GKV Vergleich.

Kassensuche

Nachdem Sie sich hier einen entsprechenden Schutz ausgesucht haben, beantragen Sie diesen über das entsprechende Formular. Danach bekommen Sie eine entsprechende Versicherungsbestätigung, welche an die alte Kasse zu senden ist. Die neue Kasse benötigt hingegen eine Kopie der Mitgliedsbescheinigung der neuen Kasse.

Fusionen 2017 & Beitragserhöhungen

Die SECURVITA wird den Zusatzbeitrag von derzeit 1,1% auf 1,4% erhöhen und bietet damit ein Sonderkündigungsrecht für die Mitglieder.

Drei Fusionen für das Jahr 2017 sind bereits bekannt.

aus BKK Braun Gillette wird pronova BKK nach der Fusion

aus E.ON BKK wird energie-BKK

und aus Vereinigte BKK wird dei BKK VBU

Weitere Fusionen und Anpassungen ergänze ich hier, sobald bekannt.

16.
August '16

Kündigung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) risikolos möglich?!


Eine immer wieder auftretende Frage bei der Beratung zur Privaten Krankenversicherung (PKV) ist die, nach der Kündigung der Vorversicherung in der gesetzlichen Krankenkasse.

Kann diese schon gekündigt werden, wenn noch keine neue Versicherung bei einer Privaten Krankenversicherung (PKV) abgeschlossen wurde, oder muss/ sollte man waren bis hier eine Annahme besteht?

Die Erklärung liefert auch hier, der Blick in die aktuelle Gesetzgebung. Dabei spielen des Sozialgesetzbuch V (SGB V) und das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) eine Rolle.

Das Sozialgesetzbuch ist zunächst einmal zuständig für die Kündigung der gesetzlichen Kasse. Maßgebend ist hier der § 175 SGB V und dort heißt es:

Eine Kündigung der Mitgliedschaft ist zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied die Kündigung erklärt. Die Krankenkasse hat dem Mitglied unverzüglich, spätestens jedoch innerhalb von zwei Wochen nach Eingang der Kündigung eine Kündigungsbestätigung auszustellen. Die Kündigung wird wirksam, wenn das Mitglied innerhalb der Kündigungsfrist eine Mitgliedschaft bei einer anderen Krankenkasse durch eine Mitgliedsbescheinigung oder das Bestehen einer anderweitigen Absicherung im Krankheitsfall nachweist.

Daraus ergibt sich, das eine Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse selbst dann erfolgen kann, wenn noch gar keine Private Absicherung besteht, sich der Versicherte noch gar nicht sicher ist, ob er überhaupt in die PKV wechseln möchte oder ähnliches.

Die Kündigung wird zunächst nicht wirksam. Erst WENN das Bestehen einer anderweitigen Absicherung für den Krankheitsfall nachgewiesen wird, so wird die Kündigung wirksam. Ein Praxisbeispiel:

Ein Arbeitnehmer möchte zum 01. Januar in die PKV wechseln, hat aber noch keinen Tarif oder Versicherer ausgewählt und auch noch keine Anträge gestellt. Damit ist nicht klar, ob und wie eine Annahme erfolgen wird.

Dieser kann dennoch bereits jetzt seine gesetzliche Kasse kündigen. Durch eine Kündigung im Oktober 2011 wird der Wechsel zum 01. 01. 2012 möglich. (Ende des übernächsten Monats). Damit bleibt mehr als genug Zeit, sich um eine richtige Absicherung und den passenden Tarif zu kümmern.

Reicht er nämlich keine Bescheinigung einer neuen Versicherung ein, so bleibt die Mitgliedschaft in der bisherigen Kasse, wie gehabt, bestehen. Es ändert sich absolut nichts. Wartet er aber bis er eine neue Annahme hat, also zum Beispiel bis November, so kann er dort erst neu zum 01. 02. oder eben entsprechend später kündigen.

Wer also zeitnah wechseln möchte, der sollte den bestehenden GKV Schutz kündigen, dann eine entsprechende Auswahl der Tarife in der PKV beginnen und ggf. nach Abschluss die Bescheinigung bei der Vorversicherung einreichen.

