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31.
Oktober '16

Ein Antrag ist ein Antrag- wird aber zu einem Vertrag – so schützen Sie sich vor falschen Beratern


Das Jahresende ist nah und wie sie bereits in meinem letzten Beitrag hier lesen konnten, steht damit die Zeit der Beitragsanpassungen vor der Tür. Jedes Jahr überprüfen die privaten Krankenversicherer die entstandenen Kosten und die Frage der dauerhaften Finanzierbarkeit und passen daher die Beiträge entsprechend an.

Leider ist das Jahresende auch die Zeit für betrügerisch arbeitende Berater. Ja, ich habe lange überlegt ob ich das Wort „betrügerisch“ verwenden soll, aber nach den mir vorliegenden Unterlagen von mehreren Fällen einer Beraterfirma in Frankfurt, deren Name sich aus einem Fluss und dem Wort Compass zusammensetzt, lassen mir keine andere Wahl. Der zweite Fall ist so haarsträubend, dass ich diesem einen eigenen Beitrag widmen werde. Hier jedoch zu dem ersten Fall einige Details.

Ein Versicherter der seit längerem (2007) bei der DKV versichert ist, wird von einem Berater dieser Compass Firma angesprochen. Wie die Daten zu dem bestehenden Vertrag dorthin kamen, oder ob vielleicht in einem geschickt geführten Telefonat die Daten „hinten herum“ erfragt wurden, dass ist derzeit noch nicht klar. Nachdem der Kunde nun mehrfach von dem Berater angerufen wurde, kommt es sodann zu einem persönlichen Termin. In diesem Termin Mitte Juli wird dem Kunden erläutert, dass er doch möglichst schnell von der DKV zur Hanse Merkur Krankenversicherung wechseln sollte. Eine Aufklärung über Leistungsunterschiede oder Einschränkungen wie dem Verlust von Alterungsrückstellungen, dem neuen Eintrittsalter oder dem Neubeginn von Summenbegrenzungen und Wartezeiten erfolgt hier nicht. Danach wird es penetrant, der Versicherte schildert in seinem Schreiben wie folgt:

main-compas-kunde-dkv-hanse-str

Es handelt sich hierbei um einen selbstständigen Kunden, welcher beruflich stark eingebunden ist. Warum sich dieser hier so überreden ließ und sich dann zu einem Antrag hinreißen ließ, das kann ich derzeit nicht beantworten. Richtig ist, dass der Verkäufer wohl gut geschult gewesen ist. Es ist mir nicht klar, weshalb man sich hier bei einem wichtigen Thema wie der privaten Krankenversicherung so überrumpeln lässt.

Antragstellung am 16.07.2016, Beginn 1.1.2017

Dennoch wird es noch schlimmer. Der (noch) DKV Versicherte unterschrieb also einen entsprechenden Antrag auf Abschluss einer Krankenversicherung bei der Hanse Merkur. Dieser Antrag wurde dann von dem Berater an die neue Krankenversicherung, die Hanse Merkur geschickt. Die Gesellschaft prüft den Antrag (wobei es hier noch gravierende Unklarheiten bezüglich der Gesundheitsangaben gibt, denn der Kunde gibt an keine Gesundheitsfragen ausgefüllt zu haben, im Antrag stehen aber Anfragen mit Nein beantwortet. Dieses entspricht zudem nicht der Wahrheit.

Police erstellt am 22.08.2016, Beginn 1.1.2017

Mit Datum vom 22. August 2016, also etwa vier Wochen nach der Antragstellung, nimmt der Versicherer den Antrag an und weist den Kunden auf sein Widerrufsrecht hin. Dazu befindet sich auf der dritten Seite des Versicherungsscheins ein besonderer Hinweis.main-compas-str-hanse-vers-schein

Unterstellen wir eine Postlaufzeit von 2-3 Werktagen, so ist der Versicherungsschein am 25. August 2016 spätestens bei dem Kunden eingegangen. Dieser Versicherungsschein kommt mit der normalen Post, also nicht per Einschreiben oder einen sonstigen nachverfolgbaren Versandweg.

Widerrufsfrist verpasst?

Die Widerrufsfrist von 14 Tagen begann also am 25. August und endet dementsprechend am 8. September. Bis zu diesem Zeitpunkt hätte der Widerruf in Schriftform beim Versicherer eingehen müssen. Die entsprechenden Kontaktdaten inklusive E-Mail-Adresse und Telefax hat die Hanse Merkur auf dem Versicherungsschein genannt.

Erfolgt der Widerruf nicht oder nicht fristgemäß, dann wird aus dem gestellten Antrag (den der Kunde auch hier unterschrieben hat) ein Vertrag. Das bedeutet das zum beantragten Beginn am 1. Januar 2017 die Versicherungsprämien an den neuen Versicherer zu zahlen sind. Dabei spielt es zunächst einmal keine Rolle, ob der alte Vertrag gekündigt wird oder weiterbesteht.

Gefälschte Kündigung?

