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21.
Januar '15

Post vom Arbeitgeber oder der Krankenkasse- nun sind Sie freiwillig gesetzlich versichert. Und nun?


Das Jahr hat gerade angefangen und schon folgt die erste Post von Krankenkasse oder Arbeitgeber.

Sehr geehrte Frau XXX,

hiermit teilen wir Ihnen mit, ihr Arbeitgeber hat uns die Meldung zur Sozialversicherung 2014 übermittelt. Hieraus ergibt sich, Sie haben die Jahresarbeitentgeltgrenze im Jahr 2014 überschritten und werden voraussichtlich auch die des aktuellen Kalenderjahres überschreiten. Daher sind Sie ab sofort nicht mehr versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Sie brauchen aber nichts zu tun, alle Leistungen stehen Ihnen wie bisher zur Verfügung, Ihre Mitgliedschaft setzt sich automatisch als freiwillige Mitgliedschaft bei Ihrer XXX fort. (…)

Was auf den ersten Blick gar nicht so schlecht klingt, ruft dennoch in den meisten Fällen Informationsbedarf hervor und wirft Fragen auf, was nun genau zu tun ist. Daher greife ich das Thema auch dieses Jahr in einem eigenen Beitrag auf und fasse einige wichtige Fragen zusammen. Haben Sie weitere Fragen? Stellen Sie diese einfach per Mail oder in den Kommentaren unter dem Artikel, ich beantworte diese dann als Ergänzung zu diesem Beitrag.

1.) Endet meine Mitgliedschaft wirklich nicht?

Zunächst mal schauen wir dazu in das zuständige Gesetz, das Sozialgesetzbuch 5. Darin heisst es:

4) Wird die Jahresarbeitsentgeltgrenze (Anm. in 2014: 53.550 € und in 2015: 54.900 €) überschritten, endet die Versicherungspflicht mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem sie überschritten wird. Dies gilt nicht, wenn das Entgelt die vom Beginn des nächsten Kalenderjahres an geltende Jahresarbeitsentgeltgrenze nicht übersteigt. Rückwirkende Erhöhungen des Entgelts werden dem Kalenderjahr zugerechnet, in dem der Anspruch auf das erhöhte Entgelt entstanden ist.

Überschritten Sie also im letzten Jahr mit dem maßgeblichen Bruttoeinkommen (Lesetip: Was gehört zur Jahresarbeitentgeltgrenze?) und erreichte diese auch die um 1.350 € erhöhte Grenze in 2015 voraussichtlich, so endet(e) Ihre Versicherungspflicht zum 31.12.2014. Das bedeutet auch, ab diesem Zeitpunkt könnten Sie sich privat versichern. Denn im Paragraphen 6 heisst es dazu:

§ 6 Versicherungsfreiheit

(1) Versicherungsfrei sind
1. Arbeiter und Angestellte, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze nach den Absätzen 6 oder 7 übersteigt; Zuschläge, die mit Rücksicht auf den Familienstand gezahlt werden, bleiben unberücksichtigt,

und weiter im § 188

(4) Für Personen, deren Versicherungspflicht oder Familienversicherung endet, setzt sich die Versicherung mit dem Tag nach dem Ausscheiden aus der Versicherungspflicht oder mit dem Tag nach dem Ende der Familienversicherung als freiwillige Mitgliedschaft fort, es sei denn, das Mitglied erklärt innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeiten seinen Austritt. Der Austritt wird nur wirksam, wenn das Mitglied das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachweist. Satz 1 gilt nicht für Personen, deren Versicherungspflicht endet, wenn die übrigen Voraussetzungen für eine Familienversicherung erfüllt sind oder ein Anspruch auf Leistungen nach § 19 Absatz 2 besteht, sofern im Anschluss daran das Bestehen eines anderweitigen Anspruchs auf Absicherung im Krankheitsfall nachgewiesen wird.

