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17.
September '10

Absicherung gegen Berufsunfähigkeit auch für Hausfrauen und Mütter?


Diese Frage wird immer wieder gestellt. „Brauchen Hausfrauen/ Hausmänner eigentlich auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung und können diese überhaupt berufsunfähig werden?“

Oftmals haben gerade gut verdienende Eltern die folgende Situation: Ein Partner arbeitet und verdient überdurchschnittlich gut. Der andere Partner nutzt die Zeit/ Elternzeit um mit dem, gerade geborenen Nachwuchs zu Hause zu bleiben.

Klar ist meist, der Verdiener muss gegen das Risiko einer eintretenden Berufsunfähigkeitsversicherung ausreichend (Tipps zur richtigen Rentenhöhe) versichert sein. Das wird sicher kaum jemand in Frage stellen, denn gerade wenn dieser Partner krank und/ oder berufsunfähig wird, so muss es zu einer entsprechenden Ersatzleistung kommen.

Doch was ist mit dem anderen Elternteil? Kann dieser auch berufsunfähig werden, obwohl dieser gar keinen Beruf ausübt und sich der Erziehung der Kinder widmet? Muss eine Absicherung her und falls ja in welcher Höhe?

Zunächst muss unterschieden werden, ob bereits aus vorherigen Zeiten (des Berufslebens) ein solcher Schutz besteht. Ist dem so, so achten Sie dringend darauf, wie die Leistungen bei vorübergehendem oder gänzlichen Ausscheiden aus dem Beruf aussehen. Beispiele und Bedingungsaussagen finden Sie auch im Leitfaden für die Berufsunfähigkeitsversicherung, den Sie im Downloadbereich kostenfrei als pdf beziehen können. Eine solche Aussage könnte wie folgt lauten:

(2.6) Scheidet der Versicherte vorübergehend oder endgültig aus seiner Erwerbstätigkeit aus, besteht während der restlichen Versicherungsdauer weiterhin Versicherungsschutz für die zuletzt vor Ausscheiden ausgeübte berufliche Tätigkeit gemäß Nr. 2.1. Berufsunfähigkeit liegt nicht vor, wenn der Versicherte in zumutbarer Weise eine andere Tätigkeit konkret ausübt, die aufgrund der Ausbildung und Erfahrung ausgeübt werden kann und seiner Lebensstellung hinsichtlich Vergütung und sozialer Wertschätzung zum Zeitpunkt des Ausscheidens aus der Erwerbstätigkeit entspricht. (Tarif BV10, Alte Leipziger)

Damit ist bei einer solchen Formulierung sichergestellt, dass der Kunde nicht schlechter gestellt wird als vorher und der versicherte Beruf gilt. Anders bei diesem Tarif:

(5) Scheidet die versicherte Person aus dem Berufsleben aus und werden später Leistungen wegen einer nach dem Ausscheiden aus dem Berufsleben eingetretenen Berufsunfähigkeit beantragt, so kommt es bei der Anwendung der Absätze 1 bis 3 darauf an, dass die versicherte Person außer Stande ist, eine Tätigkeit auszuüben, zu der sie auf Grund ihrer Ausbildung und Fähigkeiten in der Lage ist und die ihrer Lebensstellung beim Ausscheiden aus dem Berufsleben entspricht.

Ein Ausscheiden aus dem Berufsleben liegt nicht vor, wenn es sich nur um eine vorübergehende Unterbrechung der Berufsausübung von bis zu 3 Jahren handelt (z. B. wegen Mutterschutz, gesetzlicher Elternzeit, Arbeitslosigkeit, Zivil- oder Grundwehrdienst); in diesen Fällen sind bei der Frage, ob eine Berufsunfähigkeit im Sinne der Absätze 1, 2 oder 3 vorliegt, der vor der Unterbrechung ausgeübte Beruf und die damit verbundene Lebensstellung maßgeblich. (Quelle: Aachen Münchener, Tarif BUV)

Hier wird es bereits schwieriger, wenn die 3 Jahre als Zeitraum überschritten werden. Dieses kann durch Elternzeit und anschließende Arbeitslosigkeit oder auch ein weiteres Kind passieren. Daher prüfen Sie einen eventuell bestehenden Vertrag bitte sorgfältig auf dieses und weitere Auswahlkriterien.

