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04.
Oktober '13

Beitragsanpassung der Allianz zum 1.1.2014


Und da ist schon der nächste Anbieter mit veröffentlichten Zahlen für die Beitragsanpassung im kommenden Kalenderjahr. Auch die Allianz ist damit relativ frühzeitig und bietet so genug
Möglichkeiten entsprechend zu reagieren. Die Anpassungen gestalten sich unterschiedlich, je nachdem ob der Tarif in der Unisexwelt oder noch in der alten Bisexwelt abgeschlossen wurde.

Tarife in der Unisexwelt

Die Allianz teilt mit, dass fast alle Tarife in dieser Tarifwelt eine Beitragssenkung bekommen, als Grund gibt die Allianz hier an dass sie in den letzten Jahren viel in die Automatisierung von Geschäftsvorfällen investiert hat und sich diese Kostenvorteile nunmehr bemerkbar machen. Ein weiterer Grund sei, so der Versicherer, eine günstigere Entwicklung der Leistungsausgaben. Dieses kommt sicherlich auch daher, dass die Regelungen in den neueren Tarifen teilweise klarer und deutlicher sind und damit besser abgrenzbar ist welche Leistungen erbracht/nicht erbracht werden müssen. Unverändert in der neuen Tarifwelt bleiben alle Tarife in der Gruppenversicherung für Ärzte, einige Krankentagegeldtarif, die Beitragsentlastungstarife für das Alter, und weitere Zusatztarife. Im Pflegetagegeldtarif PZTB02 sinken die Beiträge für alle Personengruppen deutlich, schreibt die Allianz.
Anpassungen in der alten Tarifwelt

In der Tarifwelt die noch nicht geschlechterneutral kalkuliert sind und wo dementsprechend unterschiedliche Beiträge für Männer und Frauen gelten, besteht jedoch einiger Anpassungsbedarf in verschiedenen Tarifen. Unverändert bleiben auch hier (bis auf Kinder in den Tarifen AM-P100) alle Tarife der AktiMed Serie, einige Tarife werden dabei sogar günstiger.

Tarife VS0, 703 liegen durchschnittlich bei +13
bzw. +15 % (Frauen und männl. Jugendliche) VSZ1/2 bei Männern, VSZ
2 auch bei Jugendlichen VSP0, 600, 600A, 1200 und 2400 bei männl.
Jugendlichen und Kindern, VS2400 auch bei Männern deutliche
Anpassung Tarife 2500 bei wbl. Jugendlichen, 2705 und 29xx bei
Mönnern, wbl. Jugendlichen und Kindern Beihilfetarife 8602 bei
männlichen Jugendl. und Kindern 767, 751, 752 und 751A bei
Ärztinnen, 790 bei Jugendlichen und Kindern

Aber auch hier gilt, wie bei allen anderen Gesellschaften natürlich auch, eine Beitragsanpassung ist kein Grund zur (übereilten) Kündigung, schon gar nicht wenn der Versicherungsschutz schon länger besteht. Jeder sollte sich Gedanken machen, ob der gewünschte und bereits abgeschlossene Versicherungsschutz mit dem entspricht, was man sich selber als Leistungsumfang in seinen Tarifen wünscht. Sollte dem nicht so sein, so sind Tarifumstellungen gemäß Paragraph 204 VVG zu prüfen, denn auch hierbei gibt es Möglichkeiten für veränderte/verbesserte Leistungen.

02.
April '13

Neue Auslandsreiseversicherung der Allianz Krankenversicherung nicht mehr nur für Allianz Kunden und mit Leistungsverbesserungen


Die Allianz Private Krankenversicherung führt aktuell ein neues Produkt in der Auslandsreisekrankenversicherung ein. Gegenüber den derzeitigen Produkten gibt es in verschiedenen Bereichen Leistungsverbesserungen. In Kürze sind die Verbesserungen und „Highlights“ der neuen Produkte wie folgt auszugsweise zusammen gefasst.

Kein Eintrittshöchstalter mehr (=altersunabhängige Versicherbarkeit).

Reisedauer nun maximal 8 Wochen (56 Tage).

