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05.
Mai '17

Der Focus glänzt mal wieder mit Wissen über die Private Krankenversicherung – nicht


Eigentlich habe ich mir abgewöhnt falsche und unsinnige Aussagen in Presseerzeugnissen zu kommentieren, dieses „tote Papier“ ist leider sehr anfällig für „schnelle Recherche“ und reißerische Aussagen, was nicht bedeutet es wäre im Internet anders. Als ich heute am Flughafen an einem Zeitungsstand vorbeilief, fiel mir dieser Titel der aktuellen Ausgabe des „Focus Magazins“ auf, mit dem Titel:

„Zwei-Klassen-Medizin … und wie Sie trotzdem die perfekte Behandlung bekommen“

(c) Focus, Titelbild der Ausgabe vom 29.04.2017

Ergänzt wurde das Cover dann noch mit einem gelben Sticker „113 Versicherer im Test – Was Ihre Kasse jetzt noch zahlt“.

Hier geht das Elend schon wieder los. Was ist die Intention? Um was wird es wohl in dem mehrseitigen Artikel und der langen Tabelle gehen? Um Krankenversicherer, also private? Oder doch um Krankenkassen, also gesetzliche?

Und warum eigentliche „Was Ihre Kasse jetzt noch zahlt“, ich kann mich nicht erinnern, es habe gerade jetzt eine größere Kürzung oder Leistungsreduktion in der gesetzlichen Kasse gegeben? (Eher Veränderungen zu Gunsten der Versicherten, im Heil- und Hilfsmitelgesetz) Aber gut, der Autor oder besser die beiden Autoren, Kurt-Martin Mayer und Matthias Kowalski, werden sich schon etwas dabei gedacht haben. So ein Titel bringt vielleicht Leser, Leser die etwas über die Unterschiede der einzelnen Versicherer erfahren möchten und sich Hilfe bei der Auswahl erhoffen.

Da es bekanntlich unhöflich ist, eine Zeitung schon „ungekauft“ um Geschäft zu lesen, wird der eine oder andere diese 4,20 Euro sicher investiert haben. Kleiner Tipp falls noch nicht geschehen- lassen Sie es bleiben.

Allein der Anspruch in einem Artikel einen sinnvollen Vergleich anstellen zu wollen, einen mit den Leistungen der 113 Krankenkassen, wovon Sie eine Reihe nur nutzen können falls Sie in bestimmten Bundesländern leben, ist leicht irrwitzig. Aber vielleicht erwarten Sie ja auch etwas anderes? Eine Erklärung warum es zur Zwei-Klassen-Medizin kommt, eine Aussage zu den privaten Versicherungen und deren Tücken, dann haben Sie leider etwas hohe Erwartungen und wissen wohl um den Unterschied zwischen privaten Versicherungen und gesetzlichen Kassen, vielleicht mögen Sie es den Autoren einmal schreiben.

Einen Tarifvergleich kann man nicht in eine Zeitung pressen, Unterschiede zu Systemen und Informationen über die Modelle der beiden Wege im Gesundheitswesen, der gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherung aber schon. Nach einer nichtssagenden Titel-Doppelseite auf 73 und 74 geht es auf Seite 75 nun los mit dem Text.

Los geht es schon vor dem Text mit einem Klischeebild. Ein Wartezimmer im Look einer Zigarrenlounge, eines welches (so die Bildbeschreibung) ein Berliner Zahnarzt für seine Privatpatienten anbietet. Klar gibt es sowas, kenne ich aus eigener Erfahrung. Aber ist das ein Grund so meinen Zahnarzt auszuwählen? Sicher nicht! Wer meinen Artikel zu der Versorgung mit Implantaten gelesen hat,

LINK: Implantate, Narkose und die Erfahrung und Erstattung der PKV

der hat auch gesehen, was der Arzt dort abgerechnet hat. Keinen Höchstsatz, keinen Schnickschnack und dennoch hat er (so ein Kollege) eine sehr gute Arbeit abgeliefert und eine durchaus ansehnliche Praxis, einen OP, aber eben kein Zigarrenzimmer. Wer darauf Wert legt, der kann dieses aber natürlich nutzen. Am Ende sind es Komfortleistungen für die bezahlt wird/ werden muss. Ein Berliner Orthopäde bei dem ich einmal war, hatte zwei Wartezimmer, eines für PKV Versicherte und Selbstzahler und eines für GKV Patienten. Warum? In dem einen stellte er Kaffee und Softdrinks kostenfrei, im anderen selbige gegen Bezahlung zur Verfügung. Es ist am Ende eine Frage der Wirtschaftlichkeit. Eine zwingend erforderliche Dienstleistung ist es sicher nicht.

Nach der Geschichte über die Brustkrebspatientin und den Gentest (den so die meisten Kassen nicht bezahlen (dürfen), geht es dann weiter.

Zwei Rubriken oder Spalten fallen mir auf den ersten Blick auf, überschrieben mit:

Für wen lohnt sich die private Krankenkasse?

und

„Für wen lohnt sich die gesetzliche Krankenkasse“

Abgesehen davon, dass schon der Ansatz falsch ist, es geht eben nicht um lohnen. Also um „mehr raus zu bekommen“ als einzuzahlen, es geht um eine passende Absicherung der Leistungen, die mich privat an meine finanzielle Grenze bringen und diese übersteigen.