Aber zurück zur Frage der Berufsunfähigkeitsabsicherung von Hausfrauen und -männern:

Vor mehr als einem Jahr hatte ich die Frage „Kann Mama auch berufsunfähig werden?“ bereits in einem Blogbeitrag behandelt. In meiner heutigen Beratung stellte der Kunde aber noch eine andere, weitergehende These auf. Dabei sagte dieser:

Klar braucht meine Frau auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Stellen Sie sich mal vor, sie wäre nicht mehr in der Lage den Haushalt -zu schmeißen- und sich um unser Kind zu kümmern. Dann müsste ich doch meine Arbeitszeit verringern und mich um die Kinder, das Abholen und Bringen zum Kindergarten, Einkäufe etc. kümmern. Dadurch verringert sich mein Einkommen mindestens mal um ein Drittel und das könnten wir uns gar nicht leisten. Natürlich könnte ich auch jemanden beschäftigen dafür, aber auch der muss ja bezahlt werden.“

Und genau damit hat er Recht. Die Tätigkeit von Hausfrauen und -männern ist natürlich eine „werthaltige“ Tätigkeit. Kann diese nicht mehr ausgeübt werden, so sollte eine entsprechende Absicherung vorhanden sein. Dieses gilt im Übrigen nicht nur wenn Kinder da sind, sondern generell.

Was ist zu beachten?

Bei vielen Gesellschaften gelten Höchstgrenzen für die monatlich versicherbare Rente. Diese sind einzuhalten und können im Einzelfall auch einmal zu niedrig sein. Daher ermitteln Sei am beten zunächst den Bedarf. Dazu überlegen Sie bitte welche Kosten Sie aufwenden müss(t)en, um eine dritte Person zu beschäftigen um den Haushalt zu führen, Wäsche zu waschen, die Kinder zu betreuen etc. Nachdem dieses geklärt ist, achten Sie bei der Tarifauswahl auch auf Optionsrechte und Nachversicherungsmöglichkeiten.

Kann die Rente und das Endalter ggf. ohne neue Risikoprüfung angepasst werden, falls die/ der Versicherte in einen neuen Beruf wechselt? Welcher Beruf/ Welche Berufsgruppe wird dann zu Grunde gelegt?

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien zur Berufsunfähigkeitsversicherung

Leitfaden als pdf zur BU

Kriterienfragebogen als ausfüllbare pdf Datei

11.
Januar '09

Kann Mama (oder Hausfrauen und -männer) auch berufsunfähig werden?


In diesem Artikel möchte ich auf einen sehr wichtigen Aspekt und einen großen Missstand aufmerksam machen. Bei der Absicherung gegen Berufsunfähigkeit geht: „Mama braucht keine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit, die arbeitet ja nicht.

Bei der Absicherung der Berufsunfähigkeit, die nach der Privaten Haftpflichtversicherung die wichtigste Absicherung im privaten Bereich ist, wird in der Regel immer noch der Hauptverdiener ausschließlich abgesichert.

Schauen wir uns nun jedoch mal die Ursachen an, welche zu einer Berufsunfähigkeit führen. Bei über 30% der Fälle sind es Rücken-/ Wirbelsäulenerkrankungen oder die Erkrankungen von Gelenken und Muskeln. Dazu kommt, dass die meisten Unfälle im eigenen Haushalt passieren. Daher kommt vermutlich auch der Trugschuss das eben eine Unfallversicherung, die meist deutlich günstiger zu bekommen ist als eine Berufsunfähigkeitsversicherung, doch eigentlich ausreicht. Leider sieht die Realität etwas anders aus. Nur jeder zehnte Fall der Berufsunfähigkeit ist auf einen Unfall zurückzuführen. Neben bereits genannten Ursachen sind Erkrankungen der Psyche, der Nerven oder des Herz- Kreislaufsystems wie auch Krebs die häufigeren Ursachen.