Kündigungsvordrucke finden Sie im Downloadbereich

Auswahlkriterien zur Privaten Krankenversicherung

Leitfaden zur Privaten Krankenversicherung

Anwartschaft in der PKV

01.
Juni '16

Wahltarife und Zusatzbausteine in der GKV verhindern Kündigung – Ein Ratgeber


Wer in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) versichert ist, der kann seine Mitgliedschaft normalerweise jederzeit beenden. Dazu ist eine Kündigung der bisherigen Krankenkasse notwendig und es muss ein anderweitiger Versicherungsschutz nachgewiesen werden.

„Ihre Kündigung können wir leider nicht akzeptieren, Sie müssen mindestens drei Jahre bei uns versichert sein.“

schrieb eine Krankenkasse kürzlich dem Kunden und dieser beschwerte sich bei seinem Vertreter, welcher darauf beim Abschluss der PKV nicht hingewiesen hatte.

Da dieses immer wieder zu Unverständnis führt und gerade bei Zusatzbausteinen (dem Krankentagegeld bei Selbstständigen) zu einem Verlust dieses Kündigungsrechtes führt, hier einige Erklärungen zu den unterschiedlichen Kündigungsfristen in der gesetzlichen Krankenkasse.

Kündigung der GKV – die Fristen

Standardmäßig ist die gesetzliche Krankenkasse immer mit einer Frist zum Ende des übernächsten Monats kündbar. Das bedeutet dass man sich keine großen Sorgen machen muss, falls eine andere Krankenkasse besser geeignet ist. Die Wahlleistungen der Krankenkasse können Sie hier über einen interaktiven Rechner vergleichen.

Wer also seine Krankenkasse im Monat Juni kündigt, für den wird die Kündigung wirksam zum Ende August, dem Ende des übernächsten Monats. Sollten Sie also auch in diesem Jahr die gesetzliche Krankenkasse wechseln wollen, so ist das letzte mögliche Kündigungsdatum der 31. Oktober, bei dieser Kündigung wird der Kassenwechsel dann zum 1.1.2017 möglich. Eine Kündigung der gesetzlichen Krankenkasse ist formlos möglich und bedarf keiner besonderen Vorschriften. Ich habe hier einen Musterformular vorbereitet welches Sie sich gern kostenfrei herunterladen können.

Hier geht es zum Kündigungsvordruck für die gesetzliche Krankenkasse (GKV)

Kündigung der GKV – die Wahltarife

Viele Personen die in den Wahltarifen versichert sind wissen meistens gar nicht so recht etwas von „ihrem Glück“. Da gibt es Krankenkassen die bieten eine Beitragsrückerstattung bei Leistungsfreiheit, andere inkludieren eine Auslandsschutz und wieder andere bieten Tarife mit einer Selbstbeteiligung an.

Zudem wird oftmals Existenzgründern und Selbstständigen in solcher Wahltarif angeboten. Auch hier sollte schon bei Unterschrift darauf geachtet werden, welche Kündigungsfristen für diese Wahltarife gelten. Bei den Wahltarifen gibt es unterschiedlichste Regelungen und zunächst einmal müssen sie bei ihrer Krankenkasse erfragen, nach welchem Absatz des Paragrafen 53 des Sozialgesetzbuches V Ihr Wahltarif denn abgeschlossen wurde.

Die unterschiedlichen Wahltarife in der GKV

Grundlage ist der Paragraf 53 des SGB V und dort werden die Tarife mit ihrer Art und Weise in unterschiedlichen Absätzen behandelt.

Abs. 1: Tarife in denen die Krankenkasse einen Beitragsnachlass anbietet, weil der Versicherte eine Selbstbeteiligung vereinbart hat. Dadurch dass Sie einige Kosten selbst tragen, bekommen Sie eine Prämie bzw. Beitragsrückzahlung ihrer Krankenkasse.

ACHTUNG: bei diesen Tarifen beträgt die Mindestbindungsfrist drei Jahre

Abs. 2: Tarife mit Beitragsrückerstattung können von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten werden, wenn der Versicherte/die Versicherten und ihre familienversicherten Angehörigen keine Leistungen in dem jeweiligen Kalenderjahr in Anspruch genommen haben. Einige Kassen nennen diese Tarife Bonustarife, Prämientarife oder haben sonst kreative Namen.

