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19.
Mai '14

Nachversicherungsgarantie: in vielen Berufsunfähigkeitsversicherungen nicht mehr als eine tolle (unwirksame) Aussage


[Nach-ver-si-che-rungs-ga-ran-tie], die

Versprechen einer Versicherungsgesellschaft (vorwiegend Lebensversicherung) einen bestehenden Schutz in der Absicherung (gegen den Tod oder die Berufsunfähigkeit) auch ohne eine neue Risikoprüfung zu erhöhen.

Klingt gut- oder? Schutz erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung… der Traum eines jeden Versicherten. So lassen sich- zumindest auf dem Prospekt- die Vorteile des eigenen Tarifs in den Himmel loben, denn schließlich hat der betreffende Versicherer sogar acht, nein neun, nein sogar zehn Ereignisse, zu denen der Schutz angepasst werden kann. Über eine solche Garantie soll vermieden werden, dass der Schutz bei veränderten Lebensumständen (z.Bsp. Heirat, Geburt eines Kindes, Scheidung, Hausbau) nicht mehr ausreichen wird, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Wie funktioniert diese Nachversicherung genau?

Von der Funktionsweise ist das recht einfach. Der Versicherer definiert in seinen Bedingungen feste Ereignisse, festgelegte Momente also, zu welchen er (der VR) eine Anpassung des Versicherungsschutzes zulassen möchte. Tritt dieses Ereignis nun ein, so kann der Versicherte tätig werden, nein MUSS es sogar von sich aus und aktiv innerhalb bestimmter Fristen, um so dem Versicherer zu sagen: „Hey, ich habe geheiratet, ein Haus gebaut, mein Kind ist geboren und nun möchte ich meinen Schutz bei Dir anpassen.“

Nachvers-BU_Ereignisse

Passiert das alles rechtzeitig, so ist es auch unkompliziert, denn der Versicherer erhöht den Versicherungsschutz (und die Prämie) und ermöglicht daher eine höhere BU-Rente, Todesfallsumme oder sonstige Versicherungsleistung für den Kunden.

Geht eine Anpassung auch ohne Ereignis?

Bei einigen Unternehmen ja. Denn ungeachtet der Ereignisse die in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen aufgeführt sind, kann der Versicherer auch Anpassungen außerhalb dieser zulassen. Ein Beispiel bietet aktuell zum Beispiel die Bayerische mit ihrer neuen BU. (das ist keine Wertung, sondern nur eines von vielen Beispielen). So findet sich hier in den Bedingungen folgende Aussage:

Sie haben das Recht, einmalig innerhalb der ersten fünf Versicherungsjahre die versicherte Berufsunfähigkeitsrente unabhängig von einem in Absatz 1 genannten Ereignis aufzustocken. Der Versicherungsschutz aus dieser Erhöhungsrente setzt erst nach einer dreijährigen Wartezeit ein.

oder auch bei der Barmenia, dem Volkswohlbund und vielen mehr.

Barmenia: In den ersten 60 Monaten der Vertragslaufzeit können Sie die versicherte Berufsunfähigkeitsrente auch ohne besonderen Anlass ohne erneute Gesundheitsprüfung erhöhen.

(mehr …)

01.
Dezember '09

Kündigung der Privaten Krankenversicherung wegen Beitragserhöhung


Ich hatte bereits in meinem Blogbeitrag „Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung“ geschrieben, dass eine Kündigung gut zu überlegen ist und man sich generell zunächst Gedanken machen muss.

Dabei ist es zunächst wichtig die eigenen Ansprüche an „seine PKV“ genau festzulegen. Das geht aber nur dann, wenn Sie wissen was es gibt. Auf ein Auto übertragen bedeutet das bildlich: „Wenn Ihnen niemand sagt das es Autos mit einem Airbag gibt, wie sollten Sie darauf kommen das Sie einen brauchen/ haben wollen?“

Leider fallen solche „leidgeplagten“ Kunden dann wieder auf vermeintliche Berater herein, welche Ihnen das Blaue vom Himmel versprechen und so tun als wäre es alles noch viel besser, sicherer und vor allem billiger möglich.

Das ist Unsinn.

Ein Versicherter der zum Beispiel 5 Jahre in einem Tarif war, dieser aufgrund vieler Anpassungen verärgert ist und nun wechseln möchte, der kann im neuen Tarif fast nie weniger bezahlen als im bisherigen. Warum?

Stellen Sie sich ein Dreieck vor. An der einen Ecke steht „Leistungsumfang“ an der anderen „Beitragsstabilität“ und an der dritten „heutiger Preis“.  Glauben Sie ernsthaft das es Unternehmen gibt die alle drei Bereiche perfekt erfüllen könnten?

Das wäre wie ein Perpetuum Mobile. Wenn das tatsächlich ginge, wären denn dann nicht alle Menschen dort, und nur dort versichert?

Tarife die billiger sind als andere, aber (vermeintlich) gleiche Leistungen bieten, können unmöglich stabil sein. Auf welchen der drei Punkte Sie nun gern verzichten wollen, oder wo Sie am ehesten bereit sind Abstriche zu machen, das kann ich Ihnen nicht sagen. Aber alle drei Bereiche lassen sich nie erfüllen.

Erzählt Ihnen ein Berater das es beitragsstabiler, besser (von den Leistungen) und auch noch billiger geht, so tun Sie sich einen Gefallen und beenden Sie diese Art von Beratung- veralbern können Sie sich auch allein.

Aber was nun tun?

