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24.
September '15

Volkswohlbund mit Verbesserungen in der BU und neuen (und mehr) Berufsgruppen


Der Volkswohlbund hatte vor noch gar nicht langer Zeit die –> Leistungen auch bei Arbeitsunfähigkeit in seine Bedingungen aufgenommen und sich dabei in die Reihe derer eingereiht, die vereinfacht eine Übergangslösung bieten wollen und den Kunden vor finanziellen Ausfällen bei längerer Leistungsprüfung zu schützen.

Nun gibt es weitere Veränderungen in den Bedingungen und zudem eine neue Aufspaltung in mehr Berufsgruppen. Bisher wurden die Berufe in 6 Gruppen eingeteilt, welche bei 1++ begannen und sich über 1+, 1, 2++, 2+, 2 bis zur 3 staffelten. Das ändert sich in der Zukunft nun. So kommt eine Berufsgruppe hinzu, was für einige Zielgruppen Beitragsreduzierungen bis zu 26% bringen soll. Für andere wird es zwangsläufig nicht unbedingt besser.

So wandern einige Berufe, welche heute bestmöglich bei A++ eingestuft sind in die nur noch zweitbeste Berufsgruppe, einige werden aber auch besser. Eine Übersicht über die neuen Gruppen, welche nun mit A1-4 und B1-3 bezeichnet werden, sehen Sie in diesem Schema.

Volkswohlbund Berufsgruppen neuAuch in den Bereichen der PLUS Option, eine Möglichkeit während oder zum Ende der Vertragslaufzeit eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen und damit eine lebenslange Pflegerente zu bekommen (mehr dazu in den kommenden Tagen in einem neuen Beitrag) gibt es eine Veränderung.

Waren zur Verdopplung der BU Rente bei Pflegebedürftigkeit mindestens drei ADL Punkte zu erfüllen, reichen jetzt zwei aus. (ADL Punkte beschreiben das nicht mehr tun können von bestimmten Tätigkeiten, wie zum Beispiel Mobilität, An- und Auskleiden, Körperpflege, Baden und Duschen etc.)

Verbesserungen bei der Nachversicherung und der Vorsorgegarantie

Die, in §15 geregelten, Nachversicherungsgarantien ermöglichen wie bisher den Versicherungsschutz zu erhöhen, falls bestimmte Ereignisse eintreten. Das kann neben Heirat, Geburt eines Kindes, Tod des Ehegatten oder einem Immobilienerwerb auch eine andere der 15 Ereignisse sein. Neu dabei sind die Nr. 14 und 15, welche auch bei dem Abschluss einer akademischen Weiterbildung (Facharzt, Promotion, Musterstudium) eine solche Anpassung vornehmen lassen. Neben Angestellten ist es nun auch Angehörigen der Kammerberufe (Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer, Ärzte) möglich eine solche Erhöhung ohne Gesundheitsprüfung vornehmen zu lassen. Dieses kann zum Beispiel bei Abschluss der Facharzt- oder Fachanwaltsausbildung erfolgen.

Weiterhin gelten aber die schon bekannten Einschränkungen. Dabei darf die Rente in Summe aller beim Volkswohlbund versicherten Renten den Betrag von 2.500 € nicht überschreiten. So ist auch diese Änderung eher Kosmetik, denn falls die BU Rente als Arzt oder Rechtsanwalt zu Beginn „richtig“ war –> Richtige Rente in der BU, dann sollten die 2.500 € monatlich in vielen Fällen bereits erreicht sein. Falls dem nicht so ist, eine nette Option die Rente zumindest auf diesen Betrag anzupassen.

Damit ist für all die, welche schon bei 2.500 € angefangen haben oder durch eine –> dynamische Erhöhung der letzten Jahre dort sind, schnell Schluss.Volkswohlbund Nachvers

Doch für all diese, gibt es noch die Vorsorgegarantie.

Dieser weitere Baustein zur Anpassung der versicherten Rente endet statt bei den oben genannten 2.500 € erst bei 4.000 € Monatsrente, oder aber bei einem Satz von 80% des regelmäßigen, jährlichen Nettoeinkommens. Ist eine BU Plus vereinbart, so erhöht sich die Pflegerente in gleichem Maße wie die BU-Rente.

