Artikel mit ‘Antrag’ getagged

15.
Mai '17

Versicherer entdeckt neue Idee zum Rücktritt in der privaten Krankenversicherung


Machmal kann man einfach nur noch den Kopf schütteln und leider sind es immer wieder die selben Kandidaten, welche auf so abenteuerliche Ideen kommen. Damit keine Missverständnisse entstehen. Ein Rücktritt oder eine Anfechtung eines Vertrages der privaten Krankenversicherung (und eine solche Prüfung) ist nicht nur legitim, auch nötig um sich vor dem Versuch und einem möglichen Missbrauch zu schützen. Im Antrag der privaten Krankenversicherung werden Antragsfragen gestellt, diese sind (wie alles nachdem der Versicherer in Textform fragt) wahrheitsgemäß zu beantworten.

Folgen falsch beantworteter Antragsfragen

Zunächst einmal die Frage nach der Grundlage. Wer einen Antrag auf private Krankenversicherung stellt, der sollte sich darüber im Klaren sein, die Angaben sind richtig zu machen. Nur wer seine (Gesundheits-)angeben richtig und vollständig ausfüllt, nur der ermöglicht dem Versicherer eine korrekte Prüfung und eine (für alle Seiten gerechte und faire) Einstufung und die Erhebung von Risikozuschlägen.

Grundlage für eine solche Auskunft ist unter anderem das VVG, das so genannte Versicherungsvertragsgesetz. Hier findet sich ein Paragraph, der lautet:

Gesetz über den Versicherungsvertrag (Versicherungsvertragsgesetz – VVG)
§ 19 Anzeigepflicht

(1) Der Versicherungsnehmer hat bis zur Abgabe seiner Vertragserklärung die ihm bekannten Gefahrumstände, die für den Entschluss des Versicherers, den Vertrag mit dem vereinbarten Inhalt zu schließen, erheblich sind und nach denen der Versicherer in Textform gefragt hat, dem Versicherer anzuzeigen. Stellt der Versicherer nach der Vertragserklärung des Versicherungsnehmers, aber vor Vertragsannahme Fragen im Sinn des Satzes 1, ist der Versicherungsnehmer auch insoweit zur Anzeige verpflichtet.
(2) Verletzt der Versicherungsnehmer seine Anzeigepflicht nach Absatz 1, kann der Versicherer vom Vertrag zurücktreten.

Soweit so einfach. Frei nach dem Motto: „Sagst Du mir nicht was ich frage und wissen will, so werfe ich Dich aus dem Vertrag.“ Diese Regelungen sind auch wichtig und nötig, sonst würden Antragsteller ohne Sanktionen einfach falsche Angaben machen können. Zu der Verletzung der torvertraglichen Anzeigepflicht finden sich unzählige Beiträge auch hier im Blog:

LINK: Blogbeiträge zur Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht

Doch was passiert nun, gibt der Antragsteller die Angaben nicht heraus oder macht es (bewusst?) falsch?

(3) Das Rücktrittsrecht des Versicherers ist ausgeschlossen, wenn der Versicherungsnehmer die Anzeigepflicht weder vorsätzlich noch grob fahrlässig verletzt hat. In diesem Fall hat der Versicherer das Recht, den Vertrag unter Einhaltung einer Frist von einem Monat zu kündigen.
(4) Das Rücktrittsrecht des Versicherers wegen grob fahrlässiger Verletzung der Anzeigepflicht und sein Kündigungsrecht nach Absatz 3 Satz 2 sind ausgeschlossen, wenn er den Vertrag auch bei Kenntnis der nicht angezeigten Umstände, wenn auch zu anderen Bedingungen, geschlossen hätte. Die anderen Bedingungen werden auf Verlangen des Versicherers rückwirkend, bei einer vom Versicherungsnehmer nicht zu vertretenden Pflichtverletzung ab der laufenden Versicherungsperiode Vertragsbestandteil.