So sieht das vereinfacht dann aus:

VersFreiheit zum Jahresende GKVDie Mitgliedschaft endet somit nur, wenn Sie den Austritt erklären. Tun Sie nichts, vergessen es oder wollen nichts tun, so sind Sie ab sofort freiwillig gesetzlich versichert. (Mehr zu dem was sich jetzt ändert in einem der folgenden Beiträge). Beachten Sie aber die Besonderheiten bei freiwilliger Versicherung und Elternzeit.

2.) Was passiert mit (mit)versicherten Kindern/ Ehepartnern?

Sind in Ihrer Kasse auch die Kinder und/ oder Ihr Lebenspatner(in) mitversichert, so ändert sich auch für diese zunächst nichts, solange Sie keinen Austritt erklären. Entscheiden Sie sich jedoch die GKV zu verlassen, so ist es nötig auch für die mitversicherten die Weiterversicherung zu klären, denn auch diese benötigen eine Anschlußversicherung. Wechseln Sie dagegen in die Private Krankenversicherung (PKV), so endet für die Kinder in den meisten Fällen eine beitragsfreie Versicherung in der GKV bzw. die Optionen für die Kinder sind neu zu prüfen. Wo die Kinder zu versichern sind und ob diese ggf. Anspruch auf beitragsfreien Schutz haben, das sehen Sie in der Übersicht zur Absicherung von Kindern in der Krankenversicherung.

3.) Ich möchte in die PKV, geht das so schnell und vor allem rückwirkend?

Generell gilt zunächst, der Austritt wird zum 31.12. rückwirkend wirksam, also haben Sie ab diesem Zeitpunkt auch keine Krankenkasse mehr. Aufgrund der bestehenden Vorschriften zur Versicherungspflicht ist hier aber zu bedenken: „Ohne Versicherung geht es nicht!“, daher muss der neue Versicherer den Schutz rückwirkend erklären. Das wird er aber nur nach einer Risikoprüfung tun und meist nur dann, wenn noch keine Behandlungen erfolgt sind. Sind kleinere Behandlungen bereits seit dem Jahresbeginn erfolgt, so besteht hier möglicherweise eine Rückforderung der gesetzlichen Krankenkasse.

Die Auswahl der privaten Krankenversicherung sollte jedoch keinesfalls übereilt werden. Daher schauen Sie sich zunächst bitte die Auswahlkriterien an, lesen den Leitfaden und schauen sich das Video (Link auf Anfrage) an. Danach ist genauestens zu überlegen, ob das System der PKV für Sie das geeignete ist und welche Tarife und Gesellschaften auf Ihren Bedarf passen, erst danach lassen sich Risikovoranfragen stellen. Dieses alles benötigt etwas Zeit. Natürlich ist es mit viel Lesen und arbeiten verbunden, nicht nur für den Berater, es ist zu schaffen, aber „sportlich“ in zwei Wochen.

4.) Was, falls ich es nicht schaffe?

Viele Arbeitnehmer wissen bereits vor dem Schreiben der Krankenkasse, ob Sie im Folgejahr versicherungsfrei sind und informieren sich daher schon vorher. Kommt dann das Schreiben, bleiben zwei Wochen Zeit. Auch wenn Sie ein Schreiben nicht oder verspätet erhalten haben, die Frist beginnt mit Zugang und beträgt ab diesem Zeitpunkt zwei Wochen. Haben Sie sich noch nicht entschieden, die PKV noch kein Angebot abgegeben oder Sie den passenden Schutz noch nicht gefunden, so bleiben Sie einfach in der gesetzlichen Krankenkasse wo Sie bisher versichert waren, oder wechseln in eine andere. Die Übersicht zu den unterschiedlichen Zusatzbeiträgen finden Sie in der Übersicht der GKV Zusatzbeiträge 2015.

Eine Kündigung der GKV ist auch später jederzeit möglich, mit einer Frist zum Ende des übernächsten Monats lässt sich eine GKV Mitgliedschaft beenden. Auch wenn die Kassen gern etwas anderes behaupten, die Bindungsfrist von 18 Monaten gilt bei Wechsel in die private Krankenversicherung nicht.

Weitere Fragen?

