Artikel mit ‘Anwartschaft’ getagged

09.
Mai '16

Gibt es eine Anwartschaft für das ungeborene Kind, oder wie sichere ich Versicherungsschutz für mein noch Ungeborenes


Manche Fragen sind einfach zu interessant und wichtig, um diese nur in geschlossenen Foren zu beantworten und daher greife ich neben Leserfragen immer mal wieder Themen auf, welche nicht nur für wenige wichtig sind. Dazu gehört zweifelsohne die Versicherung von Kindern, welche vielleicht bei der Geburt nicht gesund sind. Das kann durchaus auch im Rahmen von Schwangerschaftsvorsorge bereits aufgefallen sein oder es gibt einfach eine Familie Vorgeschichte, oder einfach Vorsicht!

So fragte ein Kollege in einem Maklerforum in der letzten Woche

Frage Anwartschaft Kind

Bevor wir uns aber nun der Lösung widmen, sollten dazu vorher einige Begriffe geklärt werden. Nur wenn Begrifflichkeiten klar sind, nur dann lässt sich auch der Lösungsweg und, oder eine Lösung nachvollziehen und verstehen. Beginnen wir also mit einzelnen Begriffen und versuchen einmal etwas Ordnung in die Sache zu bringen.

KV Zusatz(versicherung)

Darunter verstehen wir in der Regel eine Ergänzungsversicherung, welche den Schutz in einer gesetzlichen Krankenkasse erweitert oder Leistungen absichert, welche in der gesetzlichen Kasse nicht vorhanden sind. Im Rahmen der Erweiterung ist vielen der Begriff „Zahnzusatzversicherung“ bekannt. Hände_Baby_Ein Schutz welcher eingeschränkte Zahnleistungen der GKV erweitert. Aber auch der Versicherungsschutz für ein Ein- oder Zweibettzimmer oder die privatärztliche Behandlung sind solche Möglichkeiten für Zusatzversicherungen. Ein weiterer und sehr wichtiger Bereich ist die Pflegezusatzversicherung. Hier besteht zwar auch ein Schutz über die gesetzliche (und auch private) Pflegepflichtversicherung, die Leistungen reichen aber oft nicht aus und lassen sich daher ergänzen. Eine solche Zusatzversicherung kann auch zu einer bestehenden privaten Krankenversicherung abgeschlossen werden, während viele andere eine Mitgliedschaft in der GKV voraussetzen.

Pflegezusatzversicherung

Bereits in meinem Artikel „Tun Sie ihrem Kind etwas Gutes“ habe ich über die Notwendigkeit der Pflegezusatzversicherung für Neugeborene geschrieben. Einen solchen Versicherungsschutz können Sie natürlich auch nach der Geburt abschließen, dann aber nur mit einer Gesundheitsprüfung. Gerade bei Kindern die nicht gesund geboren sind, kann das dann zum Problem werden und einen solchen Versicherungsschutz im schlimmsten Fall lebenslänglich verhindern.

Anwartschaft

Die Anwartschaft existiert in zwei Varianten. Es gibt neben der großen auch die- wen wundert es- kleine Anwartschaft. In meinem Artikel zu Anwartschaft habe ich weitere Details beschrieben. Ganz vereinfacht bedeutet Anwartschaft nichts anderes, als sich das Recht zu sichern ohne Gesundheitsprüfung einen Versicherungsschutz zu bekommen, der sonst nur mit Risikoprüfung zu bekommen wäre. Anwartschaften kosten dabei einen Beitrag, bieten aber keinen Versicherungsschutz in der Zeit der Anwartschaft.

Optionstarife statt Anwartschaften

Im Gegensatz zu einer Anwartschaft ist eine Option ein wenig anders. Optionstarife gibt es eigenständig, also von der Funktionsweise wie eine Anwartschaft, oftmals enthalten die Zusatzversicherungen aber eine Option. Damit stellen Sie sicher, nach Ende der Versicherungspflicht kann die Zusatzversicherung dann, ohne neue Risikoprüfung, in eine Vollversicherung mit mehr Leistungen umgestellt werden. Während der Zeit mit der Zusatzversicherung besteht aber Leistungspflicht für die dort versicherten Leistungen.