Die Besonderheiten der Privaten Krankenversicherung

Daher geht es auch in der privaten Krankenversicherung nicht um Brillenleistungen oder ein Krankenhaustagegeld, es geht um elementare und wichtige Leistungen bei schweren Unfällen, dauerhaften Erkrankungen und hohen kosten. Mehr dazu habe ich aber schon in meiner Rubrik

Auswahlkriterien für die Private Krankenversicherung

erklärt und zusammengefasst. Doch der Focus glänzt nun unter der Überschrift „wann sich die private KV lohnt“ mit falschen Aussagen.

„Beamte müssen sich (noch) privat versichern, Selbstständige und Besserverdienende haben die Wahl.“

Ach ja? und warum „noch“? Alle derzeit angedachten Änderungen und Pläne gehören in die Schublade „Wahlkampf“. Davon habe ich in meinen 20 Jahren in der Tätigkeit schon einige gesehen, gelesen und wieder sterben sehen. Wo genau hat der Focus denn diese Aussage her? Auch Beamte müssen nichts. Wer als Beamter in der gesetzlichen Kasse bleiben möchte, der kann das genauso guttun. Eine Pflicht zur Privaten Krankenversicherung gibt es für Beamte ebenso wenig, für andere. (unter bestimmten Voraussetzungen und Vorversicherungszeiten kann es möglich sein, keinen Zugang zur GKV zu haben, das sind aber die Ausnahmen)
Selbstständige und Freiberufler die keine Voraussetzungen für eine Pflicht in der GKV erfüllen, können sich frei entscheiden in welches System diese wollen. Eine solche Entscheidung kann aber langfristig bindend sein und sollte daher gut überlegt sein, schrieb ich bereits im Artikel:

„Eine private Krankenversicherung muss man sich leisten können und wollen.“

Weiterhin kommt der Focus mit einer anderen Idee um die Ecke, einer die gleich zwei Fehler enthält. Er schreibt:

„Nur bis zu einem Alter von 35 ist ein Eintritt in die Privaten erwägenswert und nur ohne gewichtige Vorerkrankungen. Sonst drohen Behandlungsausschlüsse oder Risikozuschläge.“

Lieber Focus, einem 40jährigen, gutverdienenden Angestellten ist es nach Eurer Auffassung verboten in die PKV zu wechseln? Jetzt wo er Geld hat, jetzt wo er merkte wie wichtig ihm Gesundheit ist und vielleicht wo Entscheidungen zu Kinderwunsch und Familie gefallen sind? Diese generelle Altersgrenze ist Unsinn.

Klar gilt, je früher desto besser. Aber seien wir mal ehrlich, die Einkommensgrenzen und damit die Wahl hat der Versicherte nicht mit 18 oder 20, sondern erst später. Eine entsprechende Vorausschau und damit die Nutzung von Anwartschaften und Optionen sichert entsprechende Rechte und ermöglicht auch später eine begründete und fundierte Wechselentscheidung.

Und gleich noch etwas. In der privaten (Voll-)Krankenversicherung gibt es keine Ausschlüsse oder Beschränkungen der Leistungen durch Vorerkrankungen. Höhere Risiken werden mit einem Angebot eines Riskozuschlages ausgeglichen, aber Leistungen werden NICHT ausgeschlossen. Es wäre auch fatal, würde der Kunde mit einer Verletzung des Knies bei einem Antrag eine PKV bekommen, die „Leistungen bei Behandlungen der Knie“ ausschließen würde. Daher ist dieses- schon allein wegen der Pflicht zur Versicherung- nicht möglich. Ein fehlender Zahn bei Antragstellung kann- für den ersten Zahnersatz- ausgeschlossen werden, das ist soweit auch richtig, denn das brennende Haus ist einfach nicht mehr gegen Feuer versicherbar.

Laut Focus liegen die „Stärken der PKV“ in den Bereichen: „Zahn-Inlays, Heilpraktiker, Vitamine, Privatkliniken, weltweiter Schutz und Mehrleistungen der privaten Pflegeversicherung“.

Autsch, da hat aber einer das System so gar nicht verstanden. Zahn-Inlays, OK, das mag gerade noch so sein. Heilpraktiker auch, wobei diese ja selbst in der folgenden GKV Leistungstabelle als neue Stärke der GKV angepriesen werden.

Aber VITAMINE?? Was bitte soll das? Nahrungsergänzungen sind auch in der PKV nicht mit einer medizinisch notwenigen (und das ist zwingende Voraussetzung) Behandlung zu verwechseln. Klar gibt es Diagnosen und Stoffwechselerkrankungen, hier bekommen aber auch GKV Versicherte mit passenden Diagnosen eine Leistung.

Mehrleistungen in der Pflegeversicherung? Ja, in einer Pflegezusatzversicherung mit Pfegetagegeld, Pflegerente und Pflegekosten. Diese Zusatzversicherung ist jedoch auch für jeden gesetzlich versicherten Kunden abschließbar. Die Leistungen der Pflegepflichtversicherung sind hingegen identisch, nur die Prämien sind andere.

Stärken der Privaten liegen sicher eher in der Wahl- und Kombinationsmöglichkeit, in der Anpassbarkeit des Schutzes an den Bedarf und der Garantie der Leistungen laut Vertrag. Kein Bundesausschuss und auch kein Gesetzgeber können diese Leistungen hier reduzieren oder anpassen, wenn der Versicherte das nicht will.