ACHTUNG: bei diesen Tarifen beträgt die Mindestbindungsfrist ein Jahr

Abs. 3: Tarife für Versicherte welche an besonderen Versorgungsformen teilnehmen. Auch hier kann die Krankenkasse für die Versicherten eine Prämienzahlung oder die Verringerung von Zuzahlungen vorsehen.

Bei diesen Tarifen gibt es keine Mindestbindungsfrist.

Abs. 4: Entscheidet sich das Mitglied für einen Tarif mit Kostenerstattung, also eine Abrechnungsform in denen der Patient eine Rechnung von seinem Arzt kommt und diese dann von der Krankenkasse (anteilig) erstattet wird) dann bietet die Krankenkasse auch hier unterschiedliche Höhen der Kostenerstattung und/oder spezielle Prämienzahlungen an.

ACHTUNG: die Mindestbindungsfrist bei diesen Tarifen beträgt ein Jahr

Abs. 5: die Krankenkasse kann in ihrer Satzung Tarife anbieten, welche die Übernahme der Kosten für Arzneimittel der besonderen Therapierichtungen (die sonst nach Paragraf 34 Absatz 1 Satz 1 ausgeschlossen sind). Übernimmt die Krankenkasse in einem solchen Wahltarif dann die Leistungen auch für zum Beispiel nicht verschreibungspflichtige Medikamente, so kann sie hierfür eine Erstattung bzw. Prämienzahlungen vorsehen.

ACHTUNG: die Mindestbindungsfrist für diese Wahltarife beträgt ein Jahr

Abs. 6: für bestimmte Versicherte wie zum Beispiel Selbstständige, Freiberufler und Künstler bieten die gesetzlichen Krankenkassen bei Tarife mit einem Anspruch auf Krankengeld an. Das sonst ausgeschlossene Krankengeld sichert das Einkommen bei längerer Erkrankung sollte abgedeckt sein. Wird dieses aber in der gesetzlichen Krankenkasse eingeschlossen, so handelt es sich um einen weiter.

ACHTUNG: die Mindestbindungsfrist für diese Wahltarife beträgt drei Jahre

Haben sie sich also für einen solchen weiter entschieden, so müssen sie mindestens ein, bzw. drei Jahres in der jeweiligen Krankenkasse versichert bleiben. Eine Kündigung ist frühestens zum Ablauf der Mindestbindungsfrist möglich.Kündigung von Wahltarifen in der GKV

Wahltarife für Selbstständige – Das Problem mit dem Krankengeld

Wie eben schon erwähnt werden insbesondere Existenzgründer und Selbstständigen von den gesetzlichen Krankenkassen solche Wahltarife mit der Absicherung des Krankengeldes angeboten. Diese Absicherung ist wichtig und ist in der gesetzlichen Krankenkasse ohne Gesundheitsprüfung möglich. Dabei ist jedoch zu beachten dass das Krankengeld an dem Einkommen orientiert ist und daher nicht immer ausreichend hoch ist. Gerade wenn sich das Einkommen verändert und die Krankenkassenbeiträge noch nicht angepasst sind, entsteht eine recht große Lücke.

Die große Gefahr besteht allerdings darin, dass viele gar nicht wissen dass sie einen Wahltarif bewusst abgeschlossen haben. Daher folgt das große Erstaunen bei der Kündigung.

Kündigung von Wahltarifen

Die Wahltarife in der gesetzlichen Krankenkasse sind daher nur nach Ablauf der Mindestbindungsfrist von einem bzw. drei Jahren kündbar. Es gelten dann jedoch ebenfalls die normalen Kündigungsfristen, zum Ende des übernächsten Monats. Der Versicherungsschutz in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) endet nicht automatisch, auch wenn die Mindestbindungsfrist abgelaufen ist. Ein Beispiel:

  • Beginn der Selbstständigkeit 1.2.2015
  • Abschluss eines Wahltarifes mit Krankengeld

Der Wahltarif nach Abs. 6 des Paragrafen 53 hat eine Mindestbindungsfrist von drei Jahren. Diese endet also am 1.2.2018. Wer also genau zu diesem Zeitpunkt gesetzliche Krankenkasse verlassen möchte, der muss seine Mitgliedschaft bis spätestens 30.11.2017 schriftlich gekündigt haben. Es gibt in diesem Tarif dann auch kein Sonderkündigungsrecht, selbst dann nicht wenn ein Zusatzbeitrag eingeführt oder erhöht wird.