Anwartschaften, Optionen und Zusatzversicherungen für noch nicht geborene Kinder

Für eine Person die noch nicht einmal auf der Welt ist, lassen sich auch keine Versicherungen abschließen. Dabei ist es völlig unerheblich ob der Vater oder die Mutter Versicherungsnehmer wird, es ist einfach keine Person vorhanden, welche als versicherte Person auftreten kann. Dennoch kann es interessant und wichtig sein, den noch ungeborenen selbst dann einen Versicherungsschutz anbieten zu können, wenn diese später in der GKV bleiben, krank geboren sind und dabei sonst nie die Chance haben würden in einen solchen Schutz zu kommen.

Da aber ein Anschluss vor Geburt nicht möglich ist, gibt es einen weg „über die Hintertür“. Schauen wir uns einmal die Bedingungen der Zusatzversicherungen an. Ganz exemplarisch und keineswegs als Auswahl gedacht, nehmen wir einen stationären Ergänzungstarif der Barmenia. Besteht also Versicherungsschutz für ein Elternteil, so kann das Kind einen solchen auch bekommen. Dazu heisst es erst einmal ganz allgemein in den Bedingungen:

„2. Bei Neugeborenen beginnt der Versicherungsschutz ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten ab Vollendung der Geburt, wenn am Tage der Geburt ein Elternteil mindestens drei Monate beim Versicherer versichert ist und die Anmeldung zur Versicherung spätestens zwei Monate nach dem Tage der Geburt rückwirkend erfolgt. Der Versicherungsschutz darf nicht höher oder umfassender als der eines versicherten Elternteils sein.

2.1 Für Neugeborene, die nach Absatz 2 ab Geburt mitversichert werden, besteht ab Geburt Versicherungsschutz auch für alle vor Vollendung der Geburt entstandenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen, Geburtsschäden sowie angeborenen Krankheiten und Anomalien.“

Hat also der Vater oder die Mutter bei Geburt schon drei Monate Versicherungsschutz, kann das Kind den auch bekommen. Aber… nicht mehr Leistungen als die Eltern in dem Schutz. Fällt also den Eltern erst einen Monat vor Geburt ein: „Wir brauchen ja noch Schutz für das Kind“, dann ist es meist recht knapp. Dennoch ist es nicht unmöglich, denn auch hier gibt es Lösungen. Die Barmenia sagt:

2.2 Der Versicherer verzichtet auf die Voraussetzung, dass ein Elternteil am Tage der Geburt mindestens drei Monate bei ihm versichert sein muss. Die Voraussetzung, dass ein Elternteil beim Versicherer versichert sein muss, bleibt unberührt.“

Auch hier ändert das nichts an der Voraussetzung. Ich höre schon die ersten die erklären, eine Schwangere kann man im letzten Monat gar nicht mehr versichern. Das stimmt bei einigen Unternehmen und ab gewissen Daten schon. Aber Eltern hat das Kind meist zwei und schwanger werden die Väter nie, auch wenn manche ab und zu so aussehen mögen.

Also: Im Zweifel den Antrag rechtzeitig für den Vater stellen, auch hier besteht dann für das Kind das Recht der Nachversicherung.

Aber Achtung: Der Vertrag für den Vater besteht und kann nicht bei Geburt wieder gekündigt werden, sondern nur ganz regulär mit Frist von drei Monaten zum Ablauf. Daher sollte der Schutz nicht nur wegen des Kindes, sondern deshalb abgeschlossen werden, weil dieser sinnvoll und wichtig ist.

In meinem Artikel „Tun Sie sich und Ihrem Kind etwas Gutes“ geht es unter anderem auch um die Vorsorge bei Pflegebedürftigkeit. Auch hier besteht ein entsprechendes Nachversicherungsrecht und auch hier sichert der Schutz der Eltern den zukünftigen Schutz des Kindes.