Nun, der Arbeitgeberzuschuss wird 2010 in der PKV nur unwesentlich angepasst. Somit ist vom Arbeitgeber nicht viel mehr „zu holen“. OK, durch das Bürgerentlastungsgesetz kommt ein Teil der Beiträge bei der Einkommensteuererklärung „wieder zurück“. Auch das hilft derzeit nicht.

Da hilft nur eins: Tarif analysieren, Umstellungsangebote prüfen (damit meine ich sowohl die der eigenen Gesellschaft als auch die von Alternativen) und HANDELN.

Entscheiden und handeln müssen Sie binnen 4 Wochen nach Zugang der Erhöhungsmitteilung. Geht diese verloren oder haben Sie diese nicht erhalten, so werden Sie mit der Abbuchung im Januar davon erfahren, auch dann gelten die 4 Wochen.

Sollten Sie nun glauben Sie schicken mir eine Anfrage und ich nennen Ihnen im Gegenzug den passenden Tarif, so muss ich Sie leider enttäuschen. Denn kenne ich auch nicht.

Gemeinsam ist es aber möglich einen passenden Tarif zu finden, der Ihren Ansprüchen entspricht und das größtmögliche Potential für human steigende Beiträge bietet. Steigen werden die Beiträge bei allen Anbietern. Die Frage ist nur wann, wie schnell und bis wohin.

Und eins noch:

Wenn Sie heute in einen Tarif wechseln der 4 Jahre beitragsstabil (also ohne Anpassung) war, wie wahrscheinlich ist es denn dann wohl, das genau dieser in 2011 angepasst wird? Hinterfragen Sie dieses mal bei Ihrem Berater.

25.
November '09

Nicht voreilig kündigen bei Beitragsanpassung


In den letzten Tagen und Wochen häufen sich die Anfragen von bisher bereits PKV Versicherten Kunden die Ihre Beitragsanpassung bekommen haben.

Viele sind verärgert und enttäuscht von dem Berater, dem Unternehmen oder dem System. Viele Reaktionen sind jedoch übereilt und nicht endgültig durchdacht.

Besonders verärgert sind dagegen Kunden, welche im letzten Jahr erst von einem zum anderen Versicherer gewechselt sind, weil der neue Tarif angeblich so beitragsstabil sein sollte. Mit dem Tarif Bonus Care Alpha des Münchener Vereins scheint das so gewesen zu sein. Das schließe ich aus zumindest 5 Anfragen in den letzten Tagen.

Doch warum steigen die Beiträge überhaupt?

Auch in der Privaten Krankenversicherung steigen die Kosten auf der Ausgabenseite. Da das Leistungsversprechen garantiert und fest ist muss auch die Einnahmenseite (die Beiträge) angepasst werden.

Weitere Gründe liegen in den so genannten Sterbetafeln. Hierbei handelt es sich einfach erklärt um Tabellen, welche die Lebenserwartung der Neugeborenen wiedergeben. So lebt ein heute Neugeborenes Kind heute durchschnittlich/ statistisch heute deutlich länger als noch vor einigen Jahren. Das bedeutet aber auch eine längere Leistungspflicht des Privaten Krankenversicherers, denn auch in der Zeit des „länger Lebens“ entstehen weitere Kosten fuer die medizinische Versorgung. berechtigte Folge: steigende Beiträge.

Und gerade bei Tarifen die in den letzten 2, 3, 4 Jahren keine Anpassung erfahren haben, müssen diese nun erst recht angepasst werden. An den generell steigenden Gesundheitskosten kommt kein Versicherer vorbei, egal wie gut oder schlecht dieser kalkuliert. Entscheidend ist aber wie es mit den Anpassungen „generell läuft“. Kalkuliert der Versicherer vorwiegend auf billig und knapp oder langfristig und auf Stabilität? Anpassungen im zweistelligen Bereich in 2 Jahren nacheinander lassen nicht auf „solide“ schließen. In solchen Tarifen (die länger nicht angepasst waren) fällt die Anpassung dann natürlich auch höher aus, denn hier sind auch ggf. noch aktuelle Sterbetafeln einzubeziehen. Dennoch ist dadurch ein Unternehmen nicht schlecht oder gut.

Erst die langfristige Betrachtung bietet hier mehr Einblicke. Daher ist der Schitt einer voreiligen Kündigung falsch.

Was Sie nun tun können:

Zuerst gilt es zu prüfen, ob der Schutz den Sie da haben den Wünschen und Auswahlkriterien entspricht und dieser nicht ggf. angepasst werden muss. Kennen Sie alle Ausschlüsse in Ihrem Tarif und wissen auch was er nicht zahlt?

Dann sollte ggf. ueberlegt werden ob dieser bei dem Unternehmen wo Sie jetzt sind veraendert werden kann oder ob dieses nur durch einen Wechsel geht.

Weiterhin bietet sich an die Modelle mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungen zu prüfen. Hierbei ergeben sich zum Teil erhebliche Unterschiede. Dennoch gilt die pauschale Regel „höhere SB = niedrigerer Beitrag = besser“ nicht mehr. Durch die neue steuerliche Anrechenbarkeit kann sogar ein höherer Beitrag „billiger“ sein.

All diese Fragen sollten Sie in Ruhe und ohne zeitlichen Druck klären.

Nach Zugang der Erhöhungsmitteilung haben Sie ausreichend Zeit (4 Wochen) sich nach Alternativen und Möglichkeiten umzusehen. Lassen Sie sich keinen Druck machen- es geht um Ihre, langfristige Entscheidung.

Weiterführende Informationen:

Auswahlkriterien und Fragebogen als pdf