Klicken Sie sich gern durch die Rubrik Private Krankenversicherung oder den Blog, oder schreiben Sie mir einfach eine Mail.

 

17.
Juni '14

Neue Beitragsberechnung in der Gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ab 2015


UPDATE: Die neue Berechnung ab 2015 finden Sie hier: GKV Berechnung 2015

Alles wird neu, mal wieder. So oder so ähnlich ist es auch in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV). Die Bundesregierung hat mit dem „GKV Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsgesetz (GKV-FQWG) (WER DENKT SICH BITTE SOLCHE NAMEN AUS?) mal wieder etwas verändert und was für eine Zielgruppe gut ist, ist für die andere schlecht. Doch schauen wir zunächst einmal die Regelung nach dem heutigen Stand an.

Wie ist es bisher?

Wer heute in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert ist, der zahlt seinen Beitrag in unterschiedlichen Sätzen und Beitragsbausteinen. Zunächst einmal fällt der halbe Beitragssatz von 7,3% an, dieser wird durch den Arbeitgeber gezahlt. Weitere 7,3% zahlt der Arbeitnehmer, dazu kommen 0,9% Beitragsanteil den auch nur Sie als Arbeitnehmer zahlen. In der GKV bedeutet das heute eine Beitragsverteilung von knapp 47% Arbeitgeber und 53% Arbeitnehmeranteil (+ Zusatzbeitrag der Kasse).

GKV Beiträge 2014

Was ändert sich?

Ab 2015 soll das nun wieder alles anders werden. Der bisherige Beitragszuschlag, den die gesetzliche Kasse verlangen durfte, wird zunächst einmal abgeschafft. Dieser war bisher einkommensunabhängig, also von Gering- und Besserverdienern in gleicher Höhe zu zahlen.

Zukünftig wird er einkommensabhängig, also nicht mehr als fester Betrag für alle, sondern als prozentualer Betrag vom Einkommen berechnet und auch gleich direkt vom Arbeitgeber mit eingezogen und an die Kasse weitergeleitet. Das soll Bürokratie und säumige Zahler verhindern.

GKV Beiträge 2015

Für wen wird es teurer?

Dazu kann man zukünftig nicht einfach nur den Zusatzbeitrag vergleichen, sondern muss das Einkommen dazu betrachten. Hier einige Beispiele für Arbeitnehmer über der Beitragsbemessungsgrenze, welche heute schon den Höchstbeitrag in der GKV zahlen.

GKV 2015 in Zahlen

Erhebt also eine Kasse zukünftig keinen Zusatzbeitrag, so würde es theoretisch 36,45 EUR günstiger in der GKV, aber seien wir doch einmal ganz realistisch. Die Kassen haben heute schon wenig Geld und die Ausgaben steigen weiter. Die einzigen die von diesem Gesetz profitieren, das sind Kassen (da sich diese nicht mehr um den Beitragseinzug kümmern müssen) und die Arbeitgeber, da die Lohnnebenkosten nun festgeschrieben sind.

Die Liste mit den Zusatzbeiträgen der GKV ab 2015 finden Sie hier: Übersicht über die Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ab 2015

07.
Januar '14

Zum Jahresbeginn die Grenze zur freiwilligen Versicherung überschritten- und nun?


Die erste Lohnabrechnung im neuen Jahr oder erstmal nur ein Brief der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) und es ändert sich für einige Arbeitnehmer so einiges.

Wer ist genau betroffen?

Es betrifft all die, welche im letzten Jahr 2013 erstmalig über der Versicherungspflichtgrenze versichert waren und daher in der GKV pflichtversichert. Lag das Bruttojahreseinkommen (Was zählt alles zum Einkommen für die Krankenkasse?) über einem Betrag von 52.200 EUR und überschreitet der Arbeitnehmer auch die Grenze von 2014 voraussichtlich, so besteht ab dem 1. Januar 2014 keine Versicherungspflicht mehr in der gesetzlichen Krankenversicherung.

freiwillig_vers_2014

Muss ich meine Gesetzliche Krankenkasse informieren?