Fazit

Wenn eine Schwangerschaft geplant ist oder der Kinderwunsch in die nähere Planung rückt, schauen Sie sich unbedingt den eigenen Versicherungsschutz an. Bestehende Tarife gehören jetzt überprüft. Für die Mutter heisst das auch, sich den bestmöglichen und gewünschten Schutz für sich und das Kind zu sichern. Für den werdenden Vater bedeutet es, er kann etwas tun damit seinem zukünftigen Sohn oder der Tochter der bestmögliche Schutz zur Verfügung steht und das auch dann, wenn nicht alles „glatt läuft bei der Geburt“ oder das Kind leider nicht ganz gesund ist.

Wichtig ist aber dann auch, nicht nur den Schutz oder die Möglichkeit zu haben, sondern auch zu nutzen! Auch hier gibt es Fristen und Vorgaben, denn wer sein Kind nicht rechtzeitig zur neuen Versicherung anmeldet, der verwirkt all die guten Optionen. Daher bedenken Sie die zweimonatige Frist und sprechen Ihren Makler, Berater oder die Gesellschaft unbedingt innerhalb der Frist an und melden das Kind zur Versicherung an.

06.
Juli '15

Option auf späteren Versicherungsschutz, doch welches ist der richtige Tarif, welche die richtige Gesellschaft?


Optionen oder auch Zusatzversicherungen zur gesetzlichen Krankenkasse mit dem späteren Anrecht auf eine Umwandlung in eine private Krankenvollversicherung (PKV) können gerade in jungen Jahren interessant sein, da der Gesundheitszustand konserviert werden kann. So können sich junge und meist gesunde Kunden den Weg in einer PKV sichern, auch wenn sie zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht in der Lage dazu sind und als Pflichtmitglieder der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) angehören.

Um einen Gesundheitszustand zu konservieren gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, eines gemeinsam haben jedoch alle: die Auswahl des richtigen, passenden Tarifs ist fast so aufwändig, wie die Auswahl der privaten Krankenversicherung, denn schon jetzt entscheiden Sie sich in den meisten Tarifen für den späteren Umfang des Versicherungsschutzes, zumindest aber in jedem Falle für einen Versicherer. Stellt sich die Auswahl später als falsch heraus, so können Sie natürlich auch dann noch einen anderen Versicherer wählen, dann war jedoch die Vorarbeit durch eine Option oder andere Möglichkeiten schlichtweg „für die Katz“. Daher gilt gerade jetzt, sich ausführlich Gedanken zu machen welchen Versicherungsschutz sind vielleicht später einmal benötigen, welche der Auswahlkriterien zur privaten Krankenversicherung erfüllt sein müssen und natürlich auch, wie flexibel ein solcher Tarif später sein soll.

Die Möglichkeit einer Konservierung des heutigen Gesundheitszustandes, gibt es in unterschiedlichen Modellen. Um etwas einfacher einen Überblick dazu zu bekommen, betrachten wir doch diese Varianten einmal etwas genauer.Option Anwartschaft ZusatzV

Die Anwartschaft

Anwartschaft bedeutet letztendlich nichts anderes, als schon heute einen speziellen Tarif bei einem Versicherer auszuwählen, um diesen später zu aktivieren. Eine solche Anwartschaft sichert also das Anrecht auf den heutigen Gesundheitszustand (dann ist es eine kleine Anwartschaft) oder zusätzlich zu dem Gesundheitszustand auch das Anrecht auf eine  spätere Versicherung mit dem heutigen Eintrittsalter (dann sprechen wir von einer großen Anwartschaft).

