Artikel mit ‘Continentale’ getagged

05.
Oktober '17

Continentale Economy und Comfort – das Desaster der fallbezogenen Selbstbeteiligung in der PKV


Vor einigen Tagen erreichte mich (mal wieder) ein Hilferuf eines Versicherten, einer den ich nutzen möchte um noch einmal mehr auf das Thema Fallbezogene Selbstbeteiligung einzugehen, ein Thema was in den Tarifen der Continentale Krankenversicherung sowohl im ECONOMY aber auch im COMFORT auftritt. Damit es etwas klarer wird, schauen wir uns das Thema Selbstbeteiligung einmal genauer in der Privaten Krankenversicherung an.

Die Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung (PKV)

Eine Selbstbeteiligung zu vereinbaren ist für viele Interessenten und Kunden der PKV selbstverständlich. Einen Teil der jährlichen Krankheitskosten somit selbst zu zahlen, das ist eher unkritisch, wenn man denn weiss was einen erwartet.

Der Gesetzgeber hat zudem die maximal zu vereinbarende Selbstbeteiligung auf einen Betrag von 5.000 € pro Jahr gedeckelt, es kann also kein Schutz mit (wie mal möglich) 7.500 € jährlicher Eigenbeteiligung mehr abgeschlossen werden, an alten Bestandsverträgen ändert das natürlich nichts. Um zu verstehen wie die SB funktioniert, schauen wir uns einmal die drei unterschiedlichen Varianten an. In einem alten Beitrag habe ich diese bereits ausführlich erklärt, daher hier etwas knapper.

Selbstbeteiligung in der Privaten Krankenversicherung

absolute, feste Selbstbeteiligung

Es wird ein fester Betrag vereinbart, dieser ist in Euro festgelegt und beschreibt den Teil, den der Versicherte zuerst aus eigener Tasche zahlen muss, bevor der Versicherer leistet. Bei einer vereinbarten SB von 300 € bekommt dieser also eine 200 € Rechnung noch nicht erstattet, von der nächsten Rechnung in gleicher Höhe aber schon mal 100 € wieder, weil der maximale Eigenanteil (200+100 €) somit erreicht ist.

prozentuale Selbstbeteiligung (ggf. mit Deckelung)

Auch kann ein Versicherer vereinbaren, eine prozentuale Selbstbeteiligung zu nutzen. In dieser Form könnte es zum Beispiel im Vertrag eine Regelung geben, nach der immer 20% als Eigenanteil berechnet werden, bis zum Rechnungsbetrag von 2.700 €, danach erfolgt eine Erstattung zu 100% (Regelung im Tarif comfort+ des Deutschen Rings)

Fällt hier also die erste 200 € Rechnung an, werden hiervon 160 € erstattet. Der Rest, die 20% = 40 € werden auf die SB angerechnet. Würde nun eine Rechnung von 3.000 € folgen, so wären hier eigentlich auch 20%, also 600 € abzuziehen. Da der maximale Abzugsbetrag aber bei 540 € (20% von 2.700 €) liegt, bekommt der Versicherte von den 3.000 € also 2.540 € erstattet. Denn: es sind nur noch 460 € von der SB übrig, 160 sind schon gezahlt und bei 540 € liegt der maximale Deckel.

fallbezogene Selbstbeteiligung

Das ist die dritte, kreative Variante. Die Continentale setzt diese bei den Tarifen ECONOMY (10 € pro Fall) und Comfort (20 € pro Fall) ein und zieht damit von jeder Rechnung ebendiesen Betrag ab. Habe ich eine Rechnung von 100 €, so werden 10 € abgezogen.

Doch hier kommt es gerade zum Problem, einem solchen wie der „Hilferuf“ hier zeigt. Eines vorweg, das Krankentagegeld ist hier sicher zu niedrig, vielleicht passte es auch damals zum Einkommen, aber es sind somit maximal 1.500 € pro Monat, davon ist die PKV weiter zu zahlen, daher überprüfen Sie bitte Ihr Kranken(tage)geld. Mehr Infos dazu finden Sie HIER UNTER DEM PUNKT KRANKENTAGEGELD.

Schauen wir uns einmal das Problem genauer an, dazu brauchen wir einmal die Bedingungen in den entsprechenden Tarifen, zum anderen brauchen wir mehr Informationen zu dem speziellen Fall. Hier handelt es sich nach einer Knieverletzung um eine sehr lange Behandlung. Seit 2,5 Jahren AU, also arbeitsunfähig zu sein wirft zudem die Frage auf, ob hier nicht lange BU, also Berufsunfähigkeit vorliegt. Das ist aber ein ganz anderes Thema, darum soll es hier gar nicht gehen, dennoch- lesen Sie einfach HIER ZUM THEMA KT-BU Übergang. (unten, letzter Absatz)

Continentale fallbezogene SB, Tarifregelungen

Grundlage sind die Bedingungswerke der jeweiligen Tarife CONTI Economy und CONTI Comfort. Diese schauen wir einmal genauer an.

Tarifwerk ECONOMY

In den Bedingungen dazu findet sich folgende Regelung, welche eine Selbstbeteiligung im Detail regelt:

Die Selbstbeteiligung beträgt für

–  ärztliche Leistungen nach Abs. I 1, Abs. I 11 und Abs. I 12 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Arzt. Das gleiche gilt für gesondert berechnete Leistungen von Ärzten, die von dem behandelnden Arzt beauftragt werden (z.B. Laboruntersuchungen).

Also, morgens zum Arzt, Blut abgenommen, Beratung, Behandlung und Blut ins Labor geschickt.

Selbstbeteiligung 20 € für diesen TAG

–  psychotherapeutische Leistungen nach Abs. I 2 maximal 10,– Euro je Sitzung, jedoch nicht mehr als 30 % vom erstattungsfähigen Rechnungsbetrag.

Gehen wir von einem „Preis“ von 100 € pro Therapiesitzung und einer durchschnittlichen Behandlungsdauer von 30 Sitzungen pro Jahr aus, sprechen wir hier wieder über eine neue Selbstbeteiligung:

10 € pro Sitzung = 300 € SB (für das Jahr)

–  Leistungen von Hebammen und Entbindungspflegern nach Abs. I 3 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einer Hebamme bzw. bei einem Entbindungspfleger.
–  Heilpraktikerleistungen nach Abs. I 4 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Heilpraktiker oder Arzt.

Selbstbeteiligung 10 € für diesen TAG

–  häusliche Behandlungspflege nach Abs. I 5 maximal 10,– Euro je Behandlungstag durch geeignete Pflegefachkräfte.
–  Arznei- und Verbandmittel nach Abs. I 6 sowie Impfstoffe nach Abs. I 10 maximal 10,– Euro je Arzneimittel, je Verbandmittel und je Impfstoff. Sie entfällt für Arzneimittel (einschließlich Impfstoffe), die als Generika bezogen werden. Generika sind Arzneimittel, die in ihrem Wirkstoff, in ihrer Zusammensetzung und in ihrer Darreichungsform einem bereits unter einem Markennamen auf dem Markt befindlichem Medikament gleichen.

Nach so einer Knie OP braucht man… richtig, Verbände, Medikamente, Impfungen fallen auch mal an.