Dieser Fall wird leider noch schlimmer, denn nun wird es strafrechtlich relevant. Der Kunde schildert in seinem Schreiben den weiteren Ablauf und weitere Anrufe des Beraters. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es keine weitere Reaktion auf den Versicherungsschein der Hanse Merkur, keinen Widerruf, keine Nachfrage bei der Versicherung oder sonstiges. Dieses muss man eindeutig den Kunden anlasten, denn spätestens mit Erhalt des Versicherungsscheins und dem darauf abgedruckten Hinweis zum Widerruf hätte dieser hier reagieren müssen. Auf der anderen Seite- das muss man ihm zugute halten- war er sich keines wirklichen Vertragsabschlusses bewusst, denn der Berater hatte mehrfach beteuert das ist erst mal eine Anfrage/ein Antrag ist um zu prüfen ob die neue Versicherung ihn überhaupt aufnimmt. Weiterhin schildert er nun:

main-compas-kuendigung-dkv

Nun, diese Aussage war am 30. September 2016 durchaus nicht ganz falsch, denn dieses ist der letzte Tag an dem die alte private Krankenversicherung fristgemäß zum Jahresende gekündigt werden kann. Erfolgt dieses nicht, so besteht der Versicherungsschutz dort entsprechend weiter. Auch hier wird jedoch mit einem Anruf um 17:30 Uhr am letzten Tag ein enormer Druck aufgebaut, und laut Aussage des Kunden mit „riesigen Problemen“ gedroht. Unter diesem Zeitdruck und dem Bewusstsein hier vielleicht etwas Falsches gemacht zu haben, entschied sich der Kunde deutlich klarzustellen, dass er einen Wechsel zu einer anderen privaten Krankenversicherung nicht wünscht.

Eine weitere Unterschrift erfolgt nicht, auch wünscht der Kunde keinen weiteren Kontakt. Jedoch wird es nun erst recht so. Denn die DKV als bisherige private Krankenversicherung trotzdem eine Kündigung mit Unterschrift des Kunden. Wie diese dort hingekommen ist, können wir nur vermuten. Nachdem die DKV dann einige Zeit später die Kündigung des Krankenversicherungsvertrages bestätigt, wird der Kunde hier endgültig wach. Ein Maklerkollege der den bisherigen Vertrag betreut hat interveniert und die DKV überprüft diesen Fall erneut.

Dabei kommt der alte Versicherer zu dem Ergebnis, dass die Kündigung unwirksam zu sein scheint. Die Unterschrift auf dem Kündigungsformular weicht deutlich von den bisherigen Unterschriften des Kunden ab. Hier scheint es also so, als ob irgendjemand die Unterschrift des Kunden gefälscht hat, um den neuen Krankenversicherungsvertrag zu retten.

Diese strafrechtlich relevante Tätigkeit muss von der zuständigen Staatsanwaltschaft und den Gerichten geprüft werden. Im weiteren Verlauf erklärt sich daher die DKV bereit den Vertrag wie bisher fortzusetzen und diesen so zu stellen, es wäre eine Kündigung nicht erfolgt. Das ist für den Kunden insofern entscheidend und wichtig, da einige Vorerkrankungen vorliegen die in dem neuen Antrag gar nicht angegeben worden sind. Was dann passieren kann können Sie in meinem Beitrag nachlesen:

vorvertragliche Anzeigepflicht und die dramatischen Folgen

Müssen nun zwei Krankenversicherungen ab Januar bezahlt werden?

Im Augenblick besitzt der Kunde zwei Krankenversicherungen. Den alten Versicherungsschutz bei der DKV hat er seit 2007 und die Kündigung wurde hier zurückgenommen. Den neuen Versicherungsschutz bei der HanseMerkur besitzt er ebenfalls ab dem 1. Januar 2017 und soll hierfür (zusammen mit dem ebenfalls beantragten Versicherungsschutz für seinen Sohn) einen monatlichen Beitrag von 550,03 € bezahlen.

Beide Versicherer haben derzeit einen formal richtigen und rechtlich bindenden Vertrag. Jedoch handelt es sich hier anscheinend um einen betrügerischen Berater. Das größte Problem des Kunden ist nun, wie er aus dem Vertrag der Hanse Merkur wieder herauskommen kann.

Variante 1 –  Gesundheitsangaben richtigstellen.

Da die Angaben zum Gesundheitszustand und damit auch die Einschätzung des Versicherungsunternehmens den Kunden ohne Zuschlag zu versichern falsch war, muss der Kunde in jedem Fall die korrekten Gesundheitsangaben nach melden. Dies geschieht in dem er alle Fragen richtig, vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet und dem Versicherer diese Information zur Verfügung stellt. Daraufhin beginnt der neue Krankenversicherer mit der Risikoprüfung und wird dem Versicherten eine entsprechende Entscheidung mitteilen. Ist aufgrund der angegebenen Vorerkrankungen eine Versicherung gar nicht möglich, so wird der Versicherer hier vom Vertrag zurücktreten. Kann ein Versicherungsschutz jedoch mit einem Risikozuschlag gewährt werden, so erhält der Kunde hier ein entsprechendes Angebot welches er annehmen kann. In der dieses nicht an, so kann kein Vertrag zustande kommen, bzw. wird auch hier richtigerweise zunächst der Rücktritt erklärt und dann ein entsprechendes Verlängerungsangebot gemacht.