Als Schwächen werden dann (zugegeben richtig) eine oft nicht transparente Beitragskalkulation und komplizierte Wechselmöglichkeiten genannt. Hier sind Berater und Versicherer gefragt und durchaus auf einem guten Weg. Warum nun hier schwache „Kurleistungen und Leistungen bei Psychotherapie“ genannt werden, nun gut. Auch hier ist die Frage: Was will ich als Versicherter? Welche Leistungen sind mir wichtig, genau die sollte ich auch absichern. Und nein, der Hinweis auf eine Vergleichsplattform ist keine adäquate Beratung. Auch Tabellen und Test sind generell hierbei ungeeignet.

Gleiche Betrachtung bei der GKV- Stärken und Schwächen

nach FOCUS Meinung.

Stark soll die GKV deshalb sein, weil diese sich „wegen der kostenlosen Familienversicherung besonders für große Haushalte rentiert“. Oh, genau das ist leider auch in vielen Bereichen das Problem. Das „Rosienenpicken“. Solange ich aus der PKV mehr raus bekomme nutze ich die, dann später die GKV? Mehr Infos dazu auch in meinem Beitrag:

„Mein Kind muss ja dann auch in die PKV“

Und für Besserverdienende lohnt sich die GKV, meint der Focus. Warum? Weil der Beitrag ab einem Einkommen von 4.350 Euro (als Grenze der Beitragsbemessung) nicht weiter steigt. Ah, super Idee lieber Focus. Blöd nur wenn die Grenze, wie in den letzten 20 Jahren, nahezu jährlich erhöht wird. Dazu kommen Zusatzbeiträge und damit steigende Höchstbelastungen in der GKV.

Die Abrechnung über Chipkarte, das Angebot von Gesundheitskursen und ein 18-Monate Wechselrecht sind tatsächlich Merkmale und teilweise sogar Stärken der GKV, unumstritten. Die PKV muss man wollen, das System PKV muss man verstehen und wollen und auch die „Mehrarbeit“ muss man verstehen, den Arzt auch einmal kritisch hinterfragen und sich im Klaren sein was genau man sich dort kauft.

Warum dann aber bei den Stärken der Privaten stand:

„Vorteile für weibliche Singles. Single-Frauen genießen in den Unisextarifen der Privaten einige Vorteile“

kann uns wohl auch nur einer der beiden Autoren erklären. Empfehlenswert hier vielleicht ein Gespräch mit einem Aktuar oder anderen Fachleuten zum Thema Kalkulation der PKV.

Aber wenigstens bei den Schwächen der GKV scheint man sich belesen zu haben. So werden Wartezeiten beim Arzt, viele Zuzahlungen, „wirtschaftliche Leistungen“ und Rentenbeiträge angesprochen. Auch der Hinweis auf die Beitragshöhe und Änderungen durch die Politik sind da, na wenigstens etwas.

Noch zur Erklärung:

Was zahlt die gesetzliche Kasse?

Regelungen welche Leistungen in der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt werden (dürfen) finden sich im Sozialgesetzbuch V. Dieses schreibt eine medizinisch notwenige und wirtschaftliche Versorgung vor, eine wirtschaftliche bedeutet aber auch, keine unsinnigen, umstrittenen und nicht nachgewiesenen Methoden zu bezahlen. Der große Nachteil: Der so genannte „gemeinsame Bundesausschuss“ tagt im Verborgenen und entscheidet über die Hinzunahme oder das Herausstreichen von Behandlungsmethoden für gesetzlich Versicherte. Eine Einzelfallprüfung, also eine Entscheidung für einen Patienten erfolgt so nicht, es geht eher um einen generellen Leistungskatalog. Das bedeutet aber auch, es ist ein langwieriger Prozess und nicht immer bei nachgewiesener Sinnhaftigkeit schafft es eine Methode auch in den Katalog der GKV.

Darüberhinausgehende Leistungen sind der Kasse nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. So erntete die Techniker Krankenkasse erst kürzlich einen gewaltigen „Shitstorm“ im Netz, nachdem diese Kosten für eine homöopathische Behandlung übernehmen will. Der Aufreger dabei? „Ihr verschwendet meine Gelder.“ „Ich will nicht meine Beiträge für solchen Unsinn und ohne Wirksamkeit verschwendet wissen.“ Nachvollziehbare Gedanken? Vielleicht. Aber am Ende entscheidet die Kasse nur über einen sehr, sehr kleinen Teil des Leistungskataloges. Dennoch resultieren hieraus Zusatzleistungen. Dazu zählen zum Beispiel.

  • – zuzahlungsfreie Medikamente
  • – Brillen bei Kindern für den Sport
  • – Mehrleistungen bei Kieferorthopädie
  • – erweiterte Kostenübernahme bei Vorsorgeuntersuchungen
  • – Mehrleistungen bei künstlicher Befruchtung
  • – Zuschuss zu alternativer Medizin
  • – Gesundheitskurse
  • – Osteopathie und vieles mehr

Dazu bieten verschiedene Kassen besondere Services an. Kooperationsärzte mit schnellen Terminen, Hilfe bei dem Einholen einer Zweitmeinung, Hebammenzuschüsse und vieles mehr, aber alles im Vergleich zu den normalen Leistungen eher ein kleiner Teil. Durch solche Leistungen heben sich Kassen von den anderen ab, bieten einer bestimmten Zielgruppe bestimmte Leistungen.