Auch das Argument „die Mama arbeitet ja nicht“ gilt hier nicht. Auch die nicht aktiv entlohnte Tätigkeit einer Hausfrau/ eines Hausmannes hat natürlich einen wirtschaftlichen Wert. Kalkulieren Sie für den „Ersatz“ einer Hausfrau durch eine externe Arbeitskraft einen monatlichen Betrag von ca. 1.500 bis 2.100 EUR, je nach Bundesland und Umfang der Tätigkeiten natürlich unterschiedlich.

Vertraglich gesehen gelten auch bei Hausfrauen hinsichtlich der Berufsunfähigkeit die gleichen Regeln wie bei allen anderen Versicherten.

Die nach 1961 geborenen haben nur einen gesetzlichen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente. Dieses jedoch nur dann wenn nicht mind. 3 (volle Rente) oder 6 Std. (halbe Rente) keine andere Tätigkeit auf dem Arbeitsmarkt mehr ausgeübt werden kann. Dabei geht es nicht darum ob eine entsprechende Tätigkeit zur Verfügung steht, sondern nur ob diese „theoretisch ausgeübt werden kann“. Damit ist jede Tätigkeit gemeint, ohne Berücksichtigung der Fähigkeiten, Kenntnisse und der eigenen Ausbildung.

Bescheinigt er Arzt, dass die bisherige (Hausfrauen-/ Hausmann) Tätigkeit zu mindestens 50% nicht mehr ausgeübt werden kann, und dieser Zustand über 6 Monate besteht bzw. bestand, so ist der Tatbestand der Berufsunfähigkeit erfüllt und die Gesellschaft zahlt eine versicherte Berufsunfähigkeitsrente.

Die Bedingungen der einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich genauso wie die verlangten Prämien für den Schutz. Dabei ist es zum einen unterschiedlich in welche Berufsgruppe die Hausfrau/ der Hausmann eingestuft wird. Das geht von einer eigenen Berufsgruppe für Hausfrauen/ Hausmänner (ARAG, Ergo) über die Gruppe 1 (Allianz, Volkswohlbund und die Gruppe 2 (AachenMünchener, Alte Leipziger, Axa etc.) bis zur Gruppe 4. (beispielhafte und nicht abschließende Aufzählung der Gesellschaften).

Auch bei der so genannten abstrakten Verweisung gibt es durchaus Unterschiede. Es existieren noch Tarife auf dem Markt die eine solche zulassen, was zum Beispiel bedeuten kann das die Hausfrau, der vielleicht früher Ingenieurin war, nun eine Tätigkeit als Pförtner ausüben muss und es dazu keine Rentenzahlung gibt.

Die klare Empfehlung ist demnach sich frühzeitig um einen entsprechenden Schutz zu bemühen, denn eine einmal abgeschlossene Police hat auch in der Zeit als Hausfrau weiter Bestand.

Je älter – desto teurer?

Ja, die Berufsunfähigkeitsversicherung wird individuell kalkuliert. Dabei spielt nicht nur der Beruf und das damit verbundene Risiko eine Rolle, sondern auch der Gesundheitszustand zu Vertragsabschluss und das aktuelle Alter. Achten Sie auch auf Punkte wie die Nachversicherungsgarantie. Damit besteht die Möglichkeit den Schutz neuen Situationen anzupassen, ohne eine erneute Risikoprüfung.

Auch sollten Sie auf das Endalter des gewünschten Schutzes und die Höhe der Rente achten. Ein Schutz bis 60 ist zwar billiger als ein Endalter 65 oder 67, jedoch ermöglicht letztgenannter einen nahtlosen Übergang in die Rente. Bei Hausfrauen/ -mänern begrenzen die meisten Gesellschaften die Rentenhöhe auf 750 – 1.500 EUR monatliche Rente. Auch hier gilt- hat vorher ein höherer Schutz bestanden gilt dieser meist weiter.

Denken Sie also an ausreichenden Schutz und legen Sie besonderen Wert auf die Versicherungsbedingungen, denn es gibt nur „schwarz-oder-weiss“, also Rente bekommen oder eben nicht.

Mehr Fakten und Infos finden Sie in meinem Leitfaden zur Berufsunfähigkeit, welcher auf meiner Homepage http://www.online-bu.de zum kostenfreien Download zur Verfügung steht. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Hier gehts zum Folgeartikel: Berufsunfähigkeitsversicherung für Hausfrauen und Mütter