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30.
Juli '12

Aachen Münchener Berufsunfähigkeitsversicherung – wirklich die beste BU, wie die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) es behauptet?


In der letzten Woche erhielt ich einen Anruf eines Vertreters der Deutschen Vermögensberatung (DVAG). Auf meiner privaten Nummer- wohl ohne zu wissen was ich beruflich tue- wollte man mir unbedingt die „beste Berufsunfähigkeitsversicherung“ verkaufen und müsse daher „unbedingt mit mir reden“. Das Produkt sei „so gut, das es nur exklusiv bei uns zu bekommen ist“, so der Vertreter weiter. Daraufhin habe ich mir einmal die Bedingungen besorgt und etwas genauer unter die Lupe genommen.

Zunächst aber sollte man sich klar sein darüber, wer bzw. was die Deutsche Vermögensberatung denn überhaupt ist. Es handelt sich um einen Versicherungsvertreter, einen so genannten gebundenen Vermittler. Irgendwie passt das nicht so recht zu der „Vermögensberatung“, denn unabhängig ist die DVAG damit nicht, sondern vertritt nur die Unternehmen des Generali – Konzerns.

Doch zurück zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Es handelt sich um den Tarif BUV und meiner Analyse liegen die Druckstücke Nr. AVB BUV (01.12) mit den Versicherungsbedingungen, die Dynamikbedingungen DYNB BUV (03.11), die Besonderen Bedingungen für di fondgebundene Überschussveteiligung FÜBB BUV (01.12) und die Sondervereinbarung für Ärzte/ Zahnärzte AVB BUV Arztklausel Infektion (03.11) zu Grunde. Angeboten wird das Produkt exklusiv über die Deutsche Vermögensberatung und deren Vertreter im Außendienst.

Gerade bei einem Produkt wie der Berufsunfähigkeitsversicherung sind die Bedingungen von elementarer Bedeutung, entscheiden diese doch im Fall der Fälle darüber, wie und ob überhaupt eine Rente gezahlt wird oder ob der Versicherer keine Leistung erbringen muss. Was genau in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen nun aber steht, das habe ich mir für Sie einmal genauer angeschaut.

Einer der wichtigsten Punkte dabei ist zunächst die Definition der Berufsunfähigkeit selbst. Hier hat die Aachen Münchener im aktuellen Bedingungswerk auf den Zusatz „altersentsprechend“ verzichtet und ist daher positiv von der gesetzlichen Definition abgewichen. Auch auf eine abstrakte Verweisung verzichtet der Versicherer hier, dazu aber später noch mehr.

Weiterhin kann der Leistungsfall auch dadurch eintreten, dass Pflegebedürftigkeit eingetreten ist und mindestens 2 der genannten Punkte erfüllt sein müssen. Wer sich also nicht allein im Zimmer fortbewegen kann und sich nicht allein waschen, der hat zwei Pflegepunkte welche zur Leistung aus der Berufsunfähigkeitsversicherung führen können. Können deshalb, da zuvor noch die weiteren Rahmenbedinungen und natürlich die Ausschlüsse zu prüfen sind. Leistungen aus der Versicherung werden bei folgenden Ereignissen/ Auslösern nicht erbracht (Quelle: §6 Abs. 2):

  • BU durch innere Unruhen, falls der Versicherte auf Seiten der Unruhestifter war
  • BU durch Strahlenereignisse, Kernenergie
  • BU durch vorsätzliche Herbeiführung oder strafbarer Versuch eines Verbrechens oder Vergehens
  • BU durch atomare, biologische oder chemische Waffen

Dabei ist leider auch der Straßenverkehr nicht eingeschlossen. Andere Unternehmen verwenden hier deutlich verbesserte Formulierungen und dort heißt es zum Beispiel bei der Alten Leipziger (BV10) Berufsunfähigkeitsversicherung:

„c) durch vorsätzliche Ausführung oder den strafbaren Versuch eines Verbrechens oder Vergehens durch den Versicherten. Verkehrsdelikte und fahrlässige Verstöße sind von diesem Ausschluss nicht betroffen;“