Nette Anpassungen, aber nichts Großartiges

Eine Tendenz zeigt sich hier aber recht deutlich. Die Auffächerung der Berufsgruppen führt zu immer günstigeren Prämien bei denen, die die Gesellschaften als „gute Risiken“ bezeichnen und wird eher ungünstiger für alle anderen.

Prämien lassen sich ab morgen rechnen, so das ich hier gern weitere Beispiele nachliefern werde. Eines ist jedoch klar. Das Bedingungswerk vom Volkswohlbund ist in seiner aktuellen Qualität durchaus eines, welches man sich näher anschauen sollte. Ob die teilweise höheren Unterschiede zwischen Brutto- und Nettoprämien (verglichen mit Mitbewerbern wie HDI, Condor, Alte Leipziger) ein Vorteil (weil geringerer Zahlbeitag) oder eher ein Nachteil (weil höheres Steigerungsrisiko) sind, das muss im Einzelfall besprochen und ausgewertet werden.

BU Überprüfung SiegelSollten Sie nun Interesse an einer Analyse haben, so steht Ihnen –> mein Anfrageformular zur BU zur Verfügung, bestehende Verträge überprüfen wir gern auf aktuellen Bedarf und Bedingungen, dabei gilt die Vertrauensgarantie.

Die neuen Bedingungen des Volkswohlbundes finden Sie hier: Volkswohlbund, SBU Bedingungen, Stand 09/2015

17.
Juni '15

ZURICH Lebensversicherung mit verbesserten Bedingungen in der Berufsunfähigkeitsversicherung, nett gedacht, nett gemacht, aber der große Wurf ist es wohl nicht


In den letzten Monaten war es in den FinanzNews in dieser Form eher ruhig und das hatte einen einfachen Grund. Nicht das wir keine Produktneuheiten hätten, es sind einfach viele Inhalte in kürzere Blogbeiträge geflossen, da diese zum Teil schneller wieder aufzufinden sind, zum anderen auch kürzer und damit schnell „von der Hand“ geschrieben. Das soll sich- so zumindest der Vorsatz- zumindest bei größeren Veränderungen bestehender Produkte oder Neueinführungen durchaus wieder ändern, daher geht es hiermit los. Die ZURICH Lebensversicherung, ein durchaus bekannter Name, hatte bisher in der Absicherung des Risikos Berufsunfähigkeit keine so große Relevanz. Klar, die eigene Ausschließlichkeit vermittelt die Produkte natürlich, am Markt der unabhängigen Vermittler tummelten sich diese zumindest nicht in den oberen Bereichen. Das soll sich nun wohl ändern- schauen wir mal.

Maßgebend für diese FinanzNews sind die neuen Versicherungsbedingungen, welche mir als Vorabversion „AVB SBU 07/2015“ vorliegen und noch nicht das endgültige Drucklayout haben. Daher muss ich fairerweise sagen, es könnte noch was geändert werden, ob es das wird, eher schwer vorstellbar. Es handelt sich hierbei derzeit um die „Allgemeinen Versicherungsbedingungen für die selbständige Berufsunfähigkeitsversicherung – Private Vorsorge (Schicht 3) und Rückdeckungsversicherung (Schicht 2)“, welche ich auch Gründen des Urheberrechts noch nicht online stellen möchte, solange diese nicht final bekannt sind. Zunächst beobachten wir am Markt einen Trend, einen dem sich wohl die wenigsten Unternehmen in der Zukunft entziehen können werden, die Einführung von Leistungen bei bestehender Arbeitsunfähigkeit und hierbei aus der Berufsunfähigkeitsversicherung. Dazu später mehr.

Wann gibt’s denn überhaupt Geld? Hier gilt auch bei der Zurich das, was schon immer gilt, zu 50% muss der Beruf nicht mehr ausgeübt werden können, um einen Leistungsanspruch erstmal generell zu begründen.