In Produkten der Mitbewerber gilt hier meist eine Grenze von 42 Tagen, was den meisten Versicherten auch ausreichen sollte. Dennoch kann es bei bestimmten Aufenthalten sinnvoll sein, diese Frist zu verlängern. Ist eine Behandlung im Ausland erforderlich und die Rückreise aus medizinischen Gründen nicht möglich, so verlängert sich der Schutz. In den AVB heisst es dazu:

(2) Verlängerte Leistungspfl icht bei Behandlungen im Ausland

Wenn eine im Ausland begonnene Behandlung im Zeitpunkt des Ablaufs des Versicherungsschutzes fortgesetzt werden muss, leisten wir für entschädigungspflichtige Versicherungsfälle über die nach Absatz 1 vereinbarten 8 Wochen hinaus, solange die Rückreise aus medizinischen Gründen nicht möglich ist.

Auch eine Versorgung mit Hilfsmitteln (Ausnahme sind Sehhilfen und Hörgeräte) ist in den Bedingungen enthalten. Genau heisst es dazu in den Unterlagen:

(5) Aufwendungen für Hilfsmittel (ohne Sehhilfen und Hörgeräte)

Wir ersetzen 100 Prozent der Aufwendungen für Hilfsmittel – mit Ausnahme von Sehhilfen und von Hörgeräten –, wenn das Hilfsmittel ärztlich verordnet worden ist. Der Aufwendungsersatz setzt außerdem voraus, dass das Hilfsmittel während der versicherten Dauer der Auslandsreise der versicherten Person erstmals erforderlich wird.

Weitere Leistungen in den Verträgen

100%ige Erstattung für provisorischen Zahnersatz.

Erstattung der Kosten eines Rücktransports, wenn dieser medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Kostenübernahme für eine Begleitperson beim Rücktransport, wenn die Begleitperson ebenfalls mit der Leistung „Rücktransport aus dem Ausland“ bei uns versichert ist.

Dazu auch hier die Aussage aus den Bedingungen: (mehr …)

15.
November '10

Allianz Private Krankenversicherung (APKV) mit optimierten Bedingungen ab 01. 01. 2011


Sie haben vielleicht die Turbulenzen der letzten Monate mitbekommen. Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) konnte und durfte in der letzten zeit keine Privaten Krankenversicherungen verkaufen. Grund war der Ausgang des Prozesses vor dem Bundesverwaltungsgericht, in welchem die pauschalen Zuschläge für Wechsler untersagt wurden. Dieses war in meinen folgenden Blogbeiträgen nachzulesen.

Verkaufsstopp für die AktiMed Tarife der Allianz und voraussichtlich neue, höhere Prämienkalkulation

Allianz Aktimed Tarife – der Tarifzuschlag und das Bundesverwaltungsgericht BVerwG 8 C 42/09

Da auch die AktiMed Tarife seit Ihrer Einführung (Ausführlicher Kommentar zur Tarifeinführung der AktiMed Tarife) einige, aus meiner Sicht nicht vertretbare Einschränkungen hatten, tut die Allianz gut daran im Zuge der Neukalkulation auch Klarstellungen/ Änderungen an den Allgemeinen Versicherungsbedingungen vorzunehmen.

Durch die freundlichen Mitarbeiter der MD Bremen liegt mir vorab eine Zusammenfassung zu den Änderungen vor. Da es sich um einen Auszug und noch nicht um die neuen Bedingungen als Druckstück handelt, gebe ich die Änderungen hiermit vorab weiter. Ein ausführlicher Kommentar folgt in den kommenden Wochen. Klarstellungen und Änderungen gibt es somit in folgenden Punkten:

Ausland: Hier kommt es zu Änderungen bei den Transport- und Überführungskosten, Leistungen bei bestehenden Krankheiten und der Übernahme der im Ausland üblichen Kosten. Diese sollen zukünftig auch bei Wohnsitzverlegung, Reisen und gezielter Auslandsbehandlung erstattet werden.

Hilfsmittel: In den optimierten Bedingungen werden dann wohl Lebenserhaltende Hilfsmitteln, Leihbinden und Rollatoren, Prothesen und Orthesen, Trachestomaartikel, aufgezählte Körperersatzstücke (Kunstaugen, Prothesen, Epithesen) genannt. Eine doch recht deutliche und wünschenswerte Verbesserung.