Die dann aufgestellte Tabelle bewertet in Rubriken die allgemeinen Services, digitale Zusatzleistungen, Spartarife und Mehrleistungen und listet einige Besonderheiten der Kasse auf. Eine Hilfestellung wer eine neue Kasse sucht? Ja- eine kleine. Dennoch wird es schwer all diese Leistungen in eine Tabelle zu pressen, daher haben Vergleichsportale und digitale Assistenten bei der Kassenauswahl die Nase hier vorn. Ein Beispiel? Der Kassenfinder…

Auch zu dem Thema

„Wie komme ich aus der privaten Versicherung wieder heraus“

haben die Autoren eine eigenwillige Meinung.

So schrieben sie auf der Seite 78 in der weiteren Spalte dann auch gleich:

„Wer längere Zeit weniger als 57.600 € verdient“ kann zurück in die GKV. Der Satz „Umstritten ist, wie lange man unterhalb dieser Grenze bleiben muss. Ein Jahr kann dafür reichen, manchmal sind zwei gefordert“

Manchmal? Kann reichen? Was genau ist an einem Gesetz, den Hinweisen des GKV Spitzenverbandes und klaren Aussagen nicht zu verstehen? Nach Eurer Auffassung lieber FOCUS ist es Würfeln? Also mal ein, mal zweimal weniger Jahre?

Artikel: Änderungen der GKV und Hinweise dazu

Schade, ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, hat mal jemand gesagt (ich habe vergessen wer). Wird eine Versicherungspflicht ausgelöst, dieses kann auch durch einen Tag Arbeitslosengeldbezug passieren“, kann gem. SGB V danach die Weiterversicherung erklärt werden. Diese Weiterversicherung ist an Voraussetzungen und Vorgaben gebunden,welche im Paragraphen 9 des Sozialgesetzbuches V geregelt sind. Natürlich sind reine Umgehungstatbestände notfalls rechtlich zu prüfen, aber die Aussage im Artikel ist so schlichtweg Unsinn. Auch die Aussagen zur Familien-GmbH und zur Aufgabe der selbstständigen Tätigkeit (die dann laut Artikel nach einem Jahr eine Familienversicherung ermöglicht) ist so leider… Unsinn!

Mit dem Thema Versicherungspflicht und die Rückkehr in der GKV sind Spezialisten und Experten über Wochen pro Fall beschäftigt, Ihr glaubt doch nicht ernsthaft das mit drei bis fünf Sätzen in einem Artikel unterbringen zu können und dann auch noch mit wenigen richtigen Aussagen?

Ein Artikel den „Mann und Frau“ getrost nicht lesen braucht

Was nutzen Informationen die schlichtweg falsch und ungenau sind und was helfen diese bei der Findung der richtigen Entscheidung? Nichts. Daher, lassen Sie die Finger von dem Artikel. Kaufen Sie sich für die 4,20 Euro dieses FOCUS einen Kaffee, setzen Sie sich in die Sonne und genießen Sie den Frühling. Oder gehen Sie ein Eis essen, Eis ist übrigens immer gut. 🙂

Bei Fragen zu so wichtigen Themen, lebenslangen Entscheidungen, fragen Sie bitte Experten und Menschen die sich damit auskennen, diese Autoren gehören wohl noch nicht dazu, aber vielleicht haben ja auch diese jetzt Neues gelernt.

01.
April '16

Produktnews: Private Krankenversicherer führen Schutz ohne Gesundheitsprüfung aber mit Beitragsgarantie ein für alle ein und implantieren die Versichertenkarte


UPDATE: Wie viele von Ihnen gemerkt haben erschien der Artikel am 1.4. und war somit -leider- ein Aprilscherz

Die Private Krankenversicherung, die zweite Säule im Versicherungssystem in Deutschland, ist nur für einen ausgewählten Personenkreis geöffnet. Wer genau sich in der Privaten Krankenversicherung (bisher) versichern durfte, das habe ich unter dem Punkt Private Krankenversicherung hier auf meiner Seite zusammengestellt. Bisher dürfen nur Beamte, Selbstständige oder Angestellte über der Jahresarbeitentgeldgrenze die gesetzliche Krankenkasse (GKV) verlassen und sich um ihren Versicherungsschutz selbst kümmern. Das ändert sich nun. Wie das Bundesgesundheitsministerium in Abstimmung mit dem Verband der Privaten Krankenversicherer heute bekannt gab, wird es ab sofort einen besonderen Tarif geben, mit dem auch alle bisher versicherungspflichtigen Personen in die PKV wechseln können. Heftiger Widerstand kam dagegen vom Spitzenverband der gesetzlichen Krankenkassen. Dieser befürchtet eine massive Abwanderung von Versicherten und damit eine Schmälerung der Versichertenkollektive in der GKV. Damit wäre der Risikoausgleich im Umlageverfahren gefährdet, so eine Sprecherin des Verbandes. Doch schauen wir uns zunächst einmal die Details an.

H1: Wer darf den Tarif nutzen?

Die Erklärung ist simpel. ALLE. Jeder der in Deutschland einen Wohnsitz hat und damit auch der Versicherungspflicht in Deutschland unterliegt, kann zukünftig selbst entscheiden in welchem System er versichert sein möchte.
So wurde neben der bereits im Gesetz verankerten Kündigungsfrist (derzeit ist eine GKV zum Ende des übernächsten Monats kündbar) ein einmaliges Sonderkündigungsrecht zum 1. Juli 2016 eingeführt. Wer sich dann für den neuen Tarif entscheidet, kann vom 1.7. bis 31.12. jederzeit mit Frist zum Montag der kommenden Woche das System verlassen.