Variante 2 – Freigabeverhanldungen gem. Wettbewerbsrichtlinien

In der Versicherungswirtschaft existieren sogenannte Wettbewerbsrichtlinien. Diese Regeln den Umgang mit Versicherungsverträgen welche durch eine sogenannte Umdeckung zustande gekommen sind. Den genauen Wortlaut dieser Richtlinien können Sie auf der Seite des Beck Verlages nachlesen, dort heißt es:

68. Verpflichtung zur Freigabe

Wird eine Krankenversicherung beim ersten Versicherungsunternehmen gekündigt, um eine gleichartige bzw. gleichwertige Versicherung (vgl. Nr. 69 Abs. 1) bei einem zweiten Versicherungsunternehmen abzuschließen, so gilt Folgendes:

a) Hat die Versicherung beim ersten Versicherungsunternehmen zum Zeitpunkt des Ausscheidens des Versicherten noch nicht drei Jahre bestanden, so ist das zweite Versicherungsunternehmen zur Freigabe verpflichtet, wenn

aa) der Versicherungsvertrag bei ihm unter Verletzung der Bestimmungen gegen den unlauteren Wettbewerb zustande gekommen ist und
bb) ein schriftlicher Freigabeantrag des Versicherten vorgelegt wird, worin dieser das erste Versicherungsunternehmen mit der Führung von Freigabeverhandlungen beauftragt. Aus dem Freigabeantrag muss der Tatbestand eines Verstoßes gemäß Nr. 68 Abs. 1 a) aa) ersichtlich sein.
b) Hat die Versicherung beim ersten Versicherungsunternehmen zum Zeitpunkt des Ausscheidens des Versicherten mindestens drei Jahre bestanden, so ist das zweite Versicherungsunternehmen zur Freigabe unabhängig von der Sach- und Rechtslage verpflichtet, wenn der Versicherte im Freigabeantrag die schriftliche Erklärung abgibt, dass er seine bisherige Versicherung fortsetzen will.
Auf die Frist ist eine bei dem ersten Versicherungsunternehmen dem Versicherungsvertrag unmittelbar vorangegangene Versicherung im Vertrag eines anderen oder eine Anwartschaftsversicherung anzurechnen.

Diese Regelungen gelten für beim ersten Versicherungsunternehmen mitversicherte Personen auch, soweit eine Teilkündigung erfolgt ist.

Sie finden auf Kollektivrahmenverträge Anwendung, die nicht einem vorübergehenden Zweck dienen, wenn der Versicherte beim ersten Versicherungsunternehmen in einem Einzel- oder Kollektivrahmenvertrag versichert war. Dasselbe gilt für Sammelinkassoverträge.

In unserem Fall hier gilt der Unterpunkt b.). Der alte Versicherungsvertrag bei der DKV bestand seit 2007 und damit mindestens drei Jahre. Der Versicherte erklärt schriftlich, dass er seine bisherige Versicherung fortsetzen möchte. Aus diesem Grund muss die alte Versicherer einen sogenannten Freigabeantrag stellen, auch den genauen Ablauf und das Verfahren zur Freigabe regeln die Wettbewerbsrichtlinien mit folgendem Wortlaut:

69. Umfang der Freigabe

Nach der Freigabeverpflichtung gemäß Nr. 68 sind aufzuheben:

a) Krankheitskosten-Vollversicherungen,
b) Teilversicherungen, soweit beim ersten Versicherungsunternehmen ein gleichartiger bzw. bei der Krankenhaustagegeld- und/oder Krankentagegeldversicherung ein gleichwertiger Versicherungsschutz bestand. Als gleichartig gegenüber einer Krankenhauskostenversicherung gilt auch eine Krankenhaustagegeldversicherung.

70. Verfahren der Freigabe

Der Freigabeantrag muss innerhalb von vier Monaten nach Eingang der Kündigung beim ersten Versicherungsunternehmen dem zweiten Versicherungsunternehmen zugegangen sein. Um den Versicherten vor der Abgabe gegensätzlicher Erklärungen zu bewahren, ist es dem zweiten Versicherungsunternehmen nicht gestattet, ihn zur Rücknahme des Freigabeantrages zu veranlassen.

Das zweite Versicherungsunternehmen hat binnen eines Monats nach Zugang des Freigabeantrages seine Entscheidung bekannt zu geben. Liegen die Voraussetzungen zur Freigabe vor, so hat es innerhalb derselben Frist die Versicherung rückwirkend ab Beginn aufzuheben. Gezahlte Beiträge und Gebühren sind dem Versicherungsnehmer ohne Abzug – abgesehen von der Verrechnung gewährter Versicherungsleistungen – zurückzugewähren.

Das zweite Versicherungsunternehmen ist verpflichtet, ein etwa eingeleitetes Mahnverfahren sofort nach Eingang des Freigabeantrages bis zum Abschluss der Freigabeverhandlungen ruhen zu lassen. Wird die Freigabe mit Recht verweigert, so muss das erste Versicherungsunternehmen eine form- und fristgerechte Kündigung des Versicherungsnehmers gegen sich gelten lassen, die vor Stellung des Freigabeantrages ausgesprochen worden ist.

Wird dem Freigabeantrag erst zu einem Zeitpunkt stattgegeben, nachdem der Vertrag mit dem ersten Versicherungsunternehmen infolge der Kündigung bereits beendet ist, so ist dieses verpflichtet, die bisherige Versicherung wiederherzustellen.

