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25.
April '16

Warum Sie mit der PKV kein Geld sparen, nicht einen Cent – und weitere Mythen der PKV


(Lesezeit ca. 8-10 Minuten) Die Private Krankenversicherung ist immer mal wieder in Foren und auf sonstigen Plattformen Diskussionsthema und der eine weiss mehr, der andere eben weniger zum Thema beizutragen. In der letzten Woche war ich eher zufällig in einem Forum unterwegs, da geht es um etwas ganz anderes wie Versicherungen oder Absicherung, dennoch gibt es dort einen langen Thread zum Thema PKV. Ausgangspunkt war die Frage, ob heute PKV Versicherte wieder den Schritt machen würden und wie deren Erfahrungen sind.

Mit der Privaten Krankenversicherung Geld sparen – geht das?

Im Weiteren Verlauf fiel mir dann dieser Beitrag auf:

Ich spare, trotz fortgeschrittenen Alters, in der PKV jeden Monat richtig Geld.
Hab eine Tabellencalc gemacht – Ergebnis ca. 75k€ in 20 Jahre eingespart, bei besseren Leistungen als in der GKV.

Schon sind wir bei dem eigentlichen Thema, welches – so ehrlich sollte man sein – sich die privaten Krankenversicherer selbst eingebrockt haben. Die private Krankenversicherung war seit Ewigkeiten leistungsbetont. Leistungsbetont deshalb, weil es mehr Leistungen für Versicherte gab als in der gesetzlichen Versicherung. Die Schwester meiner Oma, schon lange tot, lebte früher im heutigen Polen. Der Vater hatte ein gut gehendes Geschäft und ich kann mich an Erzählungen erinnern die da waren: „Früher, da gab es im Krankenhaus eine erste, zweite und die Holzklasse. Als mein Knie versteift werden musste, behalte mein Vater den Arzt für die erste Klasse, sonst die Zweite, in der Holzklasse musste ich nie liegen.“

Das ist lange, lange her. Aber auch heute gibt es Unterschiede, welche sich bei ambulanten Behandlungen und sonstigen Leistungen, aber auch im Krankenhaus teilweise deutlich bemerkbar machen. Dabei ist nicht alles was die PKV kennt und versichern kann auch nötig. Leistungen gehen für einige über das Maß dessen was sie benötigen hinaus. Auch aus diesem Grund gibt es nicht „den guten oder schlechten“ PKV Tarif, sondern nur den passenden Tarif auf die eigenen Anforderungen.

Eines haben aber alle gemeinsam. Geld sparen und damit meine ich langfristig sparen, wird auch in der PKV nicht möglich sein. Dazu braucht man auch nicht unbedingt Versicherungsmathematiker zu sein. Ein System welches mehr Leistungen erbringen soll, dazu noch beitragsstabiler sein soll und auch zukünftig für Innovationen und steigende Kosten aufkommen, das kann unmöglich auch noch viel billiger sein.

Natürlich wird ein heute 30-jäjhriger Antragsteller zunächst einmal einen geringeren als den Höchstbeitrag der GKV zahlen. Dieser liegt seit Beginn des Jahres 2016 bei immerhin bei deutlich über 700 Euro monatlich. Im Detail ist das in meinem Beitrag zu den Sozialversicherungswerten 2016 nachzulesen.

Krankenversicherung: 4.237,50 € * 14,6% = 618,68 € (+Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.237,50 €* (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  110,18 €

GESAMT sind in der Kranken- und Pflegepflichtversicherung dann 728,86 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann. Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein: 309,34 Euro plus 60,38 Euro + Zusatzbeitrag, also mindestens 369,72 Euro.

In der privaten Versicherung versprechen vollmundige Werbungen Beiträge von 300 Euro und meinen damit Gesamtbeiträge. Was ein Unterschied, nicht wahr? 400 Euro weniger und das jeden Monat, klingt unglaublich? Ist es auch! Denn Einstiegs-, Billig- oder Basisschutz in der privaten Krankenversicherung entspricht nicht etwas dem, was die GKV leistet, sondern dem was der Versicherer als Leistungen für wichtig hält. Dann sind durchaus große Lücken zu den Leistungen für gesetzlich Versicherte ebenso denkbar, wie Selbstbeteiligungen von 10 oder 20 Euro pro Arzt/ Behandler oder Leistungsbaustein, wie die Continentale dieses in den Tarifen Economy und Comfort anbietet. Solche Fallbezogenen Selbstbeteiligungen sind in jungen Jahren und zu gesunden Zeiten ganz nett, bringen aber wenig langfristig.

Die Ersparnis gehört Dir nicht!