Die Anwartschaft ist interessant für all diejenigen, welche heute schon in der privaten Krankenversicherung versichert sind, jetzt aber vorübergehend versicherungspflichtig werden und nahezu sicher sind, eine Rückkehr in die private Krankenversicherung wird später erfolgen. Die kleine Anwartschaft ist natürlich preiswerter, da hier keinerlei Alterungsrückstellungen gebildet werden müssen, dadurch wird jedoch eine der Aktivierung der Beitrag der späteren Versicherung höher. Die große Anwartschaft hingegen sichert auch Alterungsrückstellungen und ermöglicht daher später einen geringeren Beitrag.

Für Kinder von Lehrern oder anderen Beamten, welche schon seit ihrer Geburt in der privaten Krankenversicherung versichert waren, kann eine Anwartschaft auch die richtige Wahl sein. Hiermit sichern Sie sich zum einen das Anrecht auf Rückkehr in die PKV (für den Fall, dass die Versicherungspflicht später einmal endet) zum anderen erhalten Sie auch das Recht auf Rückkehr ohne eine neue Gesundheitsprüfung, denn oftmals sind die Kinder schon seit Geburt dort versichert.

Der Optionstarif

Im Gegensatz zur Anwartschaft, welche auf einen bestimmten Tarif bezogen ist, ermöglicht ein Optionstarif den Wechsel in einen (meist) beliebigen Tarif der jeweiligen Versicherungsgesellschaft. Sie müssen sich also bei Abschluss der Option noch nicht darauf festlegen in welchem Tarif sich später versichert werden wollen, sondern nur auf den jeweiligen Versicherer. Damit ist die spätere Gestaltung des Versicherungsschutzes etwas flexibler, es gibt hier aber keine Möglichkeit das Eintrittsalter zu sichern und die Alterungsrückstellungen aufzubauen. Auf der anderen Seite sind die Kosten für solche Optionstarife in der Regel geringer und selbst wenn es später nicht zu einer Aktivierung kommt, so ist nicht allzu viel Geld verloren. Eines gemeinsam haben diese beiden Varianten jedoch, auch hier gilt eine sorgfältige Auswahl und die detaillierte Betrachtung der –> Auswahlkriterien,  um einen späteren Versicherungsschutz so optimal als möglich sicherzustellen.

Der Optionstarif eignet sich daher für all diejenigen, die heute noch nicht wissen ob ein späterer Weg in die private Krankenversicherung möglich sein wird. Hiermit lässt sich die Gesellschaft vorher festlegen, es bleibt aber viel Flexibilität und Wahlmöglichkeit für den Umfang der späteren Versicherungsschutzes. Diese Optionstarife gibt es in unterschiedlicher Ausgestaltung, meist müssen diese jedoch in einer bestimmten Frist nach Wegfall der Versicherungspflicht aktiviert werden. Wer also zunächst einmal angestellt tätig ist und die Grenze zur privaten Krankenversicherung nicht erreicht, sich dann selbstständig macht, der muss die Option dann auch nutzen. Er kann nicht unbegrenzt warten und erst in der GKV bleiben und irgendwann später die Option nutzen. Hierbei sind immer die individuellen Regelungen in den Versicherungsbedingungen maßgebend.

Auch wenn Sie heute angestellt sind, später aber vielleicht einer Laufbahn als Beamtin oder Beamter anstreben, dann wählen Sie den Versicherer bitte so aus, dass sie später auch als Beamter ein entsprechendes Tarifangebot dort vorfinden. Eine Option die später nicht aktiviert werden kann weil der Versicherer kein passendes Produkt anbietet, ist nichts wert.

Die Zusatzversicherung mit integrierter Option

Die letzte Möglichkeit sich den späteren Weg in die PKV zu erleichtern, heute aber schon von einem verbesserten Versicherungsschutz zu profitieren, schauen wir uns nun genauer an. Hierbei handelt es sich um eine Zusatzversicherung zur gesetzlichen Krankenkasse, welche unterschiedliche Leistungsbereiche abdecken kann. Dazu gehören neben den Kosten für ambulante Behandlungen oder Alternativmedizin auch Leistungen im Bereich der stationären Versorgung, Leistungen für Zahnbehandlungen oder Kieferorthopädie. Eine dieser Zusatztarifbausteine enthält dann eine entsprechende Option. Diese sichert die Möglichkeit später diese Zusatzversicherung in einen Vollversicherungsschutz umzuwandeln und die private Krankenversicherung zu „aktivieren“.