Unser DKV Versicherter sollte also hier schnell mit der DKV in Kontakt treten und die Freigabeverhandlungen für sich und seinen Sohn beauftragen. Dieses muss innerhalb der oben genannten Fristen geschehen. Die Kündigung (zumindest die angeblich vom Kunden unterschriebene) ist dem Versicherer DKV am 30.09.2016 zugegangen. Die Frist von vier Monaten endet also am 30.01.2017. Bis zu diesem Zeitpunkt sollte der Kunde hier tätig geworden sein, so die Hanse Merkur hier noch nicht aufgehoben hat.

strafrechtliche Konsequenzen für den Berater

Inwieweit hier strafrechtliche Konsequenzen für den Berater folgen und ob hier Straftatbestände wie Urkundenfälschung oder Betrug vorliegen, das müssen Gerichte und Staatsanwaltschaft überprüfen und ggf. verurteilen. Eine gefälschte Unterschrift unter einer Kündigung ist zumindest ein Indiz. Diese Bewertung kann, will und werde ich auch in keiner Weise vornehmen und natürlich ist auch ein Berater der Unrechtes tut keineswegs Maßstab eines Unternehmens. Gerade wenn mehrere Berater im Rahmen des Vertriebs eingestellt werden, kann und soll ein schwarzes Schaf nicht den Ruf der ganzen Firma ruinieren können. Dennoch: es ist leider unverantwortlich was heute immer noch und wieder hier bei uns in der Branche passiert und ich bin fest der Meinung das man solche Fälle veröffentlichen und ahnden muss.

Natürlich gilt auch hier- wie bei jedem anderen- die Unschuldsvermutung.

Haben Sie ähnliche Erfahrungen?

Ihnen ist etwas Ähnliches passiert? Was haben Sie getan? Wie ist es ausgegangen? Lassen Sie mich die Erfahrungen gern hier in den Kommentaren wissen.

Was können Sie tun?

Zunächst einmal gilt der eiserne Grundsatz:

LESEN SIE GENAU WAS und BEVOR SIE ETWAS UNTERSCHREIBEN

  1. Einen Antrag stellen, dann ist es eben auch ein Antrag. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Nimmt der Versicherer dann den Antrag an, so kommt ein Vertrag zustande.
  2. Achten Sie zunächst einmal ebenfalls darauf, dass die Gesundheitsangaben vollständig und richtiggemacht werden.
  3. Entscheiden Sie sich gegen den Antrag, so beachten Sie die 14-tägige Frist für den Widerruf.
  4. Sollten Sie bei dem alten Versicherer bleiben wollen, so müssen sie zwingend auch mit diesem in Kontakt treten gekündigt haben.
25.
Februar '16

Beitragsanpassungen bei dir DKV und HUK-was sie tun können und welche (Kündigung-) fristen zu beachten sind


Einige von Ihnen haben in der letzten Zeit unangenehme Post bekommen, der ein oder andere hat davon bereits auf meinem Twitter Account berichtet. Bei vielen „Betroffenen“ herrscht jedoch viel Unsicherheit über die Frage was jetzt zu tun ist, ob ein Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft oder vielleicht sogar ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sinnvoll und überhaupt möglich ist.

Aus den E-Mails, Tweets und Nachrichten der letzten Tage werde ich einige Fragen herausnehmen und die sich hier für alle allgemein versuchen zu beantworten. Wobei eines klar sein sollte, eine generelle Antwort die allgemeingültig ist und auf jeden passt gibt es natürlich nicht. Gerade die private Krankenversicherung ist ein Beispiel für Individualität. Sie können sich die Leistungen je nach persönlichem Bedarf zusammenstellen und somit nur vorwiegend das absichern, was ihnen persönlich wichtig ist. Doch der Reihe nach:

Beitragsanpassung erhalten, wie lange kann ich reagieren?

Zunächst einmal sollten Sie sich den Erhalt der Beitragsanpassung, also das Datum an dem Sie den Brief erhalten haben notieren, um später ein konkretes Datum benennen und gegebenenfalls sogar nachweisen zu können. Beitragsanpassungen werden in den meisten Fällen nicht per Einschreiben verschickt, und oftmals tragen diese nicht mal ein konkretes Datum, sondern nur „im Februar“.

DKV Screenshot

Theoretisch kann das bedeuten, der Versicherer hat das Dokument am 1. Februar erstellt, dann wäre es normalerweise am 3. Februar bei Ihnen gewesen. Auf der anderen Seite kann es auch bedeuten, das Dokument ist am 29. Februar erstellt, dann käme es sogar erst im März bei Ihnen an.

Oftmals wollen Versicherte nach einer hohen Beitragsanpassung schnell kündigen. Natürlich besteht diese Möglichkeit, jedoch ist diese (gerade wenn sie übereilt getroffen wird) nicht unbedingt die richtige Entscheidung. Doch auch hierzu gibt es im Gesetz klare Regelungen, der Paragraf 205 des Versicherungsvertragsgesetzes (VVG) regelt hierzu folgendes:

§ 205 Kündigung des Versicherungsnehmers

(…)
(4) Erhöht der Versicherer auf Grund einer Anpassungsklausel die Prämie oder vermindert er die Leistung, kann der Versicherungsnehmer hinsichtlich der betroffenen versicherten Person innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung mit Wirkung für den Zeitpunkt kündigen, zu dem die Prämienerhöhung oder die Leistungsminderung wirksam werden soll.