(5) Dem Versicherer stehen die Rechte nach den Absätzen 2 bis 4 nur zu, wenn er den Versicherungsnehmer durch gesonderte Mitteilung in Textform auf die Folgen einer Anzeigepflichtverletzung hingewiesen hat. Die Rechte sind ausgeschlossen, wenn der Versicherer den nicht angezeigten Gefahrumstand oder die Unrichtigkeit der Anzeige kannte.

Die neue „Masche“?

Nun werden in Anträgen ja nicht nur Fragen zur Gesundheit gestellt, sondern auch weitere Fragen nach persönlichen Angaben, Vorversicherungen etc. In der letzten Woche sind mir gleich mehrere Fälle im LiveChat begegnete welche alle die gleiche Art hatten und die sich zum einen juristisch mal interessant auseinandernehmen lassen, auf der anderen Seite aber auch für den- oder diejenigen interessant sein dürften, welche sich von dem Schreiben eingeschüchtert fühlen.

Es geht mal wieder um einen Versicherer aus dem Norden, einen welcher auch in der Vergangenheit immer mal wieder mit sonderbaren Verfahren, eigenwilligen Auslegungen und dergleichen aufgefallen ist. Doch der Reihe nach. Im Antrag braucht folgender Hinweis auf der Seite 2, und damit direkt über den Gesundheitsfragen auf:

Auf der nächsten Seite, weit weg von den Gesundheitsfragen und auch weit weg von der Frage ob ein verständiger Verbraucher auch hier einen Bezug zu dem „Warnhinweis“ erkennen kann, findet sich dann eine andere Frage:

Nahezu alle Versicherer fragen daher heute nach einem eventuellen Beitragsrückstand bei der Vorversicherung, einem Rückstand von mehr als einem Monatsbeitrag. Der kann sowohl in der privaten, aber auch in der gesetzlichen Krankenversicherung entstehen. Einmal das Konto gewechselt und einmal nicht bedacht dem Versicherer Bescheid zu geben, schon kommt es zu so einem Zustand. Auch ein Fehler des Versicherers bei der Abbuchung kann einen solchen Rückstand auslösen.

Nun kommt der Versicherer hier anscheinend in mehreren Fällen auf die Idee, dem Kunden einen Brief zu schrieben, kurz nachdem die ersten Rechnungen im neuen Vertrag eingereicht wurden. Darin heisst es sinngemäß:

Lieber Kunde,

wir haben von Ihrem Vorversicherer die Bescheinigung mit den Übertragungswerten erhalten. Daraus schließen wir, hier muss es einen Beitragsrückstand geben haben, denn die bestätigten Übertragungswerte sind zu gering.

Daher senden Sie uns bitte die ausgefüllte und unterschriebene Vollmacht binnen 14 Tagen zurück, damit wir dann bei dem Vorversicherer die gewünschten Daten abfragen können. Sollten Sie diese Vollmacht nicht erteilen/ oder sich unsere Vermutung bestätigen, müssen wir leider vom Vertrag zurücktreten.

 

Wie kommt der Versicherer darauf?

Allein aus der Höhe der bescheinigten Übertragungswerte auf einen Rückstand zu schließen ist schon einmal grundsätzlich interessant. Die Vermutung kann ja durchaus bestehen, aber wie ist es denn rechtlich und wie und was genau hätte der Kunde angeben müssen?

Nun, die Frage, welche der Versicherer stellte war:

Ich erkläre, dass ich derzeit bei keinem Krankenversicherer im Zahlungsrückstand bin: ( ) ja, es besteht kein Rückstand. ( ) nein, es besteht ein Rückstand.

Hier konnte und musste der Kunde ankreuzten, was bei Ihm der Fall ist. Dabei sind einige Worte in der Erklärung besonders interessant. Es heisst: „ich derzeit bei keinem…“ Das bedeutet nicht, in der Vergangenheit hätte nie ein Beitragsrückstand bestehen dürfen. Ein solcher Rückstand, ist er ausgeglichen, wäre unkritisch und die Frage ließe sich problemlos beantworten. Lediglich bei einem noch bestehenden Rückstand (und damit verbunden mit der Frage des Notlagentarifs) hätte ein „JA“ als Antwort zur Folge. Mit der Konsequenz, der Antrag wäre wohl vom Versicherer abgelehnt worden.