Auch das Thema der so genannten Umorganisation hat der Versicherer meiner Meinung nach eher schlechter als viele andere am Markt gelöst. So ist eine Umorganisation auch für Angestellte mit Weisungs- und Direktionsbefugnis möglich, fast schon ein k.o. Kriterium für angestellte Versicherte, denn die wenigsten Arbeitgeber werden den Arbeitsplatz an den Gesundheitszustand des Versicherten anpassen?! Die weiteren Formulierungen in §1 Abs. 4 b sind auch eher ungünstig. So sind dort weiterhin schwammige und nicht greifbare Formulierungen enthalten, z. Bsp. „keinen erheblichen Kapitaleinsatz“, „keine auf Dauer ins Gewicht fallende Einkommenseinbußen“ oder „ein der bisherigen Position angemessener Tätigkeitsbereich geschaffen wird und dieser aus medizinischer Sicht möglich ist“. Die Einkommensreduzierung wird zudem „je nach Lage des Einzelfalls“ bemessen, auch wenn bei Angestellten eine Größenordnung von 20% als Obergrenze gilt.
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12.
April '12

Inter Krankenversicherung aG mit neuer Tarifserie QualiMed – ausführlicher Kommentar zur Tarifeinführung


Vor wenigen Wochen hatte ein anderer Krankenversicherer bereits einen neuen Tarif eingeführt.  Die Details zu dieser Tarifeinführung, und auch der folgenden eines neuen Tarifen für die Berufsunfähigkeitsversicherung können Sie in den Ausgaben 1 und 2 der Finanz News nachlesen.

Zum 1. Mai 2012 führt die Inter Krankenversicherung nun ebenfalls ein neues Tarifwerk in ihrer Produktpalette ein. Der Name dieses Tarifwerkes: QualiMed (R). Von der Inter selbst liegen mir die Bedingungen noch nicht vor, jedoch habe ich diese auf anderem Wege bereits zur Einsicht bekommen.

Ob das Tarifwerk auch hält, was es verspricht und ist damit eine echte Alternative zu anderen Tarifen am Markt wird, können Sie im Detail in meinem mehrseitigen Kommentar nachlesen. Hier ein kleiner Auszug:

Der Tarif:

Bei der Inter Krankenversicherung aG handelt es sich um einen, in Mannheim ansässigen, Versicherungsverein auf Gegenseitigkeit. Eingeführt werden die Tarife zum 01. Mai 2012 und sind ab diesem Zeitpunkt für Neukunden und wechselwillige Bestandskunden (mit eventueller Risikoprüfung) verfügbar.

Die Inter Krankenversicherung vergrößert damit ihr Tarifportfolio um ein neues, dreigeteiltes Tarifwerk. Die QualiMed® Tarife werden in den Varianten BASIS, EXKLUSIV und PREMIUM angeboten. Zwischen den Varianten lässt sich nach bestimmten Kriterien nach oben (ohne Risikoprüfung) wechseln und ein Wechsel nach unten, also in leistungsschwächere Tarife, ist ungeachtet dessen natürlich sowieso möglich. Das Tarifwerk ist ein so genannter Kompakttarif. Die Leistungsbereiche ambulant, stationär und auch die Zahnleistungen sind daher nicht als Einzelbausteine, sondern als ein Tarif konzipiert. Alle drei Varianten werden in unterschiedlichen Selbstbeteiligungsstufen angeboten, die als Zahl hinter der Tarifbezeichnung stehen. Die Stufen sind QMB/ QME/ QMP ergänzt um die Zahl 300/ 600/ 1.200.

Zielgruppe:

Der Tarif kann von Angestellten, Arbeitern und auch Selbstständigen und Freiberuflern abgeschlossen werden. Durch die unterschiedlichen Leistungen der drei Tarifstufen, kombiniert mit den verschiedenen Selbstbeteiligungsstufen, lassen sich fast alle Zielgruppen generell abdecken. Ob der Tarif für Sie auch geeignet ist, lässt sich pauschal nicht beantworten und muss Ziel einer individuellen Beratung sein.

Die Tarifleistungen:

Um die generellen Leistungen und Voraussetzungen zu betrachten, schauen wir zunächst in den Teil I/II der AVB, verbunden mit den jeweiligen Tarifbedingungen Teil III, welche dann für die jeweilige Stufe unterschiedliche Leistungen abbilden. Der Versicherungsschutz

Weiter geht hier zum Kommentar Inter QualiMed als pdf

Weitere Informationen:

Finanznews 3-2012, zur Tarifeinführung INTER QualiMed

Inter KV aG, AVB QualiMed Teil I, Stand 05/2012

Inter KV aG, AVB QualiMed Teil II (Basis/Exklusiv/Premium), Stand 05/2012

Inter KV aG, AVB QualiMed Vorsorgeliste, Stand 05/2012

Inter KV aG, AVB QualiMed Hufelandverzeichnis, Stand 05/2012

 

16.
Juli '10

Diesmal hat die Wirtschaftswoche den „besten PKV Tarif“ gefunden


Die heutige Pressemitteilung hier zum direkten nachlesen.

und der Unsinn geht weiter.