Welche Leistungen enthält der neue Tarif

Zunächst einmal wurde eine Grundleistung geschaffen. Jedwede Leistung, also auch das Krankengeld bei Erkrankung der Kinder, die Mutter-Kind-Kuren und sonstige Leistungen in der gesetzlichen Krankenkasse sind automatisch mitversichert. „Alle Leistungen, welche in der gesetzlichen Krankenkasse enthalten sind, waren oder sein werden sind automatisch auch in unserem Tarif mitversichert, so Stefan Reker, Sprecher des PKV Verbandes. Dazu haben wir den Tarif stark aufgewertet, da wir an das System der kapitalgedeckten Finanzierung glauben und allen Menschen in Deutschland die Möglichkeit geben wollen, sich mit umfangreichen Leistungen zu versichern und nicht mehr monatelang auf einen Arzttermin warten zu müssen.PKV Einheiutstarif ab 1.7.2016

Die genauen Leistungen finden Sie in den Versicherungsbedingungen, welche ebenfalls endlich stark vereinfacht und verständlich sein sollen. Diese werden nur noch drei Seiten umfassen und dabei ist das Deckblatt schon mitgezählt, so ein Sprecher weiter.

Wie hoch werden die Beiträge sein?

Auch wenn mir eine detaillierte Beitragsübersicht noch nicht vorliegt (die reiche ich umgehend nach Erhalt als Download nach), so stehen die Prämien bereits fest. Diese sind gestaffelt nach dem Eintrittsalter und verändern sich während der Laufzeit. Jeweils mit erreichen der nächsten Altersstufe steigt der Beitrag dann auf den neuen Betrag. Eine Anpassung oder sonstige Veränderung der Beiträge ist bis zum Jahr 2035 vertraglich ausgeschlossen.

Kinder von 0 bis 3 Jahren zahlen monatlich 29 €
Kinder von 3 bis 14 Jahren zahlen 39 €
Jugendliche bis 21 Jahren werden mit 69 € berechnet
Studenten erhalten einen kostenfreien Versicherungsschutz für das 1. Semester
Erwachsene von 21 bis 41 müssen 139 € monatlich zahlen
für Versicherte ab dem 41. bis zum 67. Lebensjahr fallen 179 € an
67jährige bis 99 Jahren erhalten 40 € Nachlass von der Rentenversicherung und zahlen somit 139 €
ab dem 100. Geburtstag ist der Versicherungsschutz bis zum Lebensende kostenfrei

Wer sich für eine Selbstbeteiligung von 600 € pro Jahr entscheidet (das ist die einzig angebotene SB Stufe), der bekommt einen weiteren Rabatt in Höhe von 20 € monatlich.

Was zahlt mein Arbeitgeber?

Eine der einschneidendsten Veränderungen ist der WEGFALL des Arbeitgeberzuschusses, welcher derzeit 50% beträgt. Sowohl für Arbeitnehmer wird es eine spürbare Entlastung, aber auch für die Versicherten, so ein Sprecher der Barmenia Krankenversicherung. Hierbei spart uns allein die nicht mehr erforderliche Arbeitgeberbescheinigung jährlich über 100.000 € an Porto und Kosten für das Papier und den Druck.

Ich bin aber nicht gesund, kann ich dennoch wechseln?

Ja, eine Gesundheitsprüfung ist in dem neuen Einheitstarif ausgeschlossen, der Versicherungsschutz beginnt jedoch auch bei Vorerkrankungen erst am folgenden Montag nach dem Abschluss und gilt dann auch für vorhandene Krankheiten. Wer bereits in Behandlung ist, der sollte mit seinem Arzt besprechen ob diese Behandlung ggf. ein paar Tage unterbrochen oder ausgesetzt werden kann, damit ein reibungsloser Wechsel möglich ist.

Implantierter Chip statt Versichertenkarte.

Anstelle der bisher teuren Versichertenkarte, welche bei jeder Änderung von persönlichen Daten neu erstellt werden muss und enorme Kosten verursacht, wird dem Versicherten nach Abschluss des Vertrages ein kleiner, Stecknadelkopf großer Chip in die rechte Hand implantiert.FAZ Chip Implantieren Dieser kann von außen neu beschrieben und ausgelesen werden. Bereits auf der Cebit, der Messe für neue Technologien, wurde diese Möglichkeit im März gezeigt und erfolgreich praktiziert. Durch Klick auf das Bild unten kommen Sie direkt auf den FAZ Artikel, welcher in einem Video das implantieren zeigt.

Wie beantrage ich den Versicherungsschutz?

Ab dem 1.5. wird hier ein Antragsformular zur Verfügung stehen. Nur über dieses spezielle Formular ist ein Antrag und der Abschluss möglich. Benötigt werden neben den persönlichen Daten die Daten zur Krankenversicherung der letzten 3 Jahre. Wer bisher nicht versichert ist, kann gegen eine Zahlung von 50 € Strafbeitrag einmalig ebenfalls aufgenommen werden.

Für Angestellte und Selbstständige ist im Beitrag das Krankentagegeld in Höhe des Nettoeinkommens automatisch versichert. Die Pflegepflichtversicherung ist ebenfalls ab dem 1.7. kostenfrei enthalten.