In diesem Fall (und in einem weiteren aus dem LievChat letzte Woche) waren sich die Kunden sicher korrekte Angaben gemacht zu haben. Dabei bestand zum Zeitpunkt der Antragstellung kein Rückstand mehr in der Vorversicherung. Bei einem der beiden nie, bei dem anderen war dieser bereits ausgeglichen bevor der neue Antrag gestellt wurde.

Aus diesem Grund waren beide Angaben richtig gemacht worden, dennoch verlangt der Versicherer hier eine Vollmacht um selbst nachforschen zu können.

Vollmacht trotz bereits abgegebener Erklärungen?

Im Antrag bzw. der abgegebenen Erklärung heisst es aber weiter:

Ich bin damit einverstanden, dass die HanseMerkur hinsichtlich meiner Angabe ggf. Nachfrage bei meinen Krankenversicherern hält, und entbinde sie zu diesem Zweck von ihrer Schweigepflicht.

Eine solche Entbindung von der Schweigepflicht ist natürlich nicht ewig gültig und so kann die Anforderung einer Vollmacht berechtigt sein. Hier, Antrag im März, Beginn 1.5. und Nachfrage jetzt Mitte Mai, wage ich mich mal weit aus dem Fenster. Die Entbindung wäre noch gültig und der Versicherer kann somit, selbst ohne den Kunden nochmals zu fragen, bei der Vorversicherung anfragen. Dennoch besteht man hier auf die Vollmacht.

Was können und was sollten Sie tun, falls Sie so ein Schreiben erhalten?

Zunächst einmal sollten Sie reagieren. Ganz in den Papierkorb und dann nichts mehr machen ist eher die falsche Option. Daher würde ich- und das ist nun ausdrücklich keine juristische Beratung, sondern eher ein Hinweis was man tun könnte…

1.) Antworten Sie dem Versicherer in jedem Fall auf das Schreiben. Sie sollten, so Sie sich im Klaren sind, die Angaben richtig gemacht zu haben gibt es auch nichts zu befürchten. Eine mögliche Antwort könnte so aussehen:

„Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom ….. in welchem Sie eine Vollmacht von mir verlangen, um beim Vorversicherer anzufragen. In Ihrem Antrag stellen Sie die Frage, ob derzeit (also am Tag der Antragstellung) ein Beitragsrückstand bei einem Versicherer bestand. Diese Frage habe ich korrekt mit „nein“ beantwortet. Weiterhin habe ich Ihnen bereits im Antrag eine Entbindung von der Schweigepflicht erteilt. Diese können Sie natürlich nutzen um beim Vorversicherer anzufragen.

Bitte beachten Sie, es wird nur nach einem korrekten Rückstand am Tag der Antragstellung gefragt. Ich biete Ihnen ebenso an, eine Bescheinigung des Vorversicherers anzufordern, in welcher eine solche Bestätigung erbracht wird.

Wie Sie aus der Höhe des Übertragungswertes schließen wollen und können, dass meine Angabe im Antrag falsch sein soll, das erschließt sich mir leider nicht. Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.“

2.) Schreiben Sie durchaus auch gleich mal den Vorversicherer an.

„Sehr geehrte Damen und Herren,

ich war bisher bei Ihnen unter der Versicherungsnummer ………….. krankenversichert. Ich benötige eine Bestätigung über einen nicht vorhandenen Rückstand in dem Vertrag zu dem unten genannten Stichtag. Sie können gern dieses Schreiben verwenden und dort die entsprechende Auskunft erteilen.

„Hiermit bestätigen wir, die _________ Krankenversicherung, dass am Stichtag __________ (hier den Tag der Antragstellung des neuen Versicherers einsetzen) bei unserem Unternehmen zu dem oben genannten Vertrag KEIN Beitragsrückstand von mehr als einem Monatsbeitrag bestand.“

Vielen Dank für Ihre Mühe“

3.) Nachdem Sie dann das Schreiben der Vorversicherung (aus Punkt 2) zurück erhalten haben, senden Sie dieses bitte ebenfalls an die neue Krankenversicherung.

Haben Sie die Angaben wirklich falsch gemacht und gab es einen Rückstand, welchen Sie nicht angegeben haben oder hat eine alte gesetzliche Krankenkasse noch Geld von Ihnen zu kriegen, so könnte dieses zu einem Problem führen. Ob die Frage auf der Folgeseite und daher weit aus dem Bezug zu dem Hinweis der Anzeigepflicht und den Folgen ausreicht um einer gerichtlichen Überprüfung nach einer „ausreichenden Belehrung“ stand zu halten, das vermag ich nicht zu beurteilen. Gerichte haben aber immer mal wieder Urteile zur deutlichen Hervorhebung von Widerrufsmöglichkeiten und den Rechtsfolgen gefällt. So wäre es durchaus denkbar, ein Richter sieht die Belehrung auf der Seite zuvor und im Kontext der Gesundheitsfragen nicht als ausreichend an.

Diese Frage stellt sich aber nur dann, wenn Ihrerseits eine Erklärung zu den Beitragsrückständen falsch gemacht wurde.

Fazit – so kann es gehen – mal eine neue Idee

Interessant ist es durchaus, interessant zu sehen, welche Möglichkeiten hier genutzt werden um eine VVA Prüfung, also eine Verletzung der vorvertragliche Anzeigepflicht zu kreieren finden und somit vielleicht unnötig „Stress“ und Aufregung zu provozieren. Klar, wer alles richtig gemacht hat, der braucht sich keine Sorgen machen. Dennoch ist es eine neue Idee, wie werde ich einen „unliebsamen“ Kunden wieder los.

Ob es bei den Kunden einen Grund gäbe, die ersten Rechnungen zu unerwartet waren oder was auch immer der Grund war. Hier wird versucht aus einer Zahl, einem Übertragungswert in einer Bescheinigung, einen Grund zu kreieren. Der Übertragungswert kann jedoch auch durch Anwartschaften, Tarifänderungen, veränderten Versicherungsverläufen oder Zeiten im Ausland beeinflusst worden sein.

25.
April '16

Warum Sie mit der PKV kein Geld sparen, nicht einen Cent – und weitere Mythen der PKV


(Lesezeit ca. 8-10 Minuten) Die Private Krankenversicherung ist immer mal wieder in Foren und auf sonstigen Plattformen Diskussionsthema und der eine weiss mehr, der andere eben weniger zum Thema beizutragen. In der letzten Woche war ich eher zufällig in einem Forum unterwegs, da geht es um etwas ganz anderes wie Versicherungen oder Absicherung, dennoch gibt es dort einen langen Thread zum Thema PKV. Ausgangspunkt war die Frage, ob heute PKV Versicherte wieder den Schritt machen würden und wie deren Erfahrungen sind.

Mit der Privaten Krankenversicherung Geld sparen – geht das?

Im Weiteren Verlauf fiel mir dann dieser Beitrag auf:

Ich spare, trotz fortgeschrittenen Alters, in der PKV jeden Monat richtig Geld.
Hab eine Tabellencalc gemacht – Ergebnis ca. 75k€ in 20 Jahre eingespart, bei besseren Leistungen als in der GKV.

Schon sind wir bei dem eigentlichen Thema, welches – so ehrlich sollte man sein – sich die privaten Krankenversicherer selbst eingebrockt haben. Die private Krankenversicherung war seit Ewigkeiten leistungsbetont. Leistungsbetont deshalb, weil es mehr Leistungen für Versicherte gab als in der gesetzlichen Versicherung. Die Schwester meiner Oma, schon lange tot, lebte früher im heutigen Polen. Der Vater hatte ein gut gehendes Geschäft und ich kann mich an Erzählungen erinnern die da waren: „Früher, da gab es im Krankenhaus eine erste, zweite und die Holzklasse. Als mein Knie versteift werden musste, behalte mein Vater den Arzt für die erste Klasse, sonst die Zweite, in der Holzklasse musste ich nie liegen.“

Das ist lange, lange her. Aber auch heute gibt es Unterschiede, welche sich bei ambulanten Behandlungen und sonstigen Leistungen, aber auch im Krankenhaus teilweise deutlich bemerkbar machen. Dabei ist nicht alles was die PKV kennt und versichern kann auch nötig. Leistungen gehen für einige über das Maß dessen was sie benötigen hinaus. Auch aus diesem Grund gibt es nicht „den guten oder schlechten“ PKV Tarif, sondern nur den passenden Tarif auf die eigenen Anforderungen.

Eines haben aber alle gemeinsam. Geld sparen und damit meine ich langfristig sparen, wird auch in der PKV nicht möglich sein. Dazu braucht man auch nicht unbedingt Versicherungsmathematiker zu sein. Ein System welches mehr Leistungen erbringen soll, dazu noch beitragsstabiler sein soll und auch zukünftig für Innovationen und steigende Kosten aufkommen, das kann unmöglich auch noch viel billiger sein.

Natürlich wird ein heute 30-jäjhriger Antragsteller zunächst einmal einen geringeren als den Höchstbeitrag der GKV zahlen. Dieser liegt seit Beginn des Jahres 2016 bei immerhin bei deutlich über 700 Euro monatlich. Im Detail ist das in meinem Beitrag zu den Sozialversicherungswerten 2016 nachzulesen.

Krankenversicherung: 4.237,50 € * 14,6% = 618,68 € (+Zusatzbeitrag für AN allein)

Pflegepflichtversicherung: 4.237,50 €* (2,35% + 0,25% (Kinderlose)) =  110,18 €

GESAMT sind in der Kranken- und Pflegepflichtversicherung dann 728,86 € pro Monat von Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu entrichten, + Zusatzbeitrag den die Kasse prozentual (vom eigenen Einkommen) erheben kann. Davon zahlt der (kinderlose) Arbeitnehmer allein: 309,34 Euro plus 60,38 Euro + Zusatzbeitrag, also mindestens 369,72 Euro.

In der privaten Versicherung versprechen vollmundige Werbungen Beiträge von 300 Euro und meinen damit Gesamtbeiträge. Was ein Unterschied, nicht wahr? 400 Euro weniger und das jeden Monat, klingt unglaublich? Ist es auch! Denn Einstiegs-, Billig- oder Basisschutz in der privaten Krankenversicherung entspricht nicht etwas dem, was die GKV leistet, sondern dem was der Versicherer als Leistungen für wichtig hält. Dann sind durchaus große Lücken zu den Leistungen für gesetzlich Versicherte ebenso denkbar, wie Selbstbeteiligungen von 10 oder 20 Euro pro Arzt/ Behandler oder Leistungsbaustein, wie die Continentale dieses in den Tarifen Economy und Comfort anbietet. Solche Fallbezogenen Selbstbeteiligungen sind in jungen Jahren und zu gesunden Zeiten ganz nett, bringen aber wenig langfristig.

Die Ersparnis gehört Dir nicht!

Klingt provokant, oder? Ist es auch! Aber: Die Ersparnis in der privaten Krankenversicherung gehört, speziell bei einem Arbeitnehmer, nicht ihm allein. Auch der Arbeitgeber profitiert von einer solchen Ersparnis, denn dieser zahlt immer maximal fünfzig Prozent der Beiträge in der PKV. Kostet diese dann nach einem Wechsel nur 300 Euro, dann sind eben auch nur 150 Euro Zuschuss vom Arbeitgeber drin. OK, das sind dann immer noch mind. 200 Euro Ersparnis, höre ich schon die ersten jammern. Ja, sind es. Und wenn diese konsequent und unantastbar angelegt/ weggelegt und damit auch gespart werden, ganz toll.PKV Ersparnis

Aus Erfahrung im Kundenkreis. Vergessen Sie es! Es passiert nicht. Da kommt der Urlaub, das Haus, die Weltreise oder die Hochzeit, eine Ehefrau die zur Exfrau wird, die Scheidung und die Hälfte des Geldes ist futsch. Zudem will das Finanzamt und der Arbeitgeber was von der Ersparnis und dann, (mehr …)

21.
November '12

Antrag zur PKV oder BU und „bitte schicken Sie mir auch ihre EC Karte und die PIN dazu“


Falls Sie noch darüber nachdenken eine private Krankenversicherung oder eine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit abzuschließen, so denken Sie daran mir auch gleich noch Ihre EC Karte per Post zu schicken und die PIN nicht zu vergessen.

„Der spinnt doch“ werden Sie vielleicht denken oder „klar, dann kann ich Ihnen ja auch gleich mein Geld schenken“ und JA, recht haben Sie. Leider scheinen Sie das nicht tun zu wollen, oder? Warum bitte unterschreiben dann Menschen blanko Anträge auf Private Krankenversicherung? In einer Mail eines Interessenten hieß es wie folgt:

Hallo Herr Henning, ich hatte im Jahr 2008 eine Depression mit Klinikaufenthalt, allerdings noch Pflichtversichert.

Dann wechselte ich in die PKV. Der Versicherungsvertreter machte es möglich durch blanko Unterschriebenen Antrag. 2010 hatte ich einen Hörsturz blieb auf den Behandlungskosten sitzen und flog aus der PKV. Sehen sie eine Möglichkeit eine priv. Kasse für mich zu finden? Bitte melden sie sich bei mir…

Ich dachte erst ich lese nicht richtig, aber es war leider nicht der erste Fall. In einem weiteren hatte der Berater die Unterschrift auf dem noch leeren Antrag vom Kunden eingefordert und das- bitte nicht lachen- so begründet:

„Sie wissen ja, wie wichtig die richtigen Angaben im Antrag sind. Daher unterschreiben Sie den bitte hier unten mal schon, dann kann ich die Angaben zu Hause in Ruhe für Sie eintragen.“

Sorry aber hier fehlt mir jedwedes Verständnis. Da werden blanko Anträge unterschrieben, von denen die (finanzielle) Zukunft abhängt und es werden sich null, aber auch absolut gar keine Gedanken gemacht, welche Folgen das haben könnte? Klar kann man nun sagen, der Vermittler wird es schon richtig machen. Aber hey… wer mit solchen Argumenten eine Unterschrift ergattert und dem gehört der Job verboten und er sollte nie wieder Kunden beraten dürfen.

Was glauben Sie denn warum er das macht?

Klar, weil er sonst kein Geld verdient. Es kann ja sein, dass der Versicherer bei richtigen Angaben einen Risikozuschlag verlangt oder vielleicht den Antrag sogar ablehnen wird? Und dann- ja dann „ist doof“, da keine Provision verdient. Darum werden Anträge immer und immer wieder, jeden Tag auf’s neue frisiert wie „coole Autos“. Doch hierbei besteht ein großer Unterschied. Während bei Autos die Lebensdauer begrenz ist und das Teil irgendwann mal verschrottet wird, ruiniert eine solche falsche Absicherung ihr Leben.

Was passiert wenn der Versicherer es raus bekommt?

Und glauben Sie mir, vieles bekommt er raus. Spätestens wenn Rechnungen eingereicht werden beginnt die Prüfung einer so genannten Anzeigepflichtverletzung. Dabei geht es um die Frage, ob die Anträge im Antrag auch der Wahrheit entsprachen und keine weiteren Erkrankungen und Behandlungen erfolgten. Mehr Informationen dazu auch in den folgenden Artikeln: (mehr …)

29.
Mai '12

Private Krankenversicherung ab 2013 – was ändert sich, wann ist was zu tun?


Auch in der privaten Krankenversicherung ergeben sich durch die so genannten Unisextarife Veränderungen ab dem kommenden Jahr. Daher versuchen einige Gesellschaften den Kunden „noch schnell“ vom Anschluss des entsprechenden Vertrages zu überzeugen- was generell auch nicht verkehrt ist, aber immer wohl durchdacht sein sollte.

Was ändert sich denn eigentlich mit diesem „Unisex“?

Es ändert sich zunächst die Kalkulation. Nachdem durch Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes unterschiedliche Prämien von Männern und Frauen nicht mehr zulässig sind, so ändern sich diese ab kommendem Jahr. Pauschal ausgedrückt bedeutet das, für Männer wird es teurer, für Frauen etwas günstiger. Wie genau die Veränderungen in den einzelnen Tarifen aussehen und welche Zahlen dahinterstehen, das lässt sich heute noch nicht genau sagen.

Muss ich jetzt was tun, oder besser warten?

Generell gilt, egal was mit den Tarifen passiert, eine Entscheidung für oder gegen die Private Krankenversicherung an sich, oder für/ gegen eine bestimmte Gesellschaft, ist nicht von der Einführung abhängig. Diese Entscheidung bedarf einer Reihe weiterer Faktoren und viel überlegen, denn nur so lässt sich eine Entscheidung die unter Umständen lebenslang sein kann, mit der nötigen Sorgfalt fällen.

Für Männer gilt aber dennoch, auch wenn es recht pauschal ist, lieber heute als morgen mit dem Gedanken machen beginnen, denn wenn die Entscheidung generell klar ist, dann ist es sicher unsinnig zu spät zu beantragen und damit langfristig höhere Prämien einzukaufen.

Bei Frauen ist es noch etwas anderes. Auch hier kann es sich lohnen, sich zeitnah Gedanken zu machen, denn auch das Eintrittsalter spielt in der privaten Krankenversicherung (PKV) eine Rolle. Anders als in der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) ist es nicht nur entscheidend wie jung ich bin, sondern auch der Gesundheitszustand spielt eine Rolle. So mussten auch einige meiner Kunden in der Vergangenheit leider erleben, das ein zu später Antrag den Weg in die PKV nicht nur verteuern, sondern auch generell verbauen kann.

Was ist konkret zu tun?

Das kommt zunächst darauf an, in welcher Situation Sie heute sind. Daher ist es wichtig hier etwas zu unterteilen.

a.) die freiwillig GKV Versicherten (mehr …)

30.
Januar '12

Landeskrankenhilfe (LKH) mit neuem Antragsformular und veränderten Gesundheitsfragen


Durch die Veränderungen im Versicherungsvertragsgesetz (in der aktuellen Fassung) ist der Versicherer noch mehr dazu angehalten, all das was er zur Risikobewertung braucht zu erfragen. Um so genauer und teilweise umfangreicher sind die Fragen in den Anträgen geworden. Auch die Änderungen beim, Datenschutz und der Schweigepflicht zwingen viele Unternehmen zur Überarbeitung Ihrer Anträge.
Das hat nun auch die Landeskrankenhilfe (LKH) getan und hat mit dem Druckstück Nr. LKH 3-13 01.12 einen neuen Antrag.

Was hat sich verändert?

Neu ist zunächst einmal, das der Antrag von den bisherigen 5 auf nun 6 Seiten angewachsen ist. Dieses ist zum einen einer Reihe von neuen Informationen und Fragen geschuldet, zum anderen einer etwas großzügigeren Aufteilung. Weiterhin ist nun bereits auf Seite 1 ein deutlicher und fett gedruckter Hinweis zur Anzeigepflicht enthalten. Dieser lautet:

Achtung: Eine falsche, auch eine unvollständige Beantwortung der folgenden Fragen unter III., VI. und VII. kann den Versicherer zu Maßnahmen nach § 19 VVG wie Rücktritt, Kündigung, Vertragsanpassung berechtigen, zudem zur Leistungsverweigerung. Das kann, sogar rückwirkend, zum Entfall des Versicherungsschutzes führen. Beachten Sie dazu auch unsere gesonderte Belehrung nach § 19 Abs. 5 VVG in den Vertragsinformationen!

Der Hinweis ist nicht nur gut sichtbar, sondern auch wichtig. Nur so wird von vornherein klar, dass alle Angaben wichtig sind und zum Verlust der Schutzes führen können, werden diese nicht oder falsch gemacht.

Einige Fragen zu den Gesundheitsangaben wurden präzisiert oder haben sich geändert. So ist die Frage

(mehr …)