„Bei einem geringeren Grad der Berufsunfähigkeit besteht kein Anspruch auf diese Leistungen.“

Damit ist ausgeschlossen, das die Zurich auch Modelle wie 25% Leistung bei nur 25% BU anbietet, wie es einige Mitbewerber tun. In der Praxis: BU Grad > 50% = 100% Rente, BU < 50%, keine Rente und entspricht damit dem, was die meisten anderen Unternehmen auch anbieten. Also weder „+“ noch „-“. Der Vertrag selbst wird bei einer Leistungspflicht natürlich von der Beitragszahlung befreit, auch das ist aber üblich und nichts Besonderes. Wer seinen Vertrag jährlich zahlt, der könnte bei einem Ende der BU Leistung noch einen kleinen Vorteil haben, denn Beiträge sind erst wieder mit Beginn des neuen Versicherungsjahres zu zahlen.

Unterstützung kann, muss aber nicht. Dazu heißt es wei…  HIER WEITERLESEN

24.
Februar '15

Verbesserungen und Klarstellungen in den Bedingungen der Halleschen Krankenversicherung ab Februar 2015


Änderungen der Bedingungen, Klarstellungen und Verbesserungen finden sich regelmäßig bei den unterschiedlichen Versicherung Versicherungsunternehmen um sich an der aktuellen Bedarf anzupassen. So hat auch die Hallesche Krankenversicherung Änderungen und Klarstellungen in ihren allgemeinen Versicherungsbedingungen vorgenommen, auf welche ich in diesem Beitrag etwas näher eingehen möchte.

Der Versicherer nimmt bereits in der Leistungspraxis vorhandene Regelungen in die AVB des Neugeschäfts ab Februar 2015 auf. Die Klarstellung dienen insbesondere dazu, die Transparenz und Verständlichkeit der Bedingungen für den Kunden zu erhöhen und in der Vergangenheit gelebte Leistungspraxis abzubilden.

Klarstellungen in den Tarifbedingungen

Es finden sich dort eine neue Regelung zur Erstattung von ambulanter Anschlussheilbehandlung, der Erstattung von ambulanten Vorsorgeuntersuchungen, aber auch einer Klarstellung darüber, dass bei eintretender Versicherungspflicht und dem Wechsel in eine Zusatzversicherung die Altersrückstellungen entsprechend angerechnet werden. Neu ist auch, dass die Kriegsklausel begrenzt ist auf das, von der Reisewarnung betroffene Gebiet. Gerade bei großen Ländern ist oftmals nicht das ganze Land von einer Reisewarnung betroffen sind nur einzelne Regionen. Mithin ist klargestellt, dass auch während der Ausreise Versicherungsschutz besteht.
Verlässt der Versicherungsnehmer Europa und wird daraufhin ein Zuschlag erhoben, so entfällt dieser bei einer Rückkehr nach Deutschland. Das war auch in der Vergangenheit so, ist jetzt jedoch in den Tarifbedingungen klargestellt.

Klarstellungen in PRIMO, PRIMO B, KS, NK, MAS

Für alle oben genannten Tarife (klargestellt ist es auch in den Tarifen für die Zusatz- und Pflegetagegeldversicherung) muss der Wohnsitz nur bei Versicherungsbeginn in Deutschland liegen, verlegt der Versicherte während der Laufzeit des Vertrages seinen Wohnsitz ins Ausland, so gelten die vertraglichen Regelungen jener Tarife. Bei der Hebammenhilfe wurden kleinere Konkretisierungen vorgenommen und die „Entbindungspfleger“ ergänzen.
Die Mitversicherung der so genannten „Rooming In“ Kosten, also jenen Kosten die entstehen falls ein Elternteil mit dem Kind gemeinsam im Krankenhaus aufgenommen wird, sind nun in jedem Fall bis zu 16. Lebensjahr des Kindes mitversichert.
Ebenfalls neu im Rahmen der Klarstellung gelten nun Harn- und Blutteststreifen als Arzneimittel und sind daher erstattungsfähig, ebenso wie die Kosten für eine Wartung von Hilfsmitteln.