Auch hierbei legen Sie sich natürlich auf die jeweilige Gesellschaft fest, zudem überlegen Sie genau welchen Versicherungsschutz Sie heute bereits im Rahmen der Zusatzversicherung benötigen und wählen beide Bausteine getrennt aus. Zuerst schauen Sie nach dem passenden Zusatzversicherungsschutz, dann nach dem passenden Versicherer für die spätere Vollversicherung (und die notwendige Option) und nur dann wenn beide zusammenpassen, dann stellen Sie den Antrag für beide Vertragsteile einer Gesellschaft. In allen anderen Fällen spricht nichts dagegen die Zusatzversicherung heute bei dem einen und die Optionstarife bei dem anderen Unternehmen zu beantragen.

Die Option auf Krankentagegeld

Leider wird oftmals einer der wichtigsten Bausteine vergessen, dass Krankentagegeld. Dieses sichert einem privat Krankenversicherten Kunden den Verdienstausfall für den Fall, dass der Arbeitgeber nach sechs Wochen keine Leistungen mehr zu erbringen hat. Das sichert auch die Möglichkeit für den Selbstständigen oder Freiberufler, ein solches Krankentagegeld überhaupt zu haben und damit seinen Verdienstausfall auszugleichen. Diese Option auf Abschluss einer Krankentagegeldversicherung ist keinesfalls selbstverständlich. Schließen Sie zum Beispiel nur eine Anwartschaft ab und dabei wird keine Anwartschaft für ein Krankentagegeld abgeschlossen (auch weil einige Versicherer jetzt in jungen Jahren gar nicht anbieten), so besteht später keinerlei Möglichkeit ohne Gesundheitsprüfung an eine Absicherung zu kommen. Gab es in der Zwischenzeit Erkrankungen, so ist ein Abschluss für das Krankentagegeld unter Umständen unmöglich.

Und eine private Krankenversicherung (egal ob als Angestellter, Selbstständiger oder Freiberufler) ohne ein Krankentagegeld ist existenzgefährdend und sollte niemals abgeschlossen werden. Heute existieren leider viele Anwartschaften ohne diesen wichtigen Baustein und verhindern damit den Weg in die PKV. Denn wer auf Grund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen kein Krankentagegeld mehr versichern kann, oder dieses nur mit erheblichen ausschließen oder Risikozuschlägen, der kann dann auch nicht die Anwartschaft nutzen, weil eine Absicherung des Verdienstausfalls nicht möglich wird.

Welche MöglichkeitIst die richtige für mich?

Eine generelle Empfehlung was „richtig“ oder „falsch“ ist, die gibt es auch hierbei nicht. Das kennen wir schon von anderen Bereichen meiner Homepage, es gibt immer nur das auf die eigene Situation am besten passende Produkt.

01.
September '14

Optionstarif oder Anwartschaft- wie sichern sich Medizinstudenten die Krankenversicherung für später?


Da hat das Studium noch nicht einmal ganz angefangen und schon sind einige wichtige Fragen zu klären, Fragen wo sich erst in Jahren zeigen wird, ob die Entscheidung richtig war. Dazu kommt, das ganz viele „Spezialisten“ und „Ärzteberater“ plötzlich „auf der Matte stehen“ und kostenlose Seminare und Benefits für Studenten anbieten, ganz ohne Eigennutz natürlich… nicht!

Warum das Ganze?

Nun, Studenten der (Zahn-)Medizin sind ein typisches Klientel für die spätere private Krankenversicherung. Nicht nur weil diese sehr genau wissen, wie Budgetierung funktioniert und was der Kassenpatient oftmals alles nicht (mehr) bekommt, sondern auch weil diese aufgrund Ihres Einkommens in der Lage sein werden, in die private Krankenversicherung zu wechseln. Gute Voraussetzungen also, um sich schon zu Beginn des Studiums oder gar schon davor hierzu Gedanken zu machen.