Beispiele für Wahltarife:

AOK Rheinland/ Hamburg

  • Tarif: vigo select Ausland, Bindungsfrist 1 Jahr
  • Tarif: vigo select Kieferorthopädie, Bindungsfrist 1 Jahr
  • Tarif: vigo select Zahnersatz, Bindungsfrist 1 Jahr
  • Tarif: vigo select Bonus plus, Bindungsfrist 3 Jahre

DAK

  • Tarif: DAK pro Krankengeld, Bindungsfrist 3 Jahre
  • Tarif: DAK Garantietarif, Bindungsfrist 3 Jahre
  • Tarif: DAK Prämientarif, Bindungsfrist 3 Jahre
29.
September '14

Wenn Sie die Gesellschaft oder die GKV/PKV wechseln wollen, dann sollten Sie heute noch handeln


Es gibt in der Vertragswelt manchmal Fristen, die sind einem nicht so gewusst und werden schnell vergessen und darum hier eine kleine Erinnerung. Viele Versicherungen haben als Versicherungsjahr das Kalenderjahr und eine Kündigungsfrist von drei Monaten zum Jahresende.

Das bedeutet in der Praxis, dass morgen am 30. September 2014 wie jedes Jahr ein wichtiges Datum ist. Bis zu diesem Datum muss die Kündigung bei der bisherigen Gesellschaft oder auch der gesetzlichen Krankenkasse eingegangen sein, falls diese noch zum 1. Januar 2015 wirksam werden soll. Bei der gesetzlichen Krankenkasse ist der Termin deshalb wichtig, um gegebenenfalls einen privaten Versicherungsschutz noch zum 1.12.2014 (und damit mit dem geringeren Eintrittsalter) zu beginnen.

Kündigung 30-09

Warum ist der Termin so wichtig?

Dieser Termin ist deshalb wichtig, da Sie sonst ein weiteres Jahr an ihren Versicherungsschutz gebunden sind und somit einen vielleicht nicht optimalen oder gänzlich unpassenden Schutz besitzen. Eine umfassende Überprüfung eines solchen Versicherungsschutzes wird heute oder morgen nicht mehr möglich sein, daher ist zu überlegen welche Schritte möglich und nötig sind um dieses bis zum Jahresende nachzuholen. Zu den Risiken einer solchen Kündigung finden Sie unten, je nach Sparte, einige weitere Informationen.

Kann ich die Kündigung auch per E-Mail oder Fax absenden?

Grundsätzlich können Sie einen Versicherungsvertrag je nach Regelungen in den Versicherungsbedingungen schriftlich kündigen. Eine solche Fristwahrung ist meist auch mit einem Fax möglich, das Original der Kündigung sollte jedoch sehr zeitnah nachgereicht werden. In der Vergangenheit gab es ja durchaus Unternehmen, plötzlich die Faxgeräte zu solchen Terminen ausfielen. Daher ist es grundsätzlich ratsam, neben dem Original auf dem Postweg das Fax an die Gesellschaft zu senden. Dabei ist es jedoch unerheblich an welche Faxnummer dieses Fax verschickt wird. Es muss nicht zwingend die Hauptverwaltung sein, eine Zustellung an einen Vertreter der Gesellschaft (Fax in sein Büro oder persönlich abgegeben in diesem) ist natürlich möglich.

Falls Sie per E-Mail kündigen, so besteht das Problem das bei einer normalen E-Mail keine Unterschrift enthalten ist und die Kündigung damit nicht wirksam. Es spricht natürlich nichts dagegen, eine solche Kündigung auszudrücken, ein zu scannen und dann mit Unterschrift per E-Mail zu versenden. Das Problem daran besteht jedoch gegebenenfalls in dem Nachweis, dass die Kündigung auch bei der Gesellschaft zugegangen ist.

Sollten Sie die Kündigung also auf diesem Wege vornehmen wollen oder müssen, so rufen Sie bitte danach dort an und lassen sich gegebenenfalls Fax den Eingang der Kündigung bestätigen.