Änderungen bei den Zahnleistungen 

Wird bei zahnärztlichen Leistungen ein Betrag von voraussichtlich 2.500 € überschritten, so ist ein Heil- und Kostenplan beim Versicherer einzureichen. Unterlässt der Kunde dieses, so besteht ein Anspruch nur auf die Hälfte der versicherten Leistungen. Dabei ist zu beachten, dass bei Implantaten unabhängig von der Höhe immer eine Einreichung erforderlich ist, auch hier reduziert sich sonst die Leistungen auf die Hälfte, was schon sehr ins Geld gehen kann.

Einige Klarstellungen betreffen auch die so genannte häusliche Krankenpflege in ihren unterschiedlichen Facetten. So wird vertraglich garantiert, dass eine so genannte Krankenhausvermeidungspflege bis zu vier Wochen grundsätzlich erstattungsfähig ist, zudem wird bei unter 18jährigen nicht geprüft, ob die intensive Behandlungspflege in einer Einrichtung günstiger ist als im häuslichen Umfeld. Daher gilt die intensive Behandlungspflege für Kinder grundsätzlich als versichert.

Eine künstliche Befruchtung wird nun mit detaillierten Voraussetzungen in den Bedingungen aufgeführt und (Ausnahme Tarif Primo) ist auch für mehrere Kinder erstattungsfähig.

Weitere Klarstellungen in den Tarif Primo und Primo B

Bei einer diagnostizierten Akne Erkrankung sind nun auch Ovulationshemmer, also die Pille, erstattungsfähig. Weiterhin gilt für Hörimplantate kein Höchstbetrag mehr, kleinere Hilfsmittel werden zu mit einem höheren Betrag (90 %) erstattet, wenn diese über den Hilfsmittelservice des Versicherers bezogen werden.
Plant der Versicherungsnehmer einen längeren Auslandsaufenthalt und ist im Tarif Primo versichert, so ist es von nun an möglich eine Vereinbarung dahingehend zu treffen, dass Kosten oberhalb der deutschen Gebührenordnung versichert sind.

Klarstellungen in den Tarifen der Pflegezusatzversicherung OLGA und OLGAflex

Auch hier gelten ab Februar 2015 Verbesserungen, wie zum Beispiel der Verzicht auf einen Beitragszuschlag für den Fall, dass der Versicherungsnehmer einen Wegzug außerhalb Europas plant. Eine dahingehende Meldung muss innerhalb der ersten sechs Monate erfolgen.
Wird eine anderweitige Pflegergänzungsvereinbarung abgeschlossen oder erhöht, so ist nunmehr kein anzeigen mehr erforderlich und es kann dahingehend keine Obliegenheitsverletzung eintreten.
Bei einigen weiteren Punkten, wie der rückwirkenden Leistung, Kindernachversicherung, der Kriegsklausel und den Ausschlüssen (unter anderem auch dem Vorsatz) wurden ebenfalls Klarstellungen vorgenommen. Für die Pflegebedürftigkeit in der Pflegestufe null wurde die Definition bei häuslicher, teilstationäre oder stationärer Pflege klargestellt.

Im Tarif OLGAflex besteht nun bedingungsgemäß auch Leistungsanspruch bei Krankenhausaufenthalt, Rehbehandlung und Kur. Weiterhin wurde die Widerspruchsfrist auf zwei Monate (für den Fall der Dynamisierung und planmäßigen Umstellung) angeglichen.

Gelten die Änderungen auch für den Bestand?

Nein, die Änderungen bzw. Klarstellungen der Sicherungsbedingungen, welche ich hier erläutert habe beziehen sich nur auf das Neugeschäft Februar 2015. Diesem liegen dann geänderten Versicherungsbedingungen zu Grunde, welche sie im Bereich Downloads als PDF Dateien kostenlos herunterladen können.
Eine Einbeziehung des Bestandes ist aufgrund von teilweise verbesserten Leistungen nicht möglich.