In diesem Paragrafen finden sich viele wichtige Aussagen. Zunächst einmal bezieht sich eine mögliche Kündigung immer nur auf die versicherte Person, die auch von der Erhöhung betroffen ist. Werden also die Beiträge zum Beispiel nur für den Versicherungsnehmer erhöht, so kann ein (im gleichen Vertrag) mitversichertes Kind seinen Tarif nicht kündigen. Im Umkehrschluss darf der Versicherer den Vertrag für das Kind auch nicht beenden.

Kinder können auch dann alleinversichert bleiben, wenn der Versicherer sonst gar keine Kinder alleine versichert. (–> Übersicht Kinderalleinversicherung)

Auch wenn Versicherer es durchaus einmal versuchen, oder ein Berater genau dieses behauptet, es ist verkehrt. Der Vertrag des Kindes in der privaten Krankenversicherung besteht und endet keinesfalls dadurch, dass der bisherige Versicherungsnehmer seinen eigenen Vertragsteil beenden möchte.

Weiter heißt es in dem Paragrafen, sie können innerhalb von zwei Monaten nach Zugang der Änderungsmitteilung kündigen, zudem Termin an dem die Erhöhung wirksam wird. Bezogen auf den Fall im oben genannten Bild, besteht also ein Kündigungsrecht, welches zum 1.4.2016 ausgesprochen werden kann. Bei einer Kündigung ist jedoch noch zu beachten, dass die Versicherungspflicht weiterhin erfüllt werden muss. Dazu steht im gleichen Paragrafen folgendes:

(6) Abweichend von den Absätzen 1 bis 5 kann der Versicherungsnehmer eine Versicherung, die eine Pflicht aus § 193 Abs. 3 Satz 1 erfüllt, nur dann kündigen, wenn er bei einem anderen Versicherer für die versicherte Person einen neuen Vertrag abschließt, der dieser Pflicht genügt. Die Kündigung wird nur wirksam, wenn der Versicherungsnehmer innerhalb von zwei Monaten nach der Kündigungserklärung nachweist, dass die versicherte Person bei einem neuen Versicherer ohne Unterbrechung versichert ist; liegt der Termin, zu dem die Kündigung ausgesprochen wurde, mehr als zwei Monate nach der Kündigungserklärung, muss der Nachweis bis zu diesem Termin erbracht werden.

Damit es etwas verständlicher wird, hier ein Beispiel.Fristen Kündigung PKV bei BAP

Unser Versicherte in dem Bild, hat also bis zum 11. April Zeit seinen Vertrag zu kündigen, dieses kann dann auch noch rückwirkend zum1. April erfolgen. Der zweite wichtige Termin bis zu dem die Nachweise der Folge Versicherung erbracht werden müssen, ist in unserem Fall der 2. Mai, da in unserem Beispiel am 2. März gekündigt wurde.

Doch was passiert wenn ich meine Anpassung nicht erhalten habe?

Zunächst eines vorweg. Die Beitragsanpassung schreiben werden in Chargen verschickt und normalerweise kommen diese auch an. Nun gibt es dennoch verschiedene Gründe, warum eine solche Anpassung nicht im Briefkasten war. Spätestens mit der Abbuchung des Beitrages im April sollte dann auch dem letzten aufgefallen sein, dass der Beitrag plötzlich höher ist. Ich habe vor einiger Zeit schon einmal (mehr …)

08.
Februar '16

Beitragsanpassungen bei der DKV in der Krankenversicherung zum 01.04.2016 und was Sie jetzt tun können


Nachdem es in der letzten Woche schon die Anpassungen der HUK Coburg in der Krankenversicherung zu lesen gab, hier nun einige Informationen zum nächsten Kandidaten, der DKV Deutsche Krankenversicherung.

Die DKV ist in den letzten Jahren immer mehr gewachsen, nicht zwingend wegen Neukunden aus dem eigenen Haus, auch durch Zukäufe und Eingliederungen anderer Unternehmen. So haben vor Jahren schon die Kunden der Globale KV, dann auch der Zürich und zuletzt der Karstadt Quelle Krankenversicherung den Weg in die DKV gefunden. Ob das nun für diese immer positiv war, das steht auf einem anderen Blatt, ist aber nicht (mehr) zu ändern.

Gerade das Konzept der Karstadt Quelle Krankenversicherung hätte, mit den Eingangsuntersuchungen und der Idee, ein großes werden können, wie gesagt: hätte.

Doch nun wird es zum 01.04.2016 einige viele unerfreuliche Briefe geben. Die Beiträge steigen nicht nur in den Tarifen der Krankenversicherung, auch in der Krankentagegeldversicherung sind Anpassungen erforderlich. In einigen Tarifen sind diese zudem nicht mehr mit wenigen Euro getan. Die DKV limitiert die Erhöhungen zum Teil, das bedeutet das die Anpassungen sogar höher sein müssten, viel höher. Aus vorhandenen Mitteln wird aber (ganz vereinfacht) Geld dazu gelegt und somit die tatsächliche Anpassung limitiert. Das muss nicht zwingend so sein und wird sich voraussichtlich auch nicht bei weiteren Anpassungen machen lassen, dennoch spart es den Kunden erstmal Geld, zumindest kurzfristig.