Was passiert, sollte ich mich anders entscheiden?

Hier muss die Antwort laute:  „das kommt darauf an“, denn eine allgemein verbindliche Regelung gibt es nicht. Kündigen Sie einen Versicherungsvertrag (zum Beispiel einer Hausrat- oder Haftpflichtversicherung) und der Versicherer bestätigt Ihnen die Kündigung, so wird diese auch entsprechend wirksam. Eine Rücknahme der Kündigung ist nur mit Zustimmung des entsprechenden Versicherers möglich, und so kann es durchaus sein das dieser Sie dann nicht mehr haben möchte.

Anders ist das in der Krankenversicherung. Hier besteht in Deutschland im Rahmen der gesetzlichen Krankenkasse und der Krankenvollversicherung eine Pflicht zur Versicherung. Daher kann ein Vertrag auch nur dann wirksam gekündigt werden, wenn der weitergehende Versicherungsschutz nachgewiesen wird. Diese besondere Regelung findet sich in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG), dort heißt es:

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Dieses bedeutet also in der Praxis, Sie können Ihre gesetzliche aber auch eine bestehende private Krankenversicherung bis zum Ende September kündigen, wird die Kündigung jedoch zum 1. Januar des Folgejahres ausgesprochen, so muss ich zu diesem Zeitpunkt der Nachweis der Weiterversicherung vorgelegt werden. Geschieht das jedoch nicht, weil sie es sich zum Beispiel anders überlegen und doch bei Ihrem Versicherer bleiben möchten, so gilt die Kündigung als unwirksam und der Vertrag zur privaten Krankenversicherung läuft entsprechend weiter.

Auch die Kündigung eine gesetzlichen Krankenkasse funktioniert vergleichbar, denn diese ist mit einer Frist zum Ende des übernächsten Monats kündbar, so dass eine Kündigung im September ein Vertragsende zum 1. Dezember 2014 bewirkt. Dieses ist auch deshalb wichtig, da sie die neuen Versicherungsschutz (wenn dieser eine private Krankenversicherung sein soll) noch mit dem günstigeren Eintrittsalter des Jahres 2014 bekommen können. Auch wenn dieses im Monat vielleicht nur 5-10 Euro ausmachen sollten, so summieren sich diese Beträge über die nächsten Jahrzehnte durchaus zu stattlichen Summen.

Kann ich formlos kündigen oder braucht es einen Vordruck?

Generell ist keine spezielle Vorschrift für die Form der Kündigung erforderlich, außer dass diese schriftlich erfolgen muss. Ich habe Ihnen jedoch bereits seit längerem einige Vordrucke zur Kündigung verschiedener Versicherungen unter dem Menüpunkt Downloads und dort Kündigungsvordrucke zusammengestellt, welche sie sowohl als PDF- als auch Word-Datei finden und gern verwenden können.

Gibt es nach dem 30. September keine Möglichkeit der Kündigung?

Generell ist die Frist zur ordentlichen Kündigung bei den meisten Versicherungen zum 30. September abgelaufen. Eine Ausnahme bildet die Kfz Versicherung, welche eine Frist von einem Monat hat und eine weitere Ausnahme findet sich bei einer stattfindenden Beitragsanpassung. Denn erhöht der Versicherer die Beiträge in Ihrem Vertrag, so besteht auch hier das Recht sich von diesen Vertrag zu lösen. Wichtig ist jedoch zu beachten, dass nicht jede Erhöhung der Beiträge einer Versicherung automatisch zu einer Kündigung führt. So kann es durchaus vertraglich vereinbarte Anpassungen geben, dazu gehört eine Dynamik oder die Anpassung von Versicherungssummen in der Hausratversicherung, die nicht zwingend eine Kündigungsmöglichkeit beinhalten.

Gibt es sonst noch etwas zu beachten?

Sie sollten ungeachtet aller Fristen nicht sinnlos und übereilt kündigen. Gerade in der Sachversicherung (Hausrat-, Haftpflicht-, oder der Rechtsschutzversicherung) kann es durchaus schwierig werden einen neuen Versicherungsschutz zu bekommen, falls der alte Vertrag mit Schäden behaftet war. Daher sollte hier nur dann gekündigt werden, wenn entweder bereits ein neuer Versicherungsschutz sichergestellt ist oder dieses Risiko vertretbar ist.