Kauft der Kunde es nicht als Generika, oder hat er es einfach vergessen, so fallen hier erneut 10 € PRO MEDIKAMENT und weitere 10 € je Verbandmittel an. Dazu bei jeder Impfung 10+10 €, denn einmal für den Stoff, einmal für das Impfen.

–  Heilmittel nach Abs. I 7 maximal 10,– Euro je Heilmittel an einem Behandlungstag.

Heilmittel sind spannend, denn es handelt sich hier um Krankengymnastik, Massagen, Packungen, Bewegungsbäder, schließlich möchte man wieder laufen können. Scheint hier nicht ganz so gut geklappt zu haben bei unserem Beispielfall, denn hier waren zwei weitere Operationen nötig und es geht von vorn los. Also wieder Medikamente, Verbände, Krankengymnastik. Doch weiter, KG und Massage, Bewegungsbäder etc. 20 Behandlungen sind jetzt bei einer Knie OP nicht so selten, eher mehr.

20 * 10 € = 200 € weitere Selbstbeteiligung

ACHTUNG: Die 10 € fallen pro Heilmittel an einem Tag an. Also: Wer morgens Krankengymnastik bekommt und nachmittags oder auch direkt danach ins Bewegungsbad geht, der zahlt 20 €, nicht 10.

–  Hilfsmittel nach Abs. I 8 maximal 50,– Euro je Hilfsmittel.

Auch das dürfte hier notwenig gewesen sein. Krücken, Bewegungsschiene, Bandagen etc. Also, 100, 150 € oder mehr weitere Selbstbeteiligung.

–  Krankentransporte nach Abs. I 13 und Abs. III 8 maximal 10,– Euro je Transport. Bei ärztlich verordneten Fahrten zur und von der nächstgelegenen, nach medizinischen Kriterien geeigneten Einrichtung für Dialyse, Strahlen- oder Chemotherapie gelten die Hin- und Rückfahrt zusammen als ein Transport.

Nicht in diesem Fall, aber großartig. Jeder Transport zur Chemotherapie oder zu Dialyse mit 10 €. Einer meiner Kunden muss da seit Jahren dreimal die Woche hin, sind

also 30 € * 53 Wochen = 1.560 € zusätzliche SB im Jahr.

–  zahnärztliche Leistungen nach Abs. II 1 maximal 10,– Euro je Behandlungstag bei einem Zahnarzt.

Auch hier, 10 € pro Tag

–  Krankenhausleistungen nach Abs. III 1, Abs. III 2 und Abs. III 6 maximal 10,– Euro je Kalendertag für höchstens 14 Kalendertage je vollstationärem Aufenthalt. Wenn die erstattungsfähigen Kosten geringer als die jeweilige vorgenannte Selbstbeteiligung sind, reduziert sich diese auf den niedrigeren Betrag.

Solche OP’s machen sich schlecht ambulant, gerade wenn diese kompilierter sind. Also, Krankenhaus. Ist auch nicht schlimm, man ist ja PKV versichert. Blöd nur,

Selbstbeteiligung 10 € pro Tag, max. 140 € JE AUFENTHALT

Wer also zwischendurch entlassen und zur nächsten OP wieder rein muss, der zahlt neu, wieder max. 140 €.

Tarifwerk COMFORT

Wer sich dann statt Eco für Comfort entschieden hat, der sollte mehr Komfort genießen und es besser haben. Oder? Oh, STOPP, wohl doch nicht, denn hier sind es nicht 10, sondern gleich 20 € pro Fall.

Ist auch nicht schlimm, schließlich zahlt der Kunde im Comfort auch mehr, da kann er sich auch die höhere SB leisten, oder? Unlogisch? Ich habe es mir nicht ausgedacht. Die Bedingungen zu beiden Tarifen können Sie hier nachlesen.

Das zeigt uns aber eines ganz deutlich, die Fallbezogene SB ist nix, also nur für ganz, ganz wenige Personen geeignet.

Continentale fallbezogene SB – ungeeignet für alle die Schutz wollen

In den Prospekten der Continentalen klingt das alles ganz entspannt und simpel. Die finden Sie hier:

Auch dort findet sich eine Beispielrechnung. Für den Economy sieht die laut Continentale so aus:

Für wen sind denn nun solche Tarife passend und geeignet?

  • – Menschen, die nie krank sind
  • – Menschen, die außer Vorsorge nix brauchen
  • – Menschen, welche wenn sie krank sind mit wenig Leistung und Generika zufrieden sind
  • – Menschen, die neben der PKV monatlich ausreichend Geld sparen, 200, 300, 400 € und garantieren können in den ersten 10 Jahren keine SB zu nutzen
  • – Menschen, die wenn, dann nur leichte Erkrankungen bekommen
  • – Menschen, die genug Geld „auf der hohen Kante haben“

Leider wird die Zielgruppe zumindest von den Vertretern der Conti und auch von „unabhängigen Beratern“ ganz anders definiert. Gerade weil der Tarif billig(er) ist, wird dieser von Menschen abgeschlossen (oder Ihnen aufgequatscht), die sich den nicht leisten können. Spätestens wenn hie regelmäßig Erkrankungen auftreten, die Erkrankungen chronisch sind oder länger dauern, dann ist das hier ein Fass ohne Boden.

Klar ist der Fall hier ein Extrembeispiel und klar ist es hier ein schlimmer Fall, drei Knie OP’s, zweieinhalb Jahre arbeitsunfähig, kleines Krankengeld, aber dennoch, es ist kein Einzelfall.

Die Krankenversicherung brauche ich nicht, wenn es mir gutgeht, auch nicht wenn es mal zwickt und mein Fuß verstaucht ist, ich brauche die dann, wenn es schlimm wird, lange dauert, Geld kostet und Chronisch wird.

Und dann… Dann VIEL ERFOLG (Spaß möchte ich nicht wünschen) mit solcher Entscheidung und solchen Tarifen.

Bevor Sie sich also dafür entschieden (im Augenblick werden wieder massiv Verträge der Hanse Merkur zur Continantalen umgedeckt, frage mich warum?), dann machen Sie dieses nur dann, wenn Sie alle Risiken kennen, verstanden haben, überblicken können und Geld haben, VIEL GELD! Danke !

14.
November '16

Beitragsanpassung der privaten Krankenversicherung und was sie jetzt tun können


Am letzten Wochenende haben viele Versicherte Post von ihrer privaten Krankenversicherung bekommen und wurden darüber informiert, dass die Beiträge für den eigenen Versicherungsschutz zum 1. Januar 2017 steigen. Dabei spielen unterschiedliche Faktoren eine Rolle, ich möchte daher diesen Beitrag nutzen um etwas mehr Klarheit in dieses Thema zu bringen.

Die Ursachen der Beitragsanpassung

Für eine Anpassung der Beiträge gibt es ganz unterschiedliche Ursachen, daher sind diese Anpassungen auch keineswegs bei allen Versicherern und auch nicht bei allen Versicherten in einem Tarif identisch. Anpassungen werden daher abhängig von den Altersstufen, dem gewählten Tarif, der Frage ob sie in Bisex oder Unisex sicher sind und weiteren Faktoren beeinflusst. Zum Jahr 2017 kommt noch ein anderer Punkt dazu. Auch in der privaten Krankenversicherung in der es im eigentlichen Tarif keine Anpassung gibt, führt eine Erhöhung der Beiträge in der Pflegepflichtversicherung zu einem höheren Gesamtbeitrag im Jahr 2017.