07.
Januar '15

Continentale mit „Plus Paket“ und Einschluss von Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit in der Berufsunfähigkeitsversicherung Start und Premium


Nachdem in den letzten Tagen schon die Generali (KLICK!) und die LV1871 (KLICK!) mit neuen Bedingungen und dem Einschluss von Arbeitsunfähigkeitsleistungen in die Berufsunfähigkeitsverträge begannen, folgt nun auch die Continentale Lebensversicherung. Diese macht es jedoch etwas anders als andere und schließt nicht nur die AU ein, sondern auch weitere Leistungen in einem so genannten „Plus Paket“. Das Plus Paket enthält neben einer Einmalzahlung von sechs Monatsrenten bei Pflege und einer Option auf den Abschluss einer Risikolebensversicherung die wichtige Komponente, die Leistung aus dem BU Vertrag, wenn mind. 6 Monate Arbeitsunfähigkeit vorlag.

Doch auch hier ist es sinnvoll, sich die Bedingungen mal im Detail anzuschauen und diese mit den mittlerweile sieben anderen Anbietern am Markt zu vergleichen. Eine entsprechende Übersicht im Marktvergleich finden Sie in der grafischen Darstellung, diese wird beim klicken auf das Bild als mehrseitige pdf geöffnet.

AU Übersicht in BU Verträgen

2.2 Der Anspruch auf Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit entsteht mit Ablauf des Monats, in den der fachärztlich bescheinigte
Beginn der Arbeitsunfähigkeit fällt. Bei Feststellung der Leistungspflicht innerhalb einer Rentenzahlungsperiode leisten wir die erste Rentenzahlung anteilig. Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit können nur dann verlangt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen Berufsunfähigkeit beantragt werden.

2.3 Wenn Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit verlangt werden, müssen uns unverzüglich auf Kosten des Anspruchstellers auf
die versicherte Person ausgestellte fachärztliche Bescheinigungen eingereicht werden. Die Bescheinigungen müssen von einem in Deutschland zugelassenen Facharzt der entsprechenden Fachrichtung ausgestellt worden sein. Anschließend sind wir berechtigt zu prüfen, ob nach wie vor eine ununterbrochene Arbeitsunfähigkeit der versicherten Person vorliegt.

Wichtig ist hierbei, es muss ein Facharzt sein und dieser muss in Deutschland zugelassen sein. Bei anderen unternehmen reicht ein Attest „eines Arztes“, hier geht die Conti zwei Schritte weiter, denn Facharzt und aus der entsprechenden Fachrichtung.Weiterhin gelten folgende Beschränkungen hinsichtlich der Dauer:

Die Leistungen wegen Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange (…)

insgesamt eine Dauer der Arbeitsunfähigkeit von 18 Monaten während der vertraglichen Leistungsdauer der Berufsunfähigkeitsversicherung nicht überschritten ist. Wenn die versicherte Person mehrfach nach Nummer 1 bescheinigt arbeitsunfähig ist, ist die Leistungsdauer wegen Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Arbeitsunfähigkeiten zusammen auf 18 Monate beschränkt. Bei der maximalen Leistungsdauer von 18 Monaten werden auch die Monate berücksichtigt, in denen Arbeitsunfähigkeit vorlag, aber aufgrund einer gegebenenfalls vereinbarten Karenzzeit noch keine Leistung erbracht wurde.

Im Gegensatz zu den anderen Unternehmen am Markt sind die Nachweispflichten bei der Continentalen höher, da es der spezielle Facharzt sein muss. Die Wiedereingliederung (Hamburger Modell) ist nicht geregelt, jedoch wird im §2.4. davon gesprochen, dass die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig sein muss, wobei hier nichts von 100%iger AU geregelt ist.

Da es bei der Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell weiterhin AU Bescheinigungen gibt, wäre eine Leistung der Continentalen hier durchaus denkbar, wenngleich eine sauberere Formulierung mehr als wünschenswert ist.

Die vollständigen Bedingungen der Continentale Berufsunfähigkeitsversicherung B1, Stand 2015 finden Sie hier im Downloadcenter.