Klingt provokant, oder? Ist es auch! Aber: Die Ersparnis in der privaten Krankenversicherung gehört, speziell bei einem Arbeitnehmer, nicht ihm allein. Auch der Arbeitgeber profitiert von einer solchen Ersparnis, denn dieser zahlt immer maximal fünfzig Prozent der Beiträge in der PKV. Kostet diese dann nach einem Wechsel nur 300 Euro, dann sind eben auch nur 150 Euro Zuschuss vom Arbeitgeber drin. OK, das sind dann immer noch mind. 200 Euro Ersparnis, höre ich schon die ersten jammern. Ja, sind es. Und wenn diese konsequent und unantastbar angelegt/ weggelegt und damit auch gespart werden, ganz toll.PKV Ersparnis

Aus Erfahrung im Kundenkreis. Vergessen Sie es! Es passiert nicht. Da kommt der Urlaub, das Haus, die Weltreise oder die Hochzeit, eine Ehefrau die zur Exfrau wird, die Scheidung und die Hälfte des Geldes ist futsch. Zudem will das Finanzamt und der Arbeitgeber was von der Ersparnis und dann, (mehr …)

21.
November '12

Antrag zur PKV oder BU und „bitte schicken Sie mir auch ihre EC Karte und die PIN dazu“


Falls Sie noch darüber nachdenken eine private Krankenversicherung oder eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen, so denken Sie daran mir auch gleich noch Ihre EC Karte per Post zu schicken und die PIN nicht zu vergessen.

„Der spinnt doch“ werden Sie vielleicht denken oder „klar, dann kann ich Ihnen ja auch gleich mein Geld schenken“ und JA, recht haben Sie. Leider scheinen Sie das nicht tun zu wollen, oder? Warum bitte unterschreiben dann Menschen blanko Anträge auf Private Krankenversicherung? In einer Mail eines Interessenten hieß es wie folgt:

Hallo Herr Henning, ich hatte im Jahr 2008 eine Depression mit Klinikaufenthalt, allerdings noch Pflichtversichert.

Dann wechselte ich in die PKV. Der Versicherungsvertreter machte es möglich durch blanko Unterschriebenen Antrag. 2010 hatte ich einen Hörsturz blieb auf den Behandlungskosten sitzen und flog aus der PKV. Sehen sie eine Möglichkeit eine priv. Kasse für mich zu finden? Bitte melden sie sich bei mir…

Ich dachte erst ich lese nicht richtig, aber es war leider nicht der erste Fall. In einem weiteren hatte der Berater die Unterschrift auf dem noch leeren Antrag vom Kunden eingefordert und das- bitte nicht lachen- so begründet:

„Sie wissen ja, wie wichtig die richtigen Angaben im Antrag sind. Daher unterschreiben Sie den bitte hier unten mal schon, dann kann ich die Angaben zu Hause in Ruhe für Sie eintragen.“

Sorry aber hier fehlt mir jedwedes Verständnis. Da werden blanko Anträge unterschrieben, von denen die (finanzielle) Zukunft abhängt und es werden sich null, aber auch absolut gar keine Gedanken gemacht, welche Folgen das haben könnte? Klar kann man nun sagen, der Vermittler wird es schon richtig machen. Aber hey… wer mit solchen Argumenten eine Unterschrift ergattert und dem gehört der Job verboten und er sollte nie wieder Kunden beraten dürfen.

Was glauben Sie denn warum er das macht?

Klar, weil er sonst kein Geld verdient. Es kann ja sein, dass der Versicherer bei richtigen Angaben einen Risikozuschlag verlangt oder vielleicht den Antrag sogar ablehnen wird? Und dann- ja dann „ist doof“, da keine Provision verdient. Darum werden Anträge immer und immer wieder, jeden Tag auf’s neue frisiert wie „coole Autos“. Doch hierbei besteht ein großer Unterschied. Während bei Autos die Lebensdauer begrenz ist und das Teil irgendwann mal verschrottet wird, ruiniert eine solche falsche Absicherung ihr Leben.

Was passiert wenn der Versicherer es raus bekommt?

Und glauben Sie mir, vieles bekommt er raus. Spätestens wenn Rechnungen eingereicht werden beginnt die Prüfung einer so genannten Anzeigepflichtverletzung. Dabei geht es um die Frage, ob die Anträge im Antrag auch der Wahrheit entsprachen und keine weiteren Erkrankungen und Behandlungen erfolgten. Mehr Informationen dazu auch in den folgenden Artikeln: (mehr …)

29.
Mai '12

Private Krankenversicherung ab 2013 – was ändert sich, wann ist was zu tun?


Auch in der privaten Krankenversicherung ergeben sich durch die so genannten Unisextarife Veränderungen ab dem kommenden Jahr. Daher versuchen einige Gesellschaften den Kunden „noch schnell“ vom Anschluss des entsprechenden Vertrages zu überzeugen- was generell auch nicht verkehrt ist, aber immer wohl durchdacht sein sollte.

Was ändert sich denn eigentlich mit diesem „Unisex“?

Es ändert sich zunächst die Kalkulation. Nachdem durch Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes unterschiedliche Prämien von Männern und Frauen nicht mehr zulässig sind, so ändern sich diese ab kommendem Jahr. Pauschal ausgedrückt bedeutet das, für Männer wird es teurer, für Frauen etwas günstiger. Wie genau die Veränderungen in den einzelnen Tarifen aussehen und welche Zahlen dahinterstehen, das lässt sich heute noch nicht genau sagen.