Einige Beispiele:

Für die Tarife BM1, 2, BS5, 9, BSO, BSS, BS1, BSS1 sieht es so aus:Limitierung 1

Für den BM3 hingegen liegt die Limitierung für Kunden jünger 65J.bei Beiträgen unter 250,76€ bei monatlich 19,9%, darüber bei max. 49,90€.

Interessant sind auch die Limitierungen des alten Zürich Tarifes, dem M4-BR… Die Tarife mit den hohen Pauschalleistungen, also der Rückerstattung mit teilweise 1.260€ pro Jahr, können sich mE dauerhaft nicht tragen. Wer von dem eingezogenen Beitrag hunderte Euro wieder zurück gibt, der hat damit auch viel weniger Geld um es in die Rückstellungen und Stabilisierung der Beiträge zu investieren. Das muss irgendwann zur Folge haben, das Anpassungen in nicht unerheblicher Höhe anfallen.

Limitierung 1

Zudem „rechnen“ sich solche Tarife oft nur bis zu einem bestimmten Alter und nicht mal da, selbst wenn Leistungsfreiheit besteht. Zu beachten sind hier unter anderem steuerliche Fragen, die Gegenrechnung der Rückerstattung gegen laufende Aufwendungen und vieles mehr.

Doch nun zu den Anpassungen. Zunächst ein Beispiel zu dem M4-BR4, dem oben erwähnten Tarif mit der Anpassung. Zu erwähnen wäre hier noch das Alter, derzeit ist der Versicherte 41Jahre alt. Zudem ist die letzte Anpassung einige Jahre her, diese war bei diesem Versicherten in 2011.

DKV 3

Ein Leser schrieb mir am Wochenende dazu:

Der Tarif BestMed 4 beispielsweise erhöht sich (Anmerkung: bei ihm)um sagenhafte 49,9%!
Und das, obwohl es bereits *während* der Beitragsgarantie 2014 / 2015
jeweils schon Erhöhungen gab.

Kann ein so kleines (geschlossenes) Tarifsystem das überhaupt verkraften?

Was, wenn viele der damals ursprünglich ca. 50.000 BestMed 1-5
Versicherten in andere Tarife wechseln?

Dennoch ist hier einiges zu beachten. Die erste Frage ist die, nach der Finanzierbarkeit in den kommenden Jahren, schaut man sich hier den Endbeitrag an. Der Tarif war sicher die letzten Jahre zu billig, zudem die Frage was Versicherte mit der jährlichen Rückzahlung gemacht haben. Zukünftige Anpassungen werden Arbeitnehmer allein tragen, denn hier ist keine AG Beteiligung mehr möglich, das der Höchstzuschuss des Arbeitgebers erreicht ist.

Welche Tarife werden angepasst?

Ganz vereinfacht: sehr viele. In der Anpassung zum 01.04.2016 sind nahezu alle Tarife enthalten. Neben den Vollkostentarifen wie schon erwähnt auch die Krankentagegelder.

DKV 2016 _ 1DKV 2016 _ 2

Was müssen/ können Sie nach der Anpassung tun?

Zuerst einmal legen Sie die Anpassung einen Tag zur Seite und tun in keinem Fall etwas Unüberlegtes. Jede, egal in welche Richtung gehende Entscheidung, sollte wohl überlegt sein. Aus diesem Grund informieren Sie sich zunächst eimal über die Möglichkeiten. Sollten Sie den Service „meine DKV“ nutzen, so stehen Ihnen auch online erste Übersichten zu möglichen Tarifwechseln zur Verfügung.

Bitte beachten Sie: Eine solche Übersicht ersetzt niemals eine fundierte Beratung, kann aber einen Anhaltspunkt geben. Überlegen Sie sich zudem, ob die damals geltenden Kriterien noch aktuell sind. Haben sich persönliche Ansprüche geändert, gibt es einen neuen Familienstand oder hat sich eine neue berufliche Situation erheben?

Schauen Sie sich einmal die heutigen Auswahlkriterien zur PKV an und überlegen, auf welche Leistungen Sie ggf. verzichten können und wollen. Weiterhin ist zu überlegen, den Vertrag hinsichtlich steuerlichen Gegebenheiten und der Nutzung des Arbeitgeberzuschusses zu überprüfen und anzupassen.

Eine Selbstbeteiligung sollten Sie nicht voreilig erhöhen, hier kommen Sie oft nicht mehr zurück und bleiben somit auch im Alter auf hohen Eigenanteilen sitzen, auch wenn sich der Wechsel auf den ersten Blick rechnen mag, zumindest kurzfristig.

Wenden Sie sich bitte in jedem Fall an einen qualifizierten Berater, bevor Sie eine Entscheidung treffen die sich nachher als suboptimal oder gar falsch herausstellt. Fragen? Gern nutzen Sie bitte das KONTAKTFORMULAR oder die Beratungsanfrage.

28.
August '15

RechnungsApps für mobile Geräte- welche PKV bietet es schon an und „muss“ eine PKV dieses zukünftig haben?


Gestern schrieb ich bereits über eine solcher Apps, die Barmenia RechnungsApp welche nun auch das Einreichen von „normalen“ Rechnungen ermöglicht und damit das Versenden per Post erspart und eine Erstattung (laut Erfahrung eigener Kunden) deutlich beschleunigt. Auch andere Unternehmen bieten RechnungsApps an und unterstützen den Versand per Foto.

Wie es funktioniert?

Es ist ganz einfach. Bietet die Gesellschaft an nur Rechnungen mit den beiden QR Codes (eA und eP) zu scannen, so wird kein Foto der Rechnung angefertigt, sondern der Code gescannt. Die Gesellschaft ruft damit die Informationen direkt bei der Privatärztlichen Verrechnungsstelle ab und übernimmt die Daten in Ihre Abrechnung. Werden diese Infos abgerufen, lässt sich theoretisch auch eine Einreichung der Rechnung nachvollziehen und die Verrechnungsstelle könnte einen weiteren Abruf sperren. (siehe Nachteile unten)

Bietet die Gesellschaft aber auch die erweiterte Funktion an, so kann einfach ein Foto von einem Rezept oder einer Rechnung ohne Code gemacht werden und dieses an den Versicherer geschickt. Letztendlich ist es nichts anderes als das, was das Unternehmen sonst selbst tut, Belege scannen und zuordnen, danach vernichten. Diese Scanfunktion sichert das Einreichen aller Belege, ungeachtet eines Codes auf der Rechnung und schafft daher ein „komplett papierloses Einreichen“.

Gerade für Beamte dürfte es zukünftig etwas einfacher sein. Bisher mussten die Rechnungen eingereicht werden, bekamen einen Erstattungsvermerk von der Beihilfestelle und gingen dann an die PKV, welche den Rest erstatten konnte. Dieser Zwischenschritt entfällt nun.

Wer es anbietet?

Einige Unternehmen gehen diesen Weg mittlerweile. Hier eine kleine Übersicht, Stand 08/2015. Zum Download einfach auf das gewünschte Symbol klicken, dieses führt Sie direkt in den Store zur kostenfreien App. Klicken Sie auf das Logo der Gesellschaften, so kommen Sie zu deren Seite für Apps und elektronische Helfer.

allianzAllianz Private Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: Allianz RechnungsApp für iOS Geräte, Allianz RechnungsApp für Android Geräte

barmeniaBarmenia Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: Barmenia RechnungsApp für iOS Geräte, Barmenia RechnungsApp für Android Geräte, Blogbeitrag Barmenia App

centralCentral Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: Central RechnungsApp für iOS Geräte, Central RechnungsApp für Android Geräte

dkvDKV Deutsche Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: DKV RechnungsApp für iOS Geräte, DKV RechnungsApp für Android Geräte

hansmerkurHanse Merkur Krankenversicherung

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS, Android ab „Sommer 2015“

Links: HanseMerkur RechnungsApp für iOS, HanseMerkur RechnungsApp für AndroidBlogbeitrag HanseMerkur App

hallescheHallesche Krankenversicherung

– unterstützt derzeit nur Rechnungen mit QR Code

Links: Hallesche RechnungsApp für iOS Geräte, Hallesche RechnungsApp für Android Geräte

ukvUKV Union Krankenversicherung (und Versicherungskammer Bayern)

– unterstützt Rechnungen mit QR Code

– Rechnungen ohne Code und andere Belege derzeit nur für iOS

Links: UKV RechnungsApp für iOS Geräte, UKV RechnungsApp für Android Geräte, Versicherungskammer Bayern RechnungsApp iOS

Welche Nachteile es gibt?

Grundsätzlich bietet es zunächst einmal Vorteile wenn ich meine Rechnungen nicht mehr eintüten und per Post versenden muss. Das Original bleibt zukünftig beim Kunden, was theoretisch dazu führen könnte, das ein Betrüger diese Rechnung woanders noch einmal einreichen kann. Sonst war das Original weg und ein weiteres Einreichen unmöglich. Da aber auch ggf. eine Zweitschrift angefordert werden konnte, war es zukünftig vielleicht etwas komplizierter, wer betrügen will findet aber einen Weg, früher und auch heute.

Disclaimer: Alle Logos (c) der jeweiligen Gesellschaft, iOS ist eine Marke von Apple, Android eine Marke von Google.

31.
Oktober '14

Versicherungsschutz für Kinder: bis zu 1500 € für die kieferorthopädische Behandlung, der Tarif KDBE der DKV


Bereits in der Vergangenheit hatte ich einige Tarife vorgestellt, welche Leistungen für die kieferorthopädischen Versorgung der Kinder sicherstellen. Die gesetzliche Krankenversicherung arbeitet hier mit so genannten Indikationsstufen, welche ich in dem BeitragKieferorthopädische Leistungen bei Kindern in der gesetzlichen Krankenkasse bereits beschrieben habe.

KIG I bis 5

Im Rahmen eines Newsletter wurde mir heute von einer Bank der Versicherungsschutz der DKV als „hochwertiger Zahnschutz“ angeboten und daher schauen wir uns diesen Tarif gern einmal im Detail an.

Welche Leistungen erbringt der Tarif KDBE der DKV?

Es handelt sich um eine Versicherung welche den Bereich der kieferorthopädischen Behandlung abdeckt, zusätzlich auch eine Leistung für Zahnprophylaxe leistet.

Eine der wichtigsten Voraussetzungen: die kieferorthopädische Behandlung muss vor dem 18. Lebensjahr begonnen haben, darf Zeitpunkt der Antragstellung angeraten oder begonnen und der Antragsteller muss Mitglied in einer gesetzlichen Krankenkasse sein.

Die Leistungen in Zahlen:

2 professionelle Zahnreinigungen (PZR) je Kalenderjahr zu 100%, maximal 75 EUR je PZR.

Führt ein mit uns kooperierender Zahnarzt die PZR durch, erhöht sich der Höchstbetrag je PZR auf 100 EUR.

parodontologische Leistungen und Wurzelbehandlungen, falls die Abrechnung im Rahmen der Gebührenordnung für Zahnärzte erfolgt.

Kieferorthopädie mit vorbereitenden Maßnahmen bei den kieferorthopädischen Indikationsgruppen 1 bis 5, ohne Bindung an eine Vorleistung der GKV, inklusive der entsprechenden Material-und Laborkosten, Berechnung muss auch hier im Rahmen der Gebührenordnung für Zahnärzte erfolgen.

Die Höchstgrenze für die Leistungen aus dem Bereich der Kieferorthopädie trägt 1.500 € je Behandlungsfall

Welche Wartezeiten gelten?

Bevor der Versicherungsschutz beginnt, sind so genannte Wartezeiten zu erfüllen. Bei den Wartezeiten handelt es sich um den Zeitraum, für den Sie einen Beitrag für den Versicherungsschutz zahlen, aber noch keine Leistungsanspruch haben.

Die Wartezeit beträgt acht Monate, Leistungen für die professionelle Zahnreinigung werden ohne Wartezeit erstattet.

Für bestimmte Personengruppen gelten Sonderregelungen. (Kunden der Volkswagen Bank GmbH oder einer anderen Tochtergesellschaft der Volkswagen Financial Services AG (z. B. Volkswagen Leasing GmbH, Volkswagen Versicherungsdienst GmbH), alle Mitarbeiter und Betriebspensionäre des Volkswagen Konzerns (einschließlich der Tochterunternehmen und Beteiligungsgesellschaften und dessen Handels- und Serviceorganisation) sowie die Ehegatten und eingetragenen Lebenspartner, Lebenspartner in häuslicher Gemeinschaft, und Kinder (auch Stief-, Adoptiv- und Pflegekinder) des beschriebenen Personenkreises, außerdem auch Mitarbeiter und Versicherte der AUDI BKK.)

Die Sonderregelungen sind unter anderem eine 6 Monate-Geld-zurück-Garantie: Nach dem Versicherungsvertragsgesetz haben Sie 14 Tage Zeit, einen Antrag auf Abschluss einer Versicherung zu widerrufen. Für unsere Kunden verlängern wir dieses Recht beim Erstantrag bis zum Ablauf von 6 Monaten. Auch das Optionsrecht ist eine Zusatzleistung: Zum ersten des Monats, in dem Sie Ihren 25., 30., 35., 40., 45. oder 50. Geburtstag feiern, bieten wir Ihnen jeweils einmal die Möglichkeit, Ihren Versicherungsschutz bei der DKV um eine weitere Erstattungsstufe ohne eine erneute Gesundheitsprüfung zu erhöhen, sofern Sie sich nicht schon zu Beginn für die optimale Absicherung entschieden haben.

Interessanter ist jedoch der Verzicht auf Wartezeiten. Die allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Krankenversicherung beinhalten Wartezeiten von bis zu 8 Monaten. Wir verzichten auf diese Wartezeiten.

Was kostet der Versicherungsschutz?

Zunächst einmal sei noch erwähnt, dass es sich um einen Tarif nach Art der Schadensversicherung handelt. Es sind und werden also keine Altersrückstellungen mit einkalkuliert.

Kinder und Jugendliche von 0-19 Jahren zahlen monatlich 9,86 €

Erwachsene ab 20 Jahren zahlen monatlich 8,47 €

Für wen ist der Tarif interessant?

Der wohl wichtigste Punkt diesem Tarif ist die kieferorthopädische Leistung. Daher dürfte die Hauptzielgruppe dieses Tarifes bei den Kindern und Jugendlichen liegen, wobei natürlich noch keine Behandlung angeraten sein darf. Interessant ist es unter anderem für Behandlungen nach der Indikationsgruppe 1-2, da hier eine Leistung der gesetzlichen Krankenkasse ausgeschlossen ist.

Schließen Sie einen solchen Tarif zum Beispiel für ihren sechsjährigen Sohn ab, diese benötigt mit dem achten Lebensjahr kieferorthopädische Leistungen, so ergibt sich folgende Rechnung:

9,86 € * 12 Monate = 118,32 €, * 7 Jahre (bis zum Abschluss der KFO) = 828,24 € Beitragsaufwand

Demgegenüber stehen bis zu 1.500 € Leistung für die kieferorthopädische Behandlung, zweimal maximal 75 € pro Jahr für die Zahnprophylaxe und gegebenenfalls weitere Leistungen gemäß Tarif.

Ob dieser Tarif für Sie interessant ist, hängt somit von den persönlichen Gegebenheiten ab. Alternativen sie sich natürlich auch bei anderen Versicherungsunternehmen, welche ähnliche Tarife anbieten. Daher ist eine Auswahl und ein Vergleich der Bedingungen unerlässlich.