Beitragsanpassung in der Pflegepflichtversicherung

Diese Beitragserhöhung kann durchaus 20% und mehr (auf den Beitrag der Pflegeversicherung) betragen. Dabei sollten wir jedoch so realistisch sein, dass wir hier über Anpassungen von 5 bis 8 Euro reden und zumindest bei Angestellten diese zur Hälfte dem Arbeitgeber landet. Während der Beitrag in der gesetzlichen Pflegepflichtversicherung im Jahr 2017 auf 121,80 € als Höchstbeitrag ansteigt, zahlen Versicherte in der privaten Pflegepflichtversicherung (mit identischen Leistungen) oftmals Beiträge von deutlich unter 50 €, selbst nach der Erhöhung.

Steigende Kosten bei Ärzten und Behandlern

Auf der Ausgabenseite stehen viele private Krankenversicherer vor dem Problem der steigenden Kosten, welches diese nur sehr bedingt beeinflussen können. Natürlich lassen sich in die Versicherungsbedingungen Regelungen schreiben, welche dem Versicherer ermöglichen den Bezug von zum Beispiel Hilfsmittel über einen eigenen Großhändler zu organisieren, Medikamente oder sonstige Leistungen mit Rabattverträgen einzukaufen, im wesentlichen jedoch ist man Kostenerstatter. Dabei möchte ich gar nicht die Schuld auf die Ärzte oder andere Berufsgruppen abwälzen, wir haben jedoch allgemein das Problem, dass die Kosten für eine hochwertige medizinische Versorgung ansteigen.

Nun könnte man durchaus meinen das „hätte man wissen können“ oder zumindest „ahnen können“ und manche Versicherer haben dieses durchaus besser im Griff als andere. Auf der anderen Seite haben wir leider die Situation dass vielfach die private Krankenversicherung immer noch nach dem Motto: „Wer versichert mich denn billiger“ oder „Wer nimmt mich dann ohne Zuschlag“ beraten wird. So werden Entscheidungen für die private Krankenversicherung oftmals nach dem Preis, nicht aber nach der Leistung, dem Versicherer oder anderer Fakten getroffen. Einige Beispiele und weitere Erklärungen dazu finden Sie unter anderen in den folgenden Beiträgen:

Niedrigzinsphase und deren Folgen

Wer noch vor einigen Jahren Geld anlegen wollte, der bekam selbst auf ein Tagesgeldkonto zu guten Zeiten 4 %. Vier Prozent für eine Geldanlage, welche täglich verfügbar war, nahezu vollständig sicher und ohne Risiken. Auch in der privaten Krankenversicherung wird Geld angelegt. Denn das Prinzip einer kapitalgedeckten Versorgung ist nun einmal, dass in jungen Jahren weniger Kosten verursacht werden als Beiträge gezahlt. Diese Differenz geht- ganz vereinfacht- in den großen Topf der Altersrückstellungen und vermindert den Beitrag im Alter. Natürlich ist das eine sehr vereinfachte Darstellung und die Zuführung zu den Altersrückstellungen sind deutlich komplizierter. So ist es auch davon abhängig wie leistungsfähig ein Tarif ist, welche Leistungen also heute (und in Zukunft) versprochen werden und wie sich diese entwickeln.

zins-und-endkapital-bei-unterschiedlichem-zins

Wer monatlich 100 € spart, hierfür 4 % Zins bekommt und das ganze 30 Jahre durchhält, der profitiert am Ende von 32.760 € Zinsertrag und hat ein Gesamtkapital von über 68.000 €. Sinkt der Zins nur um ein (niedriges) halbes Prozent, so vermindern sich die Zinsen um 5.639 € und betragen damit nur noch 20.121 €.

Was Sie nach der Beitragsanpassung tun sollten

Bereits vor einiger Zeit habe ich in einem Beitrag ausführlich beschrieben, was Sie nach Erhalt der Information zur Beitragsanpassung tun sollten. Dabei geht es insbesondere darum, keine übereilten Entscheidungen zu treffen und sich genau vor Augen zu führen welche Folgen eine solche Entscheidung hat.beitrag-bap

So lassen sich übereilt getroffene Entscheidungen oft nicht mehr rückgängig machen oder nur mit gravierenden Folgen wieder korrigieren. Wer dabei zu schnell oder übereilt zum Beispiel seine Selbstbeteiligung erhöht, der wird später Probleme haben diese wieder zu reduzieren. Eine Reduzierung der Selbstbeteiligung ist eine Leistungsverbesserung, welches in den meisten Fällen eine neue Gesundheitsprüfung nach sich zieht.

Nicht in eine Tarifstufe wechseln, welche heute nicht angepasst wird

Eine beliebte Empfehlung von überforderten Beratern ist oftmals ein schneller Wechsel in eine höhere Selbstbeteiligungsstufe. Dabei verringert sich der Beitrag sofort, oftmals wird jedoch nicht bedacht dass dieses weit reichende Folgen haben kann. Nicht nur, dass genau zu berücksichtigen ist wie viele Kosten denn nun (mehr) selbst getragen werden müssen, nein auch die folgenden Anpassungen spielen eine Rolle. so ist es in den allerwenigsten Fällen sinnvoll, heute in eine Tarifstufe zu wechseln die nicht angepasst war. Auch dieser Tarifstufe steht (dann vielleicht im nächsten Jahr) eine entsprechende Anpassung ins Haus.

Soll ich zu einer anderen Gesellschaft wechseln?

Diese Frage wird mir oftmals gleich nach der Beitragsanpassung gestellt. Auch hier ist eine seriöse Empfehlung und Beratung nicht möglich, ohne zumindest weitere Umstände zu kennen. Dazu spielt es eine entscheidende Rolle ob sie in der alten Tarifwelt oder schon in neuen Tarifen sind. Auch stellt sich die Frage wie alt sie sind, seit wann sie bei der bisherigen Gesellschaft und in den bisherigen Tarifen versichert sind und ob die Anforderungen an die Tarife noch denen entsprechen die es bei der Einführung der Tarife bzw. beim Abschluss waren. Leider erlebe ich nur zu oft, dass damals bei der Entscheidung für die private Krankenversicherung damit bei der Entscheidung für den Tarif die Gesellschaft keine wirkliche Beratung stattfand. Der Berater entschied welche Gesellschaft und Tarif die richtige ist, der Berater musste es ja wissen und die oder der Versicherte haben einfach geglaubt. Geglaubt ohne zu hinterfragen ob es Alternativen gibt, geglaubt ohne zu überlegen warum denn gerade diese Gesellschaft oder dieser Tarif empfohlen wurde.

Versteckte Probleme in den Gesundheitsangaben

Dazu kommt in verschiedenen Altverträgen das Problem, Gesundheitsangaben sind nicht korrekt und vollständig gemacht worden. Da schlummern also Pulverfässer in den Bestand, und in vielen Fällen kann der Versicherer zumindest in den nächsten Jahren problemlos die rote Karte in Form einer Anzeige Pflichtverletzung ziehen. Wenn dieses so ist und Gesundheitsangaben bei“ nicht, nicht vollständig gemacht worden sind, so ist auch dieses ein Problem welches gelöst werden muss.

Eine solche Lösung kann ein Wechsel zu einer anderen Gesellschaft sein, wenn diese aus anderen Gründen sowieso ansteht. Ein Wechsel der Gesellschaft ist kein Allheilmittel. In den meisten Fällen wird dieser mit einem erhöhten Beitrag einhergehen, Denn das Eintrittsalter hat sich gegenüber der ursprünglichen Tarifauswahl verändert. Weiterhin sind Tarife angepasst worden, haben sich Rahmenbedingungen geändert und auch hier führen diese Veränderungen meist zu einer höheren Prämie.

Tarifwechsel innerhalb der Gesellschaft

Der Wechsel des Tarifes innerhalb der eigenen Gesellschaft ist für viele Versicherte der letzte Strohhalm. So gibt es in der privaten Krankenversicherung natürlich genügend Versicherte, welche die Leistungen auch genutzt haben. Wer also in den letzten Jahren krank war und vielleicht zudem schon etwas älter ist, für den macht ein Wechsel der Gesellschaft in den meisten Fällen keinen Sinn. Für all diese hat der Gesetzgeber jedoch eine Möglichkeit geschaffen die Versicherungsbeiträge ohne Gesellschaftswechsel zu reduzieren. Der sogenannte Tarifwechsel, geregelt im Paragrafen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes nicht einen Wechsel in einen gleichartigen Versicherungsschutz. Für diesen Wechsel darf der Versicherer keine Zuschläge erheben, und muss diesen auch nicht mehr gesunden Bestandskunden erlauben.

Leider ist es bei vielen Gesellschaften nach wie vor ein Problem, die entsprechenden Angebote zu bekommen. Auch wenn inzwischen Angebote zu dem Tarifwechsel verschickt werden, wer sagt dem Versicherten das hier der optimale Tarifwechsel angeboten wurde. Auch die Gegenüberstellung der Leistungen zwischen dem alten Versicherungsschutz und den neu angebotenen Tarif stellt für viele Versicherte ein großes Problem dar. Hier kann professionelle Hilfe unterstützend tätig sein und einen solchen Tarifwechsel erleichtern. Dazu gibt es eine Unmenge an seriösen, aber noch eine viel größere Anzahl unseriöser Anbieter. Hier werden horrende Honorare verlangt, hier werden Vollmachten gefordert welche jedwede Kontaktaufnahme durch den Versicherer bieten, hier werden Gespräche geführt die er aggressiven Verkauf in einer Beratung ähneln.

Einen solchen Tarifwechsel sollten Sie Profis überlassen. Bei unseren eigenen (Makler-) Kunden gehört auch eine solche Tarifwechselberatung zu dem eigenen Beratungsanspruch. Ich halte es für fatal vor Jahren eine private Krankenversicherung vermittelt zu haben und dann heute nicht mehr bei Fragen für einen Wechsel zur Verfügung zu stehen. Für Fremdkunden, also Kunden wo der Vertrag nicht durch uns vermittelt wurde, ist so eine Beratung sehr schwierig. Nicht nur dass wir weder die damaligen Grundlagen, noch die Gegebenheiten heute kennen, wenden Sie sich bei Fragen gerne an mich, ich kann Ihnen gegebenenfalls direkt oder mit einem Kontakt helfen.

Einige trifft es besonders hart, mal wieder

Fast genau vor einem Jahr habe ich über die gravierenden Beitragsanpassungen bei der AXA Krankenversicherung geschrieben.

Es gab Versicherte die im Jahr 2015 mit einer Anpassung von über 34 % zu kämpfen hatten. Einige haben sich dann entschieden dieses Risiko nicht weitertragen zu wollen und das Unternehmen verlassen. Andere wiederum waren der Meinung dass dieses wohl ein Ausreißer war und zukünftig dann Stabilität einkehren würde. Leider trat dieses für Versicherte im  Tarif Vital oder auch dem EcoRA nicht ein. Auch in diesem Jahr sind Versicherte von größeren Anpassungen betroffen. So sind auch zum 1.1.2017 Anpassungen von 20-30 % für bestimmte Altersgruppen möglich, und zwar auch in Tarifen die im letzten Jahr bereits angepasst worden.

Debeka mit 19 % Anpassung

Aber auch bei anderen Gesellschaften sind Anpassungen nötig. So erreichte mich vor einigen Tagen diese E-Mail von einem Leser:

debeka-mail-bap

Es handelt sich hierbei um den Tarif für Angestellte, nicht Beamte, bei der Debeka. Hier kann ich die Entrüstung über 19 % Beitragsanpassung auf der einen Seite verstehen, bei genauerem Lesen relativiert sich dieses etwas. Es handelt sich hier um eine Anpassung von 70 €, diese sind für eine monatliche Erhöhung durchaus happig. Aber, und jetzt kommen die Einschränkungen:

Wir sprechen über eine Beitrag von 440 € (zuzüglich Pflege, Krankengeld usw.) aber wir sprechen auf der anderen Seite immer noch über einen Beitrag der etwas mehr als die Hälfte des Beitrages für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt. Dazu besteht eine Absicherung in einem deutlich höheren Leistungsniveau. In meinem Beitrag zu der AXA Beitragserhöhung im letzten Jahr habe ich bereits eine Tabelle mit dem Vergleich zur gesetzlichen Krankenkasse veröffentlicht. (hier direkt die Tabelle aufrufen)

Nehmen wir diese als Grundlage, so sparte der Versicherte bisher (bei einem Beitrag von 370 €+ Krankengel+ Pflege gegenüber dem Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenkasse (den er als Angestellter über der Grenze zahlen müsste) immerhin 250 € monatlich. O. k., die Ersparnis reduziert sich nun auf knapp 190 €. Dennoch gilt genau die Aussage, welche ich im letzten Jahr getroffen haben. Die Ersparnis gegenüber der gesetzlichen Krankenkasse ist im Moment noch so groß, dass genügend Mittel zur Verfügung stehen zusätzlich Vorsorge für das Alter zu treffen. Auch in den letzten Jahren (dieser Kunde ist ja schon seit acht Jahren in dem Tarif) gab es genügend Möglichkeiten Rücklagen zu bilden.

Dabei haben wir noch nicht berücksichtigt das für die Mehrleistungen seines Tarifes in der privaten Krankenversicherung Zusatzversicherungen notwendig wären. Auch hierfür wäre irgendetwas zwischen 50 und 100 € monatlicher Beitragsaufwand erforderlich.

RuV, Hanse Merkur, Continentale

und dabei könnte ich diese Liste unendlich weiterführen, haben natürlich ebenfalls mit Anpassungen ihrer Tarife zu kämpfen. Und natürlich fällt eine Anpassung in einen Tag mit sehr hohen Leistungen und vielleicht noch ohne Selbstbeteiligung in absoluten Beträgen höher aus, als eine prozentual gleichwertige Anpassung in einem Basisschutz. 10 % von 400 € sind eben nun mal weniger als 10 % von 700 €.

Jetzt muss man hinterfragen, wie weit eine solche Anpassung einmalig oder öfter vorkommt, ob der angepasste Beitrag noch im finanziellen Rahmen liegt und worauf gegebenenfalls verzichtet werden kann. Das kann eine Leistungseinschränkung sein (setzt aber dann natürlich voraus das zu viel Leistungen derzeit versichert sind), ein Tarifwechsel oder der Wechsel zu einer anderen (voraussichtlich beitragsstabileren) Gesellschaft.

Welche Schritte soll ich unternehmen?

Diese Frage kommt immer unmittelbar nach der Beitragsanpassung. Hier ist es wichtig zu wissen dass es keine pauschale Empfehlung gibt. Wichtig ist dass sie sich intensiv mit ihrem Versicherungsschutz auseinandersetzen. Überlegen Sie gut, ob die Leistungen die dort versichert sind so benötigt werden. Weiterhin schauen Sie sich die Beitragsentwicklung in der Vergangenheit an. Trauen Sie dem Versicherer zu, langfristig eine gewisse Art von moderater Beitragsentwicklung zu gewährleisten?

Diese Frage hat zwar auf der einen Seite was mit hellsehen zu tun, auf der anderen Seite ist diese durchaus berechtigt. Denn wenn sie kein Vertrauen in ihren Vertragspartner (den sie noch die nächsten Jahrzehnte haben werden) mehr haben, dann muss hier eine Entscheidung getroffen werden. Diese Entscheidung kann zu einem Tarifwechsel, einem Wechsel der Gesellschaft oder eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung führen. Alle diese Entscheidungen sind mit gravierenden Folgen verbunden.

Daher kann ich Ihnen nur raten, sich hier vertrauensvoll an einen Berater ihrer Wahl zu wenden und sich mit einer Entscheidung Zeit zu lassen. Ein Wechsel und ein schneller Antrag bei einer neuen Gesellschaft und dort am besten noch mit allen Gesundheitsfragen mit Nein beantwortet, wird sie zu viel größeren Problemen führen die Beitragsanpassung jemals gehabt hätte.

Bei weiteren Fragen nutzen Sie gern das Kontaktformular oben rechts, den Live Chat unten links oder das Anfrageformular unter dem Menüpunkt private Krankenversicherung. Für alle Entscheidungen gilt:

Überlegen Sie gut was sie tun, schnelle Entscheidungen sind fast nie hilfreich!

02.
März '16

Continentale mit Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler ab zehn Jahren


Die wichtige Absicherung gegen die finanziellen Folgen bei Berufsunfähigkeit ist nicht zu unterschätzen und sollte in jedem Fall so früh als möglich abgesichert werden. Schon Schüler, Jugendliche und später die Erwachsenen leiden recht früh an Erkrankungen, Allergien, haben Rücken- oder anderweitige Probleme die bei einem Abschluss zu –> Risikozuschlägen oder Ausschlüssen führen oder eine Absicherung unmöglich machen.

Aus diesem Grund ist eine frühzeitige Absicherung elementar, jedoch sind die Anbieter solcher Produkte rar gesät. Die Continentale Lebensversicherung bietet Erwachsenen ihr Produkt der –> Premium BU an, für Schüler folgt nun das Produkt Premium BU Start. Grundlage dieses Beitrages sind die allgemeinen Versicherungsbedingungen für die Tarife PBUS, PEUS, in der Fassung 1. März 2016. In diesem Beitrag geht es mir vornehmlich um die Besonderheiten des „Schülerproduktes“. Die Details zu der Berufsunfähigkeitsversicherung für Erwachsene finden sich in einem späteren Beitrag.

Das Versicherungsprodukt für Schüler kann Kindern ab einem Alter von zehn Jahren angeboten werden, welche an einer Haupt-, Real-, Gesamtschule, einem Gymnasium, der Fachoberschule (FOS) oder der Berufsoberschule (BOS) unterrichtet werden. Versichert werden können maximal 1000 € monatliche Rente, wobei das Endalter bis 67 möglich ist.

Startphase- Anpassungsphase- Zielphase

Gerade in jungen Jahren möchten die Eltern nicht unbedingt riesige Beiträge zahlen. Daher bieten Versicherer reduzierte Startbeiträge und/ oder Rabatte in den ersten Jahren an. Die Continentale teilt den Beitrag in drei Phasen.

In der Startphase beträgt dieser 50% des Zielbeitrags, dieses gilt für das Jahr 1-3. Danach folgt aber nicht direkt die Anpassung auf 100%, so wie es in Modellen mit reduziertem Startbeitrag der Fall ist. In den Jahren 4-7 erhöht sich der Beitrag in 10% Stufen dann von 60 auf 90% des ursprünglich geplanten Zielbeitrages um dann ab dem achten Jahr bei 100 % zu landen.

Continentale PremiumBU Start Schüler

Damit sind die Beitragsbelastung reduziert sich damit in den ersten Jahren deutlich. Bei einer versicherten Rente von 1.000 € monatlich bis zum Endalter 65 (was es in der Praxis jedoch nicht sein sollte, dies aber der „Werbebeitrag“ ist, den der Versicherer sein Prospekt druckt) beträgt der monatliche Startbeitrag 13,51 € in dem Jahr 1-3. Ab dem achten Jahr (in der Zielphase) beträgt der Beitrag dann 27,03 €. Die Beiträge gelten nur für das reine Berufsunfähigkeitsprodukt. Der Aufpreis für die Pakete liegt bei 1,35 € für das Karrierepaket (ab dem achten Jahr 72) und bei 3,52 € für das Pflegepaket (ab dem achten Jahr 7,03 €).

Interessant wird es bei der Umstellung mit Alter 20. Hier wird dann auf die tatsächlich ausgeübte Berufsgruppe umgestellt, sodass ein Informatikstudent sogar weniger zahlen muss (23,89 € für die BU, 2,39 € und 7,17 € für die Pakete, das Pluspaket kommt mit weiteren 3,58 € dazu). Wird der Schüler „dummerweise Schreiner“, so beträgt der Beitrag dann 67,62 € (+ 6,76 € für das Karriere-, 7,44 € für das Pflege- und 10,14 € für das Plus-Paket). Für eine bestimmte Gruppe der versicherten Personen kann es durchaus sinnvoll sein, denn der Vertrag wird nach alten Rechnungsgrundlagen, alten Bedingungen und ohne erneute Gesundheitsprüfung umgestellt.

Die fehlende Gesundheitsprüfung ist damit auch der größte Vorteil. Gerade in nicht körperlich tätigen Berufen wird es bei anderen (auch von den Bedingungen her durchaus besseren) Gesellschaften unter Umständen sogar eine passendere Absicherung geben. Diese ist jedoch bei spätem Abschluss mit einer Gesundheitsprüfung verbunden und läuft Gefahr, Ausschlüsse oder Zuschläge hinnehmen zu müssen. Da das ursprüngliche Eintrittsalter auch maßgebend für die neue Prämienberechnung ist, ist die dieses natürlich auch langfristig günstiger.

Wann ist ein Schüler berufsunfähig?

Der Schüler keinen „Beruf“ haben, sondern eben in der Schule unterrichtet werden, ist für die Leistung eine besondere Definition Voraussetzung. Diese findet sich in den Versicherungsbedingungen unter Abschnitt J. Dort heißt es:

Berufsunfähigkeit bei Schülern im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person sechs Monate ununterbrochen infolge Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfalls, die ärztlich nachzuweisen sind, außerstande gewesen ist, als Schüler am Unterricht an einer Schule ohne spezielle Förderung teilzunehmen, sowie es ohne gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich war. Eine Schule mit spezieller Förderung ist zum Beispiel eine Förderer-oder Sonderschule.“

„Berufsunfähigkeit bei Schülern liegt nicht vor, wenn die versicherte Person in diesem Zeitraum eine andere ihrer Ausbildung und Erfahrung sowie bisheriger Lebensstellung entsprechende Tätigkeit konkret ausübt oder lediglich ein Schuljahr wiederholt.

Wir erbringen die Leistung solange die Voraussetzungen für die Berufsunfähigkeit bei Schülern fortbestehen, längstens bis zur Aufnahme einer Berufstätigkeit, eines Studiums oder einer beruflichen Tätigkeit (ausgenommen sind geringfügige Beschäftigungsverhältnisse zum Beispiel Minijobs oder ein-Euro-Jobs.“

Spezielle Gesundheitsfragen in einem besonderen Antrag

Abweichend von dem normalen Antrag der kontinentalen hat diese einen speziellen Antrag für die „Premium BU Start Schüler“. Grundlage ist der Antrag mit der Druckstück Nummer „3110/03.2016“. Dieser ist speziell für Schüler und enthält einige abweichende Fragen. Doch schauen wir uns diese Fragen einmal im Detail an.

1.) Frage nach Größe und Gewicht

2.) Frage nach rauchen unter dem Inhalieren von Nikotin

3.) Die Frage beschäftigt sich mit bereits bestehenden Absicherungen, und abgelehnten oder mit Erschwerung angenommenen Anträgen in den letzten fünf Jahren.

4.) „Übt der zu versichernde Schüler Sportarten mit erhöhten Verletzungsrisiko aus? (Zum Beispiel Kampfsport, Reitsport, Motorsport, Downhill-Racing, Parcours)“  so weit ist die Frage unkritisch, jedoch ist es nur eine beispielhafte Aufzählung keinesfalls abschließen. Dabei besteht die Gefahr dass der Kunde bei der Antragstellung eine Sportart als nicht „mit erhöhtem Verletzungsrisiko“ verbunden ansieht.

5.) Frage nach Medikamenten in den letzten fünf Jahren oder über einen Zeitraum von mehr als zwei Wochen. Soweit unkritisch, da klar und einfach zu beantworten. In der Praxis wird die entscheidende Frage sein, wie der Versicherer bei einer Antwort mit „ja“ reagiert. Gibt es ohne weitere Prüfung einer Ablehnung oder erfolgt dann eine detailliertere Prüfung und Nachfrage.

6.) Bestehen oder bestanden in den letzten fünf Jahren chronische Erkrankungen (zum Beispiel Diabetes, Epilepsie, Migräne, HIV-Infektion, rheumatische oder infektiöse Erkrankungen), angeborene oder erworbene Fehlbildungen (zum Beispiel….), Dauerhafte körperliche Behinderungen (…) oder wurde eine Schwerbehinderung beantragt oder anerkannt.

Besonders problematisch auch hier die beispielhaften Aufzählungen. Eltern sollten hier insbesondere darauf achten, sich bei den Kinderärzten alle dort gespeicherten Dauerdiagnosen zu besorgen und im Detail aufzulisten.

7.) „War in den letzten fünf Jahren oder ist aktuell eine besondere Förderung wegen Lernschwierigkeiten, Teilleistungsschwächen, Sprachstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten erforderlich oder angeraten?“

Betrachtet man die Fragen genau, so reden wir hier von jedweder Nachhilfestunde.

Conti Antrag Schüler8.) Diese Frage beschäftigt sich mit den stationären Behandlungen der letzten fünf Jahre, ist aber weiterhin auch auf den ambulanten Bereich ausgedehnt. Hier heißt es: „…  oder mehr als dreimal wegen der gleichen Erkrankung oder den gleichen Beschwerden durch Ärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Logopäden, Psycho- oder Physiotherapeuten ambulant beraten, untersucht oder behandelt oder sind Untersuchungen oder Behandlungen angeraten.“

Damit wird aus einer stationären Frage eine Frage, welche nahezu alles wissen will. Es geht um längerfristige ambulante Behandlungen, die auch bei einem Logopäden erfolgt sein können, was bei Kindern/Schüler in diesem Alter nichts ungewöhnliches ist.

9.)  Wurde der zu versichernde Schüler in den letzten 5 Jahren im Zusammenhang mit einer der folgenden Erkrankungen beraten, untersucht oder behandelt oder sind Untersuchungen oder Behandlungen angeraten: (jetzt folgt eine Unterteilung in fünf Gebiete, Suchterkrankungen, psychische Erkrankungen, Tumorerkrankungen, Haut-/Atemwegserkrankungen, Erkrankungen von Augen und Ohren)

Fazit zu den Gesundheitsfragen: Auch oder gerade wenn es sich um einen speziellen Antrag für Schüler handelt, enthält dieser einige Fallstricke die eine besondere Aufmerksamkeit bei der Antragstellung bedeuten. Sprechen Sie unbedingt mit ihrem Kinderarzt und besorgen sich alle Diagnosen welche dieser in seiner Krankenakte gespeichert hat. Das geht natürlich auch für andere Behandler und Ärzte. Fragen zu Lernschwierigkeiten/Nachhilfe sind so zumindest bei anderen Versicherern noch nicht so weit verbreitet, bitte beantworten Sie auch diesen sehr sorgfältig.

Mehr Pakete für individuelle Absicherung?

Das neue Karrierepaket

Ergänzend zu dem eigentlichen Berufsunfähigkeitsvertrag lassen sich unterschiedliche Pakete kombinieren. Das Karrierepaket soll eine spätere Anpassung der BU Absicherung bieten und Zusatzleistungen sichern. Eine dieser Sonderleistungen ist zum Beispiel die zusätzliche Erwerbsminderungsrente bei Eintritt einer bedingungsgemäßen Erwerbsunfähigkeit, welche in den ersten fünf Jahren nach erstmaliger Aufnahme einer beruflichen Tätigkeit gezahlt wird. Die Rentenhöhe bei Erwerbsunfähigkeit beträgt 50 % der versicherten Berufsunfähigkeitsrente, ist jedoch auf einen Maximalbetrag von 500 € monatlich begrenzt. Die Leistungsdauer entspricht der Leistungsdauer des Hauptvertrages.

Diese Zusatzleistung soll das Fehlen von gesetzlicher Absicherung bei Erwerbsunfähigkeit ausgleichen.

Weiterhin bietet dieses Paket eine zusätzliche Form der Nachversicherung. Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung oder eines Studiums hat die versicherte Person das Recht, die versicherte Rente (maximal 1000 €) zu verdoppeln. Zwingende Voraussetzung hierfür ist, dass die versicherte Person innerhalb von zwölf Monaten nach dem Abschluss eine Berufstätigkeit entsprechend der Berufsausbildung oder dem Studium aufnimmt und dieses nachweist. Die Versicherer waren gesamte Rente nach der Erhöhung ist auf einen Betrag von 24.000 € Jahresrente begrenzt.

Weiterhin bietet der Versicherer auf alle nach Versicherungen einen Rabatt von 5 %. Und noch ein weiterer Leistungsbestandteil ist in dem Karrierepaket enthalten, der sogenannte Qualifikationsbonus. Innerhalb von zwölf Monaten nach erfolgreichem Abschluss der Berufsausbildung, einer Meisterprüfung oder eines Studiums durch die versicherte Person kann diese verlangen, dass die individuelle Risikoeinstufung unter Berücksichtigung der persönlichen Berufsmerkmale erneut überprüft wird. Das ist ja durchaus positiv, denn so kommt der Versicherte unter Umständen in den Genuss von niedrigeren Beiträgen, eine neue Gesundheitsprüfung wird hierfür nicht verlangt.

Interessant ist jedoch der folgende Satz:

„Führt die Überprüfung zu einer Beitragssenkung, beginnen die Fristen bezüglich der Verletzung der Anzeigepflicht im Hinblick auf die Angaben zur Risikoeinstufung neu zu laufen.

In der Praxis bedeutet das also, der Schüler der mit zehn Jahren einen entsprechenden Vertrag abschließt, dann zum Ende des 21. Lebensjahres seine Berufsausbildung beendet hat und den Vertrag in eine günstigere Berufsgruppe eingestuft haben möchte, für den beginnen dann die Fristen für die Verletzung der Anzeigepflicht erneut. Wer auch immer dieses in die Bedingungen geschrieben hat, ohne Hintergedanken erfolgte das garantiert nicht. Mit dieser Klausel kann keinem Kunden ruhigen Gewissens geraten werden, eine Beitragssenkung zu verlangen.

Anmerkung: Nach einigen Diskussionen im Kollegenkreis kann man diese Klausel so und so sehen. Mein man es gut mit dem Kunden, so ist diese Klausel nur auf die Angaben zur Berufsausbildung und die Einstufung in die richtige Berufsgruppe zu verstehen. Unterstellt man dem Versicherer etwas Böses, so klingt es so, als beginne die Anzeigepflicht für den Gesamtvertrag neu. Egal wie man es sehen will, es ist unglücklich formuliert und hätte deutlicher erklärt werden können.

Das Plus Paket

Bei dem zweiten Paket geht es um Leistungserweiterungen bzw. Verbesserungen in dem Leistungsbezug. Der erste Baustein versichert eine (vorgezogene) Leistung bei Vorliegen von Arbeitsunfähigkeit. Ist der (Schüler?) versicherte sechs Monate ununterbrochen arbeitsunfähig und ist dieses durch einen Facharzt bescheinigt, so wird der Vertrag beitragsfrei gestellt und eine Rente in Höhe der versicherten Berufsunfähigkeitsrente gezahlt. Weitere Voraussetzung ist es, dass gleichzeitig ein Antrag auf Leistungen wegen Berufsunfähigkeit gestellt wird. Diese Leistung ist auf einen Zeitraum von 18 Monaten begrenzt, wobei die 18 Monate für alle Leistungsfälle während der gesamten Vertragslaufzeit gelten.

Eine weitere „Plus Leistung“ ist das sogenannte Pflege-Sofortkapital. Liegt eine Pflegebedürftigkeit im Sinne der Versicherungsbedingungen vor, so wird ein einmaliges Kapital in Höhe von sechs versicherten Berufsunfähigkeitsrente gezahlt. Interessant ist zudem, dass eine Leistung auch erbracht wird wenn nicht die versicherte Person selbst pflegebedürftig wird. So heißt es in den Bedingungen:

„Wird ein naher Angehöriger der versicherten Person während der vertraglichen Versicherungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung- in den ersten drei Versicherungsjahren aufgrund eines Unfalls oder- nach Ablauf der ersten drei Versicherungsjahre pflegebedürftig, zahlen wir ein Pflege-Sofortkapital in Höhe von sechs Versicherten monatlichen Berufsunfähigkeitsrenten.“

Wer ein naher Angehöriger ist, wird später definiert. Hierbei handelt es sich um verheiratete Ehegatten oder Lebenspartner im Sinne des Lebenspartnerschaftsgesetzes, sowie kindergeldberechtigte Kinder der versicherten Person. Auch hier kann man hervorragend darüber diskutieren, wie sinnhaft so eine Leistung ist.

Als dritten Baustein dieses Paketes ist noch eine Option zum Abschluss einer Risikolebensversicherung enthalten. Die Todesfallleistung darf dabei maximal das zehn fache der versicherten jährlichen Berufsunfähigkeitsrente betragen und insgesamt nicht mehr als 250.000 € hoch sein. Der Abschluss der späteren Risikolebensversicherung erfolgt zu den dann gültigen Berechnungsgrundlagen und den dann geltenden Tarif. Nach Versicherungen oder dynamische Erhöhungen sind hierbei später ausgeschlossen.

Auch hier hat man wieder eine No-Go Klausel eingebaut, denn auch hier beginnen die Rechte bei Verletzung der torvertraglichen Anzeigepflicht erneut zu laufen. Doch nicht das jetzt denken jeder könnte dieser abschließen, es sind Voraussetzungen/Ereignisse an den Abschluss geknüpft. Sie müssen nachweisen dass sie entweder eine Immobilie erworben haben die selbst bewohnt wird, ihr Kind geboren ist oder ein solches adoptiert wurde. Nein, ich habe keine weiteren Kriterien vergessen, das waren die drei einzigen.

Ebenfalls erlischt das Recht auf den Abschluss der Risikoversicherung, wenn seit dem Vertragsbeginn 15 Jahre vergangen sind, die versicherte Person älter als 45 ist oder der Versicherungsfall bereits eingetreten ist.

Rekapitulieren wir einmal. Der zehnjährige Schüler der mit dem Produkt angesprochen wurde, muss mit 25 eine selbst bewohnte Immobilie gekauft haben oder zumindest ein Kind muss geboren oder adoptiert sein. Wie wahrscheinlich das ist, mag sich jeder selber ausmalen.

Das Pflegepaket

Aller guten Pakete sind drei, und so gibt es noch ein Pflegepaket. Dieses regelt einen Leistungsbezug aus der Berufsunfähigkeitsversicherung, für den Fall der Pflegebedürftigkeit. Anders als der Eintritt der Pflegebedürftigkeit und damit der Bezug eine Berufsunfähigkeitsrente bis zum Ablauf des Vertrages, lässt sich hiermit eine lebenslange Pflegerente versichern. Die Pflegerente entspricht anfänglich von der Höhe der Berufsunfähigkeitsrente, wobei eine eventuell vereinbarte Leistungsdynamik in der BU explizit ausgeschlossen ist. Weiterhin ist die Rente auf maximal 42.000 € jährlich begrenzt.

„Sie können“ schreibt der Versicherer weiter, ohne erneute Gesundheitsprüfung einmalig eine Pflegerentenversicherung bei der Continentale Lebensversicherung abschließen. Der Abschluss ist nur möglich, sofern keine lebenslang Pflegerente erbracht wird und die Berufsunfähigkeitsversicherung weder gekündigt noch beitragsfrei gestellt wurde. Die Höhe der jährlichen Pflegerente darf die Höhe der zuletzt im Rahmen der Berufsunfähigkeitsversicherung versicherten Rente nicht übersteigen und ist auf 24.000 € jährlich limitiert.

Der zu zahlende Beitrag wird entsprechend der dann gültigen Pflegerentenversicherung und der Risikoeinstufung der versicherten Person bei der Berufsunfähigkeitsversicherung (insbesondere Zuschläge und Ausschlüsse) berechnet.

Die Pflegerentenversicherung kann zum Ablauf der vereinbarten Berufsunfähigkeitsversicherung, vor Ablauf der vereinbarten Berufsunfähigkeitsversicherung und frühestens fünf Jahre nach dem vereinbarten Versicherungsbeginn, nach Ablauf der vereinbarten Versicherungsdauer der BU und zum Wegfall der Zahlung der lebenslangen Pflegerente abgeschlossen werden. Die Berufsunfähigkeitsversicherung setzt sich automatisch als Pflegerentenversicherung fort, sofern sie zum Ende der vereinbarten Versicherungsdauer beitragspflichtig ist und die noch keine aufgeschobene Pflegeversicherung abgeschlossen haben. Wenn Sie das nicht möchten, können/müssen Sie binnen vier Wochen widersprechen.

(Mein) Fazit

Die Continentale geht mit dem Produkt für Schüler sicherlich in die richtige Richtung, denn leider ist der Markt für diese Produkte noch zu dünn besät. Der Versicherungsschutz gegen das Risiko der Berufsunfähigkeit, insbesondere gegen das zukünftige Risiko der Berufsunfähigkeit, ist heute nur bei sehr wenigen Versicherern vernünftig absichert war. Das Problem ist dabei gar nicht die Prüfung auf einer Erwerbsminderung während der Schulzeit, sondern die Frage ob der-/diejenige später überhaupt einen entsprechenden Versicherungsschutz bekommen kann.

Weitere Unterlagen und Informationen

Vollständige Versicherungsbedingungen Continentale Lebensversicherung, Premium BU, PBUS, PEUS, Stand 3/2016

Antrag Premium BU Start Schüler, Stand 3/2016

Antrag Continentale Berufs- und/ oder Erwerbsunfähigkeit, Stand 3/2016

07.
Januar '15

Continentale mit „Plus Paket“ und Einschluss von Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung Start und Premium


Nachdem in den letzten Tagen schon die Generali (KLICK!) und die LV1871 (KLICK!) mit neuen Bedingungen und dem Einschluss von Arbeitsunfähigkeitsleistungen in die Berufsunfähigkeitsverträge begannen, folgt nun auch die Continentale Lebensversicherung. Diese macht es jedoch etwas anders als andere und schließt nicht nur die AU ein, sondern auch weitere Leistungen in einem so genannten „Plus Paket“. Das Plus Paket enthält neben einer Einmalzahlung von sechs Monatsrenten bei Pflege und einer Option auf den Abschluss einer Risikolebensversicherung die wichtige Komponente, die Leistung aus dem BU Vertrag, wenn mind. 6 Monate Arbeitsunfähigkeit vorlag.

Doch auch hier ist es sinnvoll, sich die Bedingungen mal im Detail anzuschauen und diese mit den mittlerweile sieben anderen Anbietern am Markt zu vergleichen. Eine entsprechende Übersicht im Marktvergleich finden Sie in der grafischen Darstellung, diese wird beim klicken auf das Bild als mehrseitige pdf geöffnet.

AU Übersicht in BU Verträgen

2.2 Der Anspruch auf Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit entsteht mit Ablauf des Monats, in den der fachärztlich bescheinigte
Beginn der Arbeitsunfähigkeit fällt. Bei Feststellung der Leistungspflicht innerhalb einer Rentenzahlungsperiode leisten wir die erste Rentenzahlung anteilig. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit können nur dann verlangt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden.

2.3 Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verlangt werden, müssen uns unverzüglich auf Kosten des Anspruchstellers auf
die versicherte Person ausgestellte fachärztliche Bescheinigungen eingereicht werden. Die Bescheinigungen müssen von einem in Deutschland zugelassenen Facharzt der entsprechenden Fachrichtung ausgestellt worden sein. Anschließend sind wir berechtigt zu prüfen, ob nach wie vor eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person vorliegt.

Wichtig ist hierbei, es muss ein Facharzt sein und dieser muss in Deutschland zugelassen sein. Bei anderen unternehmen reicht ein Attest „eines Arztes“, hier geht die Conti zwei Schritte weiter, denn Facharzt und aus der entsprechenden Fachrichtung.Weiterhin gelten folgende Beschränkungen hinsichtlich der Dauer:

Die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange (…)

insgesamt eine Dauer der Arbeitsunfähigkeit von 18 Monaten während der vertraglichen Leistungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht überschritten ist. Wenn die versicherte Person mehrfach nach Nummer 1 bescheinigt arbeitsunfähig ist, ist die Leistungsdauer wegen Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Arbeitsunfähigkeiten zusammen auf 18 Monate beschränkt. Bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten werden auch die Monate berücksichtigt, in denen Arbeitsunfähigkeit vorlag, aber aufgrund einer gegebenenfalls vereinbarten Karenzzeit noch keine Leistung erbracht wurde.

Im Gegensatz zu den anderen Unternehmen am Markt sind die Nachweispflichten bei der Continentalen höher, da es der spezielle Facharzt sein muss. Die Wiedereingliederung (Hamburger Modell) ist nicht geregelt, jedoch wird im §2.4. davon gesprochen, dass die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig sein muss, wobei hier nichts von 100%iger AU geregelt ist.

Da es bei der Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell weiterhin AU Bescheinigungen gibt, wäre eine Leistung der Continentalen hier durchaus denkbar, wenngleich eine sauberere Formulierung mehr als wünschenswert ist.

Die vollständigen Bedingungen der Continentale Berufsunfähigkeitsversicherung B1, Stand 2015 finden Sie hier im Downloadcenter.

04.
März '14

Beitragsanpassungen Continentale Krankenversicherung zum 1.5.2014


Bei den meisten Gesellschaften findet die Anpassung der Beiträge in der privaten Krankenversicherung (PKV) zum Jahreswechsel statt, einige Ausnahmen haben aber andere Anpassungstermine. So wird es bei der Continentale Krankenversicherung zum 1. Mai diesen Jahres eine Beitragsanpassung geben.

Von der Erhöhung sind in diesem Jahr die Bestandverträge betroffen, sowohl in der alten Tarifwelt „Bisex“ als auch in den neuen, geschlechtsneutral kalkuliert Unisextarifen.

angepasste Tarifen in der alten Tarifwelt:

Tarif ECONOMY steigt bei Männern, Frauen, Kindern und Jugendlichen

Tarif COMFORT steigt ebenfalls in allen Personengruppen

Tarife SB 1550-2300 werden nur bei Männern angepasst

Tarf CB und BSZ sinkt bei Kindern, CB steigt bei männlichen Versicherten

Die „Ost-„Tarife BSS steigen für alle Personengruppen, ebenso die Krankentagegelder V bei Männern und Frauen (ab 16.)

Auch in den Tarifen, welche nach dem 21.12.2012 eingeführt wurden, wird zum 1. Mai eine Beitragsanpassung durchgeführt.

Tarif ECONOMY-U erhöht sich bei Erwachsenen

Tarif COMFORT-U wird ebenfalls bei Erwachsenen zu Steigerungen führen

Im Bereich der Beihilfeversicherungen gibt es keine Anpassungen oder teilweise Senkungen, das Krankentagegeld wird auch in der neuen Tarifwelt angepasst

Natürlich gilt auch hier, wie immer bei Beitragsanpassungen, diese haben bestimmte Hintergründe und sollte niemals dazu führen einen Vertrag vorzeitig zu beenden. Maßgeblich für die private Krankenversicherung sind die Auswahlkriterien und der persönliche Anspruch. Gerade wenn sie schon länger versichert sind sollten Sie zuerst über einen Tarifwechsel nach Paragraph 204 nachdenken und sich hierzu beraten lassen.