Bitte gedulden Sie sich mit weiteren Anfragen zu diesem Tarif noch einige Tage, ich aktualisiere die Infos hier, sobald mir weiteres vorliegt.

29.
Juni '15

Urlaub in Griechenland und die Auslandsreiseversicherung – was Sie beachten müssen


Griechenland, ein Thema welches sie seit Wochen, Monaten, gar Jahren in den Nachrichten hören, jeden und jeden Tag. Egal wie sie zu dem Thema Griechenland stehen, egal ob sie die Meinung der Europagegner oder der Befürworter Griechenlands für gutheißen, es ergeben sich für alle Griechenlandbesuche einige Veränderungen, auf die Sie vor einer Reise vorbereitet sein sollten, egal ob sie beruflich oder privat dort hin reisen.

Krankenversicherungsschutz wie bisher?

Generell ändert sich durch die aktuelle Diskussion um Griechenland an ihrem Versicherungsschutz zunächst einmal nichts. Sind Sie gesetzlich krankenversichert, so besteht auch weiterhin Versicherungsschutz in Griechenland durch die gesetzliche Krankenversicherung und damit die europäische Krankenversicherungskarte.

(c) www.tk.de

(c) www.tk.de

Diese sichert Ihnen durch das Sozialversicherungsabkommen Schutz für auftretende Krankheiten. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass sie aufgrund der aktuellen Situation nur gegen Vorkasse behandelt werden oder dass die Absicherung und Abrechnung auf normalem Wege nicht stattfindet. Daher sollten Sie vor einer Reise, gerade wenn sie vielleicht schon Vorerkrankungen besitzen, genau abklären welche medizinische Versorgung sie brauchen. Benötigte Medikamente nehmen Sie bitte in ausreichender Anzahl für die komplette Dauer des Aufenthaltes mit. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen stellt seit Jahren ein Merkblatt für den Auslandsaufenthalt zur Verfügung, für das jeweilige Reiseland können Sie diese Informationen hier direkt abrufen. Behandlungen finden in den Gesundheitseinrichtungen des IKA oder bei IKA Vertragsärzten statt. Einen Termin können Sie landesweit unter der Rufnummer 184 vereinbaren.

Als GKV Versicherter werden nicht 100% der Kosten übernommen. Daher beachten Sie bitte die Einschränkungen, unter anderem bei Medikamenten:

Eigenbeteiligung – grundsätzlich 25 % der Kosten, – bei bestimmten Diagnosen und Medikamenten fallen keine Zuzahlungen an oder die Zuzahlung beträgt 10 % der Kosten

Die Auslandsreiseversicherung zahlt wie bisher

An dem Versicherungsschutz ihrer deutschen Auslandsreisekrankenversicherung ändert sich natürlich weder durch die aktuellen Ereignisse noch durch einen Grexit etwas. Das Versicherungsverhältnis besteht natürlich unverändert fort und bietet weiterhin den abgeschlossenen Versicherungsschutz. Jedoch ist auch hier die zunächst einmal die Bezahlung vor Ort notwendig. Bisher war das bei allen ambulanten Behandlungen auch schon so, die Rechnungen reichten sie danach bei ihrem Versicherer ein und bekamen und bekommen diese erstattet. Wird das Geld jedoch knapp und gelten die Zahlungsverkehrskontrollen, das bedeutet das im Moment an den Geldautomaten für die Griechen maximal 60 € am Tag verfügbar sind, ist es nicht auszuschließen dass sie Geld für notwendige Behandlungen nicht abheben können. Sind die Geldautomaten nicht gefüllt, so sind Sie auf andere Zahlungswege angewiesen. Daher sollten Sie bitte unbedingt ausreichend Bargeld mitnehmen.

Bei stationären Behandlungen und notfallmäßig Versorgung in Krankenhäusern sollte nach wie vor eine Kostenzusage durch den Auslandsreisekrankenversicherer erfolgen. Dieses war bereits in der Vergangenheit so, da die Beträge oftmals so groß sind, dass diese schlecht vorfinanziert werden können. Eine Garantie, dass das Krankenhaus Sie bei größeren Kosten behandelt, besteht jedoch nicht.

Auch hier ist es für notfallmäßige Behandlungen ratsam, eine ausreichende Menge Bargeld mitzuführen und insbesondere über eine Kreditkarte mit ausreichendem Rahmen zur Verfügung. Ob diese Kreditkartenbelastung weiterhin uneingeschränkt funktioniert, ist nicht 100-prozentig planbar, jedoch ist davon auszugehen. Noch keine Absicherung? Die Auslandsreisekrankenversicherung können Sie hier direkt online abschließen.

Natürlich gelten weiterhin alle sonstigen Empfehlungen bei einer Auslandsreise: Hinweise AuslandsreiseWenn Sie diese Ratschläge (die zum größten Teil auch schon bisher gehalten) beherzigen, so sollte einem entspannten, sonnigen und erholsamen Griechenland Urlaub nichts im Wege stehen.

13.
Mai '15

Herrentag, Vatertag oder Himmelfahrt- bitte nicht ohne den richtigen Schutz


Für alle die in den letzten Jahren Vater geworden sind und nun diesen Tag „besonders“ genießen, habe ich in meinem Beitrag „Welche Versicherungen für Kinder wichtig sind“ schon die wichtigen Versicherungen für die Kleinen zusammengefasst. In den letzten Tagen wurde ich (eigenartigerweise) mehrfach darauf angesprochen welche Versicherungen man eigentlich (an solchen Tagen) haben sollte, dabei ist das gar nicht so schwer.