So oder so ähnlich könnte man den Wahn einiger Zeitschriften und Tester zur Privaten Krankenversicherung (PKV) umschreiben, meint Sven Hennig, Spezialmakler für die Private Krankenversicherung.

Bereits im letzten Jahr hatte der Mitbewerber der Wirtschaftswoche, die Zeitschrift Focus Money, einen mehrteiligen Test veröffentlicht und dabei die billigsten, besten und leistungsfähigsten Tarife in der Privaten Krankenversicherung gefunden. Nun springt auch die Wirtschaftswoche auf diesen Zug auf und versucht sich (mit entsprechenden „Experten“) an einer Tabelle mit den Tarifen, welche „AM MEISTEN FÜR IHR GELD BIETEN“.

In mehrseitigen Kommentaren zu solchen Testergebnissen (Download unter http://www.online-pkv.de/44-0-Presseartikel-PKV–BU.html) erklärte Hr. Hennig bereits die Unsinnigkeit solcher Tests. Dabei geht es nicht um den einzelnen Tarif der gut oder schlecht ist, sondern eher um die Aussagen die pauschal, undeutlich und irreführend sind.

Nach dem Lesen des Tests kommt der Kommentar zu folgender Zusammenfassung:

„Der Test und die Tarifempfehlungen sind daher nicht nur ungeeignet, sondern leiten den Interessenten in eine falsche Richtung, da dieser sich auf Aussagen wie „bester Tarif“ „Testsieger“ oder dergleichen verlässt und dem Suchenden ein Leistungsbild suggeriert wird, was so in den Tarifen teilweise nicht vorhanden ist.

Noch schlimmer wird es dann, wenn die Gesellschaften mit bunten Prospekten, Bildern und tollen Siegeln und Test- Medaillen in die Werbung gehen und sich besser darstellen als die Tarife sind.

Einen besten oder „den besten“ Tarif gab es nie, gibt es nie und wird es nie geben. Jeder Tarif und jeder Versicherungsschutz muss auf den Bedarf passen. Hat ein Kunde ein hohes finanzielles Polster, so sind auch Leistungslücken und nicht versicherte Bausteine und Teilbereiche sicher eher zu verkraften als bei Kunden die weniger gut aufgest…“

Weiterlesen können Sie den Kommentar, nachdem Sie diesen unter folgendem Link kostenfrei heruntergeladen haben. http://www.online-pkv.de/files/presse_finanznews_01-2010_wiwo_pkv.pdf

05.
Februar '10

Lieber Kasse als privat ? – Kommentar zum Stern Artikel 6/2010


(LUH) „Warum es trotz Zuzahlung besser ist, gesetzlich versichert zu sein“

so titelt die Zeitschrift Stern in Ihrer aktuellen Ausgabe. Auf dem Titelbild schaut und eine fröhlich lachende Familien mit zwei Kindern an. Doch wie kommt es zu dieser Headline? Wie kommt es das so eindeutig eine vermeintliche Empfehlung für ein System ausgesprochen wird?

Plötzlich soll es mit dem Gesundheitsfond doch gar nicht so schlimm sein? Der Fond den der stern in seiner Ausgabe 41/2008 noch als „großen Pfusch“ betitelt hatte?

Der Artikel beginnt ab Seite 22 mit einer Reihe von Beispielen und Fällen wo Leistungen verweigert wurden. Klar, so ist (Durchschnitts-) Journalismus. Irgendwie auf die Tränendrüse drücken, ohne tatsächliche Hintergründe ausführlich zu erläutern. Das will ja auch keiner lesen und schließlich soll die Zeitung ja verkauft werden.