Nein. Eine solche Meldung der Einkünfte erfolgt bei durch den Arbeitgeber. Dieser teilt der GKV das Einkommen zum Jahresende (wie jeden Monat) mit und meldet somit diesen „Umstand“. Damit weiss die gesetzliche Kasse dann, das Sie nun nicht mehr zu den versicherungspflichtigen Mitgliedern gehören und ab sofort freiwillig versichert sind.

Was ändert sich?

Grundsätzlich sind Sie erst einmal weiter versichert wie bisher. Leistungen beim Arzt bleiben identisch, auch die Versicherungskarte ändert sich nicht. Dennoch verändern/ verschlechtern sich teilweise Leistungen bei Mutterschutz/ Erziehungszeit und der Beitragsbefreiung in der GKV, dieses ist daher zu berücksichtigen.

Ändert sich mein Beitrag?

Ja, aber das hat nicht primär etwas mit der freiwilligen Versicherung, sondern mit dem Anstieg der Grenze des Einkommens zu tun. Schon bisher haben Sie, wegen des Überschreiten der Grenze, den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kasse gezahlt, das bleibt auch 2014 so, nur das dieser erhöht wird- wenn auch nicht gravierend. Die neuen Beitragszahlungen erfolgen wie bisher durch den Arbeitgeber direkt an die Krankenkasse.

Krankenversicherung: 4.050 EUR * 15,5% = 627,75 EUR (bisher 610,31EUR, + 17,44 EUR)

Pflegepflichtversicherung: 4.050 EUR * (2,05% + 0,25% (Kinderlose)) = 93,15 EUR (bisher 90,56 EUR, +2,59 EUR)

GESAMT sind in der Krankenversicherung dann 720,90 EUR pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten und damit 20,03 EUR mehr als in 2013.

Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein:

KV: 4.050 EUR * (7,3%+0,9%) = 332,10 EUR (bisher 322,88 EUR, +9,22 EUR)

Pflege: 4.050 EUR * (1,025% + 0,25%)= 51,63 EUR (bisher 50,20 EUR, +1,43 EUR

GESAMTANTEIL Arbeitnehmer in 2014: 383,73 EUR (bisher 373,08 EUR, +10,65 EUR)

Ändert sich meine Lohnabrechnung?

Ja, dort findet sich eine neue Position. Stand dort bisher „Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Krankenversicherung“ oder eine ähnliche Formulierung, so finden Sie dort nun eine Position welche mit „Zuschuss zur freiwilligen Krankenversicherung“ (bzw. Pflegepflichtversicherung) umschrieben ist. Diese Position gibt den Betrag wieder, welchen der Arbeitgeber für Ihre Krankenversicherung zahlt.

Anders als bei einer Versicherung in der Privaten Krankenversicherung (hier beträgt dieser 50% des Beitrages, max. den Höchstzuschuss zur PKV in 2014) ist der Zuschuss hier fest und für alle Arbeitnehmer gleich. Er beträgt nicht 50%, da der Arbeitnehmer einige Anteile nicht bezuschusst und der AN somit 0,9% allein trägt (siehe Berechnung oben).

Müssen Sie was tun?

Nein, Sie müssen nicht, dürfen aber schon. Wogegen Sie vorher in der GKV „gefangen waren“ und keine Wahl hatten, können Sie sich nun zwischen gesetzlichem und privatem System wählen. Jedes System hat Vor- und Nachteile, daher ist es nicht pauschal zu sagen ob die PKV überhaupt etwas ist, was für Sie geeignet ist.

Leitfaden_Deckblatt

 

In meinem Leitfaden zur Entscheidungsfindung habe ich Ihnen die Unterschiede einmal im Detail erläutert. Schauen Sie sich zuerst einmal die grundlegenden Unterschiede an, dann macht es Sinn sich weiter Gedanken über Systeme, Planungen und erst viel, viel Später über Versicherungen und Tarife zu machen.

Weitere Infos finden Sie auch hier im Blog unter der Rubrik Krankenversicherung, oder aber bei Fragen einfach die neue Live-Chat Funktion nutzen, diese gibts links als roten Button.