Ein solcher Feiertag ist natürlich keineswegs ein Grund, einen extra Versicherungsschutz zu besorgen oder gar einen besonderen Schutz haben zu wollen. Dennoch gibt es einige wichtige Absicherungen, die nicht nur an einem solchen Tag nicht fehlen sollten.

VatertagAusgelassene Feiern, manchmal etwas Alkohol, entspannte Stimmung- das alles sind auch beste Voraussetzungen das einmal etwas zu Bruch geht. Das ist hoffentlich nicht der eigene Körper, kann aber durchaus auch das Eigentum anderer sein. Und für den Fall dass sie das Eigentum anderer beschädigen, ist eine Haftpflichtversicherung das absolute Muss.

Nachdem Vorgaben des BGB haften sie für Schäden welche sie Dritten zufügen unbegrenzt. Damit dieses nicht in einem finanziellen Desaster endet, ist es erforderlich einen ansprechenden Versicherungsschutz zu haben. Die Privathaftpflichtversicherung ist mit Prämien von wenigen Euro Monat eine der wichtigsten Absicherungen überhaupt.

Geht nun aber nicht nur das Eigentum Dritter kaputt, welches sich meist mit etwas finanziellen Aufwand ersetzen lässt, sondern leidet auch hier eigene Körper, so kann es schnell nach einem Unfall zu einer so genannten Invalidität kommen. Was das genau ist und worin der Unterschied zur Berufsunfähigkeit liegt, das können Sie hier in meinem Beitrag mit Begriffserklärungen nachlesen. Passiert Ihnen also in ihrer Freizeit etwas (während der beruflichen Tätigkeit besteht unter Umständen noch ein Schutz aus der gesetzlichen Unfallversicherung) und bedingt dieses eine „dauernde körperliche oder geistige Beeinträchtigung“, so ist dieses mit einer entsprechenden Absicherung finanziell aufzufangen. Eine Unfallversicherung schützt Sie hier vor finanziellen Folgen und sichert auch die Kosten für einen Umbau des Hauses, einen Umzug oder eine weitere Anpassung an das zukünftige Leben.

InterriskEin solcher Versicherungsschutz hilft natürlich nicht nur am morgigen Feiertag und sollte keineswegs unüberlegt oder überstürzt abgeschlossen werden, jedoch sollten Sie sich Gedanken über den bisherigen Schutz machen. Falls schon eine Absicherung für den Fall eines Unfalls und der daraus resultierenden Invalidität besteht, prüfen Sie gern einmal welche der folgenden Leistungen dort enthalten sind. Denn nur weil sie schon einmal eine Unfallversicherung abgeschlossen haben, muss diese noch lange nicht den Bedarf entsprechen und zudem kann der Versicherungsschutz viele Ausschlüsse enthalten, die zu einer Leistungsfreiheit des Versicherers führen. Leistungsverweigerung sind zum Beispiel:

Erweiterung des Unfallbegriffes:
Mitversichert ist die Einatmung oder Einnahme schädlicher Stoffe einschließlich Nahrungsmittelvergiftungen.
Wir leisten zudem für Verletzungen durch Eigenbewegungen (auch Knochenbrüche, Meniskusschäden, Bauch- oder Unterleibsbrüche).
Oberschenkelhalsbruch und Armbruch sind unabhängig von der Ursache versichert.
Versicherungsschutz bei Infektionen:
Infektionskrankheiten sind unabhängig vom Übertragungsweg mitversichert.
Als versichertes Ereignis gilt der Ausbruch der Infektionskrankheit.
Außerdem besteht Versicherungsschutz bei sonstigen Folgen von Insektenstichen (z. B. allergische Reaktionen) sowie bei stationären Desensibilisierungsmaßnahmen.

Sonstige Erweiterungen:
Es gilt kein Ausschluss von Geistes- oder Bewusstseinsstörungen, daher gilt auch Versicherungsschutz für Unfälle infolge von Bewusstseinsstörungen durch Ohnmachtsanfälle.
Außerdem gilt beim Lenken eines Kfz. keine Promillegrenze.
Die Teilnahme an Kartrennen gilt mitversichert, sofern die versicherte Person nicht regelmäßig Rennsport betreibt.

Wir organisieren:
Such-, Bergungs- und Rettungseinsätze
Krankentransporte einschließlich Flug-Rückholung
Krankenbesuche
Medizinische Rehabilitation
Betreuung von Kindern sowie von Haustieren und tragen die dafür entstehenden Kosten

All diese Leistungen sind keine Standardleistungen in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen der Unfallversicherung, dennoch entscheiden diese im Fall der Fälle darüber, ob es eine Zahlung gibt oder der Versicherer leistungsfrei ist.

Neben der Unfallversicherung sollte auf keinen Fall ein Schutz für weitere Folgen fehlen. Dabei geht es vorwiegend gar nicht einmal um einen Unfall, sondern um krankheitsbedingten Verlust der Arbeitsfähigkeit. Die Berufsunfähigkeitsversicherung (welchen Sie hoffentlich bereits haben?) Schützt Sie vor den finanziellen, dauerhaften Folgen bei Verlust der Arbeitskraft. Können Sie also in Ihrem Beruf nicht mehr tätig sein, so ist dieser Schutz dafür verantwortlich das weiterhin ein monatliches Einkommen gezielt werden kann. Nur wenn dies der Fall ist, können auch laufende Kosten wie die Absicherung von Krankheitskosten, laufende Miete aber auch die Beiträge zur gesetzlichen oder privaten Altersvorsorge weitergezahlt werden.