Wie sind Studenten krankenversichert?

Zunächst gilt hier ein wichtiger Grundsatz: Jeder, egal ob er vorher privat oder gesetzlich versichert war, hat mit Beginn des Studiums eine Wahlmöglichkeit. Sie oder er kann selbst entscheiden ob für die Dauer des Studiums eine private Krankenversicherung abgeschlossen werden soll, oder als Student die gesetzliche Krankenkasse die Absicherung übernehmen soll. Wer schon über die Eltern privat versichert war oder ist, der bleibt in der Regel auch da. Eine Gesundheitsprüfung fällt hier nicht mehr an und so wird der bestehende Schutz einfach umgestellt.

Wer hingegen bisher in der GKV versichert war, der muss eine Entscheidung treffen. Diese gilt- bei allen- verbindlich für das komplette Studium. Ein Wechsel der Versicherung oder der Krankenkasse ist natürlich möglich, nicht aber der Wechsel des Systems. GKV bleibt also während des ganzen Studiums GKV, privat bleibt privat.

Wer sollte in die Private Krankenversicherung?

Pauschal ist so eine Aussage natürlich nicht zu treffen und es kommt in jedem Fall auf die persönliche Situation an. Fakt ist in jedem Fall, ein Wechsel in die PKV weil „es billiger ist“ sollten Sie gleich bleiben lassen, denn wie hier beschrieben, eine PKV muss man sich leisten können und wollen.

Gerade bei Ärzten, die nach dem Studium oft über der JAEG verdienen und sich daher dann privat versichern dürfen, stellt sich die Frage, ob sich der Gesundheitszustand und vielleicht sogar das Eintrittsalter nicht irgendwie mitnehmen lassen, so wäre der spätere Versicherungsschutz auf jeden Fall sicher.

Wie sichert man Gesundheitszustand und/ oder Eintrittsalter?

Auch hierfür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die „Konservierung“ des heutigen Zustandes der Gesundheit kann der Student mit einer Anwartschaft oder einem Optionstarif erreichen. Dabei wird die Gesundheitsprüfung heute durchgeführt und spätere Veränderungen werden nicht berücksichtigt. Oftmals nutzen Studenten während der stressigen Prüfungszeit psychologische Sitzungen um damit klar zu kommen und Stress abzubauen. Eine solche Therapie führt meist später zu einer Ablehnung des Antrags und kann hier mit Options- oder Anwartschaftstarifen verhindert werden.

Die Unterschiede liegen im Detail. Wer heute in der GKV ist und sich auch während des Studiums für die gesetzliche Krankenkasse entscheidet, der kann einen Optionstarif abschließen. Dieser ist einzeln zu bekommen (bei einigen Unternehmen) oder an eine Zusatzversicherung gekoppelt. Das bedeutet dann, es besteht Versicherungsschutz neben der GKV, zum Beispiel für das Zweibettzimmer und eine privatärztliche Behandlung und gleichzeitig ist ein Optionsrecht zur Umwandlung in die Vollversicherung enthalten.

Option und Anwartschaft
Wer heute schon in der PKV ist oder das während des Studiums möchte, der sollte genau schauen ob hierbei Optionen noch machbar sind, oftmals verbieten die Versicherer den Abschluss neben einer anderen PKV.

Was ist noch zu beachten? 

Wie oben gut zu sehen entscheidet bei der Option die heutige Auswahl über den Versicherer, nur bei dem lässt sich zukünftig der Vorteil mit dem Gesundheitszustand nutzen. Wer also heute einen Optionstarif abschließen möchte, der sollte sich genau überlegen welcher Versicherer es werden soll und die Auswahlkriterien beachten.