05.
Januar '15

Generali Lebensversicherung ab 2015 auch mit BU-Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit


Anscheinend setzt sich die Regelung zu Leistungen aus der Berufsunfähigkeit auch bei Arbeitsunfähigkeit langsam aber sicher am Markt durch. Lange war die Condor der einzige Anbieter mit einem solchen Merkmal. Doch mittlerweile gehören auch Allianz, Nürnberger und seit neustem auch die Alte Leipziger und der Volkswohl Bund dazu.

Über die bisherigen Tarife am Markt, welche eine solche Leistung anbieten, hatte ich bereits mehrfach geschrieben, dazu lesen Sie am besten meine Beiträge:

Alte Leipziger führt Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit ein

Volkswohl Bund nun auch mit Leistungen bei Arbeitsunfähigkeit in der BU

Einen guten Überblick, wie sich die Leistungen unterscheiden und warum nicht alles so gut ist wie es scheint, finden Sie in der folgenden Übersicht.

vergleich_au_regelungen_in_bu_vertraegen

Generell gibt es unterschiedliche Ansätze. Ein Teil der Anbieter integriert die Leistungen in die Bedingungen und vermeidet somit einen Mehr-/ Extrabeitrag, andere wiederum überlassen es dem Versicherungsnehmer, ob ihm diese Leistung wichtig ist und er somit einen Mehrbeitrag dafür bereit ist zu zahlen. Mir persönlich gefällt die letzte Lösung besser, das ist aber sicherlich von der persönlichen Situation abhängig und nicht zu verallgemeinern.

(c) Sven Hennig, online-pkv.de

(c) Sven Hennig, online-pkv.de

Mich freut diese Entwicklung jedoch, denn so lässt sich der Übergang Krankentaggeld und Berufsunfähigkeit und damit eine gefährliche Finanzielle Lücke bei immer mehr Anbietern schließen, andere Unternehmen haben solche Leistungen für 2015 bereits angekündigt.

Wie sieht die Regelung bei der Generali genau aus? 

Grundlage sind zunächst die Bedingungen SBU 2015, welche im Druckstück GRA 0200 01.2015 enthalten sind und verbindliche Regelungen für die Verträge darstellen.

Neben der „normalen“ Leistungspflicht bei Berufsunfähigkeit, welche durch Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall (oder bei Pflegebedürftigkeit) eintreten kann, ist auch eine länger andauernde Arbeitsunfähigkeit (gelber Schein) eine Möglichkeit Leistungen geltend zu machen.

Im Absatz 10 des 1. Paragraphen heisst es also:

Wird die versicherte Person während der Versicherungsdauer dieser Versicherung berufsunfähig infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen (vgl. §2 Abs. 14), zahlen wir eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente infolge von Arbeitsunfähigkeit in vereinbarter Höhe und befreien Sie in voller Höhe von Ihrer Beitragspflicht. Die Rente zahlen wir monatlich im Voraus. 

Die Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbringen wir, solange die versicherte Person ununterbrochen arbeitsunfähig ist und wir keine Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit aus dieser Versicherung erbringen.

Soweit ähneln diese Leistungen denen, die auch bei anderen Unternehmen vereinbart sind. Leistungen aufgrund von BU wegen Arbeitsunfähigkeit gibt es nur dann, wenn keine „normale“ BU Rente gezahlt wird und die Arbeitsunfähigkeit ununterbrochen besteht.

LINKTIP: Die Unterschiede zwischen Arbeits- und Berufsunfähigkeit lesen Sie hier nach.

Weiter heisst es dann:

Die Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbringen wir während der Leistungsdauer dieser Versicherung und einer andauernden Arbeitsunfähigkeit für maximal 18 Monate. Wenn die versicherte Person während der Leistungsdauer dieser Versicherung mehrfach berufsunfähig infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen (vgl. §2 Abs. 11) wird, ist die Leistungsdauer aufgrund von Arbeitsunfähigkeit für alle eintretenden Berufsunfähigkeiten infolge von Arbeitsunfähigkeit zusammen auf 18 Monate beschränkt