Nur wenn dies erfüllt ist, ist ein (finanziell) halbwegs normales Leben auch nach einer Erkrankung mit folgender Berufsunfähigkeit möglich.

Gibt es Familie, haben Sie (kleine) Kinder welche auch im schlimmen Fall ihres Ablebens noch eine finanzielle Zukunft haben müssen, so kommen sie an einer angemessen hohen Risikolebensversicherung kaum vorbei. Diese sichert im Falle des Todes eine einmalige finanzielle Entschädigung und ermöglicht nicht nur dem Rest der Familie weitere Kosten zu zahlen, sondern auch für die Zukunft der Kinder, dass Studium und alle weiteren Kosten aufzukommen. Der Versicherungsschutz ist in diesem Falle deutlich günstiger als oftmals erwartet. In diesem Onlinerechner bekommen Sie einen ersten Anhaltspunkt. Diese Prämie ist keinesfalls die einzige, und soll auch nur einen schnellen Überblick ermöglichen. Im Bedarfsfall sollten wir eine solche Absicherung in Ruhe besprechen und überlegen welche Höhe notwendig ist, und bei welchem Versicherer diese zu entsprechenden Konditionen zu besorgen ist.

Natürlich gibt es noch eine Reihe anderer Bereiche die abgesichert werden sollten, dennoch sind die Haftpflichtversicherung, eine Absicherung bei Unfällen, des Schutz bei Berufsunfähigkeit und gegebenenfalls ein finanzieller Schutz bei Tod die zunächst einmal wichtigsten Kriterien. Alles andere kommt dann, denn nur wenn diese elementaren Bereiche abgesichert sind, lassen sich alle anderen auch weiter finanzieren.

Ein entsprechender Versicherungsschutz im Krankheitsfall (das kann die gesetzliche Krankenkasse + Zusatzversicherung sein) oder eine private Krankenversicherung ist eine Pflichtversicherung in Deutschland und daher setze ich diese als vorhanden voraus. Auch hier wird natürlich, wie bei der Absicherung des Pflegerisikos, nur der richtige und passende Schutz ist sinnvoll.

Wenn Sie nun an die elementaren Absicherungen gedacht haben, dann darf eines Morgen nicht fehlen. Der Spaß. Genießen Sie den Tag mit ihren Freunden, ziehen sie durch die Stadt wenn Sie mögen oder verbringen Sie Zeit mit ihren Kindern und der Familie. Ist ja schließlich Vatertag.

27.
Oktober '14

Studentische Krankenversicherung- ewig geht nicht, so das Bundessozialgericht mit Urteil B 12 KR 1/13 R


Die studentische Krankenversicherung ist eine kostengünstige Möglichkeit, während seines Studiums einen Krankenversicherungsschutz sicherzustellen. mit einem monatlichen Beitrag von unter 70 € können sich Studenten in der gesetzlichen, studentischen Krankenversicherung versichern. Mitversicherte Kinder genießen dann beitragsfreien Versicherungsschutz in der GKV.

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Doch studieren kann man nicht ewig…

meint das Bundessozialgericht und stellt in seiner Entscheidung unter dem Aktenzeichen B 12 KR 1/13 R klar, dass Studenten nur unter besonderen Umständen ihre studentische Krankenversicherung verlängern können, wenn dieser das 30. Lebensjahr bereits überschritten haben.

Eine Verlängerung kommt nur dann infrage, wenn der Student aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage war sein Studium wie geplant fortzusetzen bzw. abzuschließen. Die Richter stellen weiterhin klar, dass ein solcher Verlängerungsgrund vor dem 30. Lebensjahr eingetreten sein muss, und eine Verlängerung auch dann nur in dem „üblichen Rahmen“ möglich sei. Darunter verstehen die Richter 14 Fachsemester, also insgesamt maximal weitere sieben Jahre.

Mit 37 ist endgültig Schluss

ist das 37. Lebensjahr erreicht, so ist eine Mitgliedschaft in der preisgünstigen, studentischen Krankenversicherung ausgeschlossen und es sind normale Beiträge zu entrichten.

Kann ich auch in die private Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung finden wir bei den meisten Versicherern ähnliche Regelungen. Auch hier sind die preiswerten, studentischen Tarife auf ein bestimmtes Lebensalter begrenzt. Einige Unternehmen gewähren den Schutz bis zum 30. Lebensjahr, andere noch vier Jahre länger. Dennoch ist den meisten Fällen auch hier dann Schluss und der Tarif wird in einen normalen Tarif umgewandelt.

Ob Sie in die private Krankenversicherung können, das hängt unter anderem auch davon ab, wie sie sich zum Studienbeginn entschieden haben. Die Entscheidung für das gesetzliche oder private Versicherungssystem in der Krankenversicherung kann nur einmal zu Studienbeginn getroffen werden und ist dann verbindlich für die gesamte Zeit des Studiums.

Sobald die Zeitpunktes Bundessozialgericht des vorliegt, werden wir diese hier verlinkten, jedoch ist die entscheidende Information das nur in besonderen Ausnahmefällen mit dem 30. Lebensjahr (oder mit dem 37.) die studentische Krankenversicherung beendet ist.