Gerade Medizinstudenten beachten bitte auch den Beitrag zu der Auswahl von Ärztetarifen und Normaltaifen, denn nicht immer ist nur weil „Arzt“ drauf steht auch das beste für Ärzte drin.

 

09.
Mai '14

Anwartschaft für den sicheren Weg in die Private Krankenversicherung nach Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze


Zunächst sei erwähnt, wo Menschen arbeiten passieren Fehler, manche sind wieder zu korrigieren, andere eben leider nicht und dazu gibt es unterschiedliche Arten damit umzugehen. Einen solchen Fehler ist auch bei einem meiner Kunden passiert, da hat der bisherige MLP Berater wohl etwas übersehen, oder vergessen und zudem den Hinweis der Gesellschaft ignoriert. Was aber nun passiert, das ist nicht mehr angemessen, geschweige denn fair.

Mein Kunde, ein Mediziner, schloss vor einigen Jahren eine Anwartschaft ab. Schon als Student war dieser in der privaten Krankenversicherung versichert und wollte das eigentlich auch bleiben. Aber das Einkommen war nach dem Abschluss noch nicht so hoch, das es die Jahresarbeitentgeltgrenze überschritt und so blieb nur der Weg zurück in die Gesetzliche Krankenkasse.

Was tut die Anwartschaft?

Eine Anwartschaft ist im Prinzip (und sehr vereinfacht ausgedrückt) eine Krankenversicherung ohne Leistungsanspruch. Sie zahlen also einen Beitrag für etwas, das Ihnen ein Recht auf Rückkehr sichert während Sie in der gesetzlichen Krankenkasse sind, aber keinen Anspruch auf Leistungen auslöst. Die Anwartschaft ist daher eine Option auf Rückkehr in die PKV, sobald die Voraussetzungen dafür wieder erfüllt sind.

Dabei gibt es zwei unterschiedliche Arten. Die kleine Anwartschaft, diese friert den Gesundheitszustand des Kunden ein und verhindert somit eine spätere Ablehnung, Zuschläge oder Beschränkungen bei der Aufnahme des Versicherungsschutzes. Kommen Erkrankungen hinzu, so sind diese unerheblich. Hierfür berechnet der Versicherer eine Prämie, welche abhängig vom Tarif ist und als „Entschädigung“ für den Erhalt des Gesundheitszustand zu verstehen ist. Leistungen kann der Kunde während dieser Zeit nicht einfordern, ein Leistungsanspruch besteht nicht.

Anwartschaft_Uebersicht

Bei der großen Anwartschaft werden zudem Altersrückstellungen gebildet. Der Versicherte kommt daher nach dem Aktivieren dieser großen Anwartschaft nicht nur ohne neue Risikoprüfung zurück, sondern auch zu seinem versicherungstechnischen Eintrittsalter von „damals“. So muss hier nicht die neue Prämie gezahlt werden, die aufgrund des nun geltenden Alters anfiele, sondern nur die verminderten Beiträge für einen „jüngeren Kunden“.

Was ist bei einem Tarifwechsel?

Die Anwartschaft gilt- anders als viele Optionstarife- nicht für den Wechsel in eine Krankenversicherung, sondern IN EINEN BESTIMMTEN Tarif. Somit muss vor Abschluss (oder Umwandlung) der Anwartschaft klar sein, in welche Tarifbausteine ich wechseln möchte. Ein Tarifwechsel gemäß 204 VVG ist später unter den gesetzlichem Umständen natürlich möglich, ggf. mit Risikoprüfung oder dem Verzicht auf Mehrleistungen.

Ist also noch nicht klar entschieden welcher Leistungsumfang und welcher Tarif versichert werden sollte, so können Optionstarife besser geeignet sein und halten den Weg in die PKV generell offen. Kommt jemand aus der PKV oder ist schon klar welche Tarife gebraucht werden, (mehr …)

06.
März '12

Hanse Merkur bewirbt PKV ab 01. 01. 2013 mit vorgeschalteter Anwartschaft


Das Versicherer um Kunden ringen ist nichts neues. Auch die Tatsache, dass eine private Krankenversicherung immer erst mit maximal 6 Monaten im voraus beantragt werdend kann, ist nichts neues. Bisher war es also maximal am 1. Juli möglich, einen entsprechenden Vertrag mit Wirkung zum 01. 01. des Folgejahres zu stellen.