Ebenso wird die Heimdialyse als Leistungsbestandteil in die Versicherungsbedingungen integriert.

Bei der Kindernachversicherung sind Geburtsschäden zukünftig genannt, ebenso die angeborenen Krankheiten. Auch kann- analog anderer Mitbewerber- für das Kind eine andere (niedrigere) Selbstbeteiligung als die der Eltern gewählt werden.

Die derzeit nicht optimal geregelte Frage der Anschlussheilbehandlung (AHB) wird präzisiert. Zukünftig wird die Zusage erteilt, falls eine AHB vorliegt und ein geeigneter Leistungserbringer gewählt wurde.

Bei eintretender Pflichtversicherung wird das Recht auf Umwandlung in eine Zusatzversicherung geregelt, welches gerade bei bestehenden Erkrankungen sehr sinnvoll ist.

Auch weitere Bereiche werden ergänzt und optimiert. Die (meiner Meinung nach nicht entscheidende aber dennoch in Anfragen beliebte) professionelle Zahnreinigung wird zukünftig geleistet (Umfang bleibt abzuwarten) und auch die augmentative Behandlung mit Implantat kommt hinzu. Leistungen für Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungsgymnastikkurse werden weibliche Versicherte sicher freuen.

Die Transportkosten werden im ambulanten Bereich auf Unfälle und Notfälle ausgedehnt. Erfreulich klingen die Änderungen bei den gemischten Anstalten. Dort soll die Zusage bei Notfall, Unfall oder TBC Behandlung ebenfalls entfallen.

Es bleibt somit abzuwarten, wie der Versicherer dieses tatsächlich von den Formulierungen her umsetzt. Sie wissen ja, nur das was ausdrücklich in den Bedingungen genannt ist, ist im Leistungsfall einklagbar und rechtssicher vorhanden.

Hier im Blog: Weitere Artikel zur Allianz Private Krankenversicherung (APKV)

06.
Juli '10

Verkaufsstopp für die AktiMed Tarife der Allianz und voraussichtlich neue, höhere Prämienkalkulation


In der letzten Woche hatte ich zu dem Urteil des Bundesverwaltungsgerichtes in Bezug auf den Tarifstrukturzuschlag der Allianz berichtet. Da dieser Zuschlag nun untersagt wurde, ist eine Neukalkulation der Beiträge unumgänglich.

Dieses wird (vermutlich) zu steigenden Prämien in den AktiMed Tarifen führen. Daher hat die Allianz Private Krankenversicherung heute folgendens mitgeteilt:

Verkaufsstopp der AktiMed-Tarife ab dem 01.07.2010

Das Bundesverwaltungsgericht hat der Allianz Private Krankenversicherung mit rechtskräfigem Urteil vom 23.06.10 untersagt, von Bestandskunden, die in die AktiMed-Tarife wechseln, einen allgemeinen Tarifstrukturzuschlag (TSZ) zu erheben. Die Entscheidung kam für uns unerwartet. Das schriftliche Urteil liegt uns noch nicht vor.

Mit Wegfall des TSZ feht ein wesentliches Element der Kalkulation der AktiMed-Tarife. Deshalb sind die AktiMed-Tarife für zukünftige Kunden neu zu kalkulieren.

Die APKV ist verpflichtet, das Neugeschäft bei den AktiMed-Tarifen so lange auszusetzen, bis die Tarife neu kalkuliert sind. Die Tarife werden deshalb ab dem 01.07.2010 geschlossen. In der praktischen Umsetzung bedeutet das, dass nur noch bis zum 30.06.2010 eingehende Neugeschäftsanträge verarbeitet werden.

Von dieser Maßnahme sind ausschließlich die Tarife der AktiMed-Serie, nicht jedoch anderweitige Heilkostenvollversicherungstarife unserer Ärzte-, Beamten- oder sonstigen HKV-Serien und -Tarife und die bedingungsgemäße Kindernachversicherung in den AktiMed-Tarifen betroffen.“

Aus diesem Grund sind Neuanträge oder Wechselanträge von bestehenden Allianzkunden derzeit nicht möglich. Weiterhin gilt aber generell und auch hier die Prämisse: Erst Gedanken zu den gewünschten Kriterien machen, dann diese soweit als möglich definieren und dann in Ruhe und ohne Eile in die Tarifgestaltung und den Vergleich gehen.