In der Krankenversicherung hingegen gelten die oben genannten Ausnahmen, jedoch sollte auch hier nicht unüberlegt gekündigt werden. Gerade bei länger bestehenden Verträgen der privaten Krankenversicherung sind Nachteile bei einer Kündigung (neues Eintrittsalter, neue Gesundheitsprüfung und gegebenenfalls der Verlust von Altersrückstellungen) zu bedenken und auch eine angekündigte Beitragsanpassung oder eine (aus ihrer Sicht schlechte) Beitragsentwicklung führt nicht sofort zu einer Kündigung. Überlegen Sie daher gemeinsam mit Ihrem Berater genau, welche Auswahlkriterien für den entsprechenden Versicherungsschutz notwendig waren und sind.

Besonderheiten bei der Berufsunfähigkeitsversicherung

Ein schlechter Schutz gegen die Absicherung der Berufsunfähigkeit kann hingegen durchaus tragische Folgen haben. Hierbei geht jedoch eine Kündigungsfrist zum Ende der Versicherungsperiode. Zahlen Sie Ihren Vertrag also monatlich, so ist dieser auch mit einer Ein-oder Dreimonatsfrist kündbar und will auch hier entsprechend überlegt sein. Die Auswahlkriterien für den passenden Berufsunfähigskeitsschutz finden Sie hier: Klick!

Daher ist hier nicht unbedingt der 30. September der entscheidende Termin, sondern eine Kündigung auch später möglich. Anders als in der Krankenversicherung besteht jedoch keine Versicherungspflicht, daher kündigen Sie bitte immer erst dann wenn ein neuer Versicherungsschutz sichergestellt ist. Sonst laufen sie Gefahr dass der alte Versicherer die Kündigung akzeptiert und ein neuer Versicherer Ihnen nicht den gewünschten Versicherungsschutz gewähren möchte.

Zum 1. Januar 2015 erhöhen sich die Prämien in der Berufsunfähigkeitsversicherung auch deshalb, weil sich neben dem Eintrittsalter der Zins ändert. Das führt, je nach Konstellation, zu einer Anpassung der Beiträge der Berufsunfähigkeitsversicherung von ca. 7-12 %. Daher ist hier eine Überlegung, den Versicherungsschutz noch in diesem Jahr sicherzustellen aus mehreren Gründen sinnvoll.

25.
November '13

Kündigung der privaten Krankenversicherung nun länger möglich


Wer in einer privaten Krankenversicherung versichert ist, der kennt die Mitteilungen zum Jahresende. Aufgrund gestiegener Kosten, längerer Lebenserwartung und weiteren Faktoren kann es passieren, dass eine Anpassung der Beiträge erforderlich ist. Eine solche Beitragserhöhung ist „normal“ und auch sicherlich kein Grund eine Kündigung des Vertrages vorzunehmen.

Dennoch gibt es Situationen, wo entweder der gewünschte Leistungsumfang mit dem eigenen Tarif nicht abgesichert werden kann, die Auswahlkriterien bei Abschluss des Vertrages nicht genau genug geprüft wurden oder andere Gründe für eine Beendigung des Versicherungsverhältnisses sprechen können. Auch eine Tarifwechsel gemäß §204 VVG sollte zuvor in jedem Fall geprüft werden. Ist eine Beendigung dennoch gewünscht, so haben sich die Fristen etwas geändert. Die Vorgaben zur Kündigung der privaten Krankenversicherung sind in dem Paragraphen 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) geregelt. Unter Punkt vier heißt es dort:

(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

BAP_Kuendigung

Das bedeutet also, anders als bisher, bleibt etwas mehr Zeit und der Versicherungsnehmer muss sich nicht unbedingt zwischen Weihnachten und Neujahr zu einer Entscheidung durchringen, wo viele sowieso eher den Kopf für etwas anderes haben, nicht unbedingt für Versicherungen. Aber auch hier ist es wichtig genau zu wissen und zu dokumentieren, wann genau die Beitragsanpassung bei Ihnen angekommen ist. Klar, der (mehr …)