Welche Vorteile hat eine frühe Antragstellung überhaupt?

Der entscheidende Vorteil liegt in der Sicherung des Gesundheitszustandes. Ist ein Antrag gestellt und wird dieser mit Beginn 01. 01. dokumentiert, so sichert sich der Kunde damit seinen Gesundheitszustand. Das kann insbesondere dann hilfreich sein, wenn man ohne Zuschläge heute versicherbar ist, wer weiss ob das in Zukunft immer so bleiben wird. Daher macht ein rechtzeitiger Beginn durchaus Sinn, zumal damit kostenfrei der Zustand konserviert werden kann.

Was macht die Hanse Merkur nun genau und was ist das Besondere?

Auszug aus Rundschreiben Hanse Merkur KV, (c) HM

Da derzeit bis zum 01. 07. noch viel Zeit vergeht, es Unfälle, schlechte Laborwerte oder Erkrankungen geben kann, animiert der Versicherer seine Vertriebspartner und Vertreter zu einem anderen Weg. Der Kunde soll doch bitte heute eine kleine Anwartschaft abschließen, diese sichert den Gesundheitszustand schon heute und überbrückt damit den Zeitraum von heute, bis zum 01. 07. (ab dann geht es ja eh)

Die Anwartschaft kostet Geld. 5% des Beitrags zur Krankenversicherung werden monatlich ca. fällig um den Gesundheitszustand zu konservieren und sicher zu gehen, das dieser sich bist zum versicherungstechnischen Beginn nicht ändert. Bei einem durchschnittlichen Anstellten und einer Prämie von 400 EUR in der PKV (ohne Zusatzbausteine) kostet das monatlich 20 EUR Prämie, das aber dann bis zum Jahresende. Also ca. 200 EUR Aufwand ab heute.

Entschiede sich der Kunde aber nicht heute, so müsste er das gesundheitliche Risiko (bzw. das der Verschlechterung) für die nächsten 4 Monate selbst tragen. Das könnte dann dazu führen, dass eine Versicherung später nur mit Zuschlägen angenommen, oder gar abgelehnt wird.

Ist das Angebot der Hanse Merkur jetzt „so toll“?

Meiner Meinung nach nicht. Warum ist einfach zu erklären. Das was die Hanse Merkur in dem mir vorliegenden Rundschreiben „aufgrund der besonderen Marktsituation“ anbietet, ist absolut nichts Neues. Auch andere Gesellschaften haben in der Vergangenheit mit solchen Modellen gearbeitet. Nur weil ein Versicherer so einen Schutz zum 01. 01. heute schon anbieten kann, sollte die Auswahl der Krankenversicherung nicht allein darum erfolgen. Gerade in den Tarifen der Privaten Krankenversicherung sind so viele unterschiedliche Punkte zu beachten, da entscheidet man sich bestimmt nicht wegen so eines Angebotes.

Das was aber leider hier passiert- der ein oder andere Vermittler läuft jetzt los und propagiert dieses als „so tolles Alleinstellungsmerkmal“. Das ist es aber nicht, wenn man es genau betrachtet. Daher lassen Sie sich nicht von solchen Verlockungen täuschen oder beeinflussen!

Gibt es Alternativen?

Ja! Andere Unternehmen bieten entweder eine große Anwartschaft an, teilweise aber auch Optionstarife mit einer garantierten Wechselmöglichkeit oder aber Zusatzversicherungen für heutige GKV Versicherte. Mehr Infos auch in meinem Blogbeitrag zu „Optionen, Anwartschaften und sonstigen Wechselmöglichkeiten„.

Was sollten Sie tun?
(mehr …)