Da werden nun Fälle von einem Aufstehrollstuhl von einem Koma Patienten aufgeführt. Kosten- rund 10.000 EUR. Die gesetzliche Krankenkasse eines anderen Patienten habe den problemlos gezahlt, die (böse) private nicht. Die AXA habe geantwortet: „Dieser Rollstuhl ist nicht in unserem Hilfsmittelverzeichnis in den vertraglichen Bedingungen aufgeführt.“

Danach folgen Fälle die sich mit der Nichtzahlung einer Stimmbandoperation oder dem Aufenthalt in einer Klinik zur Behandlung der Diabetisfolgen. Auch der Fall von Frau Hofmann, welche nach einem Hörsturz so genannte „Cochlear-Ohrimplantate“ bekommen sollte ist sicher nicht zufällig gewählt. Die Private Krankenversicherung (Alte Oldenburger) lehnte diese Kosten zunächst ab. Die Kosten für die 50.000 EUR teure OP wolle man nicht zahlen, es handelt sich um „eine Operation hoher Kosten mit fraglichem Erfolg“.

Im Verlauf des Artikels wird, wie im Titel, eine klare Empfehlung „bleiben Sie in der GKV“ deutlich. Dabei ist dieses meines Erachtens weder so pauschal zu sagen, noch sollte so für das eine oder andere System geworben werden. Genau so wenig sind solche Werbeaussagen wie „Patient erster Klasse für 59 EUR“ sinnig.

Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Auch wenn viele Berater „pro PKV“ beraten, denn das ist ihr Job, gehört zu einer guten und ausgewogenen Beratung auch mal der Hinweis das eine oder andere eben nicht zu tun, vielleicht in der GKV zu bleiben und diese mit einer Zusatzversicherung zu ergänzen.

Doch zurück zu den aufgeführten Fällen. Einer der Hauptgründe für Leistungsablehnungen sind nicht versicherte Leistungsbausteine. Hierbei ist (so wie bei der AXA der Aufstehrollstuhl“ nicht in den Bedingungen genannt. Da die Formulierung der Hilfsmittel abschließend ist/ hier war, sind die nicht genannten Hilfsmittel eben auch nicht versichert. Der Gegensatz dazu ist ein so genannter „offener Hilfsmittelkatalog„.

Dieser nennt nicht spezielle Hilfsmittel und zählt diese abschließend auf, sondern ist offen formuliert um auch zukünftige Hilfsmittel einzuschließen. Aber auch das ist nicht ohne Risiko. Offene Formulierungen schaffen auf der einen Seite mehr Sicherheit, denn „es ist ja alles drin“, auf der anderen Seite sind diese auch für den Versicherer schwerer zu kalkulieren und führen unter Umständen zu schnelleren Beitragsanpassungen in den Tarifen. Auch ist wichtig zu wissen: Einige der offenen Kataloge beschränken die Leistungen dann auf „mittlere Preislage“ oder „einfache Ausführungen“ was zu Streit und Diskussionen führen kann.

Ein weiterer Streitpunkt der Leistungen ist oftmals die so genannte Medizinische Notwenigkeit. Hier ist die entscheidende Frage für jede Leistung, ob die geplante Behandlung/ der geplante Eingriff medizinisch notwenig ist. Dabei ist die individuelle Situation zu berücksichtigen und eine sorgfältige Prüfung vorzunehmen.

Durchaus richtig stellt der Stern in seinem Artikel fest „Kein Mythos: Gefährliche Überversorgung“. Viele Ärzte behandeln und diagnostizieren bei Privatpatienten vielleicht mehr als medizinisch erforderlich. Das führt zu Streit. Warum auf der anderen Seite im Artikel die strenge Prüfung der Leistungen durch die Versicherer dann wieder scharf kritisiert wird, ist nicht ganz nachvollziehbar.

Was das aber bedeutet und welche Folgen aus laxer oder strenger Prüfung entstehen können lesen Sie in der nächsten Woche im Teil II zu dem Artikel.

Den zweiten Teil lesen Sie hier: „Kommentar zum Stern Artikel Teil II

Hier sehen Sie bereist an sehr wenigen Beispielen wie wichtig eine solide und umfangreiche Auswahl ist. Es ist unmöglich mit einer kurzen Beratung und/ oder einem 3 seitigen Vergleich in die private Krankenversicherung (PKV) zu wechseln. Wechsel und seine so langfristige Entscheidung brauchen ZEIT, eine ausgewogene BERATUNG, das verstehen von VERSICHERUNGSBEDINGUNGEN und auch die Einsicht das „eine PKV nicht immer alles zahlt“.

(UM)

Weiterführende Informationen:

Leitfaden Private Krankenversicherung

Auswahlkriterien zur PKV