18.
Juni '13

Signal Iduna Kranken und Deutscher Ring mit Annahmegarantie für Angestellte


Nachdem einer es im Markt angefangen hat, folgen natürlich nun auch nach und nach die weiteren Unternehmen und bieten für Angestellte welche das erste Mal aus der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ausscheiden. Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse besteht bekanntlich in der privaten Krankenversicherung (PKV) keine Verpflichtung zur Annahme, mit zwei Ausnahmen jedoch.

Im Basistarif darf der Versicherer einen Antrag nicht ablehnen und bei den Beamten gibt es eine ähnliche Annahmegarantie. Die an der so genannten Öffnungsaktion teilnehmenden Versicherer verpflichten sich, einen Antrag auf Krankenversicherung anzunehmen, wenn dieser unter bestimmten Bedingungen gleich nach der Verbeamtung gestellt wird. Eine ähnliche Annahmegarantie gibt es nun auch vom Deutschen Ring und der Signal Iduna Krankenversicherung.

Wer kann einen Antrag nach diesem Modell stellen?

Bei dem Deutschen Ring gilt die Annahmegarantie unter bestimmten Voraussetzungen. Es ist zunächst einmal nötig, das der Versicherungsnehmer ANGESTELLTER ist und ERSTMALIG über die Grenze zur Versicherungspflicht kommt. Wer also bereits zum 01. 01. 2013 versicherungsfrei wurde, für den gilt diese Aktion jedoch nicht. Wer also im Jahr 2013 die JAEG von 52.200 EUR überschreiten wird und dadurch zum 01. 01. 2014 aus der Versicherungspflicht fällt, für den gilt das genauso, wie für Versicherte welche im Jahr 2013 einen neuen Job anfangen und bei diesem sofort über der Grenze liegen.

Welche Voraussetzungen muss der Versicherungsnehmer noch beachten?

Der Antrag kann nur 6 Monate nach Überschreiten der Grenze gestellt werden. Es handelt sich um eine Ausschlussfrist, wer den Antrag bis dahin nicht gestellt hat, der kann dieses nicht nachholen oder die Frist verlängern. Der Versicherungsbeginn kann dabei maximal 3 Monate in die Zukunft geschoben werden, so dass also eine bestehende GKV regulär zum Ende des übernächsten Monats gekündigt werden kann.

Vor der Versicherungsfreiheit muss mindestens 3 Jahre eine ununterbrochene Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse bestanden haben und es gilt das maximale Eintrittsalter 55. Da sich das Eintrittsalter immer aus „aktuelles Jahr“ minus Geburtsjahr berechnet, ist nicht das tatsächliche Alter entscheidend. Wer also „irgendwann in 2013“ 55 wird, für den gilt diese Öffnungsaktion nicht mehr.

Ebenfalls können auch FAMILIENANGEHÖRIGE versichert werden, hier gelten die gleichen Fristen (6 Monate) und diese sind nur dann versichert, wenn auch der Hauptverdiener versichert wird. Die Familienangehörigen (Frau, Mann, Kinder) müssen zuvor in der Familienversicherung gem. § 10 SGB V versichert sein.

Welche Tarife können versichert werden?

Die Annahme ist nur in bestimmten Tarifen möglich, da der Versicherer auch im Sinne der bisher versicherten Kunden sein Risiko begrenzen muss und will. Daher sind die Anträge in der Öffnungsaktion bei der SIGNAL Krankenversicherung nur in den Tarifen der START, START plus und KOMFORT Serie möglich, bei dem Deutschen Ring in den Tarifen Esprit M und Esprit MX. Tariflich sonst bestehende Optionsrechte bestehen bei der Öffnungsaktion nicht.

Weiterhin kann ein Krankentagegeld mit einer maximalen Höhe von 130% des gesetzlichen Krankentagegeldes abgeschlossen werden. Nach aktuellen Zahlen sind das dann maximal 119 EUR (in 2013). (mehr …)

13.
Mai '13

Wechsel in die Private Krankenversicherung bei rückwirkender Versicherungsfreiheit


Zur Zeit häufen sich die Anfragen, in welchen ein Arbeitnehmer merkt, das eine Meldung als freiwillig versicherter Arbeitnehmer zum 01. Januar hätte erfolgen sollen, aber dieses nicht passiert ist. Meist fällt das gar nicht auf, denn der Arbeitgeber überweist ja auch weiter die Beiträge für die gesetzliche Krankenkasse und somit ist es für den Arbeitnehmer, wenn er nicht genau seine Lohnabrechnung anschaut, schwer zu erkennen.

Wer ist denn pflicht- und wer ist freiwillig gesetzlich versichert?

Wer als Arbeitnehmer unter der Versicherungspflichtgrenze (in 2013 liegt diese bei einem jährlichen Bruttoeinkommen von 52.200 EUR und damit 1.350 EUR höher als im Jahr 2012) verdient, der ist in der gesetzlichen Krankenkasse Pflichtmitglied. Für diesen besteht zwar eine Wahl unter den gesetzlichen Krankenkassen, ein Wechsel in die private Krankenversicherung bleibt diesem aber verwehrt.

Wer über dieser Grenze liegt, der kann sich zwischen den beiden Systemen entscheiden und sich selbst überlegen, ob die private Krankenversicherung eine Alternative ist, welche er sich leisten kann und will.

Wann passiert der Wechsel?

Verdiente der Arbeitnehmer (AN) über der Jahresarbeitentgeldgrenze (JAEG) im Jahr 2012 und wird er voraussichtlich auch die Grenze 2013 überschreiten, so meldet ihn der Arbeitgeber (AG) als freiwilliges Mitglied. Diese Meldung geht dann auf dem üblichen Weg an die bisherige gesetzliche Krankenkasse und diese informiert dann ihren Versicherten. Genaue Regelungen dazu finden sich im §190 des Sozialgesetzbuches V. Hier heisst es:

(3) Die Mitgliedschaft von Personen, deren Versicherungspflicht nach § 6 Abs. 4 erlischt, endet zu dem in dieser Vorschrift vorgesehenen Zeitpunkt nur, wenn das Mitglied innerhalb von zwei Wochen nach Hinweis der Krankenkasse über die Austrittsmöglichkeit seinen Austritt erklärt. Wird der Austritt nicht erklärt, setzt sich die Mitgliedschaft als freiwillige Mitgliedschaft fort, es sei denn, die Voraussetzungen der freiwilligen Versicherung nach § 9 Absatz 1 Satz 1 Nummer 1 sind nicht erfüllt.

Wer also innerhalb von 2 Wochen nicht reagiert, nachdem die GKV ihm geschrieben hat, der ist weiter freiwilliges Mitglied seiner bisherigen GKV und kann diese Mitgliedschaft ganz regulär zum Ende des übernächsten Monats beenden, wenn er denn in eine andere GKV oder PKV wechseln möchte.

Wechsel GKV PKV

Was ist, wenn die GKV nicht informiert?

Hat die GKV aber gar keine Meldung vom Arbeitgeber erhalten, so wird auch eine Meldung an den Versicherten unterbleiben. Theoretisch könnte die gesetzliche Kasse das auch allein erkennen, wenn diese die Jahreseinkünfte aus den Lohnmeldungen 2012 berechnet, einige Kassen tun dieses auch sehr schnell im Januar, andere wiederum nicht. In zwei aktuellen Fällen passierte dieses erst, nachdem der Versicherte dem Arbeitgeber einen Hinweis gab, dieser korrigierte und dann die GKV die richtige Meldung bekam. Nun wurde auch der Kunde über seine Austrittsmöglichkeit informiert.

Wann wird der Austritt wirksam?

Der (rückwirkende) Austritt aus der GKV wird zu dem Zeitpunkt wirksam, zu dem der Statuswechsel von Pflicht- zu freiwilligem Mitglied erfolgt ist. Also meist zum 01. 01. des Jahres. Aber auch bei einem Austritt gelten die Vorgaben der Versicherungspflicht, wonach eine Krankenversicherung (mehr …)