02.
Juli '10

Allianz Aktimed Tarife – der Tarifzuschlag und das Bundesverwaltungsgericht BVerwG 8 C 42/09


Der „Streit“ währt nun schon etwas länger und wurde nun vom Bundesverwaltungsgericht in Leipzig entschieden. Es geht um den so genannten „Tarifstrukturzuschlag“ welchen die Allianz Private Krankenversicherung von wechselwilligen Kunden erheben wollte und erhoben hat.

Die Aktimed Tarife der Allianz basieren auf einer „anderen“ Kalkulation. Es werden, anders als in den Alttarifen, „bessere Prämien“ berechnet, dafür aber eine deutlich individuellere Risikoprüfung mit Zuschlägen bei Vorerkrankungen durchgeführt.

Daher hat(te) sich die Allianz zu einem Zuschlag entschlossen und diesen pauschal beim Wechsel eines Bestandskunden berücksichtigt. Dieser war auch dann zu zahlen, wenn es zu Beginn des Altvertrages keinen sonstigen Risikozuschlag gab. Diese Verfahrensweise erklärte nun das Bundesverwaltungsgericht für unzulässig. In der Pressemitteilung heißt es dazu:

Tarifstrukturzuschlag bei Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung unzulässig

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat heute (23.6.2010) entschieden, dass Versicherer der privaten Krankenversicherung nicht berechtigt sind, von ihren Versicherungsnehmern bei deren Wechsel von einem bestehenden in einen neuen Tarif einen allgemeinen Tarifstrukturzuschlag zur Grundprämie zu erheben.

Die Klägerin, ein privates Krankenversicherungsunternehmen, bietet seit März 2007 neue Krankenversicherungstarife an. Im Gegensatz zu den bisher bestehenden Tarifen sehen die neu aufgelegten Tarife eine niedrigere Grundprämie für sogenannte „beste Risiken“ mit einem korrespondierend ausgeweiteten Bereich von individuellen Risikozuschlägen vor. Von Versicherungsnehmern, die vom bestehenden Tarif in den neuen Tarif wechseln wollen, verlangt die Klägerin einen Tarifstrukturzuschlag. Er entspricht nach ihren Angaben einem pauschalen Risikozuschlag, der die unterschiedliche Bemessung der Grundprämie im alten und neuen Tarif ausgleichen soll.

Die BaFin verpflichtete die Klägerin, Anträge ihrer Versicherungsnehmer auf Wechsel aus Tarifen mit gleichartigem Versicherungsschutz in die neuen Tarife ohne Erhebung eines Tarifstrukturzuschlages anzunehmen, soweit bei Vertragsbeginn keinerlei Vorerkrankungen, Beschwerden oder sonstige gefahrerhöhende Umstände dokumentiert wurden, die nach den Annahmegrundsätzen für die neuen Tarife zu einem Risikozuschlag führen. Die hiergegen erhobene Klage der Klägerin hatte vor dem Verwaltungsgericht Frankfurt am Main Erfolg.

Auf die Revision der Beklagten hat das Bundesverwaltungsgericht das Urteil des Verwaltungsgerichts aufgehoben und die Klage abgewiesen. Die Erhebung eines Tarifstrukturzuschlags für Versicherungsnehmer der privaten Krankenversicherung bei Tarifwechsel verstößt gegen zwingendes Versicherungsvertragsrecht. Danach erwirbt der Versicherungsnehmer mit dem Abschluss des Versicherungsvertrages das Recht, dass der vom Versicherer bei Vertragsbeginn festgestellte Gesundheitszustand im Fall eines Tarifwechsels für die Risikoeinstufung im neuen Tarif maßgeblich bleibt. Die Erhebung eines pauschalen Risikozuschlags aus Anlass des Tarifwechsels ist unzulässig.

BVerwG 8 C 42.09 – Urteil vom 23. Juni 2010

Die weiteren Details bleiben der vollständigen Urteilsbegründung vorbehalten, welche noch nicht vorliegt.