Die Leistungspflicht unterliegt auch bei der Generali einer Beschränkung auf 18 Monate, wobei mehrfache Leistungen zusammengerechnet werden. Wird rückwirkend jedoch Berufsunfähigkeit aufgrund anderer Leistungsvoraussetzungen festgestellt, so erfolgt hier (siehe Regelungen unten) keine Anrechnung. Doch nun kommt etwas, was die Regelungen der Generali von denen zum Beispiel der Alten Leipziger unterscheidet. Es heisst da:

Leistungen aufgrund Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit können nur dann verlangt werden, wenn zeitgleich Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit aus dieser Versicherung verlangt werden

Das „einfache einreichen“ eines „gelben Scheins“ reicht hier also nicht aus, denn es müssen Leistungen wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit beantragt werden, also der komplette Leistungsantrag gestellt werden, mit allen bürokratischen Nachteilen. Das ist eine deutliche Einschränkung.

Wenn unsere Leistungsprüfung ergibt, dass die versicherte Person berufsunfähig im Sinne dieser Bedingungen (vgl. § 1 Abs. 1 und §2) ist, erbringen wir mit Beginn der nächsten Monatsrente nach Abschluss der Leistungsprüfung Leistungen wegen Berufsunfähigkeit. Ab diesem Zeitpunkt werden die Leistungen wegen Berufsunfähigkeit aufgrund von Arbeitsunfähigkeit eingestellt.

Wenn wir Leistungen aufgrund von Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit der versicherten Personen erbringen und nach Abschluss der Leistungsprüfung wegen anderweitiger Berufsunfähigkeit feststellen, dass eine anderweitige bedingungsgemäße Berufsunfähigkeit vorliegt, gilt folgendes:

Wir rechnen den Zeitraum zwischen Ablauf des Monats, in dem die Berufsunfähigkeit eingetreten ist und dem Beginn der Leistungen wegen Berufsunfähigkeit, für den wir Leistungen aufgrund Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit erbracht haben, auf die maximale Leistungsdauer von 18 Monaten wegen Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit nicht an.

Und noch eine weitere Einschränkung findet sich in den Bedingungen. Dazu müssen wir noch einmal etwas weiter im §2 nachlesen, welcher weiterhin schreibt:

Berufsunfähigkeit infolge von Arbeitsunfähigkeit im Sinne dieser Bedingungen liegt vor, wenn die versicherte Person eine auf sie ausgestellte ärztliche Bescheinigung einreicht, die den Anforderungen des §5 Entgeltfortzahlungsgesetz entspricht und die Arbeitsunfähigkeit mindestens 6 Monate ununterbrochen besteht bzw. bestanden hat.

OK, die 6 Monate „bestehen der bestanden haben“ ist (bis auf die Alte Leipziger) marktüblich, jedoch schränkt die Bindung an das „Entgeltfortzahlungsgesetz“ diese Leistung unter Umständen auf die Angestellten ein. Das ist m.E. nicht sauber formuliert. Kundenfreundlich könnte man annehmen, wenn der Arzt einem Selbstständigen oder Freiberufler eine dem Entgeltfortzahlungsgesetz ähnliche Bescheinigung ausstellt, ginge das auch. Versichererfreundlich ausgelegt gilt diese eben nicht. Dazu werde ich die Generali einmal anschreiben und die Antwort nach Erhalt ergänzen.

Was ist, wenn Sie schon Kunde sind?

Für die, die bereits heute bei der Generali versichert sind, gelten diese Bedingungen und Verbesserungen -wie üblich- nicht. Die neuen, verbesserten Bedingungen gelten nur für Neuabschlüsse bzw. Umwandlungen von bestehenden Verträgen, die quasi einem Neuabschluss gleichkommen, denn dort werden neue Gesundheitsprüfungen nötig.

Fazit

Es ist eine Verbesserung für all die, die neu abschließen. Ob Sie das aber bei der Generali tun sollten, das muss anhand individueller Kriterien geprüft werden, denn es gibt in den Bedingungen einige andere Regelungen, welche bedenkenswert sind, wie ich finde. Daher schauen Sie sich bitte die Auswahlkriterien an, lesen den Leitfaden zur Berufsunfähigkeit und dann überprüfen Sie gemeinsam mit Ihrem Berater, welches der passende Tarif ist.