Muss ich jetzt was tun, oder besser warten?

Generell gilt, egal was mit den Tarifen passiert, eine Entscheidung für oder gegen die Private Krankenversicherung an sich, oder für/ gegen eine bestimmte Gesellschaft, ist nicht von der Einführung abhängig. Diese Entscheidung bedarf einer Reihe weiterer Faktoren und viel überlegen, denn nur so lässt sich eine Entscheidung die unter Umständen lebenslang sein kann, mit der nötigen Sorgfalt fällen.

Für Männer gilt aber dennoch, auch wenn es recht pauschal ist, lieber heute als morgen mit dem Gedanken machen beginnen, denn wenn die Entscheidung generell klar ist, dann ist es sicher unsinnig zu spät zu beantragen und damit langfristig höhere Prämien einzukaufen.

Bei Frauen ist es noch etwas anderes. Auch hier kann es sich lohnen, sich zeitnah Gedanken zu machen, denn auch das Eintrittsalter spielt in der privaten Krankenversicherung (PKV) eine Rolle. Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ist es nicht nur entscheidend wie jung ich bin, sondern auch der Gesundheitszustand spielt eine Rolle. So mussten auch einige meiner Kunden in der Vergangenheit leider erleben, das ein zu später Antrag den Weg in die PKV nicht nur verteuern, sondern auch generell verbauen kann.

Was ist konkret zu tun?

Das kommt zunächst darauf an, in welcher Situation Sie heute sind. Daher ist es wichtig hier etwas zu unterteilen.

a.) die freiwillig GKV Versicherten (mehr …)

30.
Januar '12

Landeskrankenhilfe (LKH) mit neuem Antragsformular und veränderten Gesundheitsfragen


Durch die Veränderungen im Versicherungsvertragsgesetz (in der aktuellen Fassung) ist der Versicherer noch mehr dazu angehalten, all das was er zur Risikobewertung braucht zu erfragen. Um so genauer und teilweise umfangreicher sind die Fragen in den Anträgen geworden. Auch die Änderungen beim, Datenschutz und der Schweigepflicht zwingen viele Unternehmen zur Überarbeitung Ihrer Anträge.
Das hat nun auch die Landeskrankenhilfe (LKH) getan und hat mit dem Druckstück Nr. LKH 3-13 01.12 einen neuen Antrag.

Was hat sich verändert?

Neu ist zunächst einmal, das der Antrag von den bisherigen 5 auf nun 6 Seiten angewachsen ist. Dieses ist zum einen einer Reihe von neuen Informationen und Fragen geschuldet, zum anderen einer etwas großzügigeren Aufteilung. Weiterhin ist nun bereits auf Seite 1 ein deutlicher und fett gedruckter Hinweis zur Anzeigepflicht enthalten. Dieser lautet:

Achtung: Eine falsche, auch eine unvollständige Beantwortung der folgenden Fragen unter III., VI. und VII. kann den Versicherer zu Maßnahmen nach § 19 VVG wie Rücktritt, Kündigung, Vertragsanpassung berechtigen, zudem zur Leistungsverweigerung. Das kann, sogar rückwirkend, zum Entfall des Versicherungsschutzes führen. Beachten Sie dazu auch unsere gesonderte Belehrung nach § 19 Abs. 5 VVG in den Vertragsinformationen!

Der Hinweis ist nicht nur gut sichtbar, sondern auch wichtig. Nur so wird von vornherein klar, dass alle Angaben wichtig sind und zum Verlust der Schutzes führen können, werden diese nicht oder falsch gemacht.

Einige Fragen zu den Gesundheitsangaben wurden präzisiert oder haben sich geändert. So ist die Frage

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18.
Januar '12

Allianz Private Krankenversicherung (APKV) verkürzt Gesundheitsfragen in der Zusatzversicherung


Neben der Vollkostenversicherung, also dem vollwertigen Ersatz der gesetzlichen Krankenversicherung, bieten die Unternehmen auch eine so genannte Zusatzversicherung an. Diese deckt entweder in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) nicht versicherte Bereiche ab (z. Bsp. Zweibettzimmer, wahlärztliche Behandlung) oder gleicht Zuzahlungen aus. Auch die Krankentaggeldversicherung gehört in diesen Bereich. Gerade in den Bereichen der Zusatzversicherung erhoffen sich die Versicherer ein großes Potential.

Ob das der Grund ist, ist mir nicht bekannt, jedoch werden ab dem 01. 01. 2012 die Gesundheitsfragen von bisher 10 Fragen auf 4 reduziert. Diese Fragen gelten dann nicht nur in der Pflegeergänzung Tarif PZT Best, sondern auch für Krankenhaus– und (Angestellten-)Krankentagegeld und die stationäre Ergänzungsversicherung.

Im bisherigen Antrag auf Zusatzversicherung fanden sich noch 10, teilweise recht umfangreiche Gesundheitsfragen. (zum vergrößern bitte auf das Bild klicken).

Zukünftig hat man die Antragsfragen auf 4 reduziert. Ob diese jedoch dadurch besser werden, schauen wir uns